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Börse Hamburg: Handelszeiten, Courtage und der Wechsel auf T7

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

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15 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Wer bei der Börse Hamburg um 21 Uhr eine Aktie kaufen will, findet zwei Handelswege mit zwei verschiedenen Schlusszeiten vor: den Maklerhandel des Parketts und das elektronische System LS Exchange. Wer den falschen erwischt, steht vor einem geschlossenen Orderbuch. Als Trader seit 1980 schaue ich bei einem Handelsplatz deshalb zuerst auf die Uhr und erst danach auf die Gebühren.

Die Hanseatische Wertpapierbörse Hamburg ist die älteste aktive Börse Deutschlands, gegründet 1558. Sie handelt heute an fünf Tagen die Woche von 8:00 bis 22:00 Uhr, die LS Exchange unter ihrem Dach sogar von 7:30 bis 23:00 Uhr. Am 27. Juli 2026 hat sie außerdem ihr Handelssystem gewechselt.

Dieser Artikel zeigt alle Handelszeiten nach Wertpapiergattung, den vollständigen Feiertagskalender 2026 aus der amtlichen Bekanntmachung, die Regeln zum courtagefreien Handel und was der Systemwechsel auf T7 praktisch bedeutet. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Börse Hamburg: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Handelszeiten Parkett: Montag bis Freitag von 8:00 bis 22:00 Uhr, Anleihen und Genussscheine nur bis 17:30 Uhr
  • Handelszeiten LS Exchange: Montag bis Freitag von 7:30 bis 23:00 Uhr für alle Gattungen, betrieben unter dem Dach der Börse Hamburg
  • Kein Wochenendhandel: beide Wege ruhen samstags und sonntags vollständig
  • Courtagefrei: Aktienorders bis 50.000 Euro in DAX-Werten und bis 25.000 Euro in MDAX, TecDAX, SDAX und Auslandsaktien
  • Neues Handelssystem: seit dem 27. Juli 2026 läuft der Parketthandel über die T7-Plattform der Deutsche Börse AG statt über Xontro
  • Träger: die BÖAG Börsen AG, die auch die Börsen Hannover und Düsseldorf betreibt

Was ist die Börse Hamburg?

Die Börse Hamburg ist die 1558 gegründete Hanseatische Wertpapierbörse, die älteste noch aktive Börse Deutschlands. Sie ist eine öffentlich-rechtliche Börse im Sinne des Börsengesetzes und wird von der BÖAG Börsen AG betrieben.

Wichtig ist die Unterscheidung zweier Häuser, die beide „Hamburger Börse” heißen. Das historische Börsengebäude am Adolphsplatz gehört heute der Handelskammer Hamburg und ist eine Sehenswürdigkeit. Der Handelsplatz selbst sitzt in der Kleinen Johannisstraße 4 im Gebäude Rathausmarkthof, schräg gegenüber dem Rathaus.

Die Börse Hamburg ist keine reine Präsenzbörse mehr. Der Handel läuft elektronisch über zwei Wege: den skontroführergestützten Handel, bei dem ein Makler die Orderbücher betreut, und das Market-Maker-System LS Exchange. Beide sind börslich, unterliegen also der Börsenaufsicht, einer Handelsüberwachungsstelle und dem Börsengesetz.

Der frühere Verbund aus Allgemeiner Börse, Getreidebörse und Versicherungsbörse gehört zur Hamburger Börsengeschichte, nicht zum Wertpapierhandel. Für Anleger und Trader ist ausschließlich die Hanseatische Wertpapierbörse relevant, und um die geht es in diesem Artikel.

Handelszeiten der Börse Hamburg und der LS Exchange

Die Börse Hamburg handelt Aktien, Fonds, ETFs und ETCs von 8:00 bis 22:00 Uhr, Anleihen und Genussscheine von 8:00 bis 17:30 Uhr. Die LS Exchange handelt alle vier Gattungen von 7:30 bis 23:00 Uhr, jeweils montags bis freitags.

Der Unterschied zwischen beiden Wegen ist für die Praxis wichtiger als die reine Uhrzeit. Am Parkett stellt ein Skontroführer die Kurse und betreut das Orderbuch. An der LS Exchange stellt ein Market Maker fortlaufend Geld- und Briefkurse. Wer über einen Neobroker handelt, landet fast immer auf dem zweiten Weg.

GattungBörse Hamburg (Parkett)LS Exchange
Aktien8:00–22:00 Uhr7:30–23:00 Uhr
Anleihen8:00–17:30 Uhr7:30–23:00 Uhr
Fonds, ETFs, ETCs8:00–22:00 Uhr7:30–23:00 Uhr
Genussscheine8:00–17:30 Uhr7:30–23:00 Uhr

Handelszeiten der Börse Hamburg im Vergleich: LS Exchange von 7:30 bis 23:00 Uhr, Parketthandel 8:00 bis 22:00 Uhr, Anleihen nur bis 17:30 Uhr
Vier Handelswege im Vergleich: Die LS Exchange öffnet am frühesten und schließt am spätesten, Anleihen enden bereits um 17:30 Uhr.

Die Zeiten stammen aus den amtlichen Bekanntmachungen der Geschäftsführung vom 3. Dezember 2025, veröffentlicht im Handelskalender 2026 der Börse Hamburg. Sie gelten für das gesamte Jahr. Die Grafik darüber legt die vier Zeitfenster übereinander: Wer vor 8:00 Uhr oder nach 22:00 Uhr handeln will, hat nur die LS Exchange. Wie sich diese Fenster in die übrigen Handelsplätze einfügen, zeigt der Überblick über die Börsenzeiten weltweit.

Am Wochenende ruht der Handel vollständig

Samstags und sonntags findet an der Börse Hamburg kein Handel statt, weder am Parkett noch über die LS Exchange. Das gilt ausnahmslos, auch wenn einzelne Broker am Wochenende Kurse anzeigen.

Was am Wochenende läuft, ist der außerbörsliche Direkthandel von Lang & Schwarz, und der ist etwas anderes als die LS Exchange: kein Börsenplatz, keine Handelsüberwachung, breitere Spannen. Welcher Weg wann offen ist, steht im Detail bei den Handelszeiten von Lang und Schwarz.

Feiertage 2026: an diesen Tagen bleibt die Börse Hamburg zu

Die Börse Hamburg folgt nicht dem Hamburger Feiertagskalender, sondern einem eigenen. An mehreren gesetzlichen Feiertagen einzelner Bundesländer wird durchgehandelt, während an den bundesweiten Feiertagen geschlossen bleibt.

Feiertag 2026Börse HamburgLS Exchange
Neujahr, Do, 01.01.kein Handelkein Handel
Karfreitag, Fr, 03.04.kein Handelkein Handel
Ostermontag, Mo, 06.04.kein Handelkein Handel
Tag der Arbeit, Fr, 01.05.kein Handelkein Handel
Christi Himmelfahrt, Do, 14.05.8:00–22:00 Uhr7:30–23:00 Uhr
Pfingstmontag, Mo, 25.05.8:00–22:00 Uhr7:30–23:00 Uhr
Fronleichnam, Do, 04.06.8:00–22:00 Uhr7:30–23:00 Uhr
Buß- und Bettag, Mi, 18.11.8:00–22:00 Uhr7:30–23:00 Uhr
Heiligabend, Do, 24.12.kein Handelkein Handel
1. Weihnachtstag, Fr, 25.12.kein Handelkein Handel
letzter Börsentag, Mi, 30.12.8:00–14:00 Uhr7:30–14:00 Uhr
Silvester, Do, 31.12.kein Handelkein Handel

Zwei Tage verdienen besondere Aufmerksamkeit. Am Buß- und Bettag wird normal gehandelt, obwohl in Sachsen Feiertag ist. Und der 30. Dezember 2026 ist ein verkürzter Handelstag mit Schluss um 14:00 Uhr, danach ruht der Handel bis ins neue Jahr. Wer eine Jahresendposition schließen will, hat an diesem Mittwoch nur den Vormittag Zeit.

Die Feiertage Mariä Himmelfahrt, Tag der Deutschen Einheit, Reformationstag und Allerheiligen fallen 2026 auf ein Wochenende. Sie tauchen im Kalender der Börse zwar auf, sind für den Handel aber ohne Bedeutung.

Vom Xontro zum T7: was sich 2026 geändert hat

Seit dem 27. Juli 2026 läuft der skontroführergestützte Handel an der Börse Hamburg über die T7-Plattform der Deutsche Börse AG. Das jahrzehntealte System Xontro wurde damit abgelöst.

Der Wechsel betraf alle drei BÖAG-Börsen gleichzeitig, also Hamburg, Hannover und Düsseldorf, dazu die Börse München. Getragen wurde er von BrainTrade als Systembetreiber gemeinsam mit der Deutsche Börse AG. Der Termin wurde zweimal verschoben, zuletzt im Juni 2026 vom 22. Juni auf den 27. Juli, um den Handelsteilnehmern mehr Zeit zum Testen zu geben. Die Teilnehmerinformationen dazu stehen beim Systembetreiber BrainTrade. Deren eigene Zeiten stehen im Beitrag zur Börse München.

Für Privatanleger ändert sich an der Bedienung nichts. Order, Broker und Handelszeiten bleiben, wie sie sind. Was sich ändert, liegt darunter: T7 ist dieselbe technische Grundlage, auf der auch Xetra und die Eurex laufen. Die kleinen Regionalbörsen teilen sich damit die Infrastruktur der großen.

Praktisch spürbar wird der Wechsel bei den Ordertypen und der Handelstransparenz. T7 kennt ein feineres Regelwerk für Auktionen und Volatilitätsunterbrechungen als Xontro. Wer die Feinheiten der Ordertypen nutzt, sollte im Zweifel beim eigenen Broker nachfragen, welche davon am Platz Hamburg unterstützt werden.

Parallel hat die Börse Hamburg am 13. August 2026 das Regelwerk für ein weiteres elektronisches System namens DNX veröffentlicht, ein Market-Maker-System mit Quote-Request-Verfahren. Handelszeiten und handelbare Papiere legt darin die Geschäftsführung fest; eine Wertpapierliste hat die Börse bislang nicht veröffentlicht. Für Anleger ist das Segment im Moment also noch ohne Bedeutung.

Welche Produkte sind an der Börse Hamburg handelbar?

An der Börse Hamburg lassen sich Aktien, Anleihen, Investmentfonds, ETFs, ETCs, Zertifikate und Genussscheine handeln, sowohl im Regulierten Markt als auch im Freiverkehr. Eine amtliche Gesamtzahl der gelisteten Papiere veröffentlicht die Börse nicht; die Handelskammer Hamburg nennt für den Platz über 8.500 Wertpapiere.

Skontroführer ist die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG aus Gräfelfing. Sie betreut die Orderbücher, stellt Geld- und Briefkurse und greift ein, wenn ein Papier zu wenig Umsatz hat oder der Kurs aus dem Gleichgewicht zu geraten droht. Diese Rolle unterscheidet den Parketthandel vom rein elektronischen Matching an Xetra.

Der Fondshandel ist das eigentliche Aushängeschild

Die Börse Hamburg war 2002 der erste deutsche Börsenplatz mit börslichem Fondshandel. Nach eigenen Angaben werden dort heute jährlich mehr als eine halbe Milliarde Euro umgesetzt. Für Anleger ist das interessant, weil sich Fondsanteile so über den ganzen Handelstag kaufen und verkaufen lassen statt einmal täglich zum Rücknahmepreis der Kapitalverwaltungsgesellschaft. Die Zahlen nennt die Börse auf ihrer Seite zum Fondshandel Hamburg.

Die Börse deckelt dabei die Spannen zwischen Geld- und Briefkurs. Ab 9:00 Uhr gilt für Aktienfonds mit Schwerpunkt DAX und EURO STOXX sowie für Rentenfonds mit Schwerpunkt Deutschland und Westeuropa ein Maximalspread von 1,0 Prozent auf den Geldkurs, für übrige Aktien-, Renten- und Mischfonds 1,5 Prozent. Bei Immobilien- und Indexfonds richtet sich die Quotierung nach der Marktlage. Was so eine Spanne praktisch kostet, erklärt der Beitrag zum Bid-Ask-Spread.

Ausgabeaufschläge entfallen beim Börsenhandel vollständig. Dafür fallen die üblichen Ordergebühren des Brokers an, dazu je nach Papier eine Courtage. Ob der börsliche Weg günstiger ist als der Kauf über die Fondsgesellschaft, hängt deshalb an der Ordergröße und am Broker.

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Was kostet der Handel an der Börse Hamburg?

Die Börse Hamburg handelt Aktien courtagefrei: DAX-Werte bis zu einem Ordervolumen von 50.000 Euro, Werte aus MDAX, TecDAX, SDAX sowie Auslandsaktien bis 25.000 Euro. Oberhalb dieser Grenzen fällt die übliche Maklercourtage an.

Diese Courtagefreiheit ist das stärkste Argument des Platzes und gilt gemeinsam mit der Börse Hannover. Nach Angaben der Börse spart eine einzelne Order damit bis zu 20 Euro gegenüber anderen Börsenplätzen. Die Ordergebühr des eigenen Brokers bleibt davon unberührt, sie fällt zusätzlich an.

Ein Detail lohnt den zweiten Blick: Das Bedingungsblatt der Börse spricht bis heute vom DAX 30, obwohl der Index seit September 2021 40 Werte umfasst. Wer eine Aktie aus dem 2021 aufgenommenen Kreis handelt, sollte die Courtagefreiheit im Zweifel bei seinem Broker gegenprüfen, statt sich auf das Merkblatt zu verlassen.

Liquiditätsgarantien: bis zu welchem Volumen der Makler liefert

Neben der Courtage sichert die Börse garantierte Ausführungsvolumina zu. Zwischen 9:00 und 17:30 Uhr, also innerhalb der Xetra-Kernzeit, garantiert der Skontroführer die Ausführung in DAX-Werten und im EURO STOXX 50 bis 50.000 Euro, im MDAX bis 10.000 Euro und in TecDAX und SDAX bis 5.000 Euro, jeweils mit Xetra als Referenzmarkt.

Außerhalb der Xetra-Kernzeit schrumpfen diese Garantien deutlich. In den Randzeiten sinkt das garantierte Volumen bei DAX-Werten auf 10.000 Euro, und der Referenzmarkt wird variabel. Genau das ist der Grund, warum eine große Order um 8:15 Uhr oder um 21:30 Uhr anders ausgeführt wird als dieselbe Order um 11:00 Uhr. Wer nachts handelt, sollte grundsätzlich mit einem Limit statt einer Market-Order arbeiten.

Die Unterlagen der Börse zu den Liquiditätsgarantien nennen als Randzeiten noch 8:00 bis 9:00 Uhr und 17:30 bis 20:00 Uhr. Sie stammen damit aus der Zeit vor der Ausweitung des Handels auf 22:00 Uhr. Für die zwei Stunden danach macht die Börse keine veröffentlichte Zusage.

Vorteile und Nachteile der Börse Hamburg

Die Stärken und Schwächen des Platzes lassen sich klar benennen. Sie ergeben sich aus den Regelwerken und den veröffentlichten Handelsbedingungen, nicht aus einem Gesamteindruck.

Vorteile der Börse Hamburg

  • Courtagefreier Aktienhandel in DAX-, MDAX-, TecDAX- und SDAX-Werten bis zu festen Ordergrößen
  • Lange Handelszeiten bis 22:00 Uhr am Parkett und bis 23:00 Uhr über die LS Exchange
  • Börsliche Aufsicht mit eigener Handelsüberwachungsstelle, anders als im außerbörslichen Direkthandel
  • Gedeckelte Spreads im Fondshandel mit veröffentlichten Höchstwerten je Fondstyp
  • Skontroführer als Gegenpart, der bei dünnem Orderbuch selbst Kurse stellt

Nachteile der Börse Hamburg

  • Kein Wochenendhandel, weder am Parkett noch über die LS Exchange
  • Anleihen und Genussscheine schließen bereits um 17:30 Uhr, deutlich früher als Aktien
  • Geringes Handelsvolumen im Vergleich zu Xetra, das den Großteil des deutschen Aktienhandels abwickelt
  • Schrumpfende Liquiditätsgarantien außerhalb der Xetra-Kernzeit, für die späten Abendstunden gar keine veröffentlichte Zusage
  • Teilweise veraltete Unterlagen: Merkblätter nennen weiterhin den DAX 30 und einen Handelsschluss um 20:00 Uhr
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BÖAG Börsen AG: drei Börsen unter einem Dach

Die BÖAG Börsen AG ist die gemeinsame Trägergesellschaft der Börsen Hamburg, Hannover und Düsseldorf. Sie wurde 1999 für Hamburg und Hannover gegründet, die Börse Düsseldorf kam zum 1. Januar 2017 dazu.

Gesellschafter sind zu gleichen Teilen der Verein der Mitglieder der Wertpapierbörse in Hamburg und die Niedersächsische Börse zu Hannover. Die drei Börsen bleiben rechtlich eigenständig, teilen sich aber Technik, Verwaltung und Handelsüberwachung. Die Trägerin beschreibt den Verbund auf ihrer Seite Drei Börsen unter einem Dach.

Neben den drei Börsen betreibt die BÖAG mehrere elektronische Handelsplattformen: die Quotrix in Düsseldorf, die LS Exchange in Hamburg, die European Investor Exchange und die Fondsbörse Deutschland für geschlossene Fonds. Letztere ist ausdrücklich kein Markt im Sinne des Börsengesetzes, sondern ein außerbörslicher Zweitmarkt.

Börse Hamburg in der Struktur der BÖAG Börsen AG mit LS Exchange, HASPAX und Mittelstandsbörse Deutschland
Die Börse Hamburg im Verbund der BÖAG: Die LS Exchange läuft unter ihrem Dach, die Fondsbörse Deutschland dagegen außerbörslich.

Die Grafik zeigt zugleich, was viele Beiträge falsch darstellen: Die LS Exchange gehört zum börslichen Handel der Börse Hamburg, sie ist kein außerbörslicher Handelsplatz. Außerbörslich ist bei der BÖAG nur die Fondsbörse Deutschland. Hamburg betreibt außerdem den regionalen Index HASPAX und ein eigenes Segment für mittelständische Unternehmen.

Börse Hamburg im Vergleich zu anderen Handelsplätzen

Wer eine Order aufgibt, wählt im Broker den Handelsplatz aus. Die Unterschiede liegen bei Handelszeiten, Kosten und der Frage, ob ein Platz börslich beaufsichtigt wird oder nicht. Die folgende Übersicht ordnet die Börse Hamburg in das deutsche Feld ein.

HandelsplatzHandelszeiten (Aktien)Besonderheit
Börse Hamburg8:00–22:00 UhrSkontroführer, courtagefrei bis 50.000 Euro
LS Exchange7:30–23:00 UhrSegment der Börse Hamburg, von Neobrokern genutzt
Xetra8:00–22:00 UhrKernhandel 9:00–17:30 Uhr, höchstes Volumen
Tradegate Exchange7:30–22:00 Uhreigene Börse, auf Privatanleger ausgerichtet
Quotrix7:30–23:00 UhrMarket-Maker-System der Börse Düsseldorf
Gettex7:30–23:00 UhrBörse München, Baader Bank als Market Maker

Alle sechs Plätze sind börslich reguliert. Der oft gelesene Satz, LS Exchange oder Tradegate seien außerbörsliche Handelsplätze, ist falsch: Die Tradegate Exchange ist eine eigene Wertpapierbörse nach dem Börsengesetz, die LS Exchange ein Segment der Börse Hamburg. Außerbörslich ist der Direkthandel, bei dem der Anleger ohne Börse direkt mit einem Emittenten abschließt.

Für den Alltag heißt das: Der Preisunterschied zwischen den Plätzen entsteht über den Spread, nicht über die Regulierung. Im Kernhandel von 9:00 bis 17:30 Uhr läuft an Xetra das meiste Volumen, und dort sind die Spannen am engsten. Davor und danach weiten sie sich an allen Plätzen aus, weil die Referenzliquidität dünner wird. Genau deshalb enden auch die vollen Liquiditätsgarantien der Börse Hamburg um 17:30 Uhr. Wer die Handelszeiten von Tradegate oder die Quotrix-Handelszeiten daneben legt, sieht dasselbe Muster.

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Fazit zur Börse Hamburg

Die Börse Hamburg ist für Privatanleger vor allem aus zwei Gründen interessant: wegen des courtagefreien Aktienhandels und wegen des Fondshandels mit gedeckelten Spannen. Beides gibt es an Xetra so nicht.

Bei den Handelszeiten lohnt der genaue Blick. Aktien laufen bis 22:00 Uhr, Anleihen nur bis 17:30 Uhr, und über die LS Exchange geht es eine Stunde länger. Am Wochenende ist an beiden Wegen Schluss. Wer eine große Order platziert, sollte die Xetra-Kernzeit zwischen 9:00 und 17:30 Uhr nutzen, weil nur dort die vollen Liquiditätsgarantien gelten.

Der Wechsel auf T7 im Juli 2026 ändert für den Anleger nichts an der Bedienung, stellt den Platz technisch aber auf dieselbe Grundlage wie Xetra und Eurex. Für einen Handelsplatz, der 1558 mit einem Beschluss des Hamburger Rats begann, ist das ein bemerkenswerter Sprung.

Häufige Fragen zur Börse Hamburg

Wann öffnet und schließt die Börse Hamburg?

Die Börse Hamburg handelt montags bis freitags von 8:00 bis 22:00 Uhr. Anleihen und Genussscheine enden bereits um 17:30 Uhr. Die LS Exchange unter ihrem Dach läuft von 7:30 bis 23:00 Uhr.

Kann man an der Börse Hamburg am Wochenende handeln?

Nein. Samstags und sonntags ruht der Handel vollständig, sowohl am Parkett als auch über die LS Exchange. Der Wochenendhandel einzelner Broker läuft außerbörslich über den Direkthandel von Lang & Schwarz.

Ist die LS Exchange ein außerbörslicher Handelsplatz?

Nein. Die LS Exchange ist ein börsliches Handelssegment der Börse Hamburg und unterliegt deren Handelsüberwachung. Außerbörslich ist der Direkthandel von Lang & Schwarz, ein davon getrenntes Angebot.

Was kostet eine Order an der Börse Hamburg?

Die Börse selbst erhebt für Aktienorders bis 50.000 Euro in DAX-Werten und bis 25.000 Euro in MDAX, TecDAX, SDAX und Auslandsaktien keine Courtage. Die Ordergebühr des Brokers fällt zusätzlich an und ist von Anbieter zu Anbieter verschieden.

An welchen Feiertagen bleibt die Börse Hamburg 2026 geschlossen?

Geschlossen bleibt sie an Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, dem Tag der Arbeit, Heiligabend, den beiden Weihnachtstagen und Silvester. Am 30. Dezember 2026 endet der Handel verkürzt um 14:00 Uhr.

Wer betreibt die Börse Hamburg?

Trägerin ist die BÖAG Börsen AG, die auch die Börsen Hannover und Düsseldorf betreibt. Die Orderbücher am Parkett betreut die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG als Skontroführer.

Wo befindet sich die Börse Hamburg?

Der Handelsplatz sitzt in der Kleinen Johannisstraße 4 im Gebäude Rathausmarkthof, schräg gegenüber dem Hamburger Rathaus. Erreichbar ist er über die Haltestellen Jungfernstieg und Rathaus. Das bekannte historische Börsengebäude am Adolphsplatz gehört dagegen der Handelskammer Hamburg und ist heute vor allem eine Sehenswürdigkeit, kein Handelsplatz.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1980. Er handelt aktiv an den internationalen Märkten, von Forex über Aktienindizes bis zu Rohstoffen und Zinsmärkten.

Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wellen-Literatur von Robert Prechter ins Deutsche und trug maßgeblich zur Bekanntheit der Elliott-Wellen-Analyse im deutschsprachigen Raum bei. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen zehn Trading-Bücher.

Die Wahl des Handelsplatzes gehört für ihn zur Vorbereitung jeder Order. Welche Zeitfenster enge Spannen bieten und wo eine Order nachts auf ein dünnes Orderbuch trifft, kennt er aus über 40 Jahren Markterfahrung.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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