Der MACD misst nichts anderes als den Abstand zwischen zwei gleitenden Durchschnitten. Wird dieser Abstand größer, nimmt das Momentum zu. Schrumpft er, verliert der Trend an Kraft, lange bevor der Kurs das zeigt.
Dieser Artikel bleibt bewusst beim einfachen Setup: eine Kreuzung der Signallinie, dazu zwei Zusatzregeln, die aggressive von konservativen Einstiegen trennen. Sechs durchgerechnete Beispiele zeigen, wo das trägt, inklusive eines Verlusttrades. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Häufig wird der MACD zusammen mit einem Death Cross gelesen. Sinnvoll ist das, weil das Kreuzungssignal seine Aussagekraft nach rund sechs Monaten verliert: Nach zwölf Monaten liegt es mit 71 zu 74 Prozent hinter der Basisrate.
MACD-Indikator: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Der Moving Average Convergence Divergence (MACD) Indikator ist ein beliebtes technisches Analysewerkzeug, das von Händlern verwendet wird, um Trendumkehrungen, Momentum-Verschiebungen und potenzielle Kauf- oder Verkaufssignale zu identifizieren.
- Der MACD wird berechnet, indem ein 26-Perioden Exponential Moving Average (EMA) von einem 12-Perioden EMA abgezogen wird. Eine 9-Perioden EMA, bekannt als Signallinie, wird dann auf den MACD geplottet, um als Auslöser für potenzielle Kauf- oder Verkaufssignale zu dienen.
- Der MACD wird verwendet, um die Differenz zwischen den beiden gleitenden Durchschnitten zu messen und zu identifizieren, wann sie konvergieren oder divergieren. Wenn die MACD-Linie (die Differenz zwischen den beiden EMAs) die Signallinie nach oben kreuzt, gilt dies als bullisches Signal, das anzeigt, dass es möglicherweise ein guter Zeitpunkt zum Kaufen ist. Umgekehrt, wenn die MACD-Linie die Signallinie nach unten kreuzt, gilt dies als bearisches Signal, das anzeigt, dass es möglicherweise ein guter Zeitpunkt zum Verkaufen ist.
- Der MACD kann auch verwendet werden, um potenzielle Trendumkehrungen zu identifizieren. Wenn die MACD-Linie in die entgegengesetzte Richtung des Trends zu bewegen beginnt, kann dies darauf hindeuten, dass der Trend an Momentum verliert und sich möglicherweise umkehren wird.
Als Trendfilter vor einem MACD-Signal eignet sich der Supertrend, weil er die Handelsrichtung eindeutig vorgibt. Wie sich beide Indikatoren kombinieren lassen, steht im Artikel zum Supertrend als Trendfilter.
Der MACD-Indikator (Moving Average Convergene Divergence) von Gerald Appel ist ein Standardindikator, der in jedem Programm der technischen Analyse enthalten ist. Wenngleich es einige komplexe und anspruchsvolle MACD-Handelsstrategien gibt, ist es am besten, mit einem einfachen Ansatz zu beginnen.
In diesem Tutorial lernst du, die Funktionsweise des MACDs zu verstehen. Wir werden eine grundlegende Trading-Strategie mit dem MACD vorstellen, die Gerald Appel in seinem Buch „Technical Analysis: Power Tools for Active Investors“ erläutert hat.
Aber zuvor werden wir uns einer kurzen Einführung in den MACD zuwenden.
Was ist der MACD-Indikator?
Um zu erfahren, was der MACD ist, solltest du zunächst verstehen, wie Gleitende Durchschnitte funktionieren.
Während der MACD Richtung und Momentum zugleich liefert, beantwortet der ADX als reiner Trendstärke-Indikator nur die Frage, ob sich das Mitlaufen überhaupt lohnt.
Als Momentum-Bestätigung gehört der MACD zum Standardwerkzeug der Trendfolge im Trading.
Das Hauptproblem bei Gleitenden Durchschnitten ist, dass sie der Price Action hinterherhinken: Je größer der Beobachtungszeitraum, desto größer ist die Verzögerung. So hinkt der 200-Perioden Einfache Gleitende Durchschnitt beispielsweise der Kursbewegung mehr hinterher, als der 50-Perioden Gleitende Durchschnitt.
Der MACD ist eine geniale Erfindung, weil er diesen Nachteil der Gleitenden Durchschnitte in eine praktische Trading-Taktik umwandelt.
Wenn sich ein Trend verstärkt, wird ein empfindlicherer Gleitender Durchschnitt mit einem geringeren Beobachtungszeitraum die Price Action exakter nachvollziehen. Ein Gleitender Durchschnitt mit einem längeren Beobachtungszeitraum hingegen hinkt der im Trend verlaufenden Price Action stärker hinterher.
Das Ergebnis ist die Divergenz bzw. das Auseinanderdriften dieser beiden Gleitenden Durchschnitte.
Im umgekehrten Fall werden sich natürlich die beiden Gleitenden Durchschnitte einander annähern (Konvergenz), falls der Trend abschwächt.

Was misst du also, wenn du die Dynamik bzw. das Momentum eines Trends verfolgen willst? Jawohl, du erfasst die Differenz zwischen den beiden Gleitenden Durchschnitten. Genau das tut der MACD-Indikator. Zuerst stellt die MACD-Linie diese Differenz dar. Dann wird eine Signallinie hinzugefügt, die einen Gleitenden Durchschnitt der MACD-Linie darstellt.
Du erhältst Trendwendesignale eher, indem du dich auf den Abstand zwischen zwei Gleitenden Durchschnitten konzentrieren, als es bei Überschneidungen von Gleitenden Durchschnitten der Fall ist.
Du kannst die MACD-Linie und die Signallinie auf Basis der Standardeinstellungen des MACDs erstellen:
- MACD-Linie = 12-Tage Einfacher Gleitender Durchschnitt (EMA), 26-Tage Einfacher Gleitender Durchschnitt (EMA)
- Signallinie = 9 Tage Einfacher Gleitender Durchschnitt (EMA) der MACD-Linie
Natürlich erledigt deine Chart-Plattform das für dich. Du bist startklar, sobald du die Bedeutung hinter dem MACD-Indikator erfasst hast.
Dieselbe Kreuzungslogik steckt hinter dem Golden Cross, dort allerdings auf 50 und 200 Tagen und damit deutlich träger.
Trading-Regeln für das einfache MACD-Setup
Im oben genannten Buch von Gerald Appel erklärt er zusätzliche Regeln für eher konservativere Setups. Diese Regeln wurden für diesen Lehrartikel übernommen.
Einstellungen für den MACD
Verwende folgende MACD-Standardeinstellungen:
- Schnell: 12
- Langsam: 26
- Geglättet: 9 (Signallinie)
Der MACD rechnet selbst mit gleitenden Durchschnitten. Wer verstehen will, was ein EMA überhaupt macht und wie er sich vom einfachen Durchschnitt unterscheidet, findet die Grundlagen im Artikel zur 50-Tage-Linie (GD 50).
Für den Ausstieg braucht dieses Setup ein zweites Werkzeug. Der MACD liefert den Kontext, das Nachziehen des Stops übernimmt besser ein Indikator, der bei jeder Kerze ein fertiges Niveau ausgibt: Parabolic SAR als Trailing Stop.
Long-Trade-Setup
- Der MACD kreuzt unterhalb der Signallinie (Zusatzregel).
- Der MACD kreuzt unterhalb der Nulllinie (Zusatzregel).
- Kauf, wenn der MACD über seine Signallinie kreuzt.
Short-Trade-Setup
- Der MACD kreuzt oberhalb der Signallinie (Zusatzregel).
- Der MACD kreuzt oberhalb der Nulllinie (Zusatzregel).
- Verkauf, wenn der MACD unter seine Signallinie kreuzt.
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Einfache Trading-Setups mit dem MACD-Indikator
Der beste Weg, um zu lernen, wie man ein Trading-Instrument anwendet, besteht in der Analyse von Beispielen. Daher zeigen dir die Beispiele in diesem Abschnitt nicht nur Einstiegspunkte mit dem MACD. Sie werden dir auch umfassendere Einsichten vermitteln, die dir bei der Anwendung des MACD-Indikators behilflich sein werden.
Zur Ortsbestimmung des Einstiegs eignet sich ergänzend das Fibonacci Retracement.
Beispiel 1: Tiefer Pullback mit dem MACD handeln
Dies ist ein Musterbeispiel für einen einfachen MACD-Ansatz. Es zeigt seine Stärke in einem tendierenden Markt.

- Beachte, dass die MACD-Linie über einen längeren Zeitraum über Null blieb. Der Markt befand sich in einem soliden Aufwärtstrend.
- Der MACD hat zunächst seine Signallinie unterschritten, bevor er unter Null fiel. Diese beiden Punkte erfüllten die Zusatzregeln des einfachen MACD-Setups und wiesen auf die Entwicklung eines tiefergehenden Rücksetzers oder eine mögliche Trendwende hin.
- Die MACD-Linie stieg über deren Signallinie und löste ein Kaufsignal aus.
Ein häufiges Problem bei MACD-Handelssignalen ist ihre zeitliche Verzögerung, insbesondere bei Kursspitzen.
Im vorliegenden Fall bewegte sich der Markt etwa eine Woche lang seitwärts, bevor er den Trend wieder aufnahm. Wenn sich der Markt so verhält, kann der MACD-Indikator den Rückstand wieder aufholen. Somit fiel die zeitliche Verzögerung hier nur minimal aus.
Wie bei jeder Handelsstrategie kannst du perfekte Beispiele aus den historischen Charts beziehen.
Beispiele wie dieses, das wir gerade erörtert haben, eignen sich hervorragend für Schulungszwecke. Erwarte jedoch nicht, dass alle realen Setups so aussehen.
Beispiel 2: Trade einer Keilformation mit dem MACD
Dies ist ein Tages-Chart des an der Aktienbörse von Toronto notierten Unternehmens Suncor Energy Inc.

- Wir beobachteten ein Verkaufssignal, das den MACD-Schnittpunkt unterhalb der Signallinie darstellte. Der MACD bewegte sich weiterhin unter der Nulllinie, was darauf hindeutete, dass die Aktie überverkauft war.
- Daher haben wir gekauft, sobald der MACD seine Signallinie überschritten hatte. Im Laufe des nächsten Monats stiegen die Kurse noch weiter um fast 12 %. Der MACD lieferte auch hier das erwünschte Ausstiegssignal. Eine Möglichkeit besteht darin, nach einem MACD-Signal einen Trailingstopp unter jedem Tagestief zu platzieren.
Dieses Trade-Signal sah aus zwei Gründen gut aus:
- Aufwärts gerichteter Outside-Reversal-Kursstab genau vor dem Einstiegskursstab
- Keilformation
Die Keilformation vollzog einen Ausbruch nach oben. Aber noch entscheidender ist, dass es zu einem Rücksetzer (Pullback) kam, der mit diesem bullischen Outside-Kursstab (Outside Bar) endete. In diesem Beispiel bot der Ausbruch aus der Keilformation ein früheres Signal als der MACD.
Beispiel 3: MACD-Signal mit Unterstützung der Kurslücke
Der MACD sollte, wie die meisten Trading-Indikatoren, nicht alleine verwendet werden. Ein kluger Ansatz besteht in der Kombination von Signalen des MACDs mit Taktiken der Price Action.
In diesem Beispiel siehst du, wie das Trading-Signal des MACDs Unterstützung durch eine vorherige Kurslücke erfährt.

- Hier wurden die Zusatzkriterien erfüllt. Die Unterschreitung der Nulllinie bestätigte, dass sich der Markt in einer technisch überverkauften Situation befand.
- Der Markt neigt dazu, Kurslücken zu schließen, bevor er einen Trend wieder aufnimmt. Kurslücken sind daher potenzielle Unterstützungsbereiche. Kurz bevor der MACD ein Kaufsignal ausgab, konnten wir hier eine deutliche Unterstützung durch die geschlossene Kurslücke sehen. Dieser Test der Unterstützung mithilfe der Kurslücke bildete auch eine Anti-Klimax-Formation.
- Der bullische Kreuzungspunkt des MACDs löste ein Kaufsignal aus und diente als bullische Bestätigung für den früheren Abprall am Unterstützungsbereich der Kurslücke.
Aus diesem Beispiel ergeben sich zwei wichtige Erkenntnisse:
Erstens kannst du das Handelssignal des MACDs verwenden, um eine Formation der Price Action zu bestätigen, in diesem Fall der Abprall am Unterstützungsbereich der Kurslücke und umgekehrt.
Zweitens kannst du versuchen, frühzeitigere Einstiege mit der Price Action Analyse zu finden, sobald der MACD die Nulllinie überquert. In erster Linie verlässt du dich auf den MACD, um überverkaufte Märkte ausfindig zu machen, aber nicht als Signalauslöser für einen Trade. Für einen Trader der Price Action kann dieser geschicktere Ansatz zu einem besseren Einstiegspunkt führen.
Beispiel 4: Konservative und aggressive Trades mit dem MACD-Indikator
Was macht den Unterschied der Zusatzregeln aus? Dieses Beispiel beantwortet diese Frage, aber kurz gesagt: Wenn man die Zusatzregeln ausklammert, geht man aggressivere Trading-Geschäfte ein.

- Die ersten vier Signale sind wirksam, wenn du die Zusatzregeln ignorierst. Dies sind Einstiegssignale, die auf geringe Rücksetzer (Pullbacks) in einem starken Trend folgen.
- Wenn du jedoch die Zusatzregeln einhältst, dann sind nur diese beiden MACD-Kaufsignale gültig. Es handelt sich dabei um Signale für Long-Positionen, die sich an tiefe, mehrbeinige Pullbacks anschließen.
Die Zusatzregeln sind dir dabei behilflich, konservativere Einstiegspunkte zu erkennen, die in geringerer Häufigkeit auftreten.
Wann hältst du nach aggressiven Einstiegen Ausschau? Wann suchst du nach konservativen Setups? Ist es immer besser, konservativ zu bleiben?
Wende die folgenden Faustregeln an:
- Such nach aggressiven Einstiegen, bei großem Vertrauen in die Marktrichtung.
- Such nach konservativen Einstiegen, bei Unsicherheit über die Marktrichtung.
Beispiel 5: Positionstrading mit dem MACD-Indikator
Der MACD-Indikator ist ein nützliches Werkzeug für das Positionstrading. Wenn du zu einem Wochen-Chart wechselst, dann kannst du diesen schnell an langfristiges Trading und an die zeitliche Abstimmung deiner Anlagen anpassen.

Der obige Chart zeigt zwei MACD-Kaufsignale:
Das erste Signal brachte den Trader in eine Position, die von der Erholung nach dem Börsencrash 2008 profitierte. Das Signal reichte zwar nicht zu den Tiefstkursen des damaligen Börsenkrachs, aber das ist in Ordnung. Die Erwartung, den absoluten Tiefpunkt eines Absturzes zu erreichen, ist schlichtweg unrealistisch.
Für jeden Trader, der der Meinung war, dass das Schlimmste vorüber sei, generierte der MACD ein klares (zweites) Signal, das zur Eröffnung einer Long-Position aufforderte.
Obwohl sich die Kurse nach dem ersten Signal im Rückgang befanden, war das kein Problem für Positionstrader. Diese langfristig orientierten Trader waren über lange Sicht auf einen Bullenmarkt ausgerichtet. Aus diesem Grund kannst du dem Markt mehr im Zickzack verlaufende Kursbewegungen zugestehen und dennoch ein ausgewogenes Chance-Risiko-Verhältnis erreichen.
Beispiel 6: Verlust-Trade mit dem MACD-Indikator
Mach dir keine Illusionen: Du wirst Verlust-Trades im realen Handel nicht vollständig vermeiden können. Deshalb sollten wir diese in unseren Lernprozess integrieren und sie nicht etwa ignorieren.
Der folgende Chart zeigt einen Verlust-Trade im Währungspaar EUR/USD:

- Der MACD schneidet seine Signallinie, bevor er unter die Nulllinie fällt. Die Zusatzregeln wurden eingehalten.
- Sobald wir also einen positiven Kreuzungspunkt des MACDs erhalten haben, stellt dieser ein technisches Signal dar, um eine Long-Position zu eröffnen. Die Kursentwicklung richtete sich jedoch fast unmittelbar danach gegen unsere Position.
Was lief bei diesem Trade schief? Hier gab es einen Kursausbruch über die abwärts gerichtete Trendlinie (orange). Diese Entwicklung schuf den Rahmen für eine bullische Trendwende.
Die markierte Keilformation korrigierte jedoch fast 80 % der bullischen Aufwärtsbewegung ab der braunen Trendlinie wieder. Diese ausgedehnte Kurskorrektur war ein Anzeichen dafür, dass keine nachhaltige Trendwende bevorstand. Obwohl es also zu diesem Zeitpunkt noch keinen Hinweis auf eine Trendumkehr gab, war es ratsam, eine weitere Bestätigung abzuwarten, bevor man eine Long-Position eingeht.
Seine Trägheit ist im Tageschart ein Vorteil. Deshalb gehört er zum Standardwerkzeug beim mehrtägigen Handel.
Schlussbetrachtung zum einfachen MACD-Setup
Gerald Appel entwarf das einfache MACD-Setup als Verbesserung gegenüber den herkömmlichen Überschneidungen des Gleitenden Durchschnitts. Die Zusatzregeln spielen die Rolle eines Oszillators. Im Wesentlichen sorgen diese dafür, dass der Markt in ausreichendem Maße vor dem Kauf überverkauft und vor dem Verkauf überkauft ist.
Mit Hilfe dieser Zusatzregeln kannst du komplexe Pullbacks wie die Keilformation, die zuvor erörtert wurde, erkennen. Allerdings kannst du oft bessere Einstiegssignale aufgrund der Price Action ausfindig machen, anstatt das MACD-Kaufsignal abzuwarten.
Kurz gesagt: Der MACD kombiniert einen Trend-Indikator mit einem Oszillator. Auf diese Weise bietet der MACD eine ganzheitliche Sicht auf den Markt.
Während der MACD jedoch einen Vorteil in Bezug auf die Verdeutlichung der Price Action bietet, stellen seine zeitlich verzögerten Signale einen Nachteil dar. Denk also daran, bei den Einstiegssignalen auf die Kursmuster der Price Action zu achten, falls du den MACD zum Verständnis des Kontextes nutzt. Solltest du dies nicht tun, dann setz den MACD im Rahmen des Positionstradings ein.
In diesem Bereich hat der MACD trotz seiner verzögerten Signale die Chance tatsächlich zu glänzen. Positionstrader verfolgen die Absicht, von einem großen Teil des Trends zu profitieren. Da das auf einen längeren Zeitraum ausgerichtete Positionstrading ein erhebliches Gewinnpotenzial bietet, kann man die verzögerten Signale als eher geringes Problem tolerieren.
Aufgrund der ausführlichen und vielseitigen Beispiele bist du nun in der Lage, mit den Vor- und Nachteilen des MACD-Indikators umzugehen. Du hast auch gesehen, wie sich dieser gebräuchliche Indikator bei unterschiedlicher Price Action verhält.
Mit diesem soliden Fundament ausgerüstet, verfügst du nun über die Voraussetzungen, um sich mit komplexeren MACD-Strategien zu beschäftigen:
- MACD mit Bollinger Bändern
- MACD mit versteckten Divergenzen (Hidden Divergences)
- MACD mit Inside-Tagen
Und vergiss nicht, dir das Buch von Gerald Appel vorzunehmen, um noch mehr Einsichten zu gewinnen.
Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: MACD Basic Trading Setup (with 6 Detailed Examples)
Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud
Forex-Trading-Strategie mit MACD auf dem H4-Chart
Philip Nel eröffnete das neue Diskussionsthema zur MACD-Indikator Forex-Trading-Strategie mit 4-Stunden-Chart im Diskussionsforum ForexFactory. Hierbei handelt es sich um einen beeindruckenden Forumsbeitrag. Er begann im Jahr 2007 und ist diesbezüglich immer noch aktiv. Mittlerweile sind es bereits 1.587 Seiten und es werden laufend mehr.
Diese Trading-Strategie ist darauf ausgerichtet, Chartmuster in Verbindung mit dem MACD-Indikator zu finden (z.B. Double Top und Head & Shoulders). Trading-Chartmuster im Umfeld des Indikators anstelle des Kurses erinnern mich an den Woodies CCI von Ken Wood, genannt Woodie.
Diese Trading-Strategie verwendet fünf Gleitende Durchschnitte als Punkte für Unterstützung und Widerstand. Leg dir die Gleitenden Durchschnitte in deine Charts:
- 365er Exponentieller Gleitender Durchschnitt (EMA)
- 200er Einfacher Gleitender Durchschnitt (SMA)
- 89er Einfacher Gleitender Durchschnitt (SMA)
- 21er Exponentieller Gleitender Durchschnitt (EMA)
- 8er Exponentieller Gleitender Durchschnitt (EMA)
Vergessen wir nicht den Namensvetter für diese Trading-Strategie. Die Einstellungen für den MACD-Indikator lauten folgendermaßen:
- 5 für den schnellen Exponentiellen Gleitenden Durchschnitte (EMA)
- 13 für den langsamen Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA)
- 1 für die Signallinie
- Ergänze waagerechte Linien bei +0,0015, +0,003, +0,0045, -0,0015, -0,003 und -0,0045
Regeln für die MACD-Indikator Forex-Trading-Strategie (H4)
Diese MACD-Indikator Forex-Trading-Strategie hat viele mögliche Setups. Philip Nel empfahl Einsteigern das Trend-Fortsetzungssetup. Ich habe die Strategie übertragen und die nachfolgenden Trading-Regeln zur Trendfolge entwickelt. Diese Regeln setzen voraus, dass Trader nach Chartmustern Ausschau halten.
Long-Trade
- Kurs über dem 89er Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA)
- MACD über Null
- Der MACD fällt
- Kaufen, sobald der MACD steigt (falls sich der MACD noch über Null befindet)
Short-Trade
- Kurs unter dem 89er Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt (EMA)
- MACD unter Null
- Der MACD steigt
- Verkaufen, sobald der MACD fällt (falls sich der MACD noch unter Null befindet)
Beispiele für die 4-Stunden MACD Forex-Trading-Strategie
Gewinn-Trade, Short-Trade

Dies ist ein 4-Stunden-Chart von 6A Futures (AUD/USD) mit den fünf Gleitenden Durchschnitten in verschiedenen Farben. Die Hintergrundfarbe des MACD zeigt, ob der MACD steigt oder fällt. Die waagerechten Linien habe ich ausgelassen, weil wir diese nicht brauchen für unsere Überprüfung.
Dieser Chart zeigt eine Trendfortsetzung nach einer Konsolidierung von etwa zwei Tagen.
- Der Kurs befindet sich unter dem 89er Exponentiellen Durchschnitt (EMA) und die fünf Gleitenden Durchschnitte haben gute Abstände voneinander. Es gibt Anzeichen für einen eindeutigen Trend.
- Der MACD begann kurz nach der starken, abwärts gerichteten roten Kerze zu steigen. Bevor der MACD über Null stieg, fiel er und gab uns ein Short-Signal. Dieser Short-Trade brachte den Abwärtstrend am letzten Extrem vorbei.
- Betrachte die Price Action während des MACD-Pullbacks. Die Kurse befanden sich in einer engen Handelsspanne mit kleinen Kursstäben und mehreren falschen Ausbrüchen. In diesem Fall demonstrierte der MACD seine Qualität, indem er das bullische Momentum aufdeckte und uns aus dem Markt raushielt, bis das Momentum bärisch geworden war.
Verlust-Trade, Short-Trade

Dies ist ein 4-Stunden-Chart von 6J Futures (JYP/USD). Er zeigt das Ende eines lang anhaltenden Abwärtstrends.
- Dieser Pullback bzw. Rücksetzer nach oben führte weiter, als die bisherigen Pullbacks. Da der Abwärtstrend lange Zeit angedauert hatte, war dieser komplexe Pullback zu erwarten und vielleicht war er sogar notwendig für die Fortsetzung des Trends.
- Der MACD stieg, während die Kurse unter dem 89er exponentiellen Durchschnitt (EMA) blieben.
- Die Gleitenden Durchschnitte konnten den Kursen gut standhalten. Die Price Action unterstützte das Short-Signal des MACDs. Allerdings endete der Trade nicht gut.
Mit einem weiteren Stop und einem konservativen Gewinnziel wäre es vielleicht ein Gewinn-Trade geworden. Aber die bullische Kerze (drei Kursstäbe nach dem Einstieg) hätte wohl die meisten Trader ausgestoppt.
Schlussbemerkungen zur 4-Stunden MACD Forex-Trading-Strategie
Bei dieser Trading-Strategie handelt es sich um eine Momentum-Trading-Strategie wie der 5-Minuten Momo-Trade oder das Impulse System von Elder. Der MACD ist der gemeinsame Nenner für diese Trading-Strategien.
Allerdings werden die Signallinien bei der hier vorgestellten Trading-Strategie wegen der Einstellung des MACDs beseitigt. Somit ist der MACD zum Preis-Oszillator geworden.
Die fünf Gleitenden Durchschnitte sind auch zu viel für mich. Sie bieten zwar den Rahmen für Unterstützung und Widerstrand, aber sie überladen die Charts. Trotzdem ist diese Strategie effizient, was das Ermitteln von Retracement (Korrektur) Trading-Setups anbelangt. Sie bietet eine vernünftige Ausgangsbasis für das Momentum-Trading in größeren Zeitrahmen (4 Stunden und mehr).
Der Zeitrahmen von 4 Stunden (H4) ist effektiv für die Forex-Märkte, da hierbei eine Handelssitzung von 24 Stunden in 6 Kursstäbe geteilt wird. Versuch es einmal mit dem Tages-Chart, um noch mehr Freude an dieser Strategie zu haben.
In diesem Artikel haben wir uns auf die Trendfolge konzentriert. Vermeide MACD-Signale nahe oder außerhalb des letzten Extremwerts des Trends. Das ist darauf zurückzuführen, dass diese Strategie das Prinzip nutzt, wonach Momentum dem Kurs vorangeht. Befinden sich die Kurse bereits außerhalb des letzten Trend-Extremwerts, dann hat der Kurs sich bereits dem Momentum angeschlossen. Damit ist der ideale Einstiegspunkt in Bezug auf das Timing dahin.
Bedenk, dass diese Trading-Strategie weit mehr Gelegenheiten bietet als die Fortsetzungstrades, mit denen wir uns hier beschäftigt haben. Der erwähnte tausendseitige Forum-Thread bietet alles, was du brauchst, um noch mehr über diese Handelsstrategie zu erfahren.
Achte insbesondere auf den Rat von Philip Nel zum Trade-Management. Er steigt stufenweise in eine Position ein, wenn der Verluststopp (Stop-Loss) zu weit entfernt ist, um das Gesamtrisiko zu begrenzen. Das ist ein interessanter Gedanke, mit dem man sich eingehender beschäftigen kann.
Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: 4-Hour MACD Forex Trading Strategy
Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud
Fazit: der MACD gibt den Kontext, nicht den Einstieg
Der MACD misst den Abstand zweier gleitender Durchschnitte. Damit trägt er einen Trendindikator und einen Oszillator in einer Linie, und genau das macht ihn nützlich für die Einordnung des Marktes.
Anders als der MACD ist der Stochastik-Indikator auf eine feste Skala begrenzt. Er läuft zwischen 0 und 100 und beantwortet damit eine andere Frage: nicht wie stark das Momentum ist, sondern wo der Schlusskurs in der Spanne liegt. Wie sich beides zusammen liest, zeigt der Ratgeber zum Stochastik-Indikator.
Für das Timing taugt er dagegen schlecht. Seine Signale kommen verzögert, und das ist keine Frage der Einstellung, sondern der Bauart. Wer den Einstieg trotzdem auf die Kreuzung legt, kauft regelmäßig in den letzten Teil einer Bewegung hinein. Die Price Action liefert den Auslöser deutlich früher.
Praktisch heißt das zweierlei. Entweder du nutzt den MACD als Kontextgeber und timest den Einstieg am Kursstab, oder du setzt ihn im Positionstrading ein, wo die Verzögerung im Verhältnis zur Haltedauer kaum ins Gewicht fällt. Beides funktioniert, die Mischung aus beidem nicht.
Häufige Fragen zum MACD-Indikator
Was ist der MACD-Indikator?
Der MACD (Moving Average Convergence Divergence) Indikator ist ein beliebtes technisches Analysewerkzeug, das von Händlern verwendet wird, um Trendumkehrungen, Momentum-Verschiebungen und potenzielle Kauf- oder Verkaufssignale zu identifizieren.
Wie wird der MACD berechnet?
Der MACD wird berechnet, indem ein 26-Perioden Exponential Moving Average (EMA) von einem 12-Perioden EMA abgezogen wird. Eine 9-Perioden EMA, bekannt als Signallinie, wird dann auf den MACD geplottet, um als Auslöser für potenzielle Kauf- oder Verkaufssignale zu dienen.
Kann der MACD an verschiedene Handelsstrategien angepasst werden?
Ja, Händler können die Anzahl der Perioden, die in den EMAs und der Signallinie verwendet werden, anpassen, um einen kürzeren oder längeren Indikator zu erstellen, der ihren Bedürfnissen entspricht. Du kannst auch den MACD mit anderen Indikatoren und Analysewerkzeugen kombinieren, um eine Handelsstrategie zu erstellen, die zu ihrem Stil passt.
Was sind einige Einschränkungen des MACD-Indikators?
Wie alle technischen Indikatoren ist der MACD nicht fehlerfrei und sollte nicht isoliert verwendet werden, um Handelsentscheidungen zu treffen. Er sollte in Kombination mit anderen Indikatoren und Analysewerkzeugen verwendet werden, um Signale zu bestätigen und potenzielle Handelsmöglichkeiten zu identifizieren. Es ist auch wichtig, andere Faktoren wie Markttrends, Nachrichtenereignisse und Risikomanagement zu berücksichtigen, bevor auf Grundlage des MACD-Indikators allein gehandelt wird.
Kann der MACD auch in volatilen Märkten verwendet werden?
Ja, der MACD kann in volatilen Märkten verwendet werden, um potenzielle Handelsmöglichkeiten zu identifizieren. Wenn jedoch die Marktvolatilität hoch ist, können Fehlsignale häufiger auftreten, da sich der Preis schnell ändern kann. Händler sollten daher vorsichtig sein und zusätzliche Analysewerkzeuge verwenden, um Fehlsignale zu vermeiden.
Ist der MACD Indikator für alle Handelsinstrumente geeignet?
Ja, der MACD kann auf alle Arten von Handelsinstrumenten angewendet werden, einschließlich Aktien, Währungen, Rohstoffen und Kryptowährungen.
Kann der MACD als eigenständige Handelsstrategie verwendet werden?
Obwohl der MACD ein nützliches Analysewerkzeug ist, sollte er nicht als eigenständige Handelsstrategie verwendet werden. Stattdessen sollte er in Kombination mit anderen Analysewerkzeugen und einer umfassenden Handelsstrategie verwendet werden.
Über den Autor: Galen Woods
Galen Woods ist Price-Action-Daytrader und Betreiber von Trading Setups Review. Sein Schwerpunkt liegt auf Kursstab-Analyse und dem Handel ohne Indikatoren, sein Wissen gibt er im Kurs „Day Trading With Price Action” weiter.
Auf kagels-trading.de erscheinen seit Jahren über 100 seiner Beiträge in deutscher Übersetzung. Sie decken Setups, Chartformationen und Handelstechniken ab, die er an eigenen Marktbeispielen entwickelt hat.
Für dieses Thema ist er einschlägig, weil er den MACD nicht als Auslöser behandelt, sondern als Kontextgeber. Sein wiederkehrender Hinweis in diesem Artikel lautet, den Einstieg an der Price Action zu timen und den Indikator nur die Richtung vorgeben zu lassen.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.











