Bjarne Claussen, Referent des Webinars

KI für Trader – kostenloses Live-Webinar mit Bjarne

Auch für Einsteiger · Mittwoch, 14. Oktober, 19 Uhr

Trading-Psychologie erklärt und 18 hilfreiche Bücher für Trader (2026)

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2026

|

15 Min

Galen Woods

Autor

Galen Woods

Karsten Kagels

Überprüft von

Karsten Kagels

3-Tage Trading Workshop: Nebenberuflich monatliche Einnahmen generieren - kostenloses Ticket sichern >>

Anzeige

Ein Buch über Trading-Psychologie ändert nichts an der Strategie. Es ändert im besten Fall, wie du auf einen Verlust reagierst, und genau dort entscheidet sich, ob eine funktionierende Strategie auch durchgehalten wird.

Diese Seite ist deshalb zweiteilig: erst ein Schnellkurs zur Trading-Psychologie mit zehn kognitiven Verzerrungen, die Trader systematisch Geld kosten, dann 18 Bücher mit Angabe, für welchen Lesertyp jedes taugt. Dazu zwei Bonus-Kapitel zu Angst und Übertrading. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Trading-Psychologie: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Trading-Psychologie ist ein entscheidender Faktor beim Trading und kann den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen.
  • Emotionen beeinflussen Entscheidungen: Trader sind auch nur Menschen und können daher von Emotionen wie Angst, Gier oder Übermut beeinflusst werden. Diese Emotionen können die Fähigkeit beeinträchtigen, objektive Entscheidungen zu treffen.
  • Disziplin ist entscheidend: Eine der größten Herausforderungen im Trading ist, sich an einen vorher festgelegten Plan zu halten und nicht impulsiv zu handeln.
  • Verluste sind Teil des Spiels: Jeder Trader erlebt Verluste. Entscheidend ist, wie man mit diesen Verlusten umgeht. Es ist wichtig, aus Fehlern zu lernen und nicht den gleichen Fehler wieder zu machen.
  • Überheblichkeit ist gefährlich: Einige Trader werden nach einer Reihe von erfolgreichen Trades übermütig, was zu riskanteren Entscheidungen führen kann.
  • Ständiges Lernen ist notwendig: Die Märkte ändern sich ständig, und Trader müssen bereit sein, ihre Strategien und Taktiken anzupassen. Dies erfordert eine offene Geisteshaltung und die Bereitschaft, ständig dazuzulernen.
  • Stressbewältigung ist wichtig: Trading kann sehr stressig sein, insbesondere in volatilen Marktbedingungen. Es ist wichtig, Techniken zur Stressbewältigung zu entwickeln, um klar denken und handeln zu können.
  • Selbstbewusstsein ist der Schlüssel: Ein erfolgreicher Trader kennt seine Stärken und Schwächen und ist in der Lage, seine Emotionen in Schach zu halten und rational zu handeln.
  • Risikomanagement: Es ist nicht nur wichtig, Gewinnchancen zu erkennen, sondern auch Risiken richtig einzuschätzen und zu managen. Ein guter Trader setzt nicht alles auf eine Karte.
Investment Akademie: Live-Online-Seminar zum Vermögensaufbau am 20. September 2026
Investment Akademie: Live-Online-Seminar zum Vermögensaufbau am 20. September 2026

Die Kunst des Tradings zu beherrschen, erfordert Jahre an Erfahrung und eine geschulte Denkweise. In den heutigen volatilen Märkten ist mentale seelische Belastbarkeit von entscheidender Bedeutung, um Trading-Performance zu verbessern und aufrechtzuerhalten.

Für einen Trader sind Bücher über Trading-Psychologie entweder beachtenswert oder überflüssig.

Sie können beachtenswert sein, weil du vielleicht in einem davon ein Konzept findest, das dich zum erfolgreichen Trader macht. Das richtige Konzept, das deine Tradinglaufbahn verändert. Möglicherweise hast du nicht zum ersten Mal von diesem Konzept gelesen, aber es ist das erste Mal, dass es zu dir durchdringt.

Sie können überflüssig sein, wenn du dir schon darüber im Klaren bist, als Trader richtig zu denken, und dir Bücher über Trading-Psychologie deshalb wie eine Wiederholung allgemeinen Wissens erscheinen.

Trading-Psychologie ist eine zutiefst persönliche Angelegenheit. Die Entscheidung, welches der Bücher dich anspricht, bleibt dir überlassen.

Du kannst deine Psyche zwar nicht von heute auf morgen ändern, aber diese 18 Bücher zur Trading-Psychologie sind nützlich, um dich einer richtigen Geisteshaltung beim Trading näherzubringen.

Trading-Psychologie richtig verstehen: Schnellkurs

Übersicht zur Trading-Psychologie

Die Kurse stürzen ab. Der Markt ist volatil und unsicher. Viele Trader sind nun damit beschäftigt, wie sie den Markt unter derart außergewöhnlichen Bedingungen optimal nutzen können. Ich empfehle jedoch, diese Gelegenheit zu ergreifen, um die Trading-Psychologie genau unter die Lupe zu nehmen.

Kursschwankungen führen zu heftigen Emotionen in den Märkten. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, um sich die zentrale Rolle der Psychologie an den Finanzmärkten zu vergegenwärtigen. Achte darauf, nicht der Masse zu folgen oder blind auf die Volatilität zu reagieren. Nimm dir stattdessen Zeit, um über die Psychologie des Marktes und deine persönliche Einstellung zum Trading nachzudenken.

Trading Psychologie
Trading-Psychologie

Ich bin zwar kein Fachmann, was die Trading-Psychologie anbelangt, aber ich habe von vielen Gesprächen über die Geisteshaltung profitiert, welche die Handelsergebnisse bestimmt.

Deshalb werde ich das Rad für diesen Schnellkurs nicht neu erfinden. Stattdessen helfe ich dir, die riesigen Informationsquellen, die von Experten geschaffen wurden, aus der Perspektive eines privaten Traders zu durchforsten. Neben meiner Erörterung gibt es natürlich auch andere Hinweise auf die besagten Quellen. So findest du einige der hier vorgestellten Verzerrungen ebenfalls in diesem Artikel auf thebalance.com.

Also los geht’s.

Die Psychologie des Traders versus die Psychologie des Marktes

In diesem Schnellkurs werden wir uns mit zwei Aspekten der für Trader relevanten Psychologie beschäftigen:

  1. Psychologie des Traders
  1. Psychologie des Marktes

Der erste Punkt bezieht sich auf die Trading-Psychologie. Dieser Aspekt bezieht sich auf die persönliche Verpflichtung, sich selbst zu kennen und zu verbessern. Dabei geht es um:

  • den Umgang mit den eigenen Emotionen,
  • diszipliniert zu sein,
  • das Erkennen der eigenen Vorurteile und Ausrichtung und
  • den Entwurf eines Trading-Plans, der die psychologische Belastbarkeit stärkt.

Diese Faktoren helfen dir, ein besserer Trader zu werden und die Grundlage für das Verständnis der Marktpsychologie zu schaffen. Dafür werden wir die meiste Zeit verwenden.

Der zweite Aspekt bezieht sich auf die Marktpsychologie, die wir im letzten Abschnitt untersuchen werden. Dieser Bereich hilft dir bei der Analyse des Marktes.

Hierbei handelt es sich um den Fachbereich der Behavioral Finance, die sich mit der Psychologie der Trader und Anleger beschäftigt. Betrachte die Marktpsychologie als Erweiterung der Psychologie eines Traders. Kennst du die typischen Gefahren eines einzelnen Marktteilnehmers, verstehst du die Psychologie des Marktes besser.

In diesem Schnellkurs werden wir uns mit den folgenden Themen beschäftigen:

Abschnitt 1: Die Notwendigkeit einer Trading-Psychologie

Geht es beim Trading nicht um Einstiegsstrategien? Sicher, aber Risikomanagement ist ebenfalls sehr wichtig.

Aber Psychologie? Erfahrene Trader werden den Zusammenhang zwischen Psychologie und dem Handelsergebnis nicht infrage stellen. Einsteiger werden aber vielleicht nicht glauben, dass die eingehende Beschäftigung mit der Psychologie unbedingt lohnenswert ist. Es folgen einige Hinweise, um dich umzustimmen:

  1. Lies diese kurze Einführung von Investopedia, um die Bedeutung der Handelspsychologie kennenzulernen.
  2. Arbeite diesen Kurs der CME-Gruppe durch, um ein fundiertes Verständnis der Trading-Psychologie zu erlangen.
  3. Du solltest auch diesen Artikel durcharbeiten, falls du die obigen Anregungen vertiefen willst. Er bietet dir einen umfassenden Einblick in die Grundlagen der Handelspsychologie.

Abschnitt 2: Disziplin, wie du deine Emotionen während des Tradings beherrschst

Ohne die Disziplin, dich an deinen Trading-Plan zu halten, ist alles zum Scheitern verurteilt.

Aber bevor du weitergehst: Bist du dir sicher, dass du ein psychologisches oder ein Disziplin-Problem hast?

  • Du benötigst zuerst einen Handelsvorteil, um gewinnbringend zu handeln. Aber das reicht nicht aus.
  • Du musst auch deine Emotionen ausreichend beherrschen, um deinen Handelsplan ausführen zu können.

Aber verwechsle den Mangel an Disziplin (Kontrolle über die Emotionen) nicht mit dem Fehlen eines Handelsvorteils.

  • Dieser Artikel aus dem Blog von Optimus Futures nimmt einen zwar ungewöhnlichen, aber doch ehrlichen Standpunkt in Bezug auf die Trading-Disziplin ein. Er preist die Psychologie nicht als Allheilmittel an, sondern macht auf den Mangel an Kontrolle als Symptom für mangelndes Marktverständnis aufmerksam.
  • In ähnlicher Weise weist Dr. Brett Steenbarger auch auf eine verborgene Ursache für Probleme der Handelspsychologie hin:

…sie schränken den Lernprozess ein und werden nie wirklich einen neuen Vorteil an den Märkten, an denen sie handeln, verinnerlichen.

. Dr. Brett Steenbarger

Der entscheidende Punkt dabei ist, dass du zuerst deinen Handelsvorteil fest im Blick haben musst. Das ist nämlich die unabdingbare Voraussetzung. Keine psychologische Empfehlung hilft dir, wenn du dir deines Handelsvorteils nicht sicher bist.

Aber wie kann man das nötige Vertrauen aufbauen?

Vertrauen in deine technischen Fähigkeiten entwickeln

  • Die beste Möglichkeit, Vertrauen in deinen Handelsplan zu gewinnen, besteht darin, ihn umzusetzen.
  • Aber ohne begründetes Vertrauen solltest du nicht mit dem Handel beginnen.

Wie entkommen wir diesem Dilemma? Die Antwort lautet Paper Trading.

Einige Trader begegnen dem Paper Trading mit Geringschätzung, weil sie denken, dass es sich dabei um eine schlechte Kopie gegenüber der realen Erfahrung in Echtzeit handelt. Ja, tatsächlich gibt es durchaus Unterschiede zwischen dem Paper Trading und dem Trading in Echtzeit.

  • Diese Diskrepanz kannst du jedoch verringern, indem du dich an die in diesem Artikel genannten Regeln hältst.
  • Nachdem du dich mit den Grundregeln des realitätsnahen Paper Tradings vertraut gemacht hast, wähl hier eine Simulationsplattform aus und beginn, deine technischen Trading-Fähigkeiten zu optimieren.
  • Wenn du nach wiederholten Versuchen keine Konstanz beim Paper Trading erreichst, könnte deine Persönlichkeit mit deinem Handelsplan unvereinbar sein. Arbeite diese kurze Übung durch, um mehr über deine Handelspersönlichkeit zu erfahren. Überleg dann, ob andere Handelsansätze besser für dich geeignet sind.

Sobald du dir sicher bist, dass du über eine Gewinnstrategie verfügst und nur noch durch psychologische Probleme blockiert wirst, fahr folgendermaßen fort:

Kontrollier dein Risiko

Wenn du das Risiko wirklich akzeptierst, findest du mit jedem Ergebnis deinen Frieden.

Mark Douglas

Übermäßige Hebelwirkung zu nutzen und zu viel zu riskieren, ist der sicherste Weg, deine Emotionen auf den Plan zu rufen. Es gibt keinen Grund dafür, das Risiko zu vernachlässigen. Indem du dein Risiko begrenzt, schützt du sowohl dein finanzielles als auch dein emotionales Potenzial.

Üb dich in Geduld

Ein geduldiger Trader ist ein disziplinierter Trader. Falls du deine Einstellung und Denkweise zum Trading verbessern willst, besteht der entscheidende erste Schritt darin, dass du lernst, geduldig zu sein.

  • Lies diesen Artikel durch, um zu verstehen, dass sich die Geduld auf die Handelsdisziplin auswirkt.
  • Geh dieses Interview von Jack Schwager durch. Schwager hebt hervor, dass Nichtstun die Geduld eines Heiligen erfordert.
  • Diese Anleitung führt dich durch die Schritte, die du unternehmen solltest, um ein geduldigerer Trader zu werden.

Abschnitt 3: Der Umgang mit extremen Auswirkungen

Bei extremen Ereignissen ist deine Handelspsychologie von entscheidender Bedeutung. Im Folgenden werden wir uns die beiden extremen Bedingungen für Trader anschauen: nämlich Verlieren und Gewinnen.

Trading Psychologie: extreme Bedingungen für Trader
Extreme Bedingungen für Trader

Verlustphase

Jeder Trader erlebt irgendwann eine Serie von Verlusten. Manche Trader geraten in eine Abwärtsspirale, während sich andere aufgrund einer neuen Einstellung wieder erholen. Bereite dich auf solche Phasen vor, um deine Chancen zu erhöhen, zur zweiten Gruppe zu gehören.

  • Diesen Artikel habe ich geschrieben, nachdem ich darüber nachgedacht hatte, wie ich mit aufeinanderfolgenden Verlusten umgegangen bin und mich von ihnen erholt habe.
  • Schau dir die zweite Abbildung in diesem kurzen Artikel von Seeking Alpha an, in dem es darum geht, dem Teufelskreis einer Verlustphase zu entkommen. Diese Abbildung zeigt, wie deine Gedanken, Emotionen und Handlungen zusammenhängen.
  • In diesem kurzen und anschaulichen Video spricht Mike Bellafiore (Mitbegründer von SMB Capital) über die Überwindung eines schmerzhaften Verlust-Trades, indem er die 1-Stunden-Regel anwendet. Dabei handelt es sich um eine einfache, aber wirkungsvolle Regel.

Gewinnphase

Gewinnphasen sind einfacher zu handhaben. Allerdings kommt es häufig vor, dass Trader es versäumen, ihren Kopf auf den Erfolg vorzubereiten. Daher können sich Gewinnphasen ggf. als wesentlich gefährlicher erweisen, als aufeinanderfolgende Verluste.

  • Im Lotto zu gewinnen, ist nicht gerade dasselbe wie gewinnbringend zu traden, vorausgesetzt, du hast einen guten Trading-Plan. Aber diese Geschichten von Lottogewinnern, die bankrott endeten, weisen deutlich auf die Notwendigkeit hin, den Erfolg zu planen und zwar sowohl in finanzieller als auch in emotionaler Hinsicht.
  • Überheblichkeit und Selbstüberschätzung wurde schon vielen Trading-Legenden zum Verhängnis. Sie wurden überheblich und arrogant und stürzten ab. Lern den Unterschied zwischen Selbstbewusstsein und Hybris zu erkennen.
  • Wenn du dir darüber im Klaren bist, dass dir der Erfolg zu Kopf steigen kann, hast du bereits die Nase vorn. Dieser Artikel bietet dir einige weitere Hinweise darauf, was du unternehmen solltest, nachdem du erfolgreich geworden bist.

Abschnitt 4: Häufige Stolpersteine

Es folgen einige grundlegende psychologische Stolpersteine, denen du begegnen wirst. Je früher du diese Hindernisse erkennst, desto rascher überwindest du sie. Geh also die folgende Liste durch und mach dich mit diesen Hürden vertraut.

Tradingpsychologie Stolpersteine
Trading Psychologie Stolpersteinge

Mangelnde Anpassung der Betrachtungsweisen

Viele erfolgreiche Experten aus anderen Bereichen empfinden Trading als eine Herausforderung. Das liegt daran, dass erfolgreiches Handeln erhebliche Anpassungen in deiner Einstellung und Denkweise erfordert.

Trading ist eine Herausforderung, die sich vor allem dadurch unterscheidet, dass man sein Ego beiseite lassen muss und in Wahrscheinlichkeiten denkt. Das sind keinesfalls geringe Leistungen, zumal dein hart verdientes Geld dabei auf dem Spiel steht.

  • Sieh dir dieses Interview mit Mark Douglas zu „Mind over Market“ an. Er hat großartige Arbeit bei der Erforschung der wahrscheinlichkeitsbezogenen Natur von Märkten geleistet.
  • Mit seinem Buch „Fooled by Randomness“ brachte Nassim Taleb die Diskussion über den Zufall von der akademischen Welt auf eine Bestsellerliste. James Clear bietet hierzu eine ausgezeichnete Zusammenfassung. Es sollte dir nicht schwerfallen, die erörterten Punkte mit deiner Handelserfahrung in Beziehung zu bringen.
  • Rück ab von deinem Bestreben, dein Selbstbild bewahren zu wollen. Lies diesen Artikel der Trading-Psychologin Rande Howell.

Auf der Jagd nach dem Heiligen Gral

Perfektion ist der Feind des Guten.

Voltaire

Jeder Trader geht irgendwann auf diese Jagd. Manche hören nie damit auf.

Das Unvermögen, kognitive Verzerrungen zu erkennen

Wir sind voreingenommen. Allerdings merken wir dies meistens nicht einmal. Geh diese Liste kognitiver Vorurteile durch und entdeck sie in deinem Trading-Verhalten.

Die Herausforderung kleiner Konten

Mit kleinen Konten kann man kein großes Geld verdienen. Diese Tatsache wird von zu vielen privaten Tradern ignoriert und so ruinieren sie letztlich ihre Konten. In diesem Artikel findest du einige Tipps zum Umgang mit kleinen Konten.

Lesetipp: Mehr über Sentix.de erfahren

Abschnitt 5: Konkrete Schritte zur Stärkung deines Geistes

In den vorherigen Abschnitten lag unser Schwerpunkt auf dem Verständnis der richtigen Trading-Einstellung. In diesem Abschnitt lernst du konkrete Schritte kennen, die du unternehmen kannst, um deine Trading-Psychologie zu optimieren.

Trading Psychologie durch Training verbessern
Trading Psychologie Training

Dokumentier deine Trades

Ein deutlicher Nachteil für Trader, die sich entwickeln wollen, besteht in der Rationalisierung. Diese ist ein erheblicher Nachteil für Trader, die sich weiterentwickeln wollen. Und deren heimtückische Natur macht sie umso gefährlicher.

  • Um der Rationalisierung entgegenzuwirken, ist es unerlässlich, alle Handelsaktivitäten genau zu dokumentieren. Die entsprechende Anleitung für das Trading-Protokoll führt dich durch den Prozess der Berichterstattung. Sie erleichtert auch die Analyse nach dem Trade, um deine Trading-Einschätzungen zu begründen. Klick hier für eine Zusammenstellung der besten Software-Produkte für Trading-Berichte.
  • Für einen privaten Trader kann das Aufzeichnen von Trading-Protokollen eine Herausforderung sein. In dieser Anleitung findest du eine Übersicht über die besten Methoden.

Meditation

Der erste Schritt zur Verbesserung deiner Handelspsychologie besteht darin, dir der möglichen Gründe dafür bewusst zu werden, was in deinen Gedanken schieflaufen könnte.

  • Achtsamkeit ist ein wirksames Mittel für die Weiterentwicklung deines Bewusstseins. Lies hierfür diesen Artikel von Dr. Gary Dayton (Autor von „Trade Mindfully“).
  • Probier zu Beginn Headspace, eine App für eine geführte Meditation. Du musst dich nicht für das kostenpflichtige Abonnement anmelden. Selbst die kostenlose Basis-Version bietet viele Übungen für Einsteiger.

Schlechte Gewohnheiten überwinden und die Konsequenz verbessern

Sich seiner Emotionen und Vorurteile bewusst zu werden, ist der erste Schritt zur Verbesserung der eigenen Handelsfähigkeit. Das bedeutet, dass du jetzt deine schlechten Gewohnheiten erkennen kannst. Das nächste Hindernis ist deine Frustration über deine Unfähigkeit, schlechte Gewohnheiten abzulegen.

  • In diesem Artikel geht Dr. Brett Steenbarger auf schlechte Handelsgewohnheiten ein, indem er folgende Betrachtungen anstellt:

Der Kerngedanke ist, dass Problemmuster oft Mittel zur Befriedigung von Bedürfnissen darstellen, die leider ihre entsprechenden Konsequenzen haben.

  • Wähl eine destruktive Handelsgewohnheit aus, die du überwinden willst. Lies dann diesen Leitfaden und arbeite ihn durch.
  • Beschäftige dich mit dieser Liste, um an deiner langfristigen Konsequenz zu arbeiten.

Abschnitt 6: Empfohlene Hilfsmittel der Trading-Psychologie

Du solltest dir einige Bücher über Handelspsychologie zu Gemüte führen, um tiefer in die Denkweise des Tradings einzutauchen. Es gibt zwei Arten von Büchern, die diesbezüglich relevant sind:

  • Bücher, die sich, als praktischer Ratgeber, speziell mit Aspekten der Trading-Psychologie befassen und
  • Bücher, die sich auf die wichtigsten Trader konzentrieren, um aus ihren Erfahrungen zu lernen.

Die Psychologie des Tradings

Diese Übersicht führt die wichtigsten Bücher zur Handelspsychologie zusammen. Wenn du jedoch einige punktuelle Empfehlungen bevorzugst, dann solltest du die folgenden Bücher lesen:

Interviews mit Tradern

Erscheinen dir die obigen Bücher für dein Weiterkommen zu trocken, gefallen dir die folgenden vielleicht besser.

Market Wizards

Diese Bücher enthalten interessante Interviews mit oder Biografien von privaten Tradern und institutionellen Händlern mit jeweils unterschiedlichen Handelsstilen.

Diese Bücher erläutern dieselben Kerngedanken aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Sobald du die Lektionen verinnerlicht hast, wirst du feststellen, dass es sich um Wiederholungen handelt. Aber jedem Menschen entspricht ein anderer Kommunikationsstil. Daher ist es von unschätzbarem Wert, die Perspektive zu finden, die einem liegt und den sogenannten Aha-Effekt auslöst.

Abgesehen von Bücher

  • Und bevor du weiterliest, solltest du unbedingt den Blog von Dr. Brett Steenbarger zu deinem RSS-Feed (RSS = Really Simple Syndication = wirklich einfache Verbreitung) hinzufügen. Er liefert dir einen unschätzbaren Fundus an Ideen von einem renommierten Handelspsychologen. Der RSS-Feed ist eine Technologie, die es ermöglicht, eine bestimmte Website zu abonnieren.

Abschnitt 7: Marktpsychologie

Im letzten Abschnitt werden wir uns mit der kollektiven Psychologie des Marktes beschäftigen.

Nachdem du dich mit deinen eigenen Emotionen und Vorurteilen auseinandergesetzt hast, erkennst du, dass du kein objektiver und emotionsloser Marktteilnehmer bist. Und natürlich bist du damit nicht allein.

  • Der Markt setzt sich aus verschiedenen Anlegern und Tradern zusammen, von denen jeder seine eigenen Vorurteile aufweist. Diese Tatsache steht im Widerspruch zur sogenannten Effizienzmarkthypothese, die davon ausgeht, dass die Fundamentaldaten die Kurse/Preise bestimmen. Im Gegensatz dazu postuliert die Behavioral Finance, dass dafür hauptsächlich die Psychologie der Marktteilnehmer verantwortlich ist.
  • Der Versuch, den Markt mit seinen irrationalen Teilnehmern zu versöhnen, brachte den Bereich der Behavioral Finance hervor. Diese akademische Abhandlung ermöglicht einen Einblick in dieses spannende Wissenschaftsgebiet.
Zyklus der Emotionen von Gavin on Flickr - Tradingpsychologie
Zyklus der Emotionen von Gavin on Flickr

Über eine Einführung in die Marktpsychologie hinauszugehen, würde den Rahmen dieses Schnellkurses sprengen. Aber es ist einfach, vertiefende Informationen zu finden, wenn du daran interessiert bist. Ich empfehle dir folgende Bücher:

Wenn du dich für dieses Wissensgebiet interessierst, solltest du diesen Kurs über Behavioral Finance in Betracht ziehen, der von der Duke University in Coursera angeboten wird.

Über diesen Schnellkurs hinaus

Ein ganzheitlicher Ansatz zur Beherrschung der Handelspychologie erfordert folgendes:

  1. Dass man sich seiner Emotionen und Vorurteile bewusst ist,
  2. Handelserfahrung und
  3. dass man seine Gefühle und Handlungen beim Eingehen finanzieller Risiken beobachtet und reflektiert.

Dieser Schnellkurs soll dir bei Punkt 1 helfen. Da du diesen Kurs nun abgeschlossen hast, bist du bereit, praktische Erfahrungen zu sammeln.

  • Denk beim Traden an die Anregungen, die du hier erhalten hast.
  • Beschäftige dich erneut mit den oben genannten Informationen, wann immer du eine Wiederholung brauchst oder deinen Blickwinkel erweitern willst.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: Trading Psychology Crash Course

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Trading-Psychologie: 10 kognitive Verzerrungen, die einen Trader plagen

Trader sind Menschen und als Menschen unterliegen sie Wahrnehmungsverzerrungen. Kognitiv voreingenommen zu sein, ist nicht schlimm, aber es ist ein Hindernis für dein Ziel, erfolgreich zu traden.

Leider wirst du deine kognitiven Verzerrungen nie ganz überwinden. Glücklicherweise gibt es einen Ausweg, denn sobald du dir deiner kognitiven Verzerrungen bewusst wirst, kannst du ihre Auswirkungen reduzieren und hast damit bessere Aussichten, ein erfolgreicher Trader zu werden.

Wenn du dich in Bezug auf das Thema der Wahrnehmungsverzerrungen kundig machst, wirst du zahlreiche kognitive Voreingenommenheiten finden. Du wirst dann auch herausfinden, dass viele davon in Verbindung zueinander stehen oder nur geringfügige Abweichungen voneinander darstellen. Dies lässt erkennen, dass unser Gehirn keinesfalls einfach zu ergründen ist.

Wenn du mehr über kognitive Verzerrungen erfahren willst, kannst du dich hier über die Liste kognitiver Verzerrungen informieren.

Es folgen zehn kognitive Verzerrungen, die jeden technischen Trader betreffen können.

1. Der Ankereffekt (oder Ankerheuristik)

Definition

Ankereffekt bei Tradern
Ankereffekt bei Trader

Eine vorgegebene Bezugsgröße, die man „Anker“ nennt, beeinflusst unbewusst unsere Einschätzungen. Die erste Information wirkt sich somit deutlich auf die folgenden Entscheidungen aus, da dieser „Anker“ übergewichtet wird, ohne dass dieser Einfluss bewusst wird.

Wer oder was bietet uns als technische Trader am meisten Information? Natürlich der Markt. Der Markt versorgt uns mit neuen Informationen. Jeder Tick, der sich entwickelt, enthält Information. Wir müssen die aktuellen Daten analysieren. Üben jedoch die ersten Informationswerte (= Anker) einen entscheidenden Einfluss auf uns aus?

Am Beispiel eines Traders

Eine Handelssitzung beginnt zum Beispiel mit einem starken Aufwärtsschub. Du wirst davon überzeugt, dass die Handelssitzung einem bullischen Trend-Tag entspricht. Im Grunde hat uns die erste Information vom „starken Aufwärtsschub“, die wir flüchtig wahrgenommen haben, massiv beeinflusst.

Obwohl der Markt klare Anzeichen für eine Erschöpfung aufweist, hältst du daran fest, dass er bullisch ist. Als die Handelssitzung beendet ist, wird dir bewusst, dass du den ganzen Tag (und dein Trading-Kapital) damit verbracht hast, gegen den Markt zu kämpfen. Tatsache ist: Du bist durch den ersten Aufwärtsschub beeinflusst worden.

Lektion für die Praxis

Die Lektion besteht in der Warnung vor Sturheit. Erkenn, was dir der Markt jetzt sagt.

In der Praxis geht es darum, einen Mittelweg zu finden. Das liegt daran, dass die technische Analyse einen regelmäßigen zeitlichen Rückblick erfordert, um Unterstützung und Widerstand festzustellen, denn beide gestalten den aktuellen Markt. So betrachtet, ist es notwendig, dass wir uns sozusagen in der bisherigen Information verankern.

Trotzdem müssen wir die neuen Beobachtungen ständig im Auge behalten, um den Fluss des Marktes zu verfolgen. Um diese subtile Gratwanderung zu vollziehen, sind die historischen Daten zu beachten, ohne an den historischen Schlussfolgerungen festzuhalten.

2. Rezenzeffekt (Regency Bias)

Definition

Später aufgenommene Informationen haben einen größeren Einfluss, als früher aufgenommene Informationen. Der Rezenzeffekt bezieht sich vor allem auf das Kurzzeitgedächtnis und daher weisen die erst kürzlich aufgenommenen Informationen eine stärkere Gewichtung auf, als früher aufgenommene Informationen.

Am Beispiel eines Traders

Im Markt kann sich diese kognitive Verzerrung im größeren Lerneffekt aufgrund kürzlich erfolgter Verluste äußern. Kürzlich erfolgte Verluste üben einen größeren Einfluss auf uns aus. Wenn wir also versuchen, unsere Trading-Ergebnisse zu verbessern, vermeiden wir Trades, die uns an unsere kürzlich erlittenen Verluste erinnern.

Du hast zum Beispiel aufgrund von drei kürzlich getätigten Pullback-Trades Geld im Rahmen eines starken Trends verloren. Folglich hast du dein Trading danach auf Ausbrüche aus Konsolidierungen umgestellt. Aufgrund deiner letzten Erfahrung hast du jedoch übersehen, dass ein Großteil deiner Gewinne auf Pullback-Trades zurückging. Durch den Wechsel zu Ausbrüchen aus Konsolidierungen hast du vielleicht einen wichtigen Vorteil deines Trading-Stils aufgegeben.

Lektion für die Praxis

Lern nicht aus kürzlich erfolgten Erfahrungen. Lern über einen längeren Zeitraum aus deinen Trading-Ergebnissen.

Deine Trades nachzuprüfen und aus ihnen zu lernen, ist wichtig. In der Praxis sollten wir sie jedoch nicht allzu oft prüfen und Rückschlüsse ziehen. Wir sollten darauf achten, dass wir eine größere Stichprobe von Trades über einen längeren Zeitraum vorzuweisen haben, bevor wir sinnvolle Rückschlüsse ziehen.

3. Bestätigungsfehler (Confirmation Bias)

Definition

Wir mögen Leute oder Informationen nicht, die unseren Gedanken widersprechen. Wir lieben sie, wenn sie bestätigen, was wir denken. Deshalb neigen wir dazu, den Informationen ein größeres Gewicht zuzuordnen, die unsere Meinung bestätigen.

Dies ist eine tückische kognitive Verzerrung. Indem wir Dingen mehr Gewicht verleihen, die unsere Gedanken bestätigen, werden wir selbstsicherer. Demzufolge sind wir uns der Tatsache weniger bewusst, dass wir vom sogenannten Bestätigungsfehler beeinflusst werden. Dies führt in einen Teufelskreis, der in Selbsttäuschung mündet.

Am Beispiel eines Traders

Du glaubst, dass eine Long-Position günstig für den Markt ist, und willst kaufen.

Es entwickelt sich ein neuer bullischer Kursstab auf dem Chart. Ja, meine bullische Einschätzung ist richtig. Du hast aber nicht bemerkt, dass der bullische Kursstab eine kleine Kursspanne aufweist.

Es entwickelt sich ein bärischer Kursstab. Ja, diesem Kursstab mangelt es an Momentum. Der Markt ist noch immer bullisch. Du hast aber nicht bemerkt, dass dieser Kursstab zwar eine kleine Kursspanne aufweist. Die Kursspanne war jedoch größer als die des vorhergehenden bärischen Kursstabes.

Ein bärischerer Kursstab folgte und stieß gegen einen Unterstützungsbereich. Ja, der Unterstützungsbereich hält. Die bullische Tendenz wurde bestätigt. Kaufen! Du hast aber nicht bemerkt, dass dieser Kursstab mit deutlichem Momentum unter dem Unterstützungsbereich geschlossen hat.

Weil wir nach Bestätigung suchen, verlieren wir den Blick für das, was der Markt uns zeigt.

Lektion für die Praxis

Wenn du glaubst, dass alles deine Markteinschätzung bestätigt, dann denk noch einmal nach. In der Praxis solltest du nach Gründen suchen, die gegen diesen Trade sprechen, und nicht dafür.

Im Zweifelsfall solltest du dich selbst fragen, welche Art der Marktentwicklung oder Price Action gegen deine Sichtweise sprechen könnte. Wenn du diese Frage nicht beantworten kannst, bist du vom Bestätigungsfehler betroffen.

4. Nach-Kauf-Rationalisierung (Post-Purchase Rationalisation)

Definition

Nachdem wir etwas gekauft haben, neigen wir dazu, zu rationalisieren und nachzuweisen, dass unser Kauf richtig war.

Diese kognitive Verzerrung gilt insbesondere für teure Produkte. Das liegt vor allem daran, dass wir dazu neigen, viel Zeit und Mühe aufzuwenden, bevor wir uns für eine teure Anschaffung entscheiden. Darum wollen wir nicht zugeben, dass der Kauf aufgrund einer schlechten bzw. eingeschränkten Urteilsfähigkeit erfolgt ist.

Der häufigste Kauf eines Traders besteht darin, eine Position im Markt einzugehen.

Am Beispiel eines Traders

Du hast geduldig gewartet und aufmerksam beobachtet. Du hast es unterlassen, suboptimale Trades einzugehen, und stattdessen auf den einen guten Trade gewartet, der dir Freude machen würde. Der Trade kam, und du hast ihn ohne Zögern angenommen. Damit hast du die Kennzeichen eines großartigen Traders bewiesen: geduldig, abwartend, urteilsfähig und entschlossen.

Aber nachdem du die Position bezogen hattest, schlich sich Nach-Kauf-Rationalisierung ein.

Wegen all der Mühe, die du aufgewendet hattest, um diesen guten Trade ausfindig zu machen, hast du dich geweigert zu akzeptieren, dass es ein Verlusttrade werden könnte. Dementsprechend hast du rationalisiert, dass die Position trotz mehrerer Warnhinweise gut sei. Dadurch hast du die Chance vertan, mit einem kleinen Gewinn auszusteigen.

Es kam zum Kurssturz, so dass aus einem kleinen Gewinn ein großer Verlust wurde.

Lektion für die Praxis

Versuch nicht, deinen Trade zu rationalisieren, während du in der Position bist. Du solltest deinen Trade bereits begründen können, bevor du einsteigst.

5. Mitläufereffekt (Bandwagon Effect)

Definition

Wir tun etwas, weil es alle anderen tun, selbst dann, wenn es keine gewichtigen Gründe für dieses Verhalten gibt.

Der Mitläufereffekt ist darüber hinaus von weitreichender Bedeutung. Beispielsweise ist ausreichend wissenschaftlich belegt, dass Wahlprognosen einen entscheidenden Einfluss auf das Wählerverhalten haben, und zwar deshalb, weil Wähler die Gewinnerseite bevorzugen. Das Wählerverhalten lässt sich also durch die Veröffentlichung von Wahlprognosen massiv beeinflussen. In der politischen Soziologie wird dieser Effekt als politischer Herdentrieb bezeichnet.

Mitläufereffekt Trading
Mitläufereffekt Trading

Am Beispiel eines Traders

Du hast gehört, dass alle sagen, der Bullenmarkt würde bald zu Ende gehen. Die Nachrichten, die Gurus und Foren überschlagen sich geradezu in negativen Einschätzungen.

Du betrachtest deine Charts mithilfe deiner technischen Hilfsmittel und kannst keine bärischen Anzeichen erkennen. Du schaust dir weitere Charts an und stellst einige bullische Hinweise fest.

Weil jedoch alle sagten, dass sich der Bullenmarkt dem Ende zuneige, verkaufst du deine gesamten Long-Positionen.

Die weitere Entwickung des Marktes spielt jetzt keine Rolle, ob die Kurse nun weiterhin steigen oder fallen. Du bist bereits der Versuchung des Mitläufereffekts erlegen, weil du der Herde gefolgt bist und nicht deiner eigenen Analyse.

Lektion für die Praxis

Die besten Trader sind oft allein, weil sie auf ihre eigene Analyse hören und die Meinungen der breiten Masse ignorieren. Vielleicht meinst du, dass du dem Mitläufereffekt entgehen kannst, indem du die entgegengesetzte Denkweise annimmst und dich immer gegen die Herde ausrichtest. Das ist aber nicht der Fall.

Die breite Masse mag recht oder unrecht haben. Aber du irrst dich auf jeden Fall, wenn du glaubst, dass etwas einfach deshalb wahr ist, weil es jeder sagt.

Ich finde, dass man den „Festwagen“ oder (= eng. „Bandwagon“, deutsch auch „Musikantenwagen“) am besten umgehen kann, indem man sich so weit von ihm entfernt hält, dass man nicht auf ihn aufspringen kann. Aus diesem Grund lese ich nie Marktkommentare und höre mir auch nie Marktnachrichten an, wenn ich trade.

6. Verlustaversion (Loss-Aversion)

Definition

Hier geht es darum, dass Verluste höher gewichtet werden als Gewinne. Wir wollen nicht zu den Verlierern gehören. Wir wollen lieber weniger gewinnen, als zu verlieren.

Am Beispiel eines Traders

  1. Du befindest dich in einer Long-Position.
  2. Die Kurse steigen.
  3. Du verschiebst deinen Verluststopp rasch an die Gewinnschwelle.

Warte kurz. Warum machst du das? Liegt es daran, dass die Price Action eine bärische Tendenz aufweist? Oder liegt es lediglich daran, dass du nicht verlieren willst?

Trifft Letzteres zu, bist du der Verlustaversion anheimgefallen. Du gibst den Trade lieber auf, anstatt im Markt zu bleiben und dich der voraussichtlichen Gewinne zu erfreuen.

Lektion für die Praxis

Verluste auf andere Weise zu betrachten, ist für einen Trader unerlässlich. Sie sind lediglich die Kosten, um das Geschäft zu betreiben. Das ist so wie die Bezahlung deiner Lieferanten für Waren, bevor du sie verkaufst. Ein Trader, der keine Verlust-Trades haben möchte, ist ebenso lächerlich, wie ein Einzelhändler, der keine Waren kaufen möchte. Ganz zu schweigen vom Direktversand durch den Großhändler. Wenn das dein Wunsch ist, dann solltest du Broker sein und nicht Trader.

Hör damit auf, Stopps an der Gewinnschwelle zu platzieren. Das tut dir gut, wirklich. Aber in Anbetracht der Rahmenbedingungen des Marktes ist es oft nicht das richtige Vorgehen.

7. Attributionsfehler

Definition

Unser Verhalten schreiben wir mehr äußeren Einflüssen zu, während wir das Verhalten anderer Personen eher deren Charaktereigenschaften zuschreiben. Wenn etwas gut läuft, schreibe ich es mir selbst zu. Wenn etwas nicht gut läuft, liegt es bestimmt nicht an mir.

Am Beispiel eines Traders

Nach einem tollen Trade mit einem schönen Gewinn fühlst du dich wie ein Genie und denkst, dass es deine Fähigkeiten sind, die das möglich gemacht haben. Nach einem Verlust-Trade schreibst du deinem Broker, deinem Computer und deinem Stuhl die Schuld zu.

Lektion für die Praxis

Rechne dir die richtigen Dinge als Verdienst an. Du kannst es dir als Verdienst anrechnen, wenn du dich an deine Regeln hältst, aber nicht deine lukrativen Trades. Du kannst deine Lorbeeren dafür einheimsen, dass du über eine große Stichprobe hinweg beständige Gewinne erzielt hast, aber nicht für einen einzigen Gewinn-Trade.

Übernimm die Verantwortung für alles, auch für deine Verluste. Als unabhängiger Trader schiebst du die Schuld nicht auf andere, weil das deinem Fortschritt nicht förderlich ist. Übernimm die Verantwortung, um herauszufinden, was schiefgelaufen ist, und unternimm, was nötig ist, um dich zu verbessern.

8. Kontrollillusion (Illusion of Control)

Definition

Bei der Kontrollillusion wird fälschlicherweise angenommen, dass zufällige Ereignisse durch eigenes Verhalten kontrollierbar sind. Diese kognitive Verzerrung lässt uns also glauben, dass wir Ereignisse kontrollieren können, obwohl es in Wirklichkeit nicht zutrifft.

Am Beispiel eines Traders

Du nimmst an, dass du die Kontrolle darüber hast, ob dein nächster Trade ein Gewinn-Trade ist. Alles ist kontrollierbar. Du wirst mit dem nächsten Trade einen Gewinn erzielen, weil alles kontrollierbar ist.

Zu glauben, dass du das Ergebnis des nächsten Trades kontrollieren kannst, entspricht der gleichen Denkweise, als würdest du annehmen, dass du den Markt kontrollieren kannst. Das kannst du mit Sicherheit nicht.

Lektion für die Praxis

Die Kontrollillusion ist äußerst wichtig für Trader. Hierzu empfehle ich dir den Artikel: Was Trader von einem Schweizer Philosophen lernen können.

Zu erkennen, dass wir keine Kontrolle über den Markt haben, stellt den ersten Schritt dar, um das Risiko handhaben zu können. Such nicht nach Sicherheit und Kontrolle. Streb an, dich in unsicheren Situationen jenseits unserer Kontrolle wohlzufühlen. Konzentrier dich deshalb auf das, was wir kontrollieren können: unsere Handlungen und unsere Emotionen. Stell die Verbesserung deiner Disziplin in den Mittelpunkt.

9. Rückschaufehler (Hindsight Bias)

Definition

„Ja, ich wusste es die ganze Zeit.“, Nein, das stimmt nicht! Bei dieser kognitiven Verzerrung geht es um die verfälschte Erinnerung an eigene Vorhersagen.

Rückschaufehler im Trading
Rückschaufehler im Trading

Am Beispiel eines Traders

Du betrachtest einen historischen Chart und fängst an, die Chart-Formationen zu erklären, die zum Bullenmarkt führten. Es hört sich vernünftig an. Du überzeugst dich selbst, dass es vernünftig ist und dass du den nächsten Bullenmarkt erwischen wirst. Als der nächste Bullenmarkt eintrifft, hast du es nicht einmal bemerkt.

Lektion für die Praxis

Der Rückschaufehler ist schwer zu überwinden. Am besten können wir ihm begegnen, wenn wir hervorragende Berichte über unsere Trading-Aktivitäten anfertigen. Ich empfehle dir folgenden Artikel: Wie man Trading-Protokolle als Price Action Trader führt.

10. Verzerrung „Blinder Fleck“ (Bias Blind Spot)

Definition

Bei dieser kognitiven Verzerrung neigt man dazu, die eigene Verzerrung zu verleugnen. Du siehst, dass andere Leute dem Einfluss der Verzerrung erliegen, bemerkst aber deine eigenen Verzerrungen nicht.

Am Beispiel eines Traders

Nachdem du einen Artikel über kognitive Verzerrungen (wie diesen, den du gerade liest) gelesen hast, beobachtest du deinen Freund beim Traden.

Du denkst dir, dass es falsch ist, wie er handelt. Das ist die Verlustaversion, denkst du. Oh, er war wieder kognitiv verzerrt, indem er aus dem Trade ausgestiegen ist.

Aller Wahrscheinlichkeit nach findest du weniger verzerrte Entscheidungen, wenn du deine eigenen Trading-Entscheidungen nachprüfst. Das liegt daran, dass du von der Verzerrung des blinden Flecks betroffen bist.

Lektion für die Praxis

Um deine eigenen kognitiven Verzerrungen ausfindig zu machen, solltest du die Meinung von jemand anderem hinzuziehen. Wir haben alle blinde Flecken, wenn wir uns selbst betrachten.

Diese letzte kognitive Verzerrung soll dich anregen, über diesen Artikel hinauszudenken. Ich muss mir auch selbst vergegenwärtigen, dass ich mir vielleicht auch nicht meiner eigenen kognitiven Verzerrungen bewusst bin, obwohl ich diese bei anderen aufzeigen kann.

Trading-Psychologie: Die Wahrnehmung der kognitiven Verzerrungen ist hilfreich

Sobald wir diese kognitiven Verzerrungen bei uns selbst wahrnehmen, haben wir bessere Chancen, sie in unserem Trading zu überwinden.

Kognitive Verzerrungen äußern sich auf vielfältige Weise, und zwar in unserem Leben und im Verhalten beim Trading. Um wirksam damit umzugehen, müssen wir auch in unserem täglichen Leben auf diese Verzerrungen achten. Das beste Buch zu diesem Thema ist: „Schnelles Denken, langsames Denken“ von Daniel Kahneman.

Beachte, dass diese Liste der kognitiven Verzerrungen nicht vollständig ist. Es gibt noch viele andere Verzerrungen. Fühl dich davon nicht überfordert. Es ist nicht die Aufgabe eines Traders, jede kognitive Verzerrung benennen zu können. Unsere Aufgabe ist es, unsere Entscheidungen durch eine solide, stimmige Analyse zu begründen und jeweils die Auswirkung einer kognitiven Verzerrung zu reduzieren.

Versuch nicht, dich vollständig von kognitiven Verzerrungen zu befreien. Erstens, weil das nicht möglich ist und zweitens, weil es nicht erforderlich ist. Unser Ziel ist es, die Auswirkungen der kognitiven Verzerrungen auf unsere Trading-Aktivitäten zu reduzieren, um im Markt erfolgreich zu werden bzw. zu bleiben.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: 10 Cognitive Biases That Plague A Trader

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Ein Lehrstück für gleich mehrere dieser Verzerrungen ist das Internet-Meme um Jim Cramer. Warum sich die Wette gegen den CNBC-Moderator trotzdem nicht auszahlt, erklärt unser Beitrag zur Inverse-Cramer-Strategie im Datencheck.

Trading-Psychologie Bücher, das Wichtigste vorweg

  • Einige renommierte Autoren im Bereich Handelspsychologie sind Dr. Alexander Elder mit „Trading for a Living“, Mark Douglas mit „Trading in the Zone“, und Brett N. Steenbarger mit „The Psychology of Trading“. Diese Bücher bieten oft praktische Ratschläge und Strategien, die Händler direkt in ihrem Handel anwenden können.
  • Handelspsychologie-Bücher sind nicht nur für Anfänger, sondern auch für erfahrene Trader relevant. Selbst erfahrene Trader können von einem besseren Verständnis ihrer eigenen Psychologie profitieren. Ein tiefes Verständnis der Handelspsychologie kann dazu beitragen, die Handelsleistung zu verbessern, indem es hilft, impulsives Verhalten zu vermeiden und eine klarere Analyse des Marktes zu ermöglichen.
  • Im Bereich des Handels ist die Psychologie ein entscheidender Faktor. Handelspsychologie-Bücher zielen darauf ab, Tradern zu helfen, ihre Emotionen zu verstehen und zu kontrollieren, um bessere Handelsentscheidungen zu treffen. Einige der wichtigsten Themen in diesen Büchern sind Risikomanagement, Disziplin, Geduld, Entscheidungsfindung und das Überwinden von psychologischen Fallen wie Angst und Gier.
  • Durch das Lesen von Handelspsychologie-Büchern können Händler mehr über sich selbst und ihre Handelsgewohnheiten erfahren, was zu einer persönlichen Entwicklung und besseren Handelsstrategien führen kann. Viele Handelspsychologie-Bücher enthalten Fallstudien und Beispiele aus der realen Welt, um bestimmte Konzepte und Strategien zu veranschaulichen.
  • Bücher über Handelspsychologie beleuchten oft auch die kollektive Psychologie der Marktteilnehmer und wie diese die Marktdynamik beeinflussen kann. Durch das Verständnis der psychologischen Aspekte des Handels können Händler ihre kritischen Denkfähigkeiten schärfen und lernen, emotionale Reaktionen durch rationale Analyse zu ersetzen.

Für den Intraday-Handel im Besonderen gibt es eine eigene Auswahl: Zehn Daytrading-Bücher haben wir gegen Auflage und Lieferbarkeit geprüft, darunter Tom Hougaards Buch zur Verlustverarbeitung.

FinMent Börsenwebinar

Werde aktiv mit diesen Büchern über Trading-Psychologie

In diesen Büchern findest du umsetzbare Techniken, mit denen du sofort loslegen kannst. Du entdeckst auch Ideen von entscheidender Bedeutung, die eine Wende in deinem Werdegang als Trader einleiten können.

Beobachte, wie sich deine Trading-Ergebnisse verbessern, wenn du eine bewusstere Denkweise als Trader entwickelst.

„Trading in the zone“ von Mark Douglas

Trading in the zone“ von Mark Douglas

Die Macht des korrekten Denkprozesses begegnet dir auf jeder Seite des Buches von Mark Douglas. Er zeigt entscheidende Konzepte, wie man die Angst zu verlieren, in Erfolg beim Trading umwandeln kann.

Mark Douglas verfasste hiermit einen Klassiker der Trading-Psychologie, und zwar ohne eine formale Psychologie-Ausbildung. Ein derartiges Werk ist nur möglich, weil er es aufgrund seiner eigenen Trading-Erfahrung geschrieben hat.

Ein solches Buch wirkt sich auf dein Denken aus. Es besitzt das Potenzial, dich durch die Veränderung deiner Denkweise erfolgreich zu machen.

Das ist ein Buch, das du gelesen haben musst, bevor du deinen nächsten Trade platzierst.

„The Disziplined Trader“

Mark Douglas - Disciplined Trader

Link zur Deutschen Ausgabe auf Amazon

Magst du die Ideen von Mark Douglas?

„Der disziplinierte Trader“ von Mark Douglas ist ein weiteres stichhaltiges Buch über Trading-Psychologie. Er zeigt die richtigen geistigen Rahmenbedingungen für das auf Wahrscheinlichkeit bezogene Denken auf.

Wenn du nichts gegen seinen Schreibstil hast, der darin besteht, dass er sich mitunter wiederholt, ist „Der disziplinierte Trader“ das richtige Buch für dich. Fairerweise muss ich sagen, dass die darin enthaltenen Ideen der Wiederholung wert sind.

„The Daily Trading Coach“ von Brett N. Steenbarger

The Daily Trading Coach - Brett Steenbarger

Link zur Deutschen Ausgabe auf Amazon

Dieses Buch über Trading-Psychologie von Dr. Steenbarger unterstreicht die Wirksamkeit der täglichen Verstärkung.

Um den optimalen Nutzen aus deiner Tradingerfahrung zu ziehen, solltest du eine tägliche Überprüfung vornehmen. Der Autor gibt klare Anweisungen in Bezug auf Übung und Hausaufgabe, um die Konzepte einzuüben. Das Buch Der tägliche Trading-Coach bietet dir genau das, was du brauchst, wenn du deine Trading-Psychologie wirklich verbessern willst, und zwar Schritt für Schritt.

Solange wir uns keinen persönlichen Psychologen beim Trading leisten können, kommt dieses Buch sehr nahe an diesen heran.

„The Psychology of Trading. Tools and Techniques for Minding the Markets“ von Brett N. Steenbarger

Psychology of Trading - Brett Steenbarger

Link zur Deutschen Ausgabe auf Amazon

Dieses Buch ist ein weiterer Treffer von Dr. Brett Steenbarger. „The Psychology of Trading“ ist eine kompakte Arbeit zum psychologischen Aspekt des Tradings.

Dieses Buch über Tradingpsychologie ist an ernsthafte Trader gerichtet. Dr. Steenbarger beschreibt wahre Fälle und beleuchtet in diesem Zusammenhang Trader und deren Emotionen.

Wenn du nach einer tiefgehenden (und etwas wissenschaftlichen) Betrachtung der Psychologie für Trader suchst, solltest du dieses Buch nicht verpassen.

Vielleicht interessiert dich auch das neueste Buch von Dr. Brett Steenbarger: „Trading Psychology 2.0: From Best Practices to Best Processes“.

„12 Habitudes of Highly Successful Traders“ von Ruth Barrons Roosevelt

Habitudes of highly successful traders

„Wir sind das, was wir wiederholt tun. Vorzüglichkeit ist daher keine Handlung, sondern eine Gewohnheit.“

Aristoteles

Welche Gewohnheiten solltest du haben, um diese Vorzüglichkeit beim Trading zu erlangen?

Dieses Buch präsentiert dir 12 Gewohnheiten erfolgreicher Trader. Es ist kurz, prägnant und bietet dir wichtige Orientierungshilfen zur Entwicklung von Trading-Gewohnheiten.

Wenn du dich nicht durch dicke Tradingpsychologie-Bücher durchbeißen willst, um deren Inhalt in eigenen Notizen zusammenzufassen, dann ist das dein Buch.

„Investment Psychology Explained: Classic Strategies to beat the Market“ von Martin J. Pring

Classic Strategies to beat the Market“ Martin J. Pring

Mir haben die Schriften von Martin Prings immer gefallen. Er schreibt klar und übersichtlich und kommt direkt zur Sache.

In diesem Buch bietet er eine fundierte Anleitung für alle Trader und Investoren. Pring beschäftigt sich eingehend mit der Psychologie des Traders sowie mit der Psychologie des Marktrudels.

Er hebt besonders hervor, dass es keinen Heiligen Gral gibt, was den Trader dazu veranlasst, einen realistischen Weg einzuschlagen. Anschließend zeigt er dir den richtigen Weg zu einer anderen Denkweise und führt dir klassische Regeln vor, die für alle Trader gelten.

Eine großartige Lektüre.

„High Performance Trading: 35 Practical Strategies and Techniques to enhance your Trading Psychology and Performance“ von Steve Ward

High Performance Trading Steve Ward

Während einige Trader ihre Psychologie vielleicht in einer ausholenden Bewegung stabilisieren, konzentrieren sich andere auf kleine Schritte. Das Buch von Steve Ward richtet sich an die zweite Gruppe.

Das Buch „High Performance Trading“ ist deshalb so hilfreich, weil Steve Ward die umfassende Trading-Psychologie auf 35 prägnante Einzelteile komprimiert hat. Dieses Buch ist in drei Abschnitte gegliedert: Vorbereitung, Ausführung und Auswertung.

Es behandelt die Psyche des Traders Schritt für Schritt, wobei jeweils ein Problem behandelt wird. Dieser Herangehensweise macht das Buch äußerst praktisch.

„The Way of the Warrior-Trader: The Financial Risk-Taker`s Guide to Samurai Courage, Confidence and Discipline“ von Richard McCall

The way of warrior Trader Richard MacCall

Der umfangreiche Titel mag zwar das Gegenteil suggerieren, aber das Buch ist einfach zu lesen und stellt eine praktische Anleitung dar, wie man die Psyche darauf vorbereitet, Risiko zu übernehmen.

Richard McCall unterstützt Trader psychologisch mit einem aus sechs Stufen bestehenden Plan, der auf dem Samurai-Code gründet.

Erfahrene Trader stellen häufig fest, dass das Leben und das Trading vieles gemeinsam haben. Dieses Buch zur Trading-Psychologie bestätigt, dass diese Idee nicht nur für das Trading, sondern die Risikoübernahme generell gilt.

„The 21 irrefutable Truths of Trading. A Trader`s Guide to developing a Mind to win“ von John H. Hayden

The 21 Irrefutable Truths of Trading: A Trader's Guide to Developing a Mind to Win - John Hayden

John Haiden präsentiert eine Reihe von Trading-Wahrheiten, und einige davon sind unbequeme Wahrheiten. Eine davon ist, dass du und nicht der Markt für deine Ergebnisse verantwortlich bist.

Was den Umgang mit deiner Psyche angeht, die so schwer zu fassen ist, gibt es in diesem Buch eine hilfreiche Aufstellung von Faktoren. Das Buch „The 21 irrefutable Truths of Trading“ ist ein fundiertes Buch über Trading-Psychologie, das die wesentlichen Prinzipien für erfolgreiches Trading in allen Märkten beleuchtet.

„Trading in the Zone: Maximizing Performance with Focus and Discipline“ von Ari Kiev

Trading in the zone - Ariel Kiev

In diesem Buch präsentiert Dr. Kiev bewährte Methoden, um in die “Zone” hineinzukommen und dort zu bleiben. Er verwendet psychiatrische Hilfsmittel, um dein alltägliches Trading zu verbessern, und zwar unabhängig von deinem Tradingstil.

Dieses Buch ist fesselnd für jeden, der versucht, seine Emotionen während des Tradings zu beherrschen. Es gibt genügend Studien von realen Tradern, die mit dem Markt und dessen Emotionen zu tun haben.

Als Trader bist du es dir schuldig, dich mit deinen eigenen Fehlern auseinanderzusetzen. Dieses Buch zur Trading-Psychologie hilft dir bestimmt bei dieser schwierigen Aufgabe.

Gerade die Psychologie funktioniert ohne Charts und deshalb auch im Ohr. Eine geprüfte Auswahl an Hörbüchern für Trader und Börsianer steht in einer eigenen Übersicht.

Lern die Trading-Psychologie aus den Erfahrungen echter Trader

In den folgenden Büchern findest du die Beschreibungen realer Trader aus erster Hand und von den mentalen Dämonen erfahren, mit denen sie konfrontiert waren.

Sie enthalten weniger Lehrbuchtheorien und mehr faszinierende Geschichten, was gleichermaßen lehrreich ist.

„Hedge Fund Market Wizards: How Winning Traders Win“ von Jack D. Schwager

Hedge Funds Market Wizards: How winning Traders win

Link zu den Deutschen Ausgaben auf Amazon

In „Hedge Fund Market Wizards“ von Jack Schwagers Reihe „Market Wizards“ („Magier der Märkte“) sind die besten Ideen von erfolgreichen Tradern wie Joel Greenblatt und Ray Dalio enthalten.

Mit wohl überlegten Fragestellungen enthüllt dieses Buch die Psychologie der besten Trader. Das Buch enthält 15 Interviews mit den erfolgreichsten Fondsmanagern und 40 davon abgeleiteten Lektionen.

Es handelt sich um ein nützliches Buch, das jedem Trader als Inspiration dienen kann.

„The New Market Wizard: Conversations with America`s Top Traders“ von Jack D. Schwager

New Market Wizards - Jack Schwager

Link zu den Deutschen Ausgaben auf Amazon

Das ist ein weiteres Buch aus der Reihe „Market Wizards“ (Magier der Märkte) von Jack D. Schwager.

Offenherzige Zwiegespräche mit erstklassigen Tradern sind interessant und zugleich auch lehrreich. Den normalerweise vorsichtigen und verschwiegenen Tradern persönliche Antworten zu entlocken, ist schwierig. Aber Schwager hat es im Rahmen seiner Reihe „Market Wizards“ geschafft.

Die Auswahl der interviewten Trader vollzog sich unterschiedlich. Zu ihnen gehören Devisentrader, Futurestrader, Manager von Makro-Fonds und Arbitrageure (Spreader, die von Kurs-, Zins- und Preisunterschieden, also vom Spread, profitieren). Einige bekannte Namen wie Linda Bradford-Raschke, Stanley Druckenmiller und William Eckhardt sind auch dabei.

Um optimal von den Büchern zu profitieren, solltest du nicht versuchen, die vorgestellten Tradingstrategien zu kopieren, sondern dir stattdessen die Einstellung dieser Trader gegenüber dem Markt und dem Risiko zu eigen machen.

Da Trading-Psychologie ein ständiges Thema darstellt, handelt Kapitel 7 davon.

„Reminiscences of a Stock Operator“ von Dewin Lefèvre

Reminiscences of a Stock Operator

Link zur Deutschen Ausgabe auf Amazon

Findest du es langweilig, über psychologische Theorien zu lesen? Wie wäre es mit einer faszinierenden und lehrreichen Beschreibung über einen Börsenspekulanten?

Das Buch „Reminiscences of a Stock Operator“ ist eine fesselnde Beschreibung der Tradinglaufbahn von Jesse Livermore, die vor über einem Jahrhundert begann.

Dieses Buch ist auch heute noch aktuell. Es zeigt, dass sich die Märkte und die Psychologie, der sich Trader stellen mussten, tatsächlich nicht wirklich verändert haben.

Brillant geschrieben von Edwin Lefèvre ist dieses Buch von Alan Greenspan als „Quelle der Weisheit für Investoren“ bezeichnet worden. In diesem Buch findest du überall verstreut Juwelen der Trading-Weisheit.

Die Lektionen dieses Buches sind nicht einmalig, aber aufgrund der Art, wie sie im Rahmen der Lebensgeschichte eines großartigen Traders vermittelt werden, sind sie einfacher zugänglich.

„What I learned losing a Million Dollars“ von Jim Paul und Brendan Moynihan

What I Learned Losing a Million Dollars

Ein packender Titel („Was ich daraus gelernt habe, eine Million Dollar zu verlieren“)

Gewaltige Tradingverluste hinterlassen emotionale Narben. Aber sie sind am lehrreichsten, wenn du zurückschaust und aus dem lernst, was geschehen ist.

Jim Paul war vor seinem gigantischen Verlust Präsident der Chicago Mercantile Exchange (CME). Das Buch „Was ich daraus gelernt habe, eine Million Dollar zu verlieren“ schildert seine persönlichen Erfahrungen und lässt dich daran teilhaben.

Das Buch zeigt, was passiert, wenn dein Ego beim Trading die Führung übernimmt und du denkst, dass du jedes Mal gewinnst. Das ist mehr als nur eine Geschichte, weil du dadurch daran erinnert wirst, was du nach einer Glückssträhne im Markt (nicht) tun solltest.

Trading-Grundlagenkurs mit über 25 Videos, kostenlos anmelden
Trading-Grundlagenkurs mit über 25 Videos, kostenlos anmelden

Versteh die Psychologie in deinem Leben, Trading eingeschlossen

Wir reden so, als sei Psychologie ein getrenntes Thema.

Aber tatsächlich ist Trading-Psychologie einfach Psychologie. Trading ist nur der spezielle Zusammenhang, der uns hier interessiert.

„Zen and the Art of Poker: Timeless Secrets to Transform your Game“ von Larry Phillips

Zen and the art of Poker - Larry Phillips

Die Psyche eines Traders und die eines Pokerspielers sind bestechend ähnlich.

Du glaubst mir nicht? Schau dir einmal einige der Kapitelüberschriften in diesem Buch über Poker an:

  • „Bereite dich auf das Katastrophenszenario vor“
  • „Pech und Verlust“
  • „Über übermäßiges Selbstvertrauen, Überheblichkeit und Arroganz“

Wenn du sowohl Pokerspieler als auch Trader bist, dann ist dieses Buch etwas für dich.

Selbst wenn du nicht Poker spielst, hilft dir dieses Buch, dein Trading mit den Zen-Prinzipien zu verbessern.

„Thinking, Fast and Slow“ von Daniel Kahneman

Link zur Deutschen Ausgabe auf Amazon

Daniel Kahneman ist ein Meister auf dem Gebiet der Entscheidungen in Situationen der Ungewissheit. Das bedeutet, dass er ein Experte ist im Erkennen emotionaler und kognitiver Urteilsverzerrungen.

Beim Trading geht es um das Treffen von Entscheidungen unter Bedingungen der Ungewissheit.

Nachdem du dieses Buch gelesen hast, wirst du erkennen, wie übertrieben selbstbewusst wir sind, wie voreingenommen und verzerrt unsere Wahrnehmungen sind, und dass Experten nicht wirkliche Experten sind. Beunruhigend ist vor allem letzteres.

Was am meisten beunruhigend dabei ist: Wir werden das meiste, was wir in dem Buch lesen, übergehen und unsere verzerrte Wahrnehmung fortsetzen. Das Buch erklärt auch, warum das so ist.

„Letters from a Stoic“ von Lucius Annaeus Seneca

Letters from a Stoic

Link zur Deutschen Ausgabe auf Amazon

Ich war immer der Ansicht, dass Stoiker gute Trader sind.

Bei der Tradingpsychologie geht es um die richtige Handhabung deiner Emotionen. Und deshalb kannst du mit dem stoischen Denken, von dem dieses Buch handelt, nicht falschliegen.

Ob du deine Tradingpsychologie verbessern oder dir eine neue Lebenseinstellung aneignen willst: In jedem Fall ist dieses Buch das richtige für dich.

Aber natürlich ist das kein Buch über Trading. Du benötigst Zeit, um darüber nachzudenken, wie du das stoische Denken in dein Trading integrieren kannst. Dieses klassische Werk ist ein philosophisches Buch und kein Buch der praktischen Schritte, die man übernehmen kann.

„How we know what isn`t so: The Fallibility of human Reason in everyday Life“ von Thomas Gilovich

How We Know What Isn't So: The Fallibility of Human Reason in Everyday Life

Um Fehler beim Trading zu reduzieren, ist das Erkennen von Täuschungen in unserem Alltag hilfreich.

Thomas Gilovich zeigt, warum Urteilsverzerrungen aufgrund kognitiver, sozialer und motivationaler Prozesse auftreten. Sich dessen bewusst zu werden, wie diese Verzerrungen entstehen, ist der erste Schritt, diese zu beseitigen.

Für alle Trader kann dieses Buch hilfreich sein, jetzt damit zu beginnen, über den nächsten Trade und über die Wahrnehmungsverzerrungen nachzudenken, die sich in deinen Tradingprozess eingeschlichen haben.

Empfehlungen von Lesern meiner Artikel

Einige Bücher zur Trading-Psychologie wurden von Lesern meiner Artikel empfohlen, weil sie dazu beitragen wollten, meine Liste zu ergänzen. Es sind hervorragende Bücher, die meiner Aufmerksamkeit entgangen sind:

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: 18 Trading Psychology Books to help you trade better

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Ergänzend zu den Büchern lohnt ein Blick auf unsere Börsenfilme und Serien, die Gier und Angst an den Märkten greifbar machen.

Forex Signale von Profi-Trader Karsten Kagels, 14 Tage testen
forex signale karsten mb

Bonus: Mit Angst die Tradingleistung steigern

Bist du ängstlich, wenn du tradest? Oder bist du beim Traden furchtlos? Was ist der Zusammenhang zwischen deiner Angst und deiner Tradingleistung?

„Angst“ wird häufig als eine von zwei Emotionen bezeichnet, die den Trader quälen, wobei die zweite Emotion die „Gier“ ist. Tatsache ist, dass sich das Marktverhalten niemals ändern wird, solange diese psychologischen Geschwister bestimmend sind. Der Markt wird sich immer im Kreislauf von Aufschwung und Abschwung bzw. zwischen Hausse und Baisse bewegen.

In diesem Zusammenhang sind Emotionen schlecht für die Tradingergebnisse, richtig?

Nicht wirklich.

Die Angst im Markt liefert die Energie für Gewinne

Angst und Gier, die Chaos und Verwüstung unter Tradern und Investoren anrichten, sind die Quelle gewinnbringender Trading-Setups. Wäre der Markt nicht durch Emotionen und die damit verbundenen kognitiven Verzerrungen beeinflusst, so wäre der Markt viel effizienter. Dann wäre es aber viel schwerer, Geld zu verdienen.

In diesem Zusammenhang ist die Markteffizienzhypothese (auch Theorie effizienter Märkte) zu erwähnen, die von Wirtschaftswissenschaftler Eugene Fama stammt. Er geht davon aus, dass es in einem effizienten bzw. entwickelten Markt, in dem die Marktteilnehmer über sämtliche Informationen verfügen, kaum möglich ist, dauerhafte Gewinne zu erzielen. Er unterscheidet Märkte mit schwacher, mittlerer und starker Effizienz. Allerdings ist die Markteffizienzhypothese etwa seit Ende der 1970er Jahre zunehmend in Zweifel gezogen worden.

Da wir beabsichtigen, Geld im Markt zu verdienen, sollten wir uns freuen, dass die Märkte emotional sind.

Gut, ich verstehe, dass ich mehr Trading-Gelegenheiten bekomme, wenn die Märkte emotional sind. Aber um von diesen Gelegenheiten ausgiebig Gebrauch zu machen, sollte ich emotionslos sein, oder?

Auch das ist nicht wahr.

Eine gesunde Portion Angst, um besser zu traden

Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus. Diesen können und sollten wir nicht ausschalten.

Menschen empfinden immer Angst. Manche Trader glauben, dass sie ohne Angst traden können, wenn sie automatische Tradingsysteme verwenden. Das stimmt nicht. Diese Trader können ihre Tradingsysteme aufgeben oder wechseln, wenn sie es wollen. Deshalb muss ein Trader, der ein automatisches Tradingsystem einsetzt, trotzdem darauf achten, dass seine Entscheidung, die durch das Tradingsystem bestimmt ist, nicht durch Angst gesteuert wird.

Selbst wenn wir unsere Angstgefühle ausschalten könnten, sollten wir es nicht tun.

Furchtlosigkeit ist nicht die Antwort

Nur ein Trader, der den Markt nicht versteht, kann in diesem angstfrei sein. Es gibt einen guten Grund, die Märkte zu fürchten. Der Markt kann nicht beherrscht oder kontrolliert werden und ist weitgehend unberechenbar. Er besitzt das Potenzial, ganze Volkswirtschaften zu zerstören, von ihrem finanziellen Polster für den Ruhestand ganz zu schweigen.

Wenn man in den Märkten tradet, lohnt es sich, eine gesunde Portion von Angst zu haben.

Die Reaktion auf die Angst ist entscheidend

Es gibt einen weiteren Grund, warum Angstfreiheit nicht unser Anliegen ist. Angst ist nicht die Wurzel unserer Tradingprobleme wie Mangel an Disziplin und exzessives Trading (Over-Trading). Es ist unsere Reaktion auf die Angst, die uns dazu veranlasst, Mist zu bauen.

Kein Buch ersetzt dabei den Blick auf das eigene Verhalten. Wird das Handeln selbst zum Bedürfnis, geht es nicht mehr um Psychologie, sondern um Trading-Sucht.

Es ist gut, wenn du Angst davor hast, dass dein nächster Trade ein Verlusttrade wird. Aber wenn du destruktiv darauf reagierst, hast du ein Problem. Du reagierst auf die Angst vor einem Verlusttrade und fängst an, deine Tradingregeln zu missachten. Du hältst deine Gewinne gering oder ziehst deinen Verluststopp vorzeitig näher heran. Solche Reaktionen reduzieren deine Gewinne auf Dauer.

Anstatt destruktiv zu reagieren, wenn du Angst bekommst, solltest du versuchen, konstruktiv zu reagieren. Überleg, warum du Angst hast. Vielleicht ist deine Positionsgröße für dein Tradingkonto schlicht zu groß.

Die richtige Reaktion wäre dann, eine geringere Positionsgröße zu wählen. In diesem Fall machte uns die Angst auf die Gefahr aufmerksam, dass die Position zu groß ist, und unsere Reaktion darauf bestand darin, dieses Risiko zu reduzieren.

Die Angst nutzen

Die besten Trader gehen über die Angst hinaus. Sie erkennen die Angst im Markt und profitieren davon, indem sie daraus Geld machen. Sie nehmen zum Beispiel Kurs- oder Preispunkte wahr, an denen eine Massenflucht von in die Falle gegangenen Tradern, die in Panik geraten sind, stattfindet. Sie nutzen die Gelegenheit des Orderflusses, den diese in Panik flüchtenden Trader hervorgerufen haben und profitieren von diesen Tradern, indem sie Price Action Trading-Setups benutzen.

Um das zu bewerkstelligen, können sie selbst nicht emotionslos sein. Auch sie müssen Angst erfahren, bevor sie lernen, diese in anderen zu erkennen. Der Unterschied besteht darin, dass sie eben nicht destruktiv auf ihre Angst reagieren, sondern diese zu ihrem Vorteil anwenden.

Nimm die Angst an, um deine Tradingergebnisse zu erhöhen

Erkenn, dass Angst:

  • gewinnbringende Marktunvollkommenheiten schafft
  • Gefahren in unseren Tradingaktivitäten aufzeigt und
  • Trading-Setups präzise anzeigt.

Es wird Zeit, dass du deine Meinung über Angst änderst und ihre Vorteile nutzt.

Wenn du erfahren willst, wie du deine Trading-Psychologie weiterentwickeln kannst, empfehle ich dir folgendes Buch:

The Daily Trading Coach: 101 Lessons for Becoming Your Own Trading Psychologist von Brett N. Steenbarger

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: Using fear to boost your trading performance

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Bonus: Befrei dich ein für alle Mal vom Übertrading

Exzessives Traden (Übertrading) bedeutet, dass Trades in einem Ausmaß eingegangen werden, wodurch der gesamte Tradingvorteil des Traders ausgehöhlt wird. Dies wirkt sich für alle Trader katastrophal aus, selbst für Anleger und Investoren. Aber insbesondere für Daytrader stellt dies geradezu eine Todsünde dar.

Ich kenne einen Daytrader namens Hybris. Er war immer ein erfolgreicher Trader, so jedenfalls hatte er es behauptet. Als ich hörte, dass er ein so wunderbarer Trader ist, ergriff ich die Chance, ihn während einer Trading-Sitzung zu beobachten.

Was dann kam, hörte sich etwa so an:

Ja, zwei Punkte habe ich in der Tasche. Das ist einfach.
Lass uns sehen… oh, da kommt ein neuer Trade.
Ich werde jetzt sofort eine Short-Position eröffnen, gerade rechtzeitig.
Ah, einen Punkt verloren. Es kann nur besser werden. Schau! Genau dort gibt es eine Möglichkeit, meine Verluste wieder wettzumachen.
Oh, zwei Verluste hintereinander, das heißt, dass der nächste Trade ein Gewinn werden wird. Ich muss weitermachen.

Am Ende der Trading-Sitzung wunderte sich Hybris, wie er es fertig gebracht hatte, 30 Prozent seines Trading-Kontos innerhalb einer einzigen Trading-Sitzung zu vernichten.

Hört sich die Erfahrung von Hybris bekannt an? Ist es dir auch schon einmal so ergangen?

Wenn du mit Ja antwortest, kannst du dein Trading-Ergebnis massiv verbessern, nachdem du diesen Artikel gelesen hast.

Die Ursache des exzessiven Trading

Unrealistische Erwartungen bezüglich der Volatilität des Marktes

Daytrader benötigen Volatilität, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn der Markt richtungslos ist, sollte man nicht traden.

Aber aus Mangel an Marktverständnis und der gegenwärtigen Bedingungen reden sich Trader ein bzw. suggerieren sich, dass der Markt in Bewegung geraten wird.

Dr. Brett Steenbarger, Autor des Buches The Daily Trading Coach: 101 Lessons for Becoming Your Own Trading Psychologist (Deutsche Übersetzung), erklärte diese unrealistischen Erwartungen wirklich gut in seinem Blog.

Die Selbstüberschätzung der eigenen Trading-Kompetenz

Hybris ist ein gutes Beispiel dafür. Er glaubt, dass er nicht verlieren könne und im Markt nicht sichtbar sei. Möglicherweise versteht er zwar den Markt gut, aber sich selbst kennt er nicht.

Er überschätzt seine Trading-Fähigkeiten und ist sich sicher, dass er unter jeder Marktbedingung traden kann.

Die allgemeine Arbeitsethik

Die angeborene Arbeitsethik besagt, dass wir uns unseren Lebensunterhalt erarbeiten müssen. Das ist vollkommen in Ordnung.

Falsch ist der Bedeutungsinhalt von “Arbeit” für einen Trader. Die meisten Trader denken, dass arbeiten bedeutet, Trades einzugehen. Das ist falsch, und genau das führt zum exzessiven Traden.

In diesem Sinne arbeiten wir, wenn wir auf den besten Trade warten.

Wir arbeiten, wenn wir uns an unsere Trading-Regeln halten und die Trades umsetzen.

Wir arbeiten selbst dann, wenn wir keine Trades durchführen. Und wenn wir unsere Arbeit korrekt durchführen, werden wir dafür bezahlt.

Dem exzessiven Trading die Grundlage entziehen

Die wichtigste Regel, um dem exzessiven Trading entgegen zu wirken

Der sogenannte Aktionsplan „nur eine Kugel“ enthält lediglich eine einfache Regel:

Geh pro Tag nur einen Trade ein.

Da gibt es keine Ausnahmen und keine Rechtfertigungen.

Beschränk dich auf einen einzigen Trade. Wenn es ein Gewinntrade war, schalt deinen Computer aus.

Nachdem du deinen Computer ausgeschaltet hast, unternimm etwas, das dir Freude bereitet. Spiel mit deinen Kindern. Lies ein Buch. Mach etwas, was dich auf andere Gedanken bringt, so dass du Abstand vom Trading gewinnst.

Warum funktioniert diese Maßnahme gegen Übertrading?

Wie oben erörtert, sind die Ursachen von exzessivem Trading psychologischer Natur und somit vielfältig. Zumeist beinhalten diese Ursachen unsere Gedanken, die uns einen Streich spielen.

Daher ist die Lösung mit körperlicher Betätigung verbunden. (Schalt deinen Computer aus, und geh zum Sport.) Anstatt deinen Verstand zu überzeugen, beweg dich körperlich.

Es gibt nur eine einfache, aber absolute Regel. Je mehr Regeln aufgestellt werden, desto mehr Raum gibst du deinen Gedanken, dich zu einem weiteren Trade zu verleiten. Wenn es nur eine einzige, absolute Regel gibt, entziehst du deinem Verstand den Boden für Rechtfertigungen.

Findest du es wirklich gut, pro Tag nur einen Trade durchzuführen?

Dein Verstand wird immer versuchen, diese entscheidende Regel durch Rationalisierungen aufzuweichen. Das müssen wir verhindern.

Wenn du weißt, dass du nur eine Kugel zu verschießen hast, zwingst du dich, nur die besten Trades auszuwählen. Dadurch wirst du bewusster und gehst bei deinen Trades selektiver vor. Höchstwahrscheinlich verbessern sich deine Trading-Ergebnisse dadurch.

Einen guten Trade pro Tag auszuwählen, genügt, um dein Tradingziel (falls du überhaupt eines hast) zu erreichen. Angenommen, du hast ein Tradingziel, dann hängt die Höhe deines Gewinns von der Höhe deines Risikokapitals ab.

Es gibt aber auch noch das gegenteilige Problem des Untertrading (d.h. zu wenig traden), was bedeutet, dass wir nicht das gesamte Potential unserer Trading-Strategie ausschöpfen.

Mach dir darüber keine Gedanken, denn die meisten Trader ruinieren ihre Konten dadurch, dass sie zu viel und nicht zu wenig traden. Jedenfalls hat noch keiner sein Tradingkonto platt gemacht, indem kein einziger Trade eingegangen wurde.

Fazit: Du musst mit dem Übertrading aufhören

Du musst mit dem exzessiven Traden aufhören, weil es ein riesiges Hindernis für deinen Tradingerfolg darstellt.

Du musst mit dem exzessiven Traden aufhören, weil nur du das bewerkstelligen kannst. Der hier vorgestellte Plan funktioniert, du musst dich nur daran halten.

Verhalte dich nicht wie Hybris. Mein anderer Freund Sophrosyne ist ein besserer Trader.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: Get Rid of Overtrading

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Fazit: welches Buch für welches Problem

Kein Buch über Trading-Psychologie ersetzt einen Handelsvorteil. Wer ohne funktionierende Strategie an der Disziplin arbeitet, optimiert die Ausführung eines Plans, der ohnehin kein Geld verdient. Die Reihenfolge aus dem Schnellkurs gilt: erst der Vorteil, dann der Kopf.

Steht der Vorteil, entscheidet der Lesertyp über das Buch. Wer Konzepte sucht, nimmt Mark Douglas. Wer Übungen und Hausaufgaben will, nimmt Steenbarger. Wer Theorie langweilig findet, liest die Erfahrungsberichte echter Trader und zieht sich die Haltung heraus, nicht die Strategie.

Der praktische Teil beginnt aber nicht im Buch, sondern im Protokoll. Erst wenn du deine eigenen Entscheidungen nachlesen kannst, siehst du, welche der zehn kognitiven Verzerrungen dich tatsächlich Geld kostet. Alles andere bleibt Lektüre.

Häufige Fragen zu Büchern über Trading-Psychologie

Was ist Tradingpsychologie?

Handelspsychologie bezieht sich auf die Emotionen und mentalen Zustände, die Trader beeinflussen, wenn sie Kauf- und Verkaufsentscheidungen treffen. Sie spielt eine entscheidende Rolle dabei, wie Trader auf Marktdaten, Nachrichten und ihre eigenen Handelsergebnisse reagieren.

Warum ist Handelspsychologie wichtig?

Handelspsychologie ist wichtig, weil Emotionen und psychologische Faktoren oft eine entscheidende Rolle bei Handelsentscheidungen spielen. Ein Verständnis der Handelspsychologie kann helfen, impulsives und emotionales Handeln zu vermeiden und stattdessen rationalere und durchdachtere Entscheidungen zu treffen.

Was sind Bücher zur Handelspsychologie?

Bücher zur Handelspsychologie sind Publikationen, die sich mit den psychologischen Aspekten des Handels mit Finanzinstrumenten befassen. Sie behandeln Themen wie Emotionskontrolle, Entscheidungsfindung, Risikomanagement und die psychologischen Fallen, denen Händler oft begegnen.

Welche Emotionen beeinflussen das Trading am meisten?

Die häufigsten Emotionen im Trading sind Gier, Angst, Übermut und Hoffnung. Diese können, wenn sie nicht kontrolliert werden, zu unüberlegten Handelsentscheidungen führen.

Welche Bücher zur Handelspsychologie sind besonders empfehlenswert?

Einige der bekanntesten Bücher zur Handelspsychologie sind „Trading in the Zone“ von Mark Douglas, „Trading for a Living“ von Dr. Alexander Elder und „The Psychology of Trading“ von Brett N. Steenbarger.

Sind Bücher über Handelspsychologie nur für professionelle Händler geeignet?

Nein, Bücher zur Handelspsychologie können für Händler auf allen Niveaus nützlich sein, von Anfängern bis zu erfahrenen Profis. Sie helfen dabei, ein grundlegendes Verständnis der psychologischen Aspekte des Handels zu entwickeln, das für jeden Händler wertvoll ist.

Wie können Bücher über Tradingpsychologie meine Handelsleistung verbessern?

Diese Bücher können dir helfen, deine Emotionen besser zu kontrollieren, disziplinierter zu handeln, realistische Ziele zu setzen und effektive Risikomanagement-Strategien zu entwickeln. All dies kann zu einer Verbesserung Ihrer Handelsleistung beitragen.

Gibt es auch Bücher zur Handelspsychologie, die auf spezifische Märkte wie Forex, Aktien oder Kryptowährungen ausgerichtet sind?

Ja, es gibt Bücher, die sich auf die Psychologie des Handels in bestimmten Märkten spezialisieren. Beispiele sind „Forex Trading: The Basics Explained in Simple Terms“ von Jim Brown für den Forex-Markt oder „The Bitcoin Standard“ von Saifedean Ammous für Kryptowährungen.

Kann ich durch das Lesen von Büchern zur Handelspsychologie meine Ängste und Unsicherheiten im Handel überwinden?

Bücher zur Tradingpsychologie können dir helfen, deine Ängste und Unsicherheiten besser zu verstehen und Strategien zur Bewältigung dieser Emotionen zu entwickeln. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass das Überwinden von Ängsten und Unsicherheiten oft ein fortlaufender Prozess ist und dass es auch hilfreich sein kann, zusätzliche Unterstützung wie Coaching oder Mentoring in Betracht zu ziehen.

Soll ich mich ausschließlich auf Tradingpsychologie-Bücher verlassen, um zu lernen, wie man handelt?

Nein, obwohl Bücher zur Handelspsychologie wichtig sind, sollten sie als Teil eines umfassenden Lernprozesses betrachtet werden. Es ist ebenso wichtig, sich mit Marktanalyse, Handelsstrategien und der Funktionsweise verschiedener Finanzmärkte vertraut zu machen.

Über den Autor: Galen Woods

Galen Woods ist Price-Action-Daytrader und Betreiber von Trading Setups Review. Sein Schwerpunkt liegt auf Kursstab-Analyse und dem Handel ohne Indikatoren, sein Wissen gibt er im Kurs „Day Trading With Price Action” weiter.

Auf kagels-trading.de erscheinen seit Jahren über 100 seiner Beiträge in deutscher Übersetzung. Sie decken Setups, Chartformationen und Handelstechniken ab, die er an eigenen Marktbeispielen entwickelt hat.

Für dieses Thema ist er einschlägig, weil er Psychologie nicht getrennt vom Handwerk behandelt: Erst muss der Handelsvorteil stehen, danach wird Disziplin zum Thema. Diese Reihenfolge steht gleich am Anfang des Schnellkurses und ist der Grund, warum psychologische Ratschläge ohne funktionierende Strategie wirkungslos bleiben.

Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.

Kagels Trading GmbH 267 Bewertungen auf ProvenExpert.com