So überwindet man schlechte Trading-Gewohnheiten (2023)

Als Trader reagieren Sie nicht immer bewusst auf die Bewegungen des Marktes. Mit der Erfahrung bilden Sie Trading-Gewohnheiten aus. Und diese Gewohnheiten wirken sich massiv auf Ihre Tradingergebnisse aus.

Nach einer Studie der Duke-Universität erfolgen 45 % unserer Verhaltensweisen aufgrund unserer Gewohnheiten [Link zur Studie]. Wenn dies auf Ihr Trading zutrifft, so bedeutet dies, dass Ihre Trading Gewohnheiten 45 % Ihrer Resultate begründen.

Um also besser zu traden, müssen Sie gute Trading Gewohnheiten fördern und schlechte Gewohnheiten beseitigen.

Sie haben bestimmt schon gehört, dass Sie beim Trading rational bleiben und Ihre Emotionen in den Griff bekommen sollten. Dieses Ziel erreichen Sie am besten, wenn Sie sich darauf konzentrieren, Ihre Gewohnheiten zu korrigieren.

Warum?

Die tief im Gehirn liegenden Basalganglien sind für Ihre Gewohnheiten verantwortlich. Und der prefrontale Cortex ist für komplexe Entscheidungsprozesse sowie für logisches und abstraktes Denken zuständig.

Das Problem besteht darin, dass die Basalganglien stärker sind als unser prefrontaler Cortex.

Das bedeutet, dass Ihre schlechten Trading Entscheidungen Ihre rationalen Trading Entscheidungen außer Kraft setzen.

Da Sie inzwischen die Wichtigkeit Ihrer Trading Gewohnheiten erkennen, können Sie dazu übergehen, diese zu bearbeiten.

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Was ist eine Trading Gewohnheit?

Bevor Sie irgendeine Trading Gewohnheit angehen können, müssen Sie zuerst erfassen, was eine Gewohnheit ist.

Gemäß Charles Duhiig in The Power of Habit“ ist eine Gewohnheit ein Kreislauf von Auslösereiz, Ausführung und Belohnung.

Ein Beispiel für eine schlechte Trading Gewohnheit ist Overtrading, d.h. exzessives Trading.

  • Auslösereiz: Die Kurse bewegen sich mit einer beträchlichen Volatilität nach oben.
  • Ausführung: Sie klicken automatisch den „Kauf“-Button
  • Belohnung: Sie werden euphorisch und geraten in Hochstimmung, da sich für Sie die Möglichkeit eines Geldgewinns bietet.

Ein Beispiel für eine wünschenswerte Gewohnheit ist, sich in einem ereignislosen Markt in Geduld zu üben.

  • Auslösereiz: Die Kurse bewegen sich kaum.
  • Ausführung: Sie schalten den Computer ab.
  • Belohnung: Sie genießen die sich bietende Atempause als Vorteil, den Sie als Trader haben.

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Grundlegende Richtlinien zur Überwindung schlechter Trading Gewohnheiten

Diese Vorgabe beinhaltet drei Schritte:

  1. Ermitteln Sie Ihre schlechten Trading Gewohnheiten.
  2. Gliedern Sie die Trading Gewohnheiten auf in Auslösereiz, Ausführung und Belohnung.
  3. Leiten Sie Ihr Bedürfnis nach Belohnung auf eine andere Routine um.

Schritt 1: Ermitteln Sie Ihre schlechten Trading Gewohnheiten

Der erste Schritt besteht darin, Ihre problematischen Trading Gewohnheiten zu identifizieren, zu denen die folgenden gehören:

Diese sogenannte „selbstwertdienliche Verzerrung“ besagt, dass man im Falle eines Erfolgs die Ursachen eher sich selbst bzw. den eigenen Fähigkeiten zuschreibt, während man eigene Misserfolge meist auf äußere Ursachen zurückführt, was sich äußerst nachteilig auf den Denkvorgang auswirkt. Wenn sich diese Verzerrung verfestigt, werden Sie blind gegenüber Ihren schlechten Trading Gewohnheiten.

Sie beschuldigen beispielsweise den Markt, dass er Ihre Buchgewinne wieder zurücknimmt. Wenn Sie das tun, können Sie nicht erkennen, dass Ihre mangelhafte Trading Gewohnheit darin besteht, ohne klaren Ausstiegsplan in den Markt einzusteigen.

Der selbstwertdienlichen Verzerrung können Sie am besten entgegenwirken, indem Sie einen Trading-Mentor engagieren oder sich an einen Tradingkollegen wenden. Veranlassen Sie diese dazu, Sie auf Ihre schlechten Tradinggewohnheiten hinzuweisen. Bleiben Sie offen und hören Sie auf sie.

Schritt 2: Unterteilen Sie in Auslösereiz, Ausführung und Belohnung

Jede Trading Gewohnheit weist unterschiedlichen Auslösereiz, Ausführung und Belohnung auf. Es gibt hier also viele Möglichkeiten.

Anhand eines Beispiels soll gezeigt werden, wie Sie Ihre Trading Gewohnheiten unterteilen können.

Sie haben zum Beispiel die Gewohnheit, Ihren Verluststopp vorzeitig an die Gewinnschwelle (Breakeven-Punkt) zu verschieben.

Warum handelt es sich hierbei um eine schlechte Trading Gewohnheit?

Dies führt dazu, dass Sie aus gewinnbringenden Trades, die mit einigen Zick-Zack-Bewegungen einhergehen, ausgestoppt werden. Sie vermeiden dann zwar das kurzzeitige Gefühl, ein Verlierer zu sein, aber Ihre langfristige Rentabilität leidet darunter, weil sie zu früh ausgestoppt werden.

Den Verluststopp näher heranzuziehen, ist die Reaktion darauf, dass sich der Markt gegen Ihre Position bewegt. Sie werden dafür belohnt, dass Sie nicht zu den Verlierern gehören.

Der Ablauf dieser speziellen Trading Gewohnheit vollzieht sich folgendermaßen:

  • Auslösereiz: Entgegengesetzte Marktbewegung
  • Ausführung: den Verluststopp an der Gewinnschwelle (Breakeven) platzieren.
  • Belohnung: das Gefühl eines Verlusttrades vermeiden.

Abschließende Anmerkung, um Ihnen dabei behilflich zu sein, Ihre Tradinggewohnheiten zu erkennen: Beim Trading bezieht sich die Belohnung für eine schlecht Trading Gewohnheit häufig nicht auf Geld oder einen materiellen Wert, sondern es handelt sich um ein belohnendes Gefühl oder eine Emotion, die Ihr Gehirn im Sinne des Lustgewinns bzw. der Unlustvermeidung anstrebt.

Schritt 3: Lenken Sie Ihr Verlangen nach Belohnung um

Aufgrund der Belohnung, die Sie durch die Ausführung der Gewohnheiten erhalten, entwickeln Sie eine Art von Sucht, was zur Verstärkung der Gewohnheit führt.

Der beste Weg, um die miserablen Trading Gewohnheiten zu bekämpfen, besteht darin, die Sucht zu erkennen und umzulenken.

In diesem Sinne bedeutet die Überwindung einer schlechten Gewohnheit, diese durch eine gute Gewohnheit zu ersetzen.

Nun kehren wir zum obigen Beispiel zurück. In diesem Fall werden wir den Auslösereiz und die Belohnung beibehalten, aber den Ausführung austauschen.

  • Auslösereiz: Gegenläufige Marktbewegung
  • Ausführung: Den Verluststopp an die Gewinnschwelle (Breakeven) heranziehen. Überprüfen Sie die Begründung, die Sie dazu bewogen hat, den Trade einzugehen.
  • Belohnung: Vermeiden Sie es, sich als Verlierer zu empfinden.

Sie sehnen sich danach, das Empfinden eines Verlierers zu vermeiden. Leisten Sie diesem Verlangen keinen Widerstand, sondern denken Sie stattdessen an eine tragfähige Methode, die Ihnen die erwünschte Belohnung bringt. Und in diesem Fall müssen Sie es verhindern, sich wie ein Verlierer zu fühlen.

Die Überprüfung der ursprünglichen Gründe, die Sie dazu bewogen haben, den Trade einzugehen, ist ein guter Ersatz für die Ausführung. Dies soll Sie an die stichhaltigen Gründe gemahnen, die Sie dazu veranlasst haben, diesen Trade zu eröffnen. Da es hier um Wahrscheinlichkeiten geht, ist das Resultat eines einzigen Trades unwichtig. Es kommt auf dem Ablauf bzw. die Methode an.

Und da Sie ja stichhaltige Gründe haben, die für den Trade sprechen, sind Sie bereits ein Gewinner und kein Verlierer. Dies wird Ihr Vertrauen in Ihre Position stärken und Ihnen helfen, der Versuchung zu widerstehen, daran herumzudoktern.

In Wirklichkeit ist es allerdings nicht so einfach, Ihr Verlangen umzuleiten.

Eine nützliche Methode besteht darin, eine Pause einzulegen.

Sobald Sie Ihr Verlangen spüren, machen Sie eine Pause, bevor Sie reagieren. Das Herunterfahren des Tempos ist die beste Möglichkeit automatische Reaktionen zu unterbrechen oder das von Daniel Kahnemann benannte System 1.

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Tipps zur Bildung neuer und Überwindung alter Trading Gewohnheiten

Wenn Sie versuchen, schlechte Trading Gewohnheiten mithilfe der obigen Schritte zu überwinden, werden Sie sicherlich mit Schwierigkeiten konfrontiert werden.

Geben Sie nicht auf. Benutzen Sie die folgenden hilfreichen Ratschläge, und behalten Sie das Ziel im Auge.

Tipp 1: Stress und Emotionen in den Griff bekommen

Schlechte Gewohnheiten sind hartnäckig. Insbesondere Stress und unterdrückte Emotionen bewirken, dass schlechte Gewohnheiten wieder zum Vorschein kommen.

Trading ist tatsächlich eine aufreibende Tätigkeit. Und Trader geraten dauernd auf eine emotionale Achterbahnfahrt. Aus diesem Grund sind schlechte Trading Gewohnheiten besonders hartnäckig.

Deshalb betone ich immer wieder, wie wichtig es für Trader ist, ausreichend kapitalisiert zu sein. Wenn Sie unterkapitalisiert sind, ist finanzieller Stress unvermeidlich. Unter derartigem Druck werden Sie schlechte Trading Gewohnheiten in die Enge treiben und herunterziehen.

Was Emotionen anbelangt: Die hat zwar jeder, aber sie zu unterdrücken, richtet den größen Schaden an, wenn es darum geht, schlechte Gewohnheiten in den Griff zu bekommen. Sorgen Sie also dafür, dass Sie eine Möglichkeit finden, Ihre Gefühle auszudrücken. Zu den bekanntesten Methoden gehört das Führen eines Tagebuchs, bessere Kommunikation und Meditation.

Weitere Möglichkeiten, um mit unterdrückten Gefühlen umzugehen

Tipp 2: Entwickeln Sie Selbstkontrolle mit kleinen Gewohnheiten

Fangen Sie klein an und zwar mit kleinen Gewohnheiten. Der Zweck von kleinen Gewohnheiten besteht darin, diese zu nutzen, um Kontrolle auszuüben und Willenskraft aufzubauen. Dies ist hilfreich für die Entwicklung von Gewohnheiten insgesamt.

Diese kleinen Gewohnheiten müssen direkt mit dem Trading verbunden sein.

Ihren Tradingschreibtisch aufzuräumen, bevor Sie mit dem Trading beginnen, ist eine hervorragende kleine Gewohnheit.

Fünf Liegestützen zu machen und die von Ihnen bevorzugten Trading-Zitate laut zu lesen, sind ebenfalls gute Möglichkeiten.

Tipp 3: Stellen Sie eine wesentliche Gewohnheit in den Mittelpunkt

Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie Ihre Hauptgewohnheit bearbeiten.

Eine Hauptgewohnheit ist jene, die nachhaltige Auswirkungen auf Ihren gesamten Tradingprozess hat.

Ein Beispiel für eine Hauptgewohnheit ist, Ihre Trades in allen Einzelheiten aufzuschreiben. (Ihre Begründungen, warum Sie jeden einzelnen Trade eingegangen sind, Screenshots, Emotionen und Resultate.)

Sobald Sie sich angewöhnt haben, Ihre Trades aufzuschreiben, werden Sie höchstwahrscheinlich eingehend über die Gründe nachdenken, die Sie zum Einstieg in jeden Trade veranlasst haben.

Mit genauen Aufzeichnungen Ihrer Trades werden Sie eher die Gewohnheit ausbilden, Ihren Tradingprozess systematisch zu überprüfen.

Ihr Augenmerk auf eine entscheidende Trading Gewohnheit zu richten, ist auch hilfreich für die Entwicklung anderer Trading Gewohnheiten.

Tipp 4: Verlassen Sie sich auf Ihre Willenskraft anstatt auf Ihre Motivation

Was die Überwindung von schlechten Trading Gewohnheiten anbelangt, ist Motivation zwar nützlich, aber sie ist nicht verlässlich, da sich Ihre Motivation aufgrund äußerer Umstände verändert.

Ihre Willenskraft ist zuverlässiger als die Motivation. Willenskraft ist einem Muskel vergleichbar, auf den Sie sich verlassen können, wenn Sie ihn trainieren. Lernen Sie mehr darüber, wie Sie Ihre Willenskraft als Trader stärken können.

Die gute Nachricht ist, dass Sie weniger Willenskraft benötigen, wenn sich eine Gewohnheit zunehmend verfestigt hat. Oder anders ausgedrückt: Es ist lohnenswert, sich in der Anfangsphase anzustrengen.

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Weitere nützliche Quellen zur Überwindung schlechter Trading Gewohnheiten

Dieser Artikel enthält mehrere Konzepte und Ratschläge aus Büchern, von denen ich mir wünsche, dass ich sie schon früher gelesen hätte. Dann hätte ich nämlich Bescheid gewusst über systematische Möglichkeiten zur Verbesserung meines Tradingverhaltens.

Das sind die Bücher, die nützlich für das Verständnis von Gewohnheiten sind.

Falls Sie Interesse haben, gibt es auf der Website www.udemy.com es einen Kurs zur Beherrschung der kleinen Gewohnheiten.

Einige Apps können auch beim Ausbilden von Gewohnheiten hilfreich sein:

Langfristig betrachtert, können Ihre Trading Bewohnheiten entscheidend für Ihre Tradingresultate sein. Fangen Sie heute an, auf Ihre Automatismen zu achten.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: How to break bad trading habits for top performance

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Bonus: Drei Hindernisse beim Trading und wie man sie überwindet

Wir haben alle schon enttäuschende Tradingergebnisse erfahren. Wenn Sie bereits seit einiger Zeit traden, sind Sie bestimmt Hindernissen begegnet.

Allmählich fangen Sie an zu erkennen, dass Sie immer mit den gleichen Problemen konfrontiert werden und die gleichen Fehler wiederholen.

Schließlich stellt sich heraus, dass es beim Trading um die Überwindung von Hindernissen geht.

Es sind drei Hindernisse, denen die meisten Trader begegnen. Wenn Sie diese nicht aus dem Weg schaffen, ist Ihnen der Zugang zum Tradingerfolg versperrt.

Nutzen Sie die folgenden Hinweise, um jedes Hindernis zu überwinden und Ihrem Tradingziel näherzukommen.

Tradinghindernis: Unzureichendes Finanzkapital

Zunächst müssen wir klären, was mit Kapital gemeint ist. Kapital bezieht sich hier auf Ihr Finanzkapital und nicht nur auf das, was sich auf Ihrem Tradingkonto befindet. Es ist Ihr gesamter Vermögenswert.

Denken Sie an erfolgreiche Trader, die Sie kennen. Wie viele von ihnen begannen ohne Ersparnisse und mit nur 500 Dollar in Ihrem Tradingkonto?

Wahrscheinlich niemand.

Alle erfolgreichen Trader, die ich kenne, fingen mit einem größeren Tradingkonto an. Noch dazu verfügen sie über einen stattlichen Betrag an Sparguthaben, um ihre täglichen Kosten zu finanzieren.

Gut kapitalisiert zu sein, ist mehr als nur ein Vorteil für denjenigen, der Trading als Beruf betreiben möchte. Das ist eine Grundvoraussetzung. Sie müssen ausreichend kapitalisiert zu sein, um hauptberuflich zu traden.

Ausreichend Tradingkapital ist notwendig

Ein unterkapitalisierter Trader ist massiv benachteiligt.

Mit weniger Kapital ist es unwahrscheinlicher, die Minusphasen Ihrer Tradingstrategie zu durchzustehen.

Alle Strategien haben Minusphasen (Drawdowns). Aufeinanderfolgende Verluste sind unvermeidbar. Um erfolgreich zu traden, brauchen Sie genügend Kapital, um Minusphasen zu überstehen. Wenn nicht, ist es wahrscheinlicher, dass Sie Schiffbruch  erleiden werden.

Mit unzureichendem Kapital werden Sie höchstwahrscheinlich durch Ihre Gewinne und Verluste emotional beeinflusst.

Ihre Emotionen sind an jede kleine Marktbewegung gebunden. Sie werden ängstlich und schnell gierig. Es wird wahrscheinlicher, dass Sie versagen werden.

Mit unzureichendem Kapital werden Sie sich höchstwahrscheinlich über Risiko und Overtrading hinwegsetzen.

Wenn Sie Ihre Trading-Gewinne benötigen, um Ihre Miete zu bezahlen, werden Sie höchstwahrscheinlich ein übermäßiges Risiko eingehen. Sie werden dann auch viel eher Ihre Regeln zum Risiko-Management vernachlässigen und es höchstwahrscheinlich nicht schaffen. So ist Ihre Erfolglosigkeit vorprogrammiert.

Angenommen Ihre einzige Einkommensquelle ist der Markt, und Sie haben kaum Ersparnisse. Sie werden dann sicher unter Druck geraten, jeden Monat mit dem Trading Geld zu verdienen. Sie werden dauernd spüren, dass Sie traden müssen. Infolgedessen werden Sie Overtrading betreiben.

Jeder redet über die Wichtigkeit der Tradingpsychologie. Jeder Trader stimmt damit überein, dass Disziplin und emotionale Kontrolle erforderlich sind. Der Zusammenhang zwischen Tradingpsychologie und Finanzkapital wird jedoch vernachlässigt bzw. kaum beachtet.

Wenn folgendes auf Sie zutrifft:

  • Ängstlichkeit
  • Übertrading
  • Tradingregeln und Regeln zum Risiko-Management nicht beachten

Denken Sie über die eigentliche Ursache dessen nach.

Liegt es daran, dass Sie nicht genügend Kapital haben? Streben Sie eine unerreichbare Kapitalrendite (ROI = Return on Investment) unter belastenden Bedingungen an?

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Wie man den Mangel an Finanzkapital meistert

Ausreichend Tradingkapital ansparen

Riskieren Sie nicht unnötigerweise Ihr Tradingkapital. Lernen Sie, indem Sie simuliertes Trading machen oder mit einer minimalen Positionsgröße handeln, während Sie Geld ansparen.

Einige Trader lehnen simuliertes Trading ab. Und zwar darum, weil es nicht das gleiche emotionale Training bietet wie Live-Trading.

Das ist richtig. Aber über mehr Anfangskapital zu verfügen, bedeutet höhere Erfolgsaussichten. Es ermöglicht Ihnen einen größeren Puffer, um mit Ihren Emotionen umzugehen zu können, wenn Sie mit dem echten Trading anfangen. Und da simuliertes Trading hilfreich ist, um Ihr Finanzkapital zu bewahren, rate ich Ihnen, sich dafür zu entscheiden.

Sorgen Sie dafür, dass Sie die Lebenshaltungskosten für mindestens zwei Jahre auf Ihrem Bankkonto haben. Zwei Jahre sind nur als Richtgröße zu verstehen. Bedenken Sie das Ziel: Sie wollen den Stress bei Ihrem täglichen Trading abbauen. Sparen Sie soviel, wie Sie benötigen, um sich finanziell sicher zu fühlen.

Halten Sie Ihre Lebenshaltungskosten niedrig. Weniger Kosten haben, über die man sich Sorgen machen muss, führt zu besseren Tradingentscheidungen. Und auch wenn Sie im Trading profitabel sind, werden Ihre Gewinne vermutlich volatil sein. Geringe Lebenshaltungskosten sind hilfreich, wenn Sie einen Engpass im Markt erleben.

Arbeiten Sie, während Sie traden. Wenn es Ihre Tradingmethode erlaubt, gehen Sie daneben einer beruflichen Tätigkeit nach. Eine weitere Einkunftsquelle zu haben, ist die beste Möglichkeit, um finanziellen Druck zu lindern.

Was mich anbelangt, habe ich einige Jahre Geld angespart und meinen Lebensstil heruntergeschraubt, bevor ich mit dem Trading in Vollzeit begonnen habe. Dies ist hilfreich, um finanziellen Druck vom Tradingprozess fernzuhalten.

Mir fällt es leichter, mich auf die Auswahl der richtigen Trades zu konzentrieren, wenn ich mir keine Sorgen über die monatlichen Tradingerträge machen muss.

Tradinghindernis: Unfähigkeit, in Wahrscheinlichkeiten zu denken

Wir sind mit Vorstellungen der Sicherheit erzogen worden.

  • Wenn du fleißig lernst, wirst du deine Prüfung bestehen.
  • Wenn du zur Arbeit gehst, wirst du dafür bezahlt.
  • Wenn du länger arbeitest, wirst du mehr erreichen.

Um jedoch gut zu traden, müssen Sie Unsicherheiten und Wahrscheinlichkeiten akzeptieren.

Sie müssen akzeptieren, dass die Welt nicht schwarz und weiß ist. Sie ist grau, und es gibt unzählige Schattierungen von grau.

tradingwahrscheinlichkeiten

Ein richtiger Trade kann zu Verlusten führen. Ein falscher Trade kann zu Gewinnen führen.

Mit einem Trade können Sie Geld verdienen, aber drei Trades bedeuten nicht, dass Sie mehr Geld verdienen werden.

Mehr Stunden für das Trading aufzuwenden, bedeutet nicht, mehr zu verdienen. Weniger Zeit aufzuwenden kann weniger Verluste bedeuten.

Trader, die Wahrscheinlichkeiten begreifen, werden nicht bereuen, einen Verlusttrade eingegangen zu sein. Sie tragen ihre Verlusttrades wie ein Ehrenabzeichen, sofern sie sich an ihren Tradingplan gehalten haben.

Wenn Sie nicht verstehen, warum ein Verlusttrade ein korrekter Trade sein kann, verstehen Sie nicht die Wahrscheinlichkeit.

Wie man die Unfähigkeit, in Wahrscheinlichkeiten zu denken, überwindet

Lernen Sie, Entscheidungen zu überprüfen, indem Sie die Information benutzen, die Sie hatten, als Sie diese Entscheidung trafen. Beurteilen Sie Ihre Entscheidungen nicht nach den Ergebnissen.

Das Verhältnis zwischen Entscheidungen und Ergebnissen kommt erst langfristig zum Vorschein.

Das ist eine schwierige Angelegenheit. Aus diesem Grund scheitern auch die meisten Trader. Die meisten von uns unterschätzen, wie schwierig es ist, in Wahrscheinlichkeiten zu denken.

Glücklicherweise gibt es einige wichtige Bücher, die uns dabei helfen. Sie beziehen sich auf die Rolle des Zufalls in unserem Leben und die probabilitische Natur des Trading.

Folgende Bücher sollten Sie lesen:

Natürlich ist das kein leichtes Thema. Mit einigen Büchern ist es nicht getan.

Sie müssen beginnen, in Begriffen der Wahrscheinlichkeiten in Bezug auf Ihr Leben zu denken. Es handelt sich dabei um eine völlig neue Betrachtungsweise, die sich gänzlich von dem unterscheidet, was in unseren Gehirnen fest verdrahtet ist.

Sie brauchen viel Zeit dafür, damit sich dies dort absenkt.

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Tradinghindernis: Mangel an Orientierung

Unabhängig von Ihrem Handelsansatz müssen Sie die Märkte analysieren und versuchen, sich im Laufe der Zeit zu verbessern.

Das heißt, dass Sie Ihre Beobachtungen, Trades und Ergebnisse im Zeitablauf verfolgen müssen. Sie müssen herausfinden, was funktioniert und was nicht funktioniert. Von heute auf morgen werden Sie die Antworten nicht finden. Sie müssen über einen längeren Zeitraum Daten sammeln, recherchieren und beobachten, um zu Schlussfolgerungen zu gelangen.

Deshalb sollten Sie Ihre Tradingstrategie oder wichtige Teile Ihres Tradingplans nicht ändern. Wenn Sie das tun, können Sie keine nützlichen Schlussfolgerungen ableiten.

Um Ihren Tradingvorteil ausfindig zu machen, brauchen Sie Orientierung.

Allerdings machen viele unerfahrene Trader genau das Gegenteil.

Der durchschnittliche unerfahrene Trader wird sich etwa so verhalten: Er probiert die Fundamentalanalyse aus. Er gerät in eine Verlustphase, also sucht er nach etwas anderem. Er probiert es mit der VSA (Volumen-Spread- Analyse), und gerät wieder in eine Verlustphase. Er gibt auf. Nun versucht er es mit einer phantastischen neuen Stochastik-Strategie. Erneute Verluste, und er gibt auf. Er hörte, dass das Schreiben von Optionen ein regelmäßiges Einkommen produziert. Er probiert es aus. Er gerät in eine Verluststrähne. Er gibt auf.

Nun, diese Geschichte kann sich endlos fortsetzen.

Es geht darum, dass Sie keine wirklichen Fortschritte in Ihrer Tradinglaufbahn erreichen, bis Sie anfangen, Orientierung zu schaffen.

Es ist völlig in Ordnung, zu forschen und verschiedene Märkte, Instrumente und Strategien usw. kennenzulernen. Das ist äußerst wichtig, um die Grundlage für Ihr Trading aufzubauen und Ihre Möglichkeiten zu erkennen.

Aber Sie müssen wissen, dass Sie erst dann wirkliche Fortschritte machen, wenn Sie sich spezialisieren.

Alle begnadeten Trader, die Jack D. Schwager für sein Buch Market Wizards  (Deutsche Übersetzung) interviewt hat, haben sich auf etwas spezialisiert. Auch wenn sie sich anscheinend oberflächlich mit vielen Märkten beschäftigt hatten, begannen sie schließlich damit, sich unter Verwendung eines Ansatzes auf einen Markt zu spezialisieren.

Trading mit Spezialisierung

Wie man mangelnde Orientierung überwindet

Hören Sie auf, dem nächsten Tradingbuch, dem Guru eines Forums oder einem Online-Kurs hinterherzujagen. Sie brauchen nur eine Sache, die für Sie sinnvoll ist.

Dann können Sie Ihre Suche aufgeben und Ihren eigenen Weg zum Erfolg finden.

  1. Wählen Sie einen Markt aus.
  2. Wählen Sie eine Strategie aus .
  3. Entscheiden Sie sich für ein Überprüfungskriterium. Beispielsweise überprüfen Sie alle 30 Trades über mindestens 30 Handelssitzungen.
  4. Verbessern Sie aufgrund dieser Überprüfung Ihren Tradingplan. Vermeiden Sie drastische und häufige Änderungen.

Dieser Vorgang kann langweilig sein. Auf diesem Weg werden Sie sich langweilen und könnten in Versuchung kommen, eine neue Strategie auszuprobieren. Genau das ist der Grund, warum es so schwierig ist, erfolgreich zu traden.

Schlussbemerkung

Es gibt viele weitere Hindernisse zum erfolgreichen Trading. Aber die drei genannten Hindernisse decken einige wichtige Bereiche ab, die dem Trading für den Lebensunterhalt entgegenstehen. Wenn Sie diese Hindernisse überwinden, kommen Sie dem Ziel, ein erfolgreicher Trader zu werden, viel näher.

Gehen Sie diese drei Hindernisse einzeln an.

Aber greifen Sie nicht ein Hindernis unbedacht heraus und legen dann los. Treten Sie einen Schritt zurück. Legen Sie eine Pause vom Trading ein, und denken Sie über Ihre Tradingerfahrungen nach. Finden Sie heraus, welches Hindernis für Sie das größte Problem darstellt.

Fangen Sie damit an.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: 3 Key Trading Barriers and how to overcome them

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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