„Das große Buch der Markttechnik“ von Michael Voigt – Rezension

Wer kennt das nicht? Irgendwann entdeckt jemand die Börse für sich und will an den Finanzmärkten handeln. Nicht selten kommen einem zuerst Aktien in den Sinn, dann vielleicht Optionsscheine, Zertifikate, oder es kommt zu einem ersten Kontakt mit dem CFD-Trading. Ist der Schritt zu einem Broker getan, dauert es meist auch nicht lange, bis die erste Einzahlung im Markt versenkt wurde. Was ist schief gelaufen? Ist Börse doch eher eine Lotterie?

Auf der Suche nach Lösungsansätzen verirren sich gerade Anfänger allzu oft in komplizierten Strategien, die sie selten umsetzen können. Immer wieder kommt von Einsteigern, die nach dem Heiligen Gral suchen, die Frage, ob man nach Fibonacci handeln sollte. Oder nach Elliott Wellen, dem Stochastiker, dem RSI, MACD und anderen Indikatoren. Manch einer stürzt sich sogar auf den CoT-Report oder sucht bei Affinität zur Esoterik sein Glück direkt im Pattern Trading.

Markttechnik als Lichtung im Wald

"Das große Buch der Markttechnik" - Michael Voigt
„Wo entsteht Bewegung?“ – Das große Buch der Markttechnik von Michael Voigt

Das wird natürlich nicht funktionieren. Denn es fehlen schlicht die Basics für das Marktverständnis an sich.

  • Wie funktionieren Märkte?
  • Wie entstehen überhaupt Kurse?
  • Aus welchen fundamentalen Bestandteilen setzt sich das Trading zusammen?

Diesen und mehr Fragen hat sich Michael Voigt in seinem umfassenden Werk „Das große Buch der Markttechnik“ gewidmet. Es gilt heute als so etwas wie eine Bibel unter den Büchern für Trading-Einsteiger. Voigt selbst sieht diesen Begriff kritisch. Schließlich, so räumt er ein, sei sein Buch nichts grundlegend Neues, da es sich an der Dow-Theorie orientiert, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts von Charles Dow formuliert wurde.

Die Markttechnik stellt heute allerdings eine moderne und weiter entwickelte Form der alten Dow-Theorie dar. Sie bildet den Grundstein für das Verständnis von der Funktion der Märkte. Einige sehen sie als Teil der technischen Analyse, andere betrachten die technische Analyse wiederum als Teil der Markttechnik. Für meine Betrachtung ist diese Klassifizierung unerheblich. Allein wichtig ist, die Merkmale der Markttechnik zu verstehen und alle weitere Praxis daran ausrichten zu können.

Hier setzt der Autor und Trader Michael Voigt an. Sein Buch mit über 660 Seiten verfolgt ein Ausbildungskonzept von der Pike auf. Dadurch ist es für Einsteiger ebenso prädestiniert wie für schon Erfahrenere, die ihr Wissen ständig neu auffrischen wollen. Bereits das Titelbild macht klar, wohin die Reise geht. Statt der allgegenwärtigen Frage nachzugehen, wohin der Kurs denn gehen könnte, stellt Voigt die neue Frage: „wo kann Bewegung entstehen?“. Wie er diese Frage beantwortet, wie wir mit dieser Antwort am besten umgehen können und ob sich die umfangreiche Lektüre letzten Endes wirklich zu lesen lohnt, dies soll in dieser Rezension einmal näher beleuchtet werden.

Wer ist Michael Voigt?

„Das große Buch der Markttechnik“ befindet sich mittlerweile in der 13. Auflage und ist bereits 2006 erschienen. Zu der Zeit arbeitete Michael Voigt als Trader in einem international tätigen Handelsbüro. Dort schon skizzierte er sein Wissen über das Trading mit dem Vorhaben, diese in einem Buch zusammen zu fassen. Nebenbei gab er Workshops und Seminare für fortgeschrittene Trader. Der Kontakt zu diesen machte ihm klar, dass es allerdings viele unterschiedliche Trading-Stile gab, die sich nicht als Buchanleitung zusammenhängend vermitteln ließen.

Michael Voigt "Das große Buch der Markttechnik"
Der Autor Michael Voigt auf der Messe „World of Trading“ 2017

Also beschloss er, sinnvoller Weise nicht in die Breite, sondern in die Tiefe zu gehen. Im Zentrum stand dabei die Überlegung, den Tradern Fachwissen zu vermitteln, welches oftmals Fortgeschrittenen ebenso fehlte wie dem Anfänger.

In der Folge teilt Voigt sein Buch somit in zwei wesentliche Bereiche. Zum einen in die Markttechnik als Ausgangspunkt für das Handeln. Zum anderen fordert und beschreibt er eine Qualität des Tradings. Damit gemeint ist die Zusammenführung von Erfahrung und Wissen in der praktischen Anwendung.

Michael Voigt weist jedoch schon im Vorwort darauf hin, dass die von ihm vorgestellte Markttechnik nicht die einzig funktionierende Weise ist, ein erfolgreicher Trader zu werden. Sondern vielmehr ist sie eine – seine – Sichtweise vom praktischen Handel, den er detailliert für den Leser in seine Bestandteile zerlegt und am Ende wieder zusammen setzt. Die dabei erreichte Tiefe ist dann auch das, was sein Buch von anderen Veröffentlichungen abhebt.

Zur Struktur des Buchs

Der Autor ist mit dem „großen Buch der Markttechnik“ ein gewisses Risiko eingegangen. Denn der Aufbau des Buches geht völlig weg von den althergebrachten Fachbüchern. Voigt hat sich entschlossen, seinen Fachteilen jeweils einen Romanteil beizumischen. So geht jedem Kapitel zunächst eine belletristische Geschichte voran, die das kommende Thema fast auf einer emotionalen Ebene vorbereitet. Diese Geschichten bauen Kapitel für Kapitel aufeinander auf und beschreiben den Werdegang eines Praktikanten in einem – welch ein Zufall – Handelsbüro. Warum hat der das getan?

Natürlich soll diese zusätzliche Erzählung nicht einfach nur ein „Lückenfüller“ sein, wie Voigt in seinem Vorwort schreibt. Sondern es ist mehr oder weniger eine Darstellung der Praxis und ein Spiegel, den er dem Neuling vorhält. Spätestens wenn man das zweite Kapitel hinter sich gelassen hat, wird man mit einem Lächeln verstehen, was damit gemeint ist. Denn jeder angehende Trader hat nach der Lektüre eines Fachbuches schon einmal festgestellt, dass Theorie und Praxis zwei verschiedene Dinge sein können.

Der Unterschied eines Fachbuchs zum „großen Buch der Markttechnik“

Fachbücher erklären Techniken, weisen auf Merkmale und Bausteine beim Trading hin. Aber sie schreiben nichts darüber, was wir fühlen, wenn der Markt gegen uns läuft. Was uns dazu treibt, einen Trade einzugehen, warum wir oft nicht verstehen, weshalb der Markt in der einen oder anderen Weise nicht so läuft, wie wir das gedacht oder erwartet haben. Voigt schreibt, dass nichts davon „erfunden oder an den Haaren herbeigezogen“ ist, sondern einen kleinen Einblick in den Alltag eines Handelsbüros gewährt und Probleme im Persönlichen spiegelt. Dinge, die sich in einem Fachbuch nicht sinnvoll unterbringen, aber die Nähe des Autors zu den Dingen dazwischen erkennen lassen.

Von den insgesamt 662 Seiten entfallen lediglich 182 Seiten auf den Romanteil. Der Fachteil über die Markttechnik verteilt sich somit auf die verbleibenden 480 Seiten.

Kapitel 1 der Markttechnik: Vorhang auf!

Michael Voigt stellt es uns wie ein Theater dar. In der Einführung werden wir kurz vertraut gemacht mit dem Ort des Geschehens und den fünf Hauptpersonen. Im Mittelpunkt steht der Praktikant Philip, flankiert von „Hofner“ und „Sander“, zwei erfahrenen Händlern, die Philip zum Trader ausbilden sollen. Am Rande lernen wir ebenfalls Laura und Claudia kennen, die der Administration des Handelsbüros angehören.

„Das große Buch der Markttechnik“ beginnt sodann mit dem ersten Kapitel, welches nur einen Romanteil enthält. Das macht didaktisch durchaus Sinn. Wenn wir später zum ersten Fachteil im zweiten Kapitel kommen, befinden wir uns nämlich bereits mitten im Geschehen. Voigt umreißt zunächst die ersten Wochen des Praktikanten Philip im Handelsbüro. Seine Erfahrungen, die er in dieser Zeit gemacht hat, entsprechen höchst wahrscheinlich jenen, die jeder Anfänger in seinen ersten Wochen macht.

Der Blick in den Spiegel

Wir erfahren, dass Philip eher kein Vollzeittrader werden, sondern nur ein bißchen Geld machen will. Markttechnik hält er für so etwas wie Magie, liest alle verfügbaren Zeitungsartikel und setzt je nach Gefühl mal auf Long oder Short. Erst der Chef des Handelsbüros macht klar: mit einem Trading-Tagebuch und einem Verständnis von der Bedeutung der Qualität des Handels kann man aus jedem Menschen einen hochwertigen Trader machen. Das lässt hoffen.

Denn Philips „Herumgezocke“ gleicht einer Lotto-Wette. Sein Echtgeld-Konto hat er in den ersten Wochen halbiert. Zwar wird ihm versichert, dass dies am Anfang normal sei, dennoch komme jetzt die Zeit, den Lernprozess in Gang zu bringen. Mit einer belletristischen Mail an Philips Vater endet das erste Kapitel mit einer Zusammenfassung des Lehrplans und der Feststellung, dass oft nur ein langweiliger Handel erfolgreich ist.

Kapitel 2 der Markttechnik: die Kurs-Entstehung

Der Beginn des zweiten Kapitels führt dem Anfänger erstmals vor Augen, dass Börse mehr ist als Lotterie. Im einführenden Romanteil hat Philip in eine Aktie investiert, von der er sich aufgrund vieler positiver Nachrichten eine enorme Kurssteigerung verspricht. Am Morgen danach ist sie allerdings um 17% gefallen. Er denkt, dass der Markt spinnen müsse und verliert den Mut. Zusammen mit seinem Ausbilder gehen sie von der Dividende über Quartalszahlen bis hin zur Wirtschaftslage Gründe durch, die einen Wert steigen oder fallen lassen können.

Warum all diese Gründe allerdings nicht eine Kursentwicklung erklären, wird bald klar. Flankiert von einfachen Clipchart-Zeichnungen veranschaulicht „Sander“, wie ein Kurs zustande kommt, und verschiedene Orderausführungen den Kurs nach oben oder unten treiben können. Hier wird auch unter dem Aspekt „Newstrading“ zum ersten Mal die Bedeutung der Frage, wo Bewegung im Markt entstehen könnte, aufgegriffen. Es kommen Stops und die Motivation von Analysten zur Sprache, die den Markt beeinflussen.

Der Fachteil ergibt sich aus dem Romanteil

Philips erste Ausbildungs-Lektüre, die der Anfänger an seiner Seite miterleben konnte, mündet sodann in den ersten Fachteil zur „Entstehung und Ursachen von Kursänderungen“. Michael Voigt stellt bereits im ersten Satz und unter Rückgriff auf den Romanteil die Behauptung auf, dass Kurse eher selten bis gar nicht auf externe Ereignisse zurückzuführen sind. Dieser Glaube sei zumindest für den praktischen Handel im markttechnisch orientierten Trading „haltlos“.

Das große Buch der Markttechnik - Kapitel 2
Kapitel 2 behandelt die Entstehung von Kursen

Ohne Romanteil wäre diese Aussage kaum nachvollziehbar gewesen. Nachdem Voigt die Kursveränderungen von diesen nunmehr externen Ereignissen getrennt hat, kann er sich den eigentlichen Gründen dafür widmen. Diese sieht der Autor in den verschiedenen individuellen Motivationen der Käufer und der Verkäufer sowie in den grundsätzlichen Orderarten.

Zwar sei es richtig, dass sich Käufer und Verkäufer neben diesen individuellen Gründen auch von externen Ereignissen in ihrer Order-Entscheidung beeinflussen lassen (Autokauf, Altersvorsorge, kurz-, mittel- oder langfristige Investments aufgrund einer Chartanalyse). Jedoch hänge die Kursentwicklung letztlich aber immer an Faktoren wie dem Order-Volumen und den Order-Zusätzen wie Limit, Market und vor allem den Stops. Warum das so ist, erklärt der Fachteil.

Hier vollzieht Voigt ausführlich und anhand einfacher, auf Logik basierender Rechen-Beispiele, wie sich diese Faktoren auf den Kursverlauf im Orderbuch auswirken. Er behandelt sowohl die Nachfrage- wie die Angebotsseite und stellt denkbare Szenarien mit verschiedenen Voraussetzungen gegenüber. Im letzten Schritt erfolgt schließlich die Kursermittlung. Das Ergebnis dürfte dem bis hierher Unwissenden ein Aha-Erlebnis und eine neue Perspektive verschaffen.

Im Weiteren geht Voigt noch auf die damit zusammenhängenden Themen der Liquidität, der Bedeutung von „Time & Sales“-Listen sowie der nötigen Beachtung von Zeiteinheiten ein. Letztere werden in einem noch folgenden Unterkapitel speziell behandelt.

Kapitel 3 der Markttechnik: Trendaufbau der Markttechnik

Der in Kapitel 3 etwas kurz gehaltene Romanteil vertieft den Blick auf die Schmerzen des Anfängers. Praktikant Philip hat weitere Bücher gelesen, Charts betrachtet und sich in Zeitschriften informiert. Er hält sich für fit. Jedoch steigen seine Verluste regelmäßig weiter. Zum ersten Mal wird ihm klar, dass noch etwas fehlt. Zum einen ein anderes Grundwissen, zum anderen ein konkretes Trading-Ziel. Sein Chef analysiert seine Stopp-Setzung, die den Namen nicht verdient, und resümiert, dass Philip in der Erwartung eines anderen Ergebnisses stets den gleichen Fehler macht.

Emotional kurz vor der Aufgabe fragt sich der Praktikant, warum der Markt immer das Gegenteil von dem macht, was er „machen soll“. Eröffnet er eine Position, läuft der Markt gegen ihn. Schließt er sie im Verlust, geht der Markt in die ursprünglich gedachte Richtung. Von Hofner erhält er schließlich eine Abhandlung über die Kursentstehung, die der Leser ebenso wie Philip im Fachteil zu lesen bekommt.

Trendaufbau aus Sicht der Markttechnik

So kurz wie der Romanteil, so ausführlich wird der Fachteil des dritten Kapitels. Voigt verspricht im Eingangssatz erste Antworten auf seine Frage, wo Bewegung in den Märkten entsteht. Dazu hat er die folgenden Seiten in mehrere Unterabschnitte aufgeteilt. Der erste Unterabschnitt beschäftigt sich mit der Visualisierung von Trendlinien, die durch die Verbindung von bestimmten Punkten einen Trend aufzeigen sollen. Er weist darauf hin, dass diese Nachteile haben und in Abhängigkeit von einigen Faktoren sehr subjektiv sein können.

In einem weiteren Unterabschnitt kommt der Autor auf die Verwendung von (Trendfolge-) Indikatoren zu sprechen. Diese würden zwar eine Subjektivität ausschließen, seien aber zeitverzögert und könnten kaum oder nicht fehlerfrei Seitwärts-Phasen herausfiltern.

Darauf aufbauend wendet sich Michael Voigt nun dem eigentlichen Trendaufbau zu. Während sich der Aufwärtstrend mit neuen höheren Hochs und höheren Tiefs sowie Abwärtstrends mit neuen tieferen Tiefs und tieferen Hochs noch leicht erklären lassen, findet er hier den Übergang zu möglichen Einstiegen und der Stopp-Setzung. Diesen noch rein theoretischen Ansatz überträgt er anschließend in einen praktischen, indem Voigt darstellt, was in einem Trend überhaupt passiert. Was einfach klingt, erweist sich auf den nächsten 12 Seiten als gar nicht so einfach.

Trendaufbau aus Sicht der Markttechnik
Trendaufbau im „großen Buch der Markttechnik“

Anhand von Grafiken wird veranschaulicht, wann und wo Institutionelle auf der einen und Anfänger auf der anderen Seite ihre Einstiege suchen und wie sich dieses Verhalten jeweils auswirkt. Am Ende steht die Feststellung, dass Anfänger meist erst aufgrund einer schon vorhandenen Bewegung ihre Ein- und Ausstiege vornehmen, während dies Institutionelle aufgrund einer zu erwartenden Bewegung machen. Er folgert, dass der Trend daher im Weiteren noch detaillierter betrachtet werden muss.

Es folgt die Erörterung des Trends aufgrund der verschiedenen Zeiteinheiten, in denen ein Chart betrachtet werden kann. Diese kombiniert er anschließend mit dem Aspekt der Bewegung und der Korrektur. Es wird deutlich, dass sowohl die Bewegung eine Korrektur, wie auch die Korrektur eine Bewegung sein kann und die Perspektive von der betrachteten Zeiteinheit abhängig ist.

Im letzten Unterkapitel erklärt Voigt die 1-2-3-Punkte-Zählung im markttechnisch basierten Trendhandel und deren Bedeutung (woanders auch als „a-b-c“ geläufig). Hier wird nochmals klar, wo Einstiegspunkte sowie Stopps liegen sollten und warum der Markt dabei durchaus auch mal gegen den Trader laufen muss. Abgerundet werden die Erklärungen mit grafischen Beispielen in Charts, die Punkte und Zeichnungen enthalten.

Am Ende des dritten Kapitels fasst Voigt die relevanten Punkte nochmals zusammen und setzt sie verständlich in Beziehung zueinander. Der Anfänger sollte bereits hier erkennen können, „warum, wo und wann Bewegung im Markt entstehen kann“. Voigt fordert den Anfänger aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse dazu auf, sich in die Köpfe der anderen Marktteilnehmer hinein zu denken und ihre Motivation zu erkennen.

Kapitel 4: die Details im „großen Buch der Markttechnik“

Mit Beginn des vierten Kapitels kommt der Leser an einen Schnittpunkt zwischen grundsätzlichem und Detail-Wissen. Mittlerweile hat Philip die Ausführungen über den Trendaufbau in der Markttechnik ebenfalls gelesen. Der größte Teil des Romanteils ist somit zunächst eine Zusammenfassung des bisher Erlernten. Der Praktikant kehrt nach einer längeren Denkpause in das Handelsbüro zurück und rekapituliert das Gelesene mit seinem Chef Hofner. Vorab wertend betrachtet ist dieser Romanteil einer der wichtigsten des „großen Buchs der Markttechnik“.

Philip erkennt stellvertretend für den Leser, dass er immer erst am Ende einer Bewegung gehandelt hat. Zudem versteht er, wann und warum Trendlinien oder Indikatoren verwendet werden können. Ebenso sieht er die Bedeutung von verschiedenen Zeiteinheiten für einen Trend sowie das 1-2-3 Zählsystem mit ganz anderen Augen. Es wird für ihn klar, dass sich die Entscheidung für einen Trade aus der Kombination dieser Aspekte ergibt.

Was den Romanteil allerdings interessant macht, ist das, was im Fachteil nicht oder nur andeutungsweise zum Ausdruck kommt. Hofner erklärt Philip zunächst, wie aufgrund des Vorgenannten ein Trendbruch als solcher zu erkennen ist und dass es mehrere Möglichkeiten eines Trendbruchs gibt. Er kommt schließlich zu einigen relevanten Chart-Formationen wie der SKS-Chartformation, verschiedenen Dreiecks-Formationen und Seitwärts-Phasen. Der Kern der transportierten Information liegt darin, zu verstehen, wie sich die Marktteilnehmer dabei verhalten und welche Schlüsse der Trader für sich daraus ziehen kann.  Die immer wieder hervorgehobenen Positionierungen „Long“, „Short“ oder „Flat“ spielen hierfür eine maßgebliche Rolle.

Am Ende werden bestimmte Bewegungen hervor gehoben, die dann erst im letzten Absatz den folgenden Fachteil, die Innenstäbe, vorbereiten.

„Die Innenstäbe“ im vierten Kapitel

Michael Voigt hat sich entschieden, die Innenstäbe anhand von „Bars“ zu erklären, und nicht mit Candlesticks. Aus grafischer Sicht macht das Sinn, um die später im Kapitel verwendeten Candlestick-Charts besser nachvollziehen zu können.

Im ersten Abschnitt widmet er sich der Erklärung dieser Innenstäbe und ihrer Relation zu Außenstäben. Es wird ebenso darauf hingewiesen, dass sie keine klassische Seitwärts-Phase darstellen, obschon sie visuell danach aussehen. Auch auf die Verschachtelung von Innenstäben, die auch Außenstäbe sein können, wird detailliert und mit verständlichen Beispielen eingegangen.

Innenstäbe im "großen Buch der Markttechnik"
Innenstäbe nach Michael Voigt

Voigt geht anschließend auf einige Besonderheiten und die Früherkennung von möglichen Innenstäben ein. Danach zeigt er auf, warum sie meist entstehen und worin ihre Bedeutung für das Trading insbesondere unter Berücksichtigung verschiedener Zeiteinheiten liegt. Wie auch oben schon erwähnt, spielen hier ebenso die möglichen Positionierungen der anderen Marktteilnehmer, also „Long“, „Short“ oder „Flat“, eine große Rolle. Es wird unterschieden zwischen der Bedeutung von Innenstäben für bereits positionierte wie noch nicht positionierte Trader.

Zum Schluss des Kapitels weist Voigt nochmals darauf hin, dass die Suche nach Innenstäben eine gängige Praxis in der Markttechnik sein sollte. Daraus ergebe sich nicht nur die Suche nach sinnvollen Einstiegen, sondern auch die Verwendung von Stopps.

Kapitel 5: zwei umfangreiche Fachteile für Stopps und Einstiege

Wenngleich das vierte Kapitel vor allem samt Romanteil schon als sehr wichtig gelten kann, ist das fünfte Kapitel mit über 150 Seiten allein im Fachteil das mit Abstand umfangreichste im „Buch der Markttechnik“. Daran lässt sich auch die Bedeutung der Themen „Stopps“ und „Einstiege“ bemessen, die in zwei separaten Abschnitten behandelt werden. Ein dritter Fachteil fasst die beiden vorher gegangenen Fachteile zusammen.

Der Romanteil weicht vom bisherigen Schema etwas ab. Nachdem Philip seine bisherigen Trades unter Anwendung des neu Gelernten analysiert hat, sieht er seine Fehler. Voigt stellt in diesem Teil jedoch nicht Philip in den Vordergrund, sondern den erfahrenen Trader Hofner. Mit seiner Hilfe will der Autor den nächsten wichtigen Aspekt vermitteln, die Psychologie im Trading.

Er geht auf die Funktionsweisen des Bewusstseins ein, die den Trader ständig begleiten. Etwa, dass sie ihren eigenen Anteil an Negativ-Erlebnissen leugnen, wenn sie dem Markt die Schuld an Verlusten geben. Es geht um individuelle Einstellungen zum Trading, zum Umgang mit Verlusten, der selbst konstruierten Interpretationsmöglichkeiten und dem Umgang mit Langeweile. Hofner stellt die Forderung zur Geduld auf, indem nicht alle Zeiteinheiten unruhig nach Trading-Chancen durchsucht werden, ohne ihre Relation zueinander zu berücksichtigen.

Voigt führt auch die Emotionen ins Feld, die jene schlechten Gewohnheiten wie Angst und Gier aktivieren und verstärken. Er spricht von einer Instabilität des Geistes, die ablegt werden muss. Dabei gilt es, die „Besessenheit“ im Trading herauszunehmen und nicht gleich wieder jeden Verlust unbedingt heraus holen zu wollen. Im Vordergrund sollen stets das Fachwissen für ein sauberes Trading sowie ein Bewusstsein für die eigenen Empfindungen und der richtige Umgang damit stehen.

Der Fachteil 1: die Stopps in der Markttechnik

Schon in der Einführung klärt Voigt die Frage, warum Stopps vor den Einstiegen ausführlich behandelt werden. Im Weiteren nennt er zunächst die verschiedenen Arten, vom Verlustbegrenzungsstopp über den Gewinnsicherungsstopp bis hin zum Gewinnmitnahmestopp. Alle drei Arten werden in der Folge nochmals in ihre jeweilige Funktionsweise unterteilt.

Stopp-Setzung in der Markttechnik - Kapitel 5
Stopp-Setzung und Trailing-Stopp in der Markttechnik

Anschließend geht „Das große Buch der Markttechnik“ darauf ein, welchem Zweck diese verschiedenen Stopp-Arten dienen. Ein Kriterium sind dabei die Handelsziele. Dazu werden der Trendhandel, der Bewegungshandel sowie der Ausbruchshandel erläutert. Die jeweiligen Bereiche werden von einprägsamen Grafiken begleitet. Voigt greift an dieser Stelle nochmals die Innenstäbe auf und erklärt ebenso die sinnvolle Anwendung von Stopps bei Positionseröffnung.

Im Verlauf des Kapitels kommen einige weitere Besonderheiten zur Sprache. So erwähnt Voigt ebenfalls den Unterschied zwischen dem Risiko im Markt und dem Risiko im Geld, den Umgang mit mehreren Kontrakten und der Möglichkeit, mehrere Handels-Stile gleichzeitig anzuwenden.

Der zweite Fachteil bezieht sich sodann auf die Einstiege. Hier wird das Wissen aus den vorangegangenen Kapiteln vorausgesetzt, da es darauf aufbaut. Im Mittelpunkt steht das 1-2-3-Prinzip der Markttechnik, aus dem sich Signale generieren lassen. Darüber hinaus werden weitere nicht minder wichtige Einstiegs-Szenarien angesprochen. Zunächst wendet sich Michael Voigt recht ausführlich dem Umkehrstab zu, bevor Tageslinien sowie Trend- und Pivot-Linien für die Einstiege analysiert werden. Am Ende kommt er noch auf den Handel in die Korrektur hinein zu sprechen.

Der dritte Fachteil ist eine notwendige Zusammenfassung von Teil 1 und Teil 2. Denn hier wendet Voigt das Vorgenannte nochmals detailliert auf die verschiedenen Handelsmöglichkeiten an. Dies zeigt er mit Beispielen zum Trend-, Bewegungs- und Ausbruchshandel unter Einbezug von Einstieg, Stopp, dem Positionsaufbau und der Zeiteinheiten.

Kapitel 6: Handels-Journal und Beispiel-Trades

Beispiel-Trades im "großen Buch der Markttechnik" - Kapitel 6
Beispiel-Trades von Michael Voigt

Der etwas ausgiebigere Romanteil des sechsten Kapitels übersetzt die Theorie aus den letzten Fachkapiteln in die Praxis. Philip erhält eine Einführung, um sich auf den Trading-Tag vorzubereiten. Der Leser wird damit nochmals auf die 1-2-3-Punkte und in die Wichtigkeit der Zeiteinheiten hingewiesen. Davon abhängig lernt Philip analog, welchen Handelsstil er sich aneignen möchte und bekommt ein Merkblatt, das ihn erinnert, was er vor, während dem Trade und nach dem Handel zu berücksichtigen hat.

Voigt nutzt den Romanteil, um ebenfalls die Stopp-Setzung erneut zu vertiefen und Aspekte wie das Risiko-Management anzusprechen. Dabei spielen insbesondere Positionsgrößen und Diversifizierung eine Rolle. Zum Schluss legt Sandner dem Praktikanten dar, wie sinnvoll es sein werde, ein Trading-Tagebuch zu führen. Dies läuft vor allem darauf hinaus, Trades duplizierbar zu machen, um damit zu einer Qualität im Trading zu kommen.

Der Fachteil bringt Beispiel-Trades

Michael Voigt setzt in diesem Kapitel die Praxis anhand von Trade-Beispielen fort. Mit insgesamt 11 Trades zeigt er auf, welche grundlegenden Überlegungen einem Trade vorausgehen müssen und wie die Zielsetzung aussehen kann. Dabei berücksichtigt er ebenso den Marktverlauf, den Zeitpunkt, das Marktrauschen sowie psychische und mentale Aspekte. Das Management jedes Trades zeigt dem Leser schließlich die unterschiedlichsten Entwicklungen auf.

Kapitel 7: Trading-Fehler & Automatisierte Handelssysteme

Im Romanteil erfahren wir, dass der Praktikant zwar mittlerweile einiges gelernt hat. Aber in der Umsetzung gelingen ihm trotzdem nur Verlust-Trades. Während alle bei Börsenschluss Feierabend machen, hängt Philip weiterhin gebannt an seinen Monitoren. Hofner lässt ihn gewähren und sieht eine Weile zu, wie sich sein Schüler lediglich weiter verheddert, als hätte er alles Gelesene schon vergessen.

Nachdem Philip kaum mehr zu einem vernünftigen Gedanken fähig ist, zeigt Hofner ihm seine emotional begründeten Fehler. Er erklärt ihm, warum der Trading-Tag in zwei Abschnitte, den des Handels und den des Nachdenkens, aufgeteilt sein sollte. Dabei argumentiert sein Chef, dass der perfekte Trader nur der disziplinierte Trader sein kann.

Trading-Fehler und Automatisierte Handelssysteme

Der Autor setzt auch hier wieder zwei Fachteile an. Diese stehen allerdings für sich alleine. Im ersten Fachteil lernen wir etwas über Trading-Fehler. Diese reichen von der falschen optischen Chart-Darstellung bis hin zur Unbeständigkeit der Positionsgrößen.

Michael Voigt zeigt Traingfehler auf - Kapitel 7
Michael Voigt analysiert typische Trading-Fehler

Die Auswirkungen des Letzteren veranschaulicht Voigt detailliert auf den weiteren Seiten. Danach nimmt er sich die speziellen Fehler vor. Dazu zählen ebenso die für Anfänger typischen 10-Stunden-Tage, die ständige Kontrolle des Marktes und das All-In-Syndrom als letzte Intervention. Es folgen noch einige weitere Aspekte, in denen sich der Neuling schnell wiederfindet.

Im zweiten Fachteil des Kapitels diskutiert Michael Voigt das Verhältnis von mechanischem und automatisiertem Handel zum markttechnisch orientierten Trading. Aufgrund verschiedener Aspekte wird hinterfragt, ob markttechnisch basiertes Trading mit automatisierten Systemen überhaupt möglich ist.

Die insbesondere emotionslos geprägten Vorteile solcher Systeme lässt Voigt jedoch nicht aus. Er räumt ein, dass dies je nach Zielsetzung oder bei begrenztem Einsatz Sinn machen kann. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn bei Erkennen eines 1-2-3 vom Trader eine Stopp-Order gesetzt wird und die Software nach Positionseröffnung den Trade mit Stopp, Trailing-Stopp oder Ausstieg selbständig managed. Eine Anwesenheit des Traders ist damit irrelevant.

In vielen weiteren Beispielen aus der Praxis analysiert der Autor die Anwendung von mechanischen, halb- und vollautomatischen Handelssystemen und wägt ihre Nutzbarkeit in verschiedenen Szenarien ab. Er stellt aber ebenso detailliert heraus, dass auch automatisierte Systeme durchaus Planung erfordern und nicht von alleine laufen. Voigt ist der Ansicht, dass bestimmte Signale im Markt und mögliche Verlust-Trades durch die Erfahrung des Traders nochmals gefiltert werden können. Daher kann er diskretionäre Entscheidungen treffen, zu denen eine programmierte Software nicht in der Lage ist.

Kapitel 8: die Qualität im Trading

Was ist die Qualität im Trading? Die Frage klingt entweder einfach oder verwirrend. „Das große Buch der Markttechnik“ zeigt in diesem letzten Kapitel aber, dass es keineswegs so ist. Im Romanteil erfahren wir zunächst mehr darüber. Philip hat mittlerweile einiges an Fachwissen aufgebaut und entdeckt, dass Geduld eine Tugend sein kann. Dennoch macht er noch Verluste und vergleicht sich verzweifelt mit anderen Tradern. Sein Chef Hofner versucht ihm klar zu machen, dass seine Messlatte allerdings nur er selbst, die Qualität des eigenen Tradings sei. Das macht es aber noch nicht einfacher.

In einer Bar beginnt ein Gespräch zwischen den beiden darüber, was die Qualität im Trading ausmacht. Dabei geht es um Kreativität, Intelligenz, Mut, Verzicht, die Fähigkeit, sich selbst zu erkennen sowie um die Auswertung der bereits gewonnen Erfahrung. Es geht um den Unterschied zwischen jenen, die alleine den Weg auf den Berg erklimmen und den anderen, die nur einem erfahrenen Führer hinterher laufen.

„Qualität ist die Reaktion eines Traders auf sein Trading“

Voigt greift im folgenden und letzten Fachteil vor und stellt klar, dass Trading zwar zu zwei Dritteln aus Psychologie besteht. Aber er will den Eindruck vermeiden, dass der einzige Weg des erfolgreichen Traders „durch das Wartezimmer eines Psychologen“ führt. Vielmehr möchte er erreichen, dass sich der Trader mit sich selbst beschäftigt.

Im ersten Unterabschnitt relativiert der Autor den Begriff Qualität als „Ereignis“, das kein „Ding“ ist. Sie soll den Trader aus der Subjektivität heraus holen und ihm die Augen öffnen für sein eigenes Trading. Da sich dieses Trading aufgrund der unterschiedlichen Herangehensweisen für jeden Trader anders darstellt, hat am Ende jeder Trader auch einen anderen Begriff von „Qualität“. Selbst wenn er mental festsitzt, weil er mit seinem Trading nicht weiterkommt, führt ihn dies zur Qualität. Denn hier muss er – durch Rückschau – auf die Vergangenheit zurück greifen, um in der Gegenwart die Straße zu gehen, die ihn in die Zukunft bringt.

Schließlich fordert er in den weiteren Unterabschnitten eine unbedingte Lust am Lernen. Voigt unterscheidet den Tüftler und Denker vom Zocker und vom Neuling, der noch weit entfernt von jeder Erfahrung ist. Besonders wichtig sind ihm bestimmte Merkmale der Qualität, auf die er ausführlich eingeht. Dazu gehören der mehrfach definierte Verzicht im Trading, der Mut, Intelligenz sowie der Umgang mit Emotionen. Diese Begriffe zerlegt er allerdings sehr fein und auf eine für den Leser unerwartete Weise. So unterteilt Voigt zum Beispiel die Intelligenz in einen Mix aus Wahrheit, Vertrauen (in sich selbst), Inspiration und Kreativität als höchsten Akt der Selbstverwirklichung.

Der Fachteil des achten Kapitels endet mit einer Betrachtung des Umgangs mit Emotionen. Michael Voigt schreibt über Schmerzen des Traders beim Verlust-Trade und Leiden als Zutat des Schmerzes. Er sagt, dass das Leiden allein durch den Kampf gegen den Schmerz entsteht, wenn wir die Realität eines Minus-Trades nicht anerkennen oder erklären wollen. Der Schmerz lässt sich nach Voigt oft nicht vermeiden. Das Leiden jedoch schon, wenn der Trader begreift, dass der Verlust-Trade nur ein Verlust und nichts weiter ist. Der Schmerz wird konstruktiv, weil daraus nutzbare Erfahrung wächst.

Auf seine zum Schluss aufgestellte Frage, woher man weiß, dass man seine eigene Qualität richtig definiert hat und ob man seinem eigenen Denken vertrauen darf, antwortet er im letzten Satz mit einer Gegenfrage:

„Woher wissen Sie, dass Sie wach sind, wenn Sie morgens aufwachen?“

Der Abspann

„Das große Buch der Markttechnik“ hat nur ein kleines neuntes Kapitel, welches den Romanteil abschließt. Hier geht es nochmals um allgemeine Gedanken, Diversifikation, Qualität und die Beständigkeit im Trading. Philip schließt das Buch mit der Notiz: „Wenn man es verstanden hat und nicht anwendet, hat man es nicht verstanden“.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die neunte Ausgabe des Buches ein 23-seitiges Interview mit dem Autor Michael Voigt aus 2012 enthält. Darin nimmt er zu vielen fachlichen, aber auch persönlichen Fragen Stellung.

Fazit zum „großen Buch der Markttechnik“

Das Buch erinnert in seiner Wirkungsweise etwas an Platons „Höhlengleichnis“ (Menschen wachsen in einer dunklen Höhle an Ketten gefesselt auf und halten das für normal. Nach ihrer Befreiung und dem zögerlichen Austritt aus dem Dunklen ins blendende Licht begreifen sie nur langsam ihre neue Welt.)

So erging es mir, als ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe. Michael Voigt seziert nicht nur die Funktionen des Marktes und die wichtigsten Aspekte des Tradings so, dass es der Einsteiger leicht verstehen kann. Auch dass ein Stopp nicht einfach nur ein Stopp und mitunter wichtiger als der Einstieg in eine Position ist, wird sehr verständlich. Aber es geht dem Autor in dem „großen Buch der Markttechnik“ nicht nur um das Trading, sondern ebenso um den Trader selbst. Begriffe wie Trading-Fehler, Qualität oder Trading-Psychologie würde so mancher mit einem oberflächlichen Satz versuchen zu erklären.

Voigt zeigt aber, dass dies nicht ausreichend ist. Viele Differenzierungen und Details führen zu einem völlig neuen Verständnis der Begriffe. Nicht zuletzt durch den (gewagten) Romanteil, der Einsteigern bildhaft Themen erklärt, über die andere ganze Bücher schreiben müssen. Natürlich ist der Romanteil auch ein Spiegel für den Trading-Einsteiger, der sich mit Philip und seinen Emotionen identifizieren kann. In der gelungenen Kombination des Romans mit den Fachteilen gelingt es Michael Voigt aber nicht nur, mehr Wissen zu transportieren. Vielmehr wird dieses Wissen durch den belletristischen Stil wesentlich nachhaltiger veranschaulicht.

Das Buch legt außerdem den zweifellosen Erfahrungsschatz des Autors offen. Voigt beschreibt manche Dinge, als könne er die Gedanken und Trading-Ängste des Lesers durch das Buch hindurch erkennen. Unausweichlich fühlt man sich bisweilen regelrecht ertappt. Das allerdings macht es auch leicht, seine Lektionen anzunehmen. Im besten Fall um zu lernen, wo Bewegung entsteht, wie man sich selbst erkennt und schließlich weiß, dass nur qualitatives Trading auf Dauer erfolgreich ist.

„Das große Buch der Markttechnik“ von Michael Voigt gehört definitiv in jedes Trader-Bücherregal. Somit kann man es jedem Trading-Anfänger nur empfehlen. Selbst der Fortgeschrittene dürfte beim Blättern in diesem Werk eventuell längst vergessene Erklärungen und Anregungen finden.

Video von Michael Voigt zu seinem Buch

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