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Technische Analyse lernen: Das Grundkonzept (2021)

Du möchtest die Technische Analyse von Aktien und Forex lernen? Bingo! Dann bist du hier richtig. Mein Name ist Ingmar Folk von CoinFlip Trading Consult. Über die Jahre habe ich viele Strategien entwickelt und ausprobiert.

Jetzt erkläre ich dir das Grundkonzept hinter der Chartanalyse beim Trading, warum es funktioniert, welche Tools die besten sind und wie du sie richtig einsetzt. Damit du keine teuren Tradingfehler begehst, werde ich auch Kritik üben und Fallstricke ansprechen.

Geben wir Gas! Und ab geht die Luzi …

Die Technische Analyse beim Trading lernen – Grundlagen & Abgrenzung

Starten wir ganz vorne und beleuchten zuerst das Wesen der technischen Chartanalyse. Im Anschluss gehen wir auf Unterschiede zur Fundamentalanalyse sowie anderen Analysemethoden für Aktien, Dax und Forex ein, ehe wir uns den besten Tools und Strategien der Technischen Analyse widmen. Zum Schluss bekommst du handfeste Tipps für das Erlernen und die praktische Anwendung der charttechnischen Analyse mit auf den Weg.

Was ist die Technische Analyse?

Bei der Technischen Analyse (TA) im Trading werden aus vergangenen Kursbewegungen künftige Preisveränderungen vorhergesagt. Trader deuten verschiedene Preismuster, entweder direkt im Chart oder über Indikatoren.

Technische Chartanalyse versucht die aktuelle Meinung der Marktteilnehmer zu einer Aktie, einem Währungspaar oder eines Rohstoffs abzubilden. Die Ermittlung des sog. „fairen Wertes“ für ein Wertpapier spielt keine Rolle. Hiermit befasst sich die fundamentale Trading-Analyse.

Zweck der Chartanalyse ist günstige Kauf- und Verkaufszeitpunkte abzuleiten. Beim Analyse-Prozess wird ausschließlich das Verhalten der Finanzmarktakteure untersucht. Kurshistorie und Handelsvolumen eines Wertpapiers stellen hiefür die Basis.

Technische Analyse: Das Warum interessiert keinen!

Im Kern dreht es sich bei der Technischen Analyse um Trends. Genauer, um Trends und Trendwechsel frühzeitig zu erkennen. Warum etwas tendiert oder der Trend dreht, interessiert Chartanalysten nicht. Merke dir: Die Technische Analyse stellt nicht die Frage, was genau hat zu einer Preisbewegung geführt?

Wer immer den exakten Grund für eine Kursbewegung wissen muss, um mit genügend Vertrauen in den Markt einsteigen zu können, wird mit der Technischen Analyse nicht glücklich werden.

Das folgende Video vermittelt dir in drei Minuten die absoluten Grundlagen zur technischen Chartanalyse (für absolute Beginner):

Wissenschaftlicher Hintergrund zur Chartanalyse

Die technische Chartanalyse geht von folgendem Axiom aus: Alle relevanten Informationen der Vergangenheit und Zukunft sind im Kursverlauf eines Wertpapiers eingepreist. Aus diesem Grund sind Kursprognosen mit Hilfe der Chartanalyse möglich.

Diese Betrachtung setzt die Ineffizienz der Kapitalmärkte voraus. Dabei dürfen kursrelevante Informationen nur mit Zeitverzögerung in den Preis eingearbeitet werden. In effizienten Märkten wäre eine Kursprognose mit Hilfe des Kurses selbst nicht möglich.

Alle Ansätze der technischen Chartanalyse bauen auf sich wiederholende, observierbare Kursereignisse, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit zu ähnlichen Kursverläufen in der Zukunft führen.



Abgrenzung Technische Chartanalyse / Charttechnik und Technische Analyse

Eine feine Unterscheidung innerhalb der Technischen Analyse wurde schon angerissen, jetzt mach ich es konkret: Für technisch orientierte Trader existiert noch die Unterkategorie Charttechnik, respektive Chartanalyse.

Wo verläuft die Grenze dieser beiden Methoden?

Hier die Antwort: Spricht ein Trader von der sog. Charttechnik, oder auch technischen Chartanalyse, geht es ausschließlich um die Verwendung und Interpretation des reinen Preischarts (Wertpapierkurses). Bekannte charttechnische Ansätze sind:

  • Dow-Theorie
  • Markttechnik
  • Candlestick-Muster

Außerdem zählen zur klassischen Charttechnik die bekannten und populären Chartmuster (SKS, W-Formation etc).

Bei der technischen Analyse der Finanzmärkte geht es hingegen vornehmlich um die Verwendung von Technischen Indikatoren (zB RSI, Fibonacci Fans etc.) Diese werden zu einem großen Teil vom Preischart abgeleitet. Ein Software-Programm berechnet mittels Formeln aus den Preisdaten des Charts neue Darstellungsformen der Kursdaten und bereitet sie optisch auf. In der Regel werden diese künstlich berechneten Daten als zusätzliche Charts unter den Haupt-Kurschart eines Wertpapiers gelegt. In einigen Fällen sind sie auch direkt im Hauptchart sichtbar.

Damit wird es möglich auf einen Blick weitere Kriterien für oder gegen einen Trade in die Entscheidungsfindung einfließen zu lassen. Die wichtigsten Tools und Chartmuster dieser beiden technischen Analysemethoden, sowie deren korrekte Verwendung, erkläre ich dir gleich noch genau.

Technische Analyse versus Fundamentalanalyse

Ein weit verbreiteter und konträrer Ansatz zur Technischen Analyse der Finanzmärkte ist die sog. Fundamentalanalyse. Bei dieser Art Anlageentscheidungen zu treffen spielt der Kurschart eine untergeordnete Rolle. Von Wichtigkeit sind dagegen grundlegende Zahlen zu Unternehmen oder Volkswirtschaften. Um den Nutzen der Technischen Analyse herauszustreichen, lohnt ein direkter Vergleich mit der Fundamentalanalyse.

Technische Analyse Tools - 3 grundlegende Analysemethoden für Trader
3 beliebte Analyse Methoden für Dax, Aktien, Rohstoffe und Forex

Exkurs Fundamentalanalyse

Bei der Fundamental-Analyse werden Berichte der Prüfgesellschaften, Gewinn/Verlustrechnungen, regelmäßig veröffentlichte Bilanzen, das Management, die Dividendenpolitik, Umsätze, Wettbewerbssituation und Auslastung der Produktion genau unter die Lupe genommen. Aber es geht noch weiter! Ein Fundi (Fundamental-Analyst) verfolgt auch die Erlasse und Mitteilungen des Wirtschafts- und Finanzministeriums, er beobachtet Produktionsindikatoren, Preisstatistiken und noch einiges mehr. Hinter einer guten Fundamental-Analyse steckt viel Arbeit und die Ergebnisse bieten viel Diskussionsstoff.

Alle gerade genannten Analyseverfahren bzw. Werte fließen in einer Schätzung für den fairen Wert des Unternehmens zusammen. Kommt der „Fundi-Analyst“ zu dem Schluss, der aktuelle Preis liegt über seinem Schätzwert, sieht er das als Kaufchance für das Wertpapier und vice versa.

Vielen Fundis qualmen bei so vielen Zahlen schon mal die Schädel und die berechtigte Frage lautet: Ist es diesen Aufwand wert, denn: Oftmals kauft der Fundi seine Aktie und muss mit ansehen, wie sie trotzdem unter seinen Kaufkurs fällt…und fällt und fällt.

Er muss sich dann eingestehen: Trotz umfangreicher und sorgfältiger Analyse lag er mit seinem Kaufzeitpunkt total daneben.

Wie kommt es dazu?

Was Fundis nicht beachten

Fundamentale Faktoren haben unbestritten einen Einfluss auf die Angebots- und Nachfragesituation. Was die Fundis allerdings nicht berücksichtigen, ist die aktuelle Stimmung der Marktteilnehmer. Stimmung impliziert Irrationalität und die Börsenkurse werden zu einem gewichtigen Teil von irrationalen Entscheidungen der Leute beeinflusst.

Der Börsenkurs hingegen spiegelt alle Emotionen der Marktteilnehmer und die fundamentale Situation wider. Ein Börsenkurs reflektiert Stimmungen von tausenden von Menschen. Rationale Stimmungen, irrationale Stimmungen. Er reflektiert Bedürfnisse der Anleger, die sich der rationalen Analysemöglichkeit entziehen.

Dennoch äußern sich all diese Faktoren schlussendlich in einem Ereignis, welches als rational bezeichnet werden muss: dem Kurs. Jeder sieht ihn und kann ihn beurteilen wo er steht. Es ist der Kurs, auf den sich Käufer und Verkäufer einigen und eine Transaktion in dem betreffenden Wertpapier tätigen. In ihm sind alle entscheidenden Informationen enthalten. Unter Börsianern ist oft die Rede von im Kurs „eskomptierten“ (vorweggenommen) Informationen. 

Dazu zählen alle zur Verfügung stehenden Informationen der Fundamentalanalyse, sowie der Stimmung der Investoren zu einem Wertpapier oder Markt.

Börsianer schauen in die Zukunft und sie bilden den Kurs auf der Grundlage der Erwartungen der Anleger. Während der Fundamental-Analyst noch damit beschäftigt ist, den aktuellen Ist-Zustand eines Unternehmens zu analysieren.

Für dich als angehenden Technischen Analyst, der seine Entscheidungen maßgeblich am Kurs ausrichtet, bedeutet es Preistrends im Auge zu behalten. Solange ein Trend nicht gebrochen wurde, ist davon auszugehen, dass er weiterläuft. Egal zu welcher Einschätzung ein Fundi auch kommen mag, denn die nicht berechenbaren Einflussfaktoren der Börsenkurse sind mächtig, weil menschliche Emotionen mächtig sind. Doch jeder Trend an der Börse endet irgendwann.

Warum? Emotionen wechseln sich eben ab. Dies passiert an der Börse meistens mit dem Auftreten bestimmter Muster. Und genau diese Muster im Preischart untersucht die Technische Analyse, bzw. die sogenannte Charttechnik.

Solche Muster sind recht zuverlässig und treten auf ähnliche Art und Weise auf, denn der Mensch ändert sein grundlegendes Verhalten wie Panik, Gier, Euphorie und Angst nicht. Unsere emotionalen Verhaltensweisen sind seit jahrtausenden gleich geblieben und sie bewegen die Börsenkurse wahrscheinlich auch in tausend Jahren noch genau so wie heute.

Lesetipp: Traden lernen mit 1o Videos

Technische Analyse vs Fundamentalanalyse – Pro’s und Con’s

Starten wir mit den Vorteilen der fundamentalen Analyse von Wertpapieren und Märkten …

Vorteile Fundamentalanalyse

  • Sie basiert auf handfesten ökonomischen Zahlen des Unternehmens und des gesamtwirtschaftlichen Umfelds.
  • Sie eignet sich für längerfristiges Investieren sehr gut, da sie den inneren Wert einer Firma zu berechnen versucht (zu diesem neigt der Börsenkurs langfristig zu streben). Dieser innere Wert kann als Ankerpreis (Orientierungspreis) für Ein- und Ausstiege beim Aktienhandel genutzt werden.
  • Fundamentalanalyse versucht die Frage nach der Qualität eines Unternehmens, oder der gesamtwirtschaftlichen Lage zu beantworten (die Basis eines guten Investments).

Nachteile Fundamentalanalyse

  • Sie braucht Zeit (nicht optimal für kurzfristiges Trading).
  • Sie erfordert gute Kenntnisse und Fähigkeiten im Interpretieren von Unternehmenszahlen.
  • Sie ist nur bedingt geeignet, um das Risiko eines Trades nach dem Einstieg zu managen.
  • Sie berücksichtigt nicht die aktuelle Marktstimmung (bullish, bearish, euphorisch, ängstlich), doch Aktienkurse werden auch durch die Stimmung der Anleger bewegt, nicht nur durch rationale Fakten.

Vorteile Technische Chartanalyse

  • Sie kann für sehr kurzfristiges Trading verwendet werden.
  • Sie erfordert keinerlei Wissen über betriebswirtschaftliche und gesamtökonomische Zusammenhänge.
  • Sie spielt visuell veranlagten Menschen in die Karten, die von Natur aus keine Zahlenjongleure sind.
  • Sie eignet sich gut, um das Risiko eines Trades zu managen (Stop Loss, Trailingsstops, Zielzonen-Bestimmung anhand vergangener Kursverläufe).

Nachteile Technische Chartanalyse

  • Es gibt unzählige Interpretationsmöglichkeiten des Preisverlaufs (Schwammigkeit). Aus diesem Grund musst Du Dir sehr genau überlegen, welche Chartanlyse-Methoden Du einsetzen möchtest.

Der Vollständigkeit halber möchte ich dir noch einen weiteren interessanten und erprobten Analyseansatz für das Trading kurz vorstellen.

Saisonalitäten

Die Saisonalitäten-Analyse im Trading ist eine grundlegende und eigenständige Methode zum Ableiten von Handelsgelegenheiten. Bei dieser Form der Entscheidungsfindung, für oder gegen einen Trade, werden jahreszeitliche Trends der Finanzmärkte analysiert. In fast allen Anlageklassen kommen sie statistisch belegt vor. Besonders ausgeprägt sind sie in den Rohstoffmärkten.

Saisonale Preistendenzen sind eine ideale Ergänzung zur technischen Chartanalyse. Sie können als externer Indikator eingesetzt- und mit allen anderen Analysemethoden zu einer ausgefeilten Handelsstrategie kombiniert werden.

Gehen wir nun ins Detail der Technischen Analyse und schauen uns die sinnvollsten Tools genau an …

Die wichtigsten Tools der technischen Chartanalyse

An dieser Stelle möchte ich dir die nützlichsten technischen Analyse-Tools für das Trading näher bringen …

Trendlinien

Mittels Trendlinien werden Hoch und Tiefpunkte miteinander verbunden. Sie dienen damit der Visualisierung von Preistrends im Chart. Moderne Chartsoftware formt daraus automatisch einen Trendkanal. Meine Meinung dazu: Gespalten. Trendlinien können bei eindeutiger Identifikation schon mal hilfreich sein. Problem: Die eindeutige Identifikation. In der Praxis wirst du schnell merken: Fast jeder Trader zeichnet seine Lieblingslinie in den Chart. So, wie sie für ihn am besten rüberkommt. Dann passt er sie meist ständig an unwichtige Extrempunkte an und die Linie verläuft immer anders. Der Nutzen daraus? Kaum vorhanden, außer für reine Zwecke der Chartanalyse. Wieso? Weil du als Trader Chartmarken ausfindig machst, die sonst kaum einer wichtig findet.

Unterstützungs- und Widerstandslinien

Bei diesen Linien handelt es sich um horizontale Malkunst. Trendlinien laufen dagegen diagonal. Du verbindest also lokale Tief- oder Hochpunkte, welche sich auf fast identischem Preisniveau befinden. Meine Meinung dazu: Joah, schon besser. Wieso? Weil diese Chartlevel eindeutiger festgenagelt werden können und sich somit mehr Marktteilnehmer auf die gleichen Zonen konzentrieren, um ihre Entscheidungen zu treffen. Vorteil: An diesen Punkten im Chartverlauf liegen meistens vermehrt Stoporders im Markt. Dies kannst du nutzen. Entweder, indem du darauf hoffst, das der Kurs von wichtigen Marktspielern über oder unter diesen Levels gehalten wird. Oder, für schnelle Gewinne in die Richtung der ausgelösten Stoporders, wenn die Kurse das Niveau brechen.

Chartmuster

An diesem Punkt wird’s kontrovers. Fakt ist nämlich: Jeder Finanzmarkt bildet wirklich immer ähnliche Chartformationen aus. Aber! Ich betone das Adjektiv ähnlich. Es bedeutet nicht gleich. Daraus speist sich der größte Nachteil von Chartmustern: Es ist – wie so oft – die Subjektivität des Betrachters. Es gibt einige wenige, relativ eindeutige Kursgebilde. Meistens werden diese Muster im Chart jedoch so weit hergeholt, dass der Betrachter nicht genau weiss, wie er eine Situation am Chart zu interpretieren hat. Die noch am klarsten zu interpretierenden Formationen sind:

Technische Analyse lernen und richtig einsetzen
Technische Analyse im Einsatz: Ein Doppelboden mit Long-Einstieg

Bildbeschreibung: Dieser Chart zeigt einen klassischen Doppelboden (zwei Kreise). Wenn ich diese Chartformation trade, erhoffe ich mir keine erhöhte Trefferquote. Ich nutze Doppelböden oder Tops, um mit einem kleinen sinnvollen anfänglichen Stop Loss (unterhalb des lokalen Kurstiefs beim Boden) in den Markt zu kommen und so ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis herzustellen. Idealerweise trade ich dabei mit übergeordneten Trends. Dadurch erhöht sich das CRV weiter, solange der Trend nicht weit fortgeschritten ist. Den Trendfortschritt gut einschätzen zu können, ist eine wertvolle Fähigkeit als Trader. Meine Meinung zu Chartmustern: Ja, als diskretionärer Trader fließen sie hin und wieder in meine Entscheidungsfindung ein. Für Autotrader sind sie jedoch kaum produktiv verwertbar.

Elliott-Wellen

Die sogenannten Elliott Wellen sind eine direkte Weiterentwicklung der Dow Theorie. Tut mir leid: Aber wer sich diese Story ausgedacht hat, der muss ein echtes Marketinggenie gewesen sein, oder zu viel Zeit gehabt haben.

Bevor ich mein sarkastisch angehauchtes Fazit zu dieser Technischen Analyse Variante ziehen werde, möchte ich kurz auf die Grundlegende Methodik der Elliott-Waves eingehen.

Die Elliott-Wellen Theorie hat es sich in erster Linie zur Aufgabe gemacht den Marktzustand zu beschreiben. Exakte Kursprognosen mit Hilfe der Wellen sind ursprünglich nur Beiwerk gewesen. Was aus meiner Sicht auch sinnvoll war!

Aufgestellt hat die Theorie der US Amerikaner Ralph Nelson Elliott in den 1920er Jahren. Im Kern wollte er mit der Theorie das psychologische Verhalten von Investoren beschreiben. Seiner Ansicht nach schwankt die Stimmung der Marktteilnehmer immer zwischen Optimismus und Pessimismus.

Eine Haussephase am Markt setzt sich immer aus fünf Einzelwellen zusammen (Baissephase vice versa).

Um diesen Stimmungwechsel im Kurschart sichtbar werden zu lassen, fing Elliott an einzelne Marktschwünge zu nummerieren. Eine Hausse- oder Baissephase am Markt besteht immer aus drei sog. Impulswellen, die den Trend vorgeben. Unterbrochen werden sie jeweils von zwei gegen den Haupttrend laufenden Korrekturwellen. Beide Wellenarten werden in weitere Unterkategorien aufgegliedert. Die Namen dieser Unterkategorien von Impuls- und Korrekturwellen wurden vom Erscheinungsbild des Kursverlaufs einer Welle abgeleitet.

Die bekanntesten „Wellen-Formationen“ sind:

  • Diagonale Dreiecke
  • ZigZag
  • Flat
  • Horizontale Dreiecke
  • Kombinationen

Unterschieden werden auch verschiedene Zyklen. Elliott nummerierte vom Großen Superzyklus (Jahrhunderte), bis hinunter zum Minutenchart alles was er in die Hände bekam. Darin liegt auch die „Fraktalität“ der Elliott-Wellen begründet.

Für mich ist der Ansatz gut gemeint, artet in der Praxis jedoch zu einer unübersichtlichen, brotlosen Kunst aus.

Mein Fazit zu Elliott Wellen

Du zählst und zählst und zählst, guckst doof aus deinem Trader-Jacket, und zählst weiter. Im Anschhluss überarbeitest du deine Zählungen von vorne und plötzlich stimmt irgendwie nichts mehr. Was machst du dann? Du fängst wieder an Wellen auszuzählen. Das machst du so lange, bis du merkst, du hast dich erneut verzählt. Zum Glück findet das heutzutage nicht mehr auf ausgedruckten Papiercharts statt. Allein der Bedarf an Radiergummis… egal. Wie auch immer: Elliott Wellen sind die umständlichste, subjektivste und mit am schwierigsten zu erlernende Form der Technischen Analyse. Und kein Mensch kann dir sicher sagen, ob damit getroffene Prognosen langfristig auch nur 1% über dem Zufall liegen. Meine Meinung dazu: Mehr Arbeit für fragwürdigen Gegenwert, kannst du dir als Trader kaum machen. Für schnellen Intradayhandel sind Elliott-Wellen aus meinem Blickwinkel sogar mehr ein Ärgernis.

Charttypen für die technische Trading-Analyse

Eine weitere Möglichkeit der Technischen Analyse ergibt sich aus den verschiedenen Darstellungen der Preisbewegungen im Chart. Vom einfachen Linienchart, über Renko– bis hin zu Kerzencharts spannt sich das Analyseuniversum des Traders. Die wohl am häufigsten verwendete Variante heißen Kerzencharts. Sie sind gut geeignet für das Erkennen von Chartmustern jeglicher Art, doch es gibt auch spezifische Kerzenchart-Formationen. Dazu kommen wir im nächsten Abschnitt …

Welche Bedeutung haben Candlesticks bei der Technischen Analyse?

Candlesticks (deutsch Kerzencharts) vermitteln Tradern die meisten Informationen über das tatsächliche Kursgeschehen an der Börse und das in einer kompakten und schnell erschließbaren Essenz. Diese Form der Chartdarstellung stammt aus dem fernöstlichen Japan. Candlesticks werden bei der Technischen Analyse auf verschiedene Weise genutzt. Viele Trader deuten sogenannte Candlestick-Formationen, um kurzfristige Kursvorhersagen zu treffen.

Was verbirgt sich dahinter?

Bei Candlestick-Formationen werden entweder einzelne Kerzen (Candles) betrachtet, oder eine Abfolge von mindestens zwei Kerzen.

Die wohl bekannteste Kerzenformation, die nur aus einer Kerze besteht, ist der sog. Doji. Bei dieser Kerze liegen der Eröffnungs- und Schlusskurs auf nahezu dem gleichen Kursniveau. Dies wird von Candlestick-Tradern als Unentschlossenheit des Marktes interpretiert. Gehandelt werden sollte ein Doji vornehmlich in Trends, entweder als Trendumkehr-Signal, oder als ein Signal zur Wiederaufnahme des Trends innerhalb einer Kurskorrektur. Der Einstieg erfolgt dabei in der Regel über dem Hoch- oder unter dem Tief der Doji-Kerze:

Technische-Analyse-Tools-Candlestick-Chartformation-Doji
Die einfache Candlestick Chartformation Doji

Eine der beliebtesten Candlestick-Formationen nennt sich Engulfing-Pattern. Es tritt als bullishes oder bearishes Signal auf und besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Kerzen:

Technische Analyse Tools - Bullish Engulfing Candlestick Chartformation
Das Bullish Engulfing Pattern

Bei dieser populären Chartformation umschließt die zweite Kerze immer den Kerzenkörper der vorhergehenden. Ein Engulfing-Pattern wird in der Lehre des Candlestick-Tradings ebenfalls für das Antizipieren eines Trendwechsels herangezogen. Im Aufwärtstrend wird nach Lehrbuch über dem Pattern eine Longposition eingegangen, wenn sich der Markt in einer Korrektur befindet (Abwärtstrend vice versa).

In meinem Trading achte durchaus auf einige Formationen aus der Candlestick-Analyse. Allerdings handel ich sie niemals alleinstehend als Einstiegssignal, sondern benutze sie unterstützend innerhalb eines größeren Tradingszenarios. Wie immer fokussiere ich mich auf diejenigen, die am beliebtesten sind. Tipp: Wenn du weißt, wie andere Trader zu einem bestimmten Zeitpunkt agieren, ergeben sich nicht selten schöne Trades in die Gegenrichtung, sollte das ursprüngliche Signal fehlschlagen.

Weitere wichtige Kerzenmuster und wie sie gehandelt werden, zeigt dir dieser Artikel über Candlestick-Chartformationen.

Ebenso findest du alle Grundlagen und eine sinnvolle Anwendung von Candlesticks in diesem Videtutorial:

Steve Nison und technische Analyse der Kerzencharts

Wer mit Kerzencharts traden möchte, sollte sich mit Steve Nison befassen. Er ist wohl der bekannteste westliche Vertreter des Candlestick-Universums und hat einige herausragende Werke dazu verfasst. Viele seiner Buch-Abhandlungen sind mittlerweile auch als Audio-, oder DVD-Kurse erschienen.

Erwähnenswert sind:

  • Technische Analyse der Candlesticks – Alle wichtigen Formationen und ihr Praxiseinsatz (Deutsch)
  • Der Candlestick Kurs (Hörbuch, Englisch und Deutsch)
  • Strategies for profiting with Japanese Candlestick Charts (Komplettkurs mit DVD, Englisch)

Steve Nisons autodikaktische Kurse sind nicht die billigsten, doch sie lohnen sich, um den praktischen Umgang mit Kerzenchart-Formationen aus Japan zu meistern.

Kommen wir zu einem weiteren populären technischen Chartanalyse Tool der Neuzeit …

Technische Indikatoren

Sogenannte Technische Indikatoren gelten für viele Tradinganfängern als Heiliger Gral. Warum sind sie so beliebt? Ich weiß es nicht, bisher habe ich keine Umfrage dazu gemacht. Ich kann es mir aber denken:

  1. Indikatoren sind ideal zum Backtesten
  2. Sie sind technisch und zahlenlastig (viele Leute erhoffen sich dadurch mehr Vertrauen und Sicherheit in ihrem Trading)
  3. Und Indikatoren werden auf eine Weise vermarktet, die Börsenneulingen in die Karten spielt: Mit wenig Aufwand, eine hohe Treffsicherheit und damit Gewinne erzielen.

Was willst du mehr?

Technische Indikatoren: Die zwei Hauptgruppen

Nicht jedem Trader ist bewusst, dass sich alle vom Chart abgeleiteten technischen Indikatoren grundlegend in zwei Gruppen einteilen lassen:

Oszillatoren

Oszillatoren werden in Seitwärtsmärkten beachtet, um Wendepunkte im Kurs anhand von überverkauften oder überkauften Werten zu signallisieren.

Trendfolger

Trendfolger sollen dagegen vorherrschende Kurstrends bestätigen, oder neue Trends definieren.

Fakt ist: Fast alle Indikatoren sind vom Kurschart abgeleitet und werden aufgrund von Daten der Vergangenheit berechnet. Diese vermeintlichen Wunderkinder der technischen Analyse, liefern dir mitnichten zusätzliche Informationen über den Zustand des Marktes. Technische Indikatoren sind schick aufbereitete Zusammenrechnungen des Preisverlaufs.

Meine Meinung über dieses technische Analysetool

Die Vorhersagekraft einzelner Technischer Indikatoren ist nahe dem gefühlten Nullpunkt! Sie gaukeln lediglich eine Sicherheit beim Trader vor, die nicht existiert. Damit sind sie für mich schlicht und einfach überflüssig in Bezug auf Tradingerfolg. Und mal ehrlich: Brauchst du wirklich einen berechneten Indikator, um den Trend richtig einschätzen zu können? Totaler Blödsinn. Wenn du mit Indikatoren zur Entscheidungsfindung arbeiten möchtest, solltest du tatsächlich relevante verwenden. Sie müssen unabhängig voneinander berechnet werden und bitte vertraue nicht nur auf einen einzigen davon. Solche Indis können sein:

  • Gleitende Durchschnitte
  • Average True Range (ATR)
  • Volumen
  • Trin oder Tick
  • Relative Stärke eines Wertes (aber direkt aus dem Kursverlauf herausgelesen)
  • Diverse Fundamentaldaten
  • Möglicherweise Sentiment Indikatoren

Nun weißt du über die wichtigsten und bekanntesten Technischen Analyse-Tools Bescheid. Auf was du als Daytrader beim Einsatz der Technischen Analyse achten solltest, verrate ich dir im nächsten Kapitel …

Die Technische Analyse im Daytrading

Grundsätzlich eignet sich die Technische Analyse für alle Zeitrahmen. Ob Im Daytrading oder auf dem Tageschart, das Prinzip bleibt gültig. Daytrader sollten jedoch wissen, auf welche Tools Ihr Markt gerade am meisten achtet.Es gibt Zeiten, da kommen bestimmte Tools und Strategien in Mode und funktionieren besser, weil sich mehr Trader daran orientieren. Aus meiner eigenen Erfahrung muss ich sagen, die einfachsten Methoden der Technischen Analyse bringen im Daytrading den größten Nutzen. Dazu gehören unter anderem:

  • Unterstützungs/ Wiederstandslinien
  • Gleitende Durchschnitte
  • Fibonacci Retracements
  • Ausgewählte Candlestick-Formationen

In einigen Fällen können auch deutlich ausgeprägte Chartformationen gute Dienste leisten, wie:

  • Dreiecke
  • Wimpel
  • SKS
  • Doppeltops, Böden

Wenn du als Daytrader Chartformationen nutzt, achte immer auf eine klare und eindeutige Ausprägung. So stellst du sicher, dass genug andere Trader darauf aufmerksam werden und eine sich „Selbsterfüllende Prophezeiung“ wahrscheinlicher wird.

Wieso ist das wichtig?

Durch eine sich „Selbsterfüllende Prophezeiung“ ist der Kursverlauf besser antizipierbar und du kannst das Herdenverhalten der anderen Daytrader zu deinen Gunsten nutzen. Tipp: Halte dich beim Daytrading mit der Kombination vieler verschiedener Analyse Tools zurück. Du wirst damit keinen zusätzlichen Vorteil erlangen, aber du machst dir das Leben schwer, denn die Entscheidungsfindung wird verzögert und erschwert.

Im Daytrading haben schnelle und klare Entscheidungen oberste Priorität.

An dieser Stelle sollte dir der richtige Umgang mit der TA im Daytrading bewusst sein. Es gibt aber noch einige zusätzliche Fragen zur Technischen Analyse zu klären. Dazu zählt das Thema Software, Bücher und Ausbildung. Auf geht’s zum Endspurt dieses Artikels…

Welche Software gibt es für Technische Analyse?

Heutzutage stellt jeder seriöse Broker seinen Kunden eine solide Software zur technischen Analyse des Preischarts zur Verfügung. Sie ist in der Regel im Preis der Handelsplattform inbegriffen.

Bei einigen Brokern lässt die Analyse-Software allerdings zu wünschen übrig, oder die praktische Handhabung liegt dem Trader nicht. In diesem Fall ist es möglich auf externe Technische Analyse Software auszuweichen. Welchen Anbieter du wählen solltest, hängt vor allen Dingen von deinen persönlichen Präferenzen und Ansprüchen ab. Handelst du mit dem Fibonacci-Ansatz, ist Tradingview eine gute Wahl. Dieser Börsen-Dienstleister hat großen Wert auf eine praktikable Umsetzung der Fibo-Analysemethode gelegt.

Weitere bekannte Analyse-Software Lösungen sind beispielsweise:

  • Sierra Chart
  • Ninja Trader
  • Tradesignalonline

Mittlerweile bietet kaum noch ein Anbieter reine Chartanalyse-Software an, bei vielen Angeboten kannst du auch direkt aus dem Analyse-Tool heraus traden. Um das zu ermöglichen, sind einige Software-Anbieter wiederum Partnerschaften mit Brokern eingegangen.

Das Buch „Technische Analyse der Finanzmärkte“

Du suchst ein lohnenswertes Buch über die Technische Analyse? Gut, dann aufgepasst: Der Autor John J. Murphy beschreibt in seinem Standardwerk „Technische Analyse der Finanzmärkte“ alle relevanten Grundlagen zu diesem omnipräsenten Thema in der Tradingszene.

In der englischen Originalausgabe mit dem Titel „Technical Analysis of the Financial Markets“ erschien das Buch bereits im Jahr 1999 beim amerikanischen Verlag Prentice Hall Press. Mittlerweile gab es mehrere Nachdrucke. In der deutschen Fassung vom Finanzbuch Verlag, ist der Schinken über 600 Seiten stark und beinhaltet ein Workbook.

Was darfst du von dem Klassiker über die Technische Analyse erwarten?

Zuerst muss gesagt werden: Der Schreibstil von Murphy ist gut lesbar und verständlich. Der Autor verzichtet auf endlose Aneinanderreihungen von Fachausdrücken und Fremdwörtern, sodass auch Anfänger gut folgen können.

Es ist bemerkenswert, mit welcher Unvoreingenommenheit Murphy den Inhalt weitergibt. Er überlässt seinen Lesern die Entscheidung darüber, welche Methoden am besten passen könnten und versucht nicht, seine eigene Meinung anderen aufzudrücken.

Das Buch gliedert sich in 19 Abschnitte:

  1. Die Philosophie der Technischen Analyse (TA)
  2. Dow-Theorie
  3. Charttypen
  4. Kerzencharts, Balkencharts, Chartskalierung
  5. Trends
  6. Umkehr- und Fortsetzungformationen
  7. Umsatz
  8. Open Interest
  9. Langfristcharts
  10. Gleitende Durchschnitte, Oszillatoren
  11. Point & Figure Charts
  12. Candlesticks
  13. Elliott-Wellen
  14. Zeitzyklen
  15. Handelssysteme
  16. Geld-Management und Handelstaktiken
  17. Intermarket-Analyse
  18. Aktienmarkt-Indikatoren
  19. Zusammenfassung aller Kapitel (Checkliste)

John Murphy und Technische Analyse: Mein Fazit

Wenn du an der Technischen Analyse der Finanzmärkte Interesse zeigst und ein gutes Buch dazu suchst, führt kein Weg an Autor John Murphy vorbei. Er gibt dir in seinem Klassiker-Schinken zur TA einen optimalen Überblick zu den wichtigsten Tools dieser populären Handelsmethodik. Murphy spricht klar und deutlich die Vor- und Nachteile an, ohne dich von einem bestimmten Ansatz überzeugen zu wollen. Abgerundet wird das Standardwerk der Technischen Analyse durch ein Workbook, mit dessen Hilfe theoretische Inhalte nach Bedarf vertieft werden können. Prädikat: Lesenswert.

Wie kannst du Technische Analyse lernen?

Technische Analyse zu lernen ist nicht schwer, die Zauberformel lautet: Erst Theorie, dann Praxis!

Konkret: Studiere die besten Bücher zum Thema, daraufhin schaue dir gute Videos an. Bevor du deine Technischen Analysen für Handelsentscheidungen nutzt, solltest du verschiedene Strategien und Tools ausgiebig im Chart „trockentesten“.

Fange am besten gleich damit an: Im folgenden Video über Trendlinien lernst du alle Grundlagen über eine der beliebtesten Analyse-Methoden privater Trader, und wie du mit Hilfe des Trendlinien-Ansatzes profitable Trades eingehst:

Welche Ausbildung gibt es für die Technische Analyse?

Eine offizielle Ausbildung im Bereich Technische Analyse gibt es nicht. Viele Trader bilden sich mit Hilfe von Büchern oder Videotutorials aus. Erwähnenswert ist jedoch die Ausbildung zum „Certified Financial Technician Level I“. Hierbei handelt es sich sozusagen um eine halboffizielle Ausbildung zum zertifizierten Technischen Analysten. Angeboten wird dieser „Lehrgang“ von der Vereinigung Teschnischer Analysten Deutschlands (VTAD).

Als Mitglied der VTAD musst du 990 EUR für das Basis-Zertifikat mit Multiple Choice Test investieren. Die Jahresmitgliedschaft in der VTAD kostet 120 EUR. Nichtmitglieder zahlen für das Zertifikat 1.390 EUR.

Möchtest du tiefer in die Technische Analyse einsteigen, ist es möglich zusätzlich einen Master zu machen. Doch aufgepasst: Diesen „Titel“ darfst du erst nach einigen Jahren erwerben. Dafür erwartet die VTAD eine Forschungsarbeit zur Technischen Analyse von dir.

Fazit zur Technischen Analyse Ausbildung der VTAD

Du bekommst durch die Ausbildung der VTAD ein solides Fundament auf dem Gebiet der Technischen Analyse. Außerdem hast du als Mitglied Zugriff auf alle Forschungsarbeiten des Verbandes. Doch bedenke folgenden Punkt: Eine Mitgliedschaft, oder ein Zertifikat der VTAD macht dich dich nicht automatisch zum erfolgreichen Trader. Es geht hauptsächlich um die richtige Analyse von Preischarts. Gute Trader benötigen hingegen noch ganz andere Fähigkeiten.

Technische Analyse – Zwischenbilanz und Abrechnung

Ein Großteil der Technischen Analyse Methoden sind wertlos, wenn du sie nur für sich betrachtest, Kursprognosen ableitest und dein Trading auf das Eintreffen dieser Kursverhersagen ausrichtest. Genau diese Prognosepower wird den Technischen Analyse Tools jedoch nachgesagt. Prognosekraft ist der Grund, weshalb sich Traderscharen auf die TA stürzen. Und wieso? Menschen hassen Unsicherheit über zukünftige Ereignisse.

An dieser Stelle weise ich kurz auf einen interessanten Tradingtest hin, welchen ich vor einiger Zeit durchgeführt habe. Ich möchte dir damit die Augen öffnen und dich davor schützen, zuviel Zeit in den perfekten Markteinstieg zu stecken.

Das Coin Flip Trading Experiment

Die zu entkräftende These meines Langzeit-Experiments lautete:

Die Richtung eines Trades ist derart unwichtig, dass auch ein Münzwurf für die Festlegung auf long oder short ausreicht, um signifikante Gewinne einzufahren.

Für was brauchst du Kursprognosen, sollte die These tatsächlich standhalten? Du kannst dir wahrscheinlich denken was kommt…

Ein irres Ergebnis

Die These konnte ich tatsächlich nicht entkräften. Nach einem Jahr Laufzeit und genau 250 Trades, standen rund +81% Rendite zu Buche. Dabei hatte ich bei keinem einzigen Trade Einfluss auf dessen Richtung! Auf meiner Seite CoinFlip Trading findest du den Track Record dazu. Das Ergebnis ist nicht wissenschaftlich fundiert, aber eine Ansage.

Was sagst du jetzt?

Wäre es für Tradingerfolg wirklich wichtig, die Kurse vor dem Markteinstieg richtig vorhersagen zu können, dürfte ein solches Ergebnis nicht möglich sein. Ich hoffe, du stimmst mir hier zu? Wieso also solltest du als Trader deine Energie dafür verschwenden nach Setups der Technischen Analyse mit echtem Prognosevorteil zu suchen? Es sind für mich falsch eingesetzte Ressourcen. Wie du die Technische Analyse dennoch produktiv einsetzt, erfährst du in meinem Blog CoinFlip Trading, sonst wird der Rahmen des Artikels gesprengt. Einen Hinweis gibt schon mal das Schaubild:

Technische Analyse Tools für die Kursprognose stehen in der Kritik
Kursprognose – Risikosteuerung – Entry – Profitfaktor – Die Technische Analyse beim Trading aus einem anderen Blickwinkel

Die Essenz aus dem Experiment

Setze die Technische Analyse im Trading weise ein! Langfristige Gewinne kommen beim Trading längst nicht nur durch eine hohe Erfolgsquote einzelner Trades zustande. Wenn du als Trader mit der TA arbeiten möchtest, solltest du gut ausgesuchte Tools gezielt mit anderen untereinander unabhängigen Entscheidungskriterien kombinieren. Stelle unbedingt den Zusammenhang mit dem übergeordneten Preisverlauf (Trend, Trendfortschritt, Korrektur, Rangemarkt) her und achte darauf, dass möglichst viele Marktteilnehmer zu ähnlichen Interpretationen kommen und sich eine Art „Selbsterfüllende Prophezeiung“ einstellt. Nutze Tools der technischen Analyse mit deren Hilfe du wichtige Stopmarken im Chart herauszufilterst. Dieses Vorgehen erlaubt dir das CRV zu steuern und nur Trades mit kleinem ISL (Anfängliches Stop Loss) zu eröffnen.

Schlussglocke

Mit diesem Artikel wollte ich einen Überblick zur Technischen Analyse vermitteln. Es liegt mir allerdings viel daran dir gleichzeitig eine neue Denkweise auf das Traden zu ermöglichen. Einen Denkansatz, der nicht den perfekten Einstieg sucht um unfehlbare Kursprognosen abzuleiten, sondern um frühzeitig und mit kleinem Stop in den Markt zu kommen. Spitz die Ohren, wenn jemand zu dir sagt: Treffsichere Kursvorhersagen sind ein Muss für Tradingerfolg. Mein Experiment legt eindrucksvoll das Gegenteil nahe! Dauerhafte Gewinne entstehen vor allem durch gute Fähigkeiten im Risikomanagement.

Cheers, Ingmar Folk

Über den Autor:

Ingmar Folk Trader und Blogger

Herr Folk beschäftig sich seit etwa 15 Jahren mit dem aktiven Trading. Dank eines ungewöhnlichen Langzeit-Experiments zum Traden mit einem Zufallseinstieg-Setup, konnte er einige populäre Mythen aus dem Bereich Börse aus den Angeln heben. Das macht ihm Spaß und dieses Wissen möchte er gerne mit anderen interessierten Tradern auf seiner Webseite CoinFlip Trading teilen.


Epilog

Die Technische Analyse ist eine durchaus streitbare Herangehensweise beim Börsenhandel. Aus diesem Grund stellen wir dir einige wissenschaftliche Aussagen und Studien zur TA an die Seite. Bilde dir deine eigene Meinung und bleibe immer offen für andere Blickwinkel. Viel Spaß!

9 Lektionen zur technischen Analyse, von Wissenschaftlern (2020)

Wissenschaftler reden nicht viel über die technische Analyse. Sie schweigen entweder zu diesem Thema, oder sie behaupten hauptsächlich, dass es sich dabei um Hokuspokus handelt.

Ein Hochschulstudent wird die Grundlagen der Fundamentalanalyse lernen. Die technische Analyse wird jedoch lediglich in Fußnoten erwähnt. Trotzdem wissen alle Trader, die in den Märkten tätig sind, was technische Analyse bedeutet, und zwar unabhängig davon, ob sie diese verwenden oder nicht.

Eine Minderheit unter den Wissenschaftlern hat dieses Thema jedoch so fasziniert, dass sie statistische Forschung über technisches Trading anstellten. In diesem Artikel beschäftigen wir uns damit, um heraus zu finden, was wir damit anfangen können.

In diesen neun Lektionen werden deren Schlussfolgerungen über die technische Analyse zusammengefasst. Damit können Sie auf direktem Weg zur Erkenntnis gelangen, was in der technischen Analyse funktioniert.

Allerdings gibt es den Vorbehalt, dass die von den Akademikern verwendeten statistischen Methoden unser Fassungsvermögen zumeist übersteigen. Wenn Sie nicht mit statistischem Arbeiten vertraut sind, bedarf es eines Vertrauensvorschusses Ihrerseits.

Sie sollten wissen, dass ich die Statistiken, die in den folgenden Arbeiten verwendet werden, nicht vollständig verstanden habe. Mir geht es hierbei darum, die wichtigsten Schlussfolgerungen aufzugreifen und sie auf das praktische Trading anzuwenden.

Lektion 1: Volumen ist wichtig

In „Statistiken des Marktes und technische Analyse: Die Rolle des Volumens“ (Market Statistics and Technical Analysis: The Role of Volume) zeigten die Autoren:

…wie Volumen, Informationsgenauigkeit und Kurs-/Preisbewegungen im Zusammenhang stehen und wie Abfolgen von Volumen und Kursen aufschlussreich sein können. Wir zeigen auch, dass Trader, die Informationen nutzen, die in den Marktstatistiken enthalten sind, besser abschneiden als Trader, die das unterlassen.

Das bedeutet, dass das Volumen wichtig für Trader ist. (Dr. Brett Steenbarger stimmt damit überein.)

Aber was hier hervorgehoben wird ist, dass „Abfolgen von Volumen und Kursen aussagekräftig sein können“. Genau darum geht es bei der Volumen-Spread-Analyse.

Wenn Sie bisher nicht auf das Volumen geachtet haben, ist es an der Zeit, nun damit zu beginnen.

Lektion 2: Wie Fachleute die technische Analyse verwenden

In „Der Gebrauch der technischen Analyse im Devisenmarkt“ (The use of technical analysis in the foreign exchange market) überprüften die Autoren die wichtigsten Devisenhändler Londons.

Währungen

Es gibt drei wichtige Kernpunkte:

  1. Die meisten professionellen Händler betrachten die technische Analyse als Mittel der Markteinschätzung.
  2. Sie widmen der technischen Analyse in kürzeren Zeitrahmen größere Aufmerksamkeit.
  3. Sie betrachten die Fundamentalanalyse und die technische Analyse als Ergänzungen.

Aufgrund ihrer Erkenntnisse ist es sinnvoll, die technische und die fundamentale Analyse miteinander zu verbinden.

Sie sollten diese jedoch entsprechend Ihres Trading-Zeitrahmens gewichten. Bei kurzen Intraday-Zeitrahmen sollte die technische Analyse im Vordergrund stehen. Bei langfristigem Investieren ist die Fundamentalanalyse vorrangig. Und es gibt eine große Bandbreite dazwischen, was die Synergiepotentiale anbelangt.

Dieses Dokument „Effects of time horizon and asset condition on the profitability of technical trading rules“ spricht für die technische Analyse innerhalb kurzfristiger Zeitrahmen:

Verschiedene Strategien hatten ein konstant besseres Chance-Risiko-Verhältnis in bestimmten Anlageklassen und kurzfristigen Zeitrahmen nachgewiesen.

Lektion 3: Kombination verschiedener Indikatoren für einen tragfähigen Ansatz

In „The CRISMA trading system: Who says technical analysis can`t beat the market?“ (und aufgrund einer Nachuntersuchung) stellten die Autoren fest, dass das CRISMA-System den Markt schlagen konnte.

Das CRISMA-System weist drei Bestandteile auf:

  1. Kumuliertes Volumen
  2. Relative Stärke (Relative Strength) gegenüber dem S&P 500
  3. Gleitende Durchschnitte von 50-Tagen und 200-Tagen

Der Grundgedanke beim CRISMA-System besteht darin, diese drei Indikatorarten zur Bestätigung der Aufwärtsbewegung einer Aktie einzusetzen.

Sobald ein mechanisches Tradingkonzept veröffentlicht wurde, wird es höchstwahrscheinlich nicht mehr funktionieren. Allerdings können wir dennoch aus diesem System lernen.

Die drei Bestandteile besitzen jeweils einen Aussagewert unterschiedlicher Art. Der gleitende Durchschnitt ist von der Price Action abhängig. Die relative Stärke (relative Strength) berücksichtigt den gesamten Markt. Und es gibt das Volumen.

Drei Indikatoren, die sich voneinander unterscheiden. Die wichtigste Lehre, die dabei hervorgehoben wird, ist: Kombinieren Sie verschiedene Indikatoren miteinander, um ein robustes System zu erhalten.

Mit einem Dokument wie diesem ist es kaum möglich, keine Kritiker auf den Plan zu rufen. Wenn Sie das CRISMA-System als Rahmenvorlage zum Trading verwenden, dürfte dies zu einer ausgewogenen Sichtweise führen.

Es folgen einige weitere CRISMA-Dokumente als Hilfe für Sie:

Lektion 4: Verwenden Sie die Intermarket-Analyse zur Prognose

In einem Dokument von 1995 „The profitability of technical trading rules in the Asian stock markets“ fanden die Autoren heraus, dass:

technische Signale, die von den US-Märkten emittiert wurden, eine erhebliche Vorhersagekraft für die asiatischen Renditen am Aktienmarkt besitzen und zwar über die Signale der eigenen Märkte hinaus.

Dieses Dokument ist vor zwanzig Jahren veröffentlicht worden. Deshalb ist der Vorbehalt natürlich der, dass sich die globalen Märkte verändert haben könnten.

Trotzdem geht es hier im wesentlichen darum, Tradingideen aus der Intermarket-Analyse zu beziehen. Beobachten Sie die Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Märkten und nutzen Sie diese, um davon zu profitieren.

Cover des Buches Trading Intermarket Analysis

Um noch mehr über die Intermarket-Analyse zu erfahren, können Sie sich die folgenden Bücher vornehmen:

Lektion 5: Studieren Sie Candlestick-Formationen, die drei Tage umfassen

Diese neuere Veröffentlichung: „Can Anomalies Be Explained By Technical Analysis? Evidence From Candlestick Patterns“ weist darauf hin, dass Candlestick-Formationen selbst nach Abzug der Transaktionskosten gute Ergebnisse zeigen.

Insbesondere haben die Autoren die drei Tage umfassenden Candlestick-Formationen in den Taiwanesischen Aktienmärkten untersucht.

In diesem Artikel können Sie noch mehr über Candlestick-Formationen erfahren.

Nehmen Sie den Hinweis vieler Studien zur Kenntnis, dass in asiatischen Märkten die technische Analyse besser funktioniert. Daher sollten Sie vorsichtig sein, wenn Sie die gleichen Techniken in den entwickelteren Märkten anwenden.

Lektion 6: Technische Analyse in FX-Märkten

In Technical trading: Is it still beating the foreign exchange market? (Technisches Trading: Schlägt es auch die Devisenmärkte?) haben die Autoren eine umfassende Untersuchung der Regeln des technischen Trading im FX-Markt durchgeführt.

Sie untersuchten die Tagesdaten über 45 Jahre von 20 Währungen mit über 21.000 Tradingregeln.

In einigen Zeiträumen gibt es ausreichende Belege dafür, dass die technische Analyse funktioniert. Dies stimmt mit der „Anpassungsfähigen Markthypothese“ („Adaptive Market Hypothesis“) überein, die von Dr. Andrew Wen-Chuan. Lo entwickelt wurde.

Dies ist eine weitere Veröffentlichung mit ähnlichen Schlussfolgerungen.

Für Forex-Trader, die gerne wissen wollen, ob die technische Analyse brauchbar ist, bieten diese Studien optimistische Perspektiven.

Lektion 7: Chartmuster sind nützlich

In Stock market trading rule based on pattern recognition and technical analysis: Forecasting the DJIA Index with intraday data (Tradingregeln für den Aktienmarkt, die sich auf die Bestätigung von Chartmustern und die technische Analyse stützen: Vorhersage des DJIA-Index mit Intraday-Daten) haben die Autoren eine neue Definition der Trendfolgeformation Flagge auf der Basis von Intraday-Daten verwendet.

Sie fanden heraus, dass die Tradingregel den Markt outperformte.

In Foundation of Technical Analysis: Computational Algorithms, Statistical Inference, and Empirical Implementation (Grundlage der technischen Analyse: Computer-Algorithmen, statistische Schlussfolgerung und empirische Umsetzung) fanden die Autoren auch heraus, dass Chartmuster wie Kopf- und Schulter- und Double-Bottoms von praktischem Wert für Trader sind.

Erfahren Sie hier mehr über Chartmuster.

Lektion 8: Volatilität ist hilfreich beim Trading von Chartmustern

In Trend Definition or Holding Strategy: What Determines the Profitability of Candlestick Technical Trading Strategies? äußerten sich die Autoren folgendermaßen:

In Anbetracht volatiler Märkte überwiegen die Beweise zugunsten von Candlestick- Tradingstrategien deutlich.

Aus diesem Grund ist die Volatilität für aktive technische Trader ausschlaggebend. Berücksichtigen Sie die Volatilität bei der Auswahl eines Marktes zum Traden.

Lektion 9: Die technische Analyse funktioniert nicht

Bei meinem Trading verwende ich die technische Analyse. Es versteht sich also von selbst, dass ich bezüglich der Auswahl der obigen wissenschaftlichen Veröffentlichungen durchaus voreingenommen bin.

Um Ihnen eine ausgewogene Sichtweise zu vermitteln folgen nun drei Veröffentlichungen, die nicht für die technische Analyse sprechen.

Time to Fulfilment of Stock Recommendations Based on Technical Analysis: A Survival Analysis Approach“ (Zeit zur Erfüllung von Aktienempfehlungen, die sich auf die technische Analyse stützen: Ein Analyseansatz zum Überleben)

Übereinstimmend mit anderen Studien haben wir herausgefunden, dass Analysten, die die technische Analyse verwenden, nicht in der Lage waren, Empfehlungen abzugeben, die innerhalb kurzer Zeit beständig hohe Erträge erzielen.

Sind Chartanalysten Künstler? Die bestimmenden Faktoren und die Rentabilität der Empfehlungen gründeten auf der technischen Analyse

In Anbetracht dessen, dass sich die technischen Empfehlungen an die bestens bekannten Tradingregeln halten und dass diese Empfehlungen nicht mit künftigen ungewöhnlichen Erträgen einhergehen, gelangen wir zur Schlussfolgerung, dass technische Analysten keine „künstlerischen“ Qualitäten aufweisen.

Trading, das sich auf die Anwendung der technischen Analyse stützt:

In Bezug auf die passive Kaufstrategie übertrifft nur der kleinste Teil der erzielten Erträge die Ergebnisse der Buy-and-Hold-Strategie.

Schlussbemerkung

In diesem Artikel habe ich neun Lektionen über die technische Analyse präsentiert.

Aber gehen Sie sorgfältig damit um, wenn Sie diese Lektionen anwenden. Statistisch ausgebildete Fachleute vertreten diesbezüglich unterschiedliche Meinungen, wie es auch unter Tradern in den Online-Diskussionen der Fall ist.

Niemand kann Ihnen sagen, wem Sie letztlich vertrauen sollen. Bei Ihrem Trading müssen Sie selbst entscheiden und sich dann an das halten, was Ihnen sinnvoll erscheint.

Wenn Sie noch mehr qualifizierte Beiträge zur technischen Analyse lesen wollen, empfehle ich Ihnen die Arbeiten von Dr. Andrew W. Lo.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: 9 Technical Analysis Lessons You Can Learn From Academics Backed By Statistics

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud


7 qualitativ hochwertige Webseiten zum Erlernen der technischen Analyse

Es gibt genügend Quellen zum Erlernen der technischen Analyse für das Trading. Das eigentliche Problem besteht darin, dass so viele Informationen unterschiedlicher Qualität angeboten werden.

Demzufolge könnten Sie es schwierig finden, die zahlreichen Online-Quellen durchzugehen.

Daher habe ich mich beim Erstellen diese Aufstellung auf Websites konzentriert, die folgendes zu bieten haben:

  • eine breite Grundlage in Bezug auf die technische Analyse, die nützlich für Anfänger ist
  • verständlicher Inhalt, der als Orientierungshilfe für erfahrene Trader dient
  • qualitativ hochwertige und benutzerfreundliche Anwendererfahrung
  • wertvoll, aber kostenlos oder zu geringen Kosten

Ohne weitere Umschweife folgen nun sieben der besten Seiten, wo man lernen kann, mit der technischen Analyse zu traden (ohne spezielle Reihenfolge).

1. „School of Pipsology“ von BabyPips

Die School of Pipsology ist ein kostenloser Online-Kurs, der ideal ist für diejenigen, die sich für Forex-Trading interessieren.

Es handelt sich dabei um einen klar strukturierten Kurs, der alle Grundlagen behandelt, die ein neuer Forextrader benötigt. Der Lehrplan beinhaltet ausführliche technische Analyse, aber er hört nicht da auf. Er umfasst die Grundlagen der Forex Fundamentaldaten, Risiko-Management und sogar den Aufbau der Standard Software MT4.

Sie können alle Artikel durchsuchen, ohne sich für ein Konto anzumelden. Aber wenn Sie sich auf der Website anmelden, können Sie Ihre Fortschritte verfolgen. Wenn Sie den gesamten Kurs durcharbeiten wollen, empfehle ich Ihnen, diese Möglichkeit zu nutzen.

Mehr über Babypips erfahren

2. Chartschool von StockCharts.com

ChartSchool (Chartschule) ist der Ausbildungsbereich von StockCharts.com und bietet eine Reihe von Online-Chartwerkzeugen.

Es ist eines der besten Online-Quellen für Praktiker der technischen Analyse. Dort finden Sie eindeutige Erklärungen unterschiedlicher Chartarten und Indikatoren.

Auf der ChartSchool-Seite finden Sie vier Bereiche:

  1. Inhaltsverzeichnis
  2. Quellen für Charts
  3. Quellen für Scanning
  4. Quelle für die weitere Ausbildung

Falls Sie kein Abonnent von StockChart sind, sollten Sie sich ausschließlich auf die Links im ersten Abschnitt konzentrieren: Inhaltsverzeichnis. Die anderen Abschnitte enthalten größtenteils Anweisungen zur Nutzung von Chartinstrumenten von StockCharts.com.

3. Investopedia

Diese bekannte Website zur Vermittlung von Finanzwissen benötigt keine weitere Einführung. Allerdings ist Investopedia gewaltig. Deshalb kann es schwierig sein, Quellen zur technischen Analyse ausfindig zu machen. Aus diesem Grund wollen wir Ihnen Hilfestellung geben.

Es folgen zwei Abschnitte, die Ihnen als einem aktiven technischen Trader hilfreich sein können:

4. ThePatternSite.com

ThePatternSite.com ist die ultimative Quelle für Chartformationen. Der Kopf dieser Website ist Thomas N. Bulkowski, Autor von mehreren ausführlichen und tiefgründigen Büchern über Chartmuster:

Die Gestaltung der besagten Website mag schlicht aussehen, aber deren Inhalte sind verlässlich und stichhaltig. Auf dieser Website werden Sie wesentliche Ergebnisse zu jeder Chartformation finden, unter anderem Regeln und Ergebnisse anhand historischer Untersuchungen.

Alles ist kostenlos!

Klicken Sie hier, um mit der Untersuchung von Chartformationen zu beginnen.

5. Chartered Market Technician (CMT)

CMT ist zwar eine renommierte Seite der technischen Analyse, aber sie ist keine führende Online-Quelle.

Die CMT-Website ist jedoch eine Fundgrube, was die Lernmaterialien anbelangt.

Jenen, die noch unerfahren bezüglich der technischen Analyse sind, empfehle ich nicht, mit dieser Seite anzufangen. Sowohl „BabyPips“ als auch Investopedia sind strukturierter und daher für Anfänger geeignet.

Wenn Sie ein erfahrener Trader sind, könnten Sie nach neuen Tradingideen Ausschau halten, und diesbezüglich hat die CMT-Website viel zu bieten.

Klicken Sie hier, um zur CMT-Webseite der Lernmaterialien zu gelangen.

Nehmen Sie sich vor allem folgende Bereiche vor:

  • Journal of TA (Handbuch der Technischen Analyse)
  • Technically Speaking

6. TradingView

TradingView ist eine benutzerfreundliche Online-Chartplattform. Sie besitzt eine intuitive Benutzeroberfläche und eine flache Lernkurve.

TradingView verfügt über alle wichtigen Funktionen und Indikatoren, die Sie für die technische Analyse benötigen, einschließlich:

  • Candlesticks
  • Trendlinien
  • Indikatoren

Ohne Charting-Plattform ist es unmöglich, die technische Analyse zu erlernen. Sie können zwar eine Software wie NinjaTrader herunterladen, aber eine sogenannte Cloud-Charting-Möglichkeit wie TradingView ist vorteilhaft.  Sie können diese kostenlos nutzen mit der Möglichkeit, sie zu erweitern, falls Sie eine zusätzliche Ausstattung benötigen. Klicken Sie hier, um mehr darüber zu erfahren.

7. UDEMY

Link zur Udemy Webseite

Die oben vorgestellten Webseiten eignen sich besonders für die Trader, die durch Lesen lernen. Und was ist, wenn Sie es vorziehen, durch das Anschauen von Videos zu lernen?

In diesem Fall sollten Sie diese Kurse von Udemy in Betracht ziehen:

Es gibt viele Grundlagen-Seminare über die technische Analyse, die sich als fortgeschrittene Tradingkurse ausgeben und nicht unter 2.000 Dollar angeboten werden.

Bei Udemy-Kursen läuft es nicht auf diese Weise. Es steht außer Zweifel, dass Udemy-Kurse sich lediglich mit den Grundlagen befassen, aber sie sind bezahlbar.

Nehmen Sie einfach zur Kenntnis, dass Udemy regelmäßig Sonderangebote präsentiert, und daher sollten Sie nie einen Kurs zum ursprünglichen Preis erwerben. Warten Sie auf ein Sonderangebot!

Ich hoffe, dass Ihnen diese Webseiten Zeit ersparen und Ihnen bei Ihrem Vorhaben, die technische Analyse zu erlernen, behilflich sind.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: 7 High Quality Websites For Learning Technical Analysis

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Weiterlesen:

2 Gedanken zu „Technische Analyse lernen: Das Grundkonzept (2021)“

  1. Hi,
    gerne und danke für dein Feedback!

    Wundert mich nicht, dass du zustimmst. Ich habe einige (testbare) vermeintliche und bekannte ‚Killersetups‘ für den Markteinstieg/Kurszielprognose unter die Lupe genommen. Keines davon konnte echte Signifikanz aufweisen.

    Immer, wenn es es 1:1 nach Lehrbuch durchgehandelt wurde, bin ich unter dem Strich mindestens auf meinen Kosten sitzen geblieben. Natürlich alles nicht wissenschaftlich stichfest, aber die Tendenz hat mir gereicht.

    Darf ich fragen, ob du aktiv tradest oder hast du es deshalb aufgegeben bzw wegen dieser Überzeugung niemals angefangen?

    Beste Grüße
    Ingmar

  2. Danke, dem stimme ich voll zu. Ich sagte schon immer: der Markt richtet sich nicht nach der technischen Analye.

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