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Das CME Fed Watch Tool erklärt: den US-Zinsentscheid prognostizieren

Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2026

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8 Min

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Die Zinsentscheidungen der US-Notenbank Federal Reserve gehören zu den wichtigsten Terminen im Kalender eines Traders. Ob Aktien, Anleihen, Devisen oder Rohstoffe – kaum ein Markt bleibt davon unberührt. Das CME Fed Watch Tool zeigt, was der Markt erwartet, bevor die Fed entscheidet.

Das Tool basiert auf den Preisen von Fed Funds Futures und rechnet daraus Wahrscheinlichkeiten für jedes mögliche Zinsniveau. Wer diese Daten lesen kann, hat einen klaren Informationsvorsprung – ob für die eigene Positionierung, für Absicherungsstrategien oder schlicht für ein besseres Verständnis dessen, was die Märkte gerade einpreisen.

Dieser Artikel erklärt die Funktionsweise des Tools, ordnet die Zusammenhänge zwischen Zinsentscheidungen und verschiedenen Anlageklassen ein und prüft die Prognosegüte. Unsere redaktionellen Standards und das Prüfverfahren sind unter Redaktionelle Richtlinien dokumentiert.

Das CME Fed Watch Tool in 30 Sekunden erklärt

  • Das CME Fed Watch Tool berechnet auf Basis von 30-tägigen Fed-Funds-Futures die Markterwartungen für Zinsänderungen der US-Notenbank – in Echtzeit und kostenlos nutzbar.
  • Die Fed trifft sich achtmal jährlich, um über Zinsentscheidungen zu beraten – die Ergebnisse beeinflussen Aktien, Anleihen, Währungen und die gesamte Realwirtschaft erheblich.
  • Das Tool reagiert nahezu in Echtzeit auf neue Wirtschaftsdaten (CPI, PPI, PCE) und geopolitische Ereignisse – wie z. B. der Iran-Krieg, der die Zinssenkungserwartungen binnen eines Monats von 25 % auf 0 % kollabieren ließ.
  • Laut einer Studie des Stevens Institute of Technology prognostiziert das Tool den Fed-Zinsentscheid mit 75 % Genauigkeit – 30 Tage im Voraus.
  • Das Tool ist für viele Marktteilnehmer relevant: Anleihenbesitzer, Aktientrader, Devisenhändler und institutionelle Investoren nutzen es für Handels- und Absicherungsstrategien.

Das CME Fed Watch Tool

Das von der CME (Chicago Mercantile Exchange) – der weltgrößten Terminbörse – bereitgestellte Fed Watch Tool soll Investoren, Tradern und Ökonomen die Möglichkeit geben, die aktuellen Markterwartungen bezüglich einer Zinsänderung einschätzen zu können.

Berechnungsgrundlage des Fed Watch Tool sind die 30-tägigen Fed-Funds-Futures.

Fed Funds Futures sind standardisierte Terminkontrakte, die an der CME gehandelt werden und deren Preis die Markterwartung für den durchschnittlichen Tagesgeldsatz (Federal Funds Rate) im jeweiligen Kontraktmonat widerspiegelt.

Auf dieser Basis wird die Wahrscheinlichkeit einer möglichen Zinsänderung oder auch einer Beibehaltung des aktuellen Zinsniveaus berechnet.

CME Fed Watch Tool Funktionsweise – Prozessdiagramm von Wirtschaftsdaten über Fed Funds Futures und CME-Algorithmus bis zur Wahrscheinlichkeitsanzeige
So funktioniert das CME Fed Watch Tool – der Weg von Wirtschaftsdaten und geopolitischen Ereignissen über die Futures-Preise bis zur Wahrscheinlichkeitsanzeige.

Das Fed Watch Tool wird fortlaufend aktualisiert. Jede Änderung in der Erwartungshaltung – z.B. durch die Veröffentlichung neuer Wirtschafts- und Inflationsdaten, aber auch der Einfluss geopolitischer Ereignisse – wird fast in Echtzeit vom Fed Watch Tool in die Berechnung aufgenommen. Die Nutzung des Tools steht jedem offen und ist kostenlos.

Während das FED Watch Tool die US-Zinserwartungen abbildet, finden Trader die aktuelle Lage zur EZB-Zinspolitik hier — inklusive Markterwartungen und Szenarien: EZB-Zinsentscheid.

Warum sind die Fed-Meetings von so hoher Bedeutung?

Achtmal pro Jahr findet eine 2-tägige Sitzung der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve statt, in der über das aktuelle Zinsniveau bzw. den aktuellen Zinskorridor (+/-0,25%) und die wirtschaftliche Entwicklung beraten wird.

Das Ergebnis dieser Beratungen wird in der Regel mit großem Interesse von den Marktteilnehmern erwartet und teilt sich in insgesamt 3 Akte:

  1. Teil ist die Verkündung der Zinsentscheidung selbst,
  2. Teil die wenig später stattfindende Pressekonferenz mit Vertiefung bzw. Erläuterung der Entscheidung unter Berücksichtigung der Entwicklung des Arbeitsmarktes und Vorstellung der wirtschaftlichen Projektionen und ggf. Andeutungen über mögliche Anpassungen in absehbarer Zukunft.
  3. schließlich – im Abstand von drei Wochen zur Sitzung die FOMC-Minutes.

Das FOMC (Federal Open Market Committee) ist das geldpolitische Entscheidungsgremium der US-Notenbank Federal Reserve und besteht aus zwölf stimmberechtigten Mitgliedern – den sieben Gouverneuren des Federal Reserve Board sowie fünf der zwölf regionalen Fed-Präsidenten.

Das Sitzungsprotokoll – im deutschsprachigen Raum kurz Fed-Protokoll – gibt detailliert Aufschluss über die Diskussionsinhalte und die Stimmverteilung innerhalb des Komitees.

FOMC-Sitzungstermine 2026

TerminPressekonferenzProjektionen (SEP)
27.–28. Januar ✓JaNein
17.–18. März ✓JaJa
28.–29. April ✓JaNein
16.–17. JuniJaJa
28.–29. JuliJaNein
15.–16. SeptemberJaJa
27.–28. OktoberJaNein
8.–9. DezemberJaJa

✓ = bereits stattgefunden. Die Zinsentscheidung wird jeweils am zweiten Sitzungstag um 20:00 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht, die Pressekonferenz folgt um 20:30 Uhr. Quelle: federalreserve.gov

Screenshot der Startseite von federalreserve.gov mit einer Liste aktueller Reden und Pressemitteilungen des Federal Reserve Board vom März 2026 sowie einem eingebetteten Video der FOMC-Pressekonferenz vom 18. März 2026.
Auf der Website der US-Notenbank findet der User alle Termine der Notenbanksitzungen, das Fed-Protokoll, u.v.m. Außerdem kann die im Anschluss an die Zinsentscheidung stattfindende Pressekonferenz live mitverfolgt werden.

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Zinsen und Zins-Futures – Bedeutung für Kapitalmärkte und Wirtschaft

Die nachrichtliche Auseinandersetzung mit dem Thema Zinsen beschränkt sich im deutschsprachigen Raum im Wesentlichen auf die Darstellung des Zinsniveaus sowie dessen Implikationen für Sparerträge, Kreditkosten und die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt.

An den Kapitalmärkten und in der sog. Realwirtschaft sind die Auswirkungen weitaus umfassender: Kosten der Kreditaufnahme haben unmittelbare Auswirkungen auf die Investitionstätigkeit der Wirtschaft und damit z.B. auf Modernisierung, Erschließung oder Erweiterung neuer Geschäftsfelder, letztendlich auf Wachstum, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit.

Auf den Kapitalmärkten werden in der Folge z.B. bei einer Zinssenkung eine erfolgversprechendere wirtschaftliche Entwicklung und damit steigende Kurse an den Aktienmärkten erwartet.

Die Kosten für eine Kreditaufnahme spielen jedoch auch für kreditfinanzierte Aktienkäufe und hochspekulative gehebelte Investments eine entscheidende Rolle. Sind Kredite günstig, fließt auch von dieser Seite mehr Geld in den Markt und steigert die Liquidität.

Zinsfutures bezeichnen einen börsengehandelten Vertrag, der Käufern und Verkäufern das Recht bzw. die Pflicht auferlegt, einen Future zu einem festgelegten Termin zu einem festgelegten Preis kaufen zu können. Sie sind – wie andere Futures auch – sowohl als Absicherungsinstrument gegen Zinsänderungen wie auch zur reinen Spekulation nutzbar.

Lesetipp: Wer die Fed-Erwartungen in einen breiteren Kontext einordnen möchte, findet in unserer Zinsprognose eine aktuelle Einschätzung zur Zinsentwicklung in den USA und Europa.

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Was uns das Fed Watch Tool zeigt

Im CME Fed Watch Tool werden, wie eingangs erwähnt, 30-tägige Fed Funds Futures für die Berechnung zugrunde gelegt.

Unter dem folgenden Link: FedWatch – CME Group ist der aktuelle Stand jederzeit einsehbar, wie folgender Chart beispielhaft zeigt.

Balkendiagramm aus CME FedWatch: Wahrscheinlichkeiten für die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed) beim Meeting am 29. April 2026. Der aktuelle Leitzins liegt bei 3,50–3,75 % (350–375 Basispunkte). Mit 95,9 % Wahrscheinlichkeit wird keine Änderung erwartet (Zielniveau 350–375 bps), während eine Zinserhöhung auf 375–400 bps nur mit 4,1 % eingepreist ist. Eine Zinssenkung gilt als ausgeschlossen (0,0 %). Quelle: CME FedWatch, Stand März 2026.
Wahrscheinlichkeit für Zinsniveau von 3.50-3,75% liegt aktuell bei 95,9% zum Fed-Meeting vom 29.4.26; Quelle: CME FedWatch; 3/26

Unterhalb dieses stets aktualisierten Charts findet sich eine Tabelle, die Vergleichswerte für die Zeitabstände 1 Tag zuvor, 1 Woche zuvor und 1 Monat zuvor bietet. Zum Zeitpunkt des Erstellens dieses Artikels, – Ende März ’26 – also ziemlich genau 1 Monat nach Ausbruch des Iran-Krieges, zeigt die Tabelle eindrucksvoll, wie die Zinssenkungserwartungen von knapp 25% binnen eines Monats auf 0% Eintrittswahrscheinlichkeit kollabiert sind.

CME Fed Watch Tool zeigt Kollaps der Zinssenkungserwartungen von 25% auf 0% nach Ausbruch des Iran-Kriegs
Mit Ausbruch des Iran-Kriegs sank die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung von ca. 25% auf 0%; Quelle: CME FedWatch 3/26
CME Fed Watch Tool Wahrscheinlichkeitsverteilung und Fed-Zinssatz bis Dezember 2027Für das nächste Meeting am 29. April 2026 wird mit 96,4 % eine unveränderte Rate von 350–375 bps erwartet. Im weiteren Verlauf sinkt diese Wahrscheinlichkeit schrittweise: Bis September 2026 auf 81,8 %, bis Dezember 2026 auf 74,9 %. Ab 2027 gewinnen niedrigere Zinskorridore zunehmend an Gewicht – beim letzten erfassten Meeting am 8. Dezember 2027 liegt die höchste Einzelwahrscheinlichkeit mit 35,6 % beim Korridor 300–325 bps, gefolgt von 25,4 % für 325–350 bps. Der Markt preist damit bis Ende 2027 kumulativ mehrere Zinssenkungen ein. Ergänzt wird die Tabelle durch aktuelle Fed Fund Futures-Kurse der entsprechenden Kontrakte (ZQH6 bis ZQH7). Quelle: CME FedWatch, März 2026.
Wahrscheinlichkeitsverteilung und Fed-Zinssatz bis Dezember 2027/Quelle: CME FedWatch 3/26

Gleichzeitig sehen wir in obiger Tabelle, wie mit zunehmendem zeitlichen Abstand die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung zuerst ansteigt, um dann wieder abzufallen. Die türkisfarbene Spalte zeigt die zum jeweiligen Meeting-Termin prozentual stärkste Wahrscheinlichkeitsgruppe an. Zum Ende des Jahres 2027 weist das CME Fed Watch Tool sogar die Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung als prozentual höchsten Wert aus.

Wer tiefer in die Methodik, wie das Fed Watch Tool arbeitet, eindringen möchte, findet die entsprechenden Infos unter folgendem Link: Understanding the CME Group FedWatch Tool Methodology – CME Group. Den Leserinnen und Lesern dieses Artikels, die Interesse an Statistik und Wahrscheinlichkeitsrechnung haben, sei dieser Link wärmstens empfohlen.

Laut einer Studie des Stevens Institute of Technology mit dem Titel „Watching the FedWatch” – Autoren: Stefano Bonini, Shengyu Huang, Majeed Simaan (online veröffentlicht 12/2025, erschienen in: Journal of Futures Markets, Vol. 46, 2026) –, zeigt das CME Fed Watch Tool die Ergebnisse des FED-Zinsentscheids mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% korrekt an – 30 Tage vor dem Entscheid. Die Autoren präsentieren in ihrer Studie laut eigenen Angaben eine Methodik mit noch einmal verbessertem Ergebnis von 88% Vorhersagegenauigkeit – mit identischer Vorlaufzeit.

Es lohnt sich also, die Informationen auf der CME Group Seite aktiv zu verfolgen. Die Nutzeneffekte sind breit gestreut:

Auswirkung auf Assetklassen

Anleihebesitzer können bei erwarteter Senkung des Leitzinssatzes von Kurssteigerungen profitieren. Sollten Inflationsgefahren den Investmenthimmel verdunkeln, sollte wahlweise über eine Absicherung (Kauf von Put-Optionen oder -Zertifikaten auf den zugrunde liegenden Renten-Future oder über einen Verkauf, insbesondere langlaufender oder mit schlechterer Bonität bewerteter Anleihen, nachgedacht werden (z.B. Junkbonds – auch High Yields – als Schuldverschreibungen von Unternehmen mit eingeschränkter Kreditwürdigkeit). Im umgekehrten Fall einer Zinssenkung können durch den Erwerb von High Yields und die Aussicht auf verbesserte wirtschaftliche Perspektiven attraktive (Zusatz-) Renditen erzielt werden.

Trader und spekulativ aktive Marktteilnehmer nutzen oft die Renten-Futures zur direkten Umsetzung ihrer Handelsstrategien. Institutionelle Investoren tätigen überwiegend Absicherungsgeschäfte (Hedging) gegen Zinsänderungsrisiken.

Auch der Devisenhandel wird von sich ändernden Zinsniveaus beeinflusst. Steigt der Zinssatz in einer Währung, zieht sie oftmals zusätzliches Kapital an und steigt im Verhältnis zu anderen Währungen. Man spricht hier auch von Zinsdifferenzen als wertbestimmendem Faktor. Es lässt sich also leicht erkennen, welche Bedeutung und breiten Nutzen das Tool für Geld- und Aktienmärkte, für die Währungen, Carry Trades u.v.a.m. hat.

Marktverhalten um den Fed-Termin herum…

Am Tag des Zinsentscheids – genauer – sobald die Stunde der Verkündung des Entscheids schlägt – ist mit erhöhter Volatilität zu rechnen. Ebenso wird in der Regel während der anschließenden Pressekonferenz oftmals mit erratischen Bewegungen zu rechnen sein.

Nutzbar nur für Newstrader, routinemäßige Abstinenz für viele Daytrader, Stop- und Positionsmanagement für längerfristige Investitionen – so lauten die gängigen Implikationen für das eigene Verhalten.

Wer genau wissen möchte, zu welchen Uhrzeiten die US-Märkte geöffnet haben und wann die Überlappung mit europäischen Börsen stattfindet, findet die Details in unserem Überblick zu den Börsenzeiten.

Für Börsenneulinge wichtig: Bestätigt der aktuelle Fed-Entscheid die Erwartungen, ist die zugehörige Kursbewegung i.d.R. bereits Vergangenheit. Das Ergebnis ist bereits eingepreist.

…und das große Bild

Der folgende Chart zeigt den Langzeitverlauf der US-Zinsen und des Dow Jones von 1971 bis heute.

Langzeitverlauf US-Zinsen und Dow Jones von 1971 bis heute zeigt inverse KorrelationDer Leitzins (blau) erreichte seinen historischen Höchststand um 1980 mit über 20 %, sank danach kontinuierlich und fiel nach 2008 nahezu auf null, wo er bis ca. 2022 verharrte. Zuletzt liegt er bei 3,75 %. Der Dow Jones (rot) verlief bis in die 1990er Jahre relativ flach auf niedrigem Niveau, begann dann stark zu steigen und erreichte zuletzt Werte über 40.000 Punkte – mit einem vorübergehenden Hochpunkt um ca. 32 % (rechte Skala) um 2022/2023. Das Diagramm veranschaulicht die langfristige inverse Beziehung zwischen fallenden Zinsen und steigenden Aktienkursen. Quelle: TradingView
Verlauf Interest Rates und Dow Jones von 1971 bis heute; Quelle: TradingView

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Fazit: CME Fed Watch Tool

Nicht umsonst erfreut sich das CME Fed Watch Tool steigender Beliebtheit und hat sich als „Real-Time-Quelle” in der Breite etabliert.

Mit 75%iger Genauigkeit – also in 3 von 4 Fällen – zeigt es den Richtungsentscheid korrekt an.

Gerade nach der Veröffentlichung relevanter Daten zur Inflationsentwicklung: dem CPI (Consumer Price Index), PPI (Production Price Index) und dem als besonders Fed-relevant geltenden US Core PCE (Personal Consumption Expenditures) lohnt sich ein Blick auf das Tool.

Der Core PCE ist der von der Fed bevorzugte Inflationsindikator, weil er – anders als der CPI – die Substitutionseffekte im Konsumverhalten berücksichtigt und weniger volatil auf Energie- und Nahrungsmittelpreise reagiert.

Dies gilt natürlich besonders im Dunstkreis möglicher Umkehrpunkte: d.h. Wechsel von Zinssenkungs- zu Zinserhöhungszyklen und vice versa.

FAQ zum CME Fed Watch Tool

Was ist das CME FedWatch Tool?

Das CME FedWatch Tool ist ein kostenloses Online-Tool der Chicago Mercantile Exchange (CME Group), das in Echtzeit anzeigt, mit welcher Wahrscheinlichkeit die US-Notenbank Fed die Zinsen bei ihrem nächsten Treffen senkt, erhöht oder unverändert lässt.

Woher kommen die Wahrscheinlichkeiten?

Die Werte basieren nicht auf Umfragen oder Expertenprognosen, sondern auf den Preisen von Fed Funds Futures – Terminkontrakten, mit denen Marktteilnehmer auf künftige Zinssätze wetten. Je mehr Geld in eine bestimmte Richtung fließt, desto höher die angezeigte Wahrscheinlichkeit.

Wie zuverlässig sind die Prognosen?

Studien zeigen, dass das Tool 30 Tage vor einer Fed-Entscheidung in etwa 75 % der Fälle richtig liegt. Je näher das Meeting rückt, desto präziser werden die Erwartungen – kurzfristig steigt die Trefferquote deutlich.

Sagt mir das CME Fed Watch Tool, ob die Fed die Zinsen senkt oder erhöht?

Nein, das Fed Watch Tool weiß nicht, was die Fed tun wird. Es zeigt die Erwartungen der Marktteilnehmer bzgl. einer möglichen Zinserhöhung oder Zinssenkung wie auch die Möglichkeit unveränderter Zinssätze an. Und drückt diese Erwartungen in Wahrscheinlichkeiten aus.

Gibt es so ein Tool nur für die Fed-Entscheidungen oder kann man auch andere Märkte beobachten?

Mittlerweile ist nach identischer Methode wie das CME FedWatch Tool ein Tool für den europäischen Wirtschaftsraum entwickelt worden. Allerdings nicht von so illustrer Autorenschaft wie der CME, sondern in privater Urheberschaft. Zu finden unter: ECB Watch Tool.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels handelt seit 1978 aktiv an den Finanzmärkten – mit Schwerpunkt auf Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Als langjähriger Kunde von Interactive Brokers verfolgt er die Zinsentscheidungen der Fed und deren Auswirkungen auf die Märkte aus der Perspektive eines aktiven Traders.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte er Robert Prechters Elliott-Wellen-Standardwerke ins Deutsche und war über 17 Jahre als Repräsentant von Joe Ross im deutschsprachigen Raum tätig. 2015 gründete er die Kagels Trading GmbH mit dem Ziel, fundiertes Trading-Wissen im DACH-Raum zugänglich zu machen.

Mehr über das Team und die redaktionellen Standards unter Redaktionelle Richtlinien. Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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