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Citadel: Wie Ken Griffins Doppelfirma an deinen Orders verdient

Zuletzt aktualisiert: 02. September 2026

|

13 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Wenn du eine Aktie über einen Neobroker kaufst, landet deine Order mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einem Unternehmen, dessen Namen du noch nie gehört hast. In den USA ist dieses Unternehmen fast immer dasselbe: Citadel Securities. Die Firma wickelt nach eigenen Angaben rund 35 Prozent des gesamten Privatanleger-Handels an den US-Börsen ab und ist damit die Nummer eins in diesem Geschäft.

Gleichzeitig gibt es eine zweite Firma mit fast identischem Namen: Citadel LLC, einen der profitabelsten Hedgefonds der Welt. Beide gehören demselben Mann. Beide werden ständig verwechselt, auch in der Fachpresse. In diesem Artikel trenne ich die beiden sauber, zeige dir mit belegten Zahlen, womit sie ihr Geld verdienen, und erkläre, was das konkret für dich bedeutet, wenn du eine Order aufgibst. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Citadel erklärt in 30 Sekunden

  • Zwei getrennte Firmen: Citadel LLC ist ein Hedgefonds (gegründet 1990), Citadel Securities ein Market Maker (gegründet 2002). Beide gehören Ken Griffin.
  • 77 Milliarden US-Dollar: So viel Investment Capital verwaltet Citadel LLC nach eigenen Angaben, Stand 1. August 2026.
  • 800 Milliarden US-Dollar täglich: Dieses Nominalvolumen handelt Citadel Securities im Schnitt pro Handelstag über 50 Märkte hinweg.
  • Rund 35 Prozent: So groß ist der Anteil am US-Retail-Volumen, gemessen an der SEC-Meldepflicht Rule 605.
  • Nicht investierbar: Es gibt keine Citadel-Aktie. Beide Firmen sind in Privatbesitz, der Fonds nimmt ausschließlich institutionelles Geld.
  • Kein GameStop-Short: Die Short-Position hielt Melvin Capital, nicht Citadel. Beide Beteiligten haben das 2021 unter Eid vor dem US-Kongress ausgesagt.

Was ist Citadel?

Citadel ist der gemeinsame Markenname zweier rechtlich getrennter US-Finanzunternehmen im Besitz von Kenneth Griffin: der Hedgefonds Citadel LLC verwaltet Kapital institutioneller Anleger, der Market Maker Citadel Securities stellt an Börsen fortlaufend Kauf- und Verkaufskurse.

Die Verwechslung ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Selbst Wirtschaftsmedien schreiben regelmäßig „Citadel”, wenn sie eine der beiden Firmen meinen, und lassen offen, welche. Das führt zu handfesten Fehlschlüssen, etwa bei der Frage, wer 2021 gegen GameStop positioniert war. Wer die beiden Gesellschaften auseinanderhält, versteht die Nachrichtenlage deutlich besser.

Getrennt sind sie aus regulatorischen Gründen. Ein Hedgefonds verwaltet fremdes Geld und unterliegt anderen Aufsichtsregeln als ein Market Maker, der als Händler auf eigene Rechnung auftritt. Beide Rollen in einer Gesellschaft zu bündeln wäre in den USA nicht zulässig. Griffin gründete Citadel Securities deshalb 2002 als eigenständiges Unternehmen, gemeinsam mit Partnern.

Citadel Struktur: Citadel LLC als Hedgefonds und Citadel Securities als Market Maker unter Ken Griffin
Citadel LLC und Citadel Securities sind zwei getrennte Gesellschaften mit demselben Eigentümer. Quelle: eigene Angaben der Unternehmen, Stand August 2026.

Citadel LLC: der Hedgefonds

Der Fonds ist das ältere der beiden Häuser. Griffin gründete Citadel 1990, mit 22 Jahren, kurz nach dem Studium in Harvard. Heute weist das Unternehmen 77 Milliarden US-Dollar Investment Capital aus, Stand 1. August 2026. Die Formulierung ist bewusst gewählt: Citadel spricht von Investment Capital, nicht von Assets under Management, und rechnet darin auch einbehaltene Gewinnanteile mit ein.

Die Kunden sind ausschließlich Institutionen. Citadel nennt Pensionskassen, Universitätsstiftungen, Krankenhausträger und Forschungseinrichtungen als Kapitalpartner. Ein privater Anleger kann dort kein Geld anlegen, unabhängig von der Summe. Wie Hedgefonds generell arbeiten, welche Strategien sie einsetzen und warum sie für Privatanleger kaum zugänglich sind, haben wir im Überblick zu Hedgefonds ausführlich beschrieben. Wie ein Makro-Fonds vergleichbarer Größe arbeitet, steht im Portrait über Ray Dalio.

Eine Auszeichnung sticht heraus. Das Analysehaus LCH Investments führt Citadel als profitabelsten Hedgefonds-Manager aller Zeiten, gemessen an den Nettogewinnen für Anleger seit Auflage und nach Abzug aller Gebühren. Die Berechnung reicht bis zum 31. Dezember 2025, die Auszeichnung stammt vom 18. Januar 2026. Das ist eine Rangliste kumulierter Gewinne, keine Aussage über die Rendite eines einzelnen Jahres.

Citadel Securities: der Market Maker

Ein Market Maker ist ein Händler, der für ein Wertpapier verbindlich einen Kaufkurs und einen Verkaufskurs stellt und damit jederzeit als Gegenpartei bereitsteht. Ohne ihn müsste für jeden Käufer im selben Moment ein Verkäufer vorhanden sein.

Die Größenordnung ist schwer zu fassen. Citadel Securities handelt nach eigenen Angaben täglich ein Nominalvolumen von über 800 Milliarden US-Dollar, im Durchschnitt des zweiten Quartals 2026, verteilt auf mehr als 50 Aktien- und Anleihemärkte. Das Unternehmen beschäftigt über 1.800 Menschen, darunter rund 280 Promovierte aus 45 Fachgebieten, und betreut 1.600 institutionelle Kunden.

Im US-Aktienhandel ist die Stellung dominant. Über die eigene Plattform laufen nach Unternehmensangaben mehr als 23 Prozent des gesamten US-Aktienvolumens. Beim Handel von Privatanlegern sind es rund 35 Prozent, gemessen an den Ausführungsdaten, die Wettbewerber nach der SEC-Vorschrift Rule 605 offenlegen müssen. Damit ist Citadel Securities das größte Ziel für Retail-Orderflow in den Vereinigten Staaten.

Technisch gehört die Firma zum Hochfrequenzhandel. Die Modelle bewerten Kursbewegungen in Bruchteilen von Sekunden und passen die gestellten Kurse laufend an. Wie diese Systeme funktionieren, welche Strategien dahinterstehen und wo ihre Risiken liegen, erklären wir im Detail im Guide zum Hochfrequenzhandel. Die mathematische Seite dieser Arbeitsweise beschreibt unser Artikel zum quantitativen Trading.

Wie Citadel Securities Geld verdient

Die Grundmechanik ist einfach. Der Market Maker kauft zum Geldkurs und verkauft zum Briefkurs. Die Differenz heißt Geld-Brief-Spanne oder Spread und ist sein Ertrag. Bei einem liquiden US-Standardwert liegt sie im Bereich von Bruchteilen eines Cents. Erst die Menge macht daraus ein Geschäft: Bei Milliarden gehandelter Stücke summieren sich Zehntelcents zu erheblichen Beträgen.

Der zweite Ertragsweg ist umstritten. Er heißt Payment for Order Flow, kurz PFOF. Dabei zahlt der Market Maker dem Broker eine Gebühr dafür, dass dieser ihm die Kundenorders zur Ausführung weiterleitet. Griffin selbst hat das Modell 2021 vor dem US-Kongress als „seit Langem etablierte, transparente und regulierte Praxis” bezeichnet und als Grund dafür genannt, dass Privatanleger heute kostenlos oder sehr günstig handeln können.

Kritiker sehen darin einen Interessenkonflikt. Der Broker wählt den Ausführungsplatz nicht mehr allein nach dem besten Preis für den Kunden, sondern hat einen finanziellen Anreiz. In der Europäischen Union hat der Gesetzgeber daraus Konsequenzen gezogen und PFOF untersagt. Was das für deutsche Anleger konkret geändert hat, beschreiben wir im Ratgeber zu Neobrokern.

Was das für dich als Trader bedeutet

Für den deutschen Handel ist Citadel nicht dein Gegenüber. Wer über einen deutschen Broker eine Aktie kauft, handelt je nach Handelsplatz gegen einen hiesigen Market Maker. Bei Tradegate und bei gettex ist das jeweils ein eigener Kursanbieter, an der Xetra entsteht der Preis dagegen ohne Market Maker direkt im zentralen Orderbuch.

Relevant wird Citadel bei US-Aktien. Handelst du amerikanische Werte außerhalb der deutschen Börsenzeiten oder direkt an einer US-Börse, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Citadel Securities an der Ausführung beteiligt ist. Für dich als Privatanleger ändert das an der Mechanik nichts: Du siehst einen Kurs und entscheidest, ob du ihn annimmst.

Praktisch zählt nur eine Größe, und das ist der Spread. Je enger die Geld-Brief-Spanne, desto weniger kostet dich der Ein- und Ausstieg. Market Maker verdienen an dieser Spanne, sorgen im Gegenzug aber dafür, dass überhaupt jederzeit ein Kurs steht. Diese Abwägung ist der Kern des Modells, und sie fällt je nach Marktlage unterschiedlich aus.

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Vorteile und Nachteile des Market-Maker-Modells

Für Privatanleger hat das Modell zwei Seiten. Die folgenden Punkte gelten allgemein für den Handel gegen einen Market Maker, nicht nur für Citadel Securities.

Vorteile des Market-Maker-Modells

  • Jederzeit handelbar: Es steht immer ein Kurs, auch wenn gerade kein anderer Privatanleger auf der Gegenseite ist.
  • Lange Handelszeiten: Market-Maker-Plätze handeln deutlich länger als die klassische Börsensitzung, oft bis 22 oder 23 Uhr.
  • Niedrige Ordergebühren: Das Modell finanziert einen Teil der Kosten über den Spread, was kostenlose Depots und günstige Orders erst möglich macht.
  • Stabilität in hektischen Phasen: Citadel Securities führte am 27. Januar 2021, mitten im GameStop-Ausbruch, 7,4 Milliarden Aktien für Privatanleger aus.

Nachteile des Market-Maker-Modells

  • Der Kurs kommt von einer Partei: Du handelst gegen ein Unternehmen, das an deinem Abschluss verdient, nicht gegen einen anderen Anleger.
  • Spreads schwanken: In ruhigen Phasen sind sie eng, in volatilen Phasen weiten sie sich genau dann, wenn du sie am wenigsten gebrauchen kannst.
  • Kein offizieller Referenzkurs: Für Bewertungen und Abrechnungen zählt in Deutschland der Xetra-Kurs, nicht der Kurs des Market Makers.
  • Wenig Transparenz: Wie der gestellte Kurs zustande kommt, ist ein Geschäftsgeheimnis des Market Makers und für dich nicht nachvollziehbar.

Ken Griffin: der Mann hinter Citadel

Griffin begann als Privatanleger. In seiner Aussage vor dem US-Kongress beschrieb er, dass er Ende der Achtzigerjahre während des Studiums mit Aktien und Optionen handelte. 1990 gründete er daraus Citadel. Geboren wurde er am 15. Oktober 1968 in Daytona Beach, Florida.

Sein Vermögen wird auf 52,5 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Zahl stammt von Forbes und bezieht sich auf 2026. In der Forbes-Liste der Milliardäre steht Griffin damit auf Platz 37 weltweit. Er gilt als der reichste Hedgefonds-Manager der Vereinigten Staaten.

Öffentlich tritt er regelmäßig auf. Griffin äußert sich zu Geldpolitik, zur Rolle Chinas und zur Regulierung der Finanzmärkte. In seiner Kongressaussage forderte er, den Abwicklungszyklus an den US-Börsen von zwei Tagen auf einen Tag zu verkürzen. Genau das wurde in den USA später umgesetzt.

GameStop 2021: was Citadel wirklich getan hat

Kaum ein Vorwurf hält sich hartnäckiger. In der Erzählung, die 2021 entstand, hat Citadel GameStop leerverkauft, dabei Verluste erlitten und daraufhin den Broker Robinhood veranlasst, den Handel zu stoppen. Diese Darstellung lässt sich anhand der Kongressanhörung vom 18. Februar 2021 in allen drei Punkten prüfen.

Die Short-Position lag bei Melvin Capital. Gabriel Plotkin, Gründer und Chief Investment Officer von Melvin, sagte aus, sein Fonds sei seit dessen Gründung sechs Jahre zuvor in GameStop short gewesen. Er erklärte zugleich, Melvin habe „alle Positionen in GameStop Tage vor den Handelsbeschränkungen geschlossen”.

Citadel stieg als Investor bei Melvin ein. Plotkin widersprach ausdrücklich der Darstellung, sein Fonds sei „gerettet” worden: Citadel sei von sich aus auf ihn zugekommen, um als neuer Investor einzusteigen, so wie andere auch in seinen Fonds investieren. Er ergänzte, Melvin habe stets über ausreichende Sicherheiten verfügt und kein frisches Geld gesucht.

Der Handelsstopp hatte einen anderen Grund. Robinhood-Chef Vlad Tenev sagte in derselben Anhörung aus, die Beschränkungen seien nötig gewesen, um die Sicherheitsleistungen gegenüber der Clearingstelle weiter erfüllen zu können. Sein Unternehmen habe anschließend 3,4 Milliarden US-Dollar frisches Kapital aufgenommen, damit die Kunden wieder normal handeln konnten.

Griffin bestritt jede Beteiligung. Wörtlich sagte er: „Ich möchte völlig klar sein: Wir hatten keine Rolle in Robinhoods Entscheidung, den Handel in GameStop oder einer anderen der Meme-Aktien einzuschränken.” Von den Beschränkungen habe er erst nach deren öffentlicher Bekanntgabe erfahren.

Einordnung. Alle vier Aussagen stammen von den Beteiligten selbst und sind damit Parteivortrag, wenn auch unter Wahrheitspflicht vor einem Kongressausschuss. Sie decken sich aber gegenseitig in den entscheidenden Punkten, und keine spätere Untersuchung hat sie widerlegt. Wer Citadel für den GameStop-Short verantwortlich macht, verwechselt zwei Unternehmen.

Kann man in Citadel investieren?

Nein. Weder Citadel LLC noch Citadel Securities ist börsennotiert, es gibt keine Citadel-Aktie und keinen für Privatanleger zugänglichen Citadel-Fonds.

Beide Gesellschaften sind in Privatbesitz. Der Hedgefonds nimmt ausschließlich Kapital von Institutionen an, der Market Maker gehört Griffin und seinen Partnern. Ein Börsengang von Citadel Securities wird seit Jahren immer wieder diskutiert, ist aber bis heute nicht erfolgt.

Vorsicht bei Namensgleichheit. Es existieren Fonds und Produkte, die „Citadel” im Namen tragen und mit diesen Unternehmen nichts zu tun haben, etwa der luxemburgische Citadel Value Fund. Wer nach einer Anlagemöglichkeit sucht, prüft deshalb immer den Emittenten und die ISIN, nicht nur den Namen.

Kritik und Regulierung

Die Marktstellung ist der Hauptkritikpunkt. Wenn ein einzelnes Unternehmen rund ein Drittel des Privatanlegerhandels eines ganzen Landes abwickelt, entsteht ein Klumpenrisiko. Fiele dieser Marktteilnehmer aus, müssten andere die Liquidität ersetzen, und ob sie das in einer Stressphase könnten, ist offen.

Es gab Strafen. Citadel Securities zahlte 2017 nach einem Verfahren der US-Börsenaufsicht SEC 22,6 Millionen US-Dollar wegen unzureichender Aufsicht über eigene Handelsalgorithmen. 2020 folgte eine Zahlung von 97 Millionen US-Dollar an chinesische Aufsichtsbehörden nach einer Untersuchung des dortigen Handels.

Der Interessenkonflikt bleibt strukturell. Ein Market Maker verdient an der Spanne und entscheidet zugleich, zu welchem Kurs er handelt. Regulierung kann das nur eingrenzen, etwa über die Best-Execution-Pflicht und über Meldevorschriften wie Rule 605. Auflösen lässt sich der Konflikt im Market-Maker-Modell nicht, und genau deshalb hat die EU beim PFOF einen anderen Weg gewählt.

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Fazit: zwei Firmen, ein Name, viel Verwechslung

Citadel ist kein Anbieter, bei dem du Kunde wirst. Du kannst dort weder ein Depot eröffnen noch Anteile kaufen. Der Grund, sich mit dem Unternehmen zu beschäftigen, ist ein anderer: Es zeigt, wie moderner Wertpapierhandel tatsächlich funktioniert, und wer an einer Order verdient, bevor der Kurs überhaupt auf deinem Bildschirm erscheint.

Die wichtigste Unterscheidung ist die zwischen den beiden Gesellschaften. Citadel LLC verwaltet mit 77 Milliarden US-Dollar institutionelles Kapital. Citadel Securities stellt Kurse und wickelt rund 35 Prozent des amerikanischen Privatanlegerhandels ab. Wer beide zusammenwirft, kommt bei Nachrichten regelmäßig zu falschen Schlüssen, wie der GameStop-Fall zeigt.

Für die eigene Praxis bleibt eine schlichte Erkenntnis. Der Spread ist der Preis dafür, dass jederzeit jemand als Gegenpartei bereitsteht. Ob dieser Preis fair ist, entscheidet sich nicht an der Größe des Market Makers, sondern daran, wie eng die Geld-Brief-Spanne in dem Moment ist, in dem du handelst. Das kannst du bei jeder Order selbst nachsehen.

Häufige Fragen zu Citadel

Ist Citadel ein Hedgefonds?

Citadel LLC ist ein Hedgefonds, gegründet 1990. Citadel Securities dagegen ist kein Hedgefonds, sondern ein Market Maker, gegründet 2002. Beide Gesellschaften sind rechtlich getrennt und gehören Ken Griffin.

Wem gehört Citadel?

Beide Unternehmen gehen auf Kenneth Griffin zurück, der Citadel LLC 1990 gegründet hat und dort weiterhin CEO ist. Citadel Securities gründete er 2002 gemeinsam mit Partnern, dort ist er Gründer und Hauptanteilseigner. Vorstandsvorsitzender von Citadel Securities ist seit 2017 Peng Zhao.

Wie verdient Citadel Geld?

Der Hedgefonds Citadel LLC verdient an der Wertentwicklung des verwalteten Kapitals über Verwaltungs- und Erfolgsgebühren. Citadel Securities verdient an der Geld-Brief-Spanne zwischen An- und Verkaufskurs sowie an Vergütungen von Handelsplätzen und Brokern.

Kann man Citadel-Aktien kaufen?

Nein. Weder Citadel LLC noch Citadel Securities ist an einer Börse notiert. Es gibt keine Citadel-Aktie. Produkte mit ähnlichem Namen, etwa der Citadel Value Fund, gehören nicht zu diesen Unternehmen.

Wie viel Geld verwaltet Citadel?

Citadel LLC weist 77 Milliarden US-Dollar Investment Capital aus, Stand 1. August 2026. Darin enthalten sind neben dem Anlegerkapital auch aufgelaufene Erfolgsbeteiligungen.

Hat Citadel GameStop geshortet?

Nein. Die Short-Position in GameStop hielt Melvin Capital, dessen Gründer Gabriel Plotkin das 2021 vor dem US-Kongress aussagte. Citadel stieg anschließend als Investor bei Melvin ein. Den Handelsstopp bei Robinhood begründete dessen Chef Vlad Tenev in derselben Anhörung mit Sicherheitsleistungen gegenüber der Clearingstelle.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels handelt seit 1978 an den Börsen und arbeitet diskretionär nach Price Action. Er übersetzte Ende der 1980er-Jahre die Elliott-Wellen-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche und war über 17 Jahre Repräsentant von Joe Ross in Deutschland, wo er alle zehn Ross-Bücher übersetzte und verlegte.

Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen. Marktstruktur, Liquidität und die Frage, wer bei einer Order auf der Gegenseite steht, gehören zu den Themen, die er dort regelmäßig behandelt.

Für diesen Artikel hat er die Kennzahlen beider Citadel-Gesellschaften gegen die Angaben der Unternehmen geprüft und die Darstellung der GameStop-Ereignisse anhand der Aussagen vor dem US-Kongress vom 18. Februar 2021 belegt. Mehr zu seiner Arbeit auf seiner Autorenseite.

Geprüft von Christian Möhrer, technischer Analyst und Options-Trader.

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