Stand 17. Juli 2026, nach Börsenschluss. Wir schreiben die Analyse laufend fort.
Seit dem Allzeithoch bei 225,64 hat die SpaceX-Aktie rund 45 Prozent verloren. Am Freitag beschleunigte sich der Abverkauf: Nach dem Startabbruch von Starship Flight 13 fiel der Kurs um weitere 5,4 Prozent auf 123,99 Dollar, klar unter den Ausgabepreis von 135. Am Montag will SpaceX den Start nachholen.
Als Price-Action-Trader interessiert mich nicht die Mars-Vision. Mich interessieren die Marken, an denen der Kurs dreht. Genau die bekommst du hier. Dazu die Zahlen aus dem Börsenprospekt und zwei klare Szenarien, ehrlich getrennt in Chart und Spekulation. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
SpaceX Prognose aktuell in 30 Sekunden
- Kurs bei 123,99 Dollar: Der sechste Verlusttag in Folge, minus 5,4 Prozent. Die Aktie eröffnete mit einem Gap unter der runden 130 und fiel bis auf das neue Verlaufstief 122,12.
- Flight 13 abgebrochen: Vier Booster-Triebwerke zündeten nicht, SpaceX stoppte den Start in letzter Sekunde. Neuer Zieltermin: Montag, 20. Juli.
- Bewertung rund 1,62 Billionen Dollar: Rund 8 Prozent unter der IPO-Bewertung von 1,75 Billionen.
- Fazit in einem Satz: Das Binär-Event ist vertagt, geurteilt hat der Markt trotzdem, erst zurück über 130 und 135 entspannt sich das Bild.
SpaceX Chartanalyse und Kursmarken
Die SpaceX-Aktie fiel am Freitag, dem 17. Juli, um 5,4 Prozent auf 123,99 Dollar, das neue Verlaufstief liegt bei 122,12. Auslöser war der Startabbruch von Starship Flight 13 in der Nacht zuvor. Der nächste Startversuch ist für Montag, den 20. Juli, angesetzt und bleibt das beherrschende Thema.

Die Wochenkerzen zeigen das große Bild. Auf den Blow-off zum Allzeithoch folgten der Bruch, eine Stabilisierung und jetzt drei rote Wochen in Folge. Die abgelaufene Woche verlor 14,7 Prozent, so viel wie keine zuvor, und schloss klar unter dem Ausgabepreis. Auf der Wochenebene kontrollieren die Verkäufer das Geschehen vollständig.
Der Weg hierher, kurz erzählt. Mitte Juni trieb die IPO-Euphorie die Aktie auf 225,64, dann kippte sie. Ende Juni folgten der Absturz um 16 Prozent an einem Tag und der Ausbruch bis 172,40, der nicht hielt. Danach fiel eine Unterstützung nach der anderen: Sell-the-News zur Nasdaq-Aufnahme, gescheiterter Boden-Versuch, drei Gap-Tage nach unten. Zuletzt fiel der Ausgabepreis, seit Freitag notiert die Aktie auch unter der runden 130.

Das Binär-Event fiel aus, geurteilt hat der Markt trotzdem. In der Nacht zu Freitag stoppte SpaceX den Countdown in letzter Sekunde: Vier Raptor-Triebwerke des Boosters zündeten nicht, der Start wurde nach Zündungsbeginn abgebrochen. Das ist kein Fehlschlag im Flug, die Rakete blieb intakt. Doch der erhoffte Katalysator fiel aus, und die Frage nach der Triebwerks-Zuverlässigkeit stand plötzlich im Raum. Die Antwort des Marktes war eindeutig: Gap unter die runde 130, Tageshoch nur 130,33, dann Abverkauf bis 122,12. Der Schluss bei 123,99 liegt rund 45 Prozent unter dem Allzeithoch. Elon Musk kündigte den Tausch von zwei Triebwerken an, der neue Zieltermin ist Montag.
Diese Marken zählen jetzt:
| Kursmarke (USD) | Bedeutung |
|---|---|
| 225,64 | Allzeithoch. Blow-off von Mitte Juni. |
| 135,00 | Ausgabepreis, jetzt Widerstand. Seit dem 16. Juli notiert die Aktie darunter. |
| 130,74 | Widerstand. Alte Unterseite samt runder 130, das Freitags-Hoch scheiterte knapp darunter. |
| 123,99 | Aktueller Kurs. Schluss vom 17. Juli, rund 45 Prozent unter dem Hoch. |
| 122,12 | Verlaufstief. Freitags-Tief. |
| 120,00 | Runde Marke. Nächste psychologische Auffangzone im offenen Terrain. |
Zwei Linien, keine Kursziele. Unter dem Ausgabepreis gibt es keine gehandelten Marken mehr, hier zählen runde Zahlen: erst die 120, danach wird es dünn. Der erste Schritt einer Reparatur wäre die Rückkehr über die 130er-Zone, dann ein Tagesschluss über 135. Beides steht und fällt mit dem Montag.
Kurz gesagt: Der Markt hat den Startabbruch wie eine schlechte Nachricht gehandelt, dabei ist das Urteil über Starship Flight 13 nur vertagt. Am Montag folgt der nächste Versuch, und wir schreiben die Reaktion hier fort.
Den aktuellen SPCX-Kurs in Echtzeit findest du auf TradingView
Welche Bewertung steckt hinter der SpaceX Aktie?
Alles beginnt beim Preis. Zum Ausgabepreis von 135 Dollar war SpaceX rund 1,75 Billionen Dollar wert. Heute, bei 123,99 Dollar, sind es etwa 1,62 Billionen, rund 8 Prozent weniger als zum Börsengang. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt trotzdem jenseits des 85-fachen, eine sehr ambitionierte Erwartung.
Die Zahlen erklären den Streit. Der Börsenprospekt bei der SEC weist für 2025 einen Umsatz von 18,7 Milliarden Dollar aus, ein Plus von 33 Prozent. Zugleich stehen 4,9 Milliarden Dollar Nettoverlust in den Büchern. Starlink trägt den Konzern mit 11,4 Milliarden Umsatz. Das KI-Geschäft verlor allein rund 6,35 Milliarden. Details findest du in unserem Überblick zur SpaceX Aktie und zum IPO.
Die Analysten sind gespalten. Morningstar sieht den fairen Wert bei rund 780 Milliarden Dollar, also etwa 60 Dollar je Aktie. Selbst das optimistische „Moonshot”-Szenario endet bei rund 154 Dollar. Die Wall Street hält dagegen: Evercore ISI startete diese Woche mit „Outperform” und Kursziel 230 Dollar, 27 von 31 Analysten raten zum Kauf. Der Markt folgt bisher den Skeptikern. Auch Michael Burry warnt und vergleicht die KI-IPO-Welle mit der Dotcom-Blase. Ob ein KUV dieser Größenordnung trägt, muss jeder für sich beantworten.
SpaceX Prognose: Bull- und Bear-Szenario
Zwei Szenarien, klar getrennt. Keine Kursziele, nur die Logik hinter den Verläufen.
Bull-Szenario
Ein Abbruch ist kein Absturz: Die Rakete steht intakt auf der Rampe, am Montag folgt die zweite Chance. Die Stimmung ist nach sechs Verlusttagen und 45 Prozent Kursverlust maximal ausgewaschen, die Erwartungen sind am Boden. Liefert Starship Flight 13 im zweiten Anlauf einen sauberen Flug mit den ersten echten Starlink-V3-Satelliten, trifft die Nachricht auf einen leergeräumten Markt. Die Rückkehr über die 130er-Zone wäre der erste Schritt, ein Tagesschluss über dem Ausgabepreis 135 der zweite.
Bear-Szenario
Der Markt hat schon den Abbruch abgestraft, sechs Verlusttage in Folge, und unter der 122,12 liegt nur noch die runde 120. Scheitert auch der zweite Startversuch oder endet er im Fehlschlag, träfe das eine Aktie im freien Rückzug. Dazu drücken die Anleiheemission, der Mittelabfluss und der Lock-up-Überhang ab August, und jeder weitere Terminrutsch nagt an der Starship-Erzählung.
Entscheiden werden die Zahlen, nicht die Vision. Am Montag zählt nur ein Termin: der zweite Anlauf von Starship Flight 13. Am Chart misst du den Kurs an drei Marken: 120, 122,12 und der 130 darüber. Ganz ohne Glaskugel.
Welche Faktoren treiben den SpaceX Aktienkurs?
Diese Treiber solltest du für die laufende Chartanalyse im Blick behalten:
- Indexnachfrage: Seit dem 29. Juni ist SpaceX im MSCI World und ACWI, seit dem 7. Juli über eine Fast-Track-Regel auch im Nasdaq-100. Allein für die QQQ-Familie schätzt JPMorgan rund 4,3 Milliarden Dollar Zwangskäufe. Bei nur rund vier Prozent Streubesitz trifft das auf knappes Angebot. Der 7. Juli zeigte aber: Daraus kann auch ein Sell-the-News werden.
- Cash-Burn und Schulden: Die erste Anleiheemission über rund 20 Milliarden Dollar und Investitionen jenseits einer Billion bis 2031 belasten. Sie lösten den Kurssturz vom 22. Juni aus.
- Lock-up-Termine: Die Sperrfristen laufen gestaffelt aus. Erste Freigaben ab August, reguläre Frist am 8. Dezember 2026, Musks großer Block erst im Juni 2027. Jede Stufe erhöht das Angebot.
- Starship und Starlink: Der erste Anlauf von Flight 13 endete mit einem Startabbruch, der neue Zieltermin ist Montag, der 20. Juli. Zwei Booster-Triebwerke werden getauscht. Der Flug soll erstmals 20 echte Starlink-V3-Satelliten aussetzen. Ein Erfolg wäre der erste harte Meilenstein seit dem IPO, ein Fehlschlag das Gegenteil.
- Gesamtmarkt und Zinsen: Als hoch bewerteter Wachstumswert hängt SpaceX am Zinsumfeld und an der Stimmung im S&P 500 und Nasdaq 100.
SpaceX Aktie Prognose 2030: Szenarien statt Kursziele
Eine belastbare SpaceX-Prognose für 2030 gibt es nicht, nur Szenarien. Sie hängen an Starship, Starlink und den KI-Verlusten.
Warum kein festes Kursziel? Wenige Wochen Kurshistorie tragen keine Fünf-Jahres-Prognose. Seriös ist nur die Spanne der möglichen Entwicklungen.
Das Bull-Szenario bis 2030: Musk peilt eine Billion Dollar Jahresumsatz an, mehr als das 50-fache von 2025. Dafür muss Starship in den kommerziellen Regelbetrieb, Starlink weiter zweistellig wachsen und die KI-Sparte ins Plus drehen. Gelingt das, wächst die Aktie über Jahre in ihre Bewertung hinein. Belegt ist davon bisher nichts.
Das Bear-Szenario bis 2030: Starship verzögert sich, der Umsatz je Starlink-Nutzer sinkt weiter, die KI-Verluste bleiben. Ab August erhöhen die Lock-up-Freigaben zusätzlich das Angebot. Dann droht eine mehrjährige Bewertungskorrektur.
Der Anker für die Einordnung: Selbst Morningstars bestes „Moonshot”-Szenario endet bei rund 154 Dollar je Aktie. Der Kurs notiert inzwischen deutlich darunter. Wer auf 2030 setzt, kauft keine günstige Bewertung, sondern eine Wette auf die Ausführung.
Fazit zur SpaceX Aktie Prognose
Beeindruckendes Unternehmen, hoher Preis. Starlink ist ein echter Gewinnbringer. Doch ein KUV jenseits des 85-fachen bei Milliardenverlusten lässt mir keine Sicherheitsmarge. Genau diese Skepsis bestätigt der Markt gerade: Die Aktie notiert klar unter ihrem Ausgabepreis, die IPO-Prämie ist Geschichte. Das sollte dir zu denken geben.
Die ehrliche Doppelbotschaft. Der erhoffte Wendepunkt fiel mit dem Startabbruch aus, die Verkäufer nutzten die Lücke sofort. Zugleich steht die Rakete intakt auf der Rampe, und der zweite Anlauf am Montag gibt dem Markt die nächste echte Chance auf einen Fundamental-Impuls. Wir schreiben diese Prognose laufend fort, statt dir eine Momentaufnahme zu verkaufen. So kennst du es aus unseren übrigen Kursprognosen.
Häufige Fragen zur SpaceX Aktie Prognose
Ist die SpaceX-Aktie überbewertet?
Gemessen an den Fundamentaldaten: ja. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt jenseits des 85-fachen. Morningstar sieht den fairen Wert bei rund 780 Milliarden Dollar, weniger als die Hälfte der aktuellen rund 1,62 Billionen. Ob sich die Bewertung rechtfertigt, hängt an Starship und Starlink.
Welches Kursziel hat die SpaceX-Aktie?
Seriöse Kursziele brauchen Chartstruktur, und die bildet sich erst. Wichtige Marken sind das Verlaufstief 122,12, die runde 120 sowie die Widerstände an der 130er-Zone und am Ausgabepreis 135. Feste Ziele ergänzen wir, sobald die Struktur trägt.
Wie könnte sich die SpaceX-Aktie nach dem Börsengang entwickeln?
Es gibt zwei Richtungen. Gelingt am Montag der Starship-Flug und kehrt der Kurs über die 130er-Zone zurück, kann sich die Lage reparieren, der nächste Schritt wäre ein Tagesschluss über 135. Fällt dagegen die Zone um 120, setzt sich der Abwärtstrend im offenen Terrain fort. Kurzfristig stützt die Indexnachfrage, dagegen drücken Schulden und der Lock-up ab August.
Was sind die Erwartungen an die SpaceX-Aktie?
Die Markterwartung ist hoch. Eingepreist sind Starlink-Wachstum, Starship-Fortschritte und sinkende KI-Verluste, verstärkt durch die Aufnahmen in MSCI und Nasdaq-100. Die Wall Street bleibt optimistisch, 27 von 31 Analysten raten zum Kauf. Analysten wie Morningstar halten das für ambitioniert. Die nächsten Quartalszahlen entscheiden.
Sollte ich die SpaceX-Aktie kaufen oder nicht?
Das ist deine Entscheidung, keine Empfehlung. Direkt nach dem Börsengang gilt der Einstieg als riskant, dafür ist die Aktie zu teuer und zu volatil. Die ersten Wochen zeigten die ganze Spannweite: Blow-off auf 225,64, Absturz, Ausbruch und Rückfall bis 45 Prozent unter das Hoch. Wer einsteigt, plant das hohe Risiko von Anfang an ein.
Wie teuer wird die SpaceX-Aktie?
Das weiß niemand seriös. Aktuell steht der Kurs bei 123,99 Dollar, rund 8 Prozent unter dem Ausgabepreis 135 und knapp über dem Verlaufstief 122,12. Wohin es geht, entscheiden diese Marken, der Starship-Flug am Montag und die nächsten Zahlen. Den Live-Kurs findest du bei deinem Broker oder auf TradingView.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer der Kagels Trading GmbH und Autor dieser Prognose. Als diskretionärer Price-Action-Trader handelt er seit 1978 Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Er übersetzte die Elliott-Wellen-Werke von Robert Prechter, war 17 Jahre deutscher Repräsentant von Joe Ross und verlegte dessen zehn Bücher. Bei Interactive Brokers ist er seit 1996 Kunde. Mehr auf seiner Autorenseite.
Die Charteinordnungen erstellt er selbst. Gerade bei frisch gelisteten Werten liest er den Chart in beide Richtungen. Er nimmt eine Aufwärtsstruktur ernst und prüft zugleich, ob die Bewertung sie trägt. Vor übereilten Einstiegen warnt er. Diese Doppelperspektive ist der Kern seiner Prognosen.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.


