SpaceX zählt zu den weltweit wertvollsten Technologieunternehmen. Seit dem Börsengang an der Nasdaq kannst du die Aktie als Privatanleger kaufen. Nach dem Höhenflug im Juni rutschte der Kurs tief unter den Ausgabepreis und hat ihn erst im August zurückerobert. Damit stellen sich heute andere Fragen als am ersten Handelstag: Wie kommst du an die Aktie, was ist das Unternehmen jetzt noch wert, und lohnt der Einstieg überhaupt?
Als diskretionärer Trader interessiert mich dabei weniger die Mars-Vision als die nüchterne Frage, ob der Preis stimmt. Du bekommst hier die belastbaren Zahlen aus dem offiziellen Börsenprospekt, die konkreten Wege für DACH-Anleger und eine ehrliche Einordnung, statt dem Hype hinterherzulaufen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Die SpaceX-Aktie: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Ticker SPCX, WKN A42D4F: Die SpaceX-Aktie notiert seit dem 12. Juni 2026 an der Nasdaq unter dem Kürzel SPCX (ISIN US84615Q1031).
- Zurück über dem Ausgabepreis: Nach dem Allzeithoch bei 225,64 Dollar am 16. Juni fiel die Aktie bis auf 104,83 Dollar und steht heute wieder bei 140 Dollar (Stand 14. August 2026), also über dem Ausgabepreis von 135 Dollar.
- Bewertung rund 1,83 Billionen Dollar: Damit liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei rund dem 100-fachen des Jahresumsatzes 2025.
- Starlink trägt, KI belastet: Die Satellitensparte ist der profitable Motor, das xAI-Segment verbrennt dagegen Milliarden.
- Quartalszahlen und Lock-up verdaut: Am 4. August 2026 sprang der Umsatz um 92 Prozent, die 18,4 Milliarden Dollar Investitionen sorgten kurz für einen Rückschlag. Die Freigabe von 911,5 Millionen Insider-Aktien am 6. August löste keine Verkaufswelle aus.
- Das Wichtigste zu SpaceX auf TradingView.
Was ist SpaceX?
Bevor du über einen Kauf nachdenkst, lohnt der Blick auf das Unternehmen selbst.
SpaceX (Space Exploration Technologies) ist ein US-amerikanisches Raumfahrt- und Satellitenunternehmen von Elon Musk, das mit seinen Falcon- und Starship-Raketen, dem Satelliten-Internet Starlink und einer eigenen KI-Sparte zu den wertvollsten Technologiekonzernen der Welt zählt.
SpaceX ist also längst kein reines Raketenunternehmen mehr. Der Konzern bündelt drei sehr unterschiedliche Geschäfte unter einem Dach, und genau das macht ihn so schwer greifbar:
- Das Raketengeschäft: Mit den wiederverwendbaren Falcon-Raketen und dem in Entwicklung befindlichen Starship dominiert SpaceX den kommerziellen Startmarkt. Das ist die Sparte mit der größten Vision, aber auch dem höchsten Kapitalbedarf.
- Starlink: Das Satelliten-Internet ist der eigentliche Gewinnbringer. Es liefert weltweit Breitband über eine wachsende Satellitenflotte und trägt heute den größten Teil des Umsatzes.
- Die KI-Sparte: Seit der Übernahme von xAI Anfang 2026 gehört auch ein Geschäft für künstliche Intelligenz dazu. Mit dem Kauf des KI-Entwicklers Cursor für rund 60 Milliarden Dollar in eigenen Aktien wächst diese Wette weiter. Sie verbrennt viel Kapital und verwässert die Altaktionäre.
Wer die SpaceX-Aktie kauft, kauft drei Wetten in einem Papier: Raumfahrt, Connectivity und KI. Das ist Chance und Risiko zugleich.
Wie kannst du die SpaceX-Aktie kaufen?
Das ist die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird, und die Antwort ist erfreulich einfach. Seit dem 12. Juni 2026 handelst du die SpaceX-Aktie wie jede andere US-Aktie über deinen Broker, vorausgesetzt, er listet sie.
Welche Wege hast du konkret?
- Neobroker wie Trade Republic oder Scalable Capital: Über die Trade Republic Erfahrungen und ähnliche Apps handelst du US-Aktien provisionsarm. Das ist der einfachste Weg für Einsteiger.
- Klassische Broker mit Nasdaq-Zugang: Wenn du gezielt US-Werte tradest, prüfe im Aktien Broker Vergleich, welcher Anbieter dir direkten Zugang zur Nasdaq zu fairen Ordergebühren bietet.
- In Euro an deutschen Börsen: Du musst nicht zwingend an der Nasdaq in Dollar handeln. SPCX läuft auch in Euro über deutsche Handelsplätze wie Tradegate, Xetra, gettex oder Stuttgart. Unter deutschen Privatanlegern war die Aktie zum Start sogar der meistgehandelte Titel überhaupt.
- Auf Handelsplatz und Währung achten: An der Nasdaq zahlst du in Dollar und trägst das Wechselkursrisiko. In Euro entfällt der Umtausch, dafür sind die Spannen zwischen Kauf- und Verkaufskurs außerhalb der US-Handelszeit oft deutlich weiter.
Die Zeichnungsphase ist längst Geschichte. Wer heute einsteigt, kauft schlicht über die Börse zum Marktpreis. Ein Blick zurück lohnt trotzdem, weil viele Anleger die beiden Wege bis heute verwechseln.
Eine Aktie zu zeichnen bedeutet, sie vor dem ersten Handelstag zum Ausgabepreis zu bestellen, was bei großen Börsengängen in der Regel institutionellen Anlegern vorbehalten ist.
Mein praktischer Rat aus Jahrzehnten am Markt: Der erste Handelstag eines stark gehypten Titels ist oft extrem volatil. Wer hier blind die Eröffnung kauft, zahlt nicht selten den höchsten Preis des Tages. Bei SpaceX hat sich genau das bestätigt. Das Hoch des ersten Tages wurde nie wieder gesehen, und wenige Wochen später notierte die Aktie unter dem Ausgabepreis.
Zeichnen hieß nicht automatisch, Aktien auch zu bekommen
Beim SpaceX-Börsengang durftest du als deutscher Privatanleger erstmals direkt mitzeichnen, etwa über Trade Republic, Degiro oder Revolut. Vorgesehen war eine ungewöhnlich große Privatanleger-Tranche von bis zu 30 Prozent der angebotenen Aktien. Die Nachfrage sprengte das Angebot trotzdem. Rund 150 Milliarden Dollar an Orderbuch standen einem Emissionsvolumen von 75 Milliarden gegenüber. Wer zeichnete, bekam am Ende wenige Stücke oder gar keine.
Der Free Float ist der frei handelbare Anteil aller Aktien, der nicht fest bei Gründern oder Großinvestoren liegt. Bei SpaceX lag er zum Börsengang bei nur rund fünf Prozent.
Dieser knappe Streubesitz erklärt beide Extreme. Erst traf viel Geld auf wenig Ware und trieb den Kurs binnen Tagen auf das Allzeithoch. Seit dem 6. August dreht sich das Verhältnis, denn die ersten Lock-up-Freigaben spülen frisches Angebot in den Markt.
Welche indirekten Wege gibt es, in SpaceX zu investieren?
Vielleicht willst du dein Risiko über einen Fonds streuen, statt die Einzelaktie zu kaufen. Es gibt indirekte Wege, in SpaceX zu investieren, und einen davon nutzt du womöglich längst.
Seit den Indexaufnahmen steckt SpaceX in vielen Standard-ETFs. Ende Juni 2026 nahm MSCI die Aktie in den MSCI World und den MSCI ACWI auf, seit dem 7. Juli gehört sie über eine Fast-Track-Regel für Mega-Börsengänge auch zum Nasdaq 100. Jeder World-ETF und jeder Nasdaq-100-ETF bildet SPCX seitdem ab. Wegen des kleinen Streubesitzes liegt das Gewicht aber nur bei rund einem Prozent. Aus einem Welt-ETF wird also keine SpaceX-Wette, und wie sich der Index selbst schlägt, verfolgen wir laufend in der Nasdaq 100 Prognose.
Daneben halten einige Spezialfonds Anteile über Sondervehikel. Der ERShares Private-Public Crossover ETF (XOVR) etwa bietet Zugang zu Unternehmen in der Spätphase vor dem Börsengang, die börsennotierte EchoStar gilt wegen ihrer direkten Beteiligung als eine Art Stellvertreter. Der Haken ist bei beiden derselbe. Du kaufst nicht SpaceX, sondern einen Korb oder einen Stellvertreter, dessen Kurs auch von ganz anderen Faktoren abhängt.
Und dann gibt es die Pre-IPO-Angebote, vor denen ich ausdrücklich warne. Sie werden trotz der längst erfolgten Notierung weiter beworben.
Pre-IPO-Handel bezeichnet Wetten auf einen künftigen Börsenkurs vor der eigentlichen Notierung, meist über CFDs oder tokenisierte Produkte, ohne dass dabei echte Aktien den Besitzer wechseln.
Hier kaufst du eine Wette, keine Beteiligung. Du erhältst kein echtes Aktienrecht. Bei vielen dieser CFD-Anbieter verlieren je nach Plattform zwischen 74 und 89 Prozent der Privatanlegerkonten Geld. Als Trader, der mit echten Instrumenten arbeitet, ist das für mich kein Investment, sondern ein Glücksspiel mit schlechten Quoten.
Wie wird die SpaceX-Aktie bewertet?
SpaceX legte den Ausgabepreis am 11. Juni 2026 auf 135 US-Dollar je Aktie fest. Rund 555 Millionen Aktien brachten einen Erlös von etwa 75 Milliarden Dollar und entsprachen einer Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar. Weil die Konsortialbanken ihre Mehrzuteilungsoption voll ausübten, wurden am Ende 638,9 Millionen Aktien platziert. Der Start verlief euphorisch. Die Aktie eröffnete bei 150 Dollar und schloss den ersten Tag bei 160,95 Dollar, ein Plus von gut 19 Prozent.
Wenige Wochen später hat sich das Bild komplett gedreht. Am 16. Juni markierte SPCX bei 225,64 Dollar das bisherige Allzeithoch, seitdem läuft ein Abwärtstrend. Mitte Juli fiel die Aktie erstmals unter den Ausgabepreis, Anfang August markierte sie bei 104,83 Dollar ihr Allzeittief. Seit dem 10. August notiert sie wieder über 135 Dollar, zuletzt bei 140 Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt damit bei etwa 1,83 Billionen Dollar und erstmals über der IPO-Bewertung. Wer beim Börsengang gezeichnet hat, liegt nicht mehr im Minus.
Die ersten Quartalszahlen erklären den jüngsten Rutsch. Am 4. August 2026 meldete SpaceX für das zweite Quartal einen Umsatzsprung von 92 Prozent auf 7,81 Milliarden Dollar, der Nettoverlust schrumpfte auf 541 Millionen. Gestört hat den Markt eine andere Zeile: 18,4 Milliarden Dollar Investitionen in nur einem Quartal, davon 15,8 Milliarden in KI-Rechenzentren. Die Aktie stieg zunächst um gut 9 Prozent, gab den Sprung am Folgetag komplett ab und erholte sich anschließend bis über den Ausgabepreis. Getragen wurde die Wende davon, dass die Lock-up-Freigabe ohne Verkaufswelle blieb, und von der Ankündigung eines eigenen Chipwerks namens Terafab in Texas, dessen erste Phase über 16,8 Milliarden Dollar kostet. Die laufende Chartanalyse mit Kursmarken und Szenarien findest du in unserer SpaceX Prognose.
SpaceX Finanzdaten auf TradingView
Zur Einordnung: Ein etabliertes Tech-Unternehmen wird oft mit dem fünf- bis fünfzehnfachen Umsatz bewertet. Zum Ausgabepreis war das rund das 94-fache, auf dem Allzeithoch rund das 158-fache. Nach der Erholung liegt das Verhältnis bei rund dem 100-fachen. Der Markt preist also weiter Wachstum ein, das noch gar nicht existiert. Die folgende Grafik zeigt beides, das Verhältnis am Allzeithoch und heute, samt der Zahlen dahinter:

Die Zahlen aus dem offiziellen Börsenprospekt (S-1) bei der SEC zeigen das Spannungsfeld. Sie beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2025:
- Umsatz 2025: 18,7 Mrd. Dollar, ein Plus von rund 33 Prozent gegenüber den 14,1 Mrd. aus 2024. Das Wachstum ist real und stark.
- Nettoverlust 2025: 4,9 Mrd. Dollar, dazu ein kumuliertes Defizit von 41,3 Mrd. Dollar zum 31. März 2026. Unter dem Strich verdient das Unternehmen kein Geld.
- Starlink trägt das Geschäft: Die Connectivity-Sparte brachte 11,4 Mrd. Dollar Umsatz, rund 61 Prozent des Konzernumsatzes, bei 10,3 Millionen Abonnenten.
- KI verbrennt Kapital: Das xAI-Segment verlor 2025 allein 6,355 Mrd. Dollar. Starlinks Gewinne subventionieren faktisch die KI-Ambitionen.
Ein Detail aus dem Prospekt geht in den Schlagzeilen oft unter, ist aber entscheidend: Der durchschnittliche Umsatz pro Starlink-Nutzer ist von 91 Dollar im Monat (2024) auf 81 Dollar (2025) und zuletzt auf 66 Dollar im ersten Quartal 2026 gefallen. Das Wachstum kommt über die Masse, während die Marge pro Kunde schrumpft. Bei einem so hohen KUV ist genau diese Richtung entscheidend, nicht die Schlagzeilen-Umsatzzahl.
Wie groß die Erwartungen sind, zeigt eine Ansage von Elon Musk selbst. Kurz nach dem Börsenstart stellte er eine Billion Dollar Jahresumsatz bis 2030 in Aussicht, das wäre eine 53-fache Steigerung gegenüber den 18,7 Milliarden aus 2025. Solche Zahlen befeuern den Kurs, belegt sind sie durch nichts. Genau dieser Abstand zwischen Vision und Bilanz macht die Aktie so spekulativ.
Konkreter und damit überprüfbar ist ein zweites Versprechen. Auf der Telefonkonferenz zum Quartalsbericht Anfang August sagte Musk, ein Jahresumsatzlauf von 100 Milliarden Dollar bis Dezember sei „keine Frage”, das erreiche man auch ohne weiteres Zutun. Nachgerechnet ist das sportlich: Das zweite Quartal entspricht einem Lauf von rund 31 Milliarden. Bis Dezember wäre also mehr als eine Verdreifachung in fünf Monaten nötig.
Bemerkenswert ist, wer da widerspricht. Ausgerechnet die Deutsche Bank, die das Ziel grundsätzlich für erreichbar hält, rechnet zum Jahresende selbst nur mit 45 bis 50 Milliarden. Das ist weniger als die Hälfte. Für dich als Anleger heißt das nicht, dass das Geschäft schwächelt, sondern dass zwischen Ankündigung und Modell eine große Lücke klafft. Wer die Aktie über die KI-Erlöse begründet, sollte wissen, mit welcher der beiden Zahlen er rechnet.
Auch die Profis sind sich uneins, und die Spanne ist riesig. Direkt nach dem Börsengang stellte CFRA ein Verkaufen-Rating mit einem Ziel von 115 Dollar aus, das der Kurs im Juli sogar unterschritt. Morningstar sieht den fairen Wert bei nur rund 780 Milliarden Dollar, gut vier Zehnteln der aktuellen Bewertung. Am anderen Ende steht Morgan Stanley mit einem Kursziel von 300 Dollar und einem Bestszenario von 600, Oppenheimer nennt seit Anfang September 280 Dollar. Im Schnitt liegen die Kursziele bei rund 236 Dollar. Zwischen dem tiefsten und dem höchsten liegt der Faktor zehn, mehr Unsicherheit lässt sich kaum ausdrücken.
Eine Kuriosität am Rande für Krypto-affine Trader: SpaceX hält laut Prospekt 18.712 Bitcoin mit einem Zeitwert von 1,29 Milliarden Dollar zum 31. März 2026. Wie sich der Kurs der Kryptowährung entwickeln könnte, ordnen wir laufend in unserer Bitcoin Prognose ein.
Der SpaceX-Börsengang 2026
Der Börsengang ist abgeschlossen, alle Eckdaten sind bestätigt. Sie bleiben trotzdem wichtig, weil sich jeder spätere Kurs am Ausgabepreis messen lässt.
Das SpaceX IPO war der Börsengang von Space Exploration Technologies an der Nasdaq unter dem Ticker SPCX am 12. Juni 2026, bei dem das Unternehmen rund 75 Milliarden US-Dollar einsammelte und mit einem Ausgabepreis von 135 Dollar je Aktie eine Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar erreichte.
Damit richtet sich der Handel in SPCX nach den Zeiten dieser Börse: 15:30 bis 22:00 Uhr deutscher Zeit, dazu Vorbörse ab 10:00 Uhr und Nachbörse bis 2:00 Uhr nachts. Wann du reagieren kannst, zeigen die Handelszeiten der Nasdaq im Überblick.
Der Zeitplan war eng getaktet. SpaceX hat ihn zuletzt sogar nach vorn gezogen, weil die US-Börsenaufsicht SEC ihre Prüfung schneller abgeschlossen hatte als erwartet.

Vier Stationen solltest du dir merken. Am 20. Mai 2026 erschien der Börsenprospekt, das S-1, mit den ersten echten Zahlen. Am 4. Juni startete die Roadshow, die Vermarktungsphase bei den großen Investoren. Am 11. Juni wurde der Ausgabepreis festgelegt, und am 12. Juni folgte der erste Handelstag.
Eine Roadshow ist die Vermarktungsphase vor einem Börsengang, in der das Unternehmen institutionellen Investoren das Angebot vorstellt, bevor der endgültige Ausgabepreis festgelegt wird.
Ein wichtiger Punkt: Im S-1 war die Preisspanne noch leer. Der konkrete Preis pro Aktie entstand erst in der Roadshow auf Basis der Nachfrage. Wann die Nasdaq und die übrigen US-Börsen regulär öffnen, kannst du in unserem Überblick zu den Handelszeiten der US-Session nachlesen. Laut der Berichterstattung von tagesschau und Reuters wurde dieser Zeitplan eingehalten.
Welche Risiken bestehen bei der SpaceX-Aktie?
Kein ehrlicher Artikel ohne die Risiken. Ich liste sie ohne Beschönigung auf, denn genau hier trennt sich der nüchterne Trader vom Hype-getriebenen Käufer.
- Die Rekordbewertung: Ein KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis) von rund dem 100-fachen bei gleichzeitig hohen Verlusten lässt kaum Sicherheitsmarge. Der Kursverlauf seit Juni zeigt, wie schnell eine solche Bewertung schrumpfen kann.
- Das Lock-up-Angebot: Seit dem 6. August 2026 sind 911,5 Millionen Insider-Aktien handelbar, rund 43 Prozent mehr als die 638,9 Millionen aus dem Börsengang. Am 20. August folgten rund 319 Millionen, die nächste Tranche über rund 320 Millionen steht am 9. September an, danach weitere im Zweiwochentakt. Bislang ist erst ein kleiner Teil des Insider-Bestands verkäuflich.
- Verwässerung durch Zukäufe: Der Kauf von Cursor läuft über eigene Aktien statt über Bargeld. Jede solche Transaktion vergrößert die Aktienzahl und verteilt künftige Gewinne auf mehr Schultern.
- Schulden und Mittelabfluss: Im Juni platzierte der Konzern erstmals Anleihen über rund 20 Milliarden Dollar. Der Kapitalbedarf für Starship und die KI-Sparte bleibt gewaltig, und Zinsen fallen auch in schlechten Jahren an.
- Kaum Mitsprache: Als Aktionär hast du faktisch keine Kontrolle. Elon Musk entscheidet allein über die strategische Richtung.
Eine Dual-Class-Aktienstruktur ist eine Aktiengattung mit unterschiedlichen Stimmrechten, durch die Gründer wie Elon Musk trotz Börsengang die Stimmmehrheit behalten, im Fall SpaceX rund 82 Prozent nach dem Börsengang.
Beim Lock-up lohnt der Blick auf den Kalender. Die Freigabe läuft gestaffelt statt an einem Stichtag. Nach der ersten Tranche im August folgen weitere Portionen im Wochenrhythmus, die reguläre 180-Tage-Frist endet am 8. Dezember 2026. Musks eigene Anteile bleiben bis Juni 2027 gesperrt. Eine an den Kurs gekoppelte Bonus-Tranche bleibt gesperrt, solange die Aktie unter 175,50 Dollar notiert.
- Hohe Volatilität: Dieses Risiko hat sich bereits gezeigt. Zwischen Mitte Juli und Anfang August notierte SPCX unter dem Ausgabepreis, zeitweise mehr als 50 Prozent unter dem Allzeithoch.
- Klumpenrisiko Musk: Schon die Ankündigung neuer Aktienausgaben ließ die Tesla-Aktie Anfang Juni um rund 5 Prozent fallen. Die Musk-treue Anlegerbasis verteilt sich auf mehrere Unternehmen, und das kann beide Seiten belasten.
Die häufigsten Fehler beim Kauf der SpaceX-Aktie
Aus jahrzehntelanger Erfahrung kenne ich die immer gleichen Stolperfallen. Sie haben weniger mit der Aktie selbst zu tun als mit dem Verhalten rundherum. Diese fünf kosten Privatanleger am häufigsten Geld:
Nur auf die Schlagzeile kaufen: „Größter Börsengang der Geschichte” war nie ein Kaufgrund, „fast halbiert” ist genauso wenig einer. Ein tieferer Kurs macht eine teure Aktie nicht automatisch günstig.
Den Ausgabepreis als Anker nehmen: Der Emissionspreis war das Ergebnis einer Roadshow, kein fairer Wert. Der Markt hat diese Marke im Juli klar nach unten durchbrochen, und sie liefert dir kein Kaufsignal.
Ins fallende Messer greifen: Wer kauft, weil der Kurs „schon so weit gefallen” ist, handelt eine Meinung statt ein Signal. Ich warte, bis der Chart eine belastbare Struktur zeigt.
Planbare Termine ignorieren: Quartalszahlen und Lock-up-Freigaben stehen lange im Kalender. Wer eine Position ohne diesen Blick aufbaut, wird vom zusätzlichen Angebot überrascht.
Die Position zu groß wählen: Ein hochvolatiler Neuwert sollte nicht mit einem großen Depotanteil gewichtet werden. Wer sich übernimmt, gerät bei der nächsten harten Korrektur unter Druck.
Genau diese Fehler drohen beim nächsten Mega-Börsengang erneut. Wie sich der Börsengang von Anthropic anbahnt und was dabei anders liegt als bei SpaceX, haben wir separat aufbereitet.
Der nächste Börsengang dieser Größenordnung wirft bereits Schatten. Wie wir Anthropic einordnen, solange es dort noch keinen Kurs gibt, steht in der laufenden Prognose zur Anthropic Aktie. Bei OpenAI dauert es länger, denn die Führung hat einen Börsengang von OpenAI in diesem Jahr ausgeschlossen. Die Bewertung davor ordnen wir in der OpenAI Prognose ein.
Fazit: Faszinierendes Unternehmen, sportliche Bewertung
Ich finde SpaceX als Unternehmen beeindruckend, und Starlink ist ein echter Gewinnbringer mit gewaltigem Wachstum. Aber als Trader trenne ich die Begeisterung für die Technik von der Frage nach dem richtigen Einstiegspreis. Auch nach der Erholung zahlst du rund den 100-fachen Jahresumsatz 2025 für einen Konzern, der unter dem Strich Milliarden verliert. Das lässt mir schlicht keine Sicherheitsmarge.
Der Verlauf hat das Muster bestätigt, das ich bei Neuemissionen immer wieder sehe: erst Euphorie, dann Ernüchterung. Vom Allzeithoch im Juni bis unter den Ausgabepreis vergingen keine fünf Wochen. Wer den Hype gekauft hat, hat vier Wochen im Minus verbracht, die ersten Quartalszahlen haben den Kurs Anfang August zusätzlich durchgeschüttelt, und erst seit dem 10. August notiert die Aktie wieder über dem Ausgabepreis. Ich schaue mir die Aktie an, wenn der Chart eine belastbare Struktur zeigt, nicht weil die Schlagzeile es verlangt.
Häufige Fragen zur SpaceX-Aktie
Wie heißt die SpaceX-Aktie und welche WKN hat sie?
Die SpaceX-Aktie ist in Deutschland unter der WKN A42D4F und der ISIN US84615Q1031 gelistet. Das Kürzel an der Nasdaq lautet SPCX. Gehandelt wird sie seit dem 12. Juni 2026, in Euro auch über deutsche Handelsplätze wie Tradegate, Xetra und gettex.
Ist SpaceX schon an der Börse?
Ja. Seit dem 12. Juni 2026 ist SpaceX an der Nasdaq notiert. Zuvor war das Unternehmen privat, erst mit der Erstnotiz wurden die Anteile öffentlich handelbar. Seit Ende Juni gehört die Aktie zusätzlich zum MSCI World, seit Anfang Juli auch zum Nasdaq 100.
Wo kann ich die SpaceX-Aktie kaufen?
Du kaufst SPCX über jeden Broker mit US-Marktzugang, etwa Trade Republic, Scalable Capital oder Interactive Brokers. An der Nasdaq zahlst du in Dollar, über Tradegate, Xetra oder gettex in Euro. Eine Zeichnung wie zum Börsengang ist nicht mehr nötig, du handelst schlicht zum Marktpreis.
Warum ist die SpaceX-Aktie unter den Ausgabepreis gefallen?
Nach dem Allzeithoch bei 225,64 Dollar am 16. Juni 2026 setzte ein Abwärtstrend ein, Mitte Juli fiel der Kurs unter den Ausgabepreis von 135 Dollar. Mehrere Faktoren wirkten zusammen: die extrem hohe Bewertung, das enorme Investitionstempo von 18,4 Milliarden Dollar allein im zweiten Quartal und die Aussicht auf zusätzliches Angebot durch die Lock-up-Freigaben ab August. Seit dem 10. August 2026 notiert die Aktie wieder über 135 Dollar, weil die befürchtete Verkaufswelle ausblieb.
Lohnt sich die SpaceX-Aktie für Trader?
Das hängt stark vom Anlagehorizont ab. Für aktive Trader kann die hohe Volatilität Chancen bieten, denn die Aktie bewegt sich seit dem Börsengang in weiten Spannen. Für längerfristig orientierte Anleger überwiegt dagegen das Risiko aus einer Bewertung von rund 1,83 Billionen Dollar bei gleichzeitigen Milliardenverlusten.
Welche Bank hat das SpaceX IPO begleitet?
Den Börsengang führte Goldman Sachs als Konsortialführer an, begleitet von rund 21 weiteren Banken. Das unterstreicht die Dimension dieses Börsengangs.
Was kostet die SpaceX-Aktie?
Der Ausgabepreis lag bei 135 US-Dollar je Aktie, das Allzeithoch bei 225,64 Dollar. Am 14. August 2026 schloss SPCX bei 140,00 Dollar, wieder über dem Ausgabepreis. Den tagesaktuellen Kurs findest du bei deinem Broker, die laufende Einordnung in unserer SpaceX Prognose.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und Hauptautor auf kagels-trading.de. Mehr über ihn erfährst du auf seiner Autorenseite.
Als diskretionärer Price-Action-Trader seit 1978 handelt er Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Ende der 1980er übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche und war über 17 Jahre der deutsche Repräsentant von Joe Ross, dessen zehn Trading-Bücher er übersetzte und verlegte. Bei Interactive Brokers ist er seit 1996 Kunde.
Bei Börsengängen und stark gehypten Titeln bringt er die Perspektive eines erfahrenen Marktteilnehmers ein, der eine Rekordbewertung kritisch von außen prüft, statt der Euphorie zu folgen. Genau diese Einordnung, gerade in der Phase nach dem Hype, macht seine Analyse zur SpaceX-Aktie aus.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.











