OpenAI Aktie: Wann der ChatGPT-Konzern an die Börse geht und wem er gehört

Zuletzt aktualisiert: 13. September 2026

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Investment Akademie: Live-Online-Seminar zum Vermögensaufbau am 20. September 2026
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Die Firma hinter ChatGPT ist 852 Milliarden Dollar wert, und du kannst keine einzige ihrer Aktien kaufen. OpenAI ist ein privates Unternehmen. Es hat im Juni einen vertraulichen Börsenprospekt eingereicht, und am 12. September hat Chef Sam Altman einen Börsengang in diesem Jahr ausgeschlossen. Trotzdem zeigen Finanzportale Kursseiten, und im Netz werden Token angeboten, die nach einer OpenAI Aktie aussehen.

Hier steht, was davon belegt ist und was nicht. Du erfährst, wem OpenAI heute tatsächlich gehört, was der Börsengang bisher ist und was nicht, und warum der naheliegende Umweg über Microsoft rechnerisch weniger bringt, als viele erwarten. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

OpenAI Aktie: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • OpenAI ist ein KI-Unternehmen aus San Francisco, das den Chatbot ChatGPT entwickelt und von einer gemeinnützigen Stiftung kontrolliert wird.
  • Eine OpenAI Aktie gibt es nicht. Das Unternehmen ist nicht börsennotiert. Kursseiten mit Kürzeln wie NET0OPENAI01 oder WSOOPENAI000 sind Platzhalter ohne Handel.
  • Börsengang frühestens 2027: Finanzchefin Sarah Friar nannte im August das Jahr 2027, Sam Altman schloss am 12. September 2026 ausdrücklich aus.
  • Kein öffentlicher Prospekt: OpenAI reichte am 8. Juni 2026 nur einen vertraulichen Entwurf bei der SEC ein. Termin, Preisspanne und Kürzel stehen deshalb noch nicht fest.
  • Bewertung 852 Milliarden Dollar aus der Finanzierungsrunde vom 31. März 2026, in der OpenAI 122 Milliarden Dollar einsammelte.
  • Eigentümer: Die gemeinnützige OpenAI Foundation kontrolliert das Unternehmen. Microsoft hielt nach dem Umbau im Oktober 2025 rund 27 Prozent, SoftBank meldet rund 13 Prozent.
  • Umweg über andere Aktien: Bei Microsoft macht die Beteiligung rechnerisch nur rund 5 bis 6 Prozent des Börsenwerts aus, bei SoftBank knapp die Hälfte.

Was ist OpenAI?

OpenAI ist ein US-amerikanisches KI-Unternehmen aus San Francisco, das die Sprachmodelle der GPT-Reihe und den Chatbot ChatGPT entwickelt und von einer gemeinnützigen Stiftung kontrolliert wird.

Angefangen hat alles im Dezember 2015 als reines Forschungslabor. Zu den Gründern gehörten Sam Altman, Greg Brockman, Ilya Sutskever und Elon Musk, der sich später zurückzog. Die Idee war eine gemeinnützige Organisation, die künstliche Intelligenz zum Nutzen aller entwickelt. Den Werdegang fasst der Wikipedia-Eintrag zu OpenAI zusammen.

Der Durchbruch kam Ende November 2022 mit ChatGPT. Seitdem ist OpenAI eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen der Welt. Nach eigenen Angaben nutzten im März 2026 mehr als 900 Millionen Menschen ChatGPT pro Woche, über 50 Millionen davon mit einem bezahlten Abo. Der Umsatz lag 2025 bei 13,1 Milliarden Dollar.

Profitabel ist das Geschäft noch nicht. OpenAI verbrennt weiter Geld, vor allem für Rechenzentren und das Training neuer Modelle. Wie sich die Aktien anderer Profiteure dieses Booms entwickelt haben, zeigt unser Überblick über die wichtigsten KI-Aktien.

Gibt es schon eine OpenAI Aktie?

Nein, und daran ändert auch keine Kursseite etwas. OpenAI ist nicht an einer Börse notiert. Es gibt keine WKN, keine ISIN und kein offizielles Börsenkürzel, das du in deinem Depot eingeben könntest.

Die Kursseiten der Finanzportale sind Platzhalter. Am 13. September 2026 führt finanzen.net eine OpenAI-Seite unter NET0OPENAI01, wallstreet-online unter WSOOPENAI000 und Yahoo Finanzen einen Eintrag namens „OpenAI Company Level“ mit dem Kürzel OPEAZZX. CNBC zeigt neben seinen OpenAI-Artikeln die Kürzel OAIW und OPENAI.FG, die auf Bewertungen aus dem Sekundärmarkt verweisen. Keiner dieser Einträge ist eine handelbare Aktie.

Vorsicht bei Suchtreffern zur ChatGPT Aktie. Wer nach ChatGPT und Aktie sucht, landet unter anderem bei der GPT Group. Das ist ein australischer Immobilienkonzern, der seit 1971 an der Börse in Sydney notiert ist und mit OpenAI nichts zu tun hat. Die Namensähnlichkeit ist reiner Zufall.

Noch heikler sind Token, die den Namen OpenAI tragen. In der Kursübersicht einer großen Kryptobörse taucht ein Token namens OpenAI ERC auf, und als Robinhood im Juli 2025 in Europa tokenisierte OpenAI-Anteile anbot, stellte OpenAI klar, diese „OpenAI tokens“ seien keine Beteiligung am Unternehmen. Jede Übertragung von OpenAI-Anteilen brauche die Zustimmung des Unternehmens, und die habe es nicht gegeben. Was die Robinhood-App in Deutschland sonst kann, steht in unserem Beitrag über Robinhood.

Wem gehört OpenAI und damit ChatGPT?

ChatGPT gehört OpenAI, und OpenAI gehört mehrheitlich Mitarbeitern und Investoren, während die gemeinnützige OpenAI Foundation das Unternehmen kontrolliert.

Die Struktur hat sich im Oktober 2025 grundlegend geändert. Viele Quellen beschreiben noch das alte Modell mit gedeckelten Gewinnen aus dem Jahr 2019. Seit dem 28. Oktober 2025 heißt das Geschäft OpenAI Group PBC. Die Abkürzung steht für Public Benefit Corporation, also eine gewinnorientierte Gesellschaft, die zusätzlich auf einen gemeinnützigen Zweck verpflichtet ist. Die frühere gemeinnützige Mutter heißt jetzt OpenAI Foundation und hält ganz normale Anteile.

So verteilten sich die Anteile direkt nach dem Umbau. Die Zahlen stammen aus der Mitteilung von OpenAI und aus dem Blogbeitrag von Microsoft vom selben Tag:

EigentümerAnteilHinweis
OpenAI Foundation26 %kontrolliert OpenAI
Microsoftrund 27 %rund 135 Mrd. Dollar
Mitarbeiter und Investoren47 %heutige und frühere
Stand 28. Oktober 2025, voll verwässert gerechnet. Spätere Finanzierungsrunden haben die Anteile verschoben.

Seitdem sind neue Großinvestoren dazugekommen. In der Runde vom März 2026 sagte Amazon bis zu 50 Milliarden Dollar zu, Nvidia und SoftBank je 30 Milliarden. SoftBank beziffert seine gesamte Investition auf 64,6 Milliarden Dollar und seinen Anteil auf rund 13 Prozent. Einen aktuellen Anteilswert für Microsoft hat keines der Unternehmen veröffentlicht, wegen der neu ausgegebenen Aktien dürfte er heute aber unter 27 Prozent liegen.

Elon Musk gehört nicht zu den Eigentümern. Er hat OpenAI 2015 mitgegründet und mitfinanziert, das Unternehmen aber früh verlassen. Seine Klage gegen OpenAI, Sam Altman und Greg Brockman wies ein Gericht in Oakland am 18. Mai 2026 ab, weil sie verjährt war. Über seine Kernfrage, ob OpenAI seinen gemeinnützigen Zweck verraten hat, urteilte die Jury damit nicht, und Musk hat Berufung angekündigt.

OpenAI Börsengang: der Stand am 13. September 2026

Der einzige formale Schritt ist ein vertraulicher Antrag. OpenAI hat am 8. Juni 2026 bekanntgegeben, einen vertraulichen Entwurf des Börsenprospekts bei der SEC eingereicht zu haben. Das Unternehmen schrieb dazu, man habe noch nicht über den Zeitpunkt entschieden. Vertraulich heißt: Die US-Börsenaufsicht prüft die Zahlen, die Öffentlichkeit sieht nichts.

Ich habe das im Register der SEC nachgesehen. Die Firmensuche im EDGAR-Register liefert am 13. September 2026 unter dem Namen OpenAI 25 Treffer. Kein einziger davon ist das Unternehmen selbst, wie der Screenshot unten zeigt. Es sind Fonds und Zweckgesellschaften, über die Investoren Anteile am Sekundärmarkt bündeln, dazu eine Firma namens OPENAIRPLANE.

OpenAI Aktie: Die EDGAR-Firmensuche der SEC listet unter dem Namen OpenAI nur Fonds und Zweckgesellschaften, kein Unternehmen
Firmensuche im EDGAR-Register der SEC am 13. September 2026: 25 Treffer, darunter kein Einreicher OpenAI Group PBC. Die Einträge sind Fonds, die Anteile am Sekundärmarkt bündeln.

Dass OpenAI dort fehlt, ist bei einem vertraulichen Antrag normal. Die Gegenprobe liefert Anthropic: Das Unternehmen hat am 1. Juni 2026 ebenfalls vertraulich eingereicht und taucht im Register genauso wenig als Einreicher auf. Ein öffentlicher Eintrag entsteht erst mit der öffentlichen Fassung des Prospekts. Erst dann stehen Preisspanne, Aktienzahl und Kürzel fest.

Zum Termin gibt es zwei Aussagen aus der Führung. Finanzchefin Sarah Friar sagte laut CNBC am 19. August vor Mitarbeitern, OpenAI werde 2027 ein börsennotiertes Unternehmen sein, früher nur, wenn das Geschäft weiter anziehe. Am 12. September schloss Sam Altman in einem Interview mit Fortune das Jahr 2026 aus. Er nannte die Sicherheitsdebatte um künstliche Intelligenz und sagte, OpenAI stehe nicht unter Druck, berichtete Reuters.

2027 ist damit eine Absicht, kein Termin. Ursprünglich hatte OpenAI einen Börsengang schon im vierten Quartal 2026 vorbereitet. Laut New York Times erwog das Unternehmen bereits im Juni, als die SpaceX-Aktie nach ihrem Höhenflug einbrach, den Schritt auf das nächste Jahr zu verschieben. Wer heute ein genaues Datum nennt, gibt eine Vermutung als Tatsache aus.

Wie hoch ist OpenAI bewertet?

Die letzte belastbare Zahl sind 852 Milliarden Dollar. Diese Bewertung ergab sich am 31. März 2026 nach Abschluss einer Finanzierungsrunde über 122 Milliarden Dollar, der bislang größten eines privaten Unternehmens. Erstmals konnten sich auch Privatanleger über Banken beteiligen, sie steuerten rund 3 Milliarden bei.

Der Weg dorthin war steil. Im Oktober 2025 wurde OpenAI noch mit rund 500 Milliarden Dollar bewertet. Damals berichtete Reuters, das Unternehmen bereite einen Börsengang mit einer Bewertung von bis zu einer Billion Dollar vor. Diese Zahl ist bis heute eine Erwartung und kein Preis.

Entscheidend ist, wie viel Umsatz hinter der Bewertung steht. Laut einem von CNBC zitierten Bericht des Wall Street Journal meldete OpenAI seinen Investoren für das zweite Quartal 2026 rund 6,7 Milliarden Dollar Umsatz. Die hochgerechnete Jahresrate lag zuletzt bei über 40 Milliarden. Beide Zahlen sind vorläufig und nicht testiert, weil OpenAI als privates Unternehmen keine geprüften Abschlüsse veröffentlicht.

Im Vergleich wirkt OpenAI teurer als sein größter Konkurrent. Anthropic meldete für dasselbe Quartal über 11,5 Milliarden Dollar Umsatz bei einer Bewertung von 965 Milliarden. Wie man ein solches Kurs-Umsatz-Verhältnis liest, erklärt unser Beitrag zur Fundamentalanalyse. Die komplette Bewertungsrechnung mit Szenarien für 2027 und 2030 findest du in unserer OpenAI Aktie Prognose.

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Wie kannst du heute schon in OpenAI investieren?

Direkt geht es für Privatanleger in Deutschland nicht. Anteile an OpenAI werden nur unter Beteiligung des Unternehmens übertragen, und eine Aktie für dein Depot gibt es nicht. Bleiben börsennotierte Beteiligte, deren Aktien du ganz normal kaufen kannst. Die Frage ist nur, wie viel OpenAI in ihnen tatsächlich steckt.

Microsoft ist der naheliegende Kandidat, und die Rechnung ist ernüchternd. Setzt man die rund 27 Prozent vom Oktober 2025 mit der aktuellen Bewertung an, ergibt das rund 230 Milliarden Dollar. Rechnet man die neuen Aktien aus der März-Runde heraus, sind es eher 23 Prozent und rund 197 Milliarden. Microsoft war am 11. September 2026 an der Börse 3,68 Billionen Dollar wert, womit die Beteiligung nur 5 bis 6 Prozent des Konzerns ausmacht.

Was das für dich bedeutet, zeigt ein Gedankenspiel. Verdoppelt sich der Wert von OpenAI, steigt der rechnerische Wert von Microsoft um gut 5 Prozent, sofern sich sonst nichts ändert. Du kaufst mit der Aktie vor allem Cloud, Windows und Office. Der Vorteil: Microsoft verdient zusätzlich an OpenAI, weil sich OpenAI laut Microsoft verpflichtet hat, weitere Cloud-Leistungen für 250 Milliarden Dollar abzunehmen.

SoftBank ist der deutlich direktere Hebel. Rund 13 Prozent an OpenAI entsprechen bei der aktuellen Bewertung etwa 111 Milliarden Dollar. Der japanische Konzern war am 11. September an der Börse umgerechnet rund 243 Milliarden Dollar wert. Die Beteiligung steht damit für knapp die Hälfte des Börsenwerts, dafür trägt SoftBank aber hohe Schulden, und die Aktie schwankt entsprechend stark.

AktieAnteil an OpenAIGewicht im Börsenwert
Microsoft23 bis 27 %5 bis 6 %
SoftBankrund 13 %knapp 46 %
Amazon, NvidiaInvestoren 2026sehr gering
Eigene Rechnung auf Basis der Bewertung von 852 Mrd. Dollar und der Börsenwerte vom 11. September 2026. Kein Anlagerat.

Amazon und Nvidia sind eher Nebenschauplätze. Beide haben in der März-Runde viel Geld zugesagt, gemessen an ihrer Börsengröße ist der OpenAI-Anteil aber klein. Bei Nvidia hängt der Kurs ohnehin stärker an der Nachfrage nach Chips, wie unser Überblick über die Halbleiter-Aktien zeigt.

Finger weg von angeblichen Pre-IPO-Aktien. Angebote, die dir heute schon OpenAI-Aktien versprechen, verkaufen meist Anteile an einer Zweckgesellschaft, also an einem Fonds, der selbst Anteile hält oder zu halten behauptet. Du hast dann keinen Anspruch gegen OpenAI, zahlst oft hohe Gebühren und kommst schwer wieder heraus.

Chancen und Risiken der OpenAI Aktie

Bevor du auf den Börsengang wartest, lohnt ein nüchterner Blick auf beide Seiten. Die Punkte beruhen auf den belegten Zahlen oben, nicht auf Werbeversprechen.

Was für OpenAI spricht

  • Reichweite: Über 900 Millionen wöchentliche Nutzer machen ChatGPT zur bekanntesten KI-Anwendung der Welt.
  • Wachstum: Der Umsatz stieg von 13,1 Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf eine Jahresrate von über 40 Milliarden.
  • Kapital: Die Rekordrunde über 122 Milliarden Dollar verschafft Luft, ohne dass ein Börsengang nötig ist.
  • Partner: Microsoft, Amazon, Nvidia und SoftBank sind zugleich Investoren und Abnehmer oder Lieferanten.

Was gegen OpenAI spricht

  • Keine Gewinne: OpenAI verbrennt weiter Geld, und die Zusagen für Rechenzentren gehen in die Hunderte Milliarden.
  • Hoher Preis: Pro Dollar Umsatz ist OpenAI derzeit teurer bewertet als Konkurrent Anthropic.
  • Unruhe an der Spitze: Im Sommer 2026 verließen mehrere langjährige Führungskräfte das Unternehmen.
  • Offene Rechtsfragen: Musk hat Berufung angekündigt, und die Regulierung von KI verschärft sich.

Der größte Unsicherheitsfaktor ist die fehlende Transparenz. Alle Umsatzzahlen stammen aus Berichten über Unterlagen, die Journalisten eingesehen haben. Erst der öffentliche Prospekt bringt geprüfte Zahlen zu Umsatz, Verlusten und Verpflichtungen.

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Was der Börsengang von Anthropic für OpenAI bedeutet

Anthropic dürfte der erste reine KI-Modellanbieter an der Börse werden. Laut Reuters soll die Vermarktung Mitte Oktober beginnen, die Erstnotiz ist kurz vor den US-Zwischenwahlen im November geplant. Den Stand der Dinge verfolgen wir im Beitrag zur Anthropic Aktie.

Für OpenAI ist das mehr als ein Wettlauf. Zum ersten Mal wird der Markt einen öffentlichen Preis für ein Unternehmen dieser Art festlegen. Hält die Anthropic-Aktie ihre Bewertung, stärkt das die Verhandlungsposition von OpenAI. Fällt sie, dürfte auch die Erwartung von einer Billion Dollar für OpenAI unter Druck geraten.

Friar selbst hat das gelassen kommentiert. Laut CNBC sagte sie den Mitarbeitern, es sei in Ordnung, wenn Anthropic zuerst an die Börse gehe. OpenAI laufe sein eigenes Rennen. Dass Anthropic im zweiten Quartal deutlich mehr Umsatz meldete, dürfte bei den Investoren trotzdem genau registriert werden.

OpenAI Aktie zeichnen: worauf du beim Börsengang achten solltest

Zeichnen heißt, Aktien vor dem ersten Handelstag zum Ausgabepreis zu bestellen. Bei US-Börsengängen dieser Größe kommen Privatanleger in Deutschland dabei kaum zum Zug. Realistischer ist der Kauf ab dem ersten Handelstag über deinen Broker, sobald die Aktie an der Börse gehandelt wird.

Wie unberechenbar die ersten Wochen sind, zeigt SpaceX. Die Aktie startete am 12. Juni 2026 mit einem Ausgabepreis von 135 Dollar, stieg vier Tage später auf 225,64 Dollar und fiel danach bis auf 104,83 Dollar. Am 11. September schloss sie bei 151,21 Dollar. Die Details stehen in unserem Beitrag zur SpaceX Aktie.

Drei Dinge solltest du vor einer Order prüfen. Erstens die Preisspanne im öffentlichen Prospekt, die heute noch fehlt. Zweitens die Sperrfristen, ab wann Mitarbeiter und Altinvestoren verkaufen dürfen, drittens die Stimmrechte, denn die OpenAI Foundation kontrolliert das Unternehmen heute, und wie das nach einem Börsengang gesichert wird, steht erst im Prospekt. Ohne diese Angaben kaufst du eine Geschichte, keine Aktie.

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Fazit: Die OpenAI Aktie bleibt vorerst ein Versprechen

OpenAI ist eines der wertvollsten Unternehmen der Welt, aber keine Aktie. Belegt sind ein vertraulicher Antrag bei der SEC, eine Bewertung von 852 Milliarden Dollar und die Aussage der Führung, dass 2026 kein Börsengang mehr kommt. Termin, Preis und Kürzel sind offen, und jede Kursseite im Netz ist bis dahin ein Platzhalter.

Meine Einschätzung: Warten ist hier keine Schwäche, sondern die einzige belegbare Position. Über Microsoft bekommst du nur einen kleinen Anteil an OpenAI, über SoftBank einen großen mit zusätzlichem Risiko, und tokenisierte Anteile sind keine Beteiligung am Unternehmen. Ich selbst treffe vor dem öffentlichen Prospekt keine Entscheidung und schaue bis dahin auf den Anthropic-Börsengang, der den Maßstab setzen dürfte. Wir tragen den Stand hier nach, sobald neue Zahlen vorliegen.

Häufige Fragen zur OpenAI Aktie

Kann man OpenAI Aktien kaufen?

Nein. OpenAI ist ein privates Unternehmen und nicht börsennotiert. Kursseiten auf Finanzportalen sind Platzhalter, und tokenisierte OpenAI-Anteile sind laut OpenAI keine Beteiligung am Unternehmen. Indirekt beteiligt bist du über Aktien von Investoren wie Microsoft oder SoftBank.

Wann geht OpenAI an die Börse?

Ein Datum gibt es nicht. Finanzchefin Sarah Friar nannte im August 2027 als Ziel, früher nur bei weiter starkem Wachstum. Sam Altman schloss am 12. September 2026 einen Börsengang in diesem Jahr aus. Einen vertraulichen Prospekt hat OpenAI im Juni 2026 bei der SEC eingereicht.

Hat ChatGPT eine eigene Aktie?

Nein. ChatGPT ist ein Produkt von OpenAI und kein eigenes Unternehmen. Die an der Börse in Sydney notierte GPT Group ist ein australischer Immobilienkonzern und hat mit ChatGPT nichts zu tun.

Wie viel Prozent von OpenAI gehören Microsoft?

Nach dem Umbau im Oktober 2025 hielt Microsoft rund 27 Prozent, voll verwässert gerechnet. Seitdem hat OpenAI in einer Finanzierungsrunde neue Anteile ausgegeben. Eine aktualisierte Zahl hat Microsoft nicht veröffentlicht, der Anteil dürfte heute etwas niedriger liegen.

Ist Elon Musk an OpenAI beteiligt?

Nein. Musk hat OpenAI 2015 mitgegründet, das Unternehmen aber früh verlassen und hält keine Anteile. Seine Klage gegen OpenAI und Sam Altman wurde am 18. Mai 2026 wegen Verjährung abgewiesen. Musk hat Berufung angekündigt.

Was ist OpenAI aktuell wert?

Zuletzt belegt sind 852 Milliarden Dollar aus der Finanzierungsrunde vom 31. März 2026. Für einen Börsengang war in Berichten von bis zu einer Billion Dollar die Rede. Das ist eine Erwartung und kein festgelegter Preis.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading und handelt seit 1978 an den Finanzmärkten. Er arbeitet diskretionär nach Price Action, also ohne mechanisches Handelssystem, und ist in Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten aktiv.

Ende der 1980er-Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Bei gehypten Börsenkandidaten prüft er zuerst, was belegt ist. Für diesen Artikel hat er das EDGAR-Register der SEC selbst abgefragt und die Beteiligungsrechnung für Microsoft und SoftBank mit den Börsenwerten vom 11. September 2026 nachgerechnet, statt kursierende Prozentangaben zu übernehmen. Den SpaceX-Börsengang hat er vom ersten Handelstag an begleitet.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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