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Warren Buffetts Portfolio nach dem Rückzug: Berkshires Depot 2026

Zuletzt aktualisiert: 20. Oktober 2026

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11 Min

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Am 3. Mai 2025 stand Warren Buffett auf der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway und kündigte an, den Chefposten zum Jahresende abzugeben. Seit dem 1. Januar 2026 führt Greg Abel das Unternehmen. Was danach mit dem Depot passierte, hat viele Anleger überrascht: Berkshire hat das Portfolio in den ersten beiden Quartalen 2026 deutlich umgebaut, erst von 42 auf 29 Positionen verkleinert und dann Alphabet zur drittgrößten Beteiligung gemacht.

Dieser Artikel zeigt Dir den tatsächlichen Stand des Berkshire-Depots, geprüft am Original-Pflichtbericht bei der US-Börsenaufsicht und nicht an Zweitquellen. Du erfährst, welche zehn Positionen das Depot zum 30. Juni 2026 tragen, was Berkshire gekauft und verkauft hat, warum der Konzern auf einem Cash-Berg sitzt, der größer ist als sein gesamtes Aktienportfolio, und was von Buffetts Prinzipien nach dem Wechsel übrig bleibt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Buffetts Portfolio: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Buffett ist seit dem 1. Januar 2026 nicht mehr CEO: Er kündigte den Schritt am 3. Mai 2025 auf der Hauptversammlung an. Als Chairman des Verwaltungsrats bleibt er im Amt und ist laut Abel weiter fünf Tage die Woche im Büro.
  • Das Depot umfasst 299,3 Milliarden Dollar: Verteilt auf 29 Positionen in 26 Firmen, Stand 30. Juni 2026, gemeldet am 14. August. Ein Quartal davor waren es 263,1 Milliarden Dollar.
  • Fünf Aktien machen fast drei Viertel aus: Apple, American Express, Alphabet, Coca-Cola und Bank of America stehen zusammen für 71,9 Prozent des Depotwerts.
  • Alphabet ist jetzt die Nummer drei: Im zweiten Quartal stieg der Bestand um 83 Prozent auf 106 Millionen Aktien. Schon im ersten Quartal waren Amazon, Visa, Mastercard und UnitedHealth ganz aus dem Depot verschwunden.
  • Der Cash-Bestand liegt bei 359,2 Milliarden Dollar: So viel hielten Versicherung und übrige Sparten Ende Juni 2026 in Bargeld und kurzlaufenden US-Staatsanleihen, mehr als das gemeldete Aktiendepot. Apple blieb unverändert.
  • Die Verantwortung für das Depot liegt beim CEO: So schreibt es Greg Abel im Aktionärsbrief vom 28. Februar 2026. Ted Weschler verwaltet rund 6 Prozent der Anlagen.

Was ist das Warren-Buffett-Portfolio?

Das Warren-Buffett-Portfolio ist das Aktiendepot der Holding Berkshire Hathaway, das die US-Börsenaufsicht SEC vierteljährlich in einem Pflichtbericht namens Formular 13F veröffentlicht.

Den Gegenentwurf zu dieser Geduld liefert die Methode des Corporate Raiders Carl Icahn. Beide suchen dieselbe Bewertungslücke, doch Buffett wartet darauf, dass der Markt sie schließt, während Icahn das Management dazu zwingt.

Buffetts Grundsatz, gute Unternehmen einfach zu behalten, findet auch im deutschsprachigen Raum Nachahmer. Am besten dokumentiert ist das 3,6-Millionen-Dollar-Depot von Tim Schäfer, der seine Positionen seit Jahren öffentlich offenlegt und dabei auch Fehlkäufe benennt.

Dahinter steckt eine gesetzliche Pflicht: Jeder institutionelle Anleger und Vermögensverwalter, der über 100 Millionen Dollar oder mehr in meldepflichtigen US-Wertpapieren entscheidet, muss seine Bestände offenlegen. Die Frist beträgt 45 Tage nach Quartalsende; fällt sie auf ein Wochenende oder einen Feiertag, gilt der nächste Geschäftstag. Genau deshalb kennst Du Buffetts Depot überhaupt so genau, und genau deshalb siehst Du es immer mit etwas Verzögerung.

Zwei Einschränkungen solltest Du dabei kennen. Ein 13F-Bericht zeigt im Wesentlichen nur börsennotierte US-Wertpapiere, also weder die vollständig übernommenen Töchter wie Geico oder BNSF noch ausländische Beteiligungen wie die japanischen Handelshäuser. Und er zeigt einen Stichtag, keine laufende Position. Wer Buffetts Ansatz verstehen will, findet die Grundlagen in unserem Leitfaden zur Fundamentalanalyse. Wie der Handel mit Aktien praktisch abläuft, erklärt unser Leitfaden für Einsteiger.

Ein Buch hat Buffett besonders geprägt. Sein Lehrer Benjamin Graham legte dafür das Fundament: Im Aktionärsbrief 2013 schreibt Buffett, die meisten Gedanken seiner dortigen Anlage-Erörterung stammten aus Grahams Buch, das er 1949 kaufte. Was davon heute noch trägt, steht in unserer Rezension zu „Intelligent investieren“. Das Foto unten zeigt Buffett 2015 beim SelectUSA Investment Summit.

Warren Buffett Portfolio: Buffett als Chairman von Berkshire Hathaway
Warren Buffett führte Berkshire Hathaway 60 Jahre lang als CEO. Seit Januar 2026 ist er nur noch Chairman des Verwaltungsrats. Offizielles US-Regierungsfoto, Quelle

Warum hat sich Warren Buffett zurückgezogen?

Der Rückzug kam nicht leise, sondern auf der größten Bühne, die Berkshire hat. Am 3. Mai 2025 sagte Buffett am Ende der Hauptversammlung in Omaha, er werde den Verwaltungsrat bitten, Greg Abel zum Jahresende zum CEO zu machen. Zehntausende Aktionäre im Saal reagierten mit stehendem Applaus. Selbst Abel und die meisten Verwaltungsräte erfuhren es in diesem Moment.

Am Tag darauf, dem 4. Mai 2025, bestätigte der Verwaltungsrat die Nachfolge einstimmig. Buffetts letzter Tag als CEO war der 31. Dezember 2025, seit dem 1. Januar 2026 führt Abel das Unternehmen operativ. Buffett bleibt Chairman und ist laut Abels Aktionärsbrief weiter fünf Tage die Woche im Büro. Den Anlass für den Zeitpunkt nannte er selbst: das Alter. Buffett wurde im August 2025 95 Jahre alt.

Im November 2025 folgte ein Aktionärsbrief, der die Rollenverteilung abschloss. Darin schrieb Buffett, er werde weder den Geschäftsbericht weiterschreiben noch auf der Hauptversammlung ausführlich sprechen. Seine eigene Formulierung dafür war „I’m going quiet“. Eine jährliche Thanksgiving-Botschaft will er behalten. Die Originalbriefe findest Du im Archiv von Berkshire Hathaway.

Vorbereitet war der Wechsel lange. Abel verantwortete seit 2018 als Vice Chairman das komplette Nicht-Versicherungsgeschäft des Konzerns und galt seit Jahren als gesetzter Nachfolger. Mit dem Tod von Charlie Munger im November 2023 war die alte Doppelspitze ohnehin Geschichte. Für Anleger war die Personalie also keine Überraschung, wohl aber der Zeitpunkt der Ankündigung.

Der Abschied vom CEO-Posten mit 95 ist unter Marktveteranen keine Regel. Marktveteran Heiko Thieme, seit 1972 an den Märkten, kommentiert mit 82 Jahren weiterhin werktäglich das Geschehen. Die Frage, wann ein Marktkommentator aufhört, beantwortet jeder anders, und sie sagt wenig über die Qualität der Einschätzungen aus.

Kommentar zu Buffetts Abgang

So sieht Buffetts Portfolio 2026 aus

Zum 30. Juni 2026 meldete Berkshire Hathaway US-Wertpapiere im Wert von 299,3 Milliarden Dollar, verteilt auf 26 Firmen. Die Konzentration ist das auffälligste Merkmal dieses Depots: Die fünf größten Positionen stehen für 71,9 Prozent des Gesamtwerts. Wer Diversifikation als Streuung über viele Namen versteht, findet hier das Gegenteil.

Apple bleibt mit 22,04 Prozent die klar größte Beteiligung. Bemerkenswert daran ist weniger die Größe als die Unterbrechung eines langen Trends: Berkshire hatte die Position seit 2024 mehrfach verkleinert, zuletzt im vierten Quartal 2025. Seitdem blieben die 227,9 Millionen Aktien in beiden Quartalen unter Abel unverändert.

Neu unter den größten Positionen ist Alphabet. Der Google-Konzern stieg binnen drei Quartalen auf Platz drei: Ende September 2025 meldete Berkshire 17,8 Millionen Aktien, Ende Juni 2026 rund 106 Millionen. Daneben tragen die Klassiker aus Finanz-, Energie- und Konsumsektor das Depot: American Express, Coca-Cola, Bank of America, Chevron und Occidental Petroleum.

Die zehn größten Positionen im Berkshire-Depot zum 30. Juni 2026:

AktieAnteilWertQ2 2026
Apple (AAPL)22,04 %65,95 Mrd. Dollarunverändert
American Express (AXP)17,14 %51,28 Mrd. Dollarunverändert
Alphabet (GOOGL, GOOG)12,62 %37,76 Mrd. Dollarplus 83 %
Coca-Cola (KO)10,86 %32,51 Mrd. Dollarunverändert
Bank of America (BAC)9,20 %27,54 Mrd. Dollarminus 5,9 %
Chevron (CVX)4,67 %13,99 Mrd. Dollarunverändert
Occidental (OXY)4,30 %12,87 Mrd. Dollarunverändert
Chubb (CB)3,90 %11,67 Mrd. Dollarunverändert
Moody’s (MCO)3,73 %11,17 Mrd. Dollarunverändert
Kraft Heinz (KHC)2,57 %7,69 Mrd. Dollarunverändert
Quelle: eigene Auswertung des Formulars 13F-HR von Berkshire Hathaway, Stichtag 30. Juni 2026, eingereicht am 14. August 2026 bei der SEC. Anteil = Wert der Firma geteilt durch die Summe von 299,25 Mrd. Dollar. Alphabet ist aus zwei Aktiengattungen zusammengefasst. Bewegung nach Stückzahl gegenüber dem 31. März 2026.

Zwei Zahlen daraus lohnen einen zweiten Blick. Coca-Cola liegt seit August 1994 unverändert mit heute 400 Millionen Aktien im Depot: Damals schloss Berkshire einen sieben Jahre langen Kauf für 1,3 Milliarden Dollar ab, so steht es im Aktionärsbrief 2022. Und Apple zeigt, warum ein höherer Wert kein Kauf ist: Bei gleicher Stückzahl stieg die Position von 57,8 auf 66,0 Milliarden Dollar. Den Originalbericht kannst Du direkt im EDGAR-Archiv der SEC einsehen.

Welche Aktien hat Berkshire zuletzt gekauft und verkauft?

Das zweite Quartal 2026 brachte weniger Bewegung als das erste, aber eine klare Richtung. Berkshire stockte sechs Positionen auf oder nahm sie neu auf, verkleinerte sechs und verkaufte eine ganz. Verglichen werden die Stückzahlen der Berichte zum 31. März und 30. Juni 2026. Das zeigt die Nettoänderung zwischen zwei Stichtagen, nicht jeden Handel dazwischen.

Auf der Kaufseite dominiert ein Name. Die Alphabet-Position wuchs von 57,8 auf 106,0 Millionen Aktien, ein Plus von 83 Prozent. Gezählt sind beide Aktiengattungen zusammen. Damit ist der Google-Mutterkonzern die drittgrößte Beteiligung. Wie sich das Feld der Technologiewerte insgesamt entwickelt, liest Du in unserer Übersicht zu KI-Aktien.

Käufe und Aufstockungen im zweiten Quartal 2026:

AktieVeränderungBestand danach
Alphabet Klasse A (GOOGL)plus 45 %28,2 Mrd. Dollar
Alphabet Klasse C (GOOG)plus 658 %9,6 Mrd. Dollar
Delta Air Lines (DAL)plus 44 %5,4 Mrd. Dollar
Lennar Klasse A (LEN)plus 30 %1,19 Mrd. Dollar
Lennar Klasse B (LEN.B)plus 25 %26 Mio. Dollar
New York Times (NYT)plus 4 %1,10 Mrd. Dollar
Macy’s (M)plus 142 %173 Mio. Dollar
D.R. Horton (DHI)Neuaufnahme0,6 Mio. Dollar
Veränderung nach Stückzahl gegenüber dem 31. März 2026, Bestand = Marktwert am 30. Juni 2026. D.R. Horton ist mit 3.564 Aktien eine Kleinstposition. Delta ist bemerkenswert, weil Berkshire Fluggesellschaften 2020 komplett verkauft hatte.

Auf der Verkaufsseite fällt vor allem das Tempo bei zwei Finanzwerten auf. Capital One und Nucor wurden im zweiten Quartal mehr als halbiert, Kroger um gut ein Fünftel verkleinert. Den kleinen Rest von Constellation Brands hat Berkshire ganz verkauft.

Die Reduzierungen im zweiten Quartal 2026:

AktieVeränderungRest
Constellation Brands (STZ)minus 100 %0
Capital One (COF)minus 58 %3,0 Mio.
Nucor (NUE)minus 52,5 %1,9 Mio.
Kroger (KR)minus 22 %39 Mio.
Ally Financial (ALLY)minus 6,9 %27 Mio.
Bank of America (BAC)minus 5,9 %483 Mio.
DaVita (DVA)minus 4,1 %28,9 Mio.
Veränderung nach Stückzahl gegenüber dem 31. März 2026, Rest = verbliebene Aktien. Alle übrigen gemeldeten Stückzahlen sind unverändert; Handel zwischen den Stichtagen schließt das nicht aus.

Der größere Umbau lag im ersten Quartal. Gegenüber Ende 2025 verschwanden bis Ende März 15 Firmen ganz aus dem Depot, darunter Visa, Mastercard, Amazon und UnitedHealth, dazu Domino’s Pizza, HEICO und Pool Corp., die ein Jahr zuvor noch als frische Zukäufe galten. Wer die Entscheidungen im Einzelnen getroffen hat, steht in keinem Bericht. Abel schreibt nur, die Verantwortung für die Aktienanlagen liege beim CEO. Fortlaufend aktualisierte Bestandsdaten findest Du bei dataroma.com.

Buffetts Auswahlkriterien haben auch unter Profis Nachahmer gefunden: Als erklärtes Vorbild nennt ihn der Hedgefonds-Manager Bill Ackman, der sie um aktive Einflussnahme ergänzt.

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Warum Berkshire auf 359 Milliarden Dollar Cash sitzt

Die vielleicht wichtigste Zahl des Konzerns steht in keiner Depotliste. Ende Juni 2026 hielten Versicherung und übrige Sparten 359,2 Milliarden Dollar in Bargeld und kurzlaufenden US-Staatsanleihen, gerechnet nach noch nicht bezahlten Käufen, so der Quartalsbericht 10-Q. Das ist mehr als das gemeldete Aktiendepot von 299 Milliarden Dollar. Bahn und Energieversorger halten weitere 5,5 Milliarden Dollar getrennt. Für ein Unternehmen, das vom Investieren lebt, ist das eine ungewöhnliche Aufstellung.

Der Grund ist Buffetts alte Regel, dass sich Kaufgelegenheiten nicht erzwingen lassen. Ein hoher Cash-Bestand ist in dieser Logik kein Versäumnis, sondern eine Option. Solange die Bewertungen hoch sind, verzinst sich das Geld in Treasury Bills und wartet. Fällt der Markt, ist Berkshire der Käufer, der nicht verkaufen muss.

Reines Abwarten zeigen die Zahlen allerdings nicht. Im ersten Halbjahr 2026 kaufte Berkshire Aktien für 39,4 Milliarden Dollar und verkaufte für 27,8 Milliarden. Dazu kamen Aktienrückkäufe für 4,8 Milliarden Dollar und am 24. Juli 2026 die Übernahme des Hausbauers Taylor Morrison für rund 6,8 Milliarden Dollar. Ende März lag der Cash-Bestand derselben Abgrenzung noch bei 373,5 Milliarden Dollar. Wie Du Bewertungen selbst einordnest, zeigt unser Beitrag zum Value Investing.

Eine Grenze hat diese Interpretation allerdings. Ein Konzern dieser Größe kann gar nicht anders, als Liquidität zu halten, weil das Versicherungsgeschäft jederzeit zahlungsfähig sein muss. Abel schreibt, ein Teil des Geldes werde für die Versicherung und als Schutz gegen Extremfälle gebraucht, der Rest sei Reserve für Gelegenheiten; eine Zahl für den gebundenen Teil nennt er nicht. Unter 30 Milliarden Dollar lässt Berkshire den Bestand für Rückkäufe nie fallen. Wer die Zahl als reines Markt-Signal liest, überdehnt sie.

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Welche ETFs empfiehlt Warren Buffett?

Bei dieser Frage ist Buffett seit Jahrzehnten unverändert deutlich. Für die meisten Privatanleger hält er einen kostengünstigen Indexfonds auf den S&P 500 für die bessere Wahl als Einzelaktien. Er hat diese Empfehlung mehrfach in Aktionärsbriefen wiederholt und sie in seinem Testament für das Treuhandvermögen zugunsten seiner Frau festgeschrieben: 90 Prozent in einen sehr günstigen S&P-500-Indexfonds, 10 Prozent in kurzlaufende Staatsanleihen.

Ein Punkt wird dabei oft falsch wiedergegeben. Buffett hat nie ein konkretes europäisches Produkt empfohlen, sondern eine Fondsgattung. Er nennt regelmäßig einen günstigen S&P-500-Indexfonds und lobt Vanguard-Gründer John Bogle für dessen Idee. Für die Treuhand seiner Frau schrieb er im Aktionärsbrief 2013 sogar dazu: „I suggest Vanguard’s.“ Welches Wertpapier Du in Deutschland dafür nutzt, ist seine Sache nicht.

Praktisch bilden hierzulande UCITS-ETFs denselben Index ab, etwa der Vanguard S&P 500 UCITS ETF mit der ISIN IE00B3XXRP09. Die laufenden Kosten solcher Produkte liegen typischerweise bei etwa 0,07 Prozent im Jahr. Das ist die Größenordnung, die Buffett meint, wenn er von niedrigen Gebühren spricht. Wie sich der Index selbst entwickelt, verfolgen wir in der S&P 500 Prognose.

Berühmtestes Buffett-Zitat:
„Sei ängstlich, wenn andere gierig sind, und gierig, wenn andere ängstlich sind.“

Wer ist Greg Abel, Buffetts Nachfolger?

Greg Abel ist seit dem 1. Januar 2026 Chief Executive Officer von Berkshire Hathaway und damit Warren Buffetts Nachfolger an der operativen Spitze des Konzerns.

Der gebürtige Kanadier kam über einen Umweg zu Berkshire. Abel arbeitete zunächst als Wirtschaftsprüfer bei PricewaterhouseCoopers, wechselte dann in die Energiewirtschaft und landete über einen Versorger, aus dem später Berkshire Hathaway Energy wurde, im Konzern. Seit 2018 war er Vice Chairman und Mitglied des Verwaltungsrats.

Sein Zuständigkeitsbereich war schon vorher gewaltig. Abel verantwortete alle Beteiligungen außerhalb des Versicherungsgeschäfts, also Eisenbahn, Energieversorger, Industrie und Handel. Wer das Depot kennt, sollte diesen Teil nicht unterschätzen: Die vollständig übernommenen Töchter erwirtschaften den größeren Teil des operativen Gewinns, tauchen aber in keiner 13F-Liste auf.

Seit Abels Amtsantritt hat sich das Depot deutlich verändert. Ob das seine eigene Handschrift ist, sagen die Pflichtberichte nicht. Im Aktionärsbrief vom 28. Februar 2026 schreibt Abel, die Verantwortung für die Aktienanlagen liege bei ihm als CEO; Ted Weschler verwalte rund 6 Prozent. Apple, American Express, Coca-Cola und Moody’s nennt er als Kern, an dem sich wenig ändern soll.

Buffetts fünf Investment-Regeln

  • Investiere nur in das, was Du verstehst: keine blinden Wetten auf Trends oder heiße Aktien.
  • Langfristig denken: Buffett plant in Jahren und Jahrzehnten, nicht in Quartalen.
  • Cash ist kein Problem: Liquidität bedeutet Sicherheit und Handlungsfähigkeit, nicht Stillstand.
  • Qualität statt Schnäppchen: starke Marken mit dauerhaftem Wettbewerbsvorteil bevorzugt.
  • Ruhig bleiben, wenn andere nervös werden: Geduld und Gelassenheit zahlen sich aus.
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Fazit: Was Anleger aus Buffetts Rückzug mitnehmen

Der Wechsel an der Spitze hat gezeigt, wie viel von Buffetts Erfolg an der Person hing und wie viel am System. Reich geworden ist er nicht durch Timing, sondern durch Halten: Coca-Cola liegt seit 1994 unverändert im Depot, Apple seit 2016. Die Rendite entstand aus Zeit, nicht aus Aktivität.

Mich überzeugt an diesem Ansatz weniger die Aktienauswahl als die Zurückhaltung. Als diskretionärer Trader arbeite ich in völlig anderen Zeiträumen, aber die Fähigkeit, bei hohen Bewertungen einfach nichts zu tun und über 350 Milliarden Dollar liegen zu lassen, ist auch im kurzfristigen Handel die schwerste Disziplin. Wer keinen Grund zum Handeln hat, hat keinen.

Für die Beurteilung des Depots heißt das zweierlei. Berkshire ist nach zwei Quartalen unter Abel ein anderes Portfolio als unter Buffett, konzentrierter und mit Alphabet als Nummer drei. Ob daraus eine bessere oder nur eine andere Bilanz wird, entscheiden die nächsten Jahre. Wer die Berichte selbst mitlesen will, findet die Quartalsmeldungen im EDGAR-Archiv der SEC und braucht dafür keinen Anbieter dazwischen.

Ein letzter Hinweis zur Einordnung. Ein 13F-Bericht ist eine Momentaufnahme mit rund 45 Tagen Verzögerung und keine Handlungsempfehlung. Wer Positionen einfach nachkauft, kauft eine Entscheidung, deren Begründung er nicht kennt, und häufig zu einem deutlich anderen Kurs. Wer Buffetts Ansatz datenbasiert nachbilden möchte, findet mit der Best-of-Buffett-Strategie von InvestingPro eine Annäherung.

Einen zweiten Rückzug auf dem Höhepunkt gab es schon 1990: Peter Lynchs Bilanz beim Magellan-Fonds endete freiwillig, mit 46 Jahren.

Buffett ist nicht die einzige Stimme, die Anleger prägt. In unserer Übersicht der bekanntesten Finanzexperten steht er neben deutschen Stimmen wie Gerd Kommer und Robert Halver.

Wie stark wenige große Gewinner die Marktrendite tragen, belegt auch die Tenbagger-Statistik: Nur rund 1,6 Prozent aller Aktien verzehnfachten sich im letzten Jahrzehnt.

Dieselbe Nachfolgefrage stellt sich auch hierzulande: Bei der DJE Kapital AG bereitet der 84-jährige Gründer Jens Ehrhardt die Übergabe an seinen Sohn Jan vor.

Auf denselben Grundsatz setzen auch kommerzielle Empfehlungsdienste: breit streuen und lange halten. Wie konsequent The Motley Fool diesen Ansatz verkauft, haben wir uns im Detail angesehen.

Häufige Fragen zu Warren Buffetts Portfolio

Welche Aktien hat Warren Buffett aktuell im Depot?

Zum 30. Juni 2026 meldete Berkshire Hathaway 29 Positionen in 26 Firmen im Wert von 299,3 Milliarden Dollar. Die fünf größten sind Apple, American Express, Alphabet, Coca-Cola und Bank of America, zusammen 71,9 Prozent des Depots.

Wie viel Prozent von Apple gehören Berkshire Hathaway?

Berkshire hält 227,9 Millionen Apple-Aktien, laut Aktionärsbrief rund 1,6 Prozent des Unternehmens (Stand Ende 2025). Der Anteil war früher deutlich höher, Berkshire hatte die Position vor allem 2024 stark verkleinert.

Welche Aktie hat Berkshire zuletzt gekauft?

Im zweiten Quartal 2026 wurde Alphabet um 83 Prozent aufgestockt, auf rund 106 Millionen Aktien. Auch Delta Air Lines, Lennar und Macy’s wuchsen, neu kam eine Kleinstposition in D.R. Horton dazu.

Was macht Warren Buffett jetzt?

Buffett gab den CEO-Posten zum 31. Dezember 2025 ab und ist seither Chairman des Verwaltungsrats. Laut Abel ist er weiter fünf Tage die Woche im Büro, schreibt aber keinen Geschäftsbericht mehr und spricht nicht mehr ausführlich auf der Hauptversammlung.

Warum hat Berkshire so viel Cash?

Ende Juni 2026 hielten Versicherung und übrige Sparten 359,2 Milliarden Dollar in Bargeld und kurzlaufenden US-Staatsanleihen, mehr als das gemeldete Aktiendepot. Ein Teil davon sichert das Versicherungsgeschäft ab, der Rest ist laut Abel Reserve für Gelegenheiten.

Welchen ETF empfiehlt Warren Buffett?

Er empfiehlt vor allem eine Fondsgattung: einen kostengünstigen Indexfonds auf den S&P 500. Für die Treuhand seiner Frau nannte er 2013 ausdrücklich Vanguard. In Europa lässt sich das über UCITS-ETFs abbilden, etwa den Vanguard S&P 500 UCITS ETF mit rund 0,07 Prozent laufenden Kosten.

Wie hoch ist das Vermögen von Warren Buffett?

Eine feste Zahl gibt es nicht, denn Buffetts Vermögen besteht fast vollständig aus Berkshire-Aktien und schwankt mit deren Kurs. Laut Abels Aktionärsbrief gehen seine Aktien in den rund zehn Jahren nach seinem Tod vollständig an gemeinnützige Zwecke.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.

In den späten 1980er-Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und brachte dessen zehn Bücher ins Deutsche. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Buffetts Aufstieg hat Karsten als aktiver Marktteilnehmer über vier Jahrzehnte begleitet, vom Crash 1987 bis zur Übergabe an Greg Abel. Aus dieser Distanz zwischen kurzfristigem Handel und langfristigem Beteiligungsgeschäft ordnet er ein, welche Teile der Buffett-Erzählung durch Pflichtberichte gedeckt sind und welche nur oft wiederholt werden.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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