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Einführung in das Price Action Trading (2022)

Definition des Price Action Trading

Unter Price Action Trading verstehen wir den Prozess der Marktbeobachtung, um so die zukünftige Kursbewegung zu antizipieren. Die Zielsetzung besteht darin, mit unseren Aktionen im Markt Gewinne zu erzielen.

Da hierbei die vergangene und aktuelle Price Action (Kursbewegung) benutzt wird, um die Bewegung des Marktes vorherzusagen, handelt es sich um ein Teilgebiet der technischen Analyse. Die traditionelle technische Analyse ist auf Chartmuster ausgerichtet wie das Doppeltop/Doppeltief, Head and Shoulders (Kopf und Schulter Formation) und Flags (Flaggen).

Die Bezeichnung Price Action Trading wird jedoch zunehmend als Oberbegriff verwendet, der die Analyse von Chartmustern, Mustern von Kursstäben und Candlestick-Muster einbezieht.

Nach heutigem Verständnis richtet sich Price Action mehr auf kurzfristige Chartmuster von Kursstäben (Bars) und von Candlesticks. Einige Beispiele beinhalten die Pin Bar, Inside Bar, den Engulfing-Candlestick und Harami-Candlestick.

Price Action Trading steht häufig im Gegensatz zum Trading mit Indikatoren, wobei bei letzterem mathematisch abgeleitete Formeln benutzt werden, die Tradingsignale erzeugen.

Puristen des Price Action Trading verweigern den Gebrauch von allen Trading-Indikatoren. Aber die Price Action Analyse und Trading-Indikatoren schließen sich nicht gegenseitig aus. Tatsächlich enthalten viele Price Action Tradingstrategien Indikatoren als Ergänzung.

Ursprung des Price Action Trading

Theorie von Dow

Price Action Trading hat die gleichen Wurzeln wie die technische Analyse, die beide von der Dow-Theorie stammen.

Bild von Charles Dow
Charles Dow – Vater der technischen Analyse

Die Dow Theorie ermöglicht die Erklärung des Marktverhaltens und stellt Markttrends in den Mittelpunkt. Ein Grundsatz der Dow Theorie besagt, dass der Marktkurs alles einkalkuliert. Der Kurs ist das Gesamtergebnis aller Marktinformationen. Deshalb verwenden technische Analysten bei Ihrer Marktanalyse Kurscharts und Chartmuster.

Erfahren Sie mehr über die technische Analyse von Trends und Chartmuster durch folgende Bücher:



Bar- und Candlestick-Chartmuster

Zusammen mit der Kursanalyse traten kurzfristige Bar-Chartmuster wie die Inside Bar, NR7 und wichtige Umkehrformationen in den Vordergrund.

Nachdem Steve Nison der westlichen Welt die Japanischen Candlestick-Muster vorgestellt hatte, erfuhren solche kurzfristigen Kursmuster ihre Wiedergeburt. Seither gehören die Candlesticks zu den beliebtesten Chartarten für die Analyse der Price Action.

Price Action Candlestick
Oberer Schatten – Kerzenkörper – Unterer Schatten

Die oberen und unteren Schatten (oder Docht) eines Candlestick zeigen Verkaufs- bzw. Kaufdruck.

Der Kerzenkörper stellt die hierdurch entstandene Marktstimmung dar. Wenn sich der Schlusskurs eines Kursstabes über der Eröffnung befindet, ist das bullisch zu werten; liegt der Schlusskurs unter der Eröffnung, ist dies ein bärisches Zeichen. Sind aber Eröffnung und Schlusskurs nur wenig voneinander entfernt, ist die Stimmung unklar. Einen solchen Candlestick nennt man Doji.

Die gesamte Kursspanne (die Entfernung zwischen Hoch und Tief) läßt die Volatilität erkennen.

Lernen: Wie man die Price Action Bar für Bar liest

Um das Thema Bar-Chartmuster und Candlestick-Chartmuster zu vertiefen, sind folgende Bücher zu empfehlen:

Analyse Bar für Bar

Später haben Trader damit begonnen, das Dow-Prinzip, wonach „der Kurs alle Informationen enthält“, zum Äußersten zu treiben, indem sie mit der Analyse Bar für Bar anfingen. Die Beobachtungen von Lochstreifenlesern (Tape Reader) und Parketthändlern hinsichtlich der Marktbewegungen trugen auch zu den heutigen Techniken des Price Action Trading bei.

Die Gesamtheit der Chartmuster, Bar- und Candlestickmuster sowie anderer Marktpreistendenzen führten dann zum Price Action Trading als eigenständige Thematik.

Während Price Action Trading im Rahmen von Online-Tradingforen und Tradingkursen ausgiebig behandelt wurde, gibt es nur wenige Veröffentlichungen, die sich bemüht haben, eine Zusammenfassung der bisherigen Erkenntnisse zu vermitteln. Die dreibändige Buchreihe von Al Brooks hat dies bewerkstelligt.

Märkte zum Price Action Trading

Die Price Action Analyse funktioniert in den meisten gehandelten Märkten, sofern zuverlässige Kurse zur Verfügung stehen.

Allgemein bevorzugen Price Action Trader die Forex-, Futures- und Aktienmärkte. Ein gewichtiger Anteil der Price Action Trader sind in den Forexmärkten aktiv.

Maßgebliche Tradingkonzepte der Price Action

Preis- oder Kursmuster

Inside Bar

Es gibt viele Bar- und Candlestick-Chartmuster. Unter der Voraussetzung des richtigen Marktumfeldes bieten die Chartmuster Trading-Gelegenheiten, die als Trading Setups bekannt sind.

Dies sind einige bekannte Price Action Muster:

Markt-Swings

Die Märkte bewegen sich in Swings. Price Action Trading interpretiert höhere Hochs und höhere Tiefs als Aufwärtstrend und tiefere Hochs und tiefere Tiefs als Abwärtstrend.

Markt-Swing: Aufwärtstrend
Höheres Hoch – Höheres Tief – Aufwärtstrend

Eine bemerkenswerte Theorie zum Verhalten der Markt-Swings ist die Elliott Wave Theorie (Wellentheorie von Elliott). Elliott geht von insgesamt acht Wellen aus, die er als Fraktale der Marktbewegung versteht.

Das Buch von Frost und Pretcher Elliott Wave Principle: Key To Market Behavior  (Deutsche Übersetzung) bietet tiefschürfende Informationen über diese Theorie.

Eine Price Action Trading Strategie, die zeigt, wie man ein Engulfing Candlestick Muster mit der Unterstützung von Swinghochs und Swingtiefs handelt, können Sie hier lesen.

Unterstützung und Widerstand

Price Action Trader arbeiten auch mit Unterstützungs- und Widerstandsbereichen, indem sie Swing-Pivot-Punkte verwenden.

Unterstützungsbereiche weisen wahrscheinlich Aufwärtsbewegungen zurück, und Widerstandsbereiche dürften verhindern, dass der Markt diese durchbricht.

Unterstützung und Widerstand sind entscheidende Tradingkonzepte der Price Action. Der Schlüssel zum erfolgreichen Price Action Trading besteht darin, effiziente Unterstützungs- und Widerstandsbereiche ausfindig zu machen.

Lernen: Das Trading verbessern mit Unterstützung und Widerstand

Trendlinien und Channels

Trendlinien verbinden Swing-Pivots, um so den Trend zu visualisieren, und sie dienen als Unterstützung und Widerstand.

In einem Aufwärtstrend werden die Trendlinien durch Verbinden der Pivot-Tiefs gezeichnet. In einem Abwärtstrend entstehen die Trendlinien, indem die Pivot-Hochs miteinander verbunden werden.

Indem man eine parallele Linie zur Trendlinie zeichnet, entsteht ein Trading-Channel, was nützlich ist, um im Voraus Unterstützungs- und Widerstandsbereiche zu entwerfen.

Lernen: Vier Wege, um einen Trendkanal zu traden

Trading-Channel
Trendkanal

Tradingmethoden für Price Action

Die meisten Tradingstrategien für Price Action wenden Kursmuster zusammen mit Unterstützungs- und Widerstandsbereichen an.

Der übliche Ansatz besteht darin, nach bullischen Kursmustern im Unterstützungsbereich zu suchen, wenn es um eine Long-Position geht. Auf eine Short-Position bezogen, wird nach bärischen Kursmustern im Widerstandsbereich gesucht.

Reine Price Action

Keine Indikatoren Price Action

Manche Trader verwenden ausschließlich die Price Action Analyse. Sie wenden den minimalistischen Ansatz an und platzieren keinen Indikator auf ihren Charts.

Diese Trader sind sehr versiert darin, Kursmuster sowie Unterstützungs- und Widerstandsbereiche zu erkennen.

Price Action und Volumen

Ein weiterer Grundsatz der Dow-Theorie besagt, dass das Volumen in der Richtung des Trends zunehmen sollte und abnehmen, wenn der Markt sich gegen den Trend bewegt.

Daher verwundert es nicht, dass die Volumenanalyse eine häufige Ergänzung zum Price Action Trading darstellt. Die klassische Volumenanalyse verbindet Volumenmuster mit Chartmustern, um Trading-Gelegenheiten abzuschätzen.

Die Verbindung von Volumen mit Price Action führte auch zur Entwicklung der Volumen-Price-Analyse, die auf der Arbeit von Richard Wyckoff zum Verhältnis zwischen Volumen und dem Kursspanne eines Kursstabes (Bar) gründet.

Price Action und Indikatoren

Trotz der Betonung auf der Kursanalyse finden viele Price Action Trader die Indikatoren dennoch nützlich.

Der beliebteste Tradingindikator unter Price Action Tradern ist der gleitende Durchschnitt. Er dient als Trend-Indikator und gleichzeitig als dynamische(r) Unterstützung/Widerstand.

Ein Beispiel dafür ist der Tradingansatz von Al Brooks, der einen 20-Perioden exponentiellen gleitenden Durchschnitt verwendet.

Gleitender Durchschnitt im Price Action Trading

Steve Nison hat in seinem Buch über Candlesticks auch ein Kapitel über die Analyse von Candlestick-Mustern mit Hilfe von Tradingindikatoren verfasst.

Jenseits der Grundlagen

Wenn Sie noch mehr über Price Action Trading erfahren wollen, können Sie sich unseren weiteren Informationsquellen zum Price Action Trading zuwenden, wo Sie Strategien und Tipps finden.

Nehmen Sie sich Ihre Charts vor und fangen Sie an, dem Kurs (Preis) als wichtigster Faktor mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: Price Action Trading Primer

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

Weiterlesen:

Bonus: Fünf praktische Schritte zum Price Action Trader

Sind Sie ein Anfänger und wollen eine einfache Tradingmethode erlernen? Oder ein erfahrener Trader, der sein Trading vereinfachen möchte? In beiden Fällen ist es ein geeignetes Ziel, ein Price Action Trader zu werden.

Im Wesentlichen ist Price Action Trading ein weiteres Verfahren in der Werkzeugkiste des Traders. Aber die Art und Weise, in der Sie Price Trading erlernen, kann entscheidend für Ihren späteren beruflichen Werdegang als Trader sein. Das bedeutet entweder sinnvoll und zielorientiert eingesetzte Mittel oder Zeit- und Geldverschwendung.

Manche haben einen natürlichen Zugang zum Price Action Trading, weil es ihrer Natur entspricht. Aber für die meisten ist es eine ungewohnte Angelegenheit, die schwer zu bewältigen ist.

Ein Price Action Trader zu werden, muss kein Zufallsprozess sein. Mit den folgenden fünf praktischen Schritten können Sie ein Price Action Trader werden.

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Price Action als das verstehen, was sie ist

Viele Trader stürzen sich geradezu in den Lernprozess der Price Action. Das bewirkt, dass sie mit falschen Vorstellungen anfangen und mit Enttäuschung enden.

Um einen kontinuierlichen Lernprozess einzuleiten, müssen Sie Price Action zuerst als das verstehen, was sie ist.

Die Hauptstärke der Price Action besteht in ihrer Einfachheit. Eine eindeutige Ausrichtung auf die Kurse gibt Ihnen das, was Sie brauchen, um sinnvolle und vernünftige Trading-Entscheidungen zu treffen.

Gefällt Ihnen eine einfache Lebenseinstellung? Wenn dem so ist, werden Sie Price Action Trading sympathisch finden.

Beschäftigen Sie sich gerne mit Formeln und statistischen Untersuchungen, um Multikollinearität zu vermeiden? Wenn das auf Sie zutrifft, ist Price Action Trading möglicherweise nichts für Sie.

Noch eine weitere wichtige Anmerkung, bevor Sie anfangen: Price Action ist keine Garantie für Ihren Tradingerfolg. Dies liegt daran, dass Trading viel mehr ist als nur Analyse.

Angenommen Sie haben mit Indikatoren gearbeitet und das Problem des Übertrading erfahren. Nach der Beherrschung der Price Action werden Sie mit Price Action traden, aber das Problem des Übertrading wird bleiben. Sie traden exzessiv und erwirtschaften in beiden Fällen keine Gewinne.

Price Action wird zwar Ihre Sichtweise der Märkte verändern, aber es wird nicht Ihre persönlichen Probleme lösen.

Fangen Sie an, von der Pike auf zu lernen

Sobald Sie Ihre Erwartungen über Price Action Trading ändern, fängt das Lernen an.

Wie bereits erwähnt, bietet Price Action einen Vorteil, weil es sich dabei um einen einfachen Ansatz handelt. Dieser sollte von vornherein nicht kompliziert gemacht werden.

Deshalb ist die beste Möglichkeit, Price Action zu erlernen, von Grund auf langsam vorzugehen.

Das bedeutet, dass Sie NICHT mit folgenden Formationen anfangen sollten:

  • Head-and-Shoulders
  • Engulfing Candlesticks
  • Renko Bars
  • Point and Figure
  • Und alle anderen Formationen mit ausgefallenen Bezeichnungen

Sie sollten mit folgendem beginnen:

Kursschwünge und Swing-Tiefs beim Price Action Trading
1. Diese zwei Punkte sind große Swing-Tiefs unabhängig von Ihrer Trading-Methode. 2. Die Kurse fanden tatsächlich Unterstützung im Bereich der vorherigen großen Swing-Tiefs.

Wenn Sie die  Price Action in ihren Grundsätzen verstehen, ist es einfach, anspruchsvolle Konzepte aufzugreifen. Sie können Chartformationen zerlegen. Sie können auch die zugrunde liegende Logik eines Chartmusters erfassen und sich nicht durch deren Bezeichnungen irritieren lassen.

Ersetzen Sie Ihre Trading-Indikatoren

Nachdem Sie die grundlegenden Price Action Tools erfasst haben, kann Ihr Price Action Trading beginnen.

Wenn Sie Indikatoren verwendet haben, ist es eine Herausforderung, Ihre Lieblingsindikatoren vom Chart zu entfernen. Von entscheidender Bedeutung ist, sich dieser Aufgabe mit einem klaren System zu stellen.

  1. Listen Sie die Indikatoren auf, die Sie verwenden.
  2. Für jeden Indikator schreiben Sie dessen Zweck bzw. deren Aufgabe auf.
  3. Das gleiche Ziel können Sie auch mit Price Action erreichen?
  4. Wenn es möglich ist, können Sie den Indikator entfernen.

Denken Sie nicht, dass Sie ihre Trading-Indikatoren beseitigen. Betrachten Sie es so, dass Sie Ihre Indikatoren durch die Price Action Methoden ersetzen.

Sie haben zum Beispiel einen 50-Perioden einfachen gleitenden Durchschnitt in Ihrem Chart. Sie benutzen ihn, um den Trend des Marktes zu beurteilen.

Denken Sie nun an die Price Action Methoden, die Sie erlernt haben, um den Trend zu bestimmen. Zum Beispiel Trendlinien und die Struktur der Swings des Marktes.

Trendlinien Abpraller beim Price Action Trading
1. Trendlinie gezeichnet mit diesen zwei Pivotpunkten. 2. Hat sich gut als Unterstützung bewiesen.

Können Sie den Trend des Marktes unter Verwendung dieser Methoden erkennen?

Wenn Sie mit „ja“ antworten, können Sie  den gleitenden Durchschnitt risikolos entfernen.

Vielleicht fühlen Sie sich nicht ganz wohl, alleine mit der Price Action Analyse zu arbeiten. Dann ist es in Ordnung, den Indikator beizubehalten, aber orientieren sich sich in zunehmendem Maße auf die Kursbewegungen.

Mit der Zeit, wenn sich Ihre Fähigkeiten in Bezug auf die Price Action verbessern, werden Sie den gleitenden Durchschnitt als überflüssig empfinden.

Sie müssen jedoch konzentriert bleiben. Zwingen Sie sich, die Price Action als primäres Instrument zu nutzen. Beziehen Sie sich nur dann auf die Indikatoren, wenn Sie sich unsicher fühlen.

Wenn Sie das nicht tun, werden Sie durcheinander geraten, da Sie sich nicht entscheiden können, welchem Instrument Sie trauen können: der Price Action oder dem Indikator.

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Entwickeln Sie Ihre Price Action Tradingstrategie

Auf der Grundlage dessen, was Sie nun gelernt haben, können Sie Ihre Price Action Tradingstrategie entwickeln.

Halten Sie sich an die folgenden Richtlinien:

Machen Sie es nicht zu kompliziert. Verwenden Sie die Price Action Methode, die für Sie sinnvoll ist. Überlasten Sie Ihr Gehirn nicht mit neuen Konzepten.

Halten Sie sich an die Art von Trades, die Sie gewohnt sind. Wenn Sie Retracements (Rückläufer) mit Indikatoren traden, dann bleiben Sie beim Trading der Korrekturen. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Sie jetzt Price Action Techniken verwenden.

Behalten Sie einen Indikator bei, wenn Sie wollen. Die meisten Trader haben einen Lieblingsindikator. Wenn Sie sich unsicher fühlen, ohne Ihren Lieblingsindikator (also sozusagen „nackt“) zu traden, behalten Sie diesen Indikator bei. Denken Sie jedoch daran, dass es Ihr Ziel ist, sich den Indikator abzugewöhnen und ihn nicht als eine Krücke zu benutzen.

Diese Price Action Tradingstrategie befindet sich noch in Arbeit, ist also noch nicht fertig. Aber es handelt sich dabei um die Basis für Ihre Tradingausbildung in Price Action.

Tradingsimulation und Lernen in Echtzeit

Wir erlernen Price Action, indem wir nach Chartformationen und Marktswings suchen. Oder anders ausgedrückt: Wir beginnen mit der Wissenschaft des Price Action Trading.

Price Action Trading ist aber auch eine Kunst. Wirkliche Kompetenz können Sie nur durch Beobachtung des Marktes in Echtzeit erreichen. Das Verständnis des Price Action Trading als Kunst ist das letztliche Ziel.

Sie müssen Ihre Intuition als Trader entwickeln. Die Price Action zu beobachten und das perfekte Setup geduldig abzuwarten, ist der beste Weg, um das zu bewerkstelligen. Sie werden erfahren, wann Ihre Tradingstrategie funktioniert und wann das nicht der Fall ist.

Für diesen letzten Schritt empfehle ich Ihnen ein schriftliches Tradingjournal zu führen. Damit meine ich nicht die Aufzeichnung Ihrer Trades, nachdem Sie diese eingegangen sind, sondern ich spreche von einem Protokoll Ihrer kontinuierlichen Price Action Analyse.

Beobachten Sie die Price Action und schreiben Sie Ihre Analyse nieder. Praktizieren Sie dies in Echtzeit und zwar unabhängig davon, ob Sie nun einen Trade eingegangen sind oder nicht. Dies wird Sie dabei unterstützen, Ihr Wissen zu untermauern und Selbstvertrauen als Price Action Trader aufzubauen. Klicken Sie hier, um einige Analyse-Beispiele zu sehen.

Zur Wiederholung noch einmal die fünf Schritte, um ein Price Action Trader zu werden:

  1. Price Action als das verstehen, was sie ist
  2. Fangen Sie an, von der Pike auf zu lernen
  3. Ersetzen Sie Ihre Indikatoren auf dem Chart
  4. Entwickeln Sie Ihre Price Action Tradingstrategie
  5. Tradingsimulation und Lernen in Echtzeit

Diese fünf Schritte sind nichts Magisches, sondern ganz konkret nachvollziehbar. Vielleicht müssen Sie einige Schritte wiederholen, aber sie funktionieren tatsächlich. Und wenn Sie mutig und entschlossen bleiben, werden Sie von einem einfacheren Tradingansatz profitieren können.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: 5 Practical Steps to become a Price Action Trader

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud


Bonus: Wie man Angebot und Nachfrage aufgrund der Price Action erkennt

Wollen Sie Angebot und Nachfrage im Markt erkennen? Schauen Sie sich einfach die  Informationen zur Markttiefe im Orderbuch an, und Sie werden Kauf- und Verkauforders zu verschiedenen Kursen oder Preise feststellen. Diese Zahlen zeigen das Angebot und die Nachfrage.

Das ist alles. Damit haben Sie das Angebot und die Nachfrage identifiziert. Was können Sie damit anfangen? Nichts.

Nun denken Sie nochmals nach. Wollen Sie wirklich Angebot und Nachfrage ausfindig machen?

In einem liquiden Markt gibt es dauernd Angebot und Nachfrage. Menschen sind immer bereit, zu bestimmten Preisen zu kaufen oder zu verkaufen. Angebot und Nachfrage gibt es überall. Es ist also nicht notwendig, diese zu finden.

Was Sie wirklich entdecken wollen, sind die Preiszonen, wo das Angebot die Nachfrage besiegt und wo die Nachfrage das Angebot überwältigt.

  • Ersteres ist als Widerstand bekannt. Wenn der Markt auf den Widerstand stößt, fallen die Preise. In diesem Fall können Sie Geld verdienen, wenn Sie eine Short-Position eröffnen.
  • Letzteres bezeichnet die Unterstützung des Marktes. Wenn der Markt auf die Unterstützung trifft, werden die Preise steigen. Dann können Sie von einer Long-Position profitieren.

Kurz gesagt, wir wollen die Wendepunkte des Marktes herausfinden und nicht Angebot und Nachfrage. Beachten Sie die folgenden drei Schritte, um diese lukrativen Wendepunkte zu finden und zu handeln.

Ausrichtung auf einen Kursbereich (Zone)

Den Markt ohne Schwerpunkt zu analysieren, ist schwierig. Wenn Sie in jedem Kursbereich nach Wendepunkten suchen, verwirren Sie sich nur.

Wie können Sie wissen, auf welchen Kursbereich Sie sich konzentrieren sollten? Welche Kursbereiche sind mögliche Wendepunkte des Marktes?

Es gibt viele Wege, mögliche Wendepunkte ausfindig zu machen. Sie können Swing-Pivots, errechnete Pivot-Punkte, Fibonacci-Bereiche und Volumen-Signale verwenden. Lernen Sie diese Methoden kennen und machen Sie von jenen Gebrauch, die Sie sinnvoll finden.

Beispiel

E-mini S&P Future 5 Minuten Chart
Gültiges Swing-Tief | Schauen Sie hier. Potentielle Unterstützungszone projiziert mit dem Swing-Tief

In diesem Beispiel konzentriere ich mich auf einen gültigen Swing-Pivot. (Das Konzept eines gültigen Swing-Pivot wird in meinem Price Action Course erklärt. Im Grunde genommen, handelt es sich dabei um eine Form des wichtigsten Pivot des Marktes.)

Der obige 5-Minuten-Chart des ES (E-mini S&P 500 Index Future) zeigt ein fundiertes Swing-Tief. Achten Sie auf diese Kurszone, um herauszufinden, ob die Nachfrage vorherrscht.

Beobachten Sie, was an der poteniellen Unterstützung/Widerstand geschah (geschieht)

Anzeichen für starke Nachfrage

Wenn der Markt eine mögliche Unterstützung testet, halten Sie Ausschau nach:

  • Bullischen Kursmustern
  • Unfähigkeit des Marktes,  die Stops unter der Unterstützung abzuräumen
  • Erhöhtes Volumen
  • Stauzone (Congestion)

Anzeichen für starkes Angebot

Wenn der Markt einen möglichen Widerstand testet, halten Sie Ausschau nach:

  • Bärischen Kursmustern
  • Unfähigkeit des Marktes,  die Stops über dem Widerstand abzuräumen
  • Erhöhtes Volumen
  • Stauzone (Congestion)

Suchen Sie sowohl in der Vergangenheit als auch in der Price Action in Echtzeit nach diesen Price Action Signalen. Je mehr Anzeichen Sie entdecken, desto wahrscheinlicher handelt es sich um eine tatsächliche Unterstützung/Widerstand-Zone.

Hier mehr über Trading Indikatoren erfahren


Beispiel

Nun werden wir uns den gleichen 5-Minuten-Chart des ES genauer anschauen, um die Price Action nachzuvollziehen.

E-mini S&P 500 Index Future
1. Rücksetzer in die Unterstützungszone hatten höheres Volumen – mögliche Nachfrage. | 2 . Bullischer Marubozu; Bullischer Outside Bar (bullische Muster) | 3. Schwierigkeiten, Schlußkurse in der Stützungszone zu machen
  1. Das Volumen erhöhte sich, als der Markt in die Kurszone eintauchte. Das war ein Hinweis auf einen plötzlichen Anstieg der Nachfrage.
  2. Es entwickelten sich bullische Kursmuster, als der Markt die Unterstützungszone testete. (Marubozu und Outside-Bar)
  3. Es war offenkundig, dass der Markt Schwierigkeiten hatte, innerhalb oder unter der Unterstützungszone zu schließen.

Diese Anzeichen bestätigten, das die Nachfrage das Angebot in der besagten Kurszone wahrscheinlich übertreffen würde.

Begrenzen Sie Ihr Risiko

Sobald Sie einen möglichen Unterstützungs- bzw. Widerstandbereich gefunden haben, sollten Sie sich an das Wort „möglich“ erinnern. Es ist eine Tendenz und keine Garantie.

Daher sollten Sie Ihr Risiko begrenzen, wenn Sie Angebots- und Nachfragezonen handeln. Es gibt zwei Tradingansätze, um dies zu bewerkstelligen.

Methode 1: Bestätigung der Nachfrage

Lassen Sie sich von den Kursen den Weg weisen. Suchen Sie nach Kursmustern. Dann verwenden Sie Stoporders für den Einstieg, wenn der Markt Ihre Beurteilung bestätigt.

Sie werden spät einsteigen, aber Sie werden sich selbst vor schlechten Trades bewahren. Der hauptsächliche Nachteil dieser Strategie besteht darin, dass Sie zu einem ungünstigen Kurs einsteigen werden. Verwenden Sie deshalb dieses Strategie nur, wenn Sie mit beträchtlichem Gewinnpotential rechnen können. Sonst fällt das Chance-Risiko-Verhältnis zu gering aus.

Methode 2: Traden Sie aggressiv

Steigen Sie frühzeitig ein (ohne Bestätigung) mit einem engen Verluststopp (stop-loss) und einem konservativen Gewinnziel. Verwenden Sie in diesem Fall eine Limit-Order, die innerhalb der Unterstützung/Widerstand-Zone platziert wird.

Diese Strategie ist ideal, wenn Sie Ihrerseits folgende Voraussetzungen aufweisen:

  • Sie sind überzeugt in Bezug auf die Situation von Nachfrage und Angebot.
  • Aber es ist Ihnen unklar, wie weit sich die Kurse bewegen werden.

Beispiel

Die Unterstützungszone in unserem Beispiel des 5-Minuten-Charts des ES sah vertrauenswürdig aus. Deshalb waren wir zuversichtlich, dass die Nachfrage den Kursrückgang beenden würde.

Aber in Anbetracht dessen, dass die Kurse gefallen sind, waren Long-Positionen gegen den aktuellen Trend gerichtet. Somit war es nicht klug, weit gesteckte Gewinnziele festzulegen.

Unter diesen Bedingungen, ist der aggressive Tradingansatz passend.

E-mini S&P 500 Index Future 5-Minuten Chart
Zwei Gelegenheiten, um mit Limit-Orders zu kaufen

Ein einheitlicher Verluststopp und ein Gewinnziel von jeweils 2 Punkten wird für beide Trades funktionieren. Dies führt zu zwei schnellen Scalp-Trades mit hoher Erfolgswahrscheinlichkeit. (Verluststopp und Gewinnziel hängen von der Volatilität des Marktes ab.)

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Benutzen Sie Price Action, um zu verstehen, wie Nachfrage und Angebot zusammenspielen

Denken Sie daran, dass Sie die Stärke von Nachfrage und Angebot vorwegnehmen. Wir sind daher an deren Wechselwirkung interessiert.

  • Wird die Nachfrage das Angebot auf diesem Kurslevel besiegen?
  • Wird das Angebot die Nachfrage in diesem Kursbereich übertreffen?
  • Was sagen mir diese Kerze oder eine Reihe von Kursstäben über Nachfrage und Angebot?

Das sind Fragen, über die Sie nachdenken sollten, wenn Sie die obigen drei Schritte durchgehen.

Wie unser Beispiel zeigt, ist der Marktkontext von entscheidender Bedeutung. Dieser ist Ihnen dabei behilflich, Ihren Tradingansatz auf den Markt abzustimmen.

Richten Sie sich daher nicht auf eine stark vereinfachende Definition von Unterstützung und Widerstand aus. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Hinweise der Price Action, um die Kräfte von Nachfrage und Unterstützung zu entschlüsseln.

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlicht: How to identify demand and supply using price action

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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