Wie man als Price Action Trader in den Markt einsteigt

Stellen Sie sich vor, dass der Markt gerade einen zwei-Bar-Reversal (Umkehr) im Unterstützungsbereich entwickelt hat. Ihre Einschätzung des Marktes ist bullisch. Sie beschließen, in den Markt einzusteigen.

Sie klicken also auf Ihre Tradingplattform und steigen mit einer _________ in den Markt ein.

  1. Market Order
  2. Stop Order
  3. Limit Order
  4. Gibt es da einen Unterschied?

Es gibt zahlreiche Diskussionen über Trading mit Price Action Chartmustern (Bar- oder Candlestick-Chartmuster) und Unterstützung/Widerstand. Aber die meisten kehren den technischen Aspekt, wie man genau in den Markt einsteigt, unter den Teppich.

Gebräuchliche Orderarten

Die meisten Tradingplattformen bieten drei Orderarten an: Stop Order, Market Order und Limit Order.

Wir wollen mit der Unterscheidung zwischen Market Order und Limit Order beginnen:

Market Order

Eine Market Order wird sofort ausgeführt. Aber Sie wissen nicht, zu welchem Kurs exakt Ihre Order ausgeführt werden wird.

Deren Ausführung wird garantiert, aber der Kurs nicht.

Limit Order

Eine Limit Order muß mit einem Limitkurs  ausgeführt werden. Sie können eine Buy Limit Order nur unter dem Marktkurs platzieren. (Eine Limit Order über dem Marktkurs zu platzieren, verwandelt diese in eine Market Order.) Ebenso können Sie eine Sell Limit Order nur über dem Marktkurs platzieren.

Wenn Ihnen der Markt Einlass zum Limitpreis gewährt, wird Ihre Limit Order ausgeführt. Wenn der Markt Ihren Limitpreis nicht erreicht, wird Ihre Order nicht ausgeführt. Die Limit Order stellt von ihrer Bedeutung her das Gegenteil einer Market Order dar.

Obgleich Sie den Preis kennen, zu dem Ihre Order ausgeführt wird (wenn dies der Fall ist), haben Sie keine Gewähr, dass sie ausgeführt werden wird.

Stop Order

Wenn Sie erst einmal den Unterschied zwischen einer Market Order und einer Limit Order erfasst haben, werden Sie es einfach finden zu verstehen, was eine Stop Order ist. Eine Stop Order ist nämlich eine bedingte Market Order.

Eine Buy Stop Order wird an einem Kurslevel über dem Marktkurs platziert (Eine Sell Stop Order wird unter dem Marktkurs platziert.) Wenn der Markt dieses Kurslevel erreicht, wird die Stop Order zu einer Market Order und somit sofort ausgeführt.

Beachten Sie, dass eine Stop Order zur Market Order wird, wenn Sie ausgelöst wird. Das bedeutet, dass der Ausführungskurs nicht garantiert ist.

Einstiegstechniken für das Price Action Trading

Einfach ausgedrückt, heißt das: Stop Orders sind für das Trading von Ausbrüchen geeignet, während für Limit Orders das Gegenteil zutrifft.

Ausbruch-Trades – Stop Orders

Wenn Sie meinen, dass die Kurse nach einem Ausbruch die gleiche Richtung beibehalten werden, verwenden Sie Stop Orders.

E-Mini S&P 500 Future - 10 Minuten Chart

1. Bärischer Innenstab – Wir erwarten, dass der Kurs weiter fallen wird. | 2. Wir platzieren eine Sell Stop Order einen Tick unter dem Innenstab. | 3. Sell Stop Order wurde getriggert, als der Markt dieses Kursniveau erreichte.

Der obige Chart zeigt die Momentaufnahme (Snapshot) eines Bärenmarktes.

  1. Bärische Inside Bar (Innenstab). Wir erwarten, dass die Kurse weiter fallen, nachdem sie einen Ausbruch unter die Inside Bar vollzogen haben.
  2. Platziere eine Sell Stop Order einen Tick unter der bärischen Inside Bar.
  3. Die Sell Stop Order wurde ausgelöst, als der Markt das Tief des Innenstabes durchbrach.

In diesem Fall benutzten wir eine Sell Stop Order, um den Ausbruch aus einer Inside Bar zu traden. Wir können Stop Orders auch verwenden, um den Ausbruch aus irgendwelchen anderen Price Action Formationen zu traden. Dazu gehören Chartmuster, Swing-Pivots oder sonstige Unterstützungs-/Widerstandsbereiche.

Stop Orders bieten die Vorteile der Bestätigung und der effizienten Ausführung.

Stop Orders werden nur aufgrund von Ausbrüchen getriggert (aktiviert). Der Ausbruch dient der Bestätigung unserer Markteinschätzung. Daher steigen wir mit Stop Orders durch Bestätigung in den Markt ein. Wenn die Bestätigung (Ausbruch) nicht erfolgt, werden wir den Trade nicht eingehen.

Außerdem ist das die wirksamste Art, um Ausbrüche zu traden. Hätten wir den Ausbruch abgewartet, um erst dann mit einer Market Order händisch einzusteigen, würden wir wohl mit einer erheblichen Slippage rechnen müssen. Aber wenn wir eine Stop Order verwenden, verwandelt der Ausbruch diese Stop Order automatisch in eine Market Order, die unverzüglich ausgeführt wird. Obwohl wir vielleicht trotzdem mit Slippage zu rechnen haben, hat die Verwendung von Stop Orders dennoch entscheidende Vorteile gegenüber der manuellen Eingabe von Market Orders.

Wenn ich Chartmuster trade, bevorzuge ich den Einsatz von Stop Orders. Das liegt daran, dass Kursmuster Ausbruchsignale sind. Kursmuster sind Hinweise dafür, das die Kurse wahrscheinlich ausbrechen und in die entsprechende Richtung weiterlaufen werden. Bullische Muster weisen nach oben und bärische Muster nach unten.

(Es sei denn, ich erwarte, dass die Ausbrüche fehlschlagen und ich baue sogar darauf.)

Fade Trades – Limit Orders

Wenn Sie der Ansicht sind, dass der Markt nach einem Ausbruch seine Richtung ändert, verwenden Sie Limit Orders.

Es gibt zwei typische Szenarien: Vielleicht wollen Sie gegen die Ausbrüche aus einer Kursspanne handeln (fade). Oder Sie wollen eine Kursbewegung gegen den Trend handeln (fade).

Das folgende Beispiel zeigt das erste Szenario.

E-mini S&P 500 10 Minuten Chart

1. Die Kurse haben sich während der Session seitwärts bewegt. Wir gehen also davon aus, dass Ausbrüche fehlschlagen könnten. | 2. Wir platzieren eine Sell Limit Order einen Tick über dem Session Hoch. | 3. Ausreichendes Gewinnpotential

  1. In dieser Handelssitzung haben sich die Kurse nirgendwohin bewegt, so dass eine enge Handelsspanne entstand.
  2. Da wir erwarteten, dass Ausbrüche aus dieser engen Handelsspanne fehlschlagen werden, platzierten wir eine Sell Limit Order genau über dem Hoch der Handelssitzung. Als die Kurse nach oben schnellten, wurde unsere Limit Order ausgelöst.
  3. Da unsere Order genau über der Handelsspanne ausgeführt wurde, bot sich uns ein enormes Gewinnpotential.

Wenn man eine enge Schiebezone (Trading Range) tradet, sind Limit Orders ideal. Würde man keine Limit Orders nutzen, könnte das Gewinnpotential sehr reduziert werden.

Mit einer Limit Order in einen Markt einzusteigen, stellt eine fortgeschrittene Technik dar. Das ist darauf zurückzuführen, dass eine Limit Order im Grunde eine Wette gegen die letzte Marktbewegung darstellt. Auf einer Mikroebene bedeutet der Einsatz von Limit Orders, dass man Umkehr-Trading (reversal trading) macht. Und Umkehr-Trading ist immer heikel.

Wenn Sie aber in der Lage sind, Limit Orders klug einzusetzen, bieten diese einen großen Timing-Vorteil , wobei die Gefahr einer ungünstigen Kursbewegung eher gering ist. Mit einer gut platzierten Limit Order werden Sie während des Trades nicht mehr als ein paar Ticks an Buchverlusten erleiden.

Weitere Betrachtungen zu Price Action Einstiegen

Die allgemeine Regel lautet: Verwenden Sie Stop Orders für Ausbrüche und Limit Orders für erwartete Fehlausbrüche.

Aber das vorrangige und übergeordnete Prinzip lautet: Verwenden Sie das, was sich mit Ihrer Tradingstrategie vereinbaren läßt.

Wenn Ihre Tradingstrategie eine bestimmte Einstiegsmethode vorgibt, halten Sie sich daran, solange keine Gründe vorliegen, die für eine Optimierung sprechen.

Einstiegsmethoden können nie perfekt sein, und das gilt für alle anderen Teile einer Tradingstrategie. Suchen Sie also nicht nach der perfekten Einstiegsmethode. Versuchen Sie einfach deren Konsequenzen und Abwägungen zu verstehen.

Wenn Sie mehr über Price Action Trading erfahren möchten, schauen Sie sich meinem Tradingkurs an: Daytrading with Price Action

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Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: How to enter the market as a Price Action Trader

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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