„Sell in May and go away, but remember to come back in September.” Diesen Spruch kennt fast jeder, der schon einmal an der Börse investiert hat. Dahinter steckt eine ernstzunehmende Beobachtung: Manche Märkte laufen in bestimmten Monaten zuverlässiger als in anderen. Ob sich daraus ein handelbarer Vorteil bauen lässt, ist eine ganz andere Frage.
Genau an dieser Stelle setzt Seasonax an. Das Wiener Unternehmen wertet wiederkehrende Kalendermuster in Aktien, Rohstoffen, Devisen und Indizes aus und verpackt das Ergebnis in saisonale Charts und einen Screener. Nach eigener Angabe deckt die Plattform mehr als 25.000 Instrumente ab.
Ich handle selbst diskretionär nach Price Action und nutze Saisonalität nicht als Kernbaustein meiner Methodik. Genau deshalb schaue ich hier von außen auf das Werkzeug: Was liefert es tatsächlich, was kostet es, und an welchen Stellen wird die Statistik überstrapaziert? Für diesen Test habe ich die Preis- und Funktionsseiten von Seasonax im August 2026 geprüft, das Impressum abgeglichen und die öffentlichen Kundenstimmen durchgesehen.
Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Seasonax: das Wichtigste in
30 Sekunden
- Was es ist: Seasonax ist eine Analyseplattform für saisonale Muster an den Finanzmärkten, betrieben von der seasonax GmbH in Wien.
- Was es kostet: Zwei Tarife, Basic und Professional. Die Abrechnung läuft in Dollar, monatlich oder als Jahresabo.
- Kostenlos testen: 30 Tage voller Professional-Zugang, ohne Angabe von Zahlungsdaten. Eine dauerhaft kostenlose Vollversion gibt es nicht mehr.
- Stärke: Der Screener findet in Sekunden Kalendermuster, die man von Hand nie durchrechnen würde.
- Schwäche: Die ausgewiesene annualisierte Rendite klingt spektakulärer, als sie ist. Und die Oberfläche ist überwiegend englisch.
Was ist Seasonax?
Seasonax ist eine Analyseplattform, die aus historischen Kursdaten wiederkehrende saisonale Muster berechnet und sie als Chart, Statistik und Screener-Ergebnis darstellt.
Betrieben wird Seasonax von der seasonax GmbH in Wien. Gegründet wurde sie von Dimitri Speck, Tea Muratovic und Christoph Zenk. Speck gilt im deutschsprachigen Raum als einer der bekanntesten Saisonalitäts-Forscher, und der Rechenkern der Plattform geht auf seine Arbeit zurück. Geführt wird die Gesellschaft heute von Christoph Zenk.
Der Kern des Angebots ist ein Abonnement mit Zugriff auf saisonale Charts und einen Aktienscreener. Laut Anbieter deckt die Datenbank über 25.000 Instrumente ab, und die Historie reicht bei einzelnen Werten bis zu 100 Jahre zurück. Wie tief die Daten im Einzelfall tatsächlich reichen, hängt vom Instrument ab.
Seasonax ist zusätzlich als Zusatzanwendung im Bloomberg Terminal verfügbar. Auf der eigenen Website wird Bloomberg heute als einziger namhafter Terminal-Partner geführt. Ältere Berichte nennen daneben Thomson Reuters, doch dessen Finanzdatensparte ging über Refinitiv an die Londoner Börsengruppe und existiert unter diesem Namen nicht mehr.
Steckbrief: Seasonax auf einen Blick
| Anbieter | seasonax GmbH |
| Sitz | Lemböckgasse 47A/B1, 1230 Wien, Österreich |
| Firmenbuch | FN 411701 v, Handelsgericht Wien |
| Geschäftsführer | DI (FH) Christoph Zenk |
| Gegründet von | Dimitri Speck, Tea Muratovic, Christoph Zenk |
| Produkt | Saisonale Charts, Screener, Event Studies |
| Instrumente | über 25.000 (laut eigener Angabe) |
| Tarife | Basic, Professional |
| Kostenlos testen | 30 Tage Professional, ohne Zahlungsdaten |
| Sprache | überwiegend Englisch, Berichte auch auf Deutsch |
| Kontakt | +43 1 955 85 76, support@seasonax.com |
Wie funktioniert die saisonale Analyse?
Saisonalität bezeichnet ein Kursmuster, das sich Jahr für Jahr im gleichen Kalenderzeitraum wiederholt, weil ein wiederkehrender realer Auslöser dahintersteht.
Solche Auslöser sind keine Esoterik, sondern meist banal. Dazu zählen Bilanz- und Steuertermine, Zinszahlungen, Ausschüttungen zum Jahreswechsel oder das Kaufverhalten vor Feiertagen. Bei Rohstoffen kommen Ernte- und Heizperioden dazu. Wer tiefer einsteigen will, findet die Grundlagen in unserem Beitrag zu saisonal wiederkehrenden Mustern am Aktienmarkt.
Ein saisonaler Chart zeigt nicht den Preis, sondern den durchschnittlichen prozentualen Kursverlauf eines Instruments über mehrere Jahre, gemittelt auf den Kalender.
Die senkrechte Achse startet bei 100 Prozent, die waagerechte Achse läuft von Januar bis Dezember. Anders als bei klassischen Kurscharts liest Du dort also keine Kursniveaus ab, sondern die typische Wegstrecke über das Jahr. Das macht die Darstellung schnell erfassbar und gleichzeitig leicht misszuverstehen.

Ein trendbereinigter Chart rechnet den übergeordneten Auf- oder Abwärtstrend heraus, damit das reine Kalendermuster sichtbar bleibt.
Diese Funktion ist wichtiger, als sie klingt. Bei einem Wert, der über zwanzig Jahre stark gestiegen ist, sieht jeder Monat gut aus. Erst wenn der Trend herausgerechnet wird, erkennst Du, welche Phasen wirklich überdurchschnittlich liefen. Ohne diese Bereinigung verwechselt man leicht einen Aufwärtstrend mit einem saisonalen Muster.
Welche Funktionen bietet Seasonax?
Die Plattform besteht im Kern aus vier Bausteinen. Sie bauen aufeinander auf: Der Chart zeigt ein einzelnes Instrument, der Screener durchsucht ganze Märkte, die Filter grenzen ein, und die Event Studies lösen sich vom Kalender.
Saisonale Charts
Der Chart ist das Herzstück. Du wählst ein Instrument und einen Betrachtungszeitraum, etwa zehn oder zwanzig Jahre. Die Plattform markiert daraufhin die historisch stärksten Phasen und weist Kennzahlen dazu aus, darunter Trefferquote und Durchschnittsrendite.

An genau diesem Bild zeigt sich der wichtigste Fallstrick. Dort steht eine annualisierte Rendite von über 200 Prozent. Diese Zahl bedeutet nicht, dass sich das eingesetzte Kapital vervielfacht hätte.
Die annualisierte Rendite rechnet den Ertrag einer kurzen Handelsperiode auf ein volles Jahr hoch, als ließe sich derselbe Gewinn zwölf Monate lang wiederholen.
Bei einem Muster über 26 Tage wird der Gewinn also mit rund vierzehn multipliziert. Der real erzielbare Ertrag je Durchgang ist ein Bruchteil davon. Wer diese Kennzahl für bare Münze nimmt, überschätzt das Werkzeug massiv. Seasonax weist die absoluten Werte zwar ebenfalls aus, doch die große Zahl steht prominenter.
Der saisonale Screener
Der Screener dreht die Logik um. Statt ein einzelnes Instrument zu prüfen, durchsucht er ganze Indizes nach Werten, deren Muster ab einem gewählten Stichtag beginnt.
Ein saisonaler Screener filtert eine Liste von Instrumenten danach, welche von ihnen ab einem bestimmten Kalenderdatum historisch die stärksten und verlässlichsten Bewegungen zeigten.
Die Bedienung folgt drei Schritten:
- Markt wählen: Index, Rohstoffgruppe oder Währungskorb, je nach Tarif unterschiedlich groß.
- Parameter setzen: Startdatum und Länge des betrachteten Zeitfensters.
- Ergebnis sortieren: nach Trefferquote, Durchschnittsrendite oder Anzahl der Gewinnjahre.
Das ist der Teil, der echte Arbeit spart. Ein solcher Durchlauf über einen kompletten Index wäre von Hand kaum zu leisten. Für Swing-Trader ist das der interessanteste Zugang, weil sich Haltedauern von einigen Wochen gut mit den gefundenen Fenstern decken. Wie diese Handelsform grundsätzlich funktioniert, erklären wir im Beitrag zum Swing-Trading.
Filter und Event Studies
Über die Filter grenzt Du das Ergebnis weiter ein, etwa auf nur bullische oder nur bärische Jahrgänge. Daneben stehen die Event Studies, und die lösen sich vom reinen Kalender.
Eine Event Study untersucht, wie sich ein Kurs typischerweise rund um einen wiederkehrenden Termin verhält, etwa eine Zinsentscheidung, einen Verfallstag oder eine Wahl.
Im Angebot sind unter anderem FOMC-Sitzungen, EZB- und BoE-Entscheidungen, Verfallstage bei DAX und S&P 500 sowie Konjunkturberichte wie CPI und ifo-Index. Der Professional-Tarif schaltet nach Anbieterangabe rund 100 solcher Studien frei, der Basis-Tarif nur einen Teil.
Was kostet Seasonax?
Seasonax bietet zwei Tarife. Beide rechnen in US-Dollar ab, was für Kunden aus dem DACH-Raum ein kleines Währungsrisiko bedeutet. Der abgebuchte Eurobetrag schwankt mit dem Wechselkurs.
| Tarif | Monatlich | Jahresabo | Effektiv pro Monat |
|---|---|---|---|
| Basic | 49,95 Dollar | 499,95 Dollar | 41,66 Dollar |
| Professional | 100,00 Dollar | 960,00 Dollar | 80,00 Dollar |
Der Unterschied liegt vor allem in der Breite des Screeners. Basic deckt eine kleinere Auswahl an Märkten ab, Professional öffnet den kompletten Screener inklusive US- und Europa-Sektoren, Rohstoffen und Währungen. Dazu kommen beim größeren Tarif der Vergleich mehrerer Instrumente, bis zu drei eigene Portfolios und der Import eigener Kursdaten.
Diese Punkte sind in beiden Tarifen enthalten:
- Alle Instrumente im Chart, also der komplette Datenbestand.
- Historie von bis zu 100 Jahren, je nach Instrument.
- Trendbereinigung und detaillierte saisonale Auswertung.
- Intraday- und Intrawochen-Analyse für kurzfristig orientierte Trader.
- Alarme per E-Mail, wenn ein Muster startet.
Testphase und Kündigung
Neue Nutzer bekommen 30 Tage vollen Professional-Zugang, und zwar ohne Hinterlegung von Zahlungsdaten. Das ist ein fairer Einstieg, weil im Hintergrund kein Abo mitläuft, das man vergessen könnte.
Bei der Kündigung wird es strenger. Ein laufendes Abo endet zum Ende der bezahlten Periode. Für das Jahresabo nennt der Anbieter allerdings eine Frist von drei Monaten vor der Verlängerung. Wer das übersieht, zahlt ein weiteres Jahr. Diese Frist gehört in den Kalender, sobald das Abo startet.
Gibt es Seasonax kostenlos?
Die kurze Antwort lautet: dauerhaft nicht. Ältere Beschreibungen im Netz nennen eine Gratis-Version mit einer Handvoll Instrumente. Diese Stufe steht auf der heutigen Preisseite nicht mehr.
Kostenlos bleiben zwei Dinge. Erstens die 30-tägige Testphase, die den vollen Professional-Umfang freischaltet. Zweitens der Research-Bereich auf der Anbieterseite, wo alle zwei Wochen ein Saisonalitäts-Bericht erscheint. Die Berichte gibt es als PDF auch auf Deutsch, die kurzen Marktnachrichten dagegen nur auf Englisch.
Wer gar nichts zahlen will, wird bei den Alternativen im nächsten Abschnitt fündig. Die kosten allerdings Komfort, nicht Geld.
Seasonax Alternativen im Überblick
Seasonax ist nicht das einzige Werkzeug für saisonale Analysen, aber das mit Abstand umfangreichste im deutschsprachigen Umfeld. Die Alternativen teilen sich in zwei Gruppen: kostenlose Chart-Sammlungen und breitere Analyseplattformen, bei denen Saisonalität nur ein Baustein ist.
Kostenlose Alternativen
- SeasonalCharts.com: Über 100 fertige saisonale Charts zu Metallen, Energie, Agrarprodukten, Währungen, Zinsen und Indizes, frei zugänglich. Die Seite verweist selbst auf Seasonax als kostenpflichtige Erweiterung. Kein Screener, keine eigene Auswahl.
- Equity Clock: Kanadische Sammlung saisonaler Charts für Einzelaktien und Indizes, ebenfalls gratis. Datenbasis und Bedienkomfort liegen deutlich unter Seasonax.
- TradingView: Über die Community-Skripte lassen sich einfache Saisonalitäts-Auswertungen einblenden. Das ersetzt keinen Screener, reicht aber für einen ersten Blick. Weitere Optionen zeigen wir im Vergleich der TradingView Alternativen.
Der Unterschied zu Seasonax ist bei allen dreien derselbe: Du bekommst fertige Charts, aber keine Suchfunktion. Die Frage, welcher Wert nächste Woche ein Muster startet, beantwortet keines dieser Werkzeuge.
Kostenpflichtige Alternativen
- TrendSpider: Charting-Suite mit integrierter Saisonalitäts-Auswertung und automatischer Mustererkennung. Breiter aufgestellt, dafür in der Saisonalität weniger tief. Details im TrendSpider Test.
- Moore Research Center: Spezialist für saisonale Futures- und Spread-Muster, in den USA seit Jahrzehnten etabliert. Sehr datenlastig, sehr wenig Komfort.
Wenn Du ohnehin eine Komplettlösung suchst und Saisonalität nur ein Kriterium unter mehreren ist, lohnt der Blick in unseren Überblick zur Trading Software.
Erfahrungen mit Seasonax: was Nutzer berichten
Die öffentliche Datenlage ist dünn. Auf Trustpilot kommt Seasonax auf eine Bewertung von 4,2 von 5 Punkten, allerdings auf Basis von nur 11 Bewertungen. Davon stammt eine einzige aus den vergangenen zwölf Monaten. Trustpilot selbst weist darauf hin, dass das Unternehmen zuletzt nicht aktiv zu Bewertungen eingeladen hat und die Stimmen deshalb möglicherweise nicht repräsentativ sind.
Die Verteilung fällt entsprechend zweigeteilt aus: 64 Prozent vergeben fünf Sterne, 18 Prozent vier Sterne, und 18 Prozent nur einen. Mittlere Noten fehlen komplett. Bei elf Stimmen stehen 18 Prozent für zwei Personen, weshalb ich daraus keine Quote ableiten würde.
Ein Nutzer schreibt im Oktober 2024, er nutze das Professional-Paket für 100 Dollar im Monat und habe damit eine Systematik für sein Swing-Trading gefunden. Ein anderer Kunde berichtet im April 2024, er setze Seasonax als eines von mehreren Werkzeugen ein und habe daraus eine Zusatzstrategie entwickelt.
Die kritische Gegenstimme betrifft die Abwicklung, nicht das Produkt. Ein Kunde schildert, ihm sei trotz bestätigter Kündigung ein hoher Betrag abgebucht worden. Das Geld sei später erstattet worden, ihm sei dabei aber ein Währungsverlust entstanden. Der Anbieter hat auf die Bewertung öffentlich geantwortet. Ich kann den Vorgang nicht nachprüfen und gebe ihn deshalb als Einzelstimme wieder, nicht als Muster.
Daneben führt Seasonax auf der eigenen Seite Referenzen bekannter Marktteilnehmer, darunter der Trader Larry Williams. Solche Zitate hat der Anbieter selbst ausgewählt und sind entsprechend zu gewichten.
Vorteile und Nachteile von Seasonax
Nach dem Durchgang durch Funktionen, Preise und Kundenstimmen ergibt sich ein klares Bild. Die Stärken liegen in der Datentiefe, die Schwächen in der Darstellung und in den Rahmenbedingungen.
Dafür spricht:
- Datentiefe: Historie von bis zu 100 Jahren über mehr als 25.000 Instrumente, laut Anbieter.
- Screener: Findet in Sekunden Muster, für die man von Hand Tage bräuchte.
- Trendbereinigung: Trennt echtes Kalendermuster von reinem Aufwärtstrend.
- Event Studies: Erweitern die Analyse über den Kalender hinaus auf Termine wie Zinsentscheide.
- Testphase: 30 Tage voller Zugang ohne Zahlungsdaten, also ohne Abo-Falle.
Dagegen spricht:
- Annualisierte Renditen: Die prominenteste Kennzahl im Chart ist die am leichtesten misszuverstehende.
- Kosten: Ab rund 500 Dollar im Jahr, für ein einzelnes Analysewerkzeug spürbar.
- Kündigungsfrist: Beim Jahresabo drei Monate vor Verlängerung.
- Währungsrisiko: Abrechnung in Dollar, der Eurobetrag schwankt.
- Sprache: Oberfläche und News überwiegend englisch, nur die Berichte auch auf Deutsch.
- Dünne Bewertungsbasis: Elf öffentliche Bewertungen erlauben kein belastbares Urteil.
Fazit: gutes Werkzeug, gefährliche Kennzahl
Seasonax macht das, was es verspricht: Es rechnet saisonale Muster sauber durch und macht sie in Sekunden sichtbar. Der Screener ist der eigentliche Wert des Abos, weil er eine Arbeit erledigt, die von Hand niemand leistet. Wer im Swing-Trading oder bei Rohstoffen unterwegs ist, bekommt damit einen zusätzlichen Filter.
Meine Zurückhaltung betrifft nicht die Software, sondern ihre Lesart. Eine Trefferquote von 90 Prozent über zwanzig Jahre bedeutet 18 Gewinnjahre und 2 Verlustjahre. Das ist eine kleine Stichprobe, und die Zukunft kennt die Statistik nicht.
Data-Mining-Bias beschreibt den Effekt, dass bei einer ausreichend großen Zahl von Instrumenten und Zeitfenstern immer Muster auftauchen, die rein zufällig entstanden sind.
Bei 25.000 Instrumenten und beliebig verschiebbaren Fenstern findet man immer etwas. Ein saisonales Fenster ist deshalb ein Argument, aber kein Einstiegssignal. Es ersetzt weder eine Einordnung des aktuellen Kursverlaufs noch ein sauberes Risikomanagement.
Mein Vorgehen wäre pragmatisch: die 30 Tage ausnutzen, den Screener gegen die eigenen Märkte laufen lassen und prüfen, ob die gefundenen Fenster zur eigenen Handelsweise passen. Wenn ja, ist das Basis-Abo der vernünftige Einstieg. Wenn nur gelegentlich ein Blick auf ein Muster nötig ist, reichen die kostenlosen Chart-Sammlungen. Für eine erste Orientierung, wie sich Saisonalität überhaupt anfühlt, ist unser Beitrag zur Saisonalität des Goldpreises ein guter Einstieg.
Häufige Fragen zu Seasonax
Was kostet Seasonax?
Seasonax bietet zwei Tarife. Basic kostet 49,95 Dollar im Monat oder 499,95 Dollar im Jahr, Professional 100 Dollar im Monat oder 960 Dollar im Jahr. Die Abrechnung läuft in Dollar, der Eurobetrag hängt also vom Wechselkurs ab. Stand der Angaben ist der 1. August 2026.
Gibt es Seasonax kostenlos?
Eine dauerhaft kostenlose Vollversion gibt es nicht. Neue Nutzer bekommen aber 30 Tage vollen Professional-Zugang, ohne Zahlungsdaten zu hinterlegen. Dauerhaft frei zugänglich bleibt der Research-Bereich mit einem Saisonalitäts-Bericht alle zwei Wochen.
Was ist die beste kostenlose Seasonax Alternative?
Für fertige Charts ist SeasonalCharts.com die naheliegendste Wahl, mit über 100 kostenlosen saisonalen Charts zu Rohstoffen, Währungen und Indizes. Equity Clock deckt zusätzlich Einzelaktien ab. Beiden fehlt allerdings der Screener, also die Suche nach Mustern über einen ganzen Markt.
Wie zuverlässig sind saisonale Muster?
Ein saisonales Muster ist ein statistischer Durchschnitt, keine Prognose. Eine Trefferquote von 90 Prozent über 20 Jahre bedeutet 18 Gewinnjahre und 2 Verlustjahre, also eine kleine Stichprobe. Saisonalität eignet sich als zusätzlicher Filter, nicht als alleiniges Einstiegssignal.
Was bedeutet die annualisierte Rendite bei Seasonax?
Die annualisierte Rendite rechnet den Gewinn einer kurzen Handelsperiode auf ein volles Jahr hoch. Bei einem Muster über wenige Wochen entstehen so dreistellige Prozentwerte, die real nicht erzielbar sind. Für die Einschätzung ist die absolute Rendite je Durchgang die aussagekräftigere Zahl.
Eignet sich Seasonax auch für Daytrading?
Bedingt. Seasonax bietet eine Intraday- und Intrawochen-Analyse, die typische Tageszeiten und Wochentage auswertet. Der Schwerpunkt liegt aber auf Zeitfenstern von Wochen bis Monaten, weshalb das Werkzeug eher zum Swing-Trading passt.
Wie kündige ich mein Seasonax Abo?
Ein Abo läuft bis zum Ende der bezahlten Periode. Beim Jahresabo nennt der Anbieter eine Frist von drei Monaten vor der Verlängerung. Diese Frist sollte man sich direkt beim Abschluss notieren, sonst verlängert sich das Abo um ein weiteres Jahr.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1978. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.
Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen 10 Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Analysewerkzeuge beurteilt Karsten aus der Perspektive des Praktikers: Was liefert das Tool an belastbarer Information, und was bleibt davon übrig, wenn man die Kennzahlen richtig liest? Seasonax nutzt er nicht als Bestandteil der eigenen Methodik, sondern bewertet es als externes Werkzeug.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.














