TradingBrothers: Handelssysteme, Kosten und Erfahrungen im Test

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2026

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18 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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TradingBrothers verkauft Handelssignale aus echten Depots, und der Einstieg kostet je nach Paket und Laufzeit zwischen 117 Euro und 3.299 Euro. Hinter der Marke stehen die Brüder Falk und Arne Elsner aus Bad Vilbel. Sie zeigen ihre Trades im Echtgeldkonto mit, statt nur Empfehlungen zu verschicken.

Für diesen Bericht habe ich die Produkt- und Preisseiten, die AGB, das Impressum und den Haftungsausschluss an der Quelle geprüft. Er nennt die vollständigen Preise samt Laufzeit, das Mindestkapital, das jedes System voraussetzt, und die Bewertungen aus drei unabhängigen Portalen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

TradingBrothers: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Anbieter: Elsner Research GmbH aus Bad Vilbel, Geschäftsführer Falk Elsner, im Handelsregister seit dem Projektstart 2012.
  • Angebot: Handelssignale aus echten Depots, wöchentliche Intermarket-Analysen, Webinare und Präsenzseminare.
  • Kosten: von 117 Euro für drei Monate Analysen bis 3.299 Euro für 36 Monate Komplettpaket. Das meistgebuchte Paket TB-Service startet bei 699 Euro für sechs Monate.
  • Mindestkapital: Die Systeme setzen zwischen 5.000 und 20.000 Euro Depotvolumen voraus, zusätzlich zum Abopreis.
  • Laufzeit: drei bis 36 Monate. Danach läuft das Abo unbefristet weiter, Kündigungsfrist vier Wochen zum Ende des Bezugszeitraums.
  • Bewertungen: ProvenExpert 4,91 von 5 aus 265 Stimmen, lettertest 4,8 aus 160, Trustpilot dagegen 3,7 aus nur 15 Stimmen.
  • Aufsicht: Die Gesellschaft steht auf der BaFin-Liste der Analyse-Ersteller. Eine Qualitätsprüfung ist damit ausdrücklich nicht verbunden.
  • Test: 14 Tage kostenlos mit Name und E-Mail-Adresse, drei Wochen bei Angabe der Telefonnummer.

Wer sind die TradingBrothers?

TradingBrothers ist ein Börsendienst der Elsner Research GmbH aus Bad Vilbel, der Handelssignale aus eigenen Echtgelddepots verkauft.

Hinter dem Namen stehen zwei Brüder. Falk Elsner ist seit 1998 an der Börse aktiv, führt die Referenzdepots und ist Geschäftsführer der Gesellschaft. Arne Elsner, der jüngere der beiden, arbeitet hauptberuflich als Administrator und handelt systematisch nebenher. Die Homepage tradingbrothers.com ging 2012 online.

Der Unterschied zu einem gewöhnlichen Signaldienst liegt im Referenzdepot. Die Brüder verschicken nicht nur Kauf- und Verkaufsempfehlungen, sondern führen eigene Konten mit echtem Geld, deren Stände die Kunden mitverfolgen können. Für die Startgröße nennen sie 20.000 bis 30.000 Euro je Referenzdepot.

TradingBrothers: Falk Elsner und Arne Elsner
Falk Elsner (links) und Arne Elsner führen die TradingBrothers

Das Team ist größer, als die Außendarstellung vermuten lässt. Auf der Über-uns-Seite stehen im September 2026 acht Namen: Falk, Dirk, Eric, Doreen, Norbert, Sebastian, Christian und Arne. Dr. Norbert Müller ist Handelssystem-Profi und arbeitet mit Trendfolge, Saisonalität und der relativen Stärke nach Levy.

TradingBrothers: Adresse und Kontakt

Im Impressum steht ein Postfach, in den AGB eine Straßenanschrift. Das Impressum nennt Postfach 1427, 61104 Bad Vilbel, die Widerrufsbelehrung dagegen Rathausstraße 3, 61118 Bad Vilbel. Wer widerrufen will, nutzt die Anschrift aus der Belehrung, nicht das Postfach.

  • Gesellschaft: Elsner Research GmbH, Projekt „TradingBrothers“ beziehungsweise „Börse im Team“
  • Register: Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 95669, Umsatzsteuer-ID DE287524542
  • Geschäftsführer: Falk Elsner
  • Kontakt: service@tradingbrothers.com, Telefon +49 157 54065454

Die Telefonnummer ist eine Mobilnummer, kein Festnetzanschluss mit Ortsvorwahl. Bei einem Unternehmen dieser Größe ist das üblich, es sagt aber etwas über die Erreichbarkeit: Es gibt keine Support-Hotline mit festen Zeiten, der Kontakt läuft über E-Mail und Webinare. Wie sich ein solches Angebot von persönlicher Betreuung unterscheidet, zeigt unser Beitrag zum Trading Coaching.

Was kostet TradingBrothers?

Der Anbieter rechnet nicht monatlich ab, sondern in Paketen mit fester Laufzeit. Auf den Produktseiten steht zwar ein Monatspreis, fällig wird aber der Gesamtbetrag für die gewählte Laufzeit. Aus „ab 24,75 Euro pro Monat“ werden so 297 Euro auf einen Schlag.

Je länger die Bindung, desto niedriger der Monatspreis. Beim Komplettpaket TB-Service sinkt er von 116,50 Euro bei sechs Monaten auf 91,64 Euro bei 36 Monaten. Der Gesamtbetrag steigt dabei von 699 auf 3.299 Euro. Alle Preise sind am 8. September 2026 auf den Produktseiten des Anbieters erhoben. Die Kürzel der Tabelle erklärt der Abschnitt zu den Handelssystemen.

TradingBrothers Preise 2026: Intermarket-Analysen ab 117 Euro, WWA ab 389 Euro, MST-Hebel ab 519 Euro
Die Einzelabos mit ihren Einstiegspreisen, Stand 8. September 2026. Zum Vergrößern antippen.
ProduktLaufzeitPreis
IVD-Starterohne Bindung0 €
Intermarket3/6/12 Mon.117 / 217 / 297 €
Pyramidion3 Mon.ab 247 €
IVD12/36 Mon.349 / 799 €
WWA6/12/36 Mon.389 / 739 / 1.999 €
MST-Hebel6/12/36 Mon.519 / 999 / 2.859 €
TB-Service6/12/36 Mon.699 / 1.249 / 3.299 €
OSD12 Mon.ab 1.299 €
TB-Seminar2 Tageab 1.299 €

Der Screenshot oben zeigt nur die halbe Rechnung. Jedes Handelssystem setzt zusätzlich ein Mindestdepot voraus, weil die Signale sonst nicht sinnvoll umsetzbar sind. Der Anbieter nennt diese Schwellen offen auf den Produktseiten, und sie liegen deutlich höher als der Abopreis.

  • IVD-Starter: 5.000 Euro, davon 1.000 Euro je Einzelposition
  • OptionsSchein-Depot: 5.500 Euro, davon 500 Euro je Trade
  • World Wide Aktien: 10.000 Euro
  • MST-Hebel: 10.000 Euro, sinnvoll ab 20.000 Euro
  • InVestitions-Depot: rund 11.000 Euro

Wer den TB-Service für ein Jahr bucht und das empfohlene Depot mitbringt, bindet also rund 21.000 Euro: 1.249 Euro Abogebühr plus etwa 20.000 Euro Handelskapital. Das ist keine versteckte Gebühr, sondern eine Einstiegshürde, die vor der Buchung feststehen sollte. Wie sich laufende Handelskosten daneben summieren, rechnet unser Beitrag zu den Tradingkosten durch.

Der TB-Shop: Einzelkäufe ohne Abo

Neben den Abos stehen acht Produkte zum Festpreis im Shop. Die Spanne reicht von 47 Euro für den Anwendungskurs zu Knock-out-Zertifikaten bis 997 Euro für das Spezial-Strategie-Paket. Vier saisonale Strategiepakete kosten je 897 Euro, der Anwendungskurs zur Intermarket-Analyse 797 Euro und der 16-Wochenrhythmus 297 Euro.

Fünf der acht Produkte tragen die Jahreszahl 2025 im Namen, darunter alle vier Saisonpakete. Der Shop ist damit seit über einem Jahr nicht durchgesehen worden, während Preisseiten und Seminartermine gepflegt sind. Wer hier kauft, fragt vor der Bestellung besser nach, ob die Inhalte noch dem aktuellen Stand entsprechen.

Laufzeit, Verlängerung und Widerruf

Nach der Mindestlaufzeit endet der Vertrag nicht automatisch. In den AGB steht wörtlich, das Abonnement verlängere sich danach auf unbestimmte Zeit. Gekündigt wird mit einer Frist von vier Wochen zum Ende des jeweiligen Bezugszeitraums. Nur ausdrücklich befristete Angebote laufen von selbst aus.

Das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen gilt, kann aber vorzeitig erlöschen. Die AGB weisen darauf hin, dass der Nutzer sein Widerrufsrecht verliert, sobald er der sofortigen Ausführung zustimmt und dies bestätigt. Bei einem Dienst, der Signale unmittelbar nach der Buchung verschickt, ist das der Regelfall.

TradingBrothers: Die Handelssysteme im Vergleich

Der Anbieter führt sechs kostenpflichtige Systeme und ein kostenloses. Sie unterscheiden sich nicht nur im Preis, sondern vor allem im Risiko und im nötigen Kapital. Die Signale kommen per E-Mail, dazu gibt es den Mitgliederbereich und regelmäßige Webinare.

Ein Hinweis zum Namen: Das früher als WWA-Hebel geführte System heißt inzwischen MST-Hebel, kurz für Momentum-Strategie-Trading mit Hebel. Inhalt und Preis sind gleich geblieben, nur die Bezeichnung hat gewechselt.

IVD-Starter: der kostenlose Einstieg

Seit dem letzten Produktumbau gibt es eine Gratisstufe. Der IVD-Starter kostet null Euro und richtet sich an Anleger, die das Konzept kennenlernen wollen. Der Anbieter empfiehlt dafür ein Depot von 5.000 Euro mit 1.000 Euro je Einzelposition.

Intermarket-Analysen: das Einsteigerpaket

Dieses Paket enthält keine Handelssignale, sondern die Marktsicht. Kunden bekommen wöchentlich die Intermarket- und Statistikanalysen als PDF und Video, dazu Ranglisten der relativen Stärke für Aktien und Branchen sowie den Stand der beiden hauseigenen Crash-Indikatoren.

WWA: World Wide Aktien

Das WWA ist das langfristige Aktiensystem des Hauses. Die Auswahl läuft über fundamentale Kriterien in Verbindung mit der relativen Stärke nach Robert Levy. Der Anbieter nennt für die vergangenen Jahre eine durchschnittliche Rendite von über 25 Prozent pro Jahr. Diese Angabe stammt vom Anbieter und ist von außen nicht überprüfbar.

MST-Hebel: dieselben Signale mit Derivaten

Der MST-Hebel setzt die Aktiensignale in gehebelte Papiere um. Gehandelt wird mit Optionsscheinen, Knock-out-Zertifikaten und Faktorzertifikaten. Das erhöht Chance und Risiko in gleichem Maß, weshalb der Anbieter selbst von einem spekulativen System spricht und ein Depot ab 20.000 Euro empfiehlt.

IVD: das defensive Investitionsdepot

Beim InVestitions-Depot steht das Risiko im Vordergrund, nicht die Rendite. Konservative Aktien und breite Streuung sollen den Zinseszinseffekt nutzen. Anders als der Bestand dieses Artikels früher schrieb, ist das IVD frei buchbar und nicht mehr auf TB-Service-Kunden beschränkt.

OSD: das Optionsschein-Projekt

Das OptionsSchein-Depot ist ein befristetes Projekt und läuft zweimal im Jahr. Aus einer weltweiten Vorauswahl bleiben elf Titel übrig, auf die mit Hebelprodukten spekuliert wird. Der nächste Durchgang ist für Oktober 2026 angekündigt. Nötig sind 5.500 Euro, also 500 Euro je Trade.

TB-Service: das Komplettpaket

Nach Angaben des Anbieters buchen rund 95 Prozent der Kunden dieses Paket. Es bündelt die Signale von WWA und MST-Hebel, die Zusatztrades, die Intermarket-Analysen, die Ranglisten, beide Crash-Indikatoren, Coaching-Videos und Live-Trading-Events. Kunden erhalten außerdem Rabatte auf die Einzelprojekte.

Kostenlos testen: 14 Tage Probezugang

Der Probeaccount kostet nichts und verlangt nur Name und E-Mail-Adresse. Er läuft 14 Tage und liefert die Signale der Handelssysteme sowie die nächste Intermarket-Analyse. Wer zusätzlich die Telefonnummer angibt, bekommt eine Woche mehr. Das ist der übliche Tausch: längerer Test gegen die Möglichkeit eines Verkaufsanrufs.

Seminare und Webinare

Das nächste Präsenzseminar findet am 26. und 27. September 2026 statt und kostet ab 1.299 Euro. Daneben laufen regelmäßig kostenlose Webinare von 60 bis 120 Minuten. Wo der Unterschied zwischen Webinar, Seminar und Videokurs liegt, erklärt unser Beitrag zu Trading Webinaren.

FinMent Börsenwebinar

Ist TradingBrothers seriös?

Die Elsner Research GmbH steht auf der BaFin-Liste der Analyse-Ersteller. In der Aufstellung der institutsunabhängigen Ersteller von Anlagestrategie- und Anlageempfehlungen mit Stand 28. Juli 2026 steht sie unter Nummer 78. Der Anbieter hat seine Tätigkeit nach § 86 Absatz 1 Wertpapierhandelsgesetz also ordnungsgemäß angezeigt.

Diese Anzeige ist kein Gütesiegel, und die Aufsicht sagt das selbst. Auf ihrer Seite zur Liste schreibt die BaFin: „Die Eintragung in die Liste lässt keine Rückschlüsse auf die Qualität der veröffentlichten Analysen zu.“ Eine regelmäßige Prüfung sei anders als bei Banken gesetzlich nicht vorgesehen.

Ein Börsendienst mit BaFin-Anzeige ist registriert, aber nicht beaufsichtigt. Die Behörde kontrolliert weder die Signale noch die veröffentlichten Renditen.

Was der Anbieter selbst über seine Signale schreibt

Der Haftungsausschluss fällt deutlich vorsichtiger aus als die Werbung. Dort heißt es, die Elsner Research GmbH übernehme „keinerlei Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit“. Die Inhalte stellten keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf dar und gäben die persönliche Einschätzung der Autoren wieder.

Zur Wertentwicklung steht dort derselbe Satz wie in jedem Fondsprospekt: Die vergangene Wertentwicklung sei kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse, und der Handel könne bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen. Wer die Zahlen der Referenzdepots liest, sollte diesen Satz danebenlegen.

Diese Fassung des Artikels korrigiert an dieser Stelle den eigenen Bestand. Bis September 2026 stand hier von „profitablem Börsenhandel“, von „bewährten Strategien für dauerhafte Profitabilität“ und von „nachweislich erfolgreichem Trading“. Das waren Formulierungen aus dem Marketing des Anbieters, die wir übernommen hatten. Sie gehen weiter, als der Anbieter in seinen eigenen Rechtstexten geht, und sie sind ersatzlos gestrichen.

Was auffällt und was nicht

Drei Punkte sind für eine Kaufentscheidung relevant. Erstens nennt das Impressum nur ein Postfach, während die ladungsfähige Anschrift ausschließlich in der Widerrufsbelehrung auftaucht. Zweitens verlängert sich jedes Abo nach der Mindestlaufzeit unbefristet. Drittens sind die veröffentlichten Renditen Eigenangaben ohne testierte Rechnung.

Dem stehen Punkte gegenüber, die für den Anbieter sprechen. Die Gesellschaft ist seit 2012 aktiv und im Handelsregister eingetragen, die Preise stehen vollständig und ohne Beratungsgespräch auf der Website, es gibt einen kostenlosen Testzugang und eine kostenlose Produktstufe. Nichts davon ist selbstverständlich in einer Branche, in der Preise oft erst im Verkaufstelefonat fallen.

TradingBrothers Erfahrungen und Bewertungen

Drei Portale bewerten den Anbieter, und sie kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Das liegt weniger an der Qualität als an der Zahl der Stimmen und daran, wie die Bewertungen zustande kommen. Alle Werte sind am 8. September 2026 erhoben.

PortalNoteStimmen
ProvenExpert4,91 von 5265
lettertest.de4,8 von 5160
Trustpilot3,7 von 515

Der niedrige Trustpilot-Wert ist erklärungsbedürftig, weil die Verteilung anders aussieht. Dort vergeben 80 Prozent der Bewerter fünf Sterne, 13 Prozent zwei und 7 Prozent einen. Rechnerisch käme man auf rund 4,4. Trustpilot gewichtet seinen TrustScore aber nach Alter und Zustandekommen der Bewertungen, weshalb dort 3,7 steht.

Trustpilot weist zusätzlich selbst auf eine Einschränkung hin. Auf dem Profil steht der Hinweis, das Unternehmen habe Kunden zuletzt nicht zur Bewertungsabgabe eingeladen, weshalb die Bewertungen möglicherweise nicht repräsentativ seien. In den vergangenen zwölf Monaten kamen dort zwei Bewertungen dazu.

Die einzige ausführliche Kritik stammt vom Juni 2026 und ist lesenswert. Ein Kunde, der den TB-Service ein Jahr lang abonniert hatte, beschreibt das System als „viel zu starr“: Es steige zu spät in bereits gelaufene Aktien ein und zu früh aus bestehenden Positionen aus. Beim IVD-Starter habe er nach einem Jahr deutliche Verluste gehabt, obwohl er die Empfehlungen unverändert übernommen habe.

Das ist eine Einzelstimme und kein Beleg für die Systemqualität, aber sie beschreibt ein bekanntes Muster: Trendfolgesysteme steigen spät ein und laufen in Seitwärtsphasen leer. Wer die Signale eins zu eins übernimmt, trägt genau dieses Verhalten mit. Ein eigener Trading-Plan gehört auch dann dazu, wenn die Signale von außen kommen.

Die positiven Stimmen loben durchgängig dieselben drei Dinge: die Transparenz der offenen Depots, die Erreichbarkeit bei Rückfragen und die Bandbreite der Produkte. Mehrere Bewerter schreiben, sie seien seit Jahren dabei. Auf lettertest, einem Vergleichsportal für Börsendienste, liegt der Anbieter mit 4,8 aus 160 Stimmen weit oben.

Eine Einordnung zu allen drei Zahlen: Bewertungsportale messen die Zufriedenheit mit dem Service, nicht den Handelserfolg. Ein Kunde kann mit Betreuung und Analysen sehr zufrieden sein und trotzdem Geld verloren haben. Genau das beschreibt die kritische Stimme oben.

Das TradingBrothers wikifolio ist geschlossen

Auf wikifolio führt Falk Elsner ein Portfolio, und es ist seit einiger Zeit stillgelegt. Das „TradingBrothers Handelssystem RD“ mit dem Symbol WF9TBRENTE besteht seit dem 2. November 2016. Auf der Seite steht wörtlich: „Dieses wikifolio wurde von seinem Trader geschlossen.“

Das Portfolio besteht heute zu 100 Prozent aus Cash, es ist kein Kapital investiert, und es wird kein laufender Indexstand mehr ausgewiesen. Ein handelbares Zertifikat ist daraus nicht ableitbar. Der Bestand dieses Artikels beschrieb es bis September 2026 als gelistetes Indexzertifikat, das ist überholt.

TradingBrothers wikifolio Handelssystem RD mit dem Stand von 2021
Derselbe wikifolio-Eintrag im Februar 2021: plus 22,5 Prozent seit 2016 und 4,9 Prozent pro Jahr. Heute sind es 23,9 Prozent, das Portfolio ist geschlossen.

Der Wert des Eintrags liegt heute im Rückblick, und die Abbildung darunter zeigt warum. Seit dem Start stehen dort plus 23,9 Prozent, verteilt auf knapp zehn Jahre. Das entspricht rund 2,2 Prozent pro Jahr und liegt deutlich unter den 25 Prozent, die der Anbieter für sein WWA-System nennt.

Der Vergleich hinkt allerdings, und das gehört dazu. Bei wikifolio handelte es sich um ein Medien-wikifolio mit einer eigenen, defensiven Handelsidee, die bis zu 100 Prozent in Cash gehen durfte. Es ist nicht dasselbe System, das im TB-Service verkauft wird. Es ist aber der einzige öffentlich nachprüfbare Trackrecord des Anbieters, und deshalb steht er hier. Wie die Plattform funktioniert, erklärt unser Beitrag zu wikifolio.

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Kostenlose Angebote zur Schulung und Weiterbildung

Ein Teil des Angebots ist ohne Buchung zugänglich. Das ist bei Börsendiensten üblich und dient der Kundengewinnung, macht die Inhalte aber nicht wertlos. Für Einsteiger lohnt sich vor allem der Know-how-Bereich.

Know-how-Bereich und Blog

Unter „KnowHow“ stehen kurze Erklärtexte zu Börsengrundlagen, von den ersten Schritten über die Marktbereiche bis zu häufigen Fehlerquellen. Der Abschnitt „Fortgeschrittene“ mit Tradingplan, Techniken und Strategien ist dagegen Kunden vorbehalten und erfordert einen Login. Im TB-Blog erscheinen unregelmäßig Beiträge zu aktuellen Marktthemen.

YouTube-Kanal und Newsletter

Der YouTube-Kanal ist der größte kostenlose Kanal des Anbieters. Er zählt im September 2026 5.430 Abonnenten bei 758 Videos. Der Newsletter liefert Strategie-Updates und Wochenanalysen; einmal im Monat verlost der Anbieter unter den Empfängern zwei kostenlose Monate TB-Service.

Der Wirtschaftskalender

Auf der Website liegt ein Terminkalender mit Konjunkturdaten. Er verweist auf einen Dividendenkalender und auf den internationalen Handelskalender von Xetra. Einen eigenständigen Mehrwert gegenüber den großen Portalen hat er nicht, dafür ist er direkt neben den Analysen erreichbar. Vergleichbare Werkzeuge sammelt unser Wirtschaftskalender.

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Vorteile und Nachteile von TradingBrothers

Die folgende Gegenüberstellung fasst zusammen, was in diesem Bericht belegt wurde. Sie bewertet nicht den Handelserfolg, den niemand von außen prüfen kann, sondern Transparenz, Preisgestaltung und Vertragsbedingungen.

Vorteile von TradingBrothers

  • Offene Preise: Alle Beträge stehen mit Laufzeit auf der Website, ohne vorheriges Beratungsgespräch.
  • Kostenloser Einstieg: Der IVD-Starter kostet nichts, dazu gibt es 14 Tage Probezugang ohne Zahlungsdaten.
  • Echtgelddepots: Die Referenzkonten laufen mit echtem Kapital, nicht als Musterdepot.
  • Eingetragene Gesellschaft: Elsner Research GmbH, seit 2012 aktiv, HRB 95669 beim Amtsgericht Frankfurt am Main.
  • BaFin-Anzeige: Die Gesellschaft steht auf der Liste der Analyse-Ersteller nach § 86 WpHG.
  • Breite Auswahl: Vom Gratiskonzept bis zum Komplettpaket sind sieben Systeme einzeln buchbar.

Nachteile von TradingBrothers

  • Hohe Einstiegshürde: Zum Abopreis kommt ein Mindestdepot von 5.000 bis 20.000 Euro.
  • Lange Bindung: Sechs bis 36 Monate Mindestlaufzeit, danach unbefristete Verlängerung mit vier Wochen Kündigungsfrist.
  • Unbelegte Renditen: Die genannten 25 Prozent pro Jahr sind eine Eigenangabe ohne testierte Rechnung.
  • Nur ein Postfach: Das Impressum nennt keine Straßenanschrift, die steht allein in der Widerrufsbelehrung.
  • Kein externer Trackrecord: Das einzige öffentliche wikifolio ist geschlossen und steht bei rund 2,2 Prozent pro Jahr.
  • Dünne Trustpilot-Basis: Nur 15 Bewertungen, davon zwei aus den letzten zwölf Monaten.

Fazit: für wen sich TradingBrothers lohnt

TradingBrothers ist ein solide aufgestellter Börsendienst mit einer klaren Zielgruppe: Anleger, die fünfstellig investieren können und eine fertige Systematik suchen, statt selbst eine zu entwickeln. Wer das mitbringt, bekommt offene Preise, ein echtes Referenzdepot und eine Testphase ohne Zahlungsdaten.

Für Einsteiger mit kleinem Konto passt das Angebot nicht. Bei 1.249 Euro Jahresgebühr und 10.000 Euro Mindestdepot frisst allein das Abo über zwölf Prozent des eingesetzten Kapitals, bevor der erste Trade läuft. Der kostenlose IVD-Starter ist für diese Gruppe der einzige sinnvolle Einstieg.

Die entscheidende Einschränkung bleibt die Nachprüfbarkeit. Die veröffentlichten Renditen sind Eigenangaben, das einzige extern geführte Depot ist geschlossen, und der Anbieter selbst schließt in seinem Haftungsausschluss jede Gewähr aus. Wer bucht, kauft eine Methode und keine Ergebnisgarantie.

Mein Rat aus jahrzehntelanger Beobachtung dieser Branche: Erst die 14 Tage testen, dann die Signale drei Monate lang auf dem Papier mitschreiben, bevor echtes Geld fließt. Wer die Systematik dahinter selbst verstehen will, findet den Einstieg unter Tradingstrategie entwickeln. Vergleichbare Anbieter stellt unser Überblick zu den Bernecker Börsenbriefen vor.

Häufige Fragen zu TradingBrothers

Wie hoch sind die Gebühren bei TradingBrothers?

Die Pakete kosten zwischen 117 Euro für drei Monate Intermarket-Analysen und 3.299 Euro für 36 Monate TB-Service. Das meistgebuchte Komplettpaket startet bei 699 Euro für sechs Monate. Abgerechnet wird der Gesamtbetrag der Laufzeit, nicht monatlich. Stand: 8. September 2026.

Steht TradingBrothers unter Aufsicht der BaFin?

Die Elsner Research GmbH steht auf der BaFin-Liste der institutsunabhängigen Ersteller von Anlageempfehlungen, Stand 28. Juli 2026 unter Nummer 78. Die Behörde weist ausdrücklich darauf hin, dass die Eintragung keine Rückschlüsse auf die Qualität zulässt und eine regelmäßige Prüfung gesetzlich nicht vorgesehen ist.

Kann ich TradingBrothers vor dem Kauf ausprobieren?

Ja. Der Probezugang läuft 14 Tage und verlangt nur Name und E-Mail-Adresse, ohne Zahlungsdaten. Wer zusätzlich seine Telefonnummer angibt, bekommt eine Woche mehr. Dauerhaft kostenlos ist außerdem der IVD-Starter.

Wie viel Kapital brauche ich für die Handelssysteme?

Der Anbieter nennt je System ein Mindestdepot: 5.000 Euro beim IVD-Starter, 5.500 Euro beim OptionsSchein-Depot, 10.000 Euro bei WWA und MST-Hebel und rund 11.000 Euro beim InVestitions-Depot. Beim MST-Hebel empfiehlt er 20.000 Euro. Dieses Kapital kommt zum Abopreis hinzu.

Was ist das IVD bei TradingBrothers?

Das InVestitions-Depot ist das defensive System des Anbieters. Es setzt auf konservative Aktien und breite Streuung, wobei nicht die Rendite im Vordergrund steht, sondern das Risiko für das eingesetzte Kapital. Es kostet 349 Euro für zwölf und 799 Euro für 36 Monate. Eine kostenlose Einstiegsvariante heißt IVD-Starter.

Gibt es TradingBrothers unter tradingbrothers.de?

Nein. Die deutsche Domain löst nicht auf und liefert keine Antwort. Der Anbieter ist ausschließlich unter tradingbrothers.com erreichbar. Wer nach der .de-Adresse sucht, landet auf einer toten Verbindung, nicht auf einer Weiterleitung.

Wie kündige ich mein Abo bei TradingBrothers?

Laut AGB mit einer Frist von vier Wochen zum Ende des jeweiligen Bezugszeitraums. Wichtig ist der zweite Satz derselben Klausel: Nach Ablauf der Mindestlaufzeit verlängert sich das Abonnement auf unbestimmte Zeit. Nur ausdrücklich befristete Angebote enden automatisch.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 aktiv und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader in den Märkten Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsen. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte zehn Bücher des amerikanischen Trading-Autors, bekannt für den Ross-Haken und den Traders Trick Entry.

Börsendienste begleiten Karsten seit den Zeiten, als sie noch per Post kamen. Er beurteilt sie deshalb nicht als Käufer von außen, sondern aus jahrzehntelanger Beobachtung, welche Dienste durchhalten und welche nach zwei guten Jahren verschwinden. Für diesen Bericht wurden die Produkt- und Preisseiten, die AGB, das Impressum, der Haftungsausschluss und die BaFin-Liste am 8. September 2026 an der Quelle geprüft.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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