Finanzwesir – Vorstellung und Erfahrungen (2023)

Die Zeiten, als man noch auf seinen Bankberater angewiesen war, um an der Börse zu spekulieren oder seine Altersvorsorge in trockene Tücher zu bringen, sind längst vorbei. Vielmehr hat sich heutzutage der Glaube daran durchgesetzt, dass man das auch alles allein und ohne teure Verwaltung schaffen kann. Das gelingt sicherlich den disziplinierten Menschen ganz gut, manch anderer wird aber ohne fremde Hilfe selten Land sehen. Deshalb ist das Netz auch voll mit verschiedenen Ratgebern, Gurus und Coaches. Manche stechen dabei aber mehr heraus als andere. So auch der Finanzwesir alias Albert Warnecke. Dieser betreibt einen Finanzblog unter dem Motto „Jetzt helfe ich mir selbst – der Finanzblog für Selbstentscheider“. Wie der Finanzwesir wirklich bei einer finanziellen Selbstständigkeit hilft und welche Leistungen er bietet, haben wir im nachfolgenden Text zusammengefasst.

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Vorstellung des Finanzwesirs Albert Wernecke

Albert Wernecke bemängelt seit langem die schlechte finanzielle Bildung in unserem Land. Statt in der Schule das nötige Rüstzeug hierfür zu lernen, gibt es dort zwar jede Menge Wissen, aber vermutlich zu oft über die falschen Themen. Deshalb will Wernecke Aufklärung betreiben und den finanziell ungebildeten Menschen die Möglichkeit geben, sich selbst finanziell zu emanzipieren. Diese Emanzipation soll von einem System geschehen, welches durchaus hohe Verwaltungskosten von denjenigen verlangt, die sich nicht aktiv und selbst um das eigene liebe Geld kümmern.

Der Finanzwesir ist allerdings kein absoluter Profi im Geld- und Finanzwesen. Statt einer Ausbildung zum Bankkaufmann oder einem Studium der Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre ist Wernecke Ingenieur, der mit Excel umgehen kann. So beschreibt er sich zumindest weitgehend selbst. Er will aber nicht all den (unter anderem selbsternannten) Profis das Feld überlassen, da er als ein Outsider ja auch verstanden hat, wie die Finanzmarktwelt tickt. Deshalb fühlt er sich geeignet und berufen dazu hier Aufklärung zu leisten.

Die Finanzphilosophie hinter dem Finanzwesir

Es gibt zwei Dinge im Leben, die nicht delegierbar sind, weil Fehlentscheidungen in diesen Dingen das Lebensglück nachhaltig ruinieren können.

Den Partner fürs Leben zu finden

Die Verwaltung seiner Finanzen

Der Finanzwesir über seine eigene Finanzphilosophie

Wernecke beharrt also darauf, dass man seine Finanzen selbst verwalten sollte, weil sonst Fehlentscheidungen dominieren könnten. Diese Fehlentscheidungen kann natürlich auch jeder selbst treffen, aber dann ist man wohl wenigstens selbst dran schuld.

Der Finanzwesir will die Dinge einfach angehen und simpel halten, da alle komplexen Systeme für ihn entweder überflüssig, schlecht designed oder in betrügerischer Absicht konstruiert worden sind. Sein weiteres Motto ist deshalb auch leicht nachvollziehbar. Wenn er etwas nicht versteht, kauft er es auch nicht. Gerade in der Finanzmarktwelt gibt es aber einige Produkte, die Kunden nicht verstehen und trotzdem regelmäßig zuschlagen. Aus diesem Grund will er das ganze Feld anderweitig bedienen.

Die Verschwiegenheit um das liebe Geld

Über Geld redet man nicht, Geld hat man.

Ein weiterer Punkt, der den Finanzwesir sehr stört, ist der obige Ausspruch. Dieser ist aber recht typisch Deutsch und selten will jemand über sein Geld, sein Gehalt und Vermögen sprechen. Doch Wernecke ist der festen Überzeugung, dass es sehr viel weiterhilft, wenn man genau das tut. Wenn ein Austausch über solche Themen stattfindet, kann jeder etwas lernen. Mancher muss sich intensiver damit auseinandersetzen und sich neue Gedanken machen. Man erhält Denkanstöße und reflektiert ganz anders. Das will Albert Wernecke mit seinem Blog erreichen und vor allem auch den Austausch pflegen. Denn er weiß auch, dass man nie auslernt.

Soweit kann sein Ansatz bereits als spannend betrachtet werden, und gerade wenn es um die Vermögensverschwiegenheit in Deutschland geht, kann ich ihm nur zustimmen. Von einem Austausch kann man um so viel mehr profitieren.

Warum heißt der Blog überhaupt Finanzwesir?

Der Name des Blogs geht laut Albert Wernecke auf die bekannte Legendenerzählung um ein Weizenkorn (teilweise auch als Reiskorn bekannt) zurück. Im alten Persien gab es einen Wesir, der dem Sultan einen großen Dienst erwiesen hat und dafür belohnt werden sollte. Jeder Wunsch sollte ihm erfüllt werden. Deshalb wünschte sich der Wesir seinen Lohn in Weizenkörnern. Dazu ließ er sich ein Schachbrett bringen, worauf der Sultan ihm seinen Lohn aushändigen sollte. Ein Korn auf das erste Feld, zwei auf das zweite, vier auf das dritte und so weiter.

Jeder findige Trader erahnt schon die Exponentialfunktion dahinter, der Sultan war dieser nicht mächtig. So willigt er ein und am Ende ist sein gesamter Vorrat an Weizen aufgebraucht. Denn allein auf dem Feld 64 schuldet der Sultan dem Wesir allein schon 18 Trillionen Weizenkörner. Der Wesir hatte den Sultan geschickt getäuscht und dieser konnte seine Schuld nicht begleichen.

Um die eigene Ehre zu wahren, bliebt dem Sultan nichts anderes übrig als seinen Rücktritt zu verkünden und dem Wesir seinen Platz zu überlassen. Im Prinzip handelt es sich hierbei um nichts anderes als einen Zinseszinseffekt. Und in Erinnerung an diesen bekam der Blog seinen Namen.

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Das Manifest des Finanzwesirs

Auf seiner Seite findet sich ein Manifest – eine Denkschrift, die ja meist klare Grundlagen legt. Dieses spiegelt aber keine neuen Weisheiten wider, weswegen ich nicht sehr detailliert darauf eingehen werde. All die klugen Gedanken, die darin erwähnt sind, kennen Trader längst und die Neulinge unter uns werden diese Sprüche und deren Bedeutung auch schon mehrfach gehört und gelesen haben.

Dennoch bleibt die Tatsache des Manifests interessant. Daran sieht man nämlich wie sehr es Wernecke am Herzen liegt hier Aufklärung zu betreiben. Das ist ein sympathischer Aspekt. In ausführlicher Form stellt er klar, welche drei Grundregeln für ihn wichtig sind und er befolgt:

  • Es ist unmöglich, den Markt zuverlässig zu schlagen
  • Mehr Rendite nur durch mehr Risiko
  • Hin und Her macht Taschen leer

Man kann diesen drei Regeln natürlich diverse Argumente entgegnen, doch bezieht sich der Finanzwesir hier auch eher auf den „normalen“ und „kleinen“ Anleger und nicht auf den Trader, dessen Ziel es stetig ist den Markt zu schlagen, dabei hohe Risiken einzugehen und eben Hin und Her zu traden. Sonst wäre es ja kein Trading.

Die Vielfalt vom Finanzwesir

Das Informationsangebot des Finanzwesirs ist recht vielfältig, hebt sich aber im Grunde genommen nicht von vielen anderen Anbietern ab. Madame Moneypenny betreibt ähnliches nur für Frauen, Aktien mit Kopf und Alle Aktien haben einen stärkeren Fokus auf Analysen, sind aber dem ganzen auch nicht unähnlich, der Finanzfluss betrachtet alles noch weitaus globaler. Dennoch wollen wir einen kurzen Blick auf die verschiedenen Angebote werfen.

Der Blog

Auf dem Blog findet man verschiedene Einträge. So gibt es eigentlich eine stetige Podcast Serie von Artikeln mit dem Titel Der Finanzwesir rockt, in denen verschiedene Themen rund um den Kapitalmarkt, das Sparen und Co besprochen werden. Im Blog werden dann aber Kommentare geäußert. Hiervon gibt es mittlerweile über 100 Ausgaben. Zudem finden sich kommentiere Leserbriefe und Rückfragen rund um das Buch des Finanzwesirs oder eine Besprechung von Leserproblemen innerhalb der Finanzwelt.

Die Blogeinträge lesen sich gut und sind meistens auch wirklich nach dem Motto von Wernecke verfasst – so einfach, dass man es wirklich versteht.

Der Podcast

Wie bereits oben beschrieben gibt es den Podcast Der Finanzwesir rockt. Aufgrund der Kommentare kann man darauf schließen, dass es auf jeden Fall eine ganz ordentliche Zuhörerschaft gibt. Gut gestaltet sind die weiteren Lesetipps, die dann unterhalb einer Podcastfolge gegeben werden.

Finanzwesir Bücher

Unter der Rubrik Bücher gibt es einige Rezensionen zu bekannten und durchaus auch weniger bekannten Werken rund um die Welt der Finanzanlagen. So zum Beispiel The intelligent Investor von Benjamnin Graham oder einige bekannte Bücher von Gerd Kommer.

Screenshot 2021 01 18 Buch Vermoegensaufbau Altersvorsorge mit ETF Indexfonds Finanzwesir

Doch selbstverständlich hat der Finanzwesir auch ein eigenes Buch parat.

Der Finanzwesir – Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen existiert mittlerweile in der zweiten Auflage und kann als klassisches Einsteigerbuch rund um das Thema Altersvorsorge, finanzielle Selbstständigkeit und finanzielle Freiheit. Die erste Auflage hat sich rund 15.000 mal verkauft und die zweite Auflage gibt es nun als Print und E-Book Version.

Intensivseminar: Passives Investieren mit ETFs

Hier verspricht der Finanzwesir eine „Hochdruckbetankung“ an Wissen rund um das passive Investieren via ETFs. So verspricht er jedem Teilnehmer, dass man nach diesem Tag ein Do-it-yourself Investor ist, der ganz easy seine eigenen Finanzen regelt. Diese Seminare sind auf 18 Teilnehmer begrenzt. Allerdings lässt sich auf der Webseite des Finanzwesirs kein Preis hierfür erkennen.

Börsen Basics

Zum Schluss gibt es auch noch 21 Börsen Basics von der Aktie über das Garantieprodukt bis zum Zinseszins. Hier wird kurz und wiederum simpel erklärt, was es mit diesen einzelnen wichtigen Begrifflichkeiten auf sich hat. Hier bieten andere Anbieter natürlich auch ähnliche Infos an. Allerdings sind die Börsen Basics weniger Lexikon als einführende Kapitel in die Thematik rund um den Begriff.

Zum Abschluss gibt es auch noch ein Archiv, um alte Beiträge zu finden.

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Fazit

Der Finanzwesir hat einen außergewöhnlichen Namen, der aber von der Ursprungslegende hin zum eher passiven Investieren wunderbar passt. Warneckes Ansatz die Dinge einfach zu erklären, dabei Aufklärung zu leisten und seine Leser und Podcasthörer dazu zu befähigen, sich selbst um die eigenen Finanzen zu kümmern ist gut und richtig. Allerdings bietet er nicht mehr und nicht viel weniger als ähnliche Anbieter im Netz.

Man merkt aber gleich, dass ihm der Austausch mit seinen Rezipienten wichtig ist, weil hier viel über Kommentare agiert werden kann und er Leserfragen aufnimmt etc. Daran erkennt man auch seinen Willen, sich über diesen Blog auszutauschen und nicht nur distanziert zu berichten.

Was man aber auch erwähnen muss, egal mit welchem Browser oder Endgerät ich es getestet habe, der größte Abzug für den Finanzwesir besteht in der eher gemächlichen Geschwindigkeit der Webseite. Diese lädt sehr langsam und Geduld ist wohl nicht nur bei der Geldanlage, sondern auch beim Sinieren über sie verlangt.

Philipp Dürr
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