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Finanzielle Freiheit – frei und unabhängig mit Aktien (2021)

Wer sich länger mit dem Thema Aktien beschäftigt oder als Neuling in die Börsenwelt eintaucht, wird früher oder später durch verschiedene Foren und Informationsdienste wie den Aktienfinder oder AlleAktien auf das geflügelte Wort Finanzielle Freiheit stoßen. Dies ist ein Ziel vieler Anleger und könnte ebenso auch Ihr Ziel sein. Manche gehen den Weg sehr streng und verzichten auf alles, was Spaß macht und zu viel Geld kostet, andere gehen es langsamer an. Frugalismus ist die Variante des größtmöglichen Verzichts, um genügend finanzielle Ressourcen zu sparen, mit denen man investieren kann. Aktien sind dabei das beliebteste Mittel, um zur finanziellen Freiheit zu gelangen. Was diese aber genau ist, welche Grundregeln man beachten sollte, um finanziell frei zu werden und ab wann man überhaupt von finanzieller Freiheit sprechen kann, wollen wir mit diesem Artikel unter die Lupe nehmen.

Was ist die finanzielle Freiheit überhaupt?

Finanzielle Freiheit ist sicherlich ein sehr dehnbarer Begriff, der für jeden eine andere Bedeutung einnehmen kann. Im ersten Moment ist diese monetäre Freiheit oft mit Reichtum gleichgesetzt. Denn wer finanziell frei ist, muss dafür ja reich sein. Reichtum kann hier zwar auch vorliegen, muss aber in den überwiegenden Fällen keine Rolle spielen. Zumal man sich auch wieder darüber streiten kann, ab wann man wirklich reich ist. Das Hauptaugenmerk bei der finanziellen Freiheit liegt stattdessen auf dem Wort Freiheit. Dies bedeutet, dass man keinerlei Abhängigkeit empfindet. Die finanzielle Freiheit ist also die Unabhängigkeit von anderen wie dem festen Job, dem Staat, von einem Partner oder gar den Eltern.

Diese finanzielle Unabhängigkeit schafft Freiheiten, die man für andere Dinge im Leben nutzen kann und dies ist das Ziel der finanziellen Freiheit.

Wie wird man finanziell frei?

Die finanzielle Freiheit geistert seit wenigen Jahren durch fast alle gängigen Aktien- und Finanzportale und überall sind die Ideen zur Zielerreichung im Grunde genommen die gleichen, wenn auch in anderen Ausprägungen. Es gibt beispielsweise die Helden der finanziellen Freiheit beim Aktienfinder oder das Depot der finanziellen Freiheit bei AlleAktien. Auch bei Aktien mit Kopf, Finanzfluss oder Madame Moneypenny ist dies ein sehr beliebtes Thema.

Das erste Ziel auf dem Weg zu einer finanziellen Freiheit ist – auch wenn dies nicht gleichbedeutend mit Reichtum sein muss – genügend Geld zu haben. Manche haben so viel, dass sie es wahrscheinlich gar nie ausgeben können, anderen haben so viel, dass es gerade zum Leben reicht. Wann die Freiheit dann erreicht ist, muss jeder für sich entscheiden. Allerdings werden die wenigsten von uns mit einem scheinbar niemals schrumpfenden Bankkonto auf die Welt kommen oder so in ihr Erwachsenenleben starten.

Aus diesem Grund ist klar, dass das Ziel der finanziellen Freiheit ein langfristiger Ansatz ist. Um genügend Geld auf dem Konto anzuhäufen, braucht es deshalb Zeit, in der man sparen kann. Man muss also ein entsprechendes Polster bilden, mit dem man gewisse monetäre Flauten überwinden kann oder gar früher in den Ruhestand eintreten kann.

Da Freiheit hierbei eher ein Gefühl als ein klar zu betitelnder Fakt ist, kann die finanzielle Freiheit für jeden anders gewichtet sein. Das Gefühl, frei von gewissen Zwängen des Alltags zu sein, kann sich schon deutlich früher einstellen. Wenn man zum Beispiel sicher weiß, dass man ein so hohes Finanzpolster hat, dass auch eine kurzfristige Arbeitslosigkeit keinen zu gravierenden Einfluss auf das eigene Leben nimmt, lebt man schon eine ganze Spur beruhigter. Dieses Gefühl trägt man dann auch in die Arbeit mit hinein. Dabei sorgt die finanzielle Freiheit auch gleichzeitig dafür, dass man gewisse Entscheidungen für das eigene Berufsleben freier und bestimmter treffen kann. Eine berufliche Umorientierung wird man beispielsweise nur dann eingehen, wenn finanzielle Risiken abgefedert werden können.



Ohne Risiko und Risikomanagement wird es schwer

Um finanziell frei zu werden, muss man das ein oder andere Risiko eingehen, wobei sich das noch nicht vom normalen Lebensalltag unterscheidet. Denn diese Risiken gibt es auch ohne den Wunsch der finanziellen Freiheit. Wer aber seine Unabhängigkeit gewinnen will, der braucht vor allem ein entsprechendes Risiko- und Geldmanagement. Denn nur wer wirklich weiß, wie und wo man sparen kann, kann ein entsprechendes Polster zur Seite legen.

So sollte man sich als erstes also darüber bewusst werden, wie hoch Ausgaben und Einnahmen pro Monat sind und wofür überhaupt Geld ausgegeben wird. Dann kann man diese Rechnung auf den Prüfstand stellen und erkennen, dass es vielleicht nicht morgens einen Coffee-to-go braucht, wenn man diesen doch viel günstiger daheim aufbrühen kann. Oder man verzichtet ab und an auf den Lieferservice und kocht selbst.

Oftmals wird vor allem dann mehr Geld ausgegeben, wenn nach und nach mehr Geld zur Verfügung steht. Mit der Gehaltserhöhung wächst dann nicht nur der monatliche Lohn, sondern auch die Ausgaben. Das muss aber eigentlich gar nicht sein, wenn man vorher schon mit dem niedrigeren Lohn ein gutes Leben führen konnte. Fakt ist aber, nur wer sich hier und da wirklich in seinen Ausgaben beschränkt oder diese sehr bewusst tätigt, hat langfristig das Potenzial ausreichende finanzielle Rücklagen aufzubauen.

Mit der 50-30-20-Regel zur finanzielle Freiheit

Um Rücklagen aufzubauen ist es wichtig, dass man sich an die ein oder andere Regel hält. Deshalb sollte man – immer vorausgesetzt man hat den finanziellen Spielraum beispielsweise durch ein angemessenes Gehalt – simple Regeln befolgen und sinnvoll mit dem eigenen Geld haushalten.

Die 50-30-20-Regel ist eine Faustregel, die von den meisten empfohlen und auch angewandt wird. Man kann die Gewichtung aber hier und da sicherlich den individuellen Bedürfnissen wie auch dem Einkommen anpassen.

50 Prozent Fixkosten

Die Hälfte des monatlichen Einkommens sollte für Fixkosten wie Miete, Strom, Versicherungen, Verträge, Unterhalt für ein Auto, Essen und Trinken etc. zur Verfügung stehen. So weiß man, dass man diese 50 Prozent dafür guten Gewissens ausgeben darf, lernt aber auch, dass diese Fixkosten nicht mehr als 50 Prozent ausmachen sollten. Vielleicht wohnt man ja in einer deutlich zu teuren Wohnung und könnte dort sparen oder man stellt verschiedene Verträge immer wieder auf den Prüfstand.

30 Prozent Freizeit

Manch ein Frugalist würde behaupten, dass es keine Freizeitausgaben benötigt, doch das sollte man sich allein aufgrund der psychischen und physischen Gesundheit nicht unbedingt nehmen lassen. Natürlich lassen sich die Ausgaben ebenso wie die Fixkosten durch das Drehen an mancher Stellschraube reduzieren, doch ist ein Verzicht auf Freizeit auch ein teures Gut. In diese Kategorie fließen beispielsweise Reisen, Restaurantbesuche, das Fitnessstudio, Kino und Konzerte usw. mit ein.

Natürlich ist das eine sehr individuelle Kategorie, doch sollte man seine Ausgaben auch hier stets im Blick behalten und den Sinn mancher Ausgabe auch immer wieder hinterfragen.

20 Prozent Sparen

Der dritte Topf ist sozusagen der Spartopf. Hier sollte man 20 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens auf jeden Fall für das Sparen aufbringen können, um langfristig eine finanzielle Freiheit erreichen zu können.

Nun wären wir aber kein Anbieter aus dem Tradingbereich, wenn wir empfehlen würden, dieses Geld unter das Kopfkissen oder auf ein Sparbuch zu legen. Vielmehr sollte man dieses Geld nutzen und durch Trading noch vermehren. Immer mit dem Risiko verbunden, dass es dadurch auch weniger und nicht mehr werden kann. Hierfür ist aber ebenso ein sinnvolles Risikomanagement wichtig.

Natürlich kann man auch ein gewisses Vermögen aufbauen, wenn man jeden Monat 20 Prozent seines Gelds spart, aber vor allem mithilfe der Börse kann es schnell deutlich mehr werden. Um echte finanzielle Freiheit zu erreichen, ist es deshalb nahezu unerlässlich, das Geld auch wieder zu investieren.

Ein kleines Rechenbeispiel

Sparer Sebastian hat als lediger Mitzwanziger ein Nettoeinkommen von 3.000 Euro. Sebastian möchte gern finanziell freier werden und träumt von einem früheren Rentenbeginn. Um seine Ziele zu erreichen, sollte Sebastian die 50-30-20-Regel anweden. Somit bleiben ihm also:

  • 1.500 Euro für Fixkosten wie Miete, Lebensmittel etc.
  • 900 Euro für Freizeitaktivitäten
  • 600 Euro im Monat werden gespart

Wenn wir diese Rechnung absolut vereinfacht belassen (ohne jedwege Gehaltssteigerung und Inflation), dann kann sich Sebastian in 35 Jahren sicherlich früher zur Ruhe setzen, da er 252.000 Euro gespart hat. Ein annehmbares Leben lässt sich dennoch führen.

Investiert Sebastian dieses Geld allerdings sinnvoll und hat eine Zielrendite von realistischen 3% pro Jahr über den Anlagezeitraum hinweg, so wird er nicht 252.000 Euro ansparen, sondern kann rund 442.000 Euro (vor Steuern) ansparen. Damit wird ein noch früherer Rentenbeginn keine Probleme bereiten.

Sebastians guter Kumpel Lebemann Ludwig gibt sein Geld viel lieber aus, leiht sich auch schon mal hier und da was, und hat am Ende des Monats eigentlich nichts mehr übrig. Man muss also kein Hellseher sein, um zu wissen, dass Ludwig nicht früher in Rente gehen kann.

Die 7 Stufen bis zur finanziellen Freiheit

Um zu einer vollständigen finanziellen Freiheit zu gelangen, braucht es also Zeit und Geld. Aus diesem Grund wird in der Forschung zu diesem Thema immer von 7 Stufen bis zu einer vollkommenen finanziellen Freiheit gesprochen. Diese wollen wir hier auch kurz näher betrachten.

Stufe 1: Vollständige Abhängigkeit

Zu Beginn eines jeden Lebens ist man zu 100 Prozent finanziell abhängig. Ein Kind kann sich seinen Lebensunterhalt nicht ohne die Eltern verdienen. Mancher ist allerdings auch bis ins hohe Alter oder gerade im hohen Alter wiederum auf den Staat oder Familie angewiesen, weswegen hier eine dauerhafte Abhängigkeit bestehen bleibt.

Stufe 2: Erste Unabhängigkeit 

Die erste Unabhängigkeit erreichen viele durch einen ersten Ferienjob oder mit einem kleinen Nebenverdienst durch Zeitungaustragen o.Ä. Das bedeutet, dass man zwar noch vom Einkommen anderer, wie den Eltern, abhängig ist, aber bereits eigenes Geld verdient.

In dieser Stufe kann man sich also bereits vom eigenen Geld etwas kaufen oder dies geschickt sparen. Wer bereits früh anfängt, sein Geld sinnvoll zur Seite zu legen, der kann die nächste Stufe noch schneller erreichen.

Stufe 3: Finanzielle Unabhängigkeit 

Die dritte Stufe erreicht man in der Regel, wenn man das erste eigene Einkommen erzielt, von dem man wirklich unabhängig von anderen leben kann. Das ist schon ein Stück weit eine finanzielle Freiheit. Allerdings ist man natürlich auf den Job und damit auf den Chef etc. angewiesen.

Die meisten Menschen sind in dieser Stufe zu finden, da für sie die finanzielle Freiheit weitgehend erreicht ist. Man kann ein selbstbestimmtes und oft gutes Leben führen und braucht nicht noch mehr. Ziel kann und sollte es aber sein, noch eine Stufe weiterzugehen und noch stärkere Absicherung zu erlangen. Denn dann kann die oben bereits erwähnte kurzfristige Arbeitslosigkeit überwunden werden oder Neuorientierungen sind möglich.

Stufe 4: Finanzielle Sicherheit 

Wer wie Sparer Sebastian konsequent Rücklagen bildet, hat den Grundstein für die finanzielle Freiheit bereits gelegt. Man befindet sich aber oft noch eher im Rahmen der finanziellen Sicherheit. Eine Faustregel unter Anlegern ist, dass man rund drei bis sechs Monatsgehälter auf dem Konto als Rücklage haben sollte. Denn damit kann man gewisse negative Einschnitte und Eventualitäten, die das Leben bereithält ohne Kreditaufnahmen ausgleichen.

Wer sich diese finanzielle Sicherheit schafft, wird bereits auch ein Gefühl von finanzieller Freiheit spüren können, da man sich so besser fühlt.

Wer die finanzielle Sicherheit nun dazu nutzt das Ausgabeverhalten stetig zu reflektieren, zu sparen und das gesparte Geld sinnvoll anlegt, kommt der nächsten Stufe einen großen Schritt näher. 

Stufe 5: Erste finanzielle Freiheit 

Mit der fünften Stufe fängt das ersparte Geld an für Sie zu arbeiten. Damit hat man nun ein echtes Etappenziel der finanziellen Freiheit erreicht. Natürlich wird der Lebensunterhalt weiterhin durch den Job bestritten, doch wächst das gesparte Geld immer weiter an. Umso mehr man natürlich in den Vermögensaufbau investiert, umso schneller kann dieser vonstatten gehen.

In Stufe fünf emfpiehlt es sich auf jeden Fall, das Geld mittel- und langfristig in Börsenprodukte wie Aktien, ETFs etc. zu investieren. Diese Anlage geht natürlich auch mit der eigenen Risikobereitschaft und dem Verständnis über die verschiedenen Assetklassen einher.

Stufe 6: Finanzielle Freiheit 

Wer die sechste Stufe erreicht, der hat wirklich etwas geschafft. Das ist auch das Ziel der Frugalisten – lieber auf den heutigen Konsum verzichten und mehr sparen, um künftig konsumieren zu können und finanziell frei zu sein.

Die finanzielle Freiheit bedeutet dann, dass man seinen Lebensunterhalt auch ohne Job bestreiten kann, weil das gesparte und investierte Kapital für genügend Cashflow sorgt. Wer allerdings von der Börse leben will, sollte immer auf das Risikomanagement und eine entsprechende Diversifikation achten.

Wer sich an diese Dinge hält und richtig investiert, der kann auch die siebte Stufe der finanziellen Freiheit erreichen.

Stufe 7: Absolute finanzielle Freiheit 

Wer die letzte Stufe der finanziellen Freiheit erreicht, der hat vieles richtig gemacht. Man kann in dieser Stufe nicht nur von dem angesparten und sinnvoll investierten Vermögen leben, sondern kann dieses auch noch stetig weiter anwachsen lassen. Somit versiegt die Geldquelle nie und man ist absolut finanziell frei.

Fazit

Vor wenigen Jahren wurden die vielen Trader, die ein finanziell freies Leben führen, von einigen als Träumer abgestempelt. Gerade diejenigen, die nicht investieren, verstehen den Sinn dahinter weniger. Aber heutzutage ist die finanzielle Freiheit nicht nur ein Ziel von Massen geworden, sondern ist längst auch keine Träumerei mehr. Man kann finanzielle Freiheit erreichen und jede einzelne der vorgestellten Stufen erklimmen. Dazu braucht es aber eine gewisse Selbstdisziplin, ein sinnvolles System, um Ausgaben und Einnahmen im Blick zu behalten, das richtige Risikomanagement beim Trading und vor allem realistische Ziele.

Mit dem ersten Gehalt des ersten Vollzeitjobs nach der Ausbildung oder dem Studium ist die finanzielle Freiheit noch nicht zu erreichen. Doch mühsam ernährt sich das Eichhörnchen und nach und nach kommen hier Geld und Möglichkeiten hinzu.

Vielleicht kann nicht jeder schon mit Mitte 40 in den freiwilligen Ruhestand gehen und als Privatier durch die Welt reisen, doch gibt es schon kleinere Brötchen, die man backen sollte. Mein Ziel ist es beispielsweise bis in zwei Jahren meine gesamten Wohnnebenkosten – mit allem drum und dran immerhin 300 Euro im Monat – im Sinne einer finanziellen Freiheit vom arbeitenden Geld und nicht von mir erarbeitend bezahlen zu können. Mit 28 Jahren sicherlich ein sinnvolleres Ziel als den Wunsch zu haben, mich in zehn Jahren zur Ruhe zu setzen.

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