Wer einen Börsenbrief abonnieren will, steht vor einem Problem: Auf dem deutschsprachigen Markt sind über 100 Dienste unterwegs, und jeder Anbieter beschreibt sich auf der eigenen Seite als treffsicher. Eine neutrale Instanz, die alle nebeneinanderstellt, gibt es kaum. Genau in diese Lücke stößt das Bewertungsportal Lettertest.
Ich schaue mir in diesem Artikel an, was der Vergleich auf Lettertest wirklich leistet. Wie kommen die Noten zustande, welche Briefe stehen aktuell oben, was kosten sie, und an welchen Stellen führt so ein Nutzer-Ranking in die Irre. Alle Zahlen habe ich am 31. Juli 2026 selbst auf dem Portal erhoben, nicht aus älteren Quellen übernommen.
Danach wird es praktisch: Ich zeige dir die Kriterien, an denen ich einen Börsenbrief messe, bevor ich Geld dafür ausgebe. Und ich verlinke die Einzeltests, die wir zu den bekanntesten Anbietern selbst geschrieben haben. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Börsenbriefe im Vergleich:
das Wichtigste in 30 Sekunden
- Lettertest ist ein Bewertungsportal, kein Testinstitut: Die Noten stammen von Lesern, nicht von einer Redaktion.
- Rund 100 Börsendienste stehen im Verzeichnis, 26 davon schaffen es in die Rangliste der Top Briefe.
- Die Preisspanne ist groß: von kostenlos bis 166 € im Monat, der Median der Top-Briefe liegt bei etwa 33 €.
- Die gewichtete Gesamtnote verhindert, dass ein Brief mit fünf Bewertungen an der Spitze steht. Sie verrechnet Note und Anzahl miteinander.
- Die dünne Bewertungsbasis bleibt die Schwachstelle: Die Actien-Börse von Bernecker, seit 1963 am Markt, hat auf dem Portal ganze zwei Bewertungen.
- Große Namen fehlen: Die Cashkurs-Dienste von Dirk Müller und DER AKTIONÄR tauchen im Verzeichnis gar nicht auf.
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Was ist Lettertest?
Lettertest ist ein deutschsprachiges Bewertungsportal für Börsenbriefe, auf dem Leser die Dienste in sechs Kategorien benoten und nach Wertpapierart, Region und Anlagehorizont filtern können.
Betrieben wird das Portal als unabhängiges Verzeichnis. Es gehört keinem der gelisteten Verlage, und die Redaktion schreibt selbst keine Kaufempfehlungen. Das unterscheidet Lettertest von den vielen Vergleichsseiten, die im Kern nur eine Affiliate-Strecke eines einzelnen Anbieters sind.
Ein Börsenbrief ist eine kostenpflichtige Publikation, in der ein Herausgeber regelmäßig konkrete Kauf- und Verkaufsempfehlungen für Wertpapiere veröffentlicht.
Der Unterschied zum normalen Börsen-Newsletter liegt in der Verbindlichkeit. Ein Börsenbrief nennt Namen, Kurse und Zeitpunkte und führt die Empfehlungen meist in einem Musterdepot mit. Wie diese Gattung entstanden ist und für wen sie sich lohnt, steht ausführlich in unserem Grundlagenartikel zu Börsenbriefen.

Wir selbst sind auf dem Portal ebenfalls gelistet, mit mehreren Signaldiensten der Kagels Trading GmbH. Das ist der Grund, warum ich die Mechanik des Portals von innen kenne: Ich sehe, wie Bewertungen eintrudeln, wie träge sie sich ansammeln und wie stark eine einzelne Stimme das Bild verschiebt.
Wie Lettertest Börsenbriefe bewertet
Die Benotung läuft komplett über die Leser. Jeder Nutzer kann in sechs Kategorien null bis fünf Sterne vergeben. Eine eigene Prüfung durch die Redaktion, wie man sie von Warentest-Verfahren kennt, findet nicht statt.
Diese sechs Kategorien stehen zur Auswahl:
- Optik und Aufmachung: wie der Brief gestaltet ist und ob Charts und Tabellen lesbar aufbereitet sind.
- Schreibstil und Verständlichkeit: ob die Analysen auch ohne Fachstudium nachvollziehbar bleiben.
- Redaktion und Professionalität: wie sauber recherchiert wird und ob Interessenkonflikte offengelegt werden.
- Service und Informationsgeschwindigkeit: wie schnell der Dienst auf Marktbewegungen reagiert und wie gut der Support erreichbar ist.
- Performance und Prognosekorrektheit: die einzige Kategorie, die auf Trefferquote und Ergebnis zielt.
- Preis-Leistungs-Verhältnis: was der Leser für sein Abogeld tatsächlich bekommt.
Die gewichtete Gesamtnote verrechnet die Durchschnittsnote eines Börsenbriefs mit der Anzahl seiner Bewertungen, damit Dienste mit sehr wenigen Stimmen nicht an der Spitze landen.
Diese Gewichtung ist der sinnvollste Teil des Systems. Ohne sie stünde jeder Brief mit drei begeisterten Erstbewertungen ganz oben. Im aktuellen Ranking sieht man den Effekt gut: Der Dienst „Der Internationale“ kommt auf glatte 4,8 Sterne, landet mit nur fünf Bewertungen aber trotzdem auf Rang 25.
Wer lieber selbst sortiert, schaltet die Liste auf Anzahl der Bewertungen um. Dann führt der Brief mit der breitesten Rückmeldung, unabhängig von der Note. Beide Sortierungen zusammen geben ein deutlich ehrlicheres Bild als eine einzelne Rangliste.
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Das Top-Ranking: welche Börsenbriefe vorn liegen
Die Rangliste der Top Briefe umfasst 26 Dienste. Sie ist die Seite, auf die Google für Suchbegriffe wie Börsenbrief-Testsieger am häufigsten verweist. Stand 31. Juli 2026 sieht die Spitze so aus:
| Börsendienst | Note (Bewertungen) | Preis pro Monat |
|---|---|---|
| Cleverselect Investments | 4,8 (247) | 45 € |
| TradingBrothers | 4,8 (160) | 85 € |
| Die Rendite-Spezialisten | 4,7 (491) | 40 € |
| NBC No Brainer Club | 4,7 (315) | 166 € |
| Der Goldreport | 4,7 (256) | 33 € |
| BÖRSENSIGNALE | 4,6 (178) | 37 € |
| MMplatinum | 4,7 (52) | 62 € |
| Rohstoff Anleger Club | 4,7 (51) | 83 € |
| Austria Börsenbrief | 4,5 (85) | 31 € |
| Heibel-Ticker Börsenbrief | 4,5 (77) | 13 € |
Auffällig ist die Spreizung beim Preis. Zwischen dem Heibel-Ticker und dem No Brainer Club liegt Faktor zwölf, während die Noten fast identisch sind. Eine hohe Bewertung sagt also nichts darüber, ob ein Brief sein Geld wert ist. Sie sagt nur, dass die Abonnenten, die eine Stimme abgegeben haben, zufrieden waren.
Zu mehreren dieser Anbieter haben wir eigene Tests geschrieben. Den Heibel-Ticker habe ich mir mit seinem wöchentlichen Rhythmus und dem Musterdepot genauer angesehen, ebenso die Rendite-Spezialisten rund um Lars Erichsen.
Lesetipp: Heibel-Ticker im Test
Was ein Börsenbrief kostet
Börsenbriefe kosten im deutschsprachigen Markt typischerweise zwischen 13 € und 166 € pro Monat, wobei einzelne Dienste kostenlos angeboten und über Werbung oder Zusatzprodukte finanziert werden.
Der Median der Top-Briefe liegt bei rund 33 € monatlich, also knapp 400 € im Jahr. Das ist der Betrag, den ein Abo erst einmal verdienen muss, bevor die erste Empfehlung überhaupt einen Nettogewinn abwirft.
Rechne das gegen dein Depotvolumen. Bei 10.000 € Kapital sind 400 € Abogebühr vier Prozent Vorabkosten pro Jahr. Diese Rendite muss der Brief zusätzlich zum Markt erwirtschaften, nur damit du bei null herauskommst. Bei 100.000 € sind es 0,4 Prozent, und die Rechnung sieht völlig anders aus.
Die kostenlosen Briefe im Verzeichnis sind kein Geschenk. Sie finanzieren sich über Werbung, über den Verkauf teurerer Spezialdienste oder über die Vermittlung von Depots. Das muss kein Nachteil sein, du solltest die Interessenlage aber kennen, bevor du einer Empfehlung folgst.
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Woran du einen brauchbaren Börsenbrief erkennst
Sternenoten helfen bei der Vorauswahl, mehr nicht. Bevor ich für einen Dienst zahle, gehe ich eine feste Liste durch. Diese sechs Punkte trennen in meiner Erfahrung die soliden Anbieter von den lauten:
- Nachvollziehbarer Track Record: Das Musterdepot muss alle Empfehlungen zeigen, auch die verlorenen. Wer nur die Gewinner listet, hat keinen Track Record, sondern eine Werbebroschüre.
- Klare Ausstiegsregeln: Ein Kaufsignal ohne Stopp und ohne Verkaufssignal ist wertlos. Der schwierige Teil beim Traden ist das Aussteigen, nicht das Einsteigen.
- Passung zum eigenen Zeithorizont: Ein Brief mit Daytrading-Signalen nützt dir nichts, wenn du erst abends ins Depot schaust. Umgekehrt langweilt ein Langfristdepot jeden aktiven Trader.
- Offengelegte Interessen: Hält der Herausgeber selbst Positionen in den empfohlenen Werten? Bei Nebenwerten mit dünnem Handel ist das die entscheidende Frage.
- Leseprobe vor dem Abo: Eine aktuelle Ausgabe zeigt dir in zehn Minuten, ob Sprache und Tiefe zu dir passen. Kein seriöser Anbieter verweigert sie.
- Realistische Versprechen: Wer dreistellige Jahresrenditen in Aussicht stellt, verkauft eine Erwartung, die er nicht halten kann. Diese Briefe sortiere ich sofort aus.
Der wichtigste Punkt steht nicht auf der Liste, weil ihn kein Portal messen kann: Ein Börsenbrief nimmt dir die Entscheidung nicht ab. Du musst die Empfehlung immer noch selbst umsetzen, mit deinem Risiko und deiner Positionsgröße. Wer das nicht will, ist mit einem breit gestreuten ETF-Sparplan meist besser bedient als mit jedem Abo.
Wo der Vergleich an Grenzen stößt
Ich habe das Verzeichnis am 31. Juli 2026 systematisch durchgesehen. Was gut funktioniert, funktioniert wirklich gut. Es gibt aber drei Stellen, an denen der Vergleich weniger trägt, als er verspricht.

Das spricht für den Vergleich:
- Die Filter sind ernsthaft nutzbar: Nach Wertpapierart, Region und Anlagehorizont lässt sich das Verzeichnis so weit eingrenzen, dass am Ende eine Handvoll passender Briefe übrig bleibt.
- Preis und Note stehen nebeneinander: In der Liste siehst du sofort, was ein Dienst kostet. Das erspart den Klick auf jede einzelne Verlagsseite.
- Die Verlegerprofile ordnen ein: Zu jedem Brief steht, welches Haus dahintersteht und seit wann er erscheint. Bei einem Dienst „seit Januar 1963“ weißt du sofort, dass du es mit einem Klassiker zu tun hast.
- Die Bewertungen sind aktuell: Es kommen laufend neue Stimmen dazu, die jüngsten stammen aus dem Juli 2026.
Das spricht dagegen:
- Die Bewertungsbasis ist oft winzig: Die Actien-Börse von Hans A. Bernecker, seit 1963 der bekannteste deutsche Börsenbrief, kommt auf 2,8 Sterne bei zwei Bewertungen. Der Aktien-Monitor des Investor Verlags steht bei 2,5 bei einer einzigen Stimme. Solche Noten sind statistisch bedeutungslos, wirken im Ranking aber wie ein Urteil.
- Jeder darf bewerten: Eine Abo-Bestätigung wird nicht verlangt. Eine Frustbewertung nach einem verlorenen Trade zählt genauso viel wie das Urteil eines langjährigen Lesers.
- Karteileichen bleiben stehen: Im Verzeichnis stehen weiterhin Einträge wie der Bernecker Wegweiser 2017 oder das Fuchs Geldanlagebuch 2016. Wer nur die Liste überfliegt, hält sie für aktuelle Angebote.
- Die Artikel-Rubrik ist eingeschlafen: Von den 60 zuletzt veröffentlichten Beiträgen stammen 49 aus dem Jahr 2024 und ganze vier aus 2025 oder später. 44 davon kommen von einem einzigen Anbieter. Als Quelle für aktuelle Marktmeinungen taugt der Bereich damit nicht mehr.
- Wichtige Anbieter fehlen: Die Cashkurs-Dienste von Dirk Müller und DER AKTIONÄR sind nicht gelistet. Ein Vergleich ohne die reichweitenstärksten Namen des Marktes bleibt unvollständig.
Unterm Strich taugt das Portal als Einstiegs- und Suchwerkzeug, nicht als Entscheidungsgrundlage. Für die Vorauswahl nach Thema und Preis ist es das beste frei zugängliche Werkzeug im deutschsprachigen Raum. Die eigentliche Prüfung nimmt es dir nicht ab.
Börsenbriefe, die wir selbst geprüft haben
Wo uns die Datenlage auf dem Portal zu dünn war, haben wir die Anbieter selbst angesehen: Angebot, Kosten, Kündigungsbedingungen und die Frage, was von den Versprechen übrig bleibt. Diese Einzeltests decken einen großen Teil der bekannten Namen ab.
Ebenfalls selbst geprüft haben wir den Anbieter hinter dem BCI: Was der boerse.de-Aktienbrief kostet und wie die hauseigenen Fonds abschneiden, steht im ausführlichen Test.
Die Klassiker unter den deutschen Börsenbriefen:
- Bernecker Börsenbriefe: Die Actien-Börse und ihre Schwesterdienste aus dem Haus Hans A. Bernecker. Unser Test zu den Bernecker Börsenbriefen geht auf Aufbau, Inhalte und Kosten ein.
- PLATOW Börse: Ein Traditionsdienst mit Schwerpunkt auf deutschen Werten, ausführlich in unseren PLATOW-Erfahrungen.
- Jens Ehrhardt und die Finanzwoche: Der bekannteste deutsche Vermögensverwalter gibt seit Jahrzehnten einen eigenen Brief heraus. Wir haben Jens Ehrhardt und sein Haus DJE porträtiert.
- DER AKTIONÄR: Deutschlands großes Börsenmagazin mit angeschlossenen Diensten, geprüft in unserem Bericht zu DER AKTIONÄR.
Anbieter aus dem Top-Ranking von Lettertest:
- Die Rendite-Spezialisten: Der Dienst mit den meisten Bewertungen auf dem Portal. Unser Test zu Lars Erichsen ordnet Depot und Track Record ein.
- TradingBrothers: Handelssysteme und Ausbildung in einem Paket, angesehen in unserem Bericht zu TradingBrothers.
- MMplatinum: Ein Brief mit Fokus auf Sondersituationen, geprüft in unseren MMplatinum-Erfahrungen.
Verlage, bei denen sich der zweite Blick lohnt:
Aus dem US-Markt kommt mit The Motley Fool der bekannteste Empfehlungsdienst überhaupt. Wichtig für deutsche Leser: Eine deutschsprachige Ausgabe gibt es seit 2023 nicht mehr.
- GeVestor: Zahlreiche Briefe unter einem Dach, mit einer Aboverwaltung, die regelmäßig für Kritik sorgt. Details in unseren GeVestor-Erfahrungen.
- Investor Verlag: Ein Haus mit ähnlichem Geschäftsmodell, untersucht in unserem Test zum Investor Verlag.
- Balthasar Becker: Wie tief eine Einzelprüfung gehen kann, zeigt unser Balthasar-Becker-Test zum BMV-Report.
Alternativen zum Bewertungsportal
Ein zweiter Blick von außen schadet nie. Wer sich nicht allein auf Nutzernoten verlassen will, hat drei praktikable Wege.
Der direkte Weg über Leseproben ist der beste. Fast jeder Anbieter stellt eine aktuelle Ausgabe kostenlos zur Verfügung. Zehn Minuten Lesen sagen mehr über Stil und Tiefe eines Briefes als fünfzig Sternebewertungen von Fremden.
Eine Leseprobe ist eine vollständige, kostenlos abrufbare Ausgabe eines Börsenbriefs, mit der Interessenten Inhalt und Qualität vor dem Abo prüfen können.
Der Einzelkauf ist die zweite Möglichkeit. Über den Börsenkiosk lassen sich einzelne Ausgaben als PDF erwerben, ohne ein Jahresabo abzuschließen. Pro Ausgabe zahlst du etwas mehr als im Abo, dafür entfällt die Bindung.
Bleibt der Blick auf die Herausgeber selbst. Viele Börsenbriefe leben von einer Person, nicht von einer Redaktion. Wer wissen will, mit wem er es zu tun hat, findet in unserer Übersicht der größten Börsenexperten Deutschlands die Namen samt Einordnung. Bei einem personengetriebenen Dienst ist die Vita des Herausgebers oft aussagekräftiger als jede Portalnote.
Fazit: für die Vorauswahl stark, für die Entscheidung zu dünn
Lettertest löst ein echtes Problem. Es gibt keine zweite frei zugängliche Stelle, an der man rund 100 deutschsprachige Börsendienste nach Thema, Region, Anlagehorizont und Preis nebeneinanderlegen kann. Für die erste Eingrenzung nutze ich das Portal selbst.
Die Grenze liegt bei der Bewertungstiefe. Wenn ein Brief mit 60 Jahren Historie an zwei Stimmen hängt, ist die angezeigte Note kein Qualitätsurteil, sondern ein Zufallswert. Die gewichtete Gesamtnote federt das teilweise ab, sie kann fehlende Daten aber nicht ersetzen. Ein eigener Test durch die Portalredaktion wäre der Hebel, der aus dem Verzeichnis ein echtes Vergleichsportal machen würde.
Mein Rat für die Praxis: Nutze das Portal, um aus 100 Diensten drei Kandidaten zu machen. Hol dir dann von diesen dreien die Leseproben, prüfe Track Record und Ausstiegsregeln selbst, und rechne die Abokosten gegen dein Depotvolumen. Diese halbe Stunde Arbeit ersetzt keine Sternebewertung der Welt.
Häufige Fragen zu Börsenbriefen und Lettertest
Welcher Börsenbrief ist der beste?
Einen allgemein besten Börsenbrief gibt es nicht, weil Anlagehorizont und Zielmarkt über die Eignung entscheiden. Im Ranking von Lettertest führen aktuell Cleverselect Investments und TradingBrothers mit je 4,8 Sternen, die meisten Bewertungen sammeln die Rendite-Spezialisten. Für dich zählt aber, ob der Brief zu deinem Zeithorizont passt.
Was kostet ein Börsenbrief?
Die Abopreise im Top-Ranking von Lettertest reichen von kostenlos bis 166 € pro Monat, der Median liegt bei etwa 33 €. Rechne rund 400 € im Jahr für einen durchschnittlichen Dienst. Diese Summe muss der Brief zusätzlich zur Marktrendite erwirtschaften, bevor sich das Abo für dich lohnt.
Sind die Bewertungen auf Lettertest verlässlich?
Die Bewertungen stammen von Lesern, nicht von einer Testredaktion, und eine Abo-Bestätigung wird nicht verlangt. Bei Diensten mit mehreren hundert Stimmen ergibt sich trotzdem ein brauchbares Bild. Bei Briefen mit ein oder zwei Bewertungen ist die Note dagegen ohne Aussagekraft.
Wie viele Börsenbriefe sind bei Lettertest gelistet?
Das Verzeichnis umfasst rund 100 Börsendienste, von denen 26 in die Rangliste der Top Briefe kommen. Darunter sind allerdings auch veraltete Einträge wie Jahresausgaben von 2016 und 2017. Bekannte Anbieter wie die Cashkurs-Dienste von Dirk Müller fehlen dagegen ganz.
Gibt es Börsenbriefe kostenlos?
Ja, einige Dienste im Verzeichnis sind dauerhaft kostenlos, darunter Böhms DAX-Strategie und die BÖRSE am Sonntag. Sie finanzieren sich über Werbung oder über den Verkauf teurerer Zusatzdienste. Prüfe deshalb genau, welche Interessen hinter einer Empfehlung stehen.
Woran erkenne ich einen unseriösen Börsenbrief?
Warnsignale sind unrealistische Renditeversprechen, ein Musterdepot ohne dokumentierte Verlusttrades und fehlende Angaben zu eigenen Positionen des Herausgebers. Auch ein verweigerter Blick in eine Leseprobe ist ein schlechtes Zeichen. Seriöse Anbieter legen Trefferquote und Ausstiegsregeln offen.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1978. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.
Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen 10 Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Die deutsche Börsenbrief-Szene kennt Karsten seit den Achtzigerjahren aus eigener Anschauung: als Leser, als Übersetzer und Verleger von Finanzliteratur und als Herausgeber eigener Marktanalysen. Börsendienste bewertet er nüchtern aus der Trader-Perspektive: Was taugt die Analyse, und was bleibt davon nach Kosten und Risiko übrig?
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.



