Heibel-Ticker Börsenbrief im Test: Erfahrungen, Kosten und Kündigung

Zuletzt aktualisiert: 10. September 2026

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21 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

Investment Akademie: Live-Online-Seminar zum Vermögensaufbau am 20. September 2026
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Ein Börsenbrief, der seit 2006 durchhält, ist in dieser Branche die Ausnahme. Die meisten Dienste verschwinden nach ein paar Jahren oder werden zum Vertriebskanal für eigene Fonds. Der Heibel-Ticker von Stephan Heibel gehört zu den wenigen, die seit zwei Jahrzehnten dasselbe Geschäftsmodell fahren: wöchentliche Analyse gegen Abogebühr, ohne Provisionen von Banken oder Brokern.

Für diesen Bericht habe ich die Anbieterseiten, die AGB und die veröffentlichte Transaktionsliste geprüft. Dabei sind drei Punkte aufgefallen, die auf keiner Werbeseite stehen: eine Preisstruktur, die im Monatsabo deutlich teurer wird, eine automatische Verlängerung mit Kündigungsfrist und eine Performance-Angabe, die je nach Unterseite anders lautet. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Heibel-Ticker Börsenbrief: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Der Heibel-Ticker ist ein wöchentlicher Börsenbrief von Stephan Heibel, dessen Erstausgabe am 4. Januar 2006 erschien
  • Das Musterdepot kam 2008 dazu und hält nie mehr als 20 Titel in vier Bereichen
  • Die PLUS-Mitgliedschaft kostet 150,00 € im Jahresabo, im Monatsabo dagegen 180,00 € pro Jahr
  • Die Mitgliedschaft verlängert sich automatisch, gekündigt wird laut AGB bis 4 Wochen vor Ablauf
  • Für 2025 weist die eigene Transaktionsliste +10,7 % aus, nach Kosten +10,1 %, während der DAX +22,5 % schaffte

Was ist der Heibel-Ticker?

Der Heibel-Ticker ist ein wöchentlicher Börsenbrief für Privatanleger, den der Diplom-Volkswirt Stephan Heibel seit dem 4. Januar 2006 herausgibt. Er erscheint per E-Mail und PDF, erklärt die Hintergründe von Kursbewegungen, enthält eine eigene Sentiment-Analyse und führt seit 2008 ein offen dokumentiertes Musterdepot mit maximal 20 Titeln.

Der Dienst besteht aus drei Stufen. Die kostenlose Variante Heibel-Ticker free liefert Marktrückblick und Sentiment-Analyse. Die kostenpflichtige PLUS-Mitgliedschaft ergänzt Aktienanalysen, konkrete Investmentideen und das Musterdepot. +EXPRESS fügt unterwöchige Updates per Mail und SMS hinzu.

Vom Signaldienst unterscheidet ihn der Anspruch. Heibel liefert keine Einstiegssignale zum Nachhandeln, sondern eine Begründung, warum ein Wert ins Depot passt. Wer Signale sucht, ist bei einem Signaldienst besser aufgehoben, wer verstehen will, warum Kurse laufen, bei einem Börsenbrief.

Wer ist Stephan Heibel?

Stephan Heibel ist Diplom-Volkswirt und schreibt den Börsenbrief allein. Er wurde 1968 in Köln geboren, machte 1988 in Berlin Abitur und absolvierte eine Banklehre bei der Deutschen Bank. Danach studierte er Volkswirtschaftslehre in Würzburg und schloss 1995 ab.

Vor dem Heibel-Ticker arbeitete er in der IT und für eine Börse. Er war SAP-Berater beim Hoechst-Konzern mit Einsatz in den USA, startete gemeinsam mit einem Düsseldorfer Vermögensverwalter den US-Börsenbrief „iWatch“ über die ekip.de AG und arbeitete an Projekten der Schweizer Börse SWX mit. 2005 trennte er sich von seinem damaligen Partner, 2006 startete der Heibel-Ticker.

Stephan Heibel, Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs
Stephan Heibel gibt den Heibel-Ticker Börsenbrief seit 2006 heraus

Für die Recherche nutzt er ein Bloomberg Terminal. Das ist bei einem Ein-Personen-Dienst bemerkenswert, denn ein solcher Zugang kostet fünfstellig im Jahr. Nach eigenen Angaben hat Heibel über seine Branchentätigkeit Zugang zu Vorständen und Analysten und wird regelmäßig zu den Hamburger Investorentagen eingeladen. Seine Texte erscheinen außerdem bei Wallstreet Online, Investing und Finanzmarktwelt.

Der Heibel-Ticker Börsenbrief: die wichtigsten Informationen

Die harten Eckdaten stehen verstreut über mehrere Anbieterseiten. Ich habe sie zusammengezogen und jede Angabe an der Stelle geprüft, an der sie zuletzt gepflegt wurde. Wo sich zwei Seiten widersprechen, steht das weiter unten ausdrücklich dabei.

  • Erstausgabe: 4. Januar 2006, seither über 800 wöchentliche Ausgaben
  • Musterdepot: seit 2008, maximal 20 Titel, vier Bereiche mit fester Sollgewichtung
  • Leser: über 25.000 Mitglieder, davon laut Compliance-Seite eine vierstellige Zahl zahlender PLUS-Mitglieder
  • Umfang: im Schnitt 15 DIN-A4-Seiten je Ausgabe, sieben feste Kapitel
  • Erscheinungsweise: in der Praxis freitags, laut AGB 48 Ausgaben im Jahr vorgesehen und mindestens 30 zugesichert
  • Treuerabatt: 8 % ab dem zweiten Jahr bei nahtloser Verlängerung

Die Leserzahl ist die missverständlichste Angabe des Anbieters. Die 25.000 umfassen alle Empfänger, also überwiegend Leser der kostenlosen Variante. Wie viele davon zahlen, sagt Heibel nur an einer Stelle, und dort heißt es „vierstellige Zahl“. Das ist ehrlicher als die runde Zahl auf der Startseite, aber man muss die Compliance-Seite aufrufen, um es zu erfahren.

Heibel-Ticker im Test: Erfahrungen mit dem Börsenbrief

Drei Quellen nennen drei verschiedene Noten, und alle drei stimmen. Sie messen nur nicht dasselbe: Das Bewertungsportal Lettertest sammelt frei abgegebene Stimmen, ProvenExpert bündelt mehrere Quellen, und der Anbieter zeigt auf seiner eigenen Seite ausgewählte Referenzen.

QuelleNoteStimmen
Lettertest4,5 von 577
ProvenExpert4,61 von 5112
Anbieterseite4,9 von 5578 (Eigenangabe)

Die Eigenangabe des Anbieters lässt sich nicht nachprüfen. Die 578 Stimmen stammen aus dem eigenen Referenzbereich und werden von dort ausgewählt und veröffentlicht. Belastbar sind die beiden Portale, und dort liegt die Note bei 4,5 bis 4,6.

Interessanter als die Gesamtnote sind die Einzelnoten bei Lettertest. Dort wird in sechs Kategorien bewertet, und das Ergebnis fällt auseinander: Schreibstil 4,9, Redaktion 4,7, Preis-Leistung 4,7, Service 4,6, Optik 4,1 und Performance 4,1. Die Leser loben also vor allem, wie Heibel schreibt, und sind mit den Ergebnissen zurückhaltender.

Heibel-Ticker Bewertungen bei Lettertest mit Einzelnoten
Der Stand von 2023 mit 75 Bewertungen. Heute sind es 77, die Einzelnoten sind praktisch unverändert

Der Screenshot ist inzwischen ein Zeitdokument, und er sagt mehr als die aktuelle Zahl. Zwischen 75 und 77 Bewertungen liegen mehr als zwei Jahre. Die Datenbasis wächst kaum, und die jüngste Bewertung stammt vom 22. Januar 2025. Wer die Note für ein aktuelles Urteil hält, überschätzt sie.

Meine eigenen Heibel-Ticker Erfahrungen

Für den Test habe ich die kostenlose Variante abonniert. Sie enthält den Wochenrückblick und die Sentiment-Analyse, aber weder Einzelwertanalysen noch das Musterdepot. Für einen groben Überblick über die Marktlage reicht das, für eine Anlageentscheidung nicht.

Auszug aus einer kostenlosen Ausgabe des Heibel-Ticker free
So liest sich eine kostenlose Ausgabe: Marktlage und Einordnung, keine konkreten Werte

Der Ton ist das, was den Dienst trägt. Heibel erklärt Zusammenhänge in normaler Sprache, ohne die übliche Fachwort-Wand und ohne den Drang, jede Woche eine Sensation zu verkünden. Genau das spiegeln die Lettertest-Noten wider, und genau darin liegt der Unterschied zu Diensten, die vor allem Kaufempfehlungen raushauen.

Wer die Vollversion vor dem Abo sehen will, hat zwei Wege. Im Börsenkiosk kosten einzelne PLUS-Ausgaben 5,00 Euro, dazu gibt es dort eine kostenlose Leseprobe. Bei Lettertest steht ebenfalls eine Probeausgabe als PDF bereit.

Vorteile und Nachteile des Heibel-Ticker Börsenbriefs

Die folgende Abwägung stützt sich ausschließlich auf geprüfte Angaben. Sie stammt aus den AGB, der Bestellseite, der Compliance-Seite und der veröffentlichten Transaktionsliste, nicht aus Werbematerial.

Vorteile des Heibel-Ticker Börsenbriefs

  • Offengelegte Transaktionslisten: Für jedes Jahr seit 2014 stehen Jahresrückblick und Transaktionsliste als PDF öffentlich bereit, mit jeder einzelnen Position.
  • Compliance bei der BaFin angezeigt: Die herausgebende Gesellschaft steht in der öffentlichen BaFin-Liste der institutsunabhängigen Ersteller von Anlageempfehlungen.
  • Keine eigenen Fonds, keine Provisionen: Der Dienst finanziert sich nach eigener Angabe allein aus Abogebühren, es gibt kein Produkt, das nebenbei verkauft wird.
  • Eigene Sentiment-Erhebung: Mit animusX betreibt Heibel eine eigene wöchentliche Anlegerumfrage, die seit 2014 mit dem Handelsblatt kooperiert.
  • Verständliche Sprache: Der am besten bewertete Einzelpunkt bei Lettertest ist mit 4,9 der Schreibstil, und das deckt sich mit meinem Eindruck.

Nachteile des Heibel-Ticker Börsenbriefs

  • Automatische Verlängerung: Die Mitgliedschaft läuft weiter, wenn nicht rechtzeitig gekündigt wird. Die Frist steht nur in den AGB, nicht auf der Bestellseite.
  • Widersprüchliche Preisangaben: Bestellseite und ältere Produktseite nennen unterschiedliche Beträge und Laufzeiten für dasselbe Produkt.
  • Performance-Werbung ohne aktuellen Stand: Der beworbene Durchschnitt taucht in vier Varianten auf, der jüngste ausgewiesene Jahreswert stammt aus 2025.
  • Defensiv heißt auch: langsamer: 2025 lag das Musterdepot mit +10,7 % deutlich hinter dem DAX. In starken Börsenjahren ist das die Regel, nicht die Ausnahme.
  • Keine kostenlose Vollversion: Wer alles sehen will, zahlt. Ein Gratis-Testzeitraum mit vollem Funktionsumfang existiert nicht.
  • Für kurzfristige Trader ungeeignet: Ein wöchentlicher Rhythmus passt nicht zum Daytrading, auch nicht mit Express-Option.

Für wen ist der Heibel-Ticker Börsenbrief geeignet?

Der typische Leser ist über 40 und legt zwischen 50.000 und 200.000 Euro an. Das ist Heibels eigene Beschreibung seiner Leserschaft, und sie passt zum Zuschnitt: Wer ein Depot dieser Größe führt und dafür ein bis fünf Stunden pro Woche aufbringt, kommt mit eigener Recherche kaum durch die Breite der Märkte.

Im Musterdepot geht Sicherheit vor Rendite. Das Portfolio ist so gebaut, dass es in schwachen Marktphasen weniger verliert als der Gesamtmarkt. Der Preis dafür ist, dass es in starken Jahren zurückbleibt. Heibel schreibt das selbst so, und die Zahlen aus 2025 bestätigen es deutlich.

Wer das Depot eins zu eins nachbaut, versteht den Dienst falsch. Die Positionen sind als Orientierung gedacht, nicht als Kopiervorlage. Wer eine fertige Liste zum Nachkaufen sucht, ist mit einem Musterdepot oder einem Signaldienst besser bedient.

Eignet sich der Heibel-Ticker Börsenbrief für Daytrader?

Nein, und daran ändert auch die Express-Option nichts. Der Börsenbrief trennt zwar zwischen langfristigen Investments und kurzfristigen Tradingideen, aber die Hauptausgabe kommt einmal pro Woche. Für Daytrading und Scalping ist das der falsche Takt.

Die Express-Option verkürzt den Weg, aber nicht genug. Sie liefert unterwöchige Updates per Mail und SMS, wenn sich bei einem Portfoliotitel etwas ändert. Das ist eine Benachrichtigung über eine Depotentscheidung, kein Einstiegssignal mit Kursmarke. Wer das braucht, findet es bei Daytrading-Signalen.

Wie ist das Heibel-Ticker Portfolio aufgebaut?

Das Depot ist in vier Bereiche mit fester Sollgewichtung geteilt. Diese Systematik steht in keiner Produktbeschreibung, sondern nur in der Portfolio-Übersicht, die am Ende jeder PLUS-Ausgabe steht. Sie erklärt, warum das Depot in guten Jahren zurückbleibt.

Heibel-Ticker Portfolio mit vier Bereichen und Sollgewichtung
Die Portfolio-Übersicht am Ende jeder Ausgabe: vier Bereiche, Soll- und Ist-Gewichtung, Positionsgröße

Die Aufteilung im Bild ist der Bauplan des Depots. Wachstum hat mit 35 % das größte Soll-Gewicht, es folgen Dividende mit 30 %, Spekulation mit 20 % und Absicherung mit 15 %. Die angestrebte Positionsgröße reicht von 2,5 % im spekulativen Teil bis 7,5 % bei Dividenden- und Absicherungswerten.

Damit ist auch die 20-Titel-Grenze erklärt. Bei Positionsgrößen zwischen 2,5 und 7,5 % sind rund 19 bis 20 Positionen das rechnerische Maximum. Für den Leser heißt das: Jede Neuaufnahme verdrängt eine bestehende Position, es gibt keine unbegrenzt wachsende Empfehlungsliste.

Der Schwerpunkt liegt auf Aktien, aber nicht ausschließlich. Dazu kommen Gold, Unternehmensanleihen, ETFs, Optionen, Hebel- und Knockout-Produkte sowie Bitcoin. Regional liegt der Fokus auf Deutschland und den USA, ergänzt um Europa, Asien und Schwellenländer.

Heibel-Ticker Inhalte

Jede Ausgabe folgt derselben Gliederung aus sieben Kapiteln. Sie kommt freitags als E-Mail und PDF und umfasst im Schnitt 15 DIN-A4-Seiten. Wer den Aufbau einmal kennt, findet den für ihn wichtigen Teil in Sekunden.

  • Kapitel 1: Einführung und Ausblick auf die Ausgabe
  • Kapitel 2: Rückblick auf die Börsenwoche
  • Kapitel 3: Sentiment-Analyse mit technischer Einordnung
  • Kapitel 4: Börsenausblick mit konkreten Investmentideen (nur PLUS)
  • Kapitel 5: Updates zu den Werten auf der Watchlist (nur PLUS)
  • Kapitel 6: Beantwortung von Leserfragen
  • Kapitel 7: Das Musterdepot im Überblick (nur PLUS)

Die Sentiment-Analyse im Heibel-Ticker

Die Sentiment-Analyse ist der Teil, den kein anderer Börsenbrief in dieser Form hat. Sie beruht nicht auf gekauften Daten, sondern auf einer eigenen wöchentlichen Umfrage unter Privatanlegern, die Heibel seit 2006 unter dem Namen animusX betreibt. Seit 2014 läuft sie in Kooperation mit dem Handelsblatt.

Die eigene Umfrage wird mit externen Stimmungsindikatoren kombiniert. Dazu zählen das Euwax-Sentiment, das Put-Call-Verhältnis an Eurex und CBOE, die Investitionsquote der US-Fondsmanager, das Bulle-Bär-Verhältnis der US-Privatanleger und der Angst-und-Gier-Index.

Ihr Gewicht hat 2026 noch zugenommen. Joachim Goldberg, drei Jahrzehnte lang der bekannteste deutsche Sentiment-Analyst, hat seine aktive Arbeit beendet. Heibel hat das im August 2026 in einem Videogespräch aufgegriffen und hält die wöchentliche Erhebung über animusX für Privatanleger offen. Damit ist animusX für den deutschen Markt zur maßgeblichen Quelle dieser Datenreihe geworden.

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Was unterscheidet den Heibel-Ticker Börsenbrief von anderen Börsenbriefen?

Der wichtigste Unterschied ist, womit der Herausgeber sein Geld verdient. Heibel nimmt nach eigener Angabe keine Provisionen von Banken, Brokern oder Emittenten und legt keine eigenen Fonds auf. Damit fällt der Interessenkonflikt weg, der bei Verlagen mit eigenen Fondsprodukten im Raum steht.

Die Selbstbeschränkung ist schriftlich hinterlegt und öffentlich einsehbar. Auf einer eigenen Compliance-Seite steht, wer an der Erstellung beteiligt ist, wie Frontrunning ausgeschlossen wird und welche Regeln für Heibels eigene Käufe gelten. Er handelt seine Empfehlungen selbst, aber ausdrücklich zeitverzögert nach der Veröffentlichung.

Diese Zeitverzögerung ist der ehrlichste Punkt des ganzen Konzepts. Ein Finanzjournalist darf Aktien, über die er schreibt, gar nicht handeln. Heibel darf es, weil er den Kauf nach seinen Lesern tätigt. Wer wissen will, ob jemand an seine eigenen Empfehlungen glaubt, hat hier eine Antwort, die die meisten Börsenbriefe nicht liefern können.

Eine Untergrenze schützt vor Kursbeeinflussung. Besprochen werden nur Aktien mit mindestens 50 Mio. € Marktkapitalisierung und mindestens 1 Mio. € Tagesumsatz. Bei über 25.000 Empfängern ist das keine Formalie: In einem engen Nebenwert würde die Empfehlung selbst den Kurs bewegen.

Wer den Dienst selbst ansehen will, findet ihn unter heibel-ticker.de. Die Anbieterseite zeigt die aktuellen Blogbeiträge, die Bestellseite und den Referenzbereich. Zum Vergleich lohnt der Blick auf zwei Dienste mit anderem Zuschnitt: FeneroFolio bedient dieselbe Kategorie aus der YouTube-Generation, der Friedrich Report liefert wenige, dafür ausführliche Einzelwertanalysen mit Makro-Unterbau.

Beim Takt gibt es Alternativen in beide Richtungen. Wer täglich lesen will, findet beim Wellenreiter an rund 200 Handelstagen im Jahr eine Frühausgabe, dafür ohne Musterdepot mit konkreten Positionen. Deutlich offensivere Zielrenditen nennt Michael Proffe. Einen Überblick über die Kategorie gibt unser Börsenbrief-Vergleich.

Heibel-Ticker Kosten: Wie teuer ist der Börsenbrief von Stephan Heibel?

Die Preisstruktur hat eine Falle, und sie steht nicht im Kleingedruckten. Auf der Bestellseite stehen zwei Spalten nebeneinander: Monatsmitgliedschaft und Jahresmitgliedschaft. Wer monatlich zahlt, zahlt aufs Jahr gerechnet erheblich mehr.

StufeJahresaboMonatsabo
free0,00 €0,00 €
PLUS150,00 €180,00 €
+EXPRESS225,00 €300,00 €

Alle Beträge in der Tabelle sind Jahressummen. Im Jahresabo entspricht PLUS 12,50 € pro Monat und +EXPRESS 18,75 € pro Monat. Im Monatsabo sind es 15,00 € beziehungsweise 25,00 €.

Der Aufschlag für monatliche Zahlung beträgt 30 bis 75 Euro im Jahr. Bei PLUS sind es 30,00 €, bei +EXPRESS 75,00 € oder ein Drittel des Jahrespreises. Der Anbieter beziffert die Ersparnis der Jahresvariante selbst mit „über 16 %“ beziehungsweise 25 %. Wer sich ohnehin länger binden will, zahlt im Monatsabo also ohne Gegenwert drauf.

Ab dem zweiten Jahr kommt ein Treuerabatt von 8 % dazu. Er gilt bei nahtloser Verlängerung des Jahresabos. Das ist die Umkehrung des branchenüblichen Modells, bei dem Neukunden den Rabatt bekommen und Bestandskunden den Listenpreis zahlen.

Eine ältere Produktseite nennt bis heute andere Zahlen. Dort stehen für PLUS „zwischen 50 und 150 Euro“ bei Laufzeiten von 3 bis 12 Monaten und ein Schnupperabo über 4 Wochen für 25 Euro. Diese Seite ist über die Hauptnavigation nicht mehr erreichbar, taucht aber in den Google-Ergebnissen auf. Maßgeblich ist die Bestellseite, auf die das Menü führt.

Gibt es eine kostenlose Testversion?

Eine kostenlose Vollversion gibt es nicht. Die free-Variante läuft unbegrenzt, enthält aber weder Aktienanalysen noch das Musterdepot. Ein zeitlich befristeter Vollzugang zum Nulltarif ist auf der Bestellseite nicht vorgesehen.

Heibel-Ticker Website mit Schnupperabo für 25 Euro im Jahr 2023
Die Website im Juni 2023: Damals warben Menü und Seitenleiste offen mit dem 4-Wochen-Schnupperabo

Der Screenshot zeigt, wie stark sich der Auftritt verändert hat. Die Menüpunkte „Probelesen“ und „Bestellung“ von damals gibt es heute nicht mehr, die Navigation führt nur noch vier Punkte. Das Schnupperabo für 25 Euro dagegen steht weiterhin auf der älteren Produktseite, nur eben nicht mehr dort, wo ein Interessent zuerst nachsieht.

Laufzeit und Kündigung: worauf du achten musst

Die Mitgliedschaft verlängert sich automatisch. Laut AGB beträgt die Laufzeit ein Jahr und verlängert sich um denselben Zeitraum, wenn nicht spätestens vier Wochen vor Ablauf gekündigt wird. Bei monatlicher Zahlungsweise gilt eine verkürzte Frist von zwei Wochen.

Diese Frist steht ausschließlich in den AGB. Auf der Produktseite heißt es stattdessen, das Abonnement lasse sich „jederzeit durch eine formlose E-Mail” kündigen. Beides zusammen ergibt kein klares Bild, und im Zweifel gilt der Vertragstext. Die Kündigung geht formlos an kuendigung@heibel-ticker.de.

Der Anbieter stellt zusätzlich Kulanz in Aussicht. In seiner FAQ schreibt Heibel, in den vergangenen 20 Jahren sei jede Kündigung angenommen worden, auch bei verspäteter Frist. Das ist eine freiwillige Zusage und kein Anspruch. Wer sichergehen will, hält die Frist ein oder schaltet die automatische Verlängerung von vornherein ab.

So funktioniert die Anmeldung für den Heibel-Ticker Börsenbrief

Der Weg führt heute über den Menüpunkt „Mitglied werden“. Dort stehen die drei Stufen nebeneinander, und die Umschaltung zwischen Monats- und Jahresmitgliedschaft entscheidet über den Preis. Für die kostenlose Variante genügt die Eingabe der E-Mail-Adresse.

Bei der Zahlung stehen drei Wege zur Wahl. PayPal, Lastschrift innerhalb Deutschlands und Österreichs sowie Rechnung, zahlbar innerhalb von sieben Tagen. Die Mitgliedschaft beginnt laut AGB mit dem Zahlungseingang, nicht mit der Bestellung.

Lohnt sich der Heibel-Ticker Börsenbrief?

Die Rechnung hängt an der Depotgröße, nicht am Abopreis. Bei 150 Euro im Jahr und einem Depot von 50.000 Euro entspricht das Abo 0,3 % des Vermögens. Bei 10.000 Euro sind es bereits 1,5 % und damit mehr, als viele ETF-Depots an laufenden Kosten verursachen.

Für den Renditevergleich taugt der Börsenbrief allerdings nicht. Heibel schreibt selbst, die Performance des Musterdepots sei nicht das oberste Ziel, und verweist auf Leser, deren eigene Depots besser laufen. Wer allein die Rendite sucht, ist mit einem breit streuenden Indexfonds meist günstiger und im Zweifel erfolgreicher unterwegs.

Der Wert liegt im Verstehen, und das ist keine Ausrede. Wer wöchentlich nachvollziehen kann, warum ein Kurs läuft, trifft mit der Zeit eigene Entscheidungen statt fremde nachzukaufen. Diesen Nutzen kann man nicht in Prozent messen, aber er ist der Grund, warum Leser über Jahre bleiben.

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Was das Musterdepot 2025 wirklich erreicht hat

Auf jeder Anbieterseite steht eine Performance-Zahl, und keine gleicht der anderen. Ich habe die vier Fundstellen nebeneinandergelegt. Sie widersprechen sich nicht im Kern, aber sie beziehen sich auf verschiedene Zeiträume und tragen unterschiedliche Vergleichswerte.

FundstelleAngabeDAX
Startseite10 % p.a. (Anfang 2021)6 % p.a.
Produktseite+315 % (Ende 2022)keiner
Produktseite10,5 % p.a. (Ende 2023)7,5 % p.a.
Performance10 % p.a. (Mitte 2025)7 % p.a.

Die Performance-Seite ist die aktuellste Quelle und damit maßgeblich. Dort steht der Durchschnitt seit 2008 bei 10 % pro Jahr gegen 7 % beim DAX, und dort steht auch der Satz, den die Werbung weglässt: Seit 2008 gab es zwei Verlustjahre, nämlich 2018 und 2022.

Für 2025 lässt sich die Zahl selbst nachrechnen. Heibel veröffentlicht für jedes Jahr seit 2014 eine vollständige Transaktionsliste als PDF. Die Ausgabe für 2025 weist einen Startwert von 99.837,13 € und einen Endstand von 110.563,84 € aus, also +10,7 %. Nach Transaktionskosten bleiben +10,1 %.

BereichErgebnis 2025Depotanteil
Spekulation+21,4 %21 %
Wachstum+1,5 %34,5 %
Dividende+12,9 %26,9 %
Absicherung+10,8 %12,6 %

Der DAX schaffte im selben Jahr +22,5 %. Gemessen vom Schlusskurs am 27. Dezember 2024 bei 19.984 Punkten auf 24.490 Punkte am 30. Dezember 2025. Das Musterdepot lag damit 2025 bei knapp der Hälfte des Index, genau der Fall also, den Heibel auf seiner Performance-Seite ankündigt.

Das ist keine Fehlleistung, sondern die eingebaute Eigenschaft. Ein Depot, das 24 Käufe und 22 Verkäufe über vier Risikoklassen streut und 12,6 % in Gold, Anleihen und Bitcoin als Absicherung hält, kann in einem Rallye-Jahr nicht mithalten. Kritisch ist nicht das Ergebnis, sondern der Werbesatz „Schlägt der Heibel-Ticker den DAX? Ja!“, der auf der FAQ-Seite ohne diese Einschränkung steht.

Die Offenlegung selbst ist trotzdem ungewöhnlich weit. Dass ein Börsenbrief jede einzelne Transaktion mit Datum, Kurs, Stückzahl und Gewinn oder Verlust je Position als PDF veröffentlicht, ist in dieser Branche selten. Wer die Zahlen prüfen will, kann es tun, und das unterscheidet den Dienst von Anbietern, die nur eine Prozentzahl in die Werbung schreiben.

Podcast, YouTube und animusX: Heibels Angebote neben dem Börsenbrief

Wer den Ton vorab prüfen will, braucht kein Abo. Neben dem Börsenbrief betreibt Heibel drei frei zugängliche Kanäle, und auf keinem davon weist die Anbieterseite prominent hin. Der Podcast steht bei Google trotzdem auf der ersten Seite zur Marke.

Der Heibel-Ticker Podcast läuft wöchentlich. Seit Dezember 2024 sind 85 Folgen erschienen, die jüngste am 8. September 2026. Inhaltlich greift er die Themen der Wochenausgabe auf, zuletzt etwa den Nvidia-Deal und die Zinsrisiken im KI-Sektor. Er ist bei Spotify und Apple Podcasts kostenlos verfügbar.

Der YouTube-Kanal ist deutlich kleiner. Er läuft seit November 2011, hat 123 Videos und rund 1.060 Abonnenten bei knapp 41.000 Aufrufen insgesamt. Dort finden sich vor allem Gespräche mit anderen Marktteilnehmern, darunter das Videogespräch mit Joachim Goldberg.

animusX ist der interessanteste der drei Kanäle. Wer an der wöchentlichen Sentiment-Umfrage teilnimmt, bekommt die Auswertung kostenlos zugeschickt. Das ist derselbe Datensatz, der in Kapitel 3 jeder Börsenbrief-Ausgabe steht, und für Anleger, die nur die Stimmungsdaten wollen, ist es der günstigste Zugang zum Kern des Angebots.

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Heibel-Ticker Fazit: ist der Börsenbrief seriös?

Ja, und dafür gibt es mehr als einen Eindruck. Die herausgebende ekip.de AG steht in der öffentlichen Liste der institutsunabhängigen Ersteller von Anlageempfehlungen, die die BaFin nach § 86 Absatz 2 WpHG führt. Mit Stand vom 28. Juli 2026 umfasst sie 267 Einträge.

Die BaFin selbst dämpft die Erwartung an diesen Eintrag. Sie schreibt, die Eintragung lasse „keine Rückschlüsse auf die Qualität der veröffentlichten Analysen zu“, und eine regelmäßige Prüfung sei nach § 86 WpHG nicht vorgesehen. Der Eintrag belegt also, dass der Anbieter seiner Anzeigepflicht nachgekommen ist, und nicht, dass jemand die Analysen geprüft hätte.

Zwei Angaben gehören für ein vollständiges Bild dazu. Das Impressum nennt Stephan Heibel persönlich als Herausgeber, mit Hamburger Anschrift und Umsatzsteuer-ID, aber ohne Handelsregistereintrag. Die AGB nennen als Herausgeber dagegen die ekip.de AG. Beides zusammen heißt: Es lohnt sich, vor der Bestellung nachzusehen, mit wem man den Vertrag schließt.

Unterm Strich ist der Heibel-Ticker ein solider, aber kein spektakulärer Dienst. Er erklärt gut, arbeitet ohne Interessenkonflikt und legt seine Zahlen offen, und zwar weiter, als es in dieser Branche üblich ist. Er ist dafür langsam, in starken Börsenjahren dem Index unterlegen und in seinen Preis- und Kündigungsangaben unnötig unübersichtlich. Wer verstehen will statt nachzukaufen, bekommt hier etwas fürs Geld.

FAQ zum Heibel-Ticker Börsenbrief

DAX vs. Heibel-Ticker Börsenbrief: Wer performt besser?

Über den Zeitraum seit 2008 nennt der Anbieter für sein Musterdepot 10 % pro Jahr gegenüber 7 % beim DAX. Für einzelne Jahre kann das Bild umgekehrt aussehen: 2025 lag das Musterdepot laut eigener Transaktionsliste bei +10,7 %, der DAX bei +22,5 %. Das defensiv gebaute Depot bleibt in starken Börsenjahren zurück.

Wie viele Werte sind im Portfolio von Stephan Heibel?

Das Musterdepot hält nie mehr als 20 Titel gleichzeitig. Sie verteilen sich auf vier Bereiche mit fester Sollgewichtung: Wachstum 35 %, Dividende 30 %, Spekulation 20 % und Absicherung 15 %.

Wie kann ich den Börsenbrief kündigen?

Die Kündigung geht formlos per E-Mail an kuendigung@heibel-ticker.de. Wichtig ist die Frist: Laut AGB verlängert sich die Mitgliedschaft automatisch, wenn nicht spätestens vier Wochen vor Ablauf gekündigt wird. Bei monatlicher Zahlungsweise sind es zwei Wochen.

Was kostet der Heibel-Ticker Börsenbrief?

Die free-Variante ist kostenlos. Die PLUS-Mitgliedschaft kostet im Jahresabo 12,50 € pro Monat, also 150,00 € im Jahr, im Monatsabo dagegen 15,00 € pro Monat und damit 180,00 € im Jahr. Für +EXPRESS sind es 18,75 € beziehungsweise 25,00 € pro Monat, also 225,00 € oder 300,00 € im Jahr. Ab dem zweiten Jahr kommt ein Treuerabatt von 8 % dazu.

Welche Handelsinstrumente umfasst der Heibel-Ticker Börsenbrief?

Im Zentrum stehen Aktien mit mindestens 50 Mio. € Marktkapitalisierung. Dazu kommen Gold, Unternehmensanleihen, ETFs, Optionen sowie Hebel- und Knockout-Produkte. Auch Bitcoin ist im Musterdepot vertreten, im Bereich Absicherung.

Ist der Heibel-Ticker bei der BaFin registriert?

Die herausgebende ekip.de AG steht in der BaFin-Liste der institutsunabhängigen Ersteller von Anlagestrategie- und Anlageempfehlungen. Die BaFin weist ausdrücklich darauf hin, dass die Eintragung keine Aussage über die Qualität der Analysen trifft und keine regelmäßige Prüfung stattfindet.

Gibt es den Heibel-Ticker auch als Podcast?

Ja. Der Heibel-Ticker Podcast erscheint wöchentlich und ist bei Spotify und Apple Podcasts kostenlos verfügbar. Seit Dezember 2024 sind 85 Folgen erschienen. Daneben betreibt Stephan Heibel einen YouTube-Kanal mit rund 1.060 Abonnenten.

Wie viel Rendite kann ich mit dem Heibel-Ticker Börsenbrief erwarten?

Eine Renditezusage kann niemand seriös geben. Der Anbieter nennt für das Musterdepot seit 2008 einen Durchschnitt von 10 % pro Jahr und weist zwei Verlustjahre aus, 2018 und 2022. Die Ergebnisse des Musterdepots lassen sich zudem nicht eins zu eins auf ein eigenes Depot übertragen.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1978 aktiv und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader in den Märkten Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsen. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte alle 10 Bücher des amerikanischen Trading-Autors, bekannt für den Ross-Haken und den Traders Trick Entry.

Bei günstigen Börsenbriefen achtet Karsten vor allem darauf, wovon der Herausgeber lebt. Ein niedriger Abopreis ist nur dann ein Vorteil, wenn er nicht über Kick-Backs, eigene Fonds oder bezahlte Aktienvorstellungen ausgeglichen wird. Für diesen Bericht wurden die Anbieterseiten, die AGB, die Bestellseite, die Compliance-Seite, die BaFin-Liste und die veröffentlichte Transaktionsliste 2025 an der Quelle geprüft.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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