Die Renditemanufaktur wirbt für das alphaDEPOT von Dr. Dennis Riedl mit einem Plus von 229 Prozent seit Januar 2023, nennt aber weder Stichtag noch Rechenweg. Auf derselben Website steht für den Teildienst alphaSEASONS einmal „+725%“ und ein paar Zeilen tiefer „+704%“ seit Start. Die Renditemanufaktur GmbH aus Kulmbach betreibt die Börsenbriefe des früheren AKTIONÄR-Redakteurs und weiterer Autoren. Wir haben am 15. Oktober 2026 geprüft, was die Dienste kosten, was im Vertrag steht und welche Zahlen sich belegen lassen.
Wir haben kein Abo abgeschlossen, sondern alles ausgewertet, was sich von außen prüfen lässt. Dazu gehören die AGB, der Disclaimer, das Impressum, die Produkt- und FAQ-Seiten, das Handelsregister, die Liste der BaFin, Bewertungsportale und der YouTube-Kanal von Dennis Riedl. Kagels Trading verkauft selbst Signale und ist damit ein Mitbewerber, deshalb trennen wir Belege und Einschätzung sichtbar. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Renditemanufaktur in 30 Sekunden
Die Kernpunkte unserer Prüfung vom 15. Oktober 2026:
- Was die Renditemanufaktur ist: Ein Börsenbrief-Verlag aus Kulmbach, der kostenpflichtige Börsendienste mit Kauf- und Verkaufsempfehlungen anbietet und seit 2021 im Handelsregister steht. Das Hauptprodukt ist das alphaDEPOT von Dr. Dennis Riedl, dazu kommen Dienste von AWSX, Carsten Stork und Patrik Leuchte.
- Was es kostet: Das Komplettpaket alphaDEPOT kostet 2.500 Euro im Jahr, die drei Einzeldienste 900, 1.200 und 1.500 Euro im Jahr. Abos verlängern sich laut AGB automatisch, die Kündigungsfrist beträgt sechs Wochen.
- Positiv: Deutsche GmbH mit klarem Impressum, Eintrag in der Liste der BaFin für Ersteller von Anlageempfehlungen, Kündigungsbutton im Seitenfuß und viele kostenlose Inhalte auf YouTube.
- Kritisch: Die öffentlich beworbenen Renditen haben weder Stichtag noch Rechenweg, eine DAX-Vergleichszahl stammt erkennbar aus 2024, und die Abokosten sind im Verhältnis zum empfohlenen Kapital hoch.
- Bewertungen: Google zeigt 4,9 Sterne bei 256 Bewertungen. Auf ProvenExpert sind von 29 Bewertungen fünf sichtbar, ein eindeutig zuordenbares Trustpilot-Profil haben wir nicht gefunden.
Was ist die Renditemanufaktur?
Die Renditemanufaktur ist ein Börsenbrief-Verlag aus Kulmbach, der kostenpflichtige Börsendienste mit Kauf- und Verkaufsempfehlungen, kostenlose Reports und Workshops für Privatanleger anbietet.
Kern des Angebots sind Abonnements, mit denen du ein Musterdepot nachhandeln kannst. So beschreibt es die FAQ der Renditemanufaktur: Die Chefredakteure geben Empfehlungen, du setzt sie bei deinem eigenen Broker um. Eine Vermögensverwaltung findet ausdrücklich nicht statt. Das bekannteste Produkt ist das alphaDEPOT von Dr. Dennis Riedl, das wir unten im Detail ansehen.
Unter dem Dach der GmbH laufen mehrere Marken mit eigenen Domains. Neben alphadepot.de gehören dazu Aktie und Hebel der Woche von Riedl, der Telegram-Trader des Charttechnikers AWSX, der CS Investor des Rohstoffexperten Carsten Stork und Leuchte Trading von Patrik Leuchte. Alle Impressen nennen dieselbe Gesellschaft in Kulmbach. Die Domain renditemanufaktur.de ist inzwischen ein Portal mit kostenlosem Konto für Reports und Workshops.
Die Renditemanufaktur im Steckbrief
| Anbieter | Renditemanufaktur GmbH, Kressenstein 28, 95326 Kulmbach |
| Register | Amtsgericht Bayreuth, HRB 7403, eingetragen am 11. März 2021 |
| Geschäftsführer | Thomas Eidloth |
| Bekanntester Autor | Dr. Dennis Riedl (alpha-Strategien) |
| Weitere Autoren | AWSX, Carsten Stork, Patrik Leuchte |
| Angebot | Börsenbriefe im Abo, Reports, Workshops |
| BaFin | gelistet als Ersteller von Anlageempfehlungen |
| Kunden | nur Deutschland, Österreich und Schweiz |
| Google-Bewertung | 4,9 bei 256 Bewertungen (15. Oktober 2026) |
Wer ist Dr. Dennis Riedl?
Dennis Riedl ist Chefredakteur der alpha-Börsendienste und das bekannteste Gesicht der Renditemanufaktur. Auf alphadepot.de erzählt er, seine ersten Investments mit 18 Jahren seien „so richtig schief gegangen“, mit Metabox und der Telekom. Danach habe ihn die Frage nach systematischen Gewinnen durch sein Mathematik-Studium begleitet. Später war er Redakteur bei DER AKTIONÄR.
Seine Zeit beim AKTIONÄR ist öffentlich belegt. In einem Artikel vom 30. Mai 2020 führt ihn das Magazin als technischen Analysten, Börsenbriefautor und leitenden Redakteur technischer Systeme der Börsenmedien AG, die ebenfalls in Kulmbach sitzt. Sein eigener YouTube-Kanal besteht seit März 2021 und hatte am Prüftag 61.200 Abonnenten und 854 Videos.
Fach und Hochschule seiner Promotion nennt die Website nicht. Ein Mathematikstudium gibt der Anbieter an, den Doktortitel führt Riedl in allen Auftritten. Beides konnten wir nicht unabhängig bestätigen. Für die Bewertung der Börsendienste zählt ohnehin, was die Empfehlungen leisten, und dazu kommen wir weiter unten.
Die Renditemanufaktur selbst führt Thomas Eidloth. Er ist laut Handelsregister seit der Eintragung im März 2021 Geschäftsführer und wird auf renditemanufaktur.net als Gründer vorgestellt. Riedl tritt nach außen als Autor und Stratege auf. Ob er an der GmbH beteiligt ist, geht aus den öffentlich frei einsehbaren Angaben nicht hervor.
Was steckt im alphaDEPOT?
Das alphaDEPOT bündelt drei Börsendienste mit unterschiedlichem Risiko und ein saisonales Trade-Paket. alphaTREND, alphaMAXIMUM und alphaMULTI führen je ein eigenes Musterdepot mit einem PDF-Report alle 14 Tage, die Empfehlungen kommen per E-Mail und SMS. alphaSEASONS ist ein depotunabhängiges Trade-Paket, dessen Reports vor dem jeweiligen Trade erscheinen. Das Komplettpaket enthält zusätzlich einen monatlichen Gesamtreport. Laut alphaDEPOT-FAQ arbeitet Riedl dafür vor allem mit „selbst entwickelten Systemen“:
| Baustein | Ausrichtung laut Anbieter |
|---|---|
| alphaTREND | Trendfolge mit Aktien, Auswahl über eine eigene Rangliste („Alpha-Score“), 2 bis 3 Trades im Monat |
| alphaMAXIMUM | Hebelprodukte auf Aktien, Rohstoffe und Kryptowährungen, auch Short, 4 bis 6 Trades im Monat |
| alphaMULTI | laut Anbieter über 500 Einzelstrategien auf Indizes, ETFs, Anleihen, Rohstoffe und Kryptowährungen, 4 bis 8 Trades im Monat |
| alphaSEASONS | saisonale Einzeltrades mit Hebel, etwa 8 bis 10 im Jahr |
Drei der vier Bausteine setzen Hebelprodukte ein. Gehandelt werden vor allem Turbo-Zertifikate, Mini-Futures und Optionsscheine. Dafür brauchst du bei deinem Broker die Termingeschäftsfähigkeit, und manche Scheine sind bei Neobrokern nicht handelbar. Wie Knock-out-Zertifikate funktionieren und warum sie wertlos verfallen können, erklären wir separat. alphaTREND kommt dagegen ohne Hebel aus und folgt klassischen Trendfolgestrategien.
Der Zeitaufwand ist gering, das empfohlene Kapital nicht. Die FAQ nennen für die Umsetzung „wenige Minuten pro Monat“. Gleichzeitig werden die Musterdepots mit je 10.000 Euro aufgelegt, und genau diese Summe empfiehlt der Anbieter „als Mindestkapital pro Börsendienst, damit die Kosten noch in einem gutem Verhältnis zur Rendite stehen“. Wer alle drei Depots nachbildet, plant also mit mindestens 30.000 Euro. Kredite solle man ausdrücklich nicht einsetzen.
Wichtig ist der Zeitpunkt der Umsetzung. Bei alphaTREND und alphaMAXIMUM gilt als Referenz der Kurs um 17:30 Uhr, bei alphaMULTI der Kurs zwei Stunden nach der Ankündigung. Wer später handelt, kann laut FAQ eine andere Performance erzielen als das Musterdepot. Bei Hebelprodukten kann der Unterschied in kurzer Zeit groß werden.
Was kostet das alphaDEPOT?
Die alpha-Dienste sind offen ausgepreist, als Halbjahres- oder Jahresabo. Wir haben die Preise am 15. Oktober 2026 auf den Produktseiten im Browser abgerufen und nur gezählt, was sichtbar angezeigt wird. Im Paket wird jeder Dienst günstiger, die Summe ergibt den Paketpreis:
| Dienst | Halbjahr / Jahr einzeln | Jahr im Paket |
|---|---|---|
| alphaTREND | 500 / 900 Euro | 600 Euro |
| alphaMAXIMUM | 700 / 1.200 Euro | 900 Euro |
| alphaMULTI | 900 / 1.500 Euro | 1.000 Euro |
| alphaDEPOT gesamt | nur Jahresabo | 2.500 Euro statt 3.600 Euro |
alphaSEASONS ist im Paket enthalten, einzeln aber gerade nicht buchbar. Auf der Seite von alphaSEASONS steht statt eines Preises eine Warteliste für die „nächste Chance zum Einstieg“. Ebenso ist der Telegram-Trader von AWSX für Neueinsteiger derzeit nur über eine Warteliste erreichbar. Der CS Investor von Carsten Stork kostet 700 Euro im Halbjahr oder 1.200 Euro im Jahr, jeweils mit 30 Tagen kostenlosem Test.
Gemessen am empfohlenen Kapital ist das alphaDEPOT teuer. Bei 30.000 Euro für drei Depots frisst der Paketpreis rechnerisch gut 8 Prozent im Jahr, bevor eine einzige Order Gewinn bringt. Dazu kommen Ordergebühren und Spreads der Hebelprodukte, und laut FAQ sind die ausgewiesenen Renditen vor Steuern gerechnet. Ob die Abokosten in die Musterdepots eingerechnet sind, sagt der Anbieter nicht. Wer nur alphaTREND mit 10.000 Euro nachbildet, zahlt mit 900 Euro sogar 9 Prozent.
Laufzeit, Verlängerung und Kündigung
Jedes Abo verlängert sich laut AGB automatisch um seine volle Laufzeit. So steht es in § 5 der AGB der Renditemanufaktur (Stand Oktober 2025): Die AGB sehen vor, dass sich ein Abo ohne Kündigung bis sechs Wochen vor Ende um ein weiteres Halbjahr oder Jahr verlängert, und zwar „zum dann gültigen Listenpreis“. Ob beim alphaDEPOT der Paketpreis oder die durchgestrichenen 3.600 Euro als Listenpreis gelten, sagen die AGB nicht. Ob Verlängerung und Kündigungsfrist gegenüber Verbrauchern so wirksam sind, beurteilen wir nicht; § 309 Nr. 9 BGB setzt beidem Grenzen.
Positiv ist, wie einfach die Kündigung ist. Sie geht in Textform, etwa per E-Mail an abo@renditemanufaktur.de, oder über einen Kündigungsbutton im Seitenfuß jeder Seite. Zur Fristwahrung reicht die rechtzeitige Absendung. Kunden in Österreich und der Schweiz bekommen vor Fristende einen gesonderten Hinweis. Pausieren lässt sich ein Abo laut FAQ nicht.
Die AGB räumen Verbrauchern ein Widerrufsrecht von 14 Tagen ein. Bei kostenpflichtigen digitalen Inhalten erlischt es nach § 356 Abs. 6 BGB vorzeitig, wenn der Anbieter mit der Vertragserfüllung begonnen hat, du dem vor Fristende ausdrücklich zugestimmt und deine Kenntnis vom Rechtsverlust bestätigt hast und dir eine Vertragsbestätigung vorliegt, die diese Erklärungen festhält. Die AGB verweisen dafür noch auf Absatz 5, digitale Inhalte regelt heute Absatz 6. Ob das im Bestellprozess so abgefragt wird, haben wir ohne Bestellung nicht geprüft. Zwei weitere Klauseln solltest du kennen: Nach der Mindestlaufzeit darf der Anbieter die Preise „nach billigem Ermessen“ erhöhen, mit Sonderkündigungsrecht. Und an einer Verbraucherschlichtung nimmt die Renditemanufaktur nach § 19 nicht teil.
Wie belastbar sind die Performance-Angaben?
Die Renditemanufaktur wirbt mit großen Zahlen, liefert aber auf den öffentlichen Seiten keine nachprüfbare Grundlage. Wir haben am 15. Oktober 2026 nur gezählt, was im Browser sichtbar angezeigt wird. Einige Angaben stehen zusätzlich ausgeblendet im Quelltext; die haben wir bewusst nicht gewertet.
- alphaDEPOT: Eine Grafik auf der Startseite zeigt „+229% seit 01.01.2023“ gegen MSCI World „+82%“. Ein Enddatum fehlt, die Kurve reicht ungefähr bis Mitte 2026.
- alphaTREND: „Seit Januar 2024 steht alphaTREND bereits bei +29%, der DAX nur bei +9%.“ Auch hier fehlt der Stichtag.
- alphaSEASONS: Oben „+725% seit Start im Oktober 2021“, im Text darunter „+704% seit Auflage im Oktober 2021“.
- alphaMAXIMUM: Zwei Einzelbeispiele: Ein Schein „notiert derzeit bei +220%“, mit dem Zusatz „Stand: 15. Mai 2025“.
Am deutlichsten veraltet ist der DAX-Vergleich bei alphaTREND. Der DAX stand am ersten Handelstag 2024 bei rund 16.770 Punkten und am 15. Oktober 2026 bei rund 25.390 Punkten, laut Kurshistorie bei Yahoo Finance also gut 51 Prozent höher. Seit Anfang 2025 lag der DAX an keinem Handelstag weniger als 17 Prozent über diesem Startwert. Die „+9%“ können sich also nur auf einen Zwischenstand aus dem Jahr 2024 beziehen. Wie alphaTREND heute im Vergleich steht, verrät die Seite nicht. Der Satz liest sich, als läge die Strategie klar vorn, und ist für einen heutigen Leser nicht mehr überprüfbar.
Die beiden Zahlen für alphaSEASONS stehen auf derselben Seite. „+725%“ und „+704%“ seit demselben Startmonat können zu unterschiedlichen Zeitpunkten entstanden sein. Ohne Datum an beiden Angaben bleibt offen, welche aktuell ist. Dieselbe Seite meldet außerdem, eine Strategie habe „14 Signale in 57 Jahren“ geliefert, „alle wurden zu Volltreffern“. Laut Anbieter wird das vierzehnte Signal real gehandelt. Welche der früheren Ergebnisse rückgerechnet sind und welche auf damals veröffentlichten Empfehlungen beruhen, ist öffentlich nicht nachvollziehbar.
Auch die Hauptgrafik lässt die wichtigsten Fragen offen. Unklar ist, wie die drei Depots zu einer Kurve zusammengerechnet werden, ob Gebühren und Spreads abgezogen sind und ob der Startpunkt 1. Januar 2023 der echte Auflagetag ist. Laut FAQ werden Steuern grundsätzlich nicht berücksichtigt. Eine öffentliche Transaktionsliste, wie sie andere Börsenbriefe in unseren Vergleich der Musterdepots einbringen, haben wir nicht gefunden; sie steht laut FAQ im Kundenbereich.
Nachschusspflicht: was FAQ und Disclaimer sagen
Zur Frage, ob du mehr verlieren kannst als deinen Einsatz, gibt es beim Anbieter zwei Aussagen mit unterschiedlicher Reichweite. Die alphaDEPOT-FAQ schreiben auf die Frage nach einer Nachschusspflicht: „Nein, dies schließen wir bei unseren Strategien aus.“ Der Disclaimer der Renditemanufaktur hält dagegen fest: „bei Hebelprodukten können Nachschusspflichten entstehen“. Beides kann zugleich stimmen: Der Disclaimer warnt allgemein vor Hebelprodukten, die FAQ beziehen sich auf die eigenen Strategien mit Turbos, Mini-Futures und Optionsscheinen, die höchstens wertlos verfallen. Für dich heißt das: Wer die Empfehlungen umsetzt, riskiert den Totalverlust einzelner Positionen, aber keine Nachzahlung.
Unabhängig, mit Werbelinks zum Broker
Die FAQ betonen, die Redakteure arbeiteten „absolut unabhängig“. Gleichzeitig empfiehlt dieselbe FAQ-Seite Comdirect, Flatex und Smartbroker+, und der verlinkte Broker-Vergleich führt zu Smartbroker+ über einen Werbelink. Das ist dort korrekt gekennzeichnet: Die Renditemanufaktur „kann Provision erhalten“. Der Disclaimer räumt zudem ein, dass Mitarbeiter Positionen in den besprochenen Werten halten können, und verweist für Interessenkonflikte auf die jeweilige Ausgabe. Die Provision ist auf der Vergleichsseite offengelegt. Ob solche kommerziellen Interessen die Empfehlungen beeinflussen, konnten wir nicht feststellen.
Ist die Renditemanufaktur bei der BaFin registriert?
Ja, die Renditemanufaktur GmbH steht in der Liste der BaFin für institutsunabhängige Ersteller von Anlageempfehlungen. In der Liste mit Stand 8. Oktober 2026 ist sie unter Nummer 215 mit Sitz Kulmbach eingetragen. Wer gewerblich Kauf- oder Verkaufsempfehlungen verbreitet, muss das nach § 86 WpHG der Aufsicht anzeigen. Die Renditemanufaktur ist dieser Anzeigepflicht nachgekommen.
Eine Qualitätsprüfung ist mit dem Eintrag nicht verbunden. Die BaFin schreibt dazu selbst: „Die Eintragung in die Liste lässt keine Rückschlüsse auf die Qualität der veröffentlichten Analysen zu.“ Eine regelmäßige Prüfung dieser Anbieter sei gesetzlich nicht vorgesehen. Eine Erlaubnis als Bank oder Vermögensverwalter braucht ein Börsenbrief nicht, weil er kein Geld verwaltet und keine Orders ausführt. Das bestätigen auch die AGB: Es gibt keine individuelle Anlageberatung.
Verbraucherschützer sehen Börsenbriefe insgesamt kritisch. In einem Ratgeber der Verbraucherzentralen mit dem Titel „Darum kann man mit Börsenbriefen nur verlieren“ (Stand 2. Dezember 2025) heißt es, verlässliche Kursprognosen seien nicht möglich. Der Text nennt keine Anbieter namentlich und gilt der ganzen Branche, nicht der Renditemanufaktur im Besonderen. Wir finden ihn trotzdem lesenswert, bevor du ein Abo abschließt.
Gibt es Rezensionen für die Renditemanufaktur?
Die meisten Bewertungen stehen bei Google, und sie sind sehr gut. Das Google-Profil der Renditemanufaktur in Kulmbach zeigte am 15. Oktober 2026 4,9 Sterne bei 256 Bewertungen. Die alphaDEPOT-Website bindet diese Bewertungen als Laufband ein. Die Stimmen beziehen sich auf alle Dienste der GmbH, nicht nur auf das alphaDEPOT, und wie jede Sammlung auf einem Portal sind sie keine repräsentative Befragung.
Auf ProvenExpert ist nur ein kleiner Teil der Bewertungen sichtbar. Das Profil von Dr. Dennis Riedl nennt 29 Bewertungen, sichtbar sind davon fünf, also 17 Prozent. Das Profil zeigt nur veröffentlichte Bewertungen der letzten 24 Monate; warum die übrigen nicht erscheinen, geht daraus nicht hervor. Alle fünf sind Empfehlungen mit Bestnote, die jüngste stammt vom Dezember 2025. Eine Aussage über die Gesamtzufriedenheit lässt sich daraus nicht ableiten.
Ein eindeutig zuordenbares Trustpilot-Profil haben wir nicht gefunden. Die Suche nach „Renditemanufaktur“ und „alphaDEPOT“ ergab bei Trustpilot am 15. Oktober 2026 keinen Treffer. Achtung bei der Google-Suche: Neben dem Firmeneintrag blendet Google eine Trustpilot-Bewertung für „Rendite Spezialisten“ ein. Das ist ein anderes Unternehmen aus Würzburg rund um Lars Erichsen und hat mit der Renditemanufaktur nichts zu tun.
Kritische Stimmen haben wir in den sichtbaren Bewertungen nicht gefunden. Die Rezensionen auf der Website und bei ProvenExpert loben vor allem Erklärungen, Erreichbarkeit und einzelne Trades. Eigene Erfahrungen mit den Abos haben wir nicht, weil wir keines abgeschlossen haben.
Vorteile und Nachteile der Renditemanufaktur
Hier die Bilanz aus unserer Prüfung, getrennt nach den Stärken der Renditemanufaktur und den Punkten, die wir kritisch sehen:
Vorteile der Renditemanufaktur
- Greifbarer Anbieter: Deutsche GmbH mit Handelsregister, Geschäftsführer und Adresse im Impressum.
- BaFin-Anzeige: Eingetragen als Ersteller von Anlageempfehlungen nach § 86 WpHG.
- Offene Preise: alphaTREND, alphaMAXIMUM und alphaMULTI mit Halbjahres- und Jahrespreis auf der Website.
- Einfache Kündigung: Per E-Mail oder Kündigungsbutton, Absendung genügt.
- Vorher kennenlernen: Hunderte kostenlose YouTube-Videos, Reports und ein Gratis-Workshop.
Nachteile der Renditemanufaktur
- Ungeprüfte Performance: Renditen ohne Stichtag, Rechenweg und öffentliche Transaktionsliste.
- Veraltete Werbung: DAX-Vergleich und Einzeltrades stehen mit Zahlen von 2024 und 2025 im Präsens.
- Hohe Kosten: Hohe laufende Abokosten im Verhältnis zum empfohlenen Kapital.
- Lange Bindung: Die AGB sehen eine Verlängerung um die volle Laufzeit und sechs Wochen Kündigungsfrist vor.
- Ungepflegte Werbetexte: Zwei Gesamtrenditen für alphaSEASONS auf einer Seite.
- Keine Schlichtung: Keine Teilnahme an Verbraucherschlichtung laut AGB.
Alternativen zum alphaDEPOT
Wer einen Börsenbrief sucht, sollte vor allem auf öffentlich nachvollziehbare Musterdepots achten. Ein gutes Beispiel ist der Heibel-Ticker, der jedes Jahr eine Transaktionsliste als PDF veröffentlicht. Bei den Bernecker-Börsenbriefen findest du ein großes Programm mit langer Historie. Einen Überblick über weitere Dienste und ihre Preise gibt unser Börsenbrief-Test.
Wer lieber selbst entscheidet, braucht keinen Börsenbrief. Saisonale Muster, auf die alphaSEASONS setzt, kannst du als Selbstentscheider mit den wiederkehrenden Mustern am Aktienmarkt selbst nachvollziehen. Und wer Stimmen verschiedener Profis vergleichen will, findet bei unseren Börsenexperten eine Auswahl mit Einordnung.
Fazit: für wen sich die Renditemanufaktur eignet
Die Renditemanufaktur ist ein greifbarer deutscher Verlag mit einem erfahrenen Autor, dessen öffentlich beworbene Renditen wir aus frei zugänglichen Unterlagen nicht nachrechnen konnten. Impressum, Handelsregister, BaFin-Anzeige, offene Preise und eine einfache Kündigung sprechen für einen seriösen Geschäftsbetrieb. Einen Betrugsvorwurf erheben wir nicht. Die Qualität der Empfehlungen selbst haben wir nicht getestet.
Mich stören die Zahlen in der Werbung. Wer einen DAX-Vergleich mit einem Stand aus 2024 im Oktober 2026 noch im Präsens zeigt und für dieselbe Strategie zwei Gesamtrenditen auf eine Seite stellt, pflegt seine wichtigsten Argumente nicht. Nach über vier Jahrzehnten am Markt weiß ich außerdem: Eine Performance-Kurve ohne Stichtag, Kosten und Transaktionsliste ist Werbung, kein Beleg.
Mein Rat: Schau dir zuerst Riedls kostenlose Videos und Reports an und rechne dann die Kosten gegen dein Kapital. Je weniger Kapital du einsetzt, desto stärker belastet die feste Abogebühr dein Ergebnis. Ob sich das Paket lohnt, können wir ohne Prüfung der Empfehlungen nicht beurteilen. Frag vor der Bestellung schriftlich nach einer vollständigen Transaktionsliste und danach, welcher Preis bei der Verlängerung gilt. Und setz dir eine Erinnerung sieben Wochen vor Laufzeitende.
Häufige Fragen zur Renditemanufaktur
Welche Erfahrungen gibt es mit der Renditemanufaktur?
Die öffentlichen Bewertungen sind sehr positiv: Google zeigt 4,9 Sterne bei 256 Bewertungen, gelobt werden Erklärungen, Erreichbarkeit und einzelne Trades. Auf ProvenExpert sind von 29 Bewertungen fünf sichtbar, ein eindeutig zuordenbares Trustpilot-Profil haben wir nicht gefunden.
Ist die Renditemanufaktur seriös?
Die Renditemanufaktur GmbH ist ein deutscher Verlag mit Handelsregistereintrag in Bayreuth, Geschäftsführer im Impressum und Eintrag in der BaFin-Liste für Ersteller von Anlageempfehlungen. Kritisch sehen wir öffentlich beworbene Renditen ohne Stichtag und Rechenweg sowie eine DAX-Vergleichszahl mit einem Stand aus 2024. Einen Betrugsvorwurf erheben wir nicht, die BaFin prüft die Qualität der Empfehlungen aber nicht.
Was kostet das alphaDEPOT von Dennis Riedl?
Das Komplettpaket alphaDEPOT kostet 2.500 Euro im Jahr statt 3.600 Euro bei Einzelbuchung. Einzeln kosten alphaTREND 900 Euro, alphaMAXIMUM 1.200 Euro und alphaMULTI 1.500 Euro im Jahr, als Halbjahresabo 500, 700 und 900 Euro. Abos verlängern sich laut AGB automatisch um die volle Laufzeit. Stand: 15. Oktober 2026.
Wer steckt hinter der Renditemanufaktur?
Geschäftsführer der Renditemanufaktur GmbH in Kulmbach ist Thomas Eidloth, eingetragen seit März 2021. Bekanntester Autor ist Dennis Riedl, früher Redakteur beim AKTIONÄR. Weitere Dienste stammen von AWSX, Carsten Stork und Patrik Leuchte.
Wie kann ich ein Abo der Renditemanufaktur kündigen?
Die Kündigung geht in Textform, zum Beispiel per E-Mail an abo@renditemanufaktur.de, oder über den Kündigungsbutton im Seitenfuß der Websites. Die AGB nennen sechs Wochen zum Laufzeitende, zur Wahrung genügt laut AGB die rechtzeitige Absendung, und ohne Kündigung sehen sie eine Verlängerung um die volle Laufzeit vor. Ob Frist und Verlängerung gegenüber Verbrauchern wirksam sind, beurteilen wir nicht.
Kann man mit dem alphaDEPOT mehr verlieren als den Einsatz?
Laut alphaDEPOT-FAQ ist eine Nachschusspflicht bei den eigenen Strategien ausgeschlossen, weil Turbos, Mini-Futures und Optionsscheine höchstens wertlos verfallen. Der Disclaimer der Renditemanufaktur warnt allgemein, bei Hebelprodukten könnten Nachschusspflichten entstehen. Ein Totalverlust einzelner Hebelpositionen ist in jedem Fall möglich.
Ist die Renditemanufaktur bei der BaFin zugelassen?
Die Renditemanufaktur GmbH ist in der BaFin-Liste der institutsunabhängigen Ersteller von Anlageempfehlungen eingetragen (Stand 8. Oktober 2026). Das ist eine Anzeige nach § 86 WpHG, keine Zulassung als Bank oder Vermögensverwalter. Laut BaFin lässt der Eintrag keine Rückschlüsse auf die Qualität der Analysen zu.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader an den Märkten.
Sein Handel kommt ohne technische Indikatoren aus. Er tradet Forex-Majors und -Minors allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur. In den 1980er Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Für diese Prüfung ist er qualifiziert, weil er seit Jahrzehnten Börsendienste und ihre Werbeversprechen von innen kennt. Preise, Vertragstexte, Registerangaben und Bewertungen in diesem Bericht wurden am 15. Oktober 2026 erhoben. Der Anbieter hatte keinen Einfluss auf den Inhalt.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.













