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Mojmir Hlinka und AGFIF: Erfahrungen, Kosten und wie seriös der Schweizer Vermögensverwalter ist

Zuletzt aktualisiert: 31. Oktober 2026

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15 Min

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Mojmir Hlinka verwaltet nach eigener Darstellung seit über 25 Jahren Vermögen nach den Regeln der Börsenpsychologie, und Börsenradio lässt ihn seit 2019 ein echtes Depot öffentlich führen. Wer ihn in Interviews hört, fragt sich irgendwann, was hinter seiner Firma steckt: die AGFIF International AG, ein Vermögensverwalter aus der Schweiz. Wir haben geprüft, wer die Firma führt, wer sie beaufsichtigt, was sie kostet und welche Zahlen sich belegen lassen.

Wir sind keine AGFIF-Kunden und haben kein Mandat abgeschlossen. Grundlage sind die FINMA-Liste, das Handelsregister des Kantons Zug, das Termsheet des AGFIF-Zertifikats, die Kurse der SIX, die Website von AGFIF und die Beiträge von Börsenradio, alle abgerufen am 31. Oktober 2026. Eine Geschäftsbeziehung zu AGFIF besteht nicht. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Mojmir Hlinka und AGFIF: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Wer er ist: Mojmir Hlinka ist CEO und Mitgründer der AGFIF International AG und eidgenössisch diplomierter Finanz- und Anlageexperte. Im Handelsregister steht er als Direktor mit Kollektivunterschrift.
  • Aufsicht: AGFIF steht auf der Liste der FINMA für bewilligte Vermögensverwalter, die laufende Aufsicht führt die OSFINcontrol AG. Unsere Namenssuche in der Datenbank der BaFin ergab keinen Treffer.
  • Kosten: Auf den geprüften AGFIF-Seiten fanden wir keine Gebühren für die Vermögensverwaltung und keine Mindestanlage. Kostenlos sind laut AGFIF der Depotcheck und das erste Beratungsgespräch.
  • Zertifikat: Das Tracker-Zertifikat auf die AGFIF-Strategie liegt seit August 2022 bei plus 27,6 Prozent nach Produktgebühren. Der Index steckt zu rund 70 Prozent in Schweizer Aktien, so wie es das Termsheet als Schwerpunkt beschreibt.
  • Bewertungen: Das Google-Suchergebnis zeigt 4,9 Sterne bei 38 Bewertungen, ein Trustpilot-Profil haben wir nicht gefunden. Die Kundenstimmen auf der Website sind anonymisiert.

Wer ist Mojmir Hlinka?

Mojmir Hlinka ist CEO und Mitgründer der AGFIF International AG, eines unabhängigen Schweizer Vermögensverwalters, und eidgenössisch diplomierter Finanz- und Anlageexperte.

Seine Geschichte beginnt in Ostrava in der damaligen Tschechoslowakei. Ein Porträt des Schweizer Wirtschaftsmagazins BILANZ, das AGFIF auf der eigenen Teamseite zitiert, beschreibt die Flucht der Familie nach Deutschland. Hlinka war damals 14 Jahre alt und sprach kein Deutsch. Statt Medizin studierte er Psychologie und Pädagogik und baute nach diesem Porträt schon neben dem Studium eine kleine Vermögensverwaltung auf. Später zog er mit seinen Kunden in die Schweiz.

Die fachliche Qualifikation stammt aus dem Schweizer Ausbildungssystem. Hlinka trägt den Titel Eidg. dipl. Finanz- und Anlageexperte aus dem AZEK-Programm und ist Mitglied der Swiss Financial Analysts Association. Bei AGFIF ist er laut Website CEO und leitet den Anlageausschuss. Das Handelsregister führt ihn als Direktor mit Kollektivunterschrift zu zweien, einziges Mitglied des Verwaltungsrats ist Anton Meyer.

Bekannt ist Hlinka vor allem aus Interviews. Er spricht regelmäßig bei Börsenradio, in der Reihe „Insider“ von Swissquote und auf YouTube-Kanälen wie dem von Mario Lochner. AGFIF hat auch ein Gespräch mit Heiko Thieme vom Februar 2025 veröffentlicht. Seine Linie in diesen Auftritten bleibt gleich: Die Aktie sei die Königin der Anlagen, wer gar nicht investiere, mache den größten Fehler. Weitere Stimmen dieser Art findest du in unserer Übersicht der Börsenexperten.

NameMojmir Hlinka
HerkunftOstrava (Tschechien), mit 14 nach Deutschland, später in die Schweiz
AusbildungPsychologie und Pädagogik, Eidg. dipl. Finanz- und Anlageexperte (AZEK)
FunktionCEO und Leiter Anlageausschuss der AGFIF (laut eigener Angabe), Direktor laut Handelsregister
MitgliedschaftSwiss Financial Analysts Association (laut eigener Angabe)
Bekannt durchBörsenradio-Echtgelddepot, Swissquote „Insider“, YouTube-Interviews

Was ist die AGFIF International AG?

Die AGFIF International AG ist ein 2004 gegründeter Schweizer Vermögensverwalter mit Sitz in Risch im Kanton Zug, der Privatkunden in Beratungsmandaten und diskretionären Mandaten betreut.

Die Gesellschaft steht seit dem 27. Mai 2004 im Handelsregister. Sie saß lange in Zürich und hat ihren Sitz im Juli 2026 nach Risch verlegt, die Geschäftsadresse ist die Grundstrasse 14 in Rotkreuz. Das Aktienkapital beträgt 3.360.060 Franken, dazu kommen 5.040.000 Franken Partizipationskapital. So steht es im Eintrag, den du über Zefix selbst abrufen kannst.

Die Standortangaben auf der Website sind uneinheitlich. Neben der aktuellen Adresse in Risch-Rotkreuz steht im Fuß jeder Seite weiterhin „Hauptsitz in Zürich“. Handelsregister und FINMA führen bereits Rotkreuz. Für einen Vermögensverwalter gehört eine einheitliche Geschäftsadresse zur nachvollziehbaren Darstellung.

Zur Größe gibt es nur eine historische Zahl, und die stammt nicht von einer Aufsicht. Ein undatiertes BILANZ-Porträt, das AGFIF auf der Teamseite wiedergibt, nennt zwölf Mitarbeiter und rund eine Milliarde Franken verwaltetes Vermögen. Einen aktuellen Stand zu Mitarbeiterzahl und Vermögen fanden wir auf den geprüften Seiten nicht. Zum Anlageausschuss gehören laut Website die Professoren Thorsten Hens (Universität Zürich), Bernd Schips (früher Leiter der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH) und Enrico De Giorgi (Universität St. Gallen) sowie der Ökonom Dr. Eugen Perger.

FirmaAGFIF International AG, UID CHE-111.693.873
Gegründet27.05.2004 (Eintrag Handelsregister)
SitzRisch (ZG), Grundstrasse 14, 6343 Rotkreuz, seit Juli 2026
LeitungMojmir Hlinka (CEO), Anton Meyer (Verwaltungsrat)
AufsichtFINMA-Bewilligung, Aufsichtsorganisation OSFINcontrol AG
AngebotVermögensverwaltung, Anlageberatung, Depotcheck, Tracker-Zertifikat
Verwaltetes Vermögenrund 1 Mrd. CHF laut undatiertem BILANZ-Auszug auf agfif.com, aktueller Stand nicht bestätigt

Ist AGFIF seriös und von der FINMA beaufsichtigt?

Ja, AGFIF hat die Bewilligung der Schweizer Finanzmarktaufsicht. In der Liste der FINMA für bewilligte Vermögensverwalter und Trustees steht die AGFIF International AG mit Ort Rotkreuz. Als Aufsichtsorganisation ist die OSFINcontrol AG eingetragen. Die Liste trägt den Stand vom 31. Oktober 2026.

Mojmir Hlinka AGFIF in der FINMA-Liste der bewilligten Vermögensverwalter, Ort Rotkreuz
Auszug aus der FINMA-Liste der bewilligten Vermögensverwalter, Stand 31.10.2026, Seite 3 von 69 (Markierung von uns)

Der Screenshot zeigt den Eintrag, und die Bewilligung setzt gesetzliche Anforderungen voraus. Gewerbsmäßig tätige Vermögensverwalter im Anwendungsbereich des Finanzinstitutsgesetzes (FINIG) brauchen grundsätzlich eine FINMA-Bewilligung. Dazu gehören laut FINMA Anforderungen an Organisation, Geschäftsführung und finanzielle Ausstattung. Die laufende Aufsicht übernimmt bei AGFIF die OSFINcontrol AG. Eine Zusage über Renditen oder Schutz vor Kursverlusten ist damit nicht verbunden.

Die Aufsicht wird auf der Grundwerte-Seite nicht vollständig erläutert. Dort nennt AGFIF die Mitgliedschaft in einer von der FINMA anerkannten Selbstregulierungsorganisation. Die FINMA-Liste weist zusätzlich die Bewilligung und die OSFINcontrol AG als zuständige Aufsichtsorganisation aus. Wer den aktuellen Status prüfen will, findet ihn in der FINMA-Liste.

Unsere Suche nach „AGFIF“ in der BaFin-Datenbank ergab am 31. Oktober 2026 keinen Treffer. In der Unternehmensdatenbank der BaFin fanden wir unter diesem Namen weder ein Institut noch eine Freistellung, eine Kontrollsuche nach „Deutsche Bank“ lieferte Treffer. Daraus lässt sich kein Erlaubnisverstoß ableiten. Ob für eine konkrete grenzüberschreitende Dienstleistung eine deutsche Erlaubnis nötig ist, hängt vom Einzelfall ab, und das haben wir nicht geprüft. Für dich heißt es: Die zuständige Aufsicht für AGFIF sitzt in der Schweiz.

Ähnliche Namen können bei der Suche zu Verwechslungen führen. Wer nach „AGFIF Erfahrungen“ sucht, stößt auf Berichte über eine Warnung zu „AGF Asset Management“. Die Warnung der spanischen Aufsicht CNMV nennt die Domain agf-am.org. Sie nennt weder die AGFIF International AG noch deren Website agfif.com.

Was bietet AGFIF seinen Kunden an?

AGFIF arbeitet mit zwei Mandatsformen. Im Beratungsmandat bekommst du Anlagevorschläge, Marktanalysen und eine Überwachung deines Depots, entscheidest und handelst aber selbst. Im diskretionären Mandat verwaltet AGFIF dein Vermögen nach den vereinbarten Anlagerichtlinien und handelt für dich. Beratungsmandate für institutionelle Kunden bietet die Firma laut Website ebenfalls an.

Dein Geld bleibt bei einer Bank deiner Wahl. Du eröffnest das Konto und das Depot selbst bei einer Depotbank und zahlst ihr die Kontoführung. AGFIF bekommt nur eine beschränkte Vollmacht, um im Rahmen der Anlagerichtlinien zu handeln. Fällt der Vermögensverwalter aus, bleibt dein Vermögen bei der Bank. Das ist bei unabhängigen Vermögensverwaltern üblich und ein echter Schutz.

Der Einstieg läuft über ein kostenloses Erstgespräch und einen Depotcheck. Auf der Seite zum Depotcheck verspricht AGFIF eine Prüfung von Rendite, Risiken, versteckten Kosten und Reporting deines bestehenden Depots. Grundlage ist ein Risikoprofil der Behavioural Finance Solutions GmbH, des Spin-offs der Universitäten Zürich und St. Gallen um Thorsten Hens. Am Ende steht ein Anlagevorschlag. Rechne damit, dass dieses Gespräch auch der Weg zum Mandat ist.

AGFIF setzt auf Einzeltitel statt auf Fonds. Laut Beratungsansatz besteht ein Kundendepot aus Aktien und Anleihen, nicht aus teuren Finanzprodukten mit eigenem Emittentenrisiko. Wer Einzelwerte hält, spart Fondskosten, trägt aber ein höheres Klumpenrisiko, wenn das Depot nur wenige Titel enthält. Wie du das selbst prüfst, steht in unserem Ratgeber zum Klumpenrisiko.

Wie funktioniert die Behavioral-Finance-Strategie von AGFIF?

Der Kern ist eine Frage, die Hlinka die Gretchenfrage der Börse nennt. Wird der Kurs einer Aktie gerade stärker von Momentum und Psychologie getrieben oder von den Fundamentaldaten? Nach dem BILANZ-Porträt hat Hlinka dazu gemeinsam mit Thorsten Hens eine Aktienstrategie entwickelt, die auf der Prospect Theory von Daniel Kahneman und Amos Tversky aufbaut. Kahneman erhielt 2002 den Wirtschaftsnobelpreis für die Verbindung psychologischer Forschung mit Entscheidungen unter Unsicherheit.

Behavioral Finance erklärt, warum Anleger systematisch Fehler machen. Menschen spüren Verluste stärker als gleich große Gewinne, laufen der Herde hinterher und halten Verlierer zu lange. Daraus entstehen Übertreibungen, die eine Strategie ausnutzen kann. Wie dieses Verhalten an der Börse aussieht, beschreiben wir in den Artikeln zu FOMO im Trading und zum Fear and Greed Index. Bei AGFIF übersetzt ein regelbasierter Algorithmus diese Erkenntnisse in Kauf- und Verkaufssignale.

Die veröffentlichten Trefferquoten sind nicht unabhängig überprüfbar. Das undatierte BILANZ-Porträt nennt 56 Prozent richtige Kaufentscheidungen und 58 Prozent richtige Verkaufsempfehlungen. Zeitraum, Stichprobe und Berechnungsweg gehen aus dem Text nicht hervor. Hlinka selbst sagt, Behavioral Finance sei kein Persilschein zum Gelddrucken. Eine Trefferquote allein sagt ohnehin wenig: Entscheidend sind die durchschnittlichen Gewinne und Verluste, die Kosten und die Frage, was als richtige Empfehlung zählt. Das ist reines Money Management. Mehr dazu in unserem Ratgeber zum Money Management.

Momentum und Fundamentaldaten zu verbinden, ist kein Alleinstellungsmerkmal. Auch andere bekannte Vermögensverwalter kombinieren Bewertung und Marktstimmung, etwa Jens Ehrhardt mit seiner Mischung aus Fundamental-, Monetär- und Markttechnik-Analyse oder Hendrik Leber, der Value Investing mit KI verbindet. Was AGFIF unterscheidet, ist die enge Bindung an die Forschung der Universität Zürich. Ob das zu besseren Ergebnissen führt, zeigen nur die Zahlen in den nächsten Abschnitten.

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Was kostet die Vermögensverwaltung bei AGFIF?

Auf den geprüften AGFIF-Seiten fanden wir keine Gebührenübersicht für Verwaltungsmandate und keine Mindestanlage. Wir haben alle abgerufenen Seiten der Website im Volltext durchsucht. AGFIF bezeichnet den Depotcheck und das erste Beratungsgespräch als kostenlos. Lass dir die Konditionen vor einem Mandatsabschluss schriftlich nennen.

Entscheidend ist das schriftliche Gesamtangebot. Frage nach der Verwaltungsgebühr, einer möglichen Erfolgsbeteiligung sowie nach Depot-, Handels- und Produktkosten. Lass dir erklären, welche Kosten zusätzlich bei der Depotbank entstehen und wie mögliche Rückvergütungen behandelt werden. Nur mit der Gesamtbelastung in Prozent pro Jahr kannst du Anbieter vergleichen.

Öffentliche Gebührenangaben fanden wir in den geprüften Quellen nur zum AGFIF-Zertifikat. Laut Termsheet kostet das Produkt 1,25 Prozent Verwaltungsgebühr im Jahr, 0,30 Prozent für die Berechnungsstelle und 0,20 Prozent für die Besicherung. Dazu kommt eine Erfolgsgebühr von 10 Prozent, die vollständig an AGFIF als Indexsponsor fließt, und 0,10 Prozent des Nominalvolumens jeder hypothetischen Transaktion bei Umschichtungen im Index. Das Basisinformationsblatt vom 9. August 2022 schätzt die jährliche Renditeminderung bei fünf Jahren Haltedauer auf 2,13 Prozent, die tatsächlichen Kosten können davon abweichen.

Kostenpunkt AGFIF-ZertifikatHöhe laut Termsheet
Verwaltungsgebühr1,25 % pro Jahr
Berechnungsstelle0,30 % pro Jahr
Besicherung (TCM)0,20 % pro Jahr
Erfolgsgebühr10 % (an AGFIF als Indexsponsor)
Transaktionsgebühr0,10 % je hypothetischer Transaktion, plus Marktgebühren

Was steckt im AGFIF-Zertifikat auf den Behavioral Global Equity Index?

Ein Tracker-Zertifikat ist eine Schuldverschreibung, deren Wertentwicklung an einen Basiswert gekoppelt ist, wobei Gebühren und das Kreditrisiko der Emittentin das Ergebnis beeinflussen.

Mit diesem Zertifikat kannst du die AGFIF-Strategie ohne Mandat kaufen. Es heißt Tracker Certificate on Behavioral Global Equity Index, trägt die ISIN CH1129860354 und wird an der SIX in Franken gehandelt. Herausgeber ist die Leonteq Securities AG, AGFIF ist der Indexsponsor und bestimmt die Zusammensetzung. Ausgegeben wurde es im August 2022 zu 100 Prozent, die Laufzeit ist offen. Ein Teil des Emittentenrisikos ist durch eine Besicherung abgefedert. Grundwissen zu solchen Produkten findest du in unserem Artikel über Zertifikate.

Seit der Ausgabe entspricht das einer Kursentwicklung von rund 6 Prozent pro Jahr in Franken. Leonteq meldete für den 30. Oktober 2026 einen Geldkurs von 127,62 Prozent und eine Entwicklung von plus 27,62 Prozent seit der Ausgabe zu 100 Prozent am 15. August 2022, die SIX einen Schlusskurs von 129,07 Prozent. Über gut vier Jahre ergibt der Geldkurs rund 5,97 Prozent pro Jahr, nach den Produktgebühren. Handelskosten, Steuern und Währungseffekte für Anleger in Euro sind darin nicht enthalten. Den aktuellen Stand siehst du auf der Produktseite von Leonteq.

Der Index hat einen ausgeprägten Schweiz-Schwerpunkt. Am 30. Oktober 2026 enthielt er 24 Aktien. 18 davon sind Schweizer Titel wie VAT, Swiss Re, Swiss Life und Zurich, sie machen zusammen rund 70 Prozent des Gewichts aus. Dazu kommen vier US-Werte wie Alphabet und Nvidia mit gut 22 Prozent, die Hannover Rück und BYD. Das Termsheet beschreibt ein Portfolio aus hauptsächlich Schweizer Aktien. Der Name „Global“ steht also nicht für eine breit über Länder verteilte Aktienanlage.

AGFIFs Aussage zur Unabhängigkeit verdient beim Zertifikat eine Nachfrage. Auf der Seite zu den Anlagekompetenzen begründet AGFIF das Fehlen von Interessenkonflikten damit, keine eigenen Finanzprodukte zu haben. Emittentin des Zertifikats ist zwar Leonteq, AGFIF erhält als Indexsponsor laut Termsheet aber die Erfolgsgebühr. Frag deshalb, wie AGFIF dieses wirtschaftliche Interesse berücksichtigt, wenn dir das Zertifikat empfohlen wird. Einen konkreten Beratungsfall haben wir nicht geprüft.

Wie schlägt sich das Börsenradio-Echtgelddepot von Mojmir Hlinka?

Das Echtgelddepot ist das bekannteste öffentliche Ergebnis von Hlinka. Börsenradio hat es am 8. August 2019 gestartet, mit 25.000 Euro Startkapital und einem Sparplan von 1.000 Euro im Monat. Das Geld kommt von Börsenradio, die Kauf- und Verkaufsentscheidungen trifft Hlinka mit seinem Team. Die Interviews dazu erscheinen alle zwei bis drei Wochen auf der Projektseite von Börsenradio.

Der zuletzt gemeldete Depotwert liegt bei knapp 189.000 Euro. So nannte ihn Hlinka am 25. September 2026 als neues Allzeithoch, im August waren es rund 182.200 Euro. Im Corona-Crash 2020 hielt sich das Depot dank einer Absicherung mit Mini-Futures im Plus. Wie solche Hebelprodukte funktionieren, erklären wir bei den Knock-out-Zertifikaten.

Aus den hier ausgewerteten Depotständen lässt sich keine belastbare Rendite ableiten. Dafür fehlen uns die vollständigen Ein- und Auszahlungen mit Zeitpunkten oder eine um Zahlungsströme bereinigte Renditereihe. Der Sparplan ist auf der Projektseite nur als „vorläufig“ beschrieben. Börsenradio verlinkt zu den Interviews Depotauszüge, die wir nicht vollständig ausgewertet haben.

Die öffentliche Dokumentation macht Anlageentscheidungen nachvollziehbar. Du kannst die besprochenen Käufe und Verkäufe, zuletzt etwa Georg Fischer, mit Hlinkas Markteinschätzungen im Interview vergleichen. Als Trader seit 1980 halte ich ein über sieben Jahre öffentlich geführtes Depot für einen guten Prüfstein. Aussagekräftig wird es, sobald eine bereinigte Rendite daneben steht.

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Welche Erfahrungen machen Kunden mit AGFIF?

Die Bewertungsbasis ist klein, aber positiv. Das Google-Suchergebnis zur AGFIF International AG zeigte am 31. Oktober 2026 4,9 von 5 Sternen aus 38 Bewertungen. Die Einzelbewertungen und ihre Aktualität haben wir nicht ausgewertet. Ein zuordenbares Profil auf Trustpilot fanden wir bei unserer Suche nicht. Unabhängige Testberichte über AGFIF standen nicht in den ersten Suchergebnissen.

QuelleBewertungAnzahl
Google4,9 von 538
Trustpilotkein Profil gefundennicht ermittelt
Referenzen auf agfif.comnur anonymisierte Auszügekeine Angabe

Die Kundenstimmen auf der Website lassen sich nicht nachprüfen. AGFIF zeigt Auszüge aus Dankschreiben mit Kürzeln wie „Dr. W. M. Zürich“ und bietet an, Referenzen nach Rücksprache mit den Kunden zu vermitteln. Das ist bei Vermögensverwaltern aus Diskretionsgründen üblich. Nutze das Angebot, wenn du ernsthaft über ein Mandat nachdenkst, und sprich mit einem echten Bestandskunden.

Die Gesellschaft ist seit 2004 eingetragen und steht auf der FINMA-Bewilligungsliste. Diese Befunde bestätigen den Bestand seit 2004 und den Bewilligungsstatus zum Prüfdatum. Sie belegen weder eine bestimmte Anlageleistung noch, dass es nie aufsichtsrechtliche Maßnahmen gab.

AGFIF: Vor- und Nachteile im Überblick

Diese Punkte sprechen für AGFIF und diese dagegen, zusammengefasst aus allen Primärquellen dieses Berichts:

Das spricht für AGFIF

  • Aufsicht: FINMA-bewilligter Vermögensverwalter mit Aufsichtsorganisation
  • Depotbank: Dein Vermögen bleibt bei einer Bank deiner Wahl
  • Forschung: Anlageausschuss mit Professoren aus Zürich und St. Gallen
  • Öffentlichkeit: Echtgelddepot bei Börsenradio seit 2019
  • Einstieg: Kostenlos angebotener Depotcheck und erstes Beratungsgespräch

Das spricht gegen AGFIF

  • Kosten: Keine Gebührenübersicht und keine Mindestanlage auf den geprüften Seiten
  • Leistungsnachweis: Keine bereinigte Rendite für das Echtgelddepot, die wir auswerten konnten
  • Streuung: „Global“ im Indexnamen, aber rund 70 Prozent Schweizer Aktien
  • Aktualität: Uneinheitliche Standortangaben und unvollständige Aufsichtserläuterung auf der Website
  • Ansprechpartner: Vertragspartner und zuständige Aufsicht sitzen in der Schweiz
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Fazit: Für wen AGFIF und Mojmir Hlinka infrage kommen

AGFIF ist ein seriös aufgestellter, kleiner Schweizer Vermögensverwalter mit einer klaren Handschrift. Die FINMA-Bewilligung, die getrennte Depotbank und die lange Firmengeschichte sprechen dafür. Die Strategie aus Börsenpsychologie und Fundamentaldaten ist gut begründet, und Hlinka verkauft sie nicht als Wundermittel.

Unser Vergleich bleibt bei Preis und Leistung eingeschränkt. Auf den geprüften Seiten fanden wir keine Gebührenübersicht für Verwaltungsmandate, und die verlinkten Depotauszüge des Echtgelddepots haben wir nicht vollständig ausgewertet. Ein Vergleich mit anderen Anbietern bleibt deshalb eingeschränkt. Öffentlich nachvollziehbar ist vor allem das Zertifikat mit rund 6 Prozent im Jahr nach Produktkosten, und das beschreibt nicht sämtliche Kundenmandate. Geh deshalb mit festen Fragen in den Depotcheck: Gesamtkosten in Prozent, Mindestanlage, Rendite der Mandate nach Kosten gegen einen Vergleichsindex.

Für aktive Trader ist AGFIF die falsche Adresse. Hier gibst du die Entscheidungen ab oder lässt dich beraten, auf lange Sicht und nach den vereinbarten Anlagerichtlinien. Wer selbst handeln will, lernt mehr über Momentum-Trading oder über Bücher zur Trading-Psychologie als in einem Verwaltungsmandat. Wie andere Anbieter ihre Ergebnisse darstellen, zeigt zum Vergleich unser Bericht über die Renditemanufaktur.

Häufige Fragen zu Mojmir Hlinka und AGFIF

Woher kommt Mojmir Hlinka?

Mojmir Hlinka stammt aus Ostrava in der damaligen Tschechoslowakei. Mit 14 Jahren floh er mit seiner Familie nach Deutschland und studierte dort Psychologie und Pädagogik. Später zog er in die Schweiz, wo er die AGFIF International AG mitgründete.

Ist AGFIF International seriös?

AGFIF ist ein FINMA-bewilligter Vermögensverwalter und seit 2004 im Handelsregister eingetragen. Die laufende Aufsicht führt die OSFINcontrol AG. Dein Vermögen liegt bei einer Depotbank deiner Wahl, nicht bei AGFIF. Eine Gebührenübersicht fanden wir auf den geprüften Seiten nicht.

Wie teuer ist ein Verwaltungsmandat bei AGFIF?

Auf den geprüften AGFIF-Seiten fanden wir keine Gebühren und keine Mindestanlage. Kostenlos sind laut AGFIF der Depotcheck und das erste Beratungsgespräch. Öffentliche Gebührenangaben fanden wir nur zum Tracker-Zertifikat: 1,25 Prozent Verwaltungsgebühr pro Jahr plus 10 Prozent Erfolgsgebühr und weitere Kosten.

Wie hoch ist die Performance von Mojmir Hlinka?

Das AGFIF-Zertifikat lag am 30. Oktober 2026 bei plus 27,62 Prozent seit August 2022. Das entspricht rund 6 Prozent pro Jahr in Franken nach Produktgebühren und beschreibt nicht sämtliche Kundenmandate. Für das Börsenradio-Echtgelddepot nannte Hlinka im September 2026 knapp 189.000 Euro, eine bereinigte Rendite liegt uns nicht vor.

Ist AGFIF bei der BaFin eingetragen?

Unsere Namenssuche in der BaFin-Datenbank ergab am 31. Oktober 2026 keinen Treffer. Daraus folgt kein Erlaubnisverstoß. AGFIF wird von der Schweizer FINMA beaufsichtigt, die zuständige Aufsicht sitzt damit in der Schweiz.

Was ist das AGFIF-Zertifikat?

Ein Tracker-Zertifikat von Leonteq auf den Behavioral Global Equity Index, den AGFIF zusammenstellt. Es trägt die ISIN CH1129860354, wird an der SIX in Franken gehandelt und enthielt am 30. Oktober 2026 24 Aktien. Die 18 Schweizer Titel machten zusammen rund 70 Prozent des Indexgewichts aus.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 als diskretionärer Price-Action-Trader an den Märkten.

Sein Handel kommt ohne technische Indikatoren aus. Er tradet Forex-Majors und -Minors allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur. In den 1980er Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für diese Prüfung ist er qualifiziert, weil er seit Jahrzehnten Vermögensverwalter und ihre Leistungsversprechen von außen bewertet. Registerdaten, Aufsichtslisten, Kurse und Bewertungen in diesem Bericht wurden am 31. Oktober 2026 erhoben. AGFIF hatte keinen Einfluss auf den Inhalt.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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