Börsen-Podcasts sind für viele Anleger die einzige Finanzbildung, die im Alltag überhaupt stattfindet. Auf dem Weg zur Arbeit, beim Sport, beim Kochen. Das Angebot ist in den letzten Jahren stark gewachsen, und genau darin liegt das Problem: Zwischen werktäglichen Nachrichtenformaten, Interview-Serien und verkappten Werbesendungen für ein Coaching-Produkt liegen Welten. Wer das nicht auseinanderhält, hört sich schnell fest.
Für diesen Überblick haben wir 13 deutschsprachige Formate geprüft und für jedes die harten Kennzahlen erhoben: Anzahl der Folgen, Erscheinungsrhythmus, Startjahr und die Bewertung bei Apple Podcasts. Alle Zahlen stammen aus den offiziellen RSS-Feeds und der Apple-Podcasts-Datenbank, abgerufen am 21. August 2026. Kein Podcast steht hier, weil er uns sympathisch ist. Jeder steht hier, weil er läuft und weil sich belegen lässt, wie oft. Auch Verbraucherportale betreiben eigene Formate, etwa Finanztip mit seinem Podcast.
Wir sagen auch, für wen ein Format nicht taugt. Ein werktäglicher Marktbericht hilft dir wenig, wenn du langfristig ein ETF-Depot aufbauen willst. Umgekehrt bringt dir ein Grundlagen-Podcast nichts, wenn du wissen willst, warum der Kurs heute Morgen gefallen ist. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien. Wer statt Marktkommentar einen strukturierten Lehrgang sucht, findet ihn im Trading-Podcast-Kurs BackToTheTrade.
Die 13 besten Börsen-Podcasts: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Börsen-Podcast: Audioformat rund um Aktien, Börse und Wirtschaft, meist kostenlos und werbefinanziert
- Die vier reichweitenstärksten Tagesformate: Alles auf Aktien (1.707 Folgen), Handelsblatt Today (1.621), OHNE AKTIEN WIRD SCHWER (1.481) und Wall Street mit Markus Koch (1.473)
- Für den langfristigen Vermögensaufbau: Erichsen Geld und Gold, Finanzfluss, Aktien verstehen und erfolgreich nutzen und Der Börseninvestor
- Für Trader und Optionshändler: Jens Rabe, Eichhorn Coaching, Aha-Erlebnisse und Mind, Money und Markets
- Bestbewertet bei Apple Podcasts: Aktien verstehen und Eichhorn Coaching mit je 4,9 von 5 Sternen
- Wichtigster Filter: Erscheint das Format noch regelmäßig, und verdient der Gastgeber sein Geld mit dem Podcast oder mit einem Kurs, den er darin bewirbt?
Was ist ein Börsen-Podcast?
Ein Börsen-Podcast ist ein regelmäßig erscheinendes Audioformat, das Entwicklungen an den Finanzmärkten einordnet und Wissen zu Aktien, Anlagestrategien und Wirtschaft vermittelt.
Der Begriff wird im Deutschen synonym mit Finanzpodcast benutzt, und die Übergänge sind fließend. Typische Themen sind aktuelle Marktbewegungen im DAX oder an der Wall Street, Unternehmensanalysen, Zinsentscheidungen der Notenbanken und der Aufbau eines Depots mit Aktien oder ETFs. Die meisten Formate richten sich an Anleger mit langem Zeithorizont.
Der übliche Umfang liegt zwischen zehn Minuten und einer Stunde. Nachrichtenformate bleiben kurz und erscheinen werktäglich, oft vor Börsenstart. Interview- und Grundlagenformate laufen länger und erscheinen wöchentlich oder alle zwei Wochen. Fast alle sind kostenlos auf Spotify und Apple Podcasts verfügbar und finanzieren sich über Werbung.
Was ein Börsen-Podcast nicht ist: eine Anlageberatung. Auch wenn einzelne Aktien besprochen werden, ist das eine Meinung, kein auf dich zugeschnittener Rat. Seriöse Formate sagen das in jeder Folge dazu. Wer dir im Podcast einen konkreten Kauf nahelegt und im selben Atemzug seinen Signaldienst verkauft, verfolgt ein anderes Interesse als deinen Depoterfolg.
Börsen-Podcast oder Trading-Podcast: was passt zu dir?
Die beiden Gattungen lösen unterschiedliche Probleme. Ein Börsen-Podcast erklärt dir, was an den Märkten passiert und wie du langfristig Vermögen aufbaust. Ein Trading-Podcast erklärt dir, wie du eine Position eröffnest, absicherst und wieder schließt. Beides ist legitim, aber wer das Falsche hört, verliert Zeit.
Ein Trading-Podcast behandelt den aktiven, kurzfristigen Handel und damit Themen wie Einstiegssignale, Positionsgrößen, Stop-Loss und Trading-Psychologie.
Als Faustregel hilft die Frage nach dem Zeithorizont. Denkst du in Jahren, ist der Börsen-Podcast dein Format. Denkst du in Tagen oder Stunden, brauchst du einen Trading-Podcast. Die Formate in diesem Artikel decken beide Lager ab, der Schwerpunkt liegt aber klar auf der Anlageseite.
Rein auf den aktiven Handel spezialisierte Formate haben wir separat aufgelistet. Wenn dich Charttechnik, Risikomanagement und der Umgang mit Verlustserien mehr interessieren als die Quartalszahlen von Siemens, findest du in unserer Übersicht der besten Trading-Podcasts die passenderen Empfehlungen.
So haben wir die 13 Podcasts ausgewählt
Wir haben nur Formate aufgenommen, die im August 2026 nachweislich noch erscheinen. Das klingt banal, ist aber der härteste Filter überhaupt: Ein großer Teil der Empfehlungslisten im Netz führt Podcasts, deren letzte Folge zwei Jahre zurückliegt. Für jeden Eintrag haben wir den offiziellen RSS-Feed ausgelesen und daraus Folgenzahl, Startdatum und den tatsächlichen Abstand zwischen den letzten Folgen berechnet.
- Aktivität: Die jüngste Folge darf zum Stichtag 21. August 2026 nicht älter als vier Wochen sein
- Belegbare Reichweite: Bewertung und Anzahl der Rezensionen stammen aus der Apple-Podcasts-Datenbank, nicht aus Marketingangaben
- Deutschsprachig: englische Formate bleiben außen vor, auch die bekannten
- Erkennbares Geschäftsmodell: Wir sagen dazu, wenn ein Podcast im Kern ein Werbekanal für ein kostenpflichtiges Angebot ist
- Thematischer Bezug: Börse, Aktien, Geldanlage oder Handel müssen der Schwerpunkt sein, nicht ein Nebenthema
Bewusst nicht bewertet haben wir die Sympathie der Gastgeber. Wie angenehm dir eine Stimme über 20 Minuten ist, entscheidest du selbst und niemand sonst. Wir liefern die überprüfbaren Fakten und ordnen ein, für welche Hörergruppe ein Format taugt. Wer sich für die Menschen hinter den Formaten interessiert, findet in unserer Übersicht der größten Börsenexperten Deutschlands mehr als 50 Porträts.
Die 13 Börsen-Podcasts im direkten Vergleich
Die Tabelle sortiert nach Folgenzahl und zeigt auf einen Blick, wie aktiv ein Format wirklich ist. Alle Werte stammen aus den RSS-Feeds und der Apple-Podcasts-Datenbank, Stand 21. August 2026. Die Bewertung bezieht sich immer auf Apple Podcasts, weil dort die Zahl der abgegebenen Rezensionen öffentlich einsehbar ist.
| Podcast | Folgen und Rhythmus | Apple-Note |
|---|---|---|
| Alles auf Aktien | 1.707, werktäglich | 4,6 (4.075) |
| Handelsblatt Today | 1.621, werktäglich | 4,6 (1.271) |
| OHNE AKTIEN WIRD SCHWER | 1.481, werktäglich | 4,3 (1.314) |
| Wall Street mit Markus Koch | 1.473, werktäglich | 4,8 (1.854) |
| Finanzfluss | 770, rund 3× pro Woche | 4,7 (2.768) |
| Jens Rabe | 769, alle 2 Tage | 4,4 (291) |
| Erichsen Geld und Gold | 755, alle 3 Tage | 4,8 (3.589) |
| Der Börseninvestor | 364, wöchentlich | 4,7 (295) |
| Aktien verstehen | 300, wöchentlich | 4,9 (138) |
| Eichhorn Coaching | 142, wöchentlich | 4,9 (44) |
| Dr. Julian Hosp | 101, in Schüben | 4,2 (570) |
| Aha-Erlebnisse | 100, wöchentlich | 4,2 (6) |
| Mind, Money und Markets | 64, alle 2 Wochen | 4,8 (17) |
Die Folgenzahl allein sagt nichts über die Qualität aus. Ein werktägliches Nachrichtenformat sammelt in drei Jahren mehr Episoden als ein sorgfältig produziertes Wochenformat in zehn. Aussagekräftig wird die Zahl erst zusammen mit dem Startjahr und dem Rhythmus, und genau deshalb stehen beide Angaben in den folgenden Abschnitten.
Alles auf Aktien: der werktägliche Finanzüberblick von WELT
Alles auf Aktien ist das reichweitenstärkste deutschsprachige Börsenformat. Der Podcast der Tageszeitung WELT läuft seit Januar 2021, hat 1.707 Folgen veröffentlicht und erscheint an jedem Werktag vor Handelsbeginn. Bei Apple Podcasts steht er bei 4,6 von 5 Sternen aus 4.075 Bewertungen, das ist der zweithöchste Wert im Feld.
Moderiert wird abwechselnd von Wirtschaftsjournalisten der WELT, darunter Holger Zschäpitz, Moritz Seyffarth, Anja Ettel und Nando Sommerfeldt. Eine Folge dauert rund zehn Minuten und fasst die wichtigsten Kursbewegungen, Unternehmensnachrichten und einen thematischen Schwerpunkt zusammen. Freitags und am Wochenende gibt es längere Spezialfolgen zu einzelnen Branchen.
Für wen sich das lohnt: für Anleger, die täglich mitbekommen wollen, was die Märkte bewegt, ohne dafür Zeitung zu lesen. Für wen nicht: Wer Grundlagenwissen sucht, ist hier falsch, denn der Podcast setzt voraus, dass du weißt, was ein Index oder eine Quartalsbilanz ist. Wer täglich hört, sollte sich außerdem der Gefahr bewusst sein, jede Tagesschwankung für relevant zu halten.
Wall Street mit Markus Koch: der Blick aus New York
Kein anderer deutschsprachiger Börsen-Podcast sitzt so nah am Geschehen. Markus Koch berichtet seit 1996 aus New York und veröffentlicht seine Einordnung unter dem Titel „Wall Street mit Markus Koch, featured by Handelsblatt“. Seit Juni 2020 sind 1.473 Folgen erschienen, und der Feed zeigt einen werktäglichen Rhythmus, nicht den wöchentlichen, den viele Übersichten angeben.
Mit 4,8 von 5 Sternen aus 1.854 Bewertungen hat Koch die beste Note unter den großen Tagesformaten. Inhaltlich geht es um US-Märkte, Quartalszahlen, Konjunkturdaten und die Politik der US-Notenbank Fed. Ergänzend läuft die Opening Bell als Videostream zum US-Handelsstart.
Der Ton ist nüchtern und kommt ohne künstliche Dramatik aus. Koch ordnet ein, was Kurse bewegt, und gibt bewusst keine Kaufempfehlungen. Wer Signale oder ein Musterdepot sucht, ist hier falsch. Wer Kontext zum US-Handelstag sucht, findet kaum eine bessere kostenlose Quelle im deutschsprachigen Raum.
OHNE AKTIEN WIRD SCHWER: Börsen-News in unter zehn Minuten
OHNE AKTIEN WIRD SCHWER ist das direkte Konkurrenzformat zu Alles auf Aktien. Der Podcast läuft seit Dezember 2020, umfasst 1.481 Folgen und erscheint ebenfalls werktäglich am frühen Morgen. Bei Apple Podcasts steht er bei 4,3 von 5 Sternen aus 1.314 Bewertungen.
Der Zuschnitt ist bewusst schmal: Was ist gestern an den US-Börsen passiert, welche Unternehmenszahlen stehen an, und was heißt das für den heutigen Handelstag. Die Aufbereitung ist locker und richtet sich erkennbar an ein jüngeres Publikum als die klassischen Wirtschaftsredaktionen.
Für wen sich das lohnt: für Berufstätige, die morgens in unter zehn Minuten auf Stand kommen wollen. Für wen nicht: Wer tiefere Analysen oder eine Einordnung über den Tag hinaus sucht, wird das Format schnell dünn finden. Es ersetzt keine eigene Recherche zu einer Aktie, sondern ist ein Nachrichtenüberblick.
Handelsblatt Today: Wirtschaftsjournalismus mit Börsenfokus
Handelsblatt Today ist das journalistisch aufwendigste Format in dieser Liste. Der Podcast der Wirtschaftszeitung erscheint seit August 2020, hat 1.621 Folgen produziert und läuft werktäglich. Die Bewertung liegt bei 4,6 von 5 Sternen aus 1.271 Rezensionen.
Der Unterschied zu den reinen Nachrichtenformaten liegt in der Tiefe. Statt einer Kursübersicht bekommst du oft ein Interview mit dem zuständigen Fachredakteur oder einem Unternehmensvorstand. Themen sind Geldanlage, Zinspolitik, einzelne Branchen und größere wirtschaftliche Entwicklungen. Eine Folge dauert meist 20 bis 30 Minuten.
Für wen sich das lohnt: für Anleger, die verstehen wollen, warum etwas passiert, und dafür mehr als zehn Minuten investieren. Für wen nicht: Wer nur die Zahlen des Vortags braucht, ist mit einem der kurzen Tagesformate schneller bedient. Ein Teil der Handelsblatt-Inhalte ist zudem an ein kostenpflichtiges Abo gekoppelt, der Podcast selbst bleibt aber frei.
Erichsen Geld und Gold: Geldanlage mit Schwerpunkt Edelmetalle
Erichsen Geld und Gold ist der bestbewertete deutschsprachige Geldanlage-Podcast mit großer Hörerschaft. Lars Erichsen veröffentlicht seit März 2019 und kommt auf 755 Folgen. Bei Apple Podcasts steht das Format bei 4,8 von 5 Sternen aus 3.589 Bewertungen. Neue Folgen erscheinen im Schnitt alle drei Tage.
Thematisch geht es um Aktien, ETFs, Gold und Silber, dazu eine regelmäßig kritische Einordnung von Bitcoin und Finanzprodukten mit unklarer Kostenstruktur. Erichsen erklärt ausführlich und setzt wenig voraus, was das Format auch für Einsteiger brauchbar macht.
Ein Hinweis zur Einordnung gehört dazu: Erichsen betreibt neben dem Podcast kostenpflichtige Börsenbriefe und Depot-Angebote, die im Podcast auch beworben werden. Das ist offen erkennbar und kein Ausschlussgrund, du solltest die Empfehlungen aber mit diesem Wissen hören.
Jens Rabe: Optionshandel und Unternehmertum
Jens Rabe gehört zu den produktivsten Stimmen im deutschsprachigen Börsen-Audio. Sein Podcast läuft seit Februar 2019 und hat 769 Folgen erreicht, neue Episoden erscheinen etwa alle zwei Tage. Die Apple-Bewertung liegt bei 4,4 von 5 Sternen aus 291 Rezensionen und damit spürbar unter den Spitzenwerten der Liste.
Inhaltlich dreht sich vieles um den Verkauf von Optionen, insbesondere um Strategien wie den Short Put, sowie um Steuerfragen für Anleger und den Aufbau eines Einkommens aus dem Depot. Die Folgen sind meist 15 bis 30 Minuten lang.
Der Podcast ist zugleich der Vertriebskanal für Rabes kostenpflichtige Akademie. Wie belastbar die Ausbildung ist und was sie kostet, haben wir in unserem Bericht zu Jens Rabe geprüft. Wenn dich Optionsstrategien grundsätzlich interessieren, findest du eine neutrale Einführung in unserem Überblick zu Optionsstrategien.
Dr. Julian Hosp: Finanzen, KI und Unternehmertum
Das Format heißt inzwischen anders als in den meisten Empfehlungslisten. Aus „Finanzen, Unternehmertum und Mindset“ ist „Dr. Julian Hosp, KI, Finanzen, Unternehmertum und Performance“ geworden. Der Podcast läuft seit 2017, der aktuelle Feed führt 101 Folgen, und die Bewertung liegt bei 4,2 von 5 Sternen aus 570 Rezensionen.
Die Themenmischung ist breit und nur teilweise börsenbezogen. Neben Kryptowährungen und persönlichen Finanzen geht es um künstliche Intelligenz, Unternehmensaufbau und mentale Leistungsfähigkeit. Wer einen reinen Börsen-Podcast erwartet, sollte das wissen: Der Anteil an konkreten Marktthemen ist geringer als bei allen anderen Formaten dieser Liste.
Die Folgen erscheinen unregelmäßig in Schüben, zuletzt am 6. August 2026. Hosp ist eine polarisierende Figur, unter anderem wegen seiner Rolle bei früheren Krypto-Projekten. Wir haben das in unserem Beitrag zu Dr. Julian Hosp im Detail aufgearbeitet, und die Lektüre lohnt sich, bevor du seinen Einschätzungen folgst.
Finanzfluss: der Einsteiger-Podcast zum Vermögensaufbau
Finanzfluss ist die erste Adresse, wenn du bei null anfängst. Der Podcast von Thomas Kehl und Team läuft seit November 2019, umfasst 770 Folgen und erscheint rund dreimal pro Woche. Mit 4,7 von 5 Sternen aus 2.768 Bewertungen gehört er zu den drei meistbewerteten Formaten dieser Liste.
Der Schwerpunkt liegt auf ETFs, Sparplänen, Altersvorsorge und Steuern, also auf dem, was ein Anleger in den ersten Jahren tatsächlich entscheiden muss. Einzelaktien und aktives Handeln spielen bewusst eine kleine Rolle. Die Erklärungen sind ausführlich und kommen ohne Fachjargon aus.
Für wen sich das lohnt: für alle, die ihr erstes Depot aufbauen und verstehen wollen, warum Kosten wichtiger sind als die Auswahl des vermeintlich besten Fonds. Für wen nicht: Wer bereits investiert ist und Marktanalysen sucht, wird vieles als Wiederholung empfinden. Was hinter dem Angebot steckt und wie es sich finanziert, haben wir unter Finanzfluss Erfahrungen untersucht.
Aha-Erlebnisse für deinen Börsenerfolg: Trading-Mentalität
Der Untertitel hat sich geändert, der Inhalt nicht. Das Format heißt heute „Aha-Erlebnisse für Deinen Börsenerfolg, Sofort bessere Ergebnisse für Dein Trading“. Tobias Heitkötter veröffentlicht seit April 2023, der Feed führt 100 Folgen, und neue Episoden kommen zuverlässig wöchentlich.
Im Mittelpunkt stehen nicht Einstiegssignale, sondern Denkfehler. Es geht um den Umgang mit Verlustphasen, um klar definierte Handelsziele und um die Frage, warum Trader ihre eigenen Regeln brechen. Das ist die Ecke der Trading-Psychologie, und sie wird in Podcasts deutlich seltener bedient als Charttechnik.
Bei der Bewertung ist Vorsicht angebracht: Apple Podcasts weist zwar 4,2 von 5 Sternen aus, aber nur sechs abgegebene Rezensionen. Bei so kleiner Basis sagt eine Note nichts aus. Was hier zählt, ist der wöchentliche Rhythmus über inzwischen mehr als drei Jahre.
Mind, Money und Markets: Daytrading und Mindset
Das Format ist das kleinste in dieser Liste und erscheint am seltensten. Kaan Aslan, hauptberuflicher Daytrader, veröffentlicht seit November 2023 und kommt auf 64 Folgen. Der Abstand zwischen zwei Episoden liegt im Mittel bei zwei Wochen, die jüngste Folge stammt vom 20. August 2026.
Inhaltlich verbindet Aslan Marktmechanik mit Persönlichkeitsentwicklung. Es geht um Achtsamkeit, Selbstdisziplin und die Frage, wie mentale Verfassung und Handelsergebnis zusammenhängen. Die Apple-Bewertung von 4,8 von 5 Sternen beruht auf lediglich 17 Rezensionen und ist damit nur ein schwaches Signal.
Für wen sich das lohnt: für aktive Trader, die den mentalen Teil ihres Handwerks ernst nehmen. Für wen nicht: Wer regelmäßigen Nachschub braucht, wird mit einer Folge alle zwei Wochen nicht glücklich. Als Ergänzung neben einem Tagesformat funktioniert es besser denn als Hauptquelle.
Aktien verstehen und erfolgreich nutzen: die höchste Bewertung
Mit 4,9 von 5 Sternen hat dieses Format die beste Note im Testfeld. Die Bewertung stützt sich auf 138 Rezensionen bei Apple Podcasts. Wilhelm Scholze veröffentlicht seit Dezember 2020 streng wöchentlich und hat inzwischen 300 Folgen produziert.
Scholze erklärt, wie Aktien als Anlageinstrument funktionieren und welche Denkfehler Anleger bei der Auswahl machen. Es geht um das Finden aussichtsreicher Titel, um wirtschaftliche Zusammenhänge und um den Aufbau einer langfristigen Strategie. Kurzfristige Kurstipps gibt es bewusst nicht.
Die Folgen sind kurz gehalten und liegen meist zwischen acht und zwanzig Minuten. Das macht das Format alltagstauglich. Wer sich neben dem Hören auch praktisch an die Aktienauswahl wagen will, findet in unserer Anleitung zur Aktien-Heatmap ein Werkzeug für den schnellen Marktüberblick.
Der Börseninvestor: Strategien und Interviews mit Ulrich Müller
Der Börseninvestor erscheint seit Juni 2020 zuverlässig wöchentlich, meist montags, und hat 364 Folgen erreicht. Die Apple-Bewertung liegt bei 4,7 von 5 Sternen aus 295 Rezensionen. Eine Folge dauert im Schnitt rund 20 Minuten.
Ulrich Müller behandelt Aktienstrategien, Depotaufbau und Werkzeuge für die Auswahl, ergänzt um Interviews mit Anlegern, Investmentberatern und Coaches. Der Interviewanteil ist hoch, was das Format abwechslungsreich macht, die Tiefe aber von Folge zu Folge stark schwanken lässt.
Auch hier gehört der Hinweis auf das Geschäftsmodell dazu. Müller betreibt eine kostenpflichtige Akademie, die im Podcast beworben wird. Was sie leistet und was sie kostet, haben wir in unserer Prüfung der Ulrich Müller Wealth Academy zusammengetragen.
Eichhorn Coaching: der Podcast für Optionshändler
Das ist das fachlich engste und zugleich tiefste Format der Liste. Alexander Eichhorn und Maximilian Bothe veröffentlichen seit März 2024 wöchentlich und kommen auf 142 Folgen. Die Bewertung von 4,9 von 5 Sternen beruht auf 44 Rezensionen, die Basis ist also klein, aber einheitlich positiv.
Behandelt werden Optionen von den Grundlagen bis zu fortgeschrittenen Strategien, dazu Volatilität, die Absicherung von Positionen und der Einfluss politischer Ereignisse auf die Prämien. Wenn du mit Begriffen wie impliziter Volatilität nichts anfangen kannst, ist der Einstieg steil.
Der Podcast dient auch als Schaufenster für das kostenpflichtige Coaching-Angebot. Unsere Einschätzung dazu steht in den Eichhorn Coaching Erfahrungen. Fachlich ist das Format trotzdem eines der stärksten, wenn dich der Optionshandel ernsthaft interessiert.
Wenn der Podcast nur der Anriss eines Bezahlangebots ist
Nicht jedes Format, das kostenlos aussieht, ist es auch. Beim Heiko Thieme Börsen Club sind die frei verfügbaren Folgen Ausschnitte aus einem kostenpflichtigen Angebot. Das ist kein Ausschlusskriterium, du solltest aber wissen, dass der vollständige Inhalt hinter einer Bezahlschranke liegt. Details dazu stehen in unserem Beitrag zu Heiko Thieme.
Dasselbe Muster findet sich bei der Investorschule von Mike Seidl. Der tägliche YouTube-Kanal ist kostenlos und zugleich der Einstieg in ein kostenpflichtiges Mentoring.
Häufiger ist die zweite Variante: Der Podcast ist vollständig kostenlos und trotzdem Werbung. Er kostet dich kein Geld, sondern Aufmerksamkeit, und führt über viele Folgen hinweg zu einem Kurs, einem Börsenbrief oder einem Signaldienst. Vier der hier vorgestellten Formate funktionieren so, und wir schreiben es bei jedem einzelnen dazu.
Wie eng Podcast und Verkauf zusammenhängen, lässt sich manchmal zählen. Beim Podcast der Bullenmarkt Akademie steht in 48 von 61 Folgenbeschreibungen der Link zum Strategiegespräch des Anbieters.
Die Faustregel ist einfach: Solange der fachliche Teil auch für sich genommen etwas wert ist, kannst du zuhören. Kippt eine Folge in ein Verkaufsgespräch mit Dringlichkeit und Rabattfrist, hast du keinen Podcast mehr vor dir, sondern eine Verkaufsveranstaltung.
Was Börsen-Podcasts leisten und was nicht
Podcasts sind ein gutes Nebenbei-Medium und ein schlechtes Lernmedium. Sie halten dich auf dem Laufenden, ersetzen aber weder ein Buch noch die Arbeit am eigenen Depot. Wer beides verwechselt, sammelt jahrelang Meinungen und trifft trotzdem keine besseren Entscheidungen.
Dafür sind Börsen-Podcasts gut
- Nebenbei nutzbar: Du hörst beim Pendeln, ohne dafür Extra-Zeit zu blockieren
- Kostenlos: Fast alle Formate sind ohne Abo verfügbar
- Aktualität: Werktägliche Formate erklären dir am selben Morgen, warum ein Kurs bewegt hat
- Einordnung durch Fachleute: Journalisten und Praktiker erklären Zusammenhänge, die in einer Kursmeldung nicht stehen
- Breite: Von ETF-Grundlagen bis Optionsstrategie findest du für jedes Niveau ein Format
Wo die Grenzen liegen
- Keine Anlageberatung: Eine Meinung im Podcast kennt weder dein Depot noch deine Risikotragfähigkeit
- Werbeinteressen: Viele Formate sind der Vertriebskanal für ein kostenpflichtiges Angebot
- Kein Nachschlagen: Audio lässt sich schlecht überfliegen, Zahlen bleiben selten hängen
- Aktualitätsfalle: Tägliche Formate verleiten dazu, jede Schwankung für bedeutsam zu halten
- Keine Übung: Zuhören ersetzt kein eigenes Handeln und kein geführtes Handelsjournal
Aus meiner Sicht ist der größte Nutzen die Einordnung, nicht die Information. Die Zahl selbst steht in jeder App. Wertvoll wird ein Format, wenn jemand erklärt, warum eine Zinsentscheidung anders wirkt als erwartet. Genau deshalb steht in dieser Liste kein Podcast, der bloß Kurse vorliest.
Dasselbe gilt für Video-Formate von Marktkommentatoren. Der YouTube-Kanal von Robert Halver liefert wöchentlich eine Einordnung in vier bis sieben Minuten. Auch dort gibt es keine Kaufempfehlungen, sondern nur den Rahmen, in dem sich die Märkte gerade bewegen.
Wie du den passenden Börsen-Podcast findest
Fang bei deinem Zeitbudget an, nicht bei der Empfehlungsliste. Wer zehn Minuten am Tag hat, nimmt ein Tagesformat. Wer eine Stunde pro Woche hat, nimmt ein Interviewformat und hört es ganz. Zwei Tagesformate parallel zu abonnieren, führt fast immer dazu, dass du beide nur noch überspringst.
Prüfe danach, womit der Gastgeber sein Geld verdient. Ein Journalist einer Wirtschaftsredaktion hat andere Anreize als ein Coach, der im selben Atemzug seine Ausbildung bewirbt. Beides kann gut sein, aber du hörst anders zu, wenn du den Anreiz kennst.
Der dritte Test ist der Rückblick auf die letzten fünf Folgen. Wenn dreimal dasselbe Produkt beworben wird und die fachlichen Teile immer kürzer werden, ist das Format über den Punkt hinaus. Ein guter Podcast hält den Erkenntnisgewinn auch dann hoch, wenn du nichts kaufst.
Und schließlich: prüfe das Datum der letzten Folge, bevor du abonnierst. Das klingt trivial, aber ein erheblicher Teil der im Netz empfohlenen Börsen-Podcasts ist eingeschlafen. Alle 13 Formate in diesem Artikel haben im August 2026 veröffentlicht, und das haben wir einzeln im RSS-Feed nachgesehen.
Fazit: welcher Börsen-Podcast sich für wen lohnt
Es gibt nicht den einen besten Börsen-Podcast, sondern drei sinnvolle Gruppen. Für den täglichen Marktüberblick sind Alles auf Aktien und Wall Street mit Markus Koch die stärksten Formate, wobei Koch mit 4,8 von 5 Sternen die bessere Bewertung hat und näher an den US-Märkten sitzt. Wer es kürzer mag, nimmt OHNE AKTIEN WIRD SCHWER.
Für den langfristigen Vermögensaufbau führt wenig an Finanzfluss und Erichsen vorbei. Finanzfluss ist der bessere Einstieg, wenn du gerade erst anfängst. Erichsen Geld und Gold passt, wenn du schon investiert bist und zusätzlich Edelmetalle im Blick hast. Die höchste Note im Feld hat mit 4,9 von 5 Sternen allerdings Aktien verstehen und erfolgreich nutzen.
Aktive Trader greifen zu den Fachformaten. Eichhorn Coaching ist die erste Wahl für Optionshändler, Aha-Erlebnisse und Mind, Money und Markets arbeiten am mentalen Teil. Bei allen dreien gilt: kleine Bewertungsbasis, dafür klarer fachlicher Zuschnitt.
Der wichtigste Rat steht am Ende und hat nichts mit der Auswahl zu tun. Ein Podcast ist eine Informationsquelle, keine Strategie. Wer sein Depot nach dem baut, was er zuletzt gehört hat, handelt am Ende die Meinung anderer Leute. Nimm die Einordnung mit, triff die Entscheidung selbst und schreib mit, warum du sie getroffen hast.
Häufige Fragen zu Börsen-Podcasts
Welcher Börsen-Podcast ist der beste für Anfänger?
Für den Einstieg eignet sich Finanzfluss am besten, weil dort ETFs, Sparpläne und Steuern von Grund auf erklärt werden und Vorwissen nicht vorausgesetzt wird. Wenn du dich für einzelne Aktien interessierst, ist „Aktien verstehen und erfolgreich nutzen“ die passendere Wahl. Tägliche Nachrichtenformate sind für Anfänger dagegen ungeeignet, weil sie Grundbegriffe voraussetzen.
Gibt es einen Börsen-Podcast, der täglich erscheint?
Ja, gleich vier Formate erscheinen an jedem Werktag. Das sind Alles auf Aktien von WELT, Handelsblatt Today, OHNE AKTIEN WIRD SCHWER und Wall Street mit Markus Koch. Alle vier laufen morgens vor oder kurz nach Börsenstart und dauern zwischen zehn und dreißig Minuten.
Was ist der Unterschied zwischen einem Börsen-Podcast und einem Finanzpodcast?
In der Praxis werden beide Begriffe synonym verwendet. Ein Finanzpodcast ist meist etwas breiter angelegt und behandelt auch Versicherungen, Altersvorsorge und Steuern. Ein Börsen-Podcast konzentriert sich stärker auf Aktien, Märkte und Anlagestrategien. Die Übergänge sind fließend, und viele Formate bedienen beides.
Sind Börsen-Podcasts kostenlos?
Die allermeisten Formate sind kostenlos. Sie finanzieren sich über Werbung, über die Redaktion eines Verlags oder darüber, dass der Gastgeber ein eigenes kostenpflichtiges Angebot bewirbt. Es gibt aber Ausnahmen wie den Heiko Thieme Börsen Club, bei dem die frei verfügbaren Folgen nur Ausschnitte aus einem Bezahlangebot sind.
Wo kann ich Börsen-Podcasts hören?
Auf allen gängigen Plattformen, allen voran Spotify und Apple Podcasts. Dazu kommen Amazon Music, YouTube und Deezer sowie die Webseiten der jeweiligen Anbieter. Google Podcasts wurde im Juni 2024 eingestellt, die Abos sind damals nach YouTube Music umgezogen.
Geben Börsen-Podcasts konkrete Aktienempfehlungen?
Einzelne Formate besprechen konkrete Aktien, das ist aber keine Anlageberatung. Seriöse Podcasts weisen in jeder Folge darauf hin. Achte darauf, ob der Gastgeber ein wirtschaftliches Interesse an der besprochenen Position hat und ob er das offenlegt. Eine Empfehlung im Podcast kennt weder dein Depot noch deine Risikotragfähigkeit.
Woran erkenne ich einen unseriösen Börsen-Podcast?
Das deutlichste Warnsignal ist Dringlichkeit. Wenn eine Folge auf einen Rabatt mit Frist, ein schließendes Anmeldefenster oder ein angeblich sicheres Gewinnversprechen hinausläuft, hörst du eine Verkaufsveranstaltung. Weitere Warnzeichen sind fehlende Quellenangaben, verschwiegene Verluste und Renditeversprechen ohne Angabe des eingegangenen Risikos.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels handelt seit 1980 an den Finanzmärkten und ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading. Er handelt diskretionär nach Price Action, überwiegend in den Forex-Majors und ausgewählten Minors, und arbeitet seit den 1990er-Jahren mit der Methodik von Joe Ross.
Für diesen Artikel hat er alle 13 Formate anhand ihrer offiziellen RSS-Feeds geprüft. Folgenzahl, Startdatum und der tatsächliche Abstand zwischen den letzten Episoden wurden am 21. August 2026 erhoben, die Bewertungen stammen aus der Apple-Podcasts-Datenbank desselben Tages. Angaben aus Marketingmaterial oder aus fremden Empfehlungslisten sind nicht eingeflossen.
In der Redaktion von Kagels Trading verantwortet er die Themen Price Action, Risikomanagement und Handelspsychologie. Er veröffentlicht seit Jahren Analysen, Ausbildungsinhalte und Marktkommentare und legt Wert darauf, dass jede Zahl auf eine überprüfbare Quelle zurückgeht.
Einen der reichweitenstärksten deutschen Finanzpodcasts betreibt Natascha Wegelin, deren Angebot wir im Bericht zu Madame Moneypenny eingeordnet haben.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer fachlich geprüft und von Karsten Kagels final geprüft.






















