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Dr. Julian Hosp: Wie seriös ist er heute, was ist sein Vermögen und woher kommt die Kritik?

Zuletzt aktualisiert: 07. September 2026

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21 Min

Karsten Kagels

Überprüft von

Karsten Kagels

KI für Trader Hauptkurs
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Kaum ein Name spaltet die deutschsprachige Krypto-Szene so zuverlässig wie Dr. Julian Hosp. Für die einen ist er der Pionier, der Bitcoin und Blockchain im DACH-Raum überhaupt erst einem breiten Publikum erklärt hat. Für die anderen ist er der Mann, dessen Projekte reihenweise Anleger mit Verlusten zurückgelassen haben.

Die Diskussion dreht sich bis heute meist um Firmen, die es so gar nicht mehr gibt. Hosp hat seine Krypto-Firma Ende 2024 verkauft und arbeitet inzwischen an ganz anderen Themen. Wer im Jahr 2026 nach ihm sucht, bekommt trotzdem überwiegend Informationen aus dem Jahr 2023. Genau diese Lücke schließt dieser Beitrag.

Grundlage sind öffentlich nachprüfbare Quellen: Pflichtmitteilungen des Käufers an die Londoner Börse, Ankündigungen der Plattform selbst, die Gerichtsberichterstattung, die Angebotsseiten von Hosp sowie Bewertungsportale. Zwischen Kagels Trading und Julian Hosp besteht keine Geschäftsbeziehung, weder als Partner noch als Kunde. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Julian Hosp: das Wichtigste
in 30 Sekunden

  • Vom Profisport in die Krypto-Szene: Julian Hosp war zehn Jahre Profi-Kitesurfer, studierte danach in Innsbruck Medizin und arbeitete kurz als Unfallchirurg, bevor er 2015 nach Singapur auswanderte.
  • Zwei gescheiterte Krypto-Projekte: Der TenX-Token PAY verlor nach dem ICO von 2017 über 99 Prozent an Wert. Beim Nachfolger DeFiChain (DFI) wiederholte sich das Muster.
  • Die Firma gehört ihm nicht mehr: Hosp verkaufte Cake Pte Ltd und Cake DeFi UAB samt der Plattform Bake an die britische GSTechnologies. Angekündigt am 11. Dezember 2024, vollzogen am 2. Januar 2025.
  • Bake handelt seit April 2026 keine Kryptowährungen mehr: Zum 15. April 2026 stellte die Plattform den Krypto-Handel ein und wandelte alle Guthaben in US-Dollar um. Das geschah bereits unter dem neuen Eigentümer.
  • Heute ist er kein Krypto-Unternehmer mehr: Hosp bezeichnet sich als CIO eines Family Office und verkauft Informationsprodukte rund um ETFs, KI und Geldanlage, darunter den kostenpflichtigen Inner Circle.
  • Der Preis des Inner Circle steht nicht auf der Anbieterseite: Aufnahme nur auf Bewerbung, Laufzeiten von 6, 12 oder 24 Monaten, keine Testmitgliedschaft.

Wer ist Dr. Julian Hosp?

Julian Hosp ist ein österreichischer Unternehmer, Autor und Investor, der ab 2015 als einer der ersten deutschsprachigen YouTuber Kryptowährungen und Blockchain-Technologie einem breiten Publikum erklärte.

Bekannt wurde Hosp durch seinen YouTube-Kanal, auf dem er komplizierte Themen wie Blockchain, Mining und Wallets in einfacher Sprache aufbereitete. Zu einer Zeit, als es kaum deutschsprachige Inhalte zu Kryptowährungen gab, füllte er damit eine echte Lücke. Sein Buch zur Blockchain schaffte es in die Bestsellerlisten.

Parallel baute er Unternehmen auf, und genau dort beginnt die Kritik. Beide Krypto-Firmen, an denen Hosp maßgeblich beteiligt war, endeten für Anleger schlecht: erst TenX mit einem Token-Absturz von über 99 Prozent, später Cake DeFi mit demselben Muster beim hauseigenen Token DFI.

Dazu kommt eine Vorgeschichte, die ihn bis heute begleitet. Vor seiner Krypto-Karriere war Hosp beim MLM-Konzern Lyoness aktiv, einem Vertriebssystem, das in mehreren Ländern juristisch aufgearbeitet wurde. Diese Station taucht in fast jeder kritischen Auseinandersetzung mit ihm auf, obwohl sie über ein Jahrzehnt zurückliegt.

Dr. Julian Hosp im Porträt, österreichischer Krypto-Unternehmer und heutiger Family-Office-Investor
Julian Hosp polarisiert die deutschsprachige Krypto-Szene seit über zehn Jahren.

Vom Profisport über die Medizin ins Unternehmertum

Der Lebenslauf ist der Grund, warum viele überhaupt auf ihn aufmerksam wurden. Hosp war zehn Jahre lang Profi-Kitesurfer und stand zeitweise in den Top 10 der Weltrangliste. Nach dem Ende der Sportkarriere studierte er in Innsbruck Medizin und schloss das Studium ab.

Als Unfallchirurg arbeitete er allerdings nur kurz. Er entschied sich gegen die Klinik und für die Selbstständigkeit. Im Jahr 2015 wanderte er nach Singapur aus, wo er bis heute mit Frau und drei Kindern lebt. Den YouTube-Kanal hatte er bereits Ende 2014 gestartet.

Julian Hosp als Profi-Kitesurfer vor dem Wechsel in die Krypto-Branche
Zehn Jahre Profisport, dann Medizinstudium: Der Lebenslauf hat Hosp früh Aufmerksamkeit verschafft.

NameDr. Julian Hosp
Geboren1986 in Österreich
WohnortSingapur
AusbildungStudium der Humanmedizin, Innsbruck
Frühere StationenProfi-Kitesurfer, Unfallchirurg, Lyoness
Krypto-FirmenTenX (Mitgründer, Rücktritt 2018), Cake DeFi / Bake (verkauft 2025)
Heutige RolleCIO eines Family Office (laut eigener Angabe)
Aktuelle AngeboteInner Circle, Das Daily, ETF-Anleitung, KI Family Office
Bücherunter anderem „Kryptowährungen einfach erklärt“, „Blockchain 2.0“, „Die Wertformel“

Investment Akademie: Live-Online-Seminar zum Vermögensaufbau am 20. September 2026
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Was macht Julian Hosp heute?

Julian Hosp ist seit Anfang 2025 kein Krypto-Unternehmer mehr, sondern verkauft Informationsprodukte zu Geldanlage und künstlicher Intelligenz und bezeichnet sich als CIO eines Family Office.

Das ist der Punkt, an dem die meisten Suchergebnisse veraltet sind. Wer heute liest, Hosp leite die Cake Group, liest eine Information aus dem Jahr 2023. Verkauft wurde das Unternehmen am 11. Dezember 2024, der Vollzug erfolgte zum 2. Januar 2025.

Sein heutiges Geschäft läuft über die eigene Website und besteht aus digitalen Produkten. Dazu zählen die kostenpflichtige Community Inner Circle, ein tägliches Audio-Format namens Das Daily, eine ETF-Anleitung sowie ein Programm mit dem Titel KI Family Office. Ergänzt wird das durch kostenlose Einstiegsangebote wie Newsletter, Webinare und Challenges, die klassisch der Gewinnung von Interessenten dienen.

Sein Podcast heißt inzwischen „Dr. Julian Hosp, KI, Finanzen, Unternehmertum und Performance“ und ist damit nur noch teilweise ein Börsenformat. Wo er im Vergleich steht, zeigt unsere Übersicht der Börsen-Podcasts.

Inhaltlich hat er sich deutlich verschoben. Krypto ist nur noch eines von mehreren Themen, teils sogar ein kritisch beleuchtetes: In Beiträgen aus dem Jahr 2025 argumentierte Hosp, dass künstliche Intelligenz die interessantere Entwicklung sei und Bitcoin an Bedeutung verliere. Für jemanden, der jahrelang als Krypto-Erklärer auftrat, ist das eine bemerkenswerte Kehrtwende.

Ein zentraler Begriff dazu, weil er in fast allen seinen Angeboten fällt:

Ein Family Office verwaltet das Vermögen einer einzelnen wohlhabenden Familie und steuert deren Anlagen zentral.

Wichtig für die Einordnung: Ein Family Office zu leiten sagt nichts über das eigene Vermögen aus, weil dort in der Regel fremdes oder Familienvermögen verwaltet wird. Wie viel davon Hosp selbst gehört, ist öffentlich nicht belegt. Mehr dazu weiter unten im Abschnitt zum Vermögen.

Lesetipp: Kian Hoss

TenX: das ICO-Debakel von 2017

Wer verstehen will, woher das Misstrauen kommt, muss zurück ins Jahr 2017. Damals boomten sogenannte ICOs, und TenX war eines der prominentesten Projekte im deutschsprachigen Raum.

Ein Initial Coin Offering ist der erstmalige Verkauf eines neuen Krypto-Tokens an Anleger, um damit ein Projekt zu finanzieren.

TenX sammelte im ICO rund 80 Millionen Dollar von über 4.000 Investoren ein. Zum Gründungsteam gehörten neben Hosp der Österreicher Toby Hoenisch und der Thailänder Paul Kittiwongsunthorn. Die Vision klang groß: Kryptowährungen sollten über eine Debitkarte im Alltag bezahlbar werden.

Umgesetzt wurde davon wenig. Der hauseigene Token PAY stürzte nach dem Launch um mehr als 99 Prozent ab. Für Anleger, die im ICO gekauft hatten, war das faktisch ein Totalverlust.

TenX Logo, das erste Krypto-Unternehmen von Julian Hosp mit ICO im Jahr 2017
TenX sammelte 2017 rund 80 Millionen Dollar ein und lieferte das Kartenprodukt nie im versprochenen Umfang aus.

Die operative Seite lief parallel aus dem Ruder. Im Jahr 2018 verlor der Kartenherausgeber Wavecrest seine Visa-Lizenz, TenX musste einen neuen Partner suchen. Die Wahl fiel ausgerechnet auf Wirecard, das im Jahr 2020 den Kartenbetrieb übernahm, kurz bevor der Bilanzskandal aufflog und der Konzern Insolvenz anmeldete. Die versprochene Krypto-Debitkarte kam nie flächendeckend auf den Markt, die TenX-Website ist längst offline.

Kursverlauf des TenX-Token PAY mit Absturz von über 99 Prozent nach dem ICO
Der PAY-Token verlor nach dem Launch über 99 Prozent. Für ICO-Käufer blieb praktisch nichts übrig.

Der Rücktritt von Julian Hosp bei TenX

Hosp war Mitgründer und trat als Präsident auf, zuständig vor allem für Marketing und Außendarstellung. Dank seiner Reichweite funktionierte dieser Teil gut, das Projekt wuchs schnell.

Anfang 2018 gab Hosp seinen Rücktritt bekannt. Als Grund nannte er strategische Differenzen mit den übrigen Geschäftsführern. Der Zeitpunkt fiel in die Phase, in der der Token bereits deutlich unter Druck stand.

Was ist am Insider-Vorwurf gegen Julian Hosp dran?

Heikel wurde es, als bekannt wurde, dass Hosp kurz vor dem Rücktritt eine größere Menge PAY-Token verkauft hatte. Auf Reddit kam daraufhin der Vorwurf des Insiderhandels auf. Hosp bestätigte den Verkauf selbst.

Seine Begründung lautete, der Verkauf sei aus steuerlichen Gründen erfolgt, und der Rücktritt sei zu diesem Zeitpunkt noch nicht geplant gewesen. Gegenüber Trending Topics sagte er:

„Ich habe wie jedes Jahr am Ende des Jahres einen Teil meiner Kryptowährungen für Steuern verkauft. Ich muss in Singapur Einkommenssteuer bezahlen. Ich bekomme Token als Einkommen, deswegen muss ich einen Teil davon verkaufen […] Insider-Trading ist das definitiv nicht.“

Andere sahen das anders. Das englischsprachige Portal fintelegram argumentierte sinngemäß, Hosp sei als Vorstandsmitglied ein Insider im rechtlichen Sinn gewesen und hätte den Verkauf melden müssen. Zu einem Verfahren oder einer behördlichen Feststellung kam es allerdings nie, es blieb bei einem öffentlich ausgetragenen Vorwurf. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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Bake und Cake DeFi: was aus der Firma wurde

Nach dem Ausstieg bei TenX gründete Hosp Cake DeFi, eine Plattform, über die Nutzer mit ihren Kryptowährungen Erträge erwirtschaften sollten. Angeboten wurden vor allem zwei Bausteine.

Staking bedeutet, dass du Kryptowährungen für eine bestimmte Zeit festlegst und dafür eine Vergütung bekommst.

Beim Liquidity Mining stellst du zwei Kryptowährungen als Handelspaar bereit und erhältst dafür einen Anteil an den Handelsgebühren.

Beworben wurde das Angebot erneut massiv über die eigene Reichweite, also über YouTube-Publikum und Newsletter. Wer Hosp als Erklärer schätzte, war die naheliegende Zielgruppe. Genau diese Verbindung von kostenloser Aufklärung und eigenem Finanzprodukt ist einer der Hauptkritikpunkte an ihm.

Der Absturz des DFI-Token

Zentral für die Plattform war der hauseigene Token DFI der DeFiChain. In der Community kursierte lange der Leitspruch „Road to 50 Dollar“, eine Kurserwartung, die sich als grotesk falsch herausstellte.

Der Kurs fiel stattdessen bis in den Bereich weniger Cent und später darunter. Gemessen am Allzeithoch verlor DFI über 99 Prozent an Wert. Spötter sprachen auf X irgendwann von der „Road to 50 Satoshis“. Frühe Käufer, die gehalten haben, stehen bis heute mit hohen Verlusten da.

Kursverlauf des DeFiChain-Token DFI mit Verlust von über 99 Prozent seit dem Allzeithoch
Beim DFI-Token wiederholte sich das Muster von TenX. Frühe Käufer sitzen auf hohen Verlusten.

Der „Stablecoin“ DUSD und warum er nicht stabil war

Im Jahr 2021 brachte das Team einen eigenen Decentralized USD (DUSD) heraus. Der sollte funktionieren wie etablierte Stablecoins.

Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, deren Kurs an einen festen Wert gekoppelt sein soll, meist an den US-Dollar.

Bei DUSD funktionierte diese Kopplung nicht. Der Kurs löste sich vom Dollar und fiel weit unter die angepeilte 1:1-Bindung. Für Nutzer, die ihn als sicheren Parkplatz verstanden hatten, war das besonders bitter, weil ein Stablecoin genau dafür gedacht ist, nicht zu schwanken.

Kursverlauf des DUSD-Stablecoin von Cake DeFi weit unterhalb der angestrebten Bindung an einen US-Dollar
Ein Stablecoin, der seine Bindung verliert, verfehlt seinen einzigen Zweck.

Der Streit mit Mitgründer U-Zyn Chua

Ende 2023 eskalierte der Konflikt zwischen Hosp und seinem Mitgründer U-Zyn Chua. Streitpunkte waren nach Medienberichten die strategische Ausrichtung und die Personalpolitik. Berichtet wurde unter anderem, Hosp habe die Entlassung eines großen Teils der Belegschaft durchgesetzt, kurz nachdem er öffentlich noch über Neueinstellungen gesprochen hatte.

Chua beantragte daraufhin vor einem Gericht in Singapur die Liquidation der Cake Group. Zur Auflösung kam es nicht, die Parteien einigten sich: Hosp wurde alleiniger Geschäftsführer und übernahm sämtliche Anteile. Über die Höhe der Abfindung kursiert ein zweistelliger Millionenbetrag, bestätigt ist diese Zahl allerdings nicht.

Julian Hosp und Mitgründer U-Zyn Chua, deren Zerwürfnis 2023 zum Liquidationsantrag gegen die Cake Group führte
Der Mitgründer beantragte die Liquidation. Am Ende übernahm Hosp alle Anteile.

Der Verkauf an GSTechnologies

Und dann verkaufte Hosp. Am 11. Dezember 2024 gab das britische Börsenunternehmen GSTechnologies die Übernahme bekannt: Die Tochter GS Fintech UAB übernahm die Geschäfte und Vermögenswerte von Cake Pte Ltd und Cake DeFi UAB, einschließlich der Plattform Bake. Der Vollzug erfolgte zum 2. Januar 2025.

Weil GSTechnologies an der Londoner Börse notiert ist, liegen zu dieser Transaktion belastbare Zahlen vor. Zum Stichtag 30. November 2024 hatte Bake demnach rund 700.000 registrierte Nutzer, etwa 100.000 finanzierte Konten und verwahrte digitale Vermögenswerte im Wert von rund 80 Millionen Dollar. Der Kaufpreis wurde nicht offengelegt, angegeben wurde lediglich eine Barzahlung aus Eigenmitteln.

Hosp kommentierte den Schritt auf X mit den Worten, dieser sei „unfassbar schwer“ für ihn gewesen, und sprach von einem Gewinn für alle Beteiligten. Für die Bewertung seiner Person ist vor allem eines entscheidend: Ab diesem Zeitpunkt verantwortet er nicht mehr, was auf der Plattform passiert.

Bake stellt den Krypto-Handel ein

Was danach kam, gehört deshalb sauber getrennt. Am 28. März 2026 kündigte Bake an, den Handel mit Krypto-Werten zum 15. April 2026 einzustellen. Nutzer konnten ihre Bestände noch bis zum 14. April abziehen.

Seit dem Stichtag werden alle Krypto-Guthaben in US-Dollar geführt, Einzahlungen in Kryptowährungen sind nicht mehr möglich, und die Plattform unterstützt im Kern nur noch Auszahlungen. Als Begründung nennt Bake die Anpassung an die europäische Regulierung.

MiCA ist die EU-Verordnung für Krypto-Werte, die seit 2024 einheitliche Zulassungsregeln für Anbieter in der Europäischen Union festlegt.

Die Aussetzung gilt laut Ankündigung so lange, bis eine MiCA-Lizenz in Polen vorliegt. Für die Verwahrung der Kundengelder und die Abwicklung der Auszahlungen soll ein Treuhandunternehmen oder Vermögensverwalter eingesetzt werden, der dafür eigene Gebühren verlangen kann.

Diese Entscheidung fiel über ein Jahr nach dem Verkauf und damit unter dem neuen Eigentümer. Hosp dafür verantwortlich zu machen, wäre sachlich falsch. Sie zeigt allerdings, wie es um das Geschäftsmodell bestellt war, das er aufgebaut und dann abgegeben hat.

BaFin-Warnung und das Rebranding zu Bake

Ein eigenes Kapitel ist der Ärger mit der deutschen Aufsicht. Im Januar 2022 veröffentlichte die BaFin einen Warnhinweis und stellte klar, dass das Unternehmen in Deutschland keine Finanzdienstleistungen anbieten darf. Der Grund: Für das in Singapur ansässige Unternehmen lag keine Erlaubnis nach deutschem Kreditwesengesetz vor.

Die Reaktion war bemerkenswert pragmatisch. Cake DeFi entfernte zunächst sämtliche deutschsprachigen Inhalte von der Website. Im Juni 2023 folgte dann das komplette Rebranding, bei dem sich das Unternehmen in vier Bereiche aufteilte:

  • Bake: das Angebot für Privatanleger, unter der Domain bake.io
  • levain: die Sparte für institutionelle Kunden
  • Birthday Research: der Bereich für Forschung und Entwicklung
  • whisk: der Arm für Wagniskapital
Die vier Geschäftsbereiche Bake, levain, Birthday Research und whisk nach dem Rebranding der Cake Group
Aus Cake DeFi wurde für Privatanleger Bake. Die Aufteilung in vier Marken folgte im Juni 2023.

Danach löschte die BaFin ihren Warnhinweis wieder, allerdings aus einem sehr formalen Grund. Sie begründete das laut BTC-ECHO damit, dass die Internetpräsenz cake.io eingestellt worden sei und die Warnung deshalb inhaltlich nicht mehr zutreffe.

Kritiker lesen genau daraus ihr Argument: Beanstandet wurde die deutschsprachige Ansprache, gelöst wurde das Problem durch deren Abschaltung und eine Umbenennung, nicht durch eine deutsche Zulassung. Wer wissen will, worauf bei regulierten Anbietern zu achten ist, findet das im Überblick zu Kryptobörsen.

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Der Rechtsstreit mit dem Blocktrainer

Dieser Punkt taucht in den Suchanfragen regelmäßig auf und fehlt in fast allen Beiträgen über Hosp. Cake ging juristisch gegen einen seiner lautesten Kritiker vor.

Geklagt hatte die Cake Pte. Ltd. gegen den YouTuber Roman Reher, bekannt als Blocktrainer, der Cake DeFi in mehreren Videos scharf kritisiert hatte. Am 20. April 2023 entschied das Landgericht Hamburg zugunsten von Cake.

Ausschlaggebend war eine juristische Feinheit: Weil auf der Website des Blocktrainers Werbung für den Anbieter Nuri lief, stufte das Gericht ihn als mittelbaren Wettbewerber ein. Damit war seine Kritik nicht mehr allein am Presserecht zu messen, sondern am Wettbewerbsrecht, wo deutlich strengere Maßstäbe gelten.

Wichtig für die Einordnung: Es handelte sich um eine erstinstanzliche Entscheidung, die zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht rechtskräftig war. Eine öffentlich dokumentierte Entscheidung einer höheren Instanz ist nicht auffindbar. Das Urteil sagt außerdem nichts darüber aus, ob die inhaltliche Kritik zutraf, sondern nur, unter welchem Recht sie zu bewerten war.

Für die Bewertung von Hosp bleibt trotzdem ein Punkt stehen. Ein Unternehmen, das Kritik mit Anwälten statt mit Argumenten beantwortet, sendet ein Signal, und viele in der Szene haben es genau so gelesen.

Inner Circle: Kosten, Leistungen und Aufnahme

Das mit Abstand meistgesuchte Angebot von Hosp ist der Inner Circle, eine kostenpflichtige Community rund um Geldanlage und Portfolio-Strategien.

Laut Anbieterseite bekommen Mitglieder wöchentliche Strategie-Sessions mit Hosp von 45 bis 90 Minuten, Zugang zu einer Discord-Community mit über 30 Kanälen, werktägliche Audio-Updates, KI-gestützte Portfolio-Auswertungen, Research-Berichte sowie Präsenzveranstaltungen. Die Mitgliedschaft läuft über 6, 12 oder 24 Monate.

Der interessanteste Punkt steht allerdings nicht auf der Seite. Einen Preis nennt der Inner Circle auf seiner eigenen Landingpage nicht. Auf einer Partnerseite mit Rabattcode kursiert eine Größenordnung von rund 1.500 Euro pro Jahr, das ist jedoch keine Angabe des Anbieters und entsprechend mit Vorsicht zu behandeln.

Dazu kommt das Aufnahmeverfahren: Der Zugang läuft ausschließlich über eine Bewerbung. Interessenten füllen ein Formular aus, ein Community-Manager meldet sich, danach folgt ein Gespräch. Eine Testmitgliedschaft gibt es nicht, zeitweise heißt es auf der Seite, die Plätze seien vergeben.

Daraus lässt sich recht klar ableiten, für wen das Angebot passt und für wen nicht:

  • Passend für Anleger, die ein festes Format mit wöchentlichem Austausch suchen und den Ansatz einer einzelnen Person bewusst mittragen wollen.
  • Ungeeignet für alle, die vorher vergleichen wollen, weil ohne veröffentlichten Preis und ohne Testphase eine Kaufentscheidung im Blindflug stattfindet.
  • Ungeeignet für kurzfristig orientierte Trader, weil das Angebot auf Portfolio-Aufbau zielt und nicht auf konkrete Handelssignale.
  • Kritisch bei mehrjähriger Bindung, denn 24 Monate sind eine lange Zeit für ein Angebot, dessen inhaltlicher Schwerpunkt sich zuletzt mehrfach verschoben hat.

Die fehlende Preisangabe ist dabei kein Detail. Wer wissen will, was ihn ein Angebot kostet, sollte das erfahren, bevor er persönliche Daten hinterlässt. Bei seriösen Anbietern ist eine Preisliste Standard.

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Das Vermögen von Julian Hosp

Zum Vermögen von Julian Hosp gibt es keine unabhängig geprüfte Zahl. Alle kursierenden Angaben gehen auf seine eigenen Aussagen zurück.

Das ist die ehrliche Antwort, und sie unterscheidet sich deutlich von dem, was sonst zu diesem Thema zu finden ist. Vorliegen drei Datenpunkte, die alle ihre Grenzen haben.

Erstens die Eigenangaben. Hosp spricht öffentlich von einem Family Office mit einem Portfolio von über 100 Millionen Dollar und veröffentlichte im Jahr 2023 ein Video zum eigenen Vermögensaufbau. Ein verwaltetes Portfolio ist jedoch nicht dasselbe wie persönliches Vermögen, weil ein Family Office typischerweise Familien- oder Fremdvermögen steuert. Wie hoch sein eigener Anteil daran ist, sagt er nicht.

Zweitens der Firmenverkauf. Cake und Bake gingen an GSTechnologies, doch der Kaufpreis wurde nicht offengelegt. Bekannt ist nur die Größenordnung des übernommenen Geschäfts: rund 80 Millionen Dollar an verwahrten Kundenvermögen, was nicht dem Unternehmenswert entspricht, sondern fremdes Geld auf der Plattform beschreibt.

Drittens die Abfindung an den Mitgründer. Der kolportierte zweistellige Millionenbetrag an U-Zyn Chua deutet auf eine gewisse Finanzkraft hin, ist aber nur über Sekundärquellen belegt und wurde nie offiziell bestätigt.

Unter dem Strich heißt das: Jede konkrete Vermögenszahl zu Julian Hosp, die im Netz kursiert, ist eine Schätzung auf Basis seiner eigenen Aussagen. Wer solche Zahlen als Fakt präsentiert, hat sie nicht geprüft.

Erfahrungen und Bewertungen mit Julian Hosp

Bei den Bewertungen ist ein Hinweis vorweg nötig, sonst führen sie in die Irre. Die meisten öffentlich auffindbaren Erfahrungsberichte beziehen sich auf die Plattform Bake, und die gehört Hosp seit Januar 2025 nicht mehr. Sie beschreiben also seine damalige Firma, nicht sein heutiges Angebot.

Bewertungen zur Plattform Bake

Auf Trustpilot kam Bake im Jahr 2024 auf 4,1 Sterne bei rund 1.770 Bewertungen. Dieser Wert wirkt auf den ersten Blick gut, verliert aber bei genauerem Hinsehen an Aussagekraft.

Der Grund dafür ist das Empfehlungssystem der Plattform, das die Bewertungsbasis verzerrt.

Ein Referral-System vergütet bestehende Kunden dafür, dass sie neue Kunden werben.

In vielen positiven Bewertungen tauchte ein Referral-Code auf. Wer so bewertet, hat ein wirtschaftliches Interesse an neuen Nutzern. Neutral sind solche Stimmen nicht. Es gab daneben durchaus Nutzer ohne Code, die die Cashflow-Funktionen positiv beschrieben.

Die negativen Bewertungen drehten sich vor allem um drei Themen: hohe Verluste mit DFI und DUSD, Auszahlungs- und Swap-Gebühren sowie der Kundenservice. Bei btc-echo.de berichteten ebenfalls zahlreiche ehemalige Kunden von deutlichen Verlusten.

Trustpilot-Bewertungen zur Krypto-Plattform Bake aus der Zeit unter Julian Hosp
Die gute Durchschnittsnote relativiert sich, sobald man die Bewertungen mit Referral-Code herausrechnet.

Stimmen aus der Szene

Kritisch äußerte sich früh der Bitcoin-YouTuber Roman Reher, dessen Einschätzung zu Hosp und zur DeFiChain in der Szene breit geteilt wurde. Sie ist inhaltlich älter, deckt sich aber mit dem, was später eintrat.

Aussagekräftiger als einzelne Bewertungen ist ohnehin das Muster über die Jahre: Zwei eigene Token, beide mit Wertverlusten von über 99 Prozent, und in beiden Fällen eine große Zahl von Anlegern, die über die kostenlosen Inhalte auf das Produkt aufmerksam wurden.

Deutlich analytischer positioniert sich beispielsweise der Elliott-Wellen-Dienst MCO Global, den wir uns ebenfalls genau angesehen haben.

Lesetipp: Flo Pharell im Test: was steckt hinter dem Finfluencer aus Dubai?

Fazit: Ist Julian Hosp seriös?

Eine pauschale Antwort wäre unredlich. Deshalb hier die Trennung nach dem, was belegt ist und was Vorwurf bleibt.

Belegt ist, dass beide Krypto-Unternehmen, an denen Hosp führend beteiligt war, für Anleger schlecht ausgingen. Der TenX-Token verlor über 99 Prozent, der DFI-Token ebenfalls, und der als Stablecoin gedachte DUSD hielt seine Bindung nicht. Diese Bilanz steht, unabhängig davon, wie man die Absichten dahinter bewertet.

Belegt ist ebenfalls das wiederkehrende Muster, dass er über kostenlose Bildungsinhalte Reichweite aufbaut und dieselbe Zielgruppe anschließend als Kunden für eigene Finanzprodukte anspricht. Bei TenX war es der Token, bei Cake DeFi die Plattform, heute sind es Informationsprodukte wie der Inner Circle. Dazu kommt sein Auftritt als Dozent des Krypto-Moduls der Greator Finanzakademie, wo er unter fremder Marke unterrichtet. Das ist für sich genommen nicht verboten, verlangt aber eine klare Trennung, die in der Vergangenheit oft fehlte.

Auffällig ist außerdem, wie regelmäßig die Verantwortung bei anderen landet, wenn etwas schiefgeht: erst die Differenzen bei TenX, später der Streit mit dem Mitgründer, dazwischen die Auseinandersetzung mit der BaFin, die durch Abschaltung der deutschen Seite endete statt durch eine Zulassung.

Nicht belegt sind dagegen Betrug oder eine rechtliche Verurteilung. Der Insider-Vorwurf blieb ein öffentlich ausgetragener Vorwurf ohne Verfahren, und im einzigen bekannten Gerichtsverfahren stand nicht Hosp als Beklagter, sondern sein Kritiker. Auch die Zahlen zu seinem Vermögen sind unbelegte Eigenangaben, in beide Richtungen.

Wer heute überlegt, Geld in eines seiner Angebote zu stecken, sollte deshalb weniger auf die Person schauen als auf die Prüfbarkeit des Angebots. Ein Anbieter, der seinen Preis nicht veröffentlicht, keine Testphase anbietet und Bindungen über bis zu zwei Jahre verlangt, macht den Vergleich bewusst schwer. Das ist kein Beweis für unlautere Absichten, aber ein Grund, genauer hinzusehen.

Deutlich härter fiel das Urteil in einem anderen Fall aus: Die Betreiber von iMarketsLive dürfen keine Investmentangebote mehr verkaufen.

Häufige Fragen zu Julian Hosp

Was macht Julian Hosp heute?

Julian Hosp ist seit Anfang 2025 kein Krypto-Unternehmer mehr. Er bezeichnet sich als CIO eines Family Office und verkauft digitale Produkte rund um Geldanlage und künstliche Intelligenz, darunter den Inner Circle, das Audio-Format Das Daily und eine ETF-Anleitung.

Hat Julian Hosp seine Firma verkauft?

Ja. Am 11. Dezember 2024 gab das britische Börsenunternehmen GSTechnologies die Übernahme bekannt, der Vollzug erfolgte am 2. Januar 2025. Übernommen wurden Cake Pte Ltd und Cake DeFi UAB samt der Plattform Bake durch die Tochter GS Fintech UAB. Der Kaufpreis wurde nicht offengelegt.

Gibt es Bake noch?

Die Plattform existiert, handelt aber seit dem 15. April 2026 keine Kryptowährungen mehr. Alle Krypto-Guthaben wurden zum Stichtag in US-Dollar umgewandelt, möglich sind im Kern nur noch Auszahlungen. Bake begründet das mit der Anpassung an die EU-Verordnung MiCA und nennt eine Lizenz in Polen als Voraussetzung für eine Rückkehr.

Ist Dr. Julian Hosp seriös?

Eine rechtliche Verurteilung wegen Betrugs gibt es nicht. Belegt ist allerdings, dass beide von ihm mitgegründeten Krypto-Projekte für Anleger mit Verlusten von über 99 Prozent endeten und er seine kostenlose Reichweite regelmäßig zur Vermarktung eigener Finanzprodukte nutzt. Bei seinen heutigen Angeboten fehlen öffentliche Preise und eine Testphase.

Was kostet der Inner Circle von Julian Hosp?

Der Anbieter veröffentlicht auf seiner Landingpage keinen Preis. Angegeben sind nur Laufzeiten von 6, 12 oder 24 Monaten und die Aufnahme auf Bewerbung, eine Testmitgliedschaft gibt es nicht. Auf Partnerseiten kursiert eine Größenordnung von rund 1.500 Euro pro Jahr, das ist jedoch keine Angabe des Anbieters.

Welches Vermögen hat Dr. Julian Hosp?

Eine unabhängig geprüfte Zahl existiert nicht. Hosp spricht selbst von einem Family Office mit einem Portfolio über 100 Millionen Dollar, doch verwaltetes Vermögen ist nicht gleich persönliches Vermögen. Der Verkaufspreis seiner Firma wurde nie veröffentlicht. Alle kursierenden Zahlen beruhen auf Eigenangaben.

Wo wohnt Julian Hosp?

Julian Hosp lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Singapur. Dorthin wanderte er im Jahr 2015 aus, kurz nachdem er seinen YouTube-Kanal gestartet hatte.

Über den Autor: Bjarne Claussen

Bjarne Claussen ist seit 2018 im Trading aktiv und schreibt als Autor für Kagels Trading zu den Schwerpunkten Prop Trading, KI- und Algo-Trading, Kryptowährungen, Makroökonomie und Fundamentalanalyse.

Als Algo-Trader handelt er selbst primär Rohöl und den S&P 500. Sein Fokus auf systematische, datengetriebene Handelsansätze ergänzt die diskretionäre Trading-Perspektive bei Kagels Trading und bildet die Grundlage seiner kritischen Bewertungen von Anbietern im Krypto- und Finanzbildungsmarkt.

Für diesen Artikel hat er die Börsenmitteilungen von GSTechnologies zur Übernahme von Cake, die Ankündigung von Bake zur Einstellung des Krypto-Handels, die Berichterstattung zum Verfahren vor dem Landgericht Hamburg sowie die aktuellen Angebotsseiten von Julian Hosp ausgewertet und dabei getrennt, was Hosp selbst verantwortet und was nach dem Verkauf seiner Firma geschah.

Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.

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