Mike Seidl ist einer der sichtbarsten Trader im deutschsprachigen Raum und zugleich einer der am schwersten einzuordnenden. Er sendet börsentäglich live auf YouTube, schreibt für das TRADERS‘ Magazin und arbeitet seit 2018 als Kapitalmarktanalyst für den Broker Tickmill. Unter dem Namen Investorschule verkauft er daneben ein Begleitprogramm für Anleger, dessen Preis nirgends öffentlich steht.
Dieser Bericht trennt, was belegbar ist, von dem, was der Anbieter behauptet. Wir haben das Impressum, beide AGB-Fassungen und die Lehrgangsdatenbank der ZFU geprüft und nennen die Punkte, an denen du vor einem Erstgespräch genauer hinsehen solltest. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Investorschule: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Anbieter: Betreiber ist die MISETHO UG (haftungsbeschränkt) aus Delitzsch bei Leipzig, Amtsgericht Leipzig HRB 31319. Geschäftsführer ist Mike Seidl.
- Angebot: Persönlich begleitetes Mentoring nach einem kostenfreien Erstgespräch, dazu tägliche Marktanalysen auf einem YouTube-Kanal mit 6.020 Abonnenten.
- Kosten: Die Website nennt keinen Preis. Beide AGB weisen Nettopreise zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer aus, du erfährst den Betrag erst im Gespräch.
- Bewertungen: 5,0 von 5 auf Google aus 28 Bewertungen. Auf Trustpilot und ProvenExpert gibt es kein Profil, die Datenbasis ist damit schmal.
- Kritikpunkte: Keine Preisangabe, kein Eintrag in der ZFU-Lehrgangsdatenbank, und die AGB nennen weder das Fernunterrichtsschutzgesetz noch ein Widerrufsrecht.
Was ist die Investorschule?
Die Investorschule ist ein kostenpflichtiges Mentoring-Programm des Traders Mike Seidl, das börsenerfahrene Anleger dabei begleitet, eine eigene Handelsstrategie zu entwickeln. Betrieben wird es von der MISETHO UG (haftungsbeschränkt) in Delitzsch bei Leipzig. Der Zugang läuft ausschließlich über ein kostenfreies Erstgespräch, einen öffentlichen Preis gibt es nicht.
Die Zielgruppe ist eng gefasst, und das steht so auf der Startseite. Angesprochen werden Unternehmer, Selbständige und Akademiker, die bereits Kapital haben und nach eigenen Angaben schon Gewinne gemacht und wieder abgegeben haben. Wer bei null anfängt, ist hier nicht gemeint. Das ist eine ehrliche Eingrenzung, die viele Anbieter so nicht vornehmen.
Wichtig ist der Unterschied zwischen Werbetext und Vertrag. Die Website spricht von einer Methode und einem gemeinsamen Weg. Die AGB beschreiben die Leistung dagegen als individuelle Beratungsleistungen, die der Inspiration und dem Austausch von Erfahrungswerten dienen. Wörtlich heißt es dort: „Eine individuelle Anlage- oder Finanzberatung findet nicht statt.“ Du kaufst also Begleitung, keine Empfehlung und kein Ergebnis.
Kontaktinformationen
Die vollständigen Angaben stehen im Impressum und sind prüfbar. Betreiber ist die MISETHO UG (haftungsbeschränkt), Friedenssiedlung 36, 04509 Delitzsch, eingetragen beim Amtsgericht Leipzig unter HRB 31319, Umsatzsteuer-ID DE315098367. Geschäftsführer ist Mike Seidl, erreichbar unter 034202 878054 und über die Website investorschule.de.
Die Rechtsform gehört zur Einordnung dazu. Eine UG (haftungsbeschränkt) ist eine Variante der GmbH mit einem Mindeststammkapital von einem Euro. Das ist völlig legal und bei kleinen Anbietern üblich, bedeutet aber, dass die Haftungsmasse hinter einem vierstelligen Vertrag klein sein kann. Ein deutscher Sitz bringt dir dafür den vollen Verbraucherschutz und einen erreichbaren Gerichtsstand.
Wer ist Mike Seidl?
Mike Seidl ist gelernter Bankkaufmann und handelt seit Ende der 1990er Jahre an den Märkten. Sein YouTube-Kanal nennt 1998 als Startpunkt, die Profile bei Investing.com und FXEmpire beschreiben ihn übereinstimmend als Börsenhändler mit Bankausbildung. Er arbeitet markttechnisch und ergänzt seine Analysen um fundamentale Daten, verbindet also technische Chartmuster mit den wirtschaftlichen Zusammenhängen dahinter.
Die wichtigste Information über ihn fehlt in fast allen Porträts. Mike Seidl ist Kapitalmarktanalyst bei Tickmill Deutschland, nach Angaben von FXEmpire seit 2018. Der Broker führt ihn mit einem eigenen Expertenprofil, und ein Teil seiner täglichen Analysen erscheint unter dem Namen des Brokers. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Einordnung: Ein Analyst, der bei einem Broker tätig ist, arbeitet in dessen Umfeld, und das solltest du wissen, wenn du seine Marktkommentare liest.
Seine Sichtbarkeit reicht deutlich über den eigenen Kanal hinaus. Er schreibt als freier Autor für das TRADERS‘ Magazin, veröffentlicht bei Investing.com, FXEmpire, Finanztrends und Trading-Treff, tritt bei der VTAD auf und ist Redner auf der World of Trading. Diese Präsenz ist echt und nachprüfbar, sie sagt aber nichts über die Qualität des kostenpflichtigen Programms aus.
Eine dritte Verbindung läuft über Software. Unter seinem Namen wird ein Fundamentalmodul vertrieben, das über den TradesScanner läuft, und Finanztrends führt ihn als Ausbildungspartner für AgenaTrader. Damit bestehen geschäftliche Verbindungen zu einem Broker und zu zwei Softwareanbietern. Wer seine Empfehlungen einordnen will, sollte das mitdenken.

Die Investorschule im Überblick
Der Einstieg läuft immer über dieselbe vierstufige Strecke. Die Website beschreibt sie offen: Du vereinbarst ein kostenfreies Erstgespräch und beantwortest vorab einige Fragen, es folgt ein telefonisches Vorgespräch, danach ein virtuelles Strategiegespräch über rund 60 Minuten, und erst im Anschluss beginnt die eigentliche Zusammenarbeit. Vor dem dritten Schritt erfährst du keinen Preis.
Eine feste Laufzeit nennt der Anbieter derzeit nicht. Unsere früheren Fassungen sprachen von einer achtwöchigen Grundausbildung. Diese Angabe steht heute weder auf der Startseite noch in den AGB, und wir konnten sie am 17.09.2026 an keiner öffentlichen Quelle mehr belegen. Wir nennen sie deshalb nicht mehr als Fakt. Frage im Erstgespräch nach Dauer, Umfang und Anzahl der Termine und lass dir die Antwort schriftlich geben.
Ausbildungsinhalte
Die inhaltlichen Schwerpunkte stehen als vier Blöcke auf der Startseite. Genannt werden fundamentales Börsenwissen zu der Frage, wer hinter großen Kursbewegungen steht, Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur Entwicklung einer eigenen Methode, der Umgang mit Verlustangst sowie der direkte Draht zu Mike Seidl bei Rückfragen.
Die Formulierung „tausendfach erprobt“ ist Werbung, keine Kennzahl. Der Anbieter nennt weder die Zahl der Teilnehmer noch eine Abschlussquote noch ein Ergebnis, das sich nachrechnen ließe. Das ist in dieser Branche der Normalfall. Es heißt aber auch, dass du die Wirksamkeit des Programms vor dem Kauf nicht überprüfen kannst.
Konzept & Methodik
Der Ansatz ist Begleitung statt fertiges System. Statt einer vorgefertigten Strategie sollst du ein eigenes Regelwerk erarbeiten, das zu deinem Zeitbudget und deinem Risikoprofil passt. Kombiniert werden Video-Lektionen mit Live-Terminen, in denen Fragen direkt besprochen werden. Ein eigener Mitgliederbereich existiert und ist über die Website erreichbar.
Genau dieser Zuschnitt ist zugleich der Grund für die Preisintransparenz. Wo jede Begleitung individuell verhandelt wird, gibt es keinen Listenpreis. Das ist bei Coaching-Programmen verbreitet und nicht grundsätzlich unseriös. Für dich heißt es, dass du ohne Vergleichsmöglichkeit in ein Verkaufsgespräch gehst.

Kosten der Ausbildung
Die Investorschule nennt auf ihrer Website keinen einzigen Preis. Wir haben am 17.09.2026 die Startseite, beide AGB-Fassungen und die Sitemap geprüft. Es gibt keine Preisseite, keinen Tarifvergleich und keine Spanne. Der Betrag fällt erst im Strategiegespräch, also im dritten von vier Schritten.
Was die AGB verraten, ist die Preisbasis. Dort steht wörtlich: „Alle genannten Preise sind Nettopreise und verstehen sich stets zzgl. der gesetzlichen Umsatzsteuer i.H.v. von derzeit 19%.“ Eine im Gespräch genannte Zahl ist also mit hoher Wahrscheinlichkeit netto. Aus 3.000 Euro werden damit 3.570 Euro. Frage ausdrücklich nach dem Bruttobetrag, bevor du zusagst.
Eine öffentliche Vergleichszahl gibt es aus einem konkreten Grund nicht. Bei einem staatlich zugelassenen Fernlehrgang müsste der Preis in der Datenbank der Zentralstelle für Fernunterricht stehen, dort ist er für jedermann einsehbar. Die Investorschule ist dort nicht eingetragen, weshalb diese Quelle entfällt. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.
Ältere Preisangaben zu Präsenzterminen haben wir entfernt. Unsere früheren Fassungen nannten für einen zweitägigen Workshop rund 2.400 Euro. Diese Zahl ließ sich am 17.09.2026 an keiner öffentlichen Quelle mehr prüfen, weil der Anbieter derzeit keine Veranstaltung bewirbt. Wir führen sie deshalb nicht mehr als aktuellen Preis, sondern nur noch als historische Größenordnung.
Was bei den Kosten für den Anbieter spricht
- Das Erstgespräch und das Vorgespräch sind kostenfrei und unverbindlich.
- Ein deutscher Firmensitz bedeutet vollen Verbraucherschutz und einen erreichbaren Gerichtsstand.
- Die Zielgruppe wird offen eingegrenzt, statt jedem alles zu versprechen.
Was du bei den Kosten kritisch sehen solltest
- Kein öffentlicher Preis, keine Spanne, kein Tarifmodell. Ein Vergleich ist vor dem Gespräch unmöglich.
- Die AGB weisen Nettopreise aus. Als Privatperson zahlst du 19 Prozent mehr als die genannte Zahl.
- Beide AGB-Fassungen enthalten keine Widerrufsbelehrung.
- Stornierungen nach Vertragsbeginn berechtigen den Anbieter laut AGB zum Ersatz der Mehrkosten.
Ist die Investorschule seriös?
Die kurze Antwort: Es gibt keine Warnsignale, aber drei Punkte, die du kennen solltest. Der Anbieter ist mit vollständigem Impressum, Handelsregistereintrag und deutscher Anschrift auffindbar, der Gründer tritt unter Klarnamen und mit Gesicht auf, und es gibt keine überzogenen Renditeversprechen. Das unterscheidet die Investorschule von vielen Angeboten in diesem Markt.
Erstens steht das Programm nicht in der Lehrgangsdatenbank der ZFU. Wir haben die Lehrgangsdatenbank der Zentralstelle für Fernunterricht am 17.09.2026 geprüft: Sie führt 809 zugelassene Institute, darunter weder die MISETHO UG noch die Investorschule. Gelistet sind dagegen vergleichbare Anbieter wie die Deutsche Investment Akademie, die European Trading Academy, die Stagge Investment-Akademie, die Investmentpunk Academy und die Legrand Investment GmbH. Eine Zulassung ist in dieser Branche also durchaus üblich.
Zweitens ist die rechtliche Einordnung solcher Programme seit 2025 in Bewegung. Der Bundesgerichtshof hat am 12. Juni 2025 entschieden (Az. III ZR 109/24), dass ein Online-Mentoring ohne ZFU-Zulassung nach Paragraf 7 FernUSG nichtig sein kann. Ob das Gesetz greift, hängt am Einzelfall, vor allem an der Betreuungsintensität und an einer Lernerfolgskontrolle. Wir bewerten das nicht juristisch und weisen nur darauf hin, dass die Frage existiert.
Drittens erwähnen die AGB das Thema mit keinem Wort. Wir haben beide Fassungen mit Stand November 2025 ausgezählt: Das Wort FernUSG kommt null Mal vor, das Wort Widerruf ebenfalls null Mal. Für einen Anbieter, der digitale Lernleistungen an Privatpersonen verkauft, ist das eine auffällige Lücke. Die Begriffe Verbraucher und Unternehmer tauchen in der Online-Fassung ebenfalls nicht auf.
Eine Finanzaufsicht gibt es hier nicht, und das ist normal. Das Impressum nennt keine Aufsichtsbehörde und kein Berufsrecht. Die Investorschule ist ein Bildungsanbieter, kein Wertpapierdienstleister. Die AGB stellen ausdrücklich klar, dass keine Anlageberatung stattfindet. Im Streitfall kannst du dich also nicht an die BaFin wenden, sondern nur an ein Zivilgericht.
Unsere Einordnung für dich. Nichts davon deutet auf Unseriosität hin. Es bedeutet aber, dass du bei einem vierstelligen Vertrag ohne staatlich geprüften Rahmen unterschreibst. Lass dir Leistungsumfang, Laufzeit, Terminanzahl und Kündigungsmöglichkeiten schriftlich geben, bevor du zusagst.
Live-Workshop in Berlin
Präsenzveranstaltungen gehörten früher fest zum Angebot, aktuell werden sie nicht beworben. Unsere früheren Fassungen beschrieben einen zweitägigen Outperformance Workshop im Mövenpick Hotel Berlin mit Screening-Prozessen am Vormittag, Trade-Planung am Nachmittag und einem gemeinsamen Abendessen. Auf der Website findet sich davon heute nichts mehr.
Das lässt sich an zwei Stellen belegen. Die Sitemap der Domain führt am 17.09.2026 nur die Startseite, den Mitgliederbereich, eine Terminseite und die Rechtstexte. Eine Workshop- oder Seminarseite existiert nicht. Auch die Navigation nennt nur noch Prozess, Kundenstimmen, Über mich und Kontakt. Unser eigener Screenshot von August 2025 zeigt dagegen noch die Menüpunkte Ausbildungsraum und Seminar.
Eingestellt ist das Format deshalb aber nicht. Der Anbieter hält weiterhin eine eigene AGB-Fassung für Offline-Veranstaltungen mit Stand November 2025 vor, die Präsenzseminare und Workshops ausdrücklich regelt. Vertraglich ist das Angebot also vorgesehen, es wird derzeit nur nicht öffentlich beworben. Wenn dich ein Präsenztermin interessiert, frag im Erstgespräch danach.
YouTube Marktanalysen
Der YouTube-Kanal ist das öffentliche Schaufenster und der beste kostenlose Test. Der Kanal Mike Seidl Investorschule hat am 17.09.2026 6.020 Abonnenten, 1.589 Videos und rund 581.000 Aufrufe. Er läuft seit September 2014. Damit kannst du die Arbeitsweise über Jahre nachvollziehen, bevor du Geld ausgibst.
Die Sendezeiten sind fest und stehen auf der Website. Werktags läuft montags bis freitags um 08:30 Uhr ein Format mit Tradingideen, dazu kommt montags um 14:30 Uhr der US Opening Call. Behandelt werden Einzelaktien wie Nvidia oder Meta, Rohstoffe wie Gold und Rohöl sowie Indizes wie der DAX und der Nasdaq 100.
Ein Teil dieser Analysen entsteht im Auftrag eines Brokers. Mike Seidl tritt in den Sendungen erkennbar als Tickmill-Analyst auf, Logo und Bauchbinde sind im Bild zu sehen. Die Inhalte sind dadurch nicht schlechter, aber sie sind kein unabhängiges Research. Wer sie liest, sollte diesen Rahmen kennen.

Kundenstimmen & Erfahrungen
Die Bewertungslage ist gut, aber dünn. Auf Google steht die Investorschule bei 5,0 von 5 Sternen aus 28 Bewertungen (Stand 17.09.2026). Bei Trustpilot und ProvenExpert existiert kein Profil. Achtundzwanzig Stimmen sind eine sehr kleine Basis, aus der sich kein belastbares Urteil ableiten lässt, weder ein gutes noch ein schlechtes.
Die Zahl wächst langsam, und das lässt sich belegen. Unser eigener Screenshot von August 2025 zeigt an derselben Stelle 16 Bewertungen. In rund dreizehn Monaten sind also etwa zwölf Bewertungen dazugekommen. Das passt zu einem Anbieter, der bewusst wenige Menschen persönlich begleitet, macht die Datenbasis aber auf absehbare Zeit nicht größer.
Die Kundenstimmen auf der Website sind ungewöhnlich zurückhaltend. Zwei Teilnehmer treten mit Klarnamen und Beruf auf, ein Systemadministrator und ein Geschäftsführer, jeweils mit Problem, Ziel und Ergebnis. Sie sprechen von besserem Verständnis und profitableren Entscheidungen, nennen aber keine Renditezahlen. Das ist angenehm unaufgeregt und hebt sich positiv von Anbietern ab, die mit Prozentwerten werben.
Eine Angabe aus unseren früheren Fassungen haben wir gestrichen. Dort stand, Teilnehmer berichteten von zweistelligen Renditen innerhalb weniger Monate. Diese Aussage ließ sich am 17.09.2026 auf der Anbieterseite nicht belegen. Wir haben sie entfernt, statt sie weiterzutragen.
Das spricht für die Investorschule
- Der Gründer ist mit Klarnamen, Gesicht und nachprüfbarer Fachpräsenz auffindbar, unter anderem bei Investing.com, FXEmpire und im TRADERS‘ Magazin.
- Ein YouTube-Kanal mit 1.589 Videos seit 2014 macht die Arbeitsweise über Jahre kostenlos prüfbar.
- Vollständiges Impressum, deutscher Sitz, Handelsregistereintrag und ein erreichbarer Gerichtsstand.
- Keine überzogenen Renditeversprechen, weder auf der Startseite noch in den Kundenstimmen.
- Die Zielgruppe wird offen eingegrenzt, statt Einsteiger mit Vermögensversprechen anzusprechen.
Das solltest du kritisch sehen
- Kein öffentlicher Preis. Du erfährst die Kosten erst im dritten von vier Gesprächsschritten.
- Kein Eintrag in der ZFU-Lehrgangsdatenbank, während mehrere vergleichbare Akademien dort gelistet sind.
- Beide AGB-Fassungen nennen weder das FernUSG noch eine Widerrufsbelehrung.
- Nur 28 Google-Bewertungen und kein Profil bei Trustpilot oder ProvenExpert. Die Datenbasis ist schmal.
- Geschäftliche Verbindungen zu einem Broker und zwei Softwareanbietern, die auf der Website nicht offengelegt werden.
- Weder Teilnehmerzahl noch Laufzeit noch Abschlussquote werden öffentlich genannt.
Fazit: Für wen sich die Investorschule eignet
Die Investorschule ist ein solides, sehr persönlich zugeschnittenes Angebot mit einer unangenehmen Leerstelle. Mike Seidl ist fachlich greifbar, seit Jahren sichtbar und arbeitet erkennbar sorgfältig. Wer täglich seine Sendungen verfolgt, weiß vor dem ersten Gespräch genau, wie er denkt. Das ist mehr Transparenz, als die meisten Coaching-Anbieter bieten.
Die Leerstelle ist alles, was mit dem Vertrag zu tun hat. Kein Preis, keine Laufzeit, kein ZFU-Eintrag, keine Widerrufsbelehrung und AGB, die das FernUSG nicht erwähnen. Dazu kommen Verbindungen zu einem Broker und zwei Softwareanbietern, die der Anbieter selbst nicht offenlegt. Nichts davon ist verboten, aber zusammen ergibt es ein Angebot, das du nur auf Vertrauen kaufen kannst.
Unsere Empfehlung ist deshalb zweistufig. Nutze zuerst den YouTube-Kanal, er kostet nichts und beantwortet die wichtigste Frage, nämlich ob dir die Denkweise liegt. Passt sie, geh ins kostenfreie Erstgespräch und lass dir Preis inklusive Umsatzsteuer, Laufzeit, Terminanzahl und Kündigungsbedingungen schriftlich geben. Wenn dir ein staatlich geprüfter Rahmen wichtig ist, sieh dir die in der ZFU gelisteten Anbieter an, die wir in unserer Übersicht zu Trading-Experten einordnen.
Häufige Fragen zur Investorschule
Wer steckt hinter der Investorschule?
Betreiber ist die MISETHO UG (haftungsbeschränkt) mit Sitz in der Friedenssiedlung 36 in 04509 Delitzsch, eingetragen beim Amtsgericht Leipzig unter HRB 31319. Geschäftsführer ist Mike Seidl, gelernter Bankkaufmann und seit 2018 Kapitalmarktanalyst bei Tickmill Deutschland.
Welche Inhalte werden vermittelt?
Nach Angaben des Anbieters geht es um fundamentales Börsenwissen, den Aufbau einer eigenen Methode, den Umgang mit Verlustangst und den direkten Draht zum Coach. Die AGB beschreiben die Leistung zurückhaltender, nämlich als Beratung zur Inspiration und zum Erfahrungsaustausch. Eine Anlageberatung findet ausdrücklich nicht statt.
Wie lange dauert die Zusammenarbeit?
Der Anbieter nennt öffentlich keine feste Laufzeit. Ältere Angaben zu einer achtwöchigen Grundausbildung ließen sich im September 2026 nicht mehr belegen. Lass dir Dauer, Terminanzahl und Umfang im Erstgespräch schriftlich bestätigen.
Was kostet das Programm?
Auf der Website steht kein Preis, weder eine Zahl noch eine Spanne. Du erfährst die Kosten erst im virtuellen Strategiegespräch. Beide AGB weisen Nettopreise zuzüglich 19 Prozent Umsatzsteuer aus. Aus 3.000 Euro werden damit 3.570 Euro. Frage deshalb ausdrücklich nach dem Bruttobetrag.
Ist die Investorschule ein staatlich zugelassener Fernlehrgang?
Nein. In der Lehrgangsdatenbank der Zentralstelle für Fernunterricht ist weder die MISETHO UG noch die Investorschule eingetragen (geprüft am 17.09.2026, 809 gelistete Institute). Mehrere vergleichbare Akademien sind dort gelistet. Der BGH hat 2025 entschieden, dass ein Online-Mentoring ohne Zulassung nach Paragraf 7 FernUSG nichtig sein kann. Ob das im Einzelfall greift, bewerten wir nicht.
Für wen eignet sich das Angebot und für wen nicht?
Es richtet sich an Anleger mit vorhandenem Kapital und Börsenerfahrung, die eine persönliche Begleitung suchen und bereit sind, dafür vierstellig zu zahlen. Wenig geeignet ist es für Einsteiger ohne Kapital, für Selbstlerner und für alle, die vor dem Kauf einen festen Preis und einen staatlich geprüften Rahmen erwarten.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels handelt seit 1980 an den Finanzmärkten und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader. Er ist Gründer von Kagels Trading und veröffentlicht täglich Analysen und Handelssignale. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Ausbildungsangebote beurteilt er aus der Sicht eines Traders, der selbst unterrichtet. Entscheidend ist für ihn nicht die Zahl der Module, sondern ob ein Teilnehmer am Ende eigene Entscheidungen treffen kann. Genauso wichtig ist die Frage, ob Preis und Leistungsumfang vor dem Kauf auf dem Tisch liegen.
Für diese Fassung wurden Impressum, beide AGB-Fassungen, die Sitemap und die Lehrgangsdatenbank der ZFU am 17.09.2026 einzeln geprüft. Die Abonnentenzahl des YouTube-Kanals stammt aus der YouTube-Datenschnittstelle, die Angaben zur Tätigkeit bei Tickmill aus den Autorenprofilen bei FXEmpire, Investing.com, Finanztrends und der VTAD. Zwei unbelegte Angaben aus früheren Fassungen wurden entfernt.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.












