Thorsten Koch ist ein Finanzcoach aus Hamburg, der heute auf Zypern lebt und unter dem Namen DeFinanztraining ein kostenpflichtiges Online-Coaching zu Kryptowährungen, Blockchain und Decentralized Finance anbietet. Betrieben wird das Angebot über eine US-amerikanische Gesellschaft, verkauft wird es über die deutsche Plattform Copecart.
Rund um dieses Coaching stehen sich zwei Bilder gegenüber. Auf den Bewertungsportalen sammeln sich hunderte zufriedene Stimmen. Gleichzeitig haben zwei deutsche Landgerichte Coaching-Verträge aus dem Umfeld für nichtig erklärt, es kursieren Vorwürfe zu aggressiven Verkaufsmethoden, und Koch bewirbt sein Thema öffentlich mit Renditeangaben, die jeder erfahrene Marktteilnehmer zweimal lesen wird.
Für diesen Erfahrungsbericht habe ich die Urteile beider Verfahren ausgewertet, die Bewertungsprofile auf Trustpilot und ProvenExpert im Detail durchgezählt, das Impressum des Anbieters geprüft und Kochs eigene Aussagen der Position der BaFin gegenübergestellt. Wo Vorwürfe im Raum stehen, findest du hier auch die Gegendarstellung des Anbieters. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Thorsten Koch: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Person: Thorsten Koch, gebürtiger Hamburger, lebt nach eigener Darstellung auf Zypern. Mitgründer ist Oliver Schmuck
- Produkt: DeFinanztraining, früher „DeFi Power“. Online-Coaching zu DeFi, Krypto und KI-gestütztem Bot-Trading
- Betreiber: IRTO DEFI ACADEMY LLC mit Sitz in Santa Fe, New Mexico. Verkauf über die Copecart GmbH
- Kosten: nicht öffentlich. Aus zwei Gerichtsverfahren belegt sind 2.990 Euro für das Paket „Innercircle“ und 7.250 Euro für die „Masterclass“
- Bewertungen: Trustpilot 4,6 von 5 bei 382 Bewertungen. Auf ProvenExpert stehen rund 371 eigene Stimmen, darunter keine einzige Ein- oder Zwei-Sterne-Bewertung
- Rechtslage: Das LG München I und das LG Berlin II haben Coaching-Verträge nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz für nichtig erklärt. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig
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Wer ist Thorsten Koch?
Thorsten Koch ist ein deutscher Finanzcoach und Unternehmer, der über die US-Gesellschaft IRTO DEFI ACADEMY LLC kostenpflichtige Online-Coachings zu Decentralized Finance, Kryptowährungen und automatisiertem Bot-Trading verkauft.
Ein Hinweis vorweg, weil er häufig für Verwechslungen sorgt. Der Name Thorsten Koch ist in Deutschland weit verbreitet, und mehrere bekannte Personen tragen ihn. Es gibt einen Professor für Optimierung an der TU Berlin, einen Gastprofessor für Öffentliches Recht in Berlin, einen Wissenschaftler an der WU Wien und einen Vorstand eines Baustoffherstellers. Keiner von ihnen hat mit dem hier beschriebenen Finanzcoaching zu tun.
Der Thorsten Koch, um den es in diesem Artikel geht, beschreibt sich selbst als Unternehmer und Finanzinvestor. Nach eigener Darstellung ist er seit 1998 selbstständig und seit über 20 Jahren als Investor tätig. Öffentlich zugängliche Nachweise über formale Abschlüsse oder Zertifizierungen im Finanzbereich sind nicht auffindbar. Koch beruft sich auf praktische Erfahrung. Eine Einordnung bekannter Namen aus der Branche findest du in unserer Übersicht zu den wichtigsten Finanzexperten.
Rechtsanwalt Jens Reime beschreibt ihn in einer Fachveröffentlichung auf anwalt.de als „auf Zypern lebenden Hamburger“. Kochs eigenes Instagram-Profil bestätigt das und führt ihn als „Cyprus Investor, Coach & Author“. Für dich als Interessent ist dieser Punkt nicht bloß Biografie. Wohnsitz und Unternehmenssitz entscheiden mit darüber, welches Recht im Streitfall greift.
Im Jahr 2023 wurde Koch vom ERFOLG-Magazin als „TOP-Experte“ ausgezeichnet. Solche Titel beruhen in der Coaching-Branche häufig auf Nominierung oder Eigeninitiative. Sie sind kein Ergebnis einer unabhängigen fachlichen Prüfung und sollten entsprechend eingeordnet werden.
Oliver Schmuck als Mitgründer
Neben Koch tritt Oliver Schmuck als Mitgründer auf. Auf Trustpilot und ProvenExpert antwortet er als „Marketingmanager“ auf Kundenbewertungen, sowohl auf positive als auch auf kritische. Diese Doppelrolle ist relevant, weil sie später bei der Frage nach dem Umgang mit Kritik noch einmal auftaucht.
Was ist das DeFinanztraining von Thorsten Koch?
Das DeFinanztraining ist ein kostenpflichtiges Online-Coaching, das Teilnehmern den Einstieg in Decentralized Finance, Kryptowährungen und algorithmisches Bot-Trading vermitteln soll.
Das Angebot läuft über die Webseite thorstenkoch-defi.com und richtet sich an Privatanleger. Der Kurs hieß früher „DeFi Power“. Diese alte Marke ist nicht vollständig verschwunden. Im Impressum des Anbieters steht bis heute eine Kontaktadresse mit der Endung defi-power.com. Auf Trustpilot läuft das Profil zudem unter der Bezeichnung „DeFi Academy“. Wer recherchiert, sollte alle drei Namen kennen.
Rund um das Hauptprodukt ist inzwischen ein kleines Ökosystem entstanden. Dazu gehören ein kostenloser Online-Workshop mit dem Titel „Finanzielle Freiheit durch DeFi & KI“, ein Buch mit dem Titel „Mach es wie die Millionäre“ und ein separat beworbener Kurs zum KI-Bot-Trading.

| Anbieter | IRTO DEFI ACADEMY LLC |
| Sitz | 530B Harkle Rd STE 100, Santa Fe, NM 87505, USA |
| Registernummer | 7099983 |
| Steuernummer | EIN 92-2062460 |
| Gründer | Thorsten Koch, Oliver Schmuck |
| Produktnamen | DeFinanztraining, früher DeFi Power, auf Trustpilot als DeFi Academy |
| Vertrieb | Copecart GmbH (Deutschland) |
| Belegte Preise | 2.990 Euro (Innercircle), 7.250 Euro (Masterclass), beide aus Gerichtsakten |
| Kundenzahl | über 5.500 (laut eigener Angabe, nicht unabhängig prüfbar) |
Was ist DeFi überhaupt?
Decentralized Finance, kurz DeFi, bezeichnet Finanzanwendungen auf Blockchain-Basis, die Sparen, Investieren oder Kreditvergabe ohne Banken oder Broker direkt zwischen den Beteiligten über Smart Contracts abwickeln.
DeFi verspricht offenen Zugang zu Finanzdienstleistungen. Nötig sind nur ein Internetzugang und ein digitales Wallet. Dem stehen erhebliche Risiken gegenüber. Die Plattformen sind weitgehend unreguliert, Smart Contracts können Sicherheitslücken enthalten, und ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Die Grundlagen dazu findest du in unserem Leitfaden zum Krypto-Trading.
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Ist Thorsten Koch seriös? Die Fakten im Überblick
Diese Frage lässt sich nicht mit einem Wort beantworten, und jeder, der das tut, verkauft dir etwas. Die belegbare Faktenlage ist gemischt. Ich stelle sie dir hier so zusammen, dass du dir selbst ein Urteil bilden kannst.
Das spricht für den Anbieter:
- Hohe Zufriedenheitswerte: Auf Trustpilot stehen 4,6 von 5 Sternen bei 382 Bewertungen, auf ProvenExpert 4,85 von 5
- Transparente Struktur nach außen: Impressum, Registernummer und Steuernummer sind vollständig angegeben und überprüfbar
- Sichtbare Person: Koch tritt unter Klarnamen auf, zeigt sich öffentlich und stellt sein Team vor
- Gelobte Kursqualität: Teilnehmer heben durchgängig den strukturierten Aufbau und den schnellen Support hervor
Das spricht dagegen:
- Zwei Gerichtsurteile: Das LG München I und das LG Berlin II haben Coaching-Verträge aus dem Umfeld nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz für nichtig erklärt
- Renditeangaben weit über jedem realistischen Maß: Koch nennt öffentlich Größenordnungen von über zehn Prozent pro Monat
- Keine Preistransparenz: Den Preis erfährst du erst im persönlichen Verkaufsgespräch
- Auffällige Bewertungsstruktur: Auf ProvenExpert existiert unter rund 371 eigenen Stimmen keine einzige Ein- oder Zwei-Sterne-Bewertung
- US-Firmensitz: Die Betreibergesellschaft unterliegt nicht direkt dem deutschen Verbraucherschutzrecht
- Offene Vorwürfe: Zur Verbindung ins Umfeld der Berformance Group stehen Vorwurf und Gegendarstellung unaufgelöst nebeneinander
Das Renditeversprechen im Faktencheck
Dieser Punkt ist mir als Trader der wichtigste im ganzen Artikel, und er wird in anderen Erfahrungsberichten kaum behandelt.
In einer Gegenüberstellung auf anwalt.de hat Rechtsanwalt Jens Reime Kochs öffentliche Aussagen zu DeFi der Position der BaFin gegenübergestellt. Kochs Argumentation dort: Mit DeFi seien deutlich höhere Renditen erzielbar, „oft weit über 10 % pro Monat“, möglich gemacht durch Dezentralisierung und den Einsatz künstlicher Intelligenz.
Zehn Prozent pro Monat entsprechen bei Wiederanlage einer Jahresrendite von über 200 Prozent. Zum Vergleich: Wer über Jahrzehnte konstant zwanzig bis dreißig Prozent im Jahr erwirtschaftet, gehört zu den erfolgreichsten Marktteilnehmern der Finanzgeschichte.
Ich handele seit 1978 an den Märkten. In dieser Zeit habe ich keine dauerhaft funktionierende Methode gesehen, die zweistellige Monatsrenditen über längere Zeiträume trägt. Was es gibt, sind einzelne starke Phasen. Was es auch gibt, sind Systeme, die genau diese Phasen als Normalzustand verkaufen. Eine Renditeangabe dieser Größenordnung ist deshalb kein Qualitätsmerkmal. Sie ist ein Prüfauftrag.
Die BaFin ordnet dasselbe Themenfeld deutlich anders ein. Sie erkennt die Innovationskraft von DeFi an, verweist aber auf Cyber-Risiken, auf Sicherheitslücken in Smart Contracts, auf Datenschutzmängel und auf die Risiken im Umgang mit pseudonymen Gegenparteien. Besonders relevant ist ihr Hinweis auf sogenanntes „Fake-DeFi“: zentral gesteuerte Geschäftsmodelle, die den DeFi-Begriff zu Marketingzwecken nutzen, ohne echte dezentrale Struktur zu haben.
Wenn dir jemand DeFi mit zweistelligen Monatsrenditen erklärt, dann ist die Frage nach der Herkunft dieser Rendite die erste, die du stellen solltest. Nicht die Frage nach dem Kurspreis.
Wer verwahrt dein Geld? Die entscheidende Frage bei DeFi
Bei jedem Krypto-Angebot entscheidet eine einzige technische Frage über einen großen Teil des Risikos, und sie wird in Verkaufsgesprächen selten von allein gestellt.
Der zentrale Sicherheitsunterschied bei DeFi liegt darin, ob du die Kontrolle über deine privaten Schlüssel behältst oder Geld an einen Anbieter überweist, der es für dich verwaltet.
Im ersten Fall bleibt dein Kapital in deinem eigenen Wallet. Der Anbieter kann dir zeigen, wie du es einsetzt, aber er kommt nicht daran. Das nennt sich Self-Custody. Geht der Anbieter pleite oder verschwindet er, bleibt dein Guthaben deins.
Im zweiten Fall überweist du Geld an einen Dritten, der es angeblich für dich anlegt. Dann hängt alles an der Zahlungsfähigkeit und Ehrlichkeit dieses Dritten. Genau an dieser Stelle sind in den vergangenen Jahren die großen Krypto-Schadensfälle entstanden, einschließlich der Fälle im Umfeld der Berformance Group, die weiter unten Thema sind.
Das DeFinanztraining vermittelt nach den vorliegenden Beschreibungen Wissen und Werkzeuge, es nimmt selbst keine Kundengelder zur Anlage entgegen. Das ist ein wichtiger Unterschied zu einem Anlagemodell und spricht in diesem Punkt für den Anbieter. Entscheidend bleibt trotzdem, wohin dich das vermittelte Wissen führt. Wenn ein Kurs am Ende auf Plattformen oder Konzepte Dritter verweist, bei denen du einzahlst, verlagert sich das Risiko lediglich.
Frage im Erstgespräch deshalb konkret nach: Bleiben meine Coins während der gesamten Strategie in meinem eigenen Wallet? Diese eine Frage trennt Bildungsangebot von Anlagevermittlung zuverlässiger als jede Bewertungsnote.
Was kostet das DeFinanztraining von Thorsten Koch?
Der Preis wird nicht öffentlich kommuniziert. Auf der Webseite findest du keine Preisliste. Stattdessen sollst du ein kostenloses Erstgespräch buchen, in dem dir das Angebot vorgestellt und der Preis genannt wird.
Aus zwei dokumentierten Gerichtsverfahren lassen sich die tatsächlich abgerechneten Beträge aber belegen. Sie zeigen eine Preisstaffel über mehrere Produktstufen:
| Coaching-Paket | Abgerechneter Betrag | Verfahren |
|---|---|---|
| DeFi Power Innercircle | 2.990 Euro | LG München I |
| DEFI POWER Masterclass | 7.250 Euro | LG Berlin II, Az. 35 O 131/24 |
In beiden Fällen wurde über die Plattform Copecart abgerechnet. Eine Trustpilot-Bewertung berichtet zusätzlich von einem Vertrag über rund 3.000 Euro, der während eines Zoom-Calls abgeschlossen wurde.
Auffällig ist ein Detail auf ProvenExpert. Von allen bewerteten Kategorien ist „Preis / Leistung“ die einzige, die nur mit „Gut“ statt mit „Sehr Gut“ bewertet wird. Auch zufriedene Teilnehmer empfinden den Preis also als hoch.
Ordne diese Beträge einmal ein. Ein Coaching für 7.250 Euro muss über die Laufzeit einen entsprechenden Gegenwert liefern. Bei einem realistischen Depot von 10.000 Euro müsstest du das eingesetzte Kapital erst einmal um mehr als siebzig Prozent steigern, nur um die Kursgebühr wieder hereinzuholen.
Wie läuft die Anmeldung ab?
Der Weg zum DeFinanztraining folgt einem klassischen Coaching-Funnel in drei Schritten:
- Kostenloses Erstgespräch buchen: über die Webseite trägst du dich für ein unverbindliches Gespräch ein
- Telefonat: im Gespräch wird geklärt, ob die Teilnahme zu deinen Zielen passt, und der Preis genannt
- Start des Kurses: nach der Buchung über Copecart erhältst du Zugang zur Lernplattform
Zusätzlich gibt es ein kostenloses Webinar, in dem die Funktionsweise des KI-Trading-Bots vorgestellt wird. Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass dieses Webinar stark verkaufsorientiert gestaltet ist und am Ende ein zeitlich begrenztes Sonderangebot präsentiert wird.
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Welche Inhalte bekommst du im DeFinanztraining?
Das Coaching ist modular aufgebaut. Nach den Angaben auf der Webseite und den Beschreibungen in Teilnehmerbewertungen umfasst es folgende Bereiche:
- Grundlagen von DeFi und Blockchain: Einführung in die Funktionsweise dezentraler Finanzsysteme und der zugrunde liegenden Technik
- Umgang mit digitalen Assets: Einrichtung und Nutzung von Krypto-Wallets sowie Schutzmaßnahmen gegen Betrug und Verlust
- Investitionsstrategien: Verfahren wie Staking, Lending und Yield Farming
- Risikomanagement: Bewertung und Begrenzung der Risiken bei DeFi-Investitionen
- Rechtliche und steuerliche Aspekte: Überblick zu regulatorischen Vorgaben und Steuerpflichten bei digitalen Vermögenswerten
- KI-Trading-Bot: Zugang zu einem automatisierten Handelssystem, das eigenständig Handelsentscheidungen treffen soll
Dazu kommen regelmäßige Live-Calls und eine Discord-Community. Nach Anbieterangaben umfasst die Ausbildung über 400 Videos.
Zum KI-Trading-Bot ein sachlicher Hinweis: Unabhängig verifizierbare Performance-Nachweise sind öffentlich nicht verfügbar. Bei einem automatisierten Handelssystem ist genau das die entscheidende Größe. Ohne einen nachvollziehbaren, über Jahre geführten Track Record lässt sich die Qualität eines Bots nicht beurteilen.
Positive Erfahrungen mit dem DeFinanztraining
Auf den Bewertungsportalen überwiegen die positiven Stimmen deutlich. Auf Trustpilot steht das Profil bei 4,6 von 5 Sternen aus 382 Bewertungen, auf ProvenExpert bei 4,85 von 5.

Diese Punkte werden am häufigsten gelobt:
- Strukturierter Kursaufbau: Teilnehmer heben hervor, dass die Videolektionen klar gegliedert und auch für Einsteiger verständlich sind
- Schneller Support: Mehrere Bewertungen betonen kurze Antwortzeiten und persönliche Betreuung
- Community und Live-Calls: Der Austausch mit anderen Teilnehmern wird als wertvolle Ergänzung zum Videomaterial beschrieben
- Verständliche Vermittlung: Einsteiger berichten, sich erstmals sicher im Umgang mit Wallets und Kryptowährungen zu fühlen
Diese Rückmeldungen sind ernst zu nehmen. Sie betreffen allerdings überwiegend die didaktische Qualität des Kurses, also Aufbau, Verständlichkeit und Betreuung. Zur eigentlich entscheidenden Frage, ob die vermittelte Strategie langfristig Geld verdient, sagen sie wenig aus.
Negative Erfahrungen und Kritik
Aggressive Verkaufsmethoden
Mehrere ehemalige Interessenten berichten von druckvollem Verkaufsverhalten, besonders im kostenlosen Webinar und in den telefonischen Erstgesprächen. Ein Trustpilot-Rezensent beschreibt, wie er während eines Zoom-Calls zu einem Online-Vertrag über 3.000 Euro gedrängt wurde.
Im Webinar wird laut mehreren Berichten ein zeitlich begrenztes Sonderangebot mit deutlich höherem Streichpreis präsentiert. Das ist eine klassische Verknappungstaktik. Bei einem Bildungsprodukt, das du in Ruhe prüfen können solltest, ist Zeitdruck immer ein Warnsignal.
Umgang mit negativen Bewertungen
Im Umgang mit Kritik zeigt sich ein auffälliges Muster. Auf Trustpilot fallen die Antworten auf positive Bewertungen freundlich und professionell aus. Bei kritischen Bewertungen dagegen sind nach dokumentierten Antworten juristische Konsequenzen angedroht und Aussagen als „Verleumdung“ bezeichnet worden.
Für dich als Interessent hat das eine praktische Folge. Wenn negative Rückmeldungen mit rechtlichem Druck beantwortet werden, sinkt die Bereitschaft unzufriedener Kunden, öffentlich zu berichten. Das verzerrt das Gesamtbild, das du auf den Portalen siehst.
Keine nachweisbare Profitabilität
Eine ausführliche kritische Bewertung auf Trustpilot bemängelt, dass kein Teilnehmer nachweislich dauerhaft vom Bot-Trading leben könne. Die Team-Mitglieder handelten nach dieser Darstellung selbst nur mit Beträgen zwischen 500 und 1.500 Euro, während die eigentlichen Einnahmen aus den Coaching-Gebühren stammten. Wie Trading-Bots im Vergleich abschneiden und woran seriöse Anbieter erkennbar sind, haben wir separat aufgeschlüsselt.
Diese Einzelaussage lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Belegbar ist aber die andere Seite: Für den KI-Trading-Bot existieren keine öffentlich einsehbaren, verifizierten Ergebnisnachweise.
Listung auf einem Krypto-Portal
Das Schweizer Krypto-Portal bitcoin-schweiz.ch führt Thorsten Koch in einer Rubrik zu fragwürdigen Anbietern. Die dort genannte Begründung lautet wörtlich, er „verkauft teure Zusatzkurse, suggeriert, dass man dann noch leichter Geld verdient“. Es handelt sich dabei um die Einschätzung eines Portalbetreibers, nicht um eine behördliche Feststellung.
Was die Bewertungsportale nicht zeigen
Dieser Abschnitt ist der Grund, warum du Bewertungsnoten nie ungeprüft übernehmen solltest. Ich habe beide Profile einzeln durchgezählt, statt nur die Durchschnittsnote zu übernehmen.
Auf ProvenExpert werden 745 Bewertungen angezeigt. Davon sind rund 374 aus Trustpilot importiert und nur etwa 371 eigenständige Stimmen auf der Plattform selbst. Wer die 745 als Zahl unabhängiger Kundenstimmen liest, zählt einen großen Teil doppelt.
Noch aufschlussreicher ist die Verteilung der eigenen ProvenExpert-Bewertungen:
| Sterne | Anzahl |
|---|---|
| 5 Sterne | 348 |
| 4 Sterne | 22 |
| 3 Sterne | 1 |
| 2 Sterne | 0 |
| 1 Stern | 0 |
Unter rund 371 Bewertungen findet sich auf ProvenExpert keine einzige Ein- oder Zwei-Sterne-Bewertung. Bei einem Produkt im vierstelligen Preisbereich und mehreren tausend Kunden ist das statistisch bemerkenswert. Zum Vergleich: Auf Trustpilot, wo dieselbe Firma weniger Einfluss auf die Veröffentlichung hat, liegt die Note bei 4,6 und kritische Bewertungen sind sichtbar.
Ein weiteres Detail steht direkt im Profil. Der Anbieter hat es im Februar 2026 beansprucht und nutzt ein kostenpflichtiges Trustpilot-Abonnement. Ein bezahltes Konto erlaubt es, Kunden systematisch zur Bewertung einzuladen. Das ist erlaubt und in der Branche verbreitet, verschiebt aber die Zusammensetzung der Stimmen. Wer aktiv einlädt, erreicht in aller Regel zuerst die zufriedenen Kunden.
Dazu kommt ein Hinweis aus den Bewertungen selbst. Eine kritische Trustpilot-Stimme berichtet, in der Discord-Community werde dazu aufgerufen, positive Bewertungen zu hinterlassen. Auch das lässt sich nicht unabhängig prüfen, passt aber zum Gesamtbild.
Mein Rat: Lies bei jedem Anbieter zuerst die Ein- und Zwei-Sterne-Bewertungen. Wenn es keine gibt, ist das keine Bestätigung der Qualität. Es ist ein Anlass, genauer hinzusehen.
Die Berformance-Vorwürfe und die Gegendarstellung
Zu Thorsten Koch kursiert der Vorwurf, er habe Anlagekonzepte aus dem Umfeld der Berformance Group AG beworben. Weil dieser Punkt schwer wiegt, trenne ich hier sauber zwischen dem, was gerichtlich festgestellt ist, und dem, was Vorwurf bleibt.
Was zur Berformance Group feststeht
Die Berformance Group AG war ein Anbieter angeblicher Krypto-Investments, dessen Verantwortliche vom Landgericht Erfurt wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden.
Nach Berichten der Kanzlei Brüllmann ermittelte die Staatsanwaltschaft Erfurt gemeinsam mit dem LKA Thüringen nach einem Hinweis der BaFin. Im Sommer 2024 kam es zu einer großangelegten Razzia in mehreren europäischen Ländern. Im Mai 2026 verurteilte das Landgericht Erfurt die beiden Hauptangeklagten zu jeweils neun Jahren und neun Monaten Haft, einen weiteren Angeklagten zu achteinhalb Jahren und eine Angeklagte wegen Beihilfe zu vier Jahren. Die Verfahren betrafen rund 7.000 Fälle mit einer Schadenssumme von etwa 107 Millionen Euro. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.
Das Geschäftsmodell bestand im Kern aus der Vermietung von Krypto-Automaten mit versprochenen Renditen von bis zu 200 Prozent über drei Jahre.
Was Koch vorgeworfen wird
Das Portal diebewertung.de berichtete am 11. September 2024, in Onlinepräsentationen sei Berformance als eines der sichersten Produkte in Europa dargestellt worden. Das Portal nennt dabei Koch und eine weitere Person.
Die Gegendarstellung des Anbieters
Oliver Schmuck hat diesem Vorwurf öffentlich widersprochen. Seine Aussage lautet: „Es gab nie ein Webinar von uns, in dem Berformance erwähnt oder empfohlen wurde!“
Damit stehen sich Vorwurf und Dementi unaufgelöst gegenüber. Mir liegen keine Aufzeichnungen vor, die eine der beiden Darstellungen belegen. Eine gerichtliche Feststellung zu einer Beteiligung von Thorsten Koch an den Berformance-Fällen ist nicht bekannt. Er ist in den Erfurter Verfahren nicht als Angeklagter aufgetreten.
Was du daraus mitnehmen solltest, ist weniger eine Schuldfrage als eine Prüfroutine. Wenn ein Coaching auf externe Anlagekonzepte verweist, bei denen du Geld einzahlst, dann prüfe diesen Dritten genauso gründlich wie den Kursanbieter. Die Berformance-Fälle zeigen, wie schnell aus einer Empfehlung ein Totalverlust werden kann.
Geld zurück: zwei Urteile zum Fernunterrichtsschutzgesetz
Wer mit dem Coaching unzufrieden ist, stößt beim Widerruf häufig auf Schwierigkeiten. Weil der Verkauf über die deutsche Copecart GmbH läuft, ist Copecart der direkte Vertragspartner, nicht die US-amerikanische IRTO DEFI ACADEMY LLC. Copecart hat Widerrufe in der Vergangenheit mit dem Hinweis abgelehnt, der Kunde habe im Bestellprozess auf sein Widerrufsrecht verzichtet.
Zwei Landgerichte haben das anders gesehen. Beide Male ging es nicht um das Widerrufsrecht, sondern um eine grundlegendere Frage.
Das Fernunterrichtsschutzgesetz, kurz FernUSG, verlangt für Fernlehrgänge eine staatliche Zulassung. Fehlt sie, ist der Vertrag nach § 7 Abs. 1 FernUSG nichtig.
Landgericht München I
Eine Teilnehmerin hatte ein Coaching-Paket namens „DeFi Power Innercircle“ gebucht und von Copecart eine Rechnung über 2.990 Euro erhalten. Über ein Widerrufsrecht war sie nach eigener Darstellung nicht informiert worden. Copecart lehnte den Widerruf ab.
Das Landgericht München I gab der Klägerin recht. Nach der Darstellung ihres Anwalts Sven Nelke stellte das Gericht fest, dass der Coaching-Vertrag nichtig ist, dass Copecart bereits gezahlte Gebühren in Höhe von 1.500 Euro zurückzahlen und außerdem die Anwaltskosten tragen muss.
Aus den Urteilsgründen zitiert der Anwalt wörtlich: „Somit hätte es einer Erlaubnis nach § 12 Abs. 1 S. 1 FernUSG für die Beklagte bedurft, welche sie unstreitig nicht hatte. Dementsprechend ist der Vertrag bereits nach § 7 Abs. 1 FernUSG nichtig.“
Besonders relevant ist ein weiterer Satz aus dem Urteil. Das Gericht stellte fest, dass das FernUSG auch auf Existenzgründer anzuwenden ist. Der Schutz greift also nicht nur für Verbraucher, sondern auch dann, wenn du als Selbstständiger oder im B2B-Bereich gebucht hast. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Landgericht Berlin II
Im zweiten Verfahren ging es um ein Paket namens „DEFI POWER Masterclass Finanzcoaching“. Am 1. Oktober 2024 entschied das Landgericht Berlin II unter dem Aktenzeichen 35 O 131/24, dass Copecart insgesamt 8.050,39 Euro nebst Zinsen zurückzuzahlen hat, zusammengesetzt aus 7.250 Euro und weiteren 800,39 Euro. Auch hier verfügte der Anbieter unstreitig über keine FernUSG-Zulassung.
Das Urteil erging als Versäumnisurteil, weil sich Copecart im Verfahren nicht ausreichend verteidigt hatte. Auch dieses Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Was das für dich bedeutet
Wenn du ein solches Coaching gebucht hast und aussteigen möchtest, sind drei Punkte entscheidend. Erstens: Wurdest du klar über dein Widerrufsrecht informiert? Zweitens: Liegt für den Anbieter eine FernUSG-Zulassung vor? Drittens: Wer ist tatsächlich dein Vertragspartner, der Coach oder die Verkaufsplattform?
Beide Urteile zeigen, dass ein Ausstieg möglich sein kann, auch wenn die Plattform zunächst ablehnt. Lass deinen Fall anwaltlich prüfen, bevor du die Sache auf sich beruhen lässt. Diese Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung.
Fazit: gute Didaktik, schwierige Rahmenbedingungen
Das DeFinanztraining von Thorsten Koch ist kein Fall, der sich in eine Schublade sortieren lässt. Die Faktenlage ist gespalten, und beide Seiten haben belegbare Argumente.
Für den Kurs sprechen die konsistent positiven Rückmeldungen zur didaktischen Qualität. Struktur, Verständlichkeit, Support und Community werden über hunderte Bewertungen hinweg gelobt. Wer als Einsteiger Orientierung im Krypto-Bereich sucht, bekommt offenbar ein sauber aufgebautes Lernprodukt.
Dagegen stehen Punkte, die ich nicht wegwiegen kann. Zwei Landgerichte haben Coaching-Verträge aus dem Umfeld für nichtig erklärt, weil die gesetzlich vorgeschriebene Zulassung fehlte. Der Preis wird erst im Verkaufsgespräch genannt. Die Bewertungsstruktur auf ProvenExpert weist unter rund 371 Stimmen keine einzige negative Bewertung auf. Für den beworbenen KI-Bot gibt es keine überprüfbaren Ergebnisse.
Am schwersten wiegt für mich das Renditeversprechen. Wer öffentlich Größenordnungen von über zehn Prozent pro Monat in den Raum stellt, weckt Erwartungen, die der Markt über längere Zeiträume nicht bedient. Nach fast fünf Jahrzehnten an den Märkten ist das der Punkt, an dem ich bei jedem Anbieter genauer hinsehe, unabhängig davon, wie gut das Kursmaterial gemacht ist.
Wenn du überlegst, dort zu buchen, dann geh mit drei konkreten Fragen ins Erstgespräch. Bleiben meine Coins jederzeit in meinem eigenen Wallet? Liegt eine FernUSG-Zulassung vor? Und welche verifizierbaren Ergebnisse gibt es für den Bot, über welchen Zeitraum? Die Antworten auf diese drei Fragen sagen dir mehr als jede Sternebewertung.
Häufige Fragen zu Thorsten Koch und dem DeFinanztraining
Ist Thorsten Koch seriös?
Das lässt sich nicht abschließend beantworten. Für den Anbieter sprechen hunderte positive Bewertungen und ein vollständiges, überprüfbares Impressum. Dagegen stehen zwei Gerichtsurteile, die Coaching-Verträge aus dem Umfeld nach dem Fernunterrichtsschutzgesetz für nichtig erklärt haben, fehlende Preistransparenz und öffentlich genannte Renditeangaben von über zehn Prozent pro Monat.
Was kostet das DeFinanztraining von Thorsten Koch?
Der Preis wird nicht öffentlich genannt. Aus zwei Gerichtsverfahren sind zwei Produktstufen belegt: 2.990 Euro für das Paket „Innercircle“ und 7.250 Euro für die „Masterclass“. Den für dich geltenden Preis erfährst du erst im persönlichen Erstgespräch.
Kann man das DeFinanztraining widerrufen und Geld zurückbekommen?
Unter Umständen ja. Sowohl das Landgericht München I als auch das Landgericht Berlin II (Az. 35 O 131/24) haben entschieden, dass Copecart gezahlte Gebühren erstatten muss. Entscheidend war jeweils die fehlende Zulassung nach dem FernUSG. Beide Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Betroffene sollten sich anwaltlich beraten lassen.
Was hat Thorsten Koch mit der Berformance Group zu tun?
Das Portal diebewertung.de berichtete im September 2024, in Onlinepräsentationen sei Berformance als sicheres Produkt dargestellt worden, und nennt dabei Kochs Namen. Oliver Schmuck hat dem öffentlich widersprochen. Eine gerichtliche Feststellung zu einer Beteiligung von Koch an den Berformance-Verfahren ist nicht bekannt. Die Verantwortlichen der Berformance Group wurden im Mai 2026 vom Landgericht Erfurt zu Haftstrafen verurteilt.
Wie funktioniert der KI-Trading-Bot im DeFinanztraining?
Der Bot ist ein automatisiertes Handelssystem, das auf Basis von Algorithmen eigenständig Handelsentscheidungen im Kryptomarkt treffen soll. Der Zugang ist nur im Rahmen des kostenpflichtigen Coachings möglich. Unabhängig verifizierbare Performance-Nachweise sind öffentlich nicht verfügbar.
Wo sitzt das Unternehmen hinter dem DeFinanztraining?
Betreiber ist die IRTO DEFI ACADEMY LLC mit Sitz in Santa Fe, New Mexico, Registernummer 7099983. Der Verkauf an deutschsprachige Kunden läuft über die deutsche Copecart GmbH. Für dich bedeutet das: Vertragspartner ist im Streitfall in der Regel Copecart, nicht die US-Gesellschaft.
Verwaltet Thorsten Koch das Geld der Teilnehmer?
Nach den vorliegenden Beschreibungen handelt es sich um ein Bildungsangebot, das Wissen vermittelt und keine Kundengelder zur Anlage entgegennimmt. Kläre im Erstgespräch trotzdem ausdrücklich, ob deine Coins während der gesamten Strategie in deinem eigenen Wallet bleiben.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 an den internationalen Märkten. Sein Schwerpunkt liegt auf diskretionärem Price-Action-Trading in Forex und Futures. Er hat 1989 das Standardwerk zur Elliott-Wellen-Theorie ins Deutsche übersetzt.
Für diesen Erfahrungsbericht hat er die Urteile des Landgerichts München I und des Landgerichts Berlin II ausgewertet, die Bewertungsprofile auf Trustpilot und ProvenExpert einzeln durchgezählt, das Impressum des Anbieters geprüft und die öffentlichen Aussagen von Thorsten Koch der Position der BaFin gegenübergestellt.
Bei der Bewertung von Coaching-Angeboten legt er den Maßstab an, den er auch an eigene Strategien anlegt: überprüfbare Ergebnisse über längere Zeiträume statt einzelner Erfolgsphasen. Kagels Trading unterhält keine Geschäftsbeziehung zu Thorsten Koch oder der IRTO DEFI ACADEMY LLC.
„Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer geprüft.“


