Ein Börsenscanner nimmt dir das Suchen ab, nicht das Entscheiden. Genau an dieser Stelle trennt sich, was ein solches Werkzeug leisten kann, von dem, was in der Werbung steht. Der TradesScanner durchsucht Aktien, ETFs und Optionsketten nach festen Regeln und legt dir Treffer vor. Was er dir nicht abnimmt, ist die Frage, ob du den Trade eingehen willst und mit welchem Risiko.
Ich habe mir den Anbieter deshalb von zwei Seiten angesehen. Zum einen die Software selbst, also Scanner, Filter und Signale. Zum anderen das, was hinter der Marke steht: Betreiberfirma, Preise und die Frage, welche Zusagen der Anbieter in seinen eigenen Bedingungen macht. Der zweite Teil hat mich mehr überrascht als der erste. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
TradesScanner: das Wichtigste in 30 Sekunden
Der TradesScanner ist ein Börsenscanner mit angeschlossenem Ausbildungsangebot. Betrieben wird er von EFSTAQ, dem Einzelunternehmen von Marcus Ruhnau aus Hamburg. Die wichtigsten Eckdaten im Überblick.
Funktionen des TradesScanners
- Umfang: 41 Produkte im Shop, von Einzelstrategien über Scanner-Abos bis zu Online-Kursen mit Teilnahmenachweis.
- Optionsdaten: Der Anbieter nennt 2,7 Millionen Optionsketten, die in Echtzeit bewertet werden. Der Schwerpunkt liegt auf dem US-Markt.
- Preise: Die Spanne reicht von 20 Euro für eine einzelne Chart-Analyse bis 1.200 Euro für die Masterclass. Monatsabos beginnen bei 39 Euro.
- Broker-Anbindung: Fünf deutsche Broker sind angebunden, technisch über den Dienstleister brokerize. Wer woanders handelt, überträgt die Order von Hand.
- Wichtige Einschränkung: Der Anbieter bezeichnet die Scan-Ergebnisse in seinen eigenen Bedingungen ausdrücklich als nicht als Anlageberatung und übernimmt keine Gewähr für ihre Richtigkeit.
Was ist der TradesScanner?
Der TradesScanner ist eine browserbasierte Software, die Aktien, ETFs und Optionsketten nach fest definierten Kriterien durchsucht und daraus Handelssignale mit Einstieg, Ziel und Stop ableitet.
Der Unterschied zu einem reinen Chartprogramm liegt in der Richtung der Arbeit. Ein Chartprogramm zeigt dir einen Wert, den du selbst ausgewählt hast. Ein Scanner wie der TradesScanner dreht das um: Du gibst die Regeln vor, und die Trading Software liefert die Werte, die diese Regeln gerade erfüllen. Das spart vor allem Zeit bei der Vorauswahl.
Die Signale entstehen aus Strategien, die einzeln gekauft werden. Der Anbieter verkauft keine Gesamtlizenz, sondern Module. Jedes Modul steht für eine Strategie oder einen Scanner-Typ. Wer mehrere Ansätze nutzen will, kombiniert mehrere Module oder greift zu einem Bundle. Für die Chartanalyse bringt die Software eigene Darstellungen mit.
Wer steckt hinter dem TradesScanner?
Hinter der Marke steht kein Softwarehaus, sondern ein Einzelunternehmen. Das Impressum nennt EFSTAQ, vertreten durch Marcus Ruhnau, MBA, mit Sitz in der Saseler Chaussee 22 in 22391 Hamburg. Angegeben ist eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, aber keine Handelsregisternummer. Das ist kein Mangel, sondern eine Rechtsform: Dein Vertragspartner ist eine natürliche Person, keine Gesellschaft.
Eine Finanzaufsicht steht nicht dahinter. Das Impressum nennt weder eine Aufsichtsbehörde noch ein Berufsrecht. Bei einem Anbieter von Software und Ausbildung ist das der Normalfall und kein Vorwurf. Für dich heißt es trotzdem etwas Konkretes: Bei Streit über die Qualität der Signale ist die BaFin nicht dein Ansprechpartner, sondern der ordentliche Rechtsweg.
Die Plattform läuft unter mehreren Marken gleichzeitig. Auf seiner eigenen Partnerseite legt der Anbieter offen, dass dieselbe technische Basis drei Auftritte trägt: tradesscanner.de für Privatanleger, efstaq.com für Unternehmen und renditebrief.com als Börsenbrief. Wörtlich heißt es dort über den dritten: „Wer dort ankommt, sieht TRADERS — nicht uns.” Der TradesScanner ist damit auch ein White-Label-Produkt, das andere Anbieter unter eigenem Namen einsetzen.
Die Trader hinter den Strategien
Die Signale stammen nicht alle vom Betreiber. Der Shop ordnet jedes Modul einem Urheber zu. Gelistet sind Carsten Berger, hinter dessen Namen zusammen mit Ruhnau das „Ruhnau-Berger-Modell” zur Einschätzung der Weltindizes steht, sowie Rüdiger Born, Wieland Arlt, Carsten Umland, Martin Goersch und Mike Seidl für den fundamentalen Ansatz.
Ein Eintrag in dieser Liste ist kein Trader, sondern ein Verlag. Neben den Personen führt der Shop die TRADERS media GmbH als Urheber. Sie steht hinter dem Rendite-Brief. Wer die Liste überfliegt, hält den Namen leicht für ein weiteres Strategiepaket. Tatsächlich markiert er die Stelle, an der ein fremdes Unternehmen seine Inhalte über die Plattform vertreibt.
Marcus Ruhnau im Gespräch
Seinen Werdegang beschreibt der Gründer selbst am ausführlichsten. Im folgenden Video erklärt er, wie aus der eigenen Arbeit als Optionshändler die Idee für den Scanner entstanden ist.
Der Rendite-Brief: wer ihn wirklich herausgibt
Diese Zuordnung haben wir korrigiert. In einer früheren Fassung dieses Artikels stand, Marcus Ruhnau gebe den Rendite-Brief heraus und sei dessen Chefredakteur. Das ist nach den Angaben des Anbieters nicht richtig. Der Shop führt den Rendite-Brief ausdrücklich als Produkt „der TRADERS media GmbH“, und die Partnerseite nennt für renditebrief.com ein eigenes Zahlkonto und eine eigene Kundschaft.
Die Rollen sind damit sauber getrennt. EFSTAQ stellt die Technik, der Verlag liefert die Inhalte und rechnet auf eigene Rechnung ab. Für dich als Abonnent ist das relevant, weil dein Vertragspartner beim Rendite-Brief ein anderer ist als beim Scanner. Gebucht wird er über denselben Shop; was er kostet, steht weiter unten im Kostenabschnitt.
Funktionen & Möglichkeiten
Der Anbieter beschreibt sein Angebot heute als drei Bausteine. Auf der Startseite stehen TaiPan Realtime für die Kursdaten, der TradesScanner für Aktien und Strategien sowie der OptionScanner für Optionen. Diese Dreiteilung ist neu; ältere Beschreibungen kennen nur den Scanner. Was davon du bekommst, hängt an den gebuchten Modulen.
Markt-Scanner in Echtzeit
Die Vorauswahl läuft über Börsenplatz und Sektor. Die Software greift auf mehrere tausend Basiswerte zu. Du grenzt zuerst den Handelsplatz ein, dann die Branche. Je nach Ansatz lässt sich der Blick auf besonders starke oder besonders schwache Sektoren richten.
Das Ruhnau-Berger-Modell ist als Tagesüberblick gedacht. Es zeigt für die wichtigsten Weltmärkte die aktuelle Signallage in einer Grafik. Aus der Darstellung heraus wechselst du direkt in die passende Strategie. Neben Indizes stehen US- und deutsche Sektoren, Edelmetalle, Zinsmärkte sowie Energie-, Währungs- und Agrarfutures zur Auswahl. Das Modell ist auch als Einzelmodul buchbar.
Umkehrpunkte: Turningpoints im Aktienhandel
Dieser Scanner zielt auf Trader mit wenig Zeit. Wer neben dem Beruf handelt, kann Positionen tagsüber selten nachjustieren. Der Turningpoint-Scanner arbeitet deshalb auf Tagesbasis und sucht Einstiege in beide Richtungen.
Die Signale entstehen nach Börsenschluss. Weil sie auf dem Tagesschlusskurs beruhen, kannst du die Order abends aufgeben, statt während der Handelszeit am Bildschirm zu sitzen. Das ist der praktische Kern des Moduls und der Grund, warum es sich für Berufstätige eignet.
Option Screener: das Herzstück
Ohne Screener ist die Optionsauswahl Handarbeit. Als Optionshändler filtere ich sonst zuerst mit einem Aktienscreener die Basiswerte, lege anhand möglicher Stopps die Strikes fest und suche danach in der Brokersoftware die passende Kombination aus Prämie und Risiko. Das kostet pro Idee mehrere Minuten.
Der Screener bündelt diese Schritte in einer Maske. Gefiltert wird nach Delta, Restlaufzeit, Theta, Open Interest und anstehenden Berichtsterminen. Die Earnings-Filter lassen sich in beide Richtungen nutzen, also Termine gezielt meiden oder gezielt suchen. Für die Optionsstrategien stehen Presets bereit.
Ein Klick öffnet den Chart mit den Kennzahlen des Trades. Von dort lässt sich die Position beim Broker eingeben. Abgedeckt sind unter anderem Cash Secured Puts, Strangles, Iron Condors und Spreads mit festem Risiko. Wer sich für den Optionshandel interessiert, findet hier den größten Zeitgewinn des ganzen Pakets.
Das Modul gibt es in drei Stufen. Neben Basic und Advanced steht eine Variante mit Echtzeitdaten über TaiPan bereit. Was die Stufen kosten, steht im Kostenabschnitt. Im folgenden Video zeigt der Anbieter den Ablauf am Beispiel eines Bear Call, also des Gegenstücks zum Covered Call.
Die Connect App: was sie kann und was nicht
Die App ist eine Kommunikations-App, kein Scanner. Das ist der Punkt, an dem unsere frühere Fassung zu ungenau war. Beide Stores beschreiben die TradesScanner Connect als „all-in-one communication platform”. Sie liefert Signalbenachrichtigungen und einen Community-Chat. Scannen, filtern oder handeln kannst du darin nicht.
Für die eigentliche Arbeit brauchst du weiterhin den Browser. Die App ist im App Store und bei Google Play kostenlos erhältlich. Sie ergänzt das Abonnement, ersetzt es aber nicht. Wer unterwegs Trades suchen will, wird enttäuscht sein.
Broker-Zugang
Fünf Broker lassen sich direkt anbinden. Aus der Anwendung heraus kannst du dich bei Consorsbank, finanzen.net zero, Freestoxx, justTRADE und Smartbroker+ einloggen und die Order absetzen. Zusatzkosten entstehen dafür laut Anbieter nicht.
Die Anbindung ist eingekauft, nicht selbst gebaut. In der Fußzeile der Übersicht steht „Handel ermöglicht durch brokerize“. Das passt zu einer Angabe in den eigenen Bedingungen des Anbieters, wonach er mit keinem Broker-Dealer verbunden ist. Die Order-Weiterleitung übernimmt also ein Dritter.
Für US-Optionen ist diese Liste die schwächste Stelle des Pakets. Der Scanner wertet nach Anbieterangabe 2,7 Millionen Optionsketten aus, ganz überwiegend am US-Markt. Die fünf angebundenen Häuser sind dagegen deutsche Aktien- und Neobroker. Wer Optionen an US-Börsen handelt, arbeitet in aller Regel bei einem anderen Anbieter und überträgt die Order dann von Hand. Der Scanner stellt sie dafür in einem eigenen Orderfenster bereit.
Für wen ist der TradesScanner geeignet?
Das Angebot passt am besten zu regelbasierten Tradern. Wer nach festen Setups handelt und dafür eine Vorauswahl braucht, spart hier tatsächlich Zeit. Neben den Signalen liefert das Dashboard einen Überblick über Nachrichten und anstehende Wirtschaftstermine.
Angesprochen fühlen dürften sich vor allem diese Gruppen. Die Zuordnung ergibt sich aus dem Modulzuschnitt, nicht aus einem Werbeversprechen.
- Swingtrader: Die Signale auf Tagesbasis lassen sich abends umsetzen.
- Optionshändler: Der Screener ist der Teil mit dem größten Zeitgewinn gegenüber Handarbeit.
- Technisch orientierte Händler: Die Filter arbeiten mit Indikatoren und Chartmustern, nicht mit Fundamentaldaten.
- Nicht-Programmierer: Es gibt keine Skriptsprache, alles läuft über Masken.
Weniger geeignet ist es für zwei andere Gruppen. Wer intraday handelt, bekommt mit Tagesschlusssignalen wenig. Und wer ganz am Anfang steht, sollte wissen: Die Module setzen voraus, dass du eine Brokerplattform bedienen und eine Order selbst aufgeben kannst. Das Angebot richtet sich an den deutschsprachigen Raum.
Was der TradesScanner kostet
Eine einzelne Zahl gibt es nicht, und das ist der Kern der Preisfrage. Der Shop führt 41 Produkte. Weil jedes Modul einzeln gekauft wird, hängt dein Preis davon ab, wie viele Strategien du nutzen willst. Die folgende Auswahl zeigt die Spannweite, Stand September 2026.
| Produkt | Typ | Preis |
|---|---|---|
| Chart-Analyse auf Abruf | Einzelanalyse | 20,00 € |
| Ruhnau-Berger Modell | Marktüberblick | 39,00 € |
| BORNbars Global Stocks | Signale | 39,00 € |
| Option Screener Basic | Scanner | 49,00 € |
| Turningpoint | Scanner | 49,00 € |
| Rendite-Brief | Börsenbrief | 49,00 € |
| Option Screener Advanced | Scanner | 79,00 € |
| BORN-4-Trading Live | Live-Trading | 99,00 € |
| Tradesscanner Bundle | Komplettpaket | 249,00 € |
| Umland Paket Optionen | Strategiepaket | 442,00 € |
| Rendite-Brief Jahresabo | Börsenbrief | 499,00 € |
| Wieland Arlt Masterclass | Ausbildung | 1.200,00 € |
Die Untergrenze liegt niedriger, die Obergrenze deutlich höher als oft angenommen. Das günstigste Produkt ist mit 20 Euro eine einzelne Chart-Analyse auf Abruf. Laufende Abos beginnen bei 39 Euro im Monat. Nach oben reicht die Liste bis 1.200 Euro für die Masterclass von Wieland Arlt. Zwischen dem billigsten Scanner und dem teuersten Ausbildungspaket liegt damit der Faktor 60.
Die Preise sind seit einem Jahr stabil. Der Screenshot oben stammt aus unserem ersten Test im September 2025. Die dort sichtbaren Beträge für Option Screener Basic, Perlentaucher, Turningpoint, das Bundle und die Advanced-Variante stimmen mit den heutigen Shop-Preisen überein. Eine Preiserhöhung hat es in diesem Zeitraum nicht gegeben.
Testphase, Zahlung und Kündigung
Die Registrierung ist kostenlos, ein echter Volltest ist sie nicht. Ohne Zahlung siehst du die Oberfläche und das Market Model. Die Scanner selbst bleiben gesperrt. Wer sie prüfen will, bucht ein Modul und nutzt die 14-tägige Geld-zurück-Frist, die über die Zahlungsplattform Digistore24 läuft.
Monatsabos sind monatlich kündbar. Wer länger bucht, bekommt einen Nachlass. Beim Rendite-Brief lässt sich das nachrechnen: 49 Euro im Monat ergeben aufs Jahr 588 Euro, das Jahresabo kostet 499 Euro. Die Ersparnis liegt damit bei rund 15 Prozent. Ein Jahresabo lohnt sich also erst, wenn du sicher bist, das Modul auch zu nutzen.
Was der Anbieter selbst über die Signale sagt
Die wichtigste Einordnung steht in den Bedingungen des Anbieters, nicht in seiner Werbung. Auf der Shop-Seite steht ein Risikohinweis, den kaum jemand liest. Er widerspricht dem Eindruck, den die Produktbeschreibungen erzeugen, und er ist für die Bewertung des Angebots wichtiger als jede Funktionsliste.
Der Anbieter erklärt dort, die Scan-Ergebnisse dienten allein zur Information und seien nicht als Anlageberatung zu verstehen. Genauigkeit und Vollständigkeit könnten nicht garantiert werden, und Nutzer seien gehalten, vor jeder Entscheidung eigene Recherche anzustellen.
Damit relativiert der Anbieter seine eigene Werbesprache. Auf der Startseite ist von „profitablen Setups” die Rede, die Produktnamen sprechen von Erfolgsstrategien. In den Bedingungen steht das Gegenteil: keine Gewähr, keine Empfehlung, keine Beratung. Beides steht gleichzeitig auf derselben Seite.
Wir haben unsere eigene Wortwahl deshalb geändert. Frühere Fassungen dieses Artikels sprachen von „profitablen Signalen” und „verlässlichen” Ergebnissen. Diese Formulierungen gingen weiter als das, was der Anbieter selbst zusagt, und sie sind gestrichen. Ein Scanner liefert Kandidaten nach Regeln. Ob daraus Gewinn wird, entscheidet sich an deinem Risikomanagement, nicht am Filter.
Einen unabhängig geprüften Leistungsnachweis gibt es nicht. Weder für die einzelnen Strategien noch für das Gesamtangebot liegt ein von dritter Seite testiertes Trackrecord vor. Der Anbieter wirbt bei ausgewählten Strategien mit Backtests. Ein Backtest ist eine Rechnung auf Vergangenheitsdaten und sagt nichts darüber, wie dieselbe Regel künftig abschneidet.
Ist der TradesScanner seriös?
Für Betrug gibt es keinen Anhaltspunkt. Das Impressum ist vollständig, nennt eine ladungsfähige Anschrift in Hamburg, Telefonnummer und Umsatzsteuer-ID. Die Zahlung läuft über Digistore24, einen etablierten Abwickler mit gesetzlichem Widerrufsrecht. Die Produkte sind einzeln bepreist und öffentlich einsehbar, ohne dass ein Verkaufsgespräch nötig wäre. Das ist bei Trading-Anbietern nicht selbstverständlich.
Der Anbieter legt seine Broker-Vergütung von sich aus offen. Auf der Partnerseite beschreibt er, dass Interessenten ohne Depot eine Empfehlung bekommen, und schreibt dazu wörtlich, das geschehe „mit offengelegter Vergütung”. Eine Provision aus Depoteröffnungen ist damit Teil des Geschäftsmodells. Ausgesprochen zu werden ist besser, als es zu verschweigen.
Drei Punkte solltest du trotzdem im Blick behalten. Erstens ist dein Vertragspartner ein Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag. Zweitens steht keine Finanzaufsicht hinter dem Angebot. Drittens gibt es für die beworbene Leistungsfähigkeit der Signale keinen externen Nachweis. Keiner dieser Punkte ist ein Ausschlussgrund, aber alle drei gehören in die Entscheidung.
Vor- und Nachteile des TradesScanners
Die folgende Gegenüberstellung fasst die geprüften Punkte zusammen. Sie stützt sich auf die Anbieterangaben, den Shop und die eigenen Tests, nicht auf Werbematerial.
Vorteile des TradesScanners
- Zeitgewinn bei Optionen: Der Screener ersetzt die Handarbeit aus Aktienfilter, Strike-Auswahl und Prämienvergleich durch eine Maske.
- Preise offen ausgewiesen: Alle 41 Produkte tragen einen sichtbaren Preis, kein Verkaufsgespräch nötig.
- Preisstabilität belegt: Die Beträge liegen seit September 2025 unverändert, nachgeprüft am eigenen Screenshot.
- Modularer Einstieg: Schon das günstigste Abo ist monatlich kündbar, kein Jahresvertrag als Einstiegshürde.
- Kein Programmieren nötig: Alle Filter laufen über Masken, es gibt keine Skriptsprache zu lernen.
- Deutschsprachiger Support: Anbieter, Abrechnung und Ansprechpartner sitzen in Deutschland.
Nachteile des TradesScanners
- Kein externer Leistungsnachweis: Für die Signalqualität liegt kein von dritter Seite geprüftes Trackrecord vor.
- Broker passen nicht zum Schwerpunkt: Der Scanner ist auf US-Optionen ausgerichtet, angebunden sind fünf deutsche Aktienbroker.
- Kosten summieren sich schnell: Wer mehrere Ansätze nutzt, zahlt statt eines Einzelabos schnell dreistellig im Monat.
- App kann nur benachrichtigen: Die Connect App ist eine Kommunikations-App ohne Scanner- und Handelsfunktion.
- Kein echter Gratistest: Ohne Zahlung bleiben die Scanner gesperrt, sichtbar ist nur die Oberfläche.
- Werbung und Bedingungen widersprechen sich: Die Startseite verspricht „profitable Setups”, der Risikohinweis schließt jede Gewähr aus.
TradesScanner im Vergleich zu anderen Tools
Ein direkter Vergleich fällt schwer, weil das Angebot zwei Dinge mischt. Der TradesScanner ist zugleich Screener und Signaldienst. Reine Chart- oder Filterwerkzeuge decken jeweils nur eine der beiden Seiten ab.
Bei den Charts liegen andere vorn. TradingView hat sein Angebot um Screening und Optionsketten erweitert, gibt aber von sich aus keine Handelssignale aus. Finviz ist beim reinen Screening von US-Aktien stark und beim Charting schwächer. Beide sind deutlich günstiger, liefern dafür aber keine fertigen Setups.
Die Datenbasis teilt sich der Anbieter mit einem bekannten Haus. Der Echtzeit-Teil läuft unter dem Namen TaiPan Realtime. Wie die Tai-Pan Börsensoftware einzuordnen ist, haben wir gesondert geprüft. Für dich heißt das: Ein Teil dessen, was du hier buchst, ist eine Datenlizenz, kein eigener Algorithmus.
Auf Augenhöhe liegt am ehesten ein Signaldienst. Wer die Handelssignale in den Vordergrund stellt, sollte den TradesScanner gegen InvestingPro halten. Der Unterschied liegt weniger in der Technik als im Zuschnitt: Hier deutschsprachige Strategien einzelner Trader plus Live-Trading, dort eine breitere Datenbasis. Welche Seite besser passt, hängt davon ab, ob du Begleitung oder Datenbreite suchst.
Kundenerfahrungen und Feedback
Eine belastbare Bewertungsbasis gibt es für diesen Anbieter nicht. Wir haben nach unabhängigen Bewertungen gesucht und keine gefunden, die eine Aussage tragen würde. Auf Trustpilot und vergleichbaren Portalen existiert kein gepflegtes Profil mit einer nennenswerten Zahl an Stimmen. Das ist bei einem Anbieter dieser Größe nicht ungewöhnlich, heißt aber: Es gibt keine Außensicht, an der du dich orientieren könntest.
Die sichtbaren Stimmen stammen sämtlich aus dem Umfeld des Anbieters. Was sich findet, sind Kundenmeinungen auf der Verkaufsplattform, Beiträge der beteiligten Trader und Webinare von Partnerbrokern. Solche Quellen sind nicht wertlos, aber sie sind ausgewählt. Eine schlechte Bewertung erreicht sie nicht.
Unsere Empfehlung lautet deshalb, klein anzufangen. Buche ein einzelnes günstiges Modul, prüfe die Signale einen Monat lang gegen deinen eigenen Ansatz und entscheide danach. Die 14-Tage-Frist über Digistore24 gibt dir zusätzlich die Möglichkeit zum Rücktritt. Das ist verlässlicher als jede Sternebewertung.
Fazit: solides Werkzeug mit offener Leistungsfrage
Der TradesScanner ist ein ordentlich gemachtes Werkzeug für regelbasierte Trader. Die Stärke liegt im Option Screener, der einen mehrstufigen Handgriff auf eine Maske zusammenzieht. Wer regelmäßig Stillhaltergeschäfte oder Spreads sucht, spart damit messbar Zeit. Auch der modulare Einstieg ist fair gebaut, weil er keinen Jahresvertrag erzwingt.
Die offene Frage bleibt die Leistungsfähigkeit der Signale. Dafür gibt es keinen unabhängigen Nachweis, und der Anbieter selbst schließt in seinen Bedingungen jede Gewähr aus. Das ist rechtlich üblich, steht aber im Widerspruch zur Werbesprache auf der Startseite. Wer das Angebot als Vorauswahl versteht, wird zufrieden sein. Wer fertige Gewinne erwartet, hat den Zweck eines Scanners missverstanden.
Zwei praktische Punkte solltest du vor dem Kauf klären. Prüfe erstens, ob dein Broker die gescannten Instrumente überhaupt anbietet, denn die fünf angebundenen Häuser passen nur eingeschränkt zum US-Options-Schwerpunkt. Und rechne zweitens zusammen, wie viele Module du wirklich brauchst. Der Einstiegspreis ist niedrig, die Summe mehrerer Abos ist es nicht.
FAQ zum TradesScanner
Kann ich mit TradesScanner direkt handeln?
Teilweise. Fünf Partnerbroker sind angebunden: Consorsbank, finanzen.net zero, Freestoxx, justTRADE und Smartbroker+. Die technische Anbindung läuft über den Dienstleister brokerize. Handelst du bei einem anderen Broker, stellt die Software die Orderdaten in einem Fenster bereit, das du manuell überträgst.
Ist der TradesScanner für Anfänger geeignet?
Mit Einschränkung. Die Setups sind vorgefertigt und ohne Programmierkenntnisse nutzbar. Vorausgesetzt wird aber, dass du eine Brokerplattform bedienen und eine Order selbst aufgeben kannst. Ohne Grundwissen über Optionen oder Charttechnik nützt dir das beste Signal wenig.
Welche Märkte werden unterstützt?
Der Schwerpunkt liegt klar auf dem US-Markt. Der Shop-Filter nennt daneben Deutschland, Frankreich, Italien, die Niederlande und Belgien. An Anlageklassen stehen Aktien, US-Optionen, ETFs, Futures, CFDs und Forex zur Auswahl.
Gibt es eine App?
Ja, die TradesScanner Connect App gibt es kostenlos für iOS und Android. Sie ist allerdings eine reine Kommunikations-App: Du bekommst Signalbenachrichtigungen und kannst dich mit anderen Nutzern austauschen. Scannen, filtern oder handeln lässt sich darin nicht, dafür brauchst du den Browser.
Wie lange läuft die Testphase?
Einen zeitlich begrenzten Volltest gibt es nicht. Die kostenlose Registrierung zeigt dir die Oberfläche und das Market Model, die Scanner bleiben gesperrt. Für gebuchte Module gilt eine 14-tägige Geld-zurück-Frist über Digistore24.
Was kostet der TradesScanner?
Die Preise reichen von 20 Euro für eine einzelne Chart-Analyse bis 1.200 Euro für die Masterclass. Laufende Monatsabos beginnen bei 39 Euro, die verbreiteten Scanner-Module liegen bei 49 bis 79 Euro. Weil jedes Modul einzeln gekauft wird, hängt dein Preis davon ab, wie viele Strategien du nutzt.
Wer betreibt den TradesScanner?
Betreiber ist EFSTAQ, das Einzelunternehmen von Marcus Ruhnau mit Sitz in Hamburg. Im Impressum steht eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, aber keine Handelsregisternummer und keine Aufsichtsbehörde. Dieselbe technische Plattform trägt nach Anbieterangabe auch efstaq.com und renditebrief.com.
Gehört der Rendite-Brief zum TradesScanner?
Nein, er wird nur über denselben Shop verkauft. Herausgeberin ist nach Angaben des Anbieters die TRADERS media GmbH mit eigenem Zahlkonto und eigener Kundschaft. EFSTAQ stellt dafür die Technik. Dein Vertragspartner ist beim Rendite-Brief also ein anderer als beim Scanner.
Sind die Signale geprüft?
Ein von unabhängiger Seite testierter Trackrecord liegt nicht vor. Der Anbieter wirbt bei ausgewählten Strategien mit Backtests, also Rechnungen auf Vergangenheitsdaten. In seinen eigenen Bedingungen schließt er ausdrücklich jede Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit der Scan-Ergebnisse aus.
Über den Autor: Christian Möhrer
Christian Möhrer ist technischer Analyst und Options-Trader. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Chartanalyse und dem Handel von Aktienoptionen. Sein Schwerpunkt liegt auf regelbasierten Stillhalterstrategien wie Cash Secured Puts und Spreads mit definiertem Risiko.
Im Redaktionsteam von Kagels Trading verantwortet er die technisch geprägten Themen. Dazu zählen Indikatoren, Chartmuster und die Prüfung von Analyse-Software. Bei Tests legt er Wert darauf, Anbieterangaben gegen die eigenen Geschäftsbedingungen und öffentliche Register zu halten, statt Marketingmaterial zu übernehmen.
Für diesen Testbericht hat er den TradesScanner aus der Perspektive des Optionshandels geprüft. Er hat den kompletten Produktkatalog mit 41 Positionen ausgewertet, die Preise gegen den Stand des Vorjahres gehalten und die Angaben zu Betreiber, Broker-Anbindung und App gegen Impressum, Risikohinweis und die beiden App-Stores geprüft.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.

















