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Martin Goersch Erfahrungen 2026: Was Software, Abos und Seminare wirklich kosten

Zuletzt aktualisiert: 06. September 2026

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20 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

Investment Akademie: Live-Online-Seminar zum Vermögensaufbau am 20. September 2026
Investment Akademie: Live-Online-Seminar zum Vermögensaufbau am 20. September 2026

Martin Goersch ist einer der bekanntesten Trading-Ausbilder im deutschsprachigen Raum, und sein Angebot sieht heute völlig anders aus als noch vor zwei Jahren. Die Marke DaytradingCoach gibt es nicht mehr. Der Anbieter tritt inzwischen unter seinem eigenen Namen auf, verkauft Software und Handelssignale im Abo und veranstaltet Intensiv-Seminare vor Ort.

Für diesen Bericht haben wir ausschließlich Primärquellen ausgewertet: die Anbieterseite, das Impressum, die vollständigen AGB, die Produkt- und Seminarseiten mit ihren Preisen, den Trustpilot-Eintrag und das Webarchiv für den Vergleich mit dem früheren Angebot. Du erfährst, was die Software kostet, was in den Seminaren passiert, welche Klauseln vor einer Buchung wichtig sind und wo die Schwächen liegen. Mehr zu unserem Bewertungsprozess findest du in unseren redaktionellen Richtlinien.

Martin Goersch: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Der Anbieter heißt heute anders. Die frühere Seite daytradingcoach.de ist abgeschaltet und leitet auf martingoersch.de weiter. Betreiber ist die MARTIN GOERSCH LTD. mit Sitz in Paphos auf Zypern.
  • Einzelcoaching und Mentoring gibt es nicht mehr. Das frühere Kernangebot ist ersatzlos weggefallen. Geblieben sind Software, Handelssignale und Präsenz-Seminare.
  • Die Software läuft im Abo oder als Einmalkauf. Das Goersch Dashboard kostet 39 Euro pro Monat oder 390 Euro im Jahr, mit Zusatzpaket 69 Euro monatlich. Der Trend-Indikator kostet einmalig 265 Euro, die Handels-Setups 535 Euro.
  • Die Seminare sind vierstellig. Das Aktien-Intensivseminar in Hamburg am 29. und 30. August 2026 kostet 3.099 Euro und ist auf 20 Plätze begrenzt.
  • Die Stornoregeln sind streng. Ab zwei Wochen vor dem Seminartermin werden laut AGB 100 Prozent des Preises fällig. Abos verlängern sich automatisch und müssen einen Monat vor Ablauf gekündigt werden.
  • Die Bewertungen sind gut, aber alt. Trustpilot zeigt 3,9 von 5 aus 33 Bewertungen. Im letzten Jahr kam nur eine einzige dazu, und der Eintrag läuft weiter unter der abgeschalteten Domain.
  • Die größte Reichweite hat Goersch nicht auf der eigenen Seite. Er moderiert börsentäglich das Format onvista Mahlzeit und führt dort ein öffentlich einsehbares Musterdepot.

Wer ist Martin Goersch?

Martin Goersch ist ein deutscher Trader und Trading-Ausbilder, der seit 2005 hauptberuflich an der Börse handelt, 2011 eine eigene Trading-Akademie gründete und heute Software, Handelssignale und Präsenz-Seminare über die MARTIN GOERSCH LTD. mit Sitz auf Zypern anbietet.

Sein Weg an die Börse führte über ein fachfremdes Studium. Goersch studierte Sinologie und Volkswirtschaftslehre, lebte zwei Jahre in China und schrieb seine Abschlussarbeit über chinesische Börsen. Schon während des Studiums bestritt er seinen Lebensunterhalt mit Wertpapierhandel. Diese Angaben stehen so in seiner Autorenbiografie bei onvista und decken sich mit der Darstellung auf seiner eigenen Seite.

Sein Handelsstil passt nicht zum alten Markennamen. Trotz des früheren Namens DaytradingCoach liegt sein Schwerpunkt heute klar im Swing Trading und im längerfristigen Investieren, nicht im Daytrading. Wer ein Angebot für sekundenschnelle Intraday-Strategien sucht, ist hier falsch.

Martin Goersch Trading-Ausbilder und Entwickler des Goersch Trend Indikators
Martin Goersch handelt seit 2005 hauptberuflich und bildet seit 2011 Trader aus

Der Firmensitz hat sich verschoben, und das ist die auffälligste Veränderung. Im Impressum stand früher eine Adresse in Celle mit deutscher Umsatzsteuer-ID. Heute nennt das Impressum die MARTIN GOERSCH LTD. in Paphos auf Zypern. Die Angabe findet sich unabhängig davon auch in der Beschreibung seines YouTube-Kanals und in den AGB. Eine Telefonnummer wird nicht mehr genannt, der Kontakt läuft über ein Formular.

NameMartin Goersch
BetreiberMARTIN GOERSCH LTD.
SitzPaphos, Zypern
Umsatzsteuer-ID60086901Y
Websitemartingoersch.de
Früherdaytradingcoach.de (abgeschaltet)
Aktiv seit2005 als Trader, 2011 als Ausbilder
SchwerpunktSwing Trading, Aktien, COT-Daten, Optionen
AngebotSoftware-Abo, Indikatoren, Präsenz-Seminare
Kontaktnur über Kontaktformular

Bekannt ist Goersch vor allem über Medienpartner, nicht über die eigene Seite. Er ist Chef-Analyst des Börsendienstes Chartzeit, moderiert bei onvista und tritt als Referent bei Brokern wie CapTrader auf. Sein eigener YouTube-Kanal kommt auf rund 4.400 Abonnenten bei 423 Videos, was für die Bekanntheit des Namens vergleichsweise wenig ist. Andere deutsche Ausbilder wie Birger Schäfermeier oder Mike Seidl sind mit eigenen Kanälen deutlich sichtbarer.

Was bietet Martin Goersch heute an?

Das Angebot ist deutlich schmaler geworden. Wer die Seite aus früheren Jahren kennt, findet heute nur noch zwei Säulen statt drei. Die persönliche Betreuung, lange das Herzstück, ist komplett verschwunden. Die vollständige Übersicht steht auf der Produktseite des Anbieters.

  • Software und Signale: Goersch Trend Indikator, Goersch Trend Setups, das Goersch Dashboard als eigenständige Screening-Plattform, ein Plugin für TaiPan und das Trading-Journal DC TradeControl.
  • Präsenz-Seminare: zwei- bis dreitägige Intensivseminare zu Aktien und Optionen sowie ein Workshop zur Handelsplattform TWS, jeweils in Hotels in Deutschland und Österreich.

Coaching und Mentoring wurden ersatzlos gestrichen. Früher bot Goersch ein Einzelcoaching und ein längerfristiges Mentoring mit wöchentlicher Trade-Auswertung an. Beide Produkte sind auf der heutigen Seite weder buchbar noch erwähnt. Sie tauchen auch in der Sitemap nicht mehr auf. Wer eine laufende Einzelbetreuung sucht, findet sie hier nicht mehr und muss sich anderweitig umsehen, etwa in unserem Überblick zum Trading Coaching.

Ein Detail verdient Beachtung. Die AGB nennen in ihrem Geltungsbereich weiterhin „Seminare und Coachings”. Ein buchbares Coaching-Produkt gibt es auf der Seite aber nicht. Das ist kein Widerspruch im engeren Sinn, weil die AGB nur den möglichen Rahmen abstecken, zeigt aber, dass die Textbausteine dem Umbau nicht überall gefolgt sind.

Die Trading-Software von Martin Goersch im Detail

Der Kern des heutigen Angebots ist Software. Alle Produkte bauen auf demselben Gedanken auf: Ein Trendfilter soll die Richtung vorgeben, ein Screener soll passende Kandidaten finden, und ein Journal soll das Risiko kontrollieren. Ein Überblick über den Markt insgesamt steht in unserem Vergleich zur Trading-Software.

Goersch Trend Indikator

Der Goersch Trend Indikator ist ein Trendfolge-Indikator, der aus der reinen Preisbewegung Richtung und Stärke eines Trends ableitet und das Ergebnis als farbige Markierung im Chart anzeigt.

Der Indikator ist plattformgebunden und muss passend gekauft werden. Angeboten wird er für TradingView, TradeStation und NinjaTrader. Vor der Bestellung musst du die Plattform auswählen, ein späterer Wechsel ist nicht vorgesehen. Er funktioniert nach Anbieterangabe für jeden Basiswert und jede Zeiteinheit. Anders als bei einem klassischen gleitenden Durchschnitt soll die Auswertung ohne eigene Parametereinstellung auskommen.

Der Indikator ist auch außerhalb der eigenen Seite verbreitet. Die Plattform TradesScanner führt den Görsch-Trend und die zugehörigen Signale als festen Bestandteil ihres Angebots. Für die Verbreitung des Ansatzes spricht das, für die Unabhängigkeit einer Bewertung nicht.

Goersch Trend Setups

Die Setups sind die Signalstufe über dem Indikator. Sie zeigen konkrete Handelsgelegenheiten statt nur die Trendrichtung und sind ausschließlich für TradingView erhältlich. Nach dem Kauf musst du deinen TradingView-Benutzernamen an den Anbieter senden, damit er dich freischaltet. Das ist bei Skript-Produkten üblich, bedeutet aber, dass der Zugang an dein Konto gebunden ist.

Goersch Trend Setups mit Trade-Alerts im TradingView-Chart
Die schwarzen Diamanten markieren Trade-Alerts und kündigen eine mögliche Einstiegschance an

Goersch Dashboard

Das Dashboard ist das jüngste und teuerste Produkt. Es läuft plattformunabhängig mit eigener Kursversorgung auf Tagesbasis und kombiniert Trend, Signale und einen Screener in einer Oberfläche. Laut Anbieter erscheinen die Signale nach Börsenschluss und gelten für die kommenden zwei Handelstage. Das macht es für nebenberufliche Trader nutzbar, die tagsüber nicht am Bildschirm sitzen.

Die teurere Stufe unterscheidet sich nur in einem Punkt. Neben dem Standard-Zugang gibt es eine Professional-Variante, die zusätzlich die Liste „Martins Top Aktien” enthält. Alle übrigen Funktionen sind laut Preisübersicht in beiden Stufen identisch. Der Aufpreis kauft also eine Auswahlliste, keine zusätzliche Technik.

DC TradeControl: das Trading-Journal

TradeControl ist ein Journal mit Positionsgrößenrechner. Es dokumentiert Trades und berechnet die Positionsgröße aus Kontogröße, Risiko und Stopp-Loss. Ein sauber geführtes Tradingjournal gehört zu den wenigen Werkzeugen, deren Nutzen unter Tradern unstrittig ist.

DC TradeControl Positionsgrößenrechner für Trades
TradeControl berechnet die Positionsgröße aus Kontogröße, Risiko und Stopp-Abstand

Es gibt zwei Ausbaustufen. Die Basic-Version deckt Dokumentation und Positionsgröße ab, die Expert-Version ergänzt umfangreichere Auswertungen und Filter. Eine Übersicht der Unterschiede stellt der Anbieter selbst bereit.

DC TradeControl Basic und Expert im Funktionsvergleich
Der Anbieter stellt die Unterschiede zwischen Basic und Expert gegenüber

Ein technischer Punkt ist vor dem Kauf wichtig. TradeControl ist laut Produktseite ein reines Windows-Programm. Auf einem Mac läuft es nur über eine Emulation. Diese Einschränkung steht auf der Produktseite, geht dort aber leicht unter, und die AGB wälzen die Prüfung der technischen Voraussetzungen ausdrücklich auf dich ab.

DC TradeControl Expert mit erweiterten Filtern und Auswertungen
In der Expert-Version reichen Filter und Auswertungen deutlich weiter

Für den Devisenhandel gibt es eine eigene Fassung. Die Forex Edition rechnet die Positionsgröße für Währungspaare mit ihren abweichenden Kontraktgrößen. Wer im Forex-Markt unterwegs ist, braucht diese Variante, weil die Pip-Werte je Paar unterschiedlich ausfallen.

Forex Positionsgrößenrechner im TradeControl Journal
Die Forex Edition rechnet die Positionsgröße für Währungspaare mit abweichenden Kontraktgrößen
TradeControl Trading-Tagebuch zur Dokumentation einzelner Trades
Jeder Trade wird im Journal dokumentiert und lässt sich später auswerten

Plugin für TaiPan und COT MasterClass

Zwei Produkte richten sich an eine engere Zielgruppe. Für die Endkurs-Version der Software Tai-Pan gibt es ein Goersch-Trend-Plugin. Das COT-MasterClass-Plugin wertet die COT-Daten aus, also die wöchentlich veröffentlichten Positionsdaten großer Marktteilnehmer. Beide setzen voraus, dass du die jeweilige Basisplattform bereits nutzt.

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Was kostet die Software von Martin Goersch?

Die Preise stehen offen auf den Produktseiten. Das ist nicht selbstverständlich, weil viele Ausbildungsanbieter ihre Beträge erst nach einem Gespräch nennen. Alle folgenden Werte haben wir am 22. August 2026 direkt auf den Produkt- und Aboseiten erhoben.

ProduktAbrechnungPreis
Goersch Dashboard Standardmonatlich39 €
Goersch Dashboard Standardjährlich390 €
Goersch Dashboard Professionalmonatlich69 €
Goersch Dashboard Professionaljährlich690 €
Goersch Trend Indikatoreinmalig265 €
Goersch Trend Setupseinmalig535 €
DC TradeControl Basiceinmalig179 €
DC TradeControl Experteinmalig399 €

Das Jahresabo spart rechnerisch zwei Monatsbeiträge. Bei 39 Euro monatlich zahlst du im Jahr 468 Euro, im Jahresabo 390 Euro. Die Ersparnis liegt bei 78 Euro oder rund 17 Prozent. Der Anbieter selbst wirbt mit 16 Prozent. Beide Angaben liegen dicht beieinander, je nachdem ob man vom Monats- oder vom Jahrespreis aus rechnet.

Beim Einmalkauf lohnt der Vergleich mit dem Abo. Indikator und Setups zusammen kosten 800 Euro einmalig. Das Dashboard enthält beides und kostet im ersten Jahr 390 Euro. Wer den Ansatz zunächst nur ausprobieren will, fährt mit dem Abo günstiger. Wer über Jahre plant und eine der unterstützten Plattformen ohnehin nutzt, holt den Einmalkauf nach gut zwei Jahren herein.

Die Präsenz-Seminare von Martin Goersch

Die Seminare sind das zweite Standbein und finden vor Ort statt. Goersch veranstaltet sie nach eigener Angabe zweimal im Jahr in Hotels, jeweils über zwei Tage, inklusive Verpflegung. Übernachtung ist nicht enthalten. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

SeminarTermin und OrtPreis
Aktien-Intensivseminar29. und 30. August 2026, Hamburg3.099 €
Options-Intensivseminar17. und 18. Januar 2026, Wien2.899 €
TWS Workshop19. Januar 2026, Wien599 €

Aktuell buchbar ist nur das Aktienseminar. Es findet am 29. und 30. August 2026 im Dorint Hotel Hamburg Eppendorf statt und ist auf 20 Tickets begrenzt. Die beiden Wiener Termine im Januar 2026 liegen bereits in der Vergangenheit und stehen hier zur Einordnung des Preisniveaus. Details und Anmeldung stehen auf der Seminarseite.

Inhaltlich geht es um einen wiederholbaren Prozess, nicht um einzelne Trades. Der Anbieter beschreibt als Themen die systematische Aktienauswahl, Timing, Positionsgröße sowie Risiko- und Trade-Management. Die Regeln sollen sich auch auf Hebelprodukte übertragen lassen. Das deckt sich mit dem, was eine solide Trading-Ausbildung abdecken sollte.

Beim Preis lohnt der Blick auf das Verhältnis. 3.099 Euro für zwei Tage entsprechen rund 1.550 Euro pro Tag. Bei maximal 20 Teilnehmern ergibt das eine Gruppengröße, in der Rückfragen möglich sind. Ob sich das rechnet, hängt weniger am Preis als daran, ob du das Gelernte anschließend diszipliniert umsetzt. Genau daran scheitern die meisten, wie unsere Übersicht typischer Trading-Fehler zeigt.

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Was in den AGB steht: Storno, Kündigung und Widerruf

Die AGB sind bei diesem Anbieter die aufschlussreichste Quelle. Vier Punkte solltest du kennen, bevor du ein Seminar buchst oder ein Abo abschließt. Wir geben sie mit Paragrafen wieder, damit du sie selbst nachlesen kannst. Der vollständige Text steht in den AGB des Anbieters.

Die Stornostaffel bei Seminaren ist hart. Nach § 10.1 werden ab zehn Wochen vor dem Termin 30 Prozent fällig, ab sechs Wochen 50 Prozent und ab zwei Wochen 100 Prozent. Bei 3.099 Euro heißt das: Wer 13 Tage vorher absagt, zahlt den vollen Betrag. Es gibt allerdings zwei Auswege. Du darfst jederzeit kostenfrei eine Ersatzperson stellen, und du kannst das Seminar zu einem späteren regulären Termin nachholen, wobei Kosten Dritter zusätzlich berechnet werden.

Abos verlängern sich automatisch. Nach § 11.2 läuft ein Abo über einen oder zwölf Monate und verlängert sich danach automatisch um denselben Zeitraum. Gekündigt werden muss mindestens einen Monat vor Ende der Laufzeit. Bei einem Monatsabo bedeutet das in der Praxis, dass du unmittelbar nach Abschluss kündigen musst, wenn es sich nicht verlängern soll.

Das Widerrufsrecht kann vorzeitig erlöschen. Nach § 13.2 verfällt der Widerruf bei digitalen Inhalten, sobald du die Datei vor Ablauf der 14 Tage herunterlädst. Der Anbieter weist im Kaufprozess über ein zusätzliches Häkchen darauf hin. Das ist gesetzlich so vorgesehen, in der Praxis aber der Moment, in dem der Rückweg zufällt.

Das Anmeldeformular ist bereits der Vertrag. Nach § 3.5 gilt bei Seminaren, die über ein Formular gebucht werden, schon das Ausfüllen als verbindlicher Kaufvertrag. Genau so werden die Seminare angeboten. Wer das Formular als unverbindliche Anfrage versteht, liegt falsch. Hinzu kommt eine Mahngebühr von 10 Euro je Mahnung nach § 7.

Eine Einordnung dazu: Wir geben hier wieder, was in den AGB steht, und bewerten nicht, ob einzelne Klauseln wirksam sind. Das wäre eine Rechtsfrage. Auffällig ist aber, dass diese Punkte in keiner uns bekannten Fremdbesprechung des Anbieters auftauchen, obwohl sie vor einer vierstelligen Ausgabe die wichtigsten sind.

Martin Goersch bei onvista: Mahlzeit, Chartzeit und Musterdepot

Die größte Reichweite hat Goersch außerhalb der eigenen Seite. Für onvista moderiert er börsentäglich das YouTube-Format onvista Mahlzeit und bespricht dort deutsche und internationale Aktien. Der onvista-Kanal wurde 2026 mit dem Finfluencer-Award in der Kategorie Marktkommentare ausgezeichnet. Seine Autorenseite findest du bei onvista.

Das Mahlzeit Musterdepot ist ein öffentlich einsehbares Musterportfolio, das Martin Goersch bei onvista führt und in dem jede Position mit Kaufkurs, Kaufdatum und aktuellem Stand nachvollziehbar ist.

Das onvista-Musterdepot steht jedem kostenlos offen, auch ohne Depot beim Anbieter. Wie es sich gegen die übrigen Anbieter von Musterdepots schlägt, haben wir verglichen.

Genau das ist der interessanteste Teil des Angebots, und er kostet nichts. Wer wissen will, wie Goersch tatsächlich handelt, bekommt hier echte Positionen mit Einstandskursen statt Werbetexten. Das Musterdepot lässt sich kostenlos verfolgen und abonnieren. Für die Einschätzung eines Ausbilders ist ein offen geführtes Depot mehr wert als jede Referenzliste.

Mahlzeit Musterdepot von Martin Goersch bei onvista mit Positionen und Kaufkursen
Das Mahlzeit Musterdepot bei onvista, hier mit dem Stand vom 15. März 2024

Der abonnierte Teil liegt hinter einer Bezahlschranke. Im Börsendienst Chartzeit veröffentlicht Goersch wöchentlich Handelsideen und führt zwei weitere Musterdepots, eines für Trading und eines für Investments. Dafür brauchst du ein onvista Plus-Abo, das aktuell 14,90 Euro im Monat kostet. Im Trading-Depot handelt er überwiegend Hebelprodukte mit Haltedauern von wenigen Tagen bis Wochen.

Diese Trennung solltest du im Kopf behalten. Die Reichweite bei onvista und die eigenen Produkte sind zwei verschiedene Dinge. Die tägliche Sendung kostet nichts und ist ein guter Weg, seinen Stil kennenzulernen, bevor du 265 Euro für einen Indikator oder 3.099 Euro für ein Seminar ausgibst.

Bewertungen und Kritik an Martin Goersch

Die Bewertungslage ist dünn und veraltet. Bei Trustpilot steht der Anbieter am 22. August 2026 bei 3,9 von 5 aus 33 Bewertungen. Der Eintrag läuft weiterhin unter der abgeschalteten Domain daytradingcoach.de und nennt dort noch die alte Adresse in Celle mit Telefonnummer. Den Eintrag findest du bei Trustpilot.

Ein Detail erklärt die Note. Von den 33 Bewertungen sind 91 Prozent Fünf-Sterne-Urteile. Rechnerisch ergäbe das einen Schnitt nahe 4,8. Trustpilot zeigt trotzdem 3,9, weil der TrustScore ältere Bewertungen geringer gewichtet. Genau das ist hier der Fall: Im gesamten letzten Jahr kam nur eine einzige Bewertung hinzu, und Trustpilot vermerkt selbst, dass der Anbieter zuletzt niemanden zur Bewertung eingeladen hat und die Urteile deshalb möglicherweise nicht repräsentativ sind.

Die Lobeinträge betreffen überwiegend Produkte, die es nicht mehr gibt. Wer die Texte liest, findet vor allem das COT-Webinar von 2020, Intensivseminare und das Trading-Tagebuch. Für die heutige Software und das Abo-Modell gibt es kaum Rückmeldungen. Die gute Note bezieht sich damit weitgehend auf ein anderes Angebot als das aktuelle.

Die deutlichste Kritik trifft genau den wunden Punkt. Ein Kunde schildert im Mai 2025, er habe das Abo für 69 Euro monatlich fünf Monate lang gehabt und es sei ihm unmöglich gewesen zu kündigen, seine E-Mails seien ignoriert worden. Das ist eine Einzelmeinung und keine belegte Tatsache. Bemerkenswert ist aber, dass sie sich mit der Kündigungsklausel aus § 11.2 deckt, die eine Kündigungsfrist von einem Monat vor Laufzeitende verlangt und das Abo sonst automatisch verlängert.

Ein weiterer Punkt fällt beim Prüfen auf. Mehrere Seiten des Anbieters sind unfertig. Die Unterseiten für Kurse, FAQ und die Seite „Über” tragen bis heute den Blindtext „Lorem ipsum” statt echter Inhalte. Bei einem Anbieter, der vierstellige Seminare verkauft, wirkt das nachlässig, auch wenn es die Qualität der eigentlichen Produkte nicht berührt.

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Für wen lohnt sich das Angebot von Martin Goersch?

Das Angebot passt zu einer klar umrissenen Gruppe. Es richtet sich an Swing Trader und Anleger mit Tagesdaten-Horizont, die einen fertigen Trendfilter suchen und bereit sind, dafür laufend zu zahlen. Wer eine persönliche Betreuung erwartet, ist seit dem Umbau an der falschen Adresse.

Vorteile des Angebots von Martin Goersch

  • Preise stehen offen auf der Seite. Alle Beträge für Software, Abo und Seminare sind ohne Verkaufsgespräch einsehbar. Das ist in dieser Branche die Ausnahme.
  • Der Handelsansatz ist öffentlich überprüfbar. Über das Musterdepot bei onvista lässt sich kostenlos nachvollziehen, wie Goersch tatsächlich handelt.
  • Der Einstieg kostet wenig. Mit 39 Euro im Monat lässt sich der Ansatz testen, ohne vierstellig in Vorleistung zu gehen.
  • Lange Marktpräsenz. Goersch handelt seit 2005 hauptberuflich und bildet seit 2011 aus. Der Name ist über onvista und Brokerpartner breit sichtbar.
  • Kleine Seminargruppen. Die Begrenzung auf 20 Plätze lässt Raum für Rückfragen.

Nachteile des Angebots von Martin Goersch

  • Keine persönliche Betreuung mehr. Coaching und Mentoring wurden ersatzlos gestrichen. Wer Einzelbegleitung sucht, findet sie hier nicht.
  • Harte Stornoregeln. Ab zwei Wochen vor dem Seminar werden 100 Prozent fällig, bei 3.099 Euro ein erhebliches Risiko.
  • Abo mit Kündigungsfalle. Die Verlängerung läuft automatisch, gekündigt werden muss einen Monat vorher. Eine Kundenbeschwerde nennt genau dieses Problem.
  • Firmensitz auf Zypern. Vertragspartner ist eine zypriotische Ltd. ohne deutsche Anschrift und ohne Telefonnummer im Impressum.
  • Bewertungen sind alt und dünn. 33 Bewertungen, davon eine im letzten Jahr, und sie betreffen überwiegend eingestellte Produkte.
  • Unfertige Website. Mehrere Unterseiten tragen bis heute Blindtext statt Inhalten.

Fazit: solide Software, aber ein anderes Angebot als früher

Martin Goersch ist ein erfahrener Trader mit einem nachvollziehbaren Ansatz. Wer seinen Stil einschätzen will, kann das über die tägliche onvista-Sendung und das offene Musterdepot tun, ohne einen Euro auszugeben. Diese Transparenz ist mehr, als die meisten Anbieter in diesem Feld bieten, und sie ist der stärkste Punkt zu seinen Gunsten.

Das Angebot selbst hat sich grundlegend verändert. Aus einem Ausbildungsanbieter mit persönlicher Betreuung ist ein Software-Anbieter mit Abo-Modell und zwei Präsenzseminaren im Jahr geworden. Diese Verschiebung ist auf der Seite nirgends erklärt, und viele Besprechungen im Netz beschreiben bis heute das alte Angebot samt Preisen, die es nicht mehr gibt.

Vor einer Buchung lohnt der Blick ins Kleingedruckte. Die Stornostaffel bei den Seminaren und die Kündigungsfrist beim Abo sind die beiden Punkte, an denen es teuer werden kann. Beide stehen klar in den AGB, aber nicht auf den Verkaufsseiten. Die einzige inhaltliche Beschwerde bei Trustpilot betrifft genau diesen Bereich.

Unser Rat fällt gestaffelt aus. Fang mit der kostenlosen Sendung an. Wenn dir der Ansatz zusagt, teste das Monatsabo für 39 Euro, statt direkt einen Indikator für 265 Euro oder ein Seminar für 3.099 Euro zu kaufen. Ein Seminar dieser Größenordnung rechnet sich nur, wenn du bereits handelst und ein konkretes Problem lösen willst. Wer noch am Anfang steht, ist mit unserem Überblick zur Auswahl von Trading-Experten besser bedient. Und wie bei jedem Anbieter gilt: Kein Indikator und kein Seminar ersetzt eigene Erfahrung und konsequentes Risikomanagement.

Häufige Fragen zu Martin Goersch

Wer ist Martin Goersch?

Martin Goersch ist ein deutscher Trader und Trading-Ausbilder. Er handelt seit 2005 hauptberuflich an der Börse, gründete 2011 eine eigene Trading-Akademie und moderiert für onvista börsentäglich das YouTube-Format onvista Mahlzeit. Sein Schwerpunkt liegt im Swing Trading mit Aktien, nicht im Daytrading. Betreiber seines Angebots ist heute die MARTIN GOERSCH LTD. mit Sitz in Paphos auf Zypern.

Gibt es daytradingcoach.de noch?

Nein. Die Domain daytradingcoach.de ist abgeschaltet und leitet auf martingoersch.de weiter. Der letzte im Webarchiv erfasste Live-Stand der alten Seite stammt vom 10. August 2024. Das Sicherheitszertifikat der alten Domain ist im April 2025 abgelaufen, weshalb ein Aufruf über HTTPS eine Browser-Warnung auslöst statt weiterzuleiten.

Bietet Martin Goersch noch Coaching oder Mentoring an?

Nein. Das frühere DC Trader Coaching und das DC Trader Mentoring sind ersatzlos weggefallen. Auf der aktuellen Anbieterseite sind beide Produkte weder buchbar noch erwähnt. Geblieben sind Software und Handelssignale im Abo sowie Präsenz-Seminare.

Was kostet das Goersch Dashboard?

Das Goersch Dashboard kostet in der Standardversion 39 Euro pro Monat oder 390 Euro pro Jahr. Die Professional-Variante mit der Zusatzliste Martins Top Aktien kostet 69 Euro monatlich oder 690 Euro jährlich. Das Jahresabo spart gegenüber der monatlichen Zahlung rund 17 Prozent.

Was kostet ein Seminar bei Martin Goersch?

Das Aktien-Intensivseminar am 29. und 30. August 2026 in Hamburg kostet 3.099 Euro inklusive Mehrwertsteuer und ist auf 20 Teilnehmer begrenzt. Verpflegung ist enthalten, die Übernachtung nicht. Das Options-Intensivseminar in Wien lag bei 2.899 Euro, der eintägige TWS Workshop bei 599 Euro.

Wie sind die Stornobedingungen bei den Seminaren?

Nach Paragraf 10.1 der AGB werden ab zehn Wochen vor dem Termin 30 Prozent Stornokosten berechnet, ab sechs Wochen 50 Prozent und ab zwei Wochen 100 Prozent. Eine Ersatzperson kann jederzeit kostenfrei gestellt werden, und das Seminar lässt sich zu einem späteren regulären Termin nachholen, wobei Kosten Dritter zusätzlich berechnet werden.

Wie kündige ich ein Abo bei Martin Goersch?

Nach Paragraf 11.2 der AGB läuft ein Abo wahlweise einen oder zwölf Monate und verlängert sich danach automatisch um denselben Zeitraum. Die Kündigung muss mindestens einen Monat vor Ende der Laufzeit erfolgen. Bei einem Monatsabo bedeutet das faktisch eine Kündigung unmittelbar nach Abschluss, wenn keine Verlängerung gewünscht ist.

Wie gut sind die Bewertungen von Martin Goersch?

Bei Trustpilot steht der Anbieter bei 3,9 von 5 Punkten aus 33 Bewertungen, Stand 22. August 2026. 91 Prozent davon sind Fünf-Sterne-Urteile. Die niedrigere Gesamtnote entsteht, weil Trustpilot ältere Bewertungen geringer gewichtet und im letzten Jahr nur eine einzige Bewertung hinzukam. Die meisten Urteile beziehen sich auf Seminare und Coachings, die es heute nicht mehr gibt.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1978 aktiv und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader in den Märkten Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsen. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte alle 10 Bücher des amerikanischen Trading-Autors, bekannt für den Ross-Haken und den Traders Trick Entry.

Ausbildungsangebote beurteilt Karsten aus der Sicht eines Ausbilders. Er gibt seit 1998 selbst Seminare und Einzelschulungen und kennt damit beide Seiten des Tisches: was ein Präsenztag kosten darf, was eine kleine Gruppe leisten kann und wo Stornoregeln zulasten der Teilnehmer gehen. Für diesen Artikel wurden das Impressum, die vollständigen AGB, alle Produkt-, Abo- und Seminarseiten, der Trustpilot-Eintrag und die onvista-Autorenseite an der Quelle geprüft; der Wegfall des früheren Coaching-Angebots zusätzlich über das Internet Archive.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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