Tai-Pan ist eine Windows-Analysesoftware aus Dortmund, die es in zwei Ausbaustufen gibt. Die End-of-Day-Version rechnet mit Kursen nach Börsenschluss, die Realtime-Version zeigt Kurse während der Handelszeit. Hinter beiden steht die Lenz + Partner GmbH, die seit 2018 zur norwegischen Infront-Gruppe gehört.
Das Geschäft hat sich verschoben. Wer heute die Startseite von tai-pan.de öffnet, landet nicht bei einer Software, sondern bei einer Liste von Datenfeeds: für NinjaTrader, AgenaTrader, TraderFox, ATAS, MetaStock und ein Dutzend weitere Programme. Die eigene Software ist heute einer von vielen Abnehmern der eigenen Kursdaten. Das ändert die Frage, die vor dem Kauf zählt.
Dieser Test rechnet deshalb die Gesamtkosten vor, nicht nur den Softwarepreis. Alle Angaben stammen aus den Preisseiten des Anbieters, dem Impressum und den App-Stores, geprüft am 21. August 2026. Getestet habe ich die Software nicht selbst, die Einordnung kommt aus 47 Jahren Arbeit mit Chartsoftware. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Tai-Pan Börsensoftware: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Zwei Versionen: TAI-PAN End-of-Day für Analysen nach Börsenschluss, TAI-PAN Realtime für Kurse während der Handelszeit. Beide laufen nur unter Windows.
- Software allein reicht nicht: End-of-Day kostet 19 € im Monat zur Miete oder 499 € im Kauf, Realtime 25 € im Monat. Die Kursdaten kommen getrennt dazu.
- Realistischer Einstieg: mit dem nötigen Datenpaket rund 47,80 € im Monat für End-of-Day und rund 54 € im Monat für Realtime.
- Testen geht: End-of-Day 30 Tage kostenlos, Realtime für 1 €. Beide Testphasen laufen ohne Kündigung aus.
- Der Anbieter ist heute vor allem Datenlieferant: Lenz + Partner verkauft Datenfeeds für rund 15 fremde Programme. Das Altprodukt market maker wird nur noch unterstützt, nicht mehr verkauft.
Was ist die Tai-Pan Börsensoftware?
Die Tai-Pan Börsensoftware ist eine Windows-Analysesoftware der Lenz + Partner GmbH aus Dortmund, die es in einer End-of-Day-Version und einer Realtime-Version gibt.
Der Unterschied liegt allein in den Kursdaten, nicht im Funktionsumfang. TAI-PAN End-of-Day arbeitet mit den Schlusskursen eines Handelstages. Du lädst abends die Daten, analysierst in Ruhe und planst den nächsten Tag. TAI-PAN Realtime zeigt dieselben Werkzeuge, nur mit tickgenauen Kursen während der Handelszeit.
TAI-PAN End-of-Day ist die Tagesschluss-Variante: Sie rechnet mit Kursen nach Börsenschluss und richtet sich an Swing-Trader, Positionstrader und Investoren.
TAI-PAN Realtime ist die Echtzeit-Variante: Sie zeigt Kurse tickgenau während der Handelszeit und richtet sich an Daytrader und Scalper.
Für welche Version du dich entscheidest, hängt an deinem Haltezeitraum. Wer Swing-Trades über mehrere Tage hält, braucht keine Live-Kurse und spart sich die teureren Realtime-Feeds. Wer Daytrading betreibt, kommt an der Realtime-Version nicht vorbei.
Eine Mac-Version gibt es nicht. Der Anbieter beschreibt End-of-Day ausdrücklich als Börsensoftware für Windows. Wer auf macOS arbeitet, braucht eine Virtualisierung oder greift zu einer Börsensoftware mit Web-Oberfläche.
| Produkt | TAI-PAN End-of-Day und TAI-PAN Realtime |
| Anbieter | Lenz + Partner GmbH, Bronnerstraße 7, 44141 Dortmund |
| Geschäftsführer | Dirk Albrecht |
| Handelsregister | HRB 28470, Amtsgericht Dortmund |
| Gegründet | November 1990 (laut eigenem Ausstellerprofil) |
| Konzern | seit 2018 Teil der Infront-Gruppe (laut eigener Angabe) |
| Betriebssystem | Windows, keine Mac-Version |
| Software-Preis | ab 19 € im Monat (End-of-Day), 25 € im Monat (Realtime) |
| Kursdaten | separat buchbar, ab 28,80 € im Monat |
| Test | 30 Tage kostenlos (End-of-Day), 1 € (Realtime) |
Lenz + Partner: wer hinter Tai-Pan steht
Lenz + Partner ist ein Dortmunder Marktdatenanbieter, der Kursdaten für die eigene Tai-Pan-Software und für fremde Programme wie NinjaTrader, AgenaTrader oder MetaStock liefert.
Die Firma sitzt in der Bronnerstraße 7 in Dortmund und wird von Dirk Albrecht geführt. Im Handelsregister steht sie unter HRB 28470 beim Amtsgericht Dortmund. Ihr eigenes Ausstellerprofil datiert die Gründung auf November 1990. Der Anbieter spricht von über 30 Jahren Erfahrung mit Finanzmarktdaten für Privatanleger.
Seit 2018 gehört Lenz + Partner zur Infront-Gruppe. Das schreibt die Firma selbst auf ihrer Über-uns-Seite. Infront ist ein norwegischer Anbieter von Marktdaten und Terminals für Banken und institutionelle Kunden. Wichtig für dich: Lenz + Partner firmiert weiter als eigene GmbH mit eigenem Geschäftsführer, das Produkt ist nicht in Infront aufgegangen.
Vom Softwarehaus zum Datenlieferanten
Die Selbstbeschreibung hat sich verschoben, und das sieht man auf der Startseite. Dort steht heute „TAI-PAN Datenfeeds” als erster Menüpunkt, nicht die Software. Auf der Über-uns-Seite formuliert die Firma es in einem Satz: „Wir sind Marktdatenanbieter.” Das eigene Programm ist damit einer von vielen Abnehmern der eigenen Kursdatenbank.
Ein Datenfeed ist die laufende Lieferung von Börsenkursen an eine Analyse- oder Handelssoftware.
Für dich hat das zwei Seiten. Positiv: Du kannst die Kursdaten mitnehmen, wenn du die Software wechselst, und musst die Datenquelle nicht neu aufbauen. Kritisch: Die Entwicklungsarbeit verteilt sich auf ein breites Datenfeed-Geschäft, und die eigene Oberfläche steht nicht mehr allein im Mittelpunkt.
Was aus market maker geworden ist
market maker war jahrelang das zweite große Programm des Hauses und wird heute nur noch unterstützt. Die Produktseite auf tai-pan.de führt für market maker PP ausschließlich Download, Installationsanleitung, FAQ und Systemstatus. Eine Preisseite gibt es nicht mehr, im Menü fehlt der Eintrag „Preise”, den jedes aktiv verkaufte Produkt dort hat. Dasselbe Bild zeigt der ebenfalls nur noch unterstützte vwd trader.
Wer market maker heute noch nutzt, sollte den Wechsel einplanen. Bestandskunden bekommen weiter Datenabos und Downloads über das Kundenportal. Neu einsteigen kann man nicht mehr, und ein Produkt ohne aktiven Vertrieb bekommt erfahrungsgemäß auch keine neuen Funktionen.
Was kostet die Tai-Pan Software wirklich?
Der Softwarepreis ist nur die halbe Rechnung. Beide Versionen werden ohne Kursdaten verkauft, und ohne Kursdaten zeigt das Programm keine Charts. Auf jeder Preisseite steht der Zusatz „zuzüglich Datenfeeds”. Wer nur den Softwarepreis vergleicht, unterschätzt die laufenden Kosten um mehr als das Doppelte.
Preise für die Software
| Variante | Was du bekommst | Preis |
|---|---|---|
| TAI-PAN End-of-Day mieten | volle Software, 1 Monat Laufzeit | 19 € / Monat |
| TAI-PAN End-of-Day kaufen | dauerhafte Lizenz, 3 Monate Basisdaten inklusive | 499 € einmalig |
| TAI-PAN 21 Update | Aktualisierung einer älteren Kaufversion | 149 € einmalig |
| Database-Engine | Datenexport in andere Programme | 29 € einmalig |
| TAI-PAN Realtime | volle Software, monatlich | 25 € / Monat |
Die Kaufversion bringt drei Monate Basisdaten mit, danach läuft das Abo separat weiter. Rechnerisch lohnt sich der Kauf gegenüber der Miete erst nach gut zwei Jahren Dauernutzung. Wer sich nicht sicher ist, ob die Software zu seiner Arbeitsweise passt, fährt mit der Miete günstiger.
Preise für die Kursdaten
Die Datenpakete werden einzeln gebucht, und beim End-of-Day-Angebot ist das Basispaket die Eintrittskarte. Der Anbieter weist ausdrücklich darauf hin, dass zusätzliche End-of-Day-Kursdaten erst nach dem Basispaket bestellbar sind. Bei Realtime empfiehlt Lenz + Partner selbst den Datenfeed-Global als Einstieg. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Pakete, die vollständige Liste umfasst über 30 Positionen.
| Datenpaket | Inhalt | Preis pro Monat |
|---|---|---|
| Basis-Datenpaket (End-of-Day) | deutsche Aktien, Indizes, Rohstoffe, ETFs, Devisen | 28,80 € |
| Premium (End-of-Day) | alle End-of-Day-Pakete zusammen | 118,80 € |
| US-Aktien (End-of-Day) | NYSE, NYSE MKT, NASDAQ, OTC | 31,12 € |
| Datenfeed-Global (Realtime) | Tradegate, Lang & Schwarz, CBOE Europe, Devisen, Rohstoffe | 29,00 € |
| Deutsche Börse Realtime | Xetra und Frankfurt, Level 1 | 25,00 € |
| EUREX Realtime | Futures und Optionen, Level 1 | 25,00 € |
| US-Aktienbörsen Realtime | NASDAQ, NYSE, NYSE American, OTC, CBOE US | 25,00 € |
Realtime-Feeds unterscheiden Level 1 und Level 2. Level 1 liefert den letzten Kurs samt bestem Geld- und Briefkurs, Level 2 zusätzlich die Tiefe des Orderbuchs. Für die Deutsche Börse kostet Level 2 statt 25 € dann 39 €, an der Eurex 35 € statt 25 €.
Die realistische Monatsrechnung
Zwei typische Konstellationen, gerechnet aus den Listenpreisen von tai-pan.de. Wer End-of-Day mietet und das Basispaket bucht, zahlt 19 € plus 28,80 € und damit 47,80 € im Monat. Wer Realtime mit dem empfohlenen Datenfeed-Global nutzt, zahlt 25 € plus 29 € und damit 54 € im Monat. Wer stattdessen Xetra-Kurse in Echtzeit will, landet mit dem Deutsche-Börse-Feed bei 50 € im Monat.

Historische Daten und Nachrichten kosten extra. Tickdaten über drei Jahre schlagen mit 39 € im Monat zu Buche, die volle Historie seit 2002 nur auf Anfrage. Periodendaten über fünf Jahre kosten 19 €, seit 2002 ebenfalls 39 €. Für Nachrichten verlangt der Anbieter 70 € (Dow Jones) beziehungsweise 78 € (dpa-AFX ProFeed) im Monat. Wer technische Analyse mit langen Backtests betreibt, sollte diesen Posten vorher einplanen.
Dazu kommen optionale Handelsstrategien als Plugin. Die Trading-Add-ons stammen von externen Entwicklern und kosten zwischen 179 € und 499 € im Kauf oder 19 € bis 39 € im Monat zur Miete. Beispiele sind der Goersch Trend (299 €), die COT Masterclass (499 €) und Mikes Reversal Patterns (259 €). Notwendig ist davon nichts, die Software funktioniert ohne diese Plugins vollständig.
Alle Preise sind Listenpreise von tai-pan.de, abgerufen am 21. August 2026. Der Anbieter weist sie ohne Umsatzsteuerangabe aus.
Welche Tools stehen zur Verfügung?
Tai-Pan deckt die klassische Werkzeugkiste eines Analyseprogramms ab. Chart, Filter, Alarme und Fundamentaldaten stecken in beiden Versionen. Auffällig ist die Breite: Der Anbieter kombiniert technische und fundamentale Auswertung in einer Oberfläche, was bei reinen Chartprogrammen selten ist.
- Chartanalyse: gleitende Durchschnitte, gängige Indikatoren, verschiedene Chartarten und Zeichenwerkzeuge für die Chartanalyse.
- Filter und Suchkriterien: eine Bibliothek fertiger Filter, die du nach eigener Strategie anpassen kannst. Beispiele sind Aktien im Aufwärtstrend oder bestimmte Chartmuster.
- Strategie-Center: ein Baukasten für eigene Regelwerke, ergänzt um fertige Handelsstrategien externer Entwickler als kostenpflichtige Add-ons.
- Fundamentalanalyse: EBIT, EBIT-Marge, Umsatz, Gewinn und Cashflow über zehn Jahre. Für die Fundamentalanalyse ist das eine brauchbare Grundlage.
- Alarme und Überwachung: Meldungen per E-Mail, SMS, WhatsApp oder Telegram, wenn ein Kurs eine Marke erreicht. Der Server läuft weiter, auch wenn dein Rechner aus ist.
- Saisonalität: ein Modul, das wiederkehrende Verlaufsmuster in Aktien, Rohstoffen und Indizes sichtbar macht. Es entstand nach Anbieterangaben zusammen mit dem Analysten Thomas Bopp.
Die Alarmfunktion ist der praktisch stärkste Punkt der Liste. Ein Limit-Server, der unabhängig vom eigenen Rechner läuft, ist bei Analysesoftware für Privatanleger keine Selbstverständlichkeit. Wer berufstätig ist und nicht dauerhaft vor dem Chart sitzt, gewinnt damit echte Zeit.
Eine Einschränkung gehört dazu: Tai-Pan ist ein Analyseprogramm, keine Handelsplattform. Orders schickst du weiter über deinen Broker, und eine Anbindung an dessen Ordermaske gehört nicht zum Funktionsumfang. Wer aus dem Chart heraus handeln will, braucht zusätzlich eine Daytrading-Software.
Für die End-of-Day-Version gibt es Erweiterungen von Drittanbietern. Martin Goersch bietet ein Goersch Trend PlugIn für Tai-Pan an, das seinen Trendfilter in die Oberfläche einbindet. Preise und Einordnung stehen in unserem Test zu Martin Goersch und seinen Indikatoren.
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Wie ist das Kursdatenangebot in der Tai-Pan Börsensoftware?
Die Kursdaten sind das eigentliche Produkt des Hauses, und das merkt man am Umfang. Tai-Pan bezieht sie aus der eigenen Datenbank von Lenz + Partner. Abgedeckt sind Aktien, Indizes, Rohstoffe, Futures, Optionen, Anleihen, Fonds, Devisen, ETFs, Optionsscheine, Zertifikate und Kryptowährungen.
- Börsenplätze: Deutsche Börse, NYSE, NASDAQ, Euronext, die deutschen Regionalbörsen und weitere internationale Handelsplätze.
- Außerbörslich: Lang & Schwarz, Tradegate und gettex, also die Plätze, über die Privatanleger in Deutschland tatsächlich handeln.
- Terminbörsen: EUREX, CME und CBOT für Futures- und Optionskurse.
- Historie: Tickdaten ab 2002 und Tagesdaten ab 1987, nutzbar über die COM- und .NET-Schnittstelle für Backtests.
- Zusatzdaten: Commitments-of-Traders-Berichte der CFTC, volkswirtschaftliche Zeitreihen und Fundamentaldaten.
- Symbolzahl: unbegrenzt, du kannst also beliebig viele Werte gleichzeitig darstellen.
Bei den Fremddaten lohnt der Blick auf die Herkunft. Die Devisenkurse stammen nach Anbieterangaben von Dukascopy und FXCM, die Rohstoffpreise von Infront und Société Générale, die Fondspreise vom Infront Fonds Service. Das ist transparenter als bei vielen Wettbewerbern, die ihre Quellen gar nicht nennen.
Die Tagesdaten ab 1987 sind das stärkste Argument dieser Sektion. Wer eine Strategie über mehrere Marktzyklen prüfen will, braucht genau solche Historien, und die bekommt man bei Gratisquellen praktisch nie in verlässlicher Qualität. Für einen ernsthaften Aktienscreener-Einsatz ist die Datentiefe wichtiger als jede Oberfläche.
Welche Datenfeeds und Schnittstellen bietet Tai-Pan?
Hier liegt der Teil des Angebots, den die meisten Tests übersehen. Lenz + Partner verkauft seine Kursdaten nicht nur für die eigene Software, sondern als eigenständiges Produkt für fremde Programme. Auf der Startseite listet der Anbieter für jeden dieser Feeds eine eigene Preisseite.
Diese Programme werden mit eigenen Datenfeeds bedient (Stand 21. August 2026): AgenaTrader, NinjaTrader, TraderFox, ATAS, Wealth-Lab, AmiBroker, MetaStock, Investox, Quantower, TradesScanner, sino, ELWAVE, Shareholder, VisionExpert, WallStreetPro, Optiemaat und iRetriever. Für jedes dieser Programme führt der Anbieter eine eigene Preisseite.
Dazu kommt eine eigene Programmierschnittstelle. Die TAI-PAN .NET API hat auf der Anbieterseite eine eigene Produkt- und Preisseite. Sie richtet sich an Nutzer, die Kursdaten direkt in eigene Auswertungen oder Skripte ziehen wollen, statt sie in einer fertigen Oberfläche anzusehen.
Praktisch heißt das: Du bist nicht an die Tai-Pan-Oberfläche gebunden. Wenn dir das Programm nicht liegt, du aber mit der Datenqualität zufrieden bist, nimmst du das Abo mit zu NinjaTrader oder AgenaTrader. Diese Beweglichkeit ist ein echtes Argument, und sie fehlt bei Anbietern, die Software und Daten fest verkoppeln.
Wie kannst du Tai-Pan testen?
Beide Versionen lassen sich vor dem Kauf ausprobieren, allerdings zu unterschiedlichen Bedingungen. Für TAI-PAN End-of-Day gibt es eine Demo-Version über 30 Tage, die nach Ablauf automatisch endet. Eine Kündigung ist nicht nötig, es entsteht kein Abo.
TAI-PAN Realtime läuft anders. Der Anbieter bewirbt den Zugang auf der Produktseite als Test für 1 €. Daneben läuft weiterhin eine Kampagnenseite, die vier Wochen kostenlos anbietet, gekoppelt an eine E-Mail-Produkttour. Beide Angebote existieren parallel, die Konditionen unterscheiden sich also je nach Einstiegspunkt.
Vor dem Test lohnt eine klare Frage an dich selbst. Eine Testphase von 30 Tagen reicht nicht, um eine Strategie zu bewerten, aber sie reicht, um zwei Dinge zu prüfen: Findest du dich in der Oberfläche zurecht, und liefert der Datenumfang die Märkte, die du wirklich handelst. Alles Weitere entscheidet sich erst im Dauerbetrieb.
Achte darauf, welche Daten im Test enthalten sind. Die Software ist ohne Kursdaten wertlos, und die Datenpakete sind der größere Kostenblock. Wer im Test nur das Basispaket sieht, kann die späteren Realtime-Kosten nicht beurteilen.
Gibt es eine Tai-Pan App?
Es gibt eine App, aber sie ist seit zehn Jahren unverändert. Im App Store steht Tai-Pan Realtime von der Lenz + Partner GmbH kostenlos zum Download. Die letzte Aktualisierung stammt laut Apple vom 16. Juni 2016, die Version trägt die Nummer 1.1.1.0. Geprüft habe ich das über die Suchschnittstelle des App Store am 21. August 2026.
Eine Android-App gibt es nicht. Im Google Play Store ist unter dem Namen Tai-Pan oder Lenz + Partner keine Anwendung des Anbieters auffindbar. Auch die frühere Windows-Phone-Fassung ist gegenstandslos: Microsoft hat den Support für Windows 10 Mobile im Januar 2020 beendet.
Für die Praxis heißt das: Plane die App nicht als Bestandteil deines Setups ein. Sie zeigt Watchlisten und Kursverläufe auf iPhone und iPad, aber eine Anwendung ohne Update seit 2016 ist kein Argument für oder gegen die Software. Wer mobil auf Kurse schauen will, ist mit der App seines Brokers besser bedient.
Was kannst du bei einer Störung von Tai-Pan tun?
Der Anbieter führt eine eigene Statusseite, und das ist der erste Anlaufpunkt. Unter Systemstatus meldet Lenz + Partner Ausfälle und geplante Wartungen. Kommen keine Kurse an, siehst du dort, ob das Problem beim Anbieter liegt oder an deinem Rechner.
Danach hilft die Fehlerdatenbank. Das FAQ sammelt die häufigsten Fehlermeldungen und Störungen samt Lösungsweg. Für Verbindungsprobleme bietet der Anbieter zusätzlich eine Fernwartung per TeamViewer an.
Den Support erreichst du telefonisch, aber nicht ganztägig. Die Hotline unter +49 231 9153-350 ist montags und mittwochs von 8:30 bis 17:00 Uhr besetzt, dienstags und donnerstags nur bis 14:00 Uhr, freitags bis 16:00 Uhr. Der Vertrieb hat unter -300 längere Zeiten. Wer abends oder am Wochenende ein Problem hat, wartet bis zum nächsten Werktag.
Persönlicher Kontakt ist erkennbar Teil des Angebots. Der Anbieter wirbt mit einem Rückrufservice und einer Telefonhotline ohne Sprachcomputer. Im Google-Unternehmensprofil steht die Firma bei 4,4 von 5 Sternen, allerdings aus nur sieben Bewertungen. Diese Zahl trägt keine belastbare Aussage, sie ist zu klein.
Blog, Schulungen und Akademie
Zum Angebot gehört ein Blog mit Chartanalysen, Strategien und Grundlagenbeiträgen. Der Tai-Pan Blog erscheint regelmäßig und ist frei zugänglich. Dazu kommen kostenlose E-Books und die Reihe TAI-PAN Inside.
Kostenpflichtige Schulungen laufen über die Akademie. Im Shop steht die TAI-PAN Akademie mit Schulungen, Webinaren, Büchern und Videos. Für beide Programme gibt es zusätzlich eine Intensiv-Schulung, deren Preis der Anbieter nur auf Anfrage nennt. Wer Trading erst lernen will, ist damit nicht bedient: Das Angebot erklärt die Software, nicht den Markt.
Vorteile und Nachteile der Tai-Pan Börsensoftware
Tai-Pan hat klare Stärken bei den Daten und ebenso klare Schwächen bei allem, was drumherum liegt. Die folgende Gegenüberstellung fasst zusammen, was aus den geprüften Preisseiten, der Produktdokumentation und den App-Stores hervorgeht.
Vorteile der Tai-Pan Börsensoftware
- Tiefe Historie: Tagesdaten ab 1987 und Tickdaten ab 2002 sind für Backtests über mehrere Marktzyklen brauchbar.
- Daten sind übertragbar: Dasselbe Abo versorgt auch NinjaTrader, AgenaTrader, MetaStock oder ATAS. Ein Softwarewechsel kostet dich nicht die Datenquelle.
- Modulare Preise: Du buchst nur die Börsenplätze, die du wirklich brauchst, statt ein Komplettpaket zu bezahlen.
- Serverseitige Alarme: Benachrichtigungen per E-Mail, SMS, WhatsApp oder Telegram laufen weiter, auch wenn dein Rechner aus ist.
- Deutscher Anbieter mit Telefonsupport: Firmensitz, Handelsregister und Hotline sind nachprüfbar, der Support spricht Deutsch.
Nachteile der Tai-Pan Börsensoftware
- Gesamtkosten sind unübersichtlich: Der genannte Softwarepreis ist ohne Datenfeed nutzlos, und der Feed kostet mehr als die Software.
- Nur Windows: Es gibt keine Mac-Version und keine Web-Oberfläche.
- Mobile praktisch abgehängt: Die iOS-App wurde zuletzt 2016 aktualisiert, eine Android-App fehlt ganz.
- Keine Handelsanbindung: Orders schickst du weiter über deinen Broker, aus dem Chart heraus handeln geht nicht.
- Eingeschränkte Supportzeiten: Die Hotline ist an zwei Wochentagen nur bis 14:00 Uhr besetzt, abends und am Wochenende gar nicht.
Für wen lohnt sich Tai-Pan und für wen nicht?
Die Software passt zu einer bestimmten Arbeitsweise, und die sollte man vorher kennen. Tai-Pan ist stark, wenn du systematisch Wertpapiere durchsuchst und mit langen Datenreihen arbeitest. Sie ist schwach, wenn du schnell und mobil unterwegs sein willst.
- Passt gut zu Swing- und Positionstradern: Wer abends analysiert und tagsüber nicht am Rechner sitzt, braucht keine Realtime-Feeds und zahlt entsprechend wenig.
- Passt gut zu systematischen Anlegern: Filterbibliothek, Fundamentaldaten und lange Historien sind genau die Kombination, die ein regelbasierter Ansatz braucht.
- Passt gut zu Nutzern fremder Software: Wer NinjaTrader oder AgenaTrader bereits nutzt, kann allein den Datenfeed buchen und die Oberfläche links liegen lassen.
- Passt schlecht zu Einsteigern: Rund 48 € im Monat sind viel Geld, solange noch keine Strategie steht. In dieser Phase reicht ein kostenloses Chartprogramm.
- Passt schlecht zu Daytradern mit Orderanbindung: Ohne Handelsfunktion brauchst du ein zweites Programm, und dann stellt sich die Kostenfrage neu.
Welche Alternativen gibt es?
Es gibt drei sinnvolle Vergleichsrichtungen, je nachdem was dir an Tai-Pan fehlt. Fehlt dir die Plattformunabhängigkeit, sind webbasierte Chartprogramme die naheliegende Antwort. Fehlt dir die Orderanbindung, führt der Weg zu einer echten Handelsplattform. Fehlt dir der deutsche Datenfokus, wird es schnell teurer.
Für den direkten Vergleich lohnt der Blick in unsere Übersicht. Dort stehen rund 60 Programme nebeneinander, von kostenlosen Chartlösungen bis zu professionellen Orderflow-Werkzeugen. Wer eine reine Screening-Lösung sucht, findet in der Liste der Börsenportale zusätzlich kostenlose Einstiegsmöglichkeiten.
Mein Fazit zur Tai-Pan Börsensoftware
Tai-Pan ist heute in erster Linie ein Datenprodukt, und daran sollte man es messen. Die Kursdatenbank mit Historien ab 1987 ist der eigentliche Wert, und sie ist auch dann noch nützlich, wenn dir die Oberfläche nicht gefällt. Genau das macht der Anbieter inzwischen selbst zum Geschäft: Rund 15 fremde Programme lassen sich mit denselben Daten versorgen.
Die Software drumherum wirkt gepflegt, aber nicht mehr im Zentrum. Ein Analyseprogramm ohne Mac-Version, ohne Weboberfläche und mit einer App auf dem Stand von 2016 ist 2026 kein modernes Werkzeug mehr. Für den Arbeitsplatz am Windows-Rechner ist das verkraftbar, für alles andere nicht.
Ich halte den Preis für angemessen, solange man ehrlich rechnet. Rund 48 € im Monat für End-of-Day mit Basisdaten sind für einen deutschen Anbieter mit Telefonsupport in Ordnung. Ärgerlich finde ich, dass die Software-Preise so prominent stehen und der größere Datenposten erst weiter unten auftaucht. Wer nur die 19 € liest, plant falsch.
Meine Empfehlung fällt zweigeteilt aus. Arbeitest du nach Börsenschluss und suchst systematisch nach Kandidaten, ist Tai-Pan End-of-Day eine ernsthafte Option. Willst du intraday handeln, sitzt du am Ende mit zwei Programmen da, und dann würde ich die Entscheidung von der Handelsplattform her aufziehen, nicht von der Analysesoftware. Nutze in beiden Fällen die Testphase, und prüfe dabei zuerst die Datenpakete, nicht die Chartoptik.
Häufige Fragen zur Tai-Pan Börsensoftware
Was ist Tai-Pan?
Tai-Pan ist eine Analysesoftware für Windows von der Lenz + Partner GmbH aus Dortmund. Es gibt sie als End-of-Day-Version für Analysen nach Börsenschluss und als Realtime-Version mit Kursen während der Handelszeit. Der Funktionsumfang ist in beiden Fassungen gleich, der Unterschied liegt in den Kursdaten.
Was kostet Tai-Pan im Monat?
Die Miete für TAI-PAN End-of-Day kostet 19 € im Monat, TAI-PAN Realtime 25 € im Monat. Dazu kommen die Kursdaten: Das Basispaket für End-of-Day liegt bei 28,80 €, der empfohlene Datenfeed-Global für Realtime bei 29 €. In der Summe zahlst du also rund 47,80 € bis 54 € im Monat (Stand August 2026).
Was ist der Unterschied zwischen TAI-PAN End-of-Day und TAI-PAN Realtime?
Der Unterschied liegt allein in der Aktualität der Kurse. End-of-Day arbeitet mit den Schlusskursen eines Handelstages und passt zu Swing-Tradern und Investoren. Realtime liefert tickgenaue Kurse während der Handelszeit und ist für Daytrader gedacht. Die Realtime-Datenfeeds kosten deutlich mehr.
Kann ich Tai-Pan kostenlos testen?
TAI-PAN End-of-Day gibt es 30 Tage lang als kostenlose Demo-Version. Sie läuft automatisch aus, eine Kündigung ist nicht nötig. Für TAI-PAN Realtime bewirbt der Anbieter auf der Produktseite einen Test für 1 €, parallel läuft eine Kampagnenseite mit vier Wochen kostenlos.
Wer steckt hinter Tai-Pan?
Hinter Tai-Pan steht die Lenz + Partner GmbH aus Dortmund, geführt von Dirk Albrecht. Die Firma ist unter HRB 28470 beim Amtsgericht Dortmund eingetragen und gehört nach eigener Angabe seit 2018 zur Infront-Gruppe. Sie firmiert weiterhin als eigenständige GmbH.
Kann ich Tai-Pan Datenfeeds in NinjaTrader oder AgenaTrader nutzen?
Ja, Lenz + Partner verkauft eigene Datenfeeds für rund 15 fremde Programme. Dazu gehören NinjaTrader, AgenaTrader, TraderFox, ATAS, MetaStock, AmiBroker, Investox, Quantower und Wealth-Lab. Für jedes Programm gibt es eine eigene Preisseite beim Anbieter.
Gibt es Tai-Pan für Mac?
Nein, Tai-Pan läuft ausschließlich unter Windows. Der Anbieter beschreibt End-of-Day ausdrücklich als Börsensoftware für Windows, eine native Mac-Version gibt es nicht. Auf einem Mac brauchst du eine Virtualisierung oder ein Windows-System.
Wer keine Windows-Installation will, hat eine Browser-Alternative. Der Trading-Desk von TraderFox läuft komplett im Browser und liefert Realtimekurse ohne Grundgebühr.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading. Er handelt seit 1978 diskretionär nach Price Action und arbeitet vor allem in Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten. Systeme und Automaten beurteilt er als Praktiker von außen, nicht als Entwickler.
Seine Arbeit hat die deutschsprachige Trading-Literatur mitgeprägt. Ende der 1980er übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte sowie verlegte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Für einen Softwaretest bringt er die Perspektive des langjährigen Anwenders mit. Karsten hat über vier Jahrzehnte mit Chartsoftware gearbeitet, von Papiercharts bis zu heutigen Plattformen, und kennt den Unterschied zwischen einer beeindruckenden Funktionsliste und den wenigen Werkzeugen, die im Handelsalltag wirklich benutzt werden.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.











