Wenn du Handelssysteme selbst entwickeln und testen willst, landest du in Deutschland schnell bei Investox. Die Software läuft ausschließlich unter Windows, wird seit 1991 von einem Münchner Entwickler gepflegt und kostet je nach Paket zwischen einem mittleren dreistelligen und einem hohen vierstelligen Betrag. Damit gehört sie zu den teuersten Analyseprogrammen im deutschsprachigen Raum.
Dieser Test zeigt dir, was in den drei Paketen steckt, welche Kosten wirklich anfallen und wo die Grenzen des Programms liegen. Wir haben die Preise am Bestellsystem des Anbieters geprüft, den Versionsverlauf ausgewertet und die Angaben auf den Herstellerseiten gegeneinander gehalten. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Investox: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Was es ist: Eine Windows-Software für Chartanalyse, Backtesting und automatisiertes Ordern. Der Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung eigener Handelssysteme, nicht auf dem schnellen Klick-Trading.
- Was es kostet: Das Basis-Paket kostet 999 Euro einmalig oder 50 Euro im Monat, das Profi-Komplett-Paket 2.980 Euro oder 130 Euro im Monat. Bei der Miete werden drei Monate im Voraus fällig, beim Basis-Paket also 150 Euro.
- Wer dahintersteht: Die Knöpfel Software GmbH aus München, geführt von Andreas Knöpfel, eingetragen beim Amtsgericht München unter HRB 177254.
- Aktueller Stand: Die Hauptversion 7 läuft seit Dezember 2014. Das jüngste Serviceupdate trägt die Nummer 7.6.23 und stammt vom 19. Mai 2026.
- Keine Daten dabei: Kurse liefert Investox nicht mit. Sie kommen von Tai-Pan, Morningstar, sino MX-PRO oder direkt vom Broker und kosten extra.
- Keine App, kein Mac: Es gibt keine mobile Anwendung und keine Weboberfläche. Ohne Windows läuft das Programm nur über eine Virtualisierung.
- Kopierschutz: Die Lizenz hängt an einem USB-Dongle, der per Post verschickt wird, oder an einer Online-Lizenz, die regelmäßig im Internet nachfragt.
Was ist die Investox Börsensoftware?
Investox ist eine Windows-Software, mit der Trader eigene Handelssysteme entwickeln, an historischen Kursen testen und anschließend automatisiert an den Markt schicken können.
Der Unterschied zu einer klassischen Chartplattform liegt im Schwerpunkt. Programme wie TradingView sind darauf ausgelegt, Kurse anzuzeigen und Linien zu zeichnen. Investox ist darauf ausgelegt, eine Regel zu formulieren, sie über Jahre an Kursdaten durchzurechnen und zu messen, was dabei herausgekommen wäre. Die Chartmuster-Analyse ist dabei nur ein möglicher Baustein unter vielen.
Das Programm arbeitet mit einer eigenen Formelsprache. Der Hersteller betont, dass die meisten Anwender keine Programmierer sind und sich fast alles über Dialogfenster einstellen lässt. Wer schneller tippt als klickt, kann den Code auch direkt eingeben. Für ernsthafte Systementwicklung kommst du trotzdem nicht an der Einarbeitung vorbei.
Investox ist plattformunabhängig in der Datenfrage. Kursdaten bringt das Programm nicht mit, sie werden von außen angebunden. Dasselbe gilt für die Orderausführung: Investox ist kein Broker, sondern spricht über Schnittstellen mit Interactive Brokers, LYNX und weiteren Anbietern.

Das Bild oben stammt vom Hersteller und ist erkennbar einige Jahre alt. Es gibt aber die Arbeitsweise korrekt wieder: Investox ist auf große Bildschirmflächen ausgelegt, weil Titelverwaltung, Chart, Signalspalten und Systemergebnisse gleichzeitig sichtbar sein sollen.
Wer steht hinter Investox?
Investox kommt von der Knöpfel Software GmbH in München. Geschäftsführer ist Andreas Knöpfel, das Unternehmen ist beim Amtsgericht München unter der Nummer HRB 177254 eingetragen und führt die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer DE264319446.
Die Firma schreibt auf ihrer Kontaktseite, sie entwickle seit 1991 Software für neuronale Netze und verwandte Verfahren. Das ist für die Einordnung wichtig: Investox ist kein Startup-Produkt, sondern ein über Jahrzehnte gewachsenes Programm eines kleinen Entwicklerteams. Ein Teil der Funktionen geht laut Anbieter auf Anregungen von Anwendern zurück.
Die Anschrift hat sich geändert. Das Impressum nennt seit September 2026 die Ainmillerstraße 11 im Rückgebäude, 80801 München. Ältere Quellen, darunter der Unternehmenseintrag bei Google, führen weiterhin die Beichstraße 1. Wer Post schickt, sollte die aktuelle Adresse verwenden.
Ein Punkt spricht für die Seriosität des Anbieters, und er ist in dieser Branche selten. Auf die Frage nach der Trefferquote antwortet der Hersteller auf seiner eigenen Seite, es wäre nicht seriös, dazu eine Prozentzahl zu nennen, weil das Ergebnis an der Strategie hänge und nicht am Programm. Renditeversprechen gibt es auf investox.de nicht.
Investox Version 7: Wie aktuell ist die Software?
Auf der Startseite bewirbt der Hersteller Version 7 mit globaler Datenfeed-Simulation, News-Trading und weiteren Funktionen. Das klingt nach einer Neuerscheinung. Der Versionsverlauf auf derselben Website sagt etwas anderes.
Die erste Version 7.1.0 erschien am 14. Dezember 2014. Seither hat der Hersteller 29 Serviceupdates innerhalb dieser Hauptversion veröffentlicht, das jüngste am 19. Mai 2026 mit der Nummer 7.6.23. Version 7 ist also keine Neuheit, sondern eine seit über elf Jahren gepflegte Programmlinie.
Das ist keine Kritik an der Stabilität, sondern eine Information für deine Kaufentscheidung. Wenn du 999 Euro für eine Kaufversion ausgibst, willst du wissen, wie oft ein kostenpflichtiger Versionssprung ansteht. Bei Investox ist dieser Abstand sehr lang, dafür sind die laufenden Serviceupdates im Kaufpreis enthalten.
Der Inhalt der letzten Updates verdient einen zweiten Blick. Die beiden jüngsten Versionen 7.6.22 und 7.6.23 bestehen jeweils aus einer einzigen Zeile: der Anpassung an eine neue Schnittstellen-Version von Interactive Brokers. Die letzte Aktualisierung mit echten neuen Funktionen war 7.6.21 vom 4. Juni 2025.
| Zeitraum | Updates | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| 2014 bis 2016 | 8 | Aufbau |
| 2017 bis 2020 | 7 | stetig |
| 2021 bis 2023 | 6 | Funktionen |
| 2024 bis 2026 | 8 | Schnittstellen |
Die Zahlen stammen aus der Update-Liste des Herstellers und wurden am 17. September 2026 ausgezählt. Das Ergebnis ist ein Programm, das gepflegt wird, dessen Funktionsentwicklung sich aber deutlich verlangsamt hat.
Eine Randnotiz zur Produktfamilie: Neben der Profiversion XL gab es lange die abgespeckte Standardversion ST. Sie ist seit dem 31. März 2021 nicht mehr erhältlich. Die Anbieter-FAQ empfiehlt an einer Stelle bis heute, sich zwischen ST und XL zu entscheiden. Das ist überholt, für Neukunden gibt es nur noch XL in drei Paketen.
Welche Tools stehen zur Verfügung?
Investox besteht aus einem Grundprogramm und Zusatzmodulen. Das Grundprogramm heißt Investox XL und enthält Titelverwaltung, Chart, Formelsprache, Handelssysteme und Optimierung. Alles Weitere wird dazugekauft oder kommt über eines der Pakete.
- Analyse Plus: Erweitert die Auswertung um Kursmusteranalyse, Robustheitstest und Farbstudien. Der Robustheitstest prüft, ob ein System auch bei leicht veränderten Einstellungen noch funktioniert.
- Order Plus: Setzt Signale in Orders um, von manuell bis vollautomatisch, und verwaltet offene Positionen samt Stop-Loss-Absicherung. Enthält einen virtuellen Broker für Papertrading.
- Markt Plus: Bringt Marktmikrostruktur ins Programm. Dazu gehören Price-Level-Histogramme, das Verhältnis von Bid- und Ask-Volumen sowie der Blick ins Orderbuch mit Level-2-Daten.
- Neuro Plus: Bindet neuronale Verfahren direkt in die Regeln eines Handelssystems ein, inklusive Walk-Forward-Optimierung und Variablen-Trimmer.
- Realtimetool RTT: Zeichnet Tickdaten auf und baut daraus eigene Intraday-Historien. Ohne dieses Modul lässt sich ein Intraday-System nicht sinnvoll testen.
- Konto-Server, Anwenderbroker und C2-Schnittstelle: Ergänzungen zu Order Plus. Der Anwenderbroker ist eine Programmierschnittstelle für eigene Broker-Anbindungen und bringt ein Beispiel für MetaTrader mit.
Der Marktscanner gehört zum Grundprogramm und sucht Wertpapiere nach definierten Kriterien heraus, etwa Aktien in einem Aufwärtstrend oder mit einem bestimmten Indikatorsignal. Wer damit systematisch arbeitet, findet in unserem Überblick zu Werkzeugen der technischen Analyse die Einordnung gegenüber anderen Programmen. Fertige Trading-Signale liefert Investox dagegen nicht, die Regeln kommen vom Anwender.

Die Abbildung zeigt die typische Aufteilung: Indikator oben, Kursverlauf unten, beides in einem gemeinsamen Zeitraster. Sie ist zugleich ein ehrlicher Hinweis auf das Alter der Oberfläche. Wer eine moderne Optik erwartet, wie sie TradingView bietet, bekommst du sie hier nicht.
Wie unterscheiden sich die Pakete von Investox?
Der Hersteller verkauft drei Pakete. Sie unterscheiden sich nicht in der Bedienung, sondern darin, welche Zusatzmodule freigeschaltet sind. Ein Wechsel nach oben ist jederzeit gegen Aufpreis möglich.
| Paket | Module | Für wen |
|---|---|---|
| Basis | XL, Analyse Plus | Swing- und Positionstrading |
| Intraday | Basis plus Order Plus, RTT | Intraday mit Orderautomatik |
| Profi-Komplett | alle Module | Portfolios und neuronale Verfahren |
Im Profi-Komplett-Paket stecken über die Basis hinaus Markt Plus, Neuro Plus, der Konto-Server, der Anwenderbroker und die Schnittstelle zu Collective2. Das Intraday-Paket enthält davon nur Order Plus und das Realtimetool.
Für Swing-Trades und langfristige Positionen reicht das Basis-Paket, weil dort Tagesdaten genügen. Wer Daytrading betreibt, braucht zwingend das Intraday-Paket: Ohne das Realtimetool gibt es keine Intraday-Historie, und ohne Historie lässt sich kein Intraday-System testen.

Die Herstellertabelle deckt sich mit den Angaben im Bestellsystem. Eine Abweichung ist uns aufgefallen: Das Profi-Komplett-Paket enthält laut Shop auch Konto-Server, Anwenderbroker und die Collective2-Schnittstelle, drei Module, die einzeln zusammen 770 Euro kosten würden.
Was kostet Investox?
Investox lässt sich kaufen oder mieten. Beim Kauf gehört die Lizenz dauerhaft dem Anwender, bei der Miete läuft sie weiter, solange gezahlt wird. Die folgenden Preise stammen aus dem Bestellsystem des Anbieters und wurden am 17. September 2026 geprüft. Alle Beträge verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer.
| Paket | Kauf einmalig | Miete pro Monat |
|---|---|---|
| Basis-Paket | 999 Euro | 50 Euro |
| Intraday-Paket | 1.590 Euro | 80 Euro |
| Profi-Komplett-Paket | 2.980 Euro | 130 Euro |
Bei der Miete steht im Warenkorb nicht der Monatspreis. Das Bestellsystem bucht drei Monate im Voraus, also 150 Euro beim Basis-Paket, 240 Euro beim Intraday-Paket und 390 Euro beim Profi-Komplett-Paket. Der Anbieter nennt das in der Produktbeschreibung offen: Die Vertragslaufzeit beträgt drei Monate, danach ist monatlich kündbar, sonst verlängert sich der Vertrag automatisch.
Der wichtigste Unterschied zwischen beiden Wegen steckt nicht im Preis, sondern in den Updates. In der Miete sind sie enthalten. Beim Kauf gilt das nur für Serviceupdates der eigenen Version. Ein Sprung auf eine neue Hauptversion kostet extra, aktuell ab 390 Euro für das Update auf Investox XL 7.
Rein rechnerisch lohnt der Kauf ab etwa 20 Monaten. Beim Basis-Paket entsprechen 999 Euro fast genau 20 Monatsraten, beim Intraday-Paket knapp 20 und beim Profi-Komplett-Paket rund 23. Wenn du länger als zwei Jahre mit dem Programm arbeitest, fährst du mit dem Kauf günstiger, selbst wenn irgendwann ein Versionsupdate dazukommt. Die Grafik darunter zeigt beide Wege für das Basis-Paket über drei Jahre, samt der Vorkasse am Anfang.

Was die einzelnen Module kosten
Wer klein anfängt und später erweitert, zahlt jedes Modul einzeln. Die Preise sind im Shop hinterlegt und erklären, warum die Pakete deutlich günstiger sind als der Einzelkauf.
| Modul | Preis | Ergänzung zu |
|---|---|---|
| Analyse Plus | 480 Euro | Investox XL |
| Markt Plus | 480 Euro | Investox XL |
| Order Plus | 480 Euro | Investox XL |
| Neuro Plus | 680 Euro | Investox XL |
| Konto-Server | 390 Euro | Order Plus |
| Anwenderbroker | 190 Euro | Order Plus |
| Collective2-Schnittstelle | 190 Euro | Order Plus |
| Realtimetool Standard | ab 120 Euro | eigenständig |
Ein Rechenbeispiel macht den Paketvorteil sichtbar. Wenn du das Basis-Paket für 999 Euro kaufst und anschließend Order Plus, Markt Plus, Neuro Plus, Konto-Server, Anwenderbroker und die C2-Schnittstelle einzeln dazunimmst, landest du bei 3.409 Euro, ohne das Realtimetool. Das Profi-Komplett-Paket enthält all das für 2.980 Euro.
Zwei Posten fehlen in jeder dieser Rechnungen. Erstens die Kursdaten, die Investox nicht mitliefert und die je nach Anbieter monatlich zu Buche schlagen. Zweitens die Versandkosten für den Dongle: innerhalb Deutschlands kostenlos, in andere EU-Länder und die Schweiz 25 Euro. Wie schnell die Datenkosten die Softwarekosten übersteigen, hängt allein vom gewählten Feed ab.
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Welche Datenlieferanten lassen sich anbinden?
Investox bringt keine Kursdaten mit. Das ist kein Mangel, sondern das Konzept: Der Anwender wählt seinen Datenanbieter selbst und kann auch mehrere parallel betreiben. Investox holt die Daten dann automatisch ab, sobald der Speicherort einmal hinterlegt ist.
Daten auf Tagesbasis
Für End-of-Day-Daten liest Investox die Bestände gängiger Börsendatenprogramme ein, im deutschsprachigen Raum vor allem Tai-Pan und MetaStock. Der Tai-Pan-Anbieter wirbt dabei mit Sonderkonditionen für Neukunden, die Investox einsetzen.
Auch einfache Textdateien im CSV- oder TXT-Format lassen sich einbinden. Für die ersten Schritte reichen damit kostenlose Kursreihen, etwa von Yahoo. Der Hersteller empfiehlt allerdings ausdrücklich, auf einen professionellen Datenfeed zu wechseln, sobald die Signale wirklich gehandelt werden.
Daten im Sekundentakt
Für Intraday-Daten nennt der Hersteller Tai-Pan Realtime, Morningstar und sino MX-PRO. Dazu kommen die Broker selbst: Interactive Brokers, LYNX und agora direct liefern die Kurse über dieselbe Verbindung, über die auch geordert wird.
Am oberen Ende der Skala stehen die professionellen Datenhäuser CQG, Quotespeed, Quote.com, Reuters und Bloomberg. Zu den großen europäischen Datenhäusern zählt außerdem Infront, aus dem die frühere vwd hervorgegangen ist. Für Futures und Devisen sind diese Feeds der übliche Weg.
Ein technischer Hinweis für Anwender von Interactive Brokers und LYNX: Ab Investox XL 7 und RTT 3 setzt der Hersteller die TWS-API in Version 10.38 voraus. Wer eine ältere Schnittstelle installiert hat, muss sie vor dem Umstieg aktualisieren.
Systemvoraussetzungen und Lizenzmodell
Investox ist ein Windows-Programm, und das ohne Einschränkung. Der Hersteller nennt als Mindestanforderung Windows ab Version 7, einen Prozessor der Klasse Pentium IV mit 2,4 Gigahertz, 2 Gigabyte Arbeitsspeicher und 200 Megabyte freien Festplattenspeicher.
Die letzte Zahl ist irreführend, und der Hersteller sagt es selbst dazu. Wer mit Tickdaten arbeitet, soll mindestens 200 Gigabyte einplanen, also das Tausendfache. Intraday-Historien werden lokal gespeichert, und sie wachsen schnell.
Beim Kopierschutz hat der Anwender die Wahl zwischen zwei Verfahren, und beide haben einen Haken. Der Hardlock-Dongle ist ein USB-Stecker, der per Einschreiben verschickt wird und im Rechner stecken muss. Die Online-Lizenz kommt ohne Hardware aus, fragt dafür aber beim Programmstart und danach im Abstand einiger Stunden über das Internet nach, ob die Lizenz gültig ist.
Für die Praxis heißt das: Ohne Internetverbindung läuft die Online-Lizenz nicht dauerhaft. Wenn du offline arbeiten willst oder musst, nimm den Dongle. Ein Wechsel zwischen beiden Verfahren ist laut Hersteller auf Anfrage möglich.
Ein Detail, das erst im Störungsfall wichtig wird: Die Support-FAQ des Herstellers widmet den Dongle-Fehlermeldungen einen eigenen, langen Abschnitt. Die Hardlock-Treiber müssen vor dem Einstecken installiert sein, und die Installation gehört ausdrücklich nicht in den Windows-Programme-Ordner. Das ist typisch für eine Technik, die aus einer früheren Windows-Generation stammt.
Gibt es eine Investox App?
Nein. Es gibt keine Investox App für Android oder iOS und auch keine Weboberfläche.
Wir haben die komplette Herstellerdomain am 17. September 2026 danach durchsucht. Die Begriffe Android, iOS, App und mobil kommen dort im Zusammenhang mit einem eigenen Produkt kein einziges Mal vor. Auch in den App-Stores existiert kein Eintrag des Anbieters.
Die frühere Fassung dieses Artikels sprach von einer fehlenden App für iOS oder Windows Mobile. Diese Angabe war überholt: Microsoft hat den Support für Windows Mobile im Januar 2020 eingestellt, das System existiert nicht mehr.
Für den Alltag bedeutet das eine klare Einschränkung. Ein laufendes Handelssystem braucht einen eingeschalteten Windows-Rechner. Wenn du Positionen unterwegs überwachen willst, brauchst du dafür die App deines Brokers. Investox kann Signale immerhin per E-Mail verschicken, diese Funktion ist allerdings der XL-Version vorbehalten.
Vorteile und Nachteile von Investox
Investox ist ein Werkzeug für Systementwickler, nicht für Gelegenheitsanleger. Die Stärken liegen in der Tiefe der Auswertung und in der Unabhängigkeit von Daten und Broker. Die Schwächen liegen im Preis, im Alter der Oberfläche und in der Bindung an Windows. Beides gehört nebeneinander.
Vorteile von Investox
- Tiefe Systementwicklung: Optimierung über genetische Algorithmen, Robustheitstest, Walk-Forward-Verfahren und Monte-Carlo-Simulation von Drawdowns sind eingebaut, nicht angeflanscht.
- Keine Datenbindung: Der Anwender wählt seinen Feed selbst, von der kostenlosen CSV-Datei bis zu Bloomberg, und kann mehrere Quellen gleichzeitig betreiben.
- Kauf statt Abo möglich: Die Lizenz gibt es dauerhaft ab 999 Euro. Serviceupdates der eigenen Version sind darin enthalten.
- Durchgehend deutsch: Oberfläche, Handbuch, Online-Hilfe, Support und Forum sind in deutscher Sprache, bei Bedarf antwortet laut Hersteller der Entwickler selbst.
- Ehrliche Anbieterkommunikation: Der Hersteller lehnt es ausdrücklich ab, eine Trefferquote zu nennen, und warnt in der eigenen FAQ vor Überoptimierung.
- Dokumentierte Versionspflege: Jedes Serviceupdate ist mit Datum und Änderungsliste veröffentlicht, zurück bis Version 2. Das ist nachprüfbar und in dieser Branche selten.
Nachteile von Investox
- Hoher Einstiegspreis: 999 Euro für das Basis-Paket sind deutlich mehr als bei den meisten Konkurrenzprodukten, und die Datenkosten kommen obendrauf.
- Drei Monate Vorkasse bei der Miete: Der beworbene Monatspreis von 50 Euro wird beim Bestellen als 150 Euro fällig. Ein echter Monatstest ist damit nicht möglich.
- Nur Windows: Es gibt keine Mac-Version, keine App und keine Weboberfläche. Auf einem Mac läuft das Programm nur über eine Virtualisierung.
- Alte Oberfläche: Das Bedienkonzept stammt erkennbar aus einer früheren Windows-Generation. Wer moderne Optik erwartet, wird enttäuscht.
- Verlangsamte Entwicklung: Version 7 läuft seit Dezember 2014. Die letzten beiden Updates waren reine Schnittstellenpflege, die letzte Funktionserweiterung stammt vom Juni 2025.
- Kopierschutz mit Aufwand: Entweder ein USB-Dongle, der per Post kommt und stecken muss, oder eine Online-Lizenz, die regelmäßig nach Hause telefoniert.
- Keine öffentlichen Bewertungen: Zu Investox gibt es weder ein Trustpilot-Profil noch eine nennenswerte Zahl unabhängiger Nutzerbewertungen. Der einzige Google-Eintrag stützt sich auf eine einzige Stimme.
Für wen lohnt sich Investox?
Die Kaufentscheidung hängt weniger am Preis als an der Arbeitsweise. Investox rechnet sich für Anwender, die Regeln formulieren und diese über Jahre an Kursdaten prüfen wollen. Für alle, die diskretionär nach Chartbild handeln, ist das Programm überdimensioniert.
- Passt gut: Systematische Trader, die eigene Strategien entwickeln, backtesten und anschließend automatisiert ausführen lassen wollen. Genau dafür ist die Formelsprache gebaut.
- Passt eingeschränkt: Anleger, die Aktien über längere Zeiträume halten und den Aktienhandel fundamental angehen. Für diese Gruppe ist der größte Teil der Funktionen schlicht Ballast.
- Passt nicht: Einsteiger, die den Umgang mit Charts erst lernen, und alle ohne Windows-Rechner. Hier ist das Preis-Leistungs-Verhältnis schlicht falsch.
Welche Alternativen gibt es?
Im deutschsprachigen Raum konkurriert Investox vor allem mit MetaStock und AgenaTrader, international kommt MultiCharts hinzu. Alle drei decken Charting, Scanner und Backtesting ab, unterscheiden sich aber deutlich im Preismodell und in der Datenanbindung.
Wer den Einstieg in die Systementwicklung sucht, ohne gleich vierstellig zu investieren, findet in unserem Vergleich der Trading-Software die günstigeren Wege. Für die fachlichen Grundlagen eignet sich das Standardwerk zur Chartanalyse, und wenn du dich zuerst mit den Orderformen vertraut machen willst, findest du die Übersicht der Ordertypen bei uns.
Ein Wort zur Überoptimierung, weil sie bei Backtesting-Software das eigentliche Risiko ist. Wer genügend Stellschrauben dreht, bekommt für jede Vergangenheit ein perfektes Ergebnis. Die Fachliteratur nennt das Überanpassung. Investox arbeitet dagegen mit getrennten Optimierungs- und Kontrollzeiträumen, und der Hersteller warnt in der eigenen FAQ ausdrücklich davor. Das ändert nichts daran, dass die Verantwortung beim Anwender bleibt. Auch dein sauber getestetes System kann in veränderten Marktphasen versagen, und Zertifikate oder Hebelprodukte verschärfen das zusätzlich, wie unser Beitrag zu Zertifikaten zeigt.
Fazit zur Investox Software
Investox ist ein ernsthaftes Werkzeug für ernsthafte Systementwicklung. Wenn du Handelsregeln formulieren, über Jahre durchrechnen und anschließend automatisiert ausführen lassen willst, findest du hier eine Tiefe, die im deutschsprachigen Raum selten ist. Die Unabhängigkeit von Datenanbieter und Broker ist dabei der größte Pluspunkt.
Dem stehen drei klare Einschränkungen gegenüber. Das Programm läuft nur unter Windows, die Oberfläche zeigt ihr Alter, und die Funktionsentwicklung hat sich verlangsamt: Die Hauptversion 7 läuft seit Dezember 2014, die letzten Updates waren überwiegend Schnittstellenpflege. Wenn du eine moderne, plattformübergreifende Lösung suchst, bist du hier falsch.
Für die Kaufentscheidung ist der Zeithorizont ausschlaggebend. Die Miete wirkt günstig, verlangt aber drei Monate Vorkasse, und ab etwa 20 Monaten ist der Kauf billiger. Wer unsicher ist, klärt den Datenweg vorher: Die laufenden Kursdaten entscheiden über die tatsächlichen Gesamtkosten oft stärker als die Software selbst.
Unser Gesamturteil fällt zweigeteilt aus. Als Analyse- und Backtesting-Umgebung ist Investox seinen Preis wert, sofern man die Tiefe wirklich nutzt. Als Allzweck-Handelsplattform für deinen täglichen Gebrauch ist es zu teuer und zu unbeweglich. Die Dongle-Bindung und die fehlende Mobilversion sind dabei keine Kleinigkeiten, sondern Ausschlusskriterien für einen Teil der Leser.
Häufige Fragen zu Investox
Wie viel kostet das günstigste Investox-Paket?
999 Euro einmalig oder 50 Euro im Monat. Das Basis-Paket kostet 999 Euro einmalig, das Intraday-Paket 1.590 Euro und das Profi-Komplett-Paket 2.980 Euro. Alternativ gibt es die Miete für 50, 80 oder 130 Euro im Monat, dabei werden drei Monate im Voraus fällig. Kursdaten sind in keinem Preis enthalten.
Läuft Investox auf einem Mac?
Nein. Der Hersteller nennt als Voraussetzung Windows ab Version 7. Eine Mac-Version gibt es nicht, ebenso wenig eine Weboberfläche. Auf einem Mac läuft das Programm nur über eine Windows-Virtualisierung.
Gibt es eine Investox App für das Smartphone?
Nein. Weder für Android noch für iOS existiert eine Anwendung des Anbieters. Wer Positionen unterwegs überwachen will, braucht die App seines Brokers. Investox kann Signale allerdings per E-Mail verschicken.
Wie aktuell ist Investox Version 7?
Die Hauptversion läuft seit Dezember 2014. Seither sind 29 Serviceupdates erschienen, das jüngste als Version 7.6.23 am 19. Mai 2026. Die beiden letzten Updates betrafen ausschließlich die Schnittstelle zu Interactive Brokers.
Brauche ich Programmierkenntnisse für Investox?
Nicht zwingend. Der Hersteller schreibt, die meisten Anwender seien keine Programmierer, und fast alle Einstellungen ließen sich über Dialogfenster vornehmen. Für eigene komplexe Handelssysteme kommst du an der Formelsprache trotzdem nicht vorbei.
Welche Daten brauche ich zusätzlich zur Software?
Kursdaten, und zwar mit möglichst langer Historie. Investox liefert keine Kurse mit. Für Tagesdaten kommen Tai-Pan, MetaStock oder einfache CSV-Dateien infrage, für Intraday-Daten Tai-Pan Realtime, Morningstar, sino MX-PRO oder direkt der Broker.
Wie funktioniert der Kopierschutz bei Investox?
Über einen USB-Dongle oder eine Online-Lizenz. Der Dongle wird per Einschreiben verschickt und muss im Rechner stecken. Die Online-Lizenz prüft beim Programmstart und danach alle paar Stunden über das Internet, ob die Berechtigung gültig ist.
Kann ich die Investox Miete monatlich kündigen?
Erst nach der Mindestlaufzeit. Der Anbieter nennt eine Vertragslaufzeit von drei Monaten. Danach ist monatlich kündbar, sonst verlängert sich der Vertrag automatisch. Die Kündigung läuft über ein Formular auf der Herstellerseite.
Gibt es Investox ST noch?
Nein. Die Standardversion ST ist seit dem 31. März 2021 nicht mehr erhältlich. Für Bestandskunden veröffentlicht der Hersteller weiterhin Serviceupdates. Neukunden bekommen ausschließlich die XL-Linie in den drei Paketen.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH sowie Betreiber von kagels-trading.de. Als diskretionärer Price-Action-Trader ist er seit 1980 an den Märkten aktiv und handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.
In den späten 1980er-Jahren übersetzte Karsten die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Joe Ross Repräsentant in Deutschland und übersetzte sowie veröffentlichte dessen Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Diesen Test hat er aus der Sicht eines diskretionären Traders geschrieben, der eine Analyse-Software auf Preis-Leistung, Transparenz und tatsächlichen Leistungsumfang prüft. Er arbeitet selbst nicht täglich mit Investox. Diese Außensicht soll helfen, das Angebot jenseits der Werbeversprechen einzuordnen.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.










