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Finviz Deutsch: Aktienscreener im Test, Anleitung und Kosten (2026)

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

|

17 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Finviz filtert an einem Nachmittag 11.633 US-Titel auf eine Handvoll Kandidaten herunter und kostet dafür nichts. Genau das macht die Seite seit Jahren zum meistgenutzten Aktienscreener im englischsprachigen Raum. Öffnest du die Seite zum ersten Mal, stehst du allerdings vor einer englischen Oberfläche mit rund 140 Filtern und weißt nicht, wo du anfangen sollst.

Dieser Bericht beantwortet zuerst die Frage, die deutsche Nutzer am häufigsten stellen: Gibt es Finviz auf Deutsch? Danach zeige ich, wie der Screener in drei Schritten funktioniert, was dich die Elite-Version heute kostet und welche Funktion der Anbieter inzwischen abgeschaltet hat, obwohl viele Testberichte sie weiter beschreiben. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Finviz: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Finviz ist ein kostenloser Aktienscreener für US-Börsen. Am 11. September 2026 waren 11.633 Titel erfasst, darunter Aktien und ETFs.
  • Die Website gibt es nur auf Englisch. Eine deutsche Oberfläche und einen Sprachumschalter hat der Anbieter nicht.
  • Kurse sind in der Gratisversion eine Minute verzögert, Futures 15 Minuten. Echtzeit gibt es nur mit Elite.
  • Elite kostet 39,50 US-Dollar im Monat oder 299,50 US-Dollar im Jahr, das sind 24,96 US-Dollar monatlich. Sieben Tage lassen sich kostenlos testen.
  • Deutsche und europäische Aktien fehlen vollständig. Wer sie braucht, ist bei einem anderen Anbieter besser aufgehoben.
  • Bei Trustpilot steht Finviz bei 3,4 von 5 Sternen aus nur 33 Bewertungen (Stand 11. September 2026).

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Was ist Finviz?

Finviz ist eine kostenlose US-Finanzplattform, die Aktien, ETFs, Futures, Devisen und Kryptowährungen nach frei wählbaren Kennzahlen filtert und die Ergebnisse als Tabellen, Charts und farbige Marktkarten darstellt. Der Name steht für Financial Visualizations.

Der Kern ist der Screener. Man setzt Bedingungen wie Marktkapitalisierung, Gewinnwachstum oder Kurs über dem gleitenden Durchschnitt, und aus 11.633 Titeln wird eine Liste, die man an einem Nachmittag durchsehen kann. Der Rest der Seite baut darauf auf: Marktkarten, Insider-Meldungen, Nachrichten und Kursübersichten für Terminmärkte.

Betrieben wird die Seite seit 2007. Als Kontaktland führt Finviz im eigenen Trustpilot-Profil die Slowakei. Ein Impressum nach deutschem Muster mit Handelsregisternummer und Geschäftsführung gibt es nicht, die Website nennt nur ein Kontaktformular. Wer neben US-Werten auch europäische und asiatische Aktien filtern will, findet in unserem MarketScreener-Test eine Plattform mit weltweiter Abdeckung.

Gibt es Finviz auf Deutsch?

Nein. Finviz gibt es ausschließlich auf Englisch. Die Website hat keinen Sprachumschalter, keine deutsche Oberfläche und keine deutsche Hilfeseite. Auch die kostenpflichtige Elite-Version ändert daran nichts.

Das ist die häufigste Suchanfrage zu diesem Anbieter, und die meisten Ratgeber weichen ihr aus. Ich habe am 11. September 2026 nachgesehen: Weder Startseite noch Screener noch Preisseite führen eine Sprachauswahl. Der Browser-Übersetzer hilft nur begrenzt, weil er die Filterbezeichnungen in den Auswahlfeldern teilweise stehen lässt und die Abkürzungen ohnehin englisch bleiben.

Praktisch ist das weniger schlimm, als es klingt. Die Kennzahlen heißen im Deutschen fast alle gleich oder sind direkte Übersetzungen. Kennst du die folgenden sechzehn Begriffe, kommst du mit dem Screener zurecht, ohne ein Wörterbuch danebenzulegen.

Die wichtigsten Finviz-Filter auf Deutsch

FinvizDeutsch
Market Cap.Marktkapitalisierung
P/EKGV
Forward P/Eerwartetes KGV
Dividend YieldDividendenrendite
EPS growthGewinnwachstum
Sales growthUmsatzwachstum
Return on EquityEigenkapitalrendite
Debt/EquityVerschuldungsgrad
Shares FloatStreubesitz
Short FloatLeerverkaufsquote
Average VolumeHandelsvolumen
Relative Volumerelatives Volumen
SMA 20/50/200gleitender Durchschnitt
52-Week High/Low52-Wochen-Hoch/-Tief
Earnings DateTermin der Quartalszahlen
Analyst Recom.Analystenempfehlung

Zwei Eigenheiten bleiben. Finviz rechnet in US-Dollar, und die Marktkapitalisierung steht in der amerikanischen Schreibweise: B steht für Milliarden, M für Millionen. Eine Aktie mit „12.89B“ hat also knapp 13 Milliarden Dollar Börsenwert.

Deutschsprachige Alternativen zu Finviz

Wer eine deutsche Oberfläche oder deutsche Aktien braucht, muss den Anbieter wechseln. Finviz kennt ausschließlich Titel, die an NYSE, Nasdaq und AMEX notieren. Ein Filter auf die Deutsche Börse ist nicht vorgesehen und lässt sich auch nicht nachbauen. Welche Anbieter deutsche Werte abdecken und was sie kosten, steht in unserem Vergleich der besten Aktienscreener.

Zwei Namen fallen dabei besonders häufig. ChartMill filtert europäische Börsen mit und kombiniert technische mit fundamentalen Bedingungen. TradingView ist auf Deutsch verfügbar und deckt neben den Charts einen eigenen Screener ab. Beide sind allerdings in ihrer Vollversion kostenpflichtig, während Finviz seinen Screener verschenkt.

Finviz Erklärvideo: so funktioniert der Screener

Christian Möhrer zeigt im folgenden Video, wie er die Filter setzt und wie aus einer unübersichtlichen Liste eine überschaubare Auswahl wird. Wer lieber zusieht als liest, bekommt hier den schnellsten Einstieg.

Finviz Guided Tour

Der Aktienscreener von Finviz

Der Screener ist der Grund, warum die meisten Trader überhaupt auf Finviz landen. Er lässt sich ohne Anmeldung nutzen, und die Filter greifen sofort. Erst wer seine Auswahl speichern will, braucht ein kostenloses Konto.

In drei Schritten zur Auswahl

Der Einstieg dauert keine zwei Minuten. Ich habe für diesen Bericht am 11. September 2026 einen einfachen Trendfolge-Screen gebaut, um zu zeigen, wie schnell die Liste schrumpft:

  • Erstens die Größe eingrenzen. Unter Market Cap. die Auswahl „+Mid (over $2bln)“ setzen. Damit fallen Kleinstwerte heraus, bei denen schon eine kleine Order den Kurs bewegt.
  • Zweitens die Fundamentaldaten filtern. Im Reiter Fundamental ein Gewinnwachstum von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal verlangen.
  • Drittens den Trend prüfen. Im Reiter Technical nur Titel zulassen, deren Kurs über dem 50-Tage-Durchschnitt liegt.

Das Ergebnis war eindeutig. Aus 11.633 Titeln wurden 386, also gut drei Prozent. Der Screenshot darunter zeigt die drei aktiven Filter an den Zählern über der Tabelle: Descriptive 1, Fundamental 1, Technical 1.

Finviz Aktienscreener mit drei aktiven Filtern und 386 Treffern aus 11.633 Titeln
Drei Filter genügen: aus 11.633 Titeln werden 386 (Stand 11. September 2026)

Die Ergebnisliste lässt sich in Ansichten umschalten. Über die Reiter Overview, Valuation, Financial, Ownership, Performance und Technical bekommt man dieselben Titel mit jeweils anderen Spalten. Charts und Snapshot zeigen statt der Tabelle kleine Kursbilder, was beim schnellen Durchsehen hilft.

Allgemeine Filterkriterien

Der Reiter Descriptive enthält alles, was ein Unternehmen beschreibt, ohne es zu bewerten. Dazu zählen Börse, Sektor, Industriezweig, Land, Index, Marktkapitalisierung, Dividendenrendite, durchschnittliches Handelsvolumen, IPO-Datum, Analystenurteil sowie die Angabe, ob eine Aktie optionsfähig oder leerverkaufbar ist. Neu hinzugekommen sind die Felder Theme und Sub-theme, mit denen sich Titel nach Anlagethemen bündeln lassen.

Technische Filterkriterien

Der Reiter Technical deckt die Kursbewegung ab. Verfügbar sind Performance über neun Zeiträume bis zu zehn Jahren, Beta, Average True Range, Volatilität, die gleitenden Durchschnitte über 20, 50 und 200 Tage, Abstand zum 52-Wochen-Hoch und -Tief, Abstand zum Allzeithoch, der RSI (14), relatives Volumen, Gap und die Veränderung seit Handelsbeginn. Die Filter lassen sich beliebig kombinieren.

Für ein vollständiges Auswahlraster reicht der Funktionsumfang trotzdem nicht ganz. Von den sieben Bedingungen des CAN-SLIM-Rasters lassen sich mit Finviz fünf abbilden. Für die relative Stärke im Sinne des IBD-Ratings fehlt ein eigenes Feld. Wie du den Screener gezielt für Bewegungen vor Handelsbeginn einsetzt, zeigt unser Vorbörsen-Guide.

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Heatmaps und Marktkarten bei Finviz

Die Marktkarte ist das bekannteste Bild der Seite. Jede Kachel steht für eine Aktie, ihre Größe für die Marktkapitalisierung und ihre Farbe für die Kursveränderung. Fachlich ist das eine Treemap: Grün bedeutet ein Plus, rot ein Minus, und je kräftiger der Ton, desto größer die Bewegung. Man sieht damit in einer Sekunde, ob ein ganzer Sektor läuft oder nur ein einzelner Wert.

Finviz Heatmap des S&P 500 nach Sektoren mit Tagesperformance
Die S&P-500-Karte am 11. September 2026, sortiert nach Sektoren

Die Auswahl ist deutlich größer geworden. Neben dem S&P 500 stehen heute Dow Jones 30, Nasdaq 100, Russell 2000, alle US-Aktien, eine Weltkarte mit ausländischen ADRs, 657 ETFs, Kryptowährungen, Futures und eine Themenansicht zur Wahl. Ältere Testberichte nennen an dieser Stelle noch vier Filter; inzwischen sind es elf.

Zwei Darstellungen sind neu. Unter „View as“ lässt sich die Karte in Bubbles umschalten, und mit der Matrix hat Finviz eine dritte Ansicht ergänzt, die Sektoren als Raster oder Cluster zeigt. Dazu kommt eine Funktion namens „Why Is It Moving“, die beim Überfahren einer Kachel eine automatisch erzeugte Begründung für die Bewegung einblendet. Wie sich eine solche Karte im Alltag lesen lässt und welche Anbieter sie außerdem liefern, zeigt der Überblick zur Aktien Heatmap.

News, Groups und Portfolio

Der Nachrichtenbereich bündelt Schlagzeilen und Blogbeiträge in zwei Spalten. Die Quellen reichen von Reuters bis zu Branchendiensten, und die Meldungen sind mit dem jeweiligen Tickersymbol verknüpft. Über der Liste sitzt ein Filter für die großen Themen, darunter Zinsen, Rohstoffe und Kryptowährungen.

Groups fasst den Markt zu Gruppen zusammen. Statt einzelner Aktien sieht man Sektoren, Industriezweige, Länder oder Größenklassen mit ihren Kennzahlen, wahlweise als Tabelle oder als Balken. Das ist der schnellste Weg zu der Frage, wo im Markt gerade Geld hinfließt.

Das Portfolio ist ein Musterdepot ohne echtes Geld. Man trägt Titel ein und bekommt sie mit Kennzahlen und Nachrichten zurück. Dafür braucht es ein Konto, die kostenlose Registrierung genügt. Kostenlos sind bis zu 50 Portfolios mit je 50 Positionen möglich, mit Elite werden daraus 100 Portfolios mit je 500 Positionen. Wer ein Musterdepot mit deutschen Werten sucht, findet Alternativen in unserer Übersicht zu Musterdepots.

Insider-Transaktionen bei Finviz

Die Insider-Übersicht ist einer der stärksten kostenlosen Bausteine der Seite. Finviz wertet die Form-4-Meldungen der US-Börsenaufsicht SEC aus und zeigt, welche Vorstände und Großaktionäre Aktien ihres eigenen Unternehmens gekauft oder verkauft haben. Zu jeder Zeile gehören Person, Funktion, Datum, Kurs, Stückzahl und Gesamtwert.

Finviz Insider-Transaktionen aus SEC Form 4 mit Person, Datum und Volumen
Die Insider-Übersicht verlinkt jede Meldung direkt zur SEC (Stand 11. September 2026)

Jede Zeile führt zur Originalmeldung. Ein Klick öffnet das eingereichte Formular bei der SEC, so dass sich die Angabe nachprüfen lässt. Filtern kann man nach reinen Käufen, reinen Verkäufen und nach Personen, die mindestens zehn Prozent des Unternehmens halten.

Ein Kauf ist dabei aussagekräftiger als ein Verkauf. Führungskräfte verkaufen aus vielen Gründen, etwa weil Aktienoptionen auslaufen oder eine Steuer fällig wird. Wer eigenes Geld in die eigene Aktie steckt, tut das in der Regel nur aus einem.

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Futures, Forex und Kryptowährungen

Für den Terminmarkt liefert Finviz eine kostenlose Übersicht, die es sonst selten gibt. Abgedeckt sind Aktienindizes, Energie, Metalle, Getreide, Fleisch, Anleihen, Softs wie Kaffee und Orangensaft sowie Währungen. Zu jedem Kontrakt gehören Chart, Kurs und die Performance über Tag, Woche, Monat, Quartal, Halbjahr und Jahr.

Die Verzögerung ist der Preis dafür. Futures- und Optionskurse laufen laut Fußzeile der Website 15 Minuten hinterher. Wer Realtime-Daten für Terminmärkte über die Börsen bezieht, weiß, wie schnell das ins Geld geht. Für den Überblick reicht die verzögerte Variante. Deutlich tiefer reicht die Terminmarkt-Abdeckung bei Barchart im Praxischeck, wo auch vollständige Kontraktreihen und COT-Auswertungen vorliegen.

Der Devisenbereich zeigt die großen Paare nebeneinander. Enthalten sind unter anderem EUR/USD, GBP/USD, USD/JPY, USD/CAD, USD/CHF, AUD/USD und NZD/USD, dazu Gold. In der Performance-Ansicht lässt sich ablesen, welche Währung gerade Stärke zeigt und welche nachgibt.

Neu gegenüber älteren Testberichten ist der Krypto-Bereich. Finviz führt inzwischen einen eigenen Menüpunkt Crypto mit Kursen, Performance-Ansicht, Charts und einer eigenen Marktkarte. Abgedeckt sind die großen Werte von Bitcoin und Ethereum bis zu kleineren Coins. Der Screenshot darunter zeigt die Kursansicht. In vielen Berichten fehlt dieser Bereich noch vollständig.

Finviz Krypto-Kursübersicht mit Bitcoin, Ethereum und weiteren Coins
Der Krypto-Bereich ist in älteren Testberichten meist noch gar nicht erwähnt

Was Finviz nicht mehr kann: die Backtests

Diese Funktion gibt es nicht mehr, und das steht in kaum einem aktuellen Testbericht. Jahrelang konnte man mit Elite Handelsregeln auf historische Kurse anwenden und sich Rendite und Rückgang ausrechnen lassen. Der Menüpunkt ist verschwunden, und die alte Adresse antwortet mit dem Statuscode 410 Gone. Das ist die technische Auskunft „bewusst entfernt“, nicht „gerade nicht erreichbar“.

Ich habe gegengeprüft, damit der Befund trägt. Frei erfundene Adressen auf derselben Domain liefern am 11. September 2026 einen gewöhnlichen 404. Der Server unterscheidet also, und die 410 ist gesetzt. In der Hauptnavigation steht heute Home, Screener, Maps, Charts, News, Groups, Insider, Futures, Forex, Crypto, Portfolio, Calendar, Pricing und Help. Backtests steht dort nicht mehr.

Für die Kaufentscheidung ist das wichtig. Wer Elite wegen der Backtests abschließt, weil ein Testbericht sie beschreibt, zahlt für etwas, das nicht existiert. Der Verlust hält sich in Grenzen: Das Werkzeug testete ausschließlich technische Indikatoren, ließ keine eigenen Regeln zu und war damit für alles jenseits einfacher Signale unbrauchbar. Wer ernsthaft testen will, braucht ohnehin eine dafür gebaute Software, wie sie unser Vergleich der Trading Software vorstellt.

Was kostet Finviz?

Der größte Teil der Seite ist kostenlos, und zwar ohne Anmeldung. Screener, Marktkarten, Insider-Meldungen, Nachrichten sowie die Futures- und Devisenübersichten lassen sich nutzen, ohne ein Konto anzulegen. Ein kostenloses Konto braucht nur, wer Screens speichern oder ein Portfolio anlegen will.

Die Bezahlversion heißt Elite und kostet 39,50 US-Dollar im Monat. Bei jährlicher Zahlung sind es 299,50 US-Dollar, also 24,96 US-Dollar im Monat. Der Anbieter beziffert die Ersparnis selbst mit 37 Prozent. Alle Preise habe ich am 11. September 2026 auf der Preisseite nachgelesen. Die Abbildung unter der Tabelle zeigt die Gegenüberstellung beim Anbieter.

LeistungGratisElite
Preis0 $39,50 $/Monat
Kursdaten1 Minute verzögertEchtzeit
Bilanzdaten3 Jahre8 Jahre
Gespeicherte Screens50unbegrenzt
Zeilen pro Seite20100
Aktualisierung3 Minuten10 Sekunden
Intraday-Chartsneinja
Export (Excel, CSV)neinja
Kursalarmeneinunbegrenzt
Werbungjakeine

Finviz Preisvergleich Free gegen Elite mit Leistungsumfang
Die Gegenüberstellung auf der Preisseite von Finviz (Stand 11. September 2026)

Sieben Tage lassen sich kostenlos testen, aber mit einer Bedingung. Die Testphase verlangt eine Zahlungsmethode und geht danach automatisch in ein kostenpflichtiges Abo über. Wer nicht zahlen will, muss vor Ablauf selbst kündigen. Zusätzlich gibt es eine Rückgabefrist von 30 Tagen; danach sind Zahlungen nach Angaben des Anbieters nicht mehr erstattungsfähig.

Eine Sache kostet in der Gratisversion trotzdem etwas. Beim ersten Aufruf erscheint ein Zustimmungsfenster, das die Datenverarbeitung durch 1.748 Partner zur Auswahl stellt. Die Schaltfläche „Alles ablehnen“ ist dabei zunächst gesperrt und wird erst nutzbar, nachdem man den gesamten Text durchgescrollt hat. Das ist zulässig, aber unschön, und es gehört zur ehrlichen Antwort auf die Frage, was ein kostenloses Angebot wirklich kostet.

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Gibt es eine Finviz-App?

Nein. Finviz bietet keine eigene App an, weder für Android noch für iPhone. Die Website ist für mobile Geräte angepasst und lässt sich im Browser bedienen, ein offizieller Store-Eintrag des Anbieters existiert nicht.

Hier ist Vorsicht angebracht, denn im Store stehen fremde Apps unter diesem Namen. In der Google-Suche zu „finviz“ erschien am 11. September 2026 an vierter Stelle ein Play-Store-Eintrag namens „Finviz:Stock Screener“. Er stammte nicht vom Anbieter und war beim späteren Aufruf bereits wieder entfernt. Ein zweiter Treffer führte zu einer App namens „Finnviz“ des Entwicklers RB Apps Menia, die mit Aktien nichts zu tun hat, sondern private Ausgaben verwaltet. Im deutschen App Store fand sich unter dem Namen ebenfalls kein Eintrag des Anbieters.

Die Regel dagegen ist einfach. Auf der Store-Seite den Entwicklernamen lesen, nicht den App-Namen. Steht dort etwas anderes als die Marke, gehört die App jemand anderem. Wer Finviz unterwegs nutzen will, legt sich die Website als Lesezeichen auf den Startbildschirm; das ist der Weg, den der Anbieter selbst vorsieht.

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Wie gut ist Finviz wirklich?

Die Bewertungslage ist dünn und gespalten. Bei Trustpilot steht Finviz am 11. September 2026 bei 3,4 von 5 aus lediglich 33 Bewertungen, davon 49 Prozent mit fünf Sternen und 33 Prozent mit einem. In den letzten zwölf Monaten kamen sieben Stimmen dazu. Das Portal vermerkt zusätzlich, das Unternehmen habe zuletzt keine Kunden zur Bewertung eingeladen, weshalb die Auswahl möglicherweise nicht repräsentativ sei.

Aus 33 Stimmen lässt sich kein Urteil ableiten, wohl aber ein Muster. Gelobt werden Umfang und Preis, kritisiert werden Änderungen an der Oberfläche und eine dünne Dokumentation. Ein Rezensent bringt den Einstieg auf den Punkt: für Anfänger sei die Datenmenge großartig, es gebe aber kaum Anleitungen. Zum Vergleich stehen Wettbewerber wie TrendSpider bei 4,8 aus 874 Bewertungen und StockAnalysis bei 4,6 aus 360, also nicht unbedingt besser, aber auf breiterer Grundlage.

Das spricht für Finviz

  • Der Screener ist vollständig kostenlos und ohne Konto nutzbar. Kein anderer Anbieter dieser Größe verschenkt so viel Funktion.
  • 11.633 US-Titel in einer Abfrage. Aktien und ETFs liegen im selben Filter, man muss nicht zwischen zwei Werkzeugen wechseln.
  • Insider-Meldungen mit Link zur Originalquelle. Jede Zeile lässt sich bei der SEC nachprüfen.
  • Die Marktkarte ist konkurrenzlos schnell. Elf Auswahlmöglichkeiten von Dow Jones bis Kryptowährungen, dazu Bubbles- und Matrix-Ansicht.
  • Kostenlose Terminmarkt- und Devisenübersichten. Verzögerte Futures-Charts in dieser Breite sind sonst kostenpflichtig.

Das spricht gegen Finviz

  • Keine deutschen und keine europäischen Aktien. Wer die Deutsche Börse filtern will, ist hier grundsätzlich falsch.
  • Die Oberfläche gibt es ausschließlich auf Englisch. Ein Sprachumschalter fehlt, auch in der Bezahlversion.
  • Das Backtest-Werkzeug wurde abgeschaltet. Viele Testberichte führen es bis heute als Elite-Funktion auf.
  • Keine offizielle App. Im Play Store stehen dafür Fremd-Apps unter ähnlichem Namen.
  • Die Gratisversion zeigt Werbung und ein Zustimmungsfenster mit 1.748 Partnern. Ablehnen ist erst nach vollständigem Scrollen möglich.
  • Nur 33 Trustpilot-Bewertungen. Für eine Plattform dieser Reichweite ist das eine sehr schmale Grundlage.

Fazit: für wen sich Finviz lohnt

Für US-Aktien ist der kostenlose Screener nach wie vor das beste Angebot am Markt. Ich nutze ihn selbst, wenn ich schnell wissen will, wo im Markt Bewegung ist, und die Marktkarte beantwortet diese Frage in einer Sekunde. Wenn du dich an die englischen Filterbezeichnungen gewöhnst, bekommst du hier ohne Anmeldung mehr, als manche Bezahlanbieter liefern.

Zwei Gruppen sollten trotzdem woanders suchen. Wer deutsche oder europäische Aktien filtern will, findet sie hier nicht, und daran ändert auch die Bezahlversion nichts. Und wer Handelsregeln auf historische Kurse anwenden möchte, greift ins Leere: Diese Funktion hat der Anbieter abgeschaltet.

Die Bezahlversion lohnt sich an einer klaren Grenze. Sie wird interessant, wenn Kursdaten in Echtzeit gebraucht werden oder wenn Ergebnisse regelmäßig nach Excel wandern sollen. Für den Wochenend-Screen und den Marktüberblick genügt die kostenlose Fassung. Wie Finviz gegen andere Werkzeuge abschneidet, steht in unserem Vergleich der Tools für die technische Analyse.

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Häufige Fragen zu Finviz

Wofür wird Finviz benutzt?

Finviz ist eine kostenlose US-Finanzplattform mit Aktienscreener, Marktkarten, Insider-Meldungen und Kursübersichten für Futures, Devisen und Kryptowährungen. Der Name steht für Financial Visualizations. Am 11. September 2026 waren 11.633 Titel erfasst.

Lässt sich Finviz auf Deutsch umstellen?

Nein. Die Website ist ausschließlich auf Englisch und hat keinen Sprachumschalter. Die Filterbezeichnungen sind allerdings weitgehend selbsterklärend: Market Cap. steht für Marktkapitalisierung, P/E für das KGV und Dividend Yield für die Dividendenrendite.

Ist Finviz kostenlos?

Ja. Screener, Marktkarten, Insider-Meldungen und die Kursübersichten lassen sich ohne Anmeldung nutzen. Ein kostenloses Konto braucht nur, wer Screens speichern oder ein Portfolio anlegen will. Die Bezahlversion Elite kostet 39,50 US-Dollar im Monat oder 299,50 US-Dollar im Jahr.

Wie stark sind die Kurse bei Finviz verzögert?

Aktienkurse laufen in der kostenlosen Version eine Minute hinterher, das gilt für NASDAQ, NYSE und AMEX. Futures- und Optionskurse sind laut Fußzeile der Website 15 Minuten verzögert. Echtzeitdaten gibt es nur mit einem Elite-Abo.

Gibt es Finviz auch für deutsche Aktien?

Nein. Finviz erfasst ausschließlich Titel, die an den US-Börsen NYSE, Nasdaq und AMEX notieren. Deutsche und europäische Aktien lassen sich nicht filtern. Alternativen mit europäischer Abdeckung sind ChartMill und TradingView.

Kann man mit Finviz noch Backtests machen?

Nein. Das frühere Backtest-Werkzeug der Elite-Version wurde abgeschaltet. Die zugehörige Adresse antwortet mit dem Statuscode 410, der Menüpunkt ist aus der Navigation verschwunden. Viele Testberichte beschreiben die Funktion trotzdem weiterhin.

Gibt es eine mobile App von Finviz?

Nein, der Anbieter stellt keine eigene App bereit. Die Website ist für mobile Geräte angepasst. Im Play Store finden sich Apps unter ähnlichen Namen, die von fremden Entwicklern stammen und nicht zu Finviz gehören.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels handelt seit 1980 an den Börsen und führt Kagels Trading. Sein Schwerpunkt liegt auf Price Action, also der Auswertung reiner Kursbewegungen, und auf dem Handel mit Devisen und Indizes. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Screener bewertet er danach, ob sie eine Entscheidung wirklich verkürzen. Bei Finviz kommt es ihm auf zwei Dinge an: ob die Datenbasis vollständig ist und ob sich ein Filterergebnis an der Quelle nachprüfen lässt. Eine Kennzahl, deren Herkunft niemand einsehen kann, ersetzt keine eigene Prüfung.

Für diesen Bericht wurde die Plattform ohne Anmeldung aufgerufen und vermessen. Alle Preise, Funktionsangaben, Statuscodes und Bewertungszahlen stammen vom 11. September 2026 und wurden auf den Seiten des Anbieters sowie bei Trustpilot nachgelesen.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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