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Infront im Test 2026: Börsendaten, Terminal und der Infront DE 40 erklärt

Zuletzt aktualisiert: 02. Oktober 2026

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14 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Wenn du auf einem deutschen Finanzportal einen Kurs siehst, stammt er erstaunlich oft von Infront. Der Anbieter steht selten im Vordergrund, liefert aber die Marktdaten hinter Kurstabellen, Charts und Depotmasken vieler Banken und Nachrichtenseiten. Wer bei n-tv oder beim Manager Magazin auf einen Index klickt, liest dort Zahlen, die durch die Systeme von Infront gelaufen sind.

Dieser Test ordnet ein, was Infront wirklich ist und für wen sich die Software lohnt. Wir klären, warum auf manchen Portalen Infront DE 40 statt DAX steht, welche Börsen der Datenkatalog abdeckt und wo die Echtzeitdaten aufhören. Dazu kommt die Frage, die der Anbieter selbst nicht beantwortet: was das Ganze kostet. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Infront: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Was es ist: ein europäischer Anbieter für Marktdaten und Trading-Software, gerichtet an Banken, Broker und Vermögensverwalter. Kein Produkt für Privatanleger.
  • Wer dahintersteht: die Infront AS in Oslo, seit Juni 2021 im Besitz des britischen Finanzinvestors Inflexion und nicht mehr börsennotiert. CEO ist seit dem 6. Oktober 2025 Enrique Sacau.
  • Deutsche Wurzeln: das Geschäft hierzulande geht auf die vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste von 1949 zurück, die Infront 2019 für 130 Millionen Euro gekauft hat.
  • Infront DE 40 und EU 50: zwei Indexnamen, die auf Finanzportalen auftauchen. Dahinter stecken die ISIN des DAX Performance-Index und die des EURO STOXX 50.
  • Datenabdeckung: 87 Handelsplätze im Katalog. In Europa und Amerika überwiegend in Echtzeit, im asiatisch-pazifischen Raum bei keinem einzigen.
  • Preise: Infront veröffentlicht keine Preisliste. Der Zugang läuft über eine individuelle Anfrage oder über den eigenen Broker.

Was ist Infront?

Infront ist ein europäischer Anbieter von Finanzmarktdaten und Handelssoftware für Banken, Broker, Vermögensverwalter und professionelle Trader. Das Unternehmen liefert Echtzeitkurse, Nachrichten und Analysen und stellt sie sowohl im eigenen Terminal als auch über Datenfeeds für fremde Webseiten und Depotsysteme bereit. Die Feeds lassen sich auch in Analyseprogramme einbinden, etwa in die Investox Software.

Der wichtigste Punkt vorweg: Infront verkauft nichts an Privatanleger. Es gibt kein Depot, keinen Tarif zum Anklicken und keine App im Store. Wer als Privatperson mit Infront in Berührung kommt, tut das fast immer indirekt. Die Daten stecken dann in der Kursansicht einer Bank, in einem Finanzportal oder im Chart eines Brokers.

Das erklärt, warum der Name so oft auftaucht und so selten erklärt wird. Infront arbeitet im Hintergrund, ähnlich wie ein Zulieferer. Sichtbar wird die Marke meist nur dort, wo ein Portal die Herkunft der Kurse nennen muss, etwa in einer Fußzeile oder in der Spalte Börse einer Kurstabelle.

Warum steht auf Finanzportalen „Infront DE 40“ statt DAX?

Diese Frage führt die meisten Leser überhaupt erst zu Infront. Auf mehreren großen Finanzportalen heißt der deutsche Leitindex nicht DAX, sondern Infront DE 40. Daneben taucht ein Infront EU 50 auf. Beide sehen aus wie eigene Indizes des Anbieters. Der Blick auf die Kennnummern zeigt etwas anderes.

Die Wertpapierkennnummern sind identisch mit denen der bekannten Indizes. Der Infront DE 40 läuft unter der ISIN DE0008469008 und der WKN 846900. Das ist die Kennung des DAX Performance-Index, geführt unter anderem von der Deutschen Börse, der Börse Stuttgart und comdirect. Der Infront EU 50 trägt die ISIN EU0009658145, also die des EURO STOXX 50.

BezeichnungDas steckt dahinter
Infront DE 40DAX Performance-Index
ISIN DE0008469008
Infront EU 50EURO STOXX 50
ISIN EU0009658145

Der Unterschied liegt nicht im Index, sondern in der Quelle des Kurses. Die Portale weisen als Handelsplatz eine Infront Indikation aus. Du siehst also nicht den offiziellen Indexstand des Indexanbieters, sondern einen von Infront berechneten Näherungswert. Der Datenkatalog von Infront stützt das: STOXX-Indizes sind dort in allen drei Datenpaketen nur verzögert enthalten.

Für dich als Trader hat das zwei praktische Folgen. Erstens ist eine Indikation für einen schnellen Überblick brauchbar, aber kein Abrechnungskurs. Wer Derivate auf den DAX handelt, orientiert sich am offiziellen Stand der Deutschen Börse. Zweitens erklären die Namen die kleinen Abweichungen, die zwischen zwei Portalen auftreten können.

Welche Marktdaten liefert Infront?

Der öffentliche Datenkatalog von Infront listet 87 Handelsplätze. Er ist nach Regionen sortiert und nennt für jede Börse die Datentiefe. Die reicht von Tagesschlusskursen über verzögerte Kurse bis zur vollen Orderbuchtiefe. Genau diese Spalte entscheidet, ob die Daten für aktives Trading taugen. Denselben Unterschied zwischen verzögerten und echten Echtzeitkursen behandelt der Test von MetaStock mit dem XENITH-Datenfeed.

Die Abdeckung ist regional sehr ungleich, und das ist der wichtigste Befund. In Europa und Amerika liefert Infront fast überall Echtzeit. Im asiatisch-pazifischen Raum dagegen bei keinem einzigen der 16 gelisteten Handelsplätze. Tokio, Hongkong, Shanghai und Singapur gibt es nur als Tagesschluss- oder verzögerte Kurse.

RegionHandelsplätzedavon Echtzeit
Europa4540
Amerika1311
Asien-Pazifik160
Afrika und Nahost132

Die volle Orderbuchtiefe gibt es nur an ausgewählten Plätzen. Dazu zählen die nordischen Börsen, die SIX Swiss Exchange, Euronext Amsterdam, Brüssel, Lissabon und Paris sowie Johannesburg. Für Frankfurt und Xetra reicht der Katalog bis Echtzeit Level 2, also bis zur zweiten Orderbuchebene.

Bei Moskau ist die Abdeckung sichtbar zurückgefahren worden. Die Moscow Exchange steht zwar weiterhin im Katalog, aber nur noch mit Tagesschluss- und verzögerten Kursen für Aktien und Indizes. Echtzeit ist dort nicht mehr gelistet. Dasselbe gilt für die Ukrainian Stock Exchange.

Indexdaten sind ein eigener Posten und teils kostenpflichtig. Der Katalog trennt drei Pakete: Base, Standard und Mini. Indizes von S&P, Dow Jones, FTSE und CBOE US sind darin als gebührenpflichtige Zusatzoption gekennzeichnet, STOXX-Indizes durchgehend nur verzögert.

Wer steht hinter Infront?

Die Muttergesellschaft ist die Infront AS mit Sitz in Oslo. Sie wurde 1998 gegründet und ist im norwegischen Unternehmensregister unter der Nummer 979 806 787 eingetragen. Die Adresse im Impressum lautet Munkedamsveien 45, 0250 Oslo.

Die Rechtsform hat sich geändert, und das wird oft übersehen. Bis 2021 firmierte das Unternehmen als Infront ASA, der norwegischen Form für eine börsennotierte Gesellschaft, und war seit 2017 an der Osloer Börse gelistet. Im Juni 2021 übernahm der britische Finanzinvestor Inflexion das Unternehmen und nahm es von der Börse. Seitdem heißt es Infront AS. Die Grafik des Anbieters zeigt diese Entwicklung bis 2021.

Infront Zeitstrahl von 1998 bis 2021 mit Börsengang in Oslo 2017 und Übernahme der vwd group 2019
Die Unternehmensdarstellung reicht bis 2021. Der Börsengang von 2017 endete im Juni 2021 mit der Übernahme durch Inflexion.

An der Spitze steht seit Oktober 2025 ein neuer Chef. Enrique Sacau ist seit dem 6. Oktober 2025 CEO und folgte auf Zlatko Vucetic, der das Unternehmen verlassen hat. Viele Quellen im Netz nennen bis heute den alten Namen.

Was hat Infront mit der vwd zu tun?

Das deutsche Geschäft ist älter als Infront selbst. Es geht auf die vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste zurück, gegründet 1949 in Frankfurt als Dienst für Wirtschafts- und Finanznachrichten. Die Unternehmensgeschichte ist bei Wikipedia ausführlich dokumentiert. Aus dem Nachrichtendienst wurde über die Jahrzehnte ein Anbieter für Echtzeitdaten und Finanzsoftware.

2019 hat Infront die vwd gekauft und den Markennamen anschließend aufgegeben. Verkäufer war der Finanzinvestor Carlyle, der Kaufpreis lag bei 130 Millionen Euro. Im März 2020 wurden die vwd-Gesellschaften in Infront umbenannt. Wer heute nach vwd sucht, landet deshalb bei Infront.

Welche Gesellschaft sitzt in Deutschland?

Der deutsche Standort ist Frankfurt am Main. Die Adresse lautet Mainzer Landstraße 178 bis 190, 60327 Frankfurt. Das Impressum nennt als Registereintrag HRB 100445 beim Amtsgericht Frankfurt am Main. Hinter dieser Nummer steht die Infront Financial Technology GmbH, die früher vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste GmbH hieß. Der Eintrag lässt sich im Handelsregister nachschlagen.

Zur Gruppe gehört außerdem das Privatanleger-Geschäft aus Dortmund. Die Lenz + Partner GmbH betreibt die Tai-Pan Börsensoftware und die zugehörigen Datenfeeds. Sie kam 2006 zur vwd Group und gelangte mit der Übernahme 2019 zu Infront. Die frühere eigene Webseite der Firma ist inzwischen abgeschaltet, das Angebot läuft unter der Marke Tai-Pan weiter.

Was kann das Infront Professional Terminal?

Das Terminal ist das sichtbare Hauptprodukt von Infront. Es bündelt Marktdaten, Nachrichten, Analysewerkzeuge und den elektronischen Handel in einer Oberfläche. Der Arbeitsplatz lässt sich frei anordnen, die Module sind einzeln buchbar. Der Screenshot zeigt eine typische Ansicht mit Watchlist, Chart und Orderbuch nebeneinander.

Infront Professional Terminal mit Watchlist, Siemens-Chart und DAX-Zusammensetzung, Stand November 2021
Das Terminal im November 2021: Watchlist, Chartvergleich gegen den DAX und Orderbuchdaten nebeneinander.

Beim Handel setzt Infront auf zwei Systeme, die im Profibereich üblich sind. Das Execution Management System steuert die Ausführung über Aktien, Devisen, Derivate, Anleihen und außerbörsliche Produkte. Das Order Management System begleitet die Order von der Erstellung über die Zuteilung bis zur Abwicklung. Dazu kommen Direktzugang zum Markt, Care Orders, Algo-Trading und Korbhandel.

Das Charting deckt die gängigen Werkzeuge ab. Enthalten sind die bekannten Standardindikatoren, darunter ADX, ATR, Bollinger Bänder, CCI, Keltner Channel, MACD, Stochastik, Parabolic SAR, On Balance Volume und Volumenindikatoren. Eine vollständige Liste veröffentlicht Infront nicht, den Funktionsumfang zeigt die Produktseite zum Trading-Modul.

Die Software wird weiterentwickelt, auch wenn das Marketing sie kaum noch nennt. Ein Produktupdate des Anbieters vom 19. Juni 2025 führt neue Funktionen für das Terminal auf, darunter frei definierbare Spalten für eigene Kennzahlen und regelbasierte Alarme. Die Startseite bewirbt inzwischen vor allem die Vermögensverwaltung, das Terminal steht dort nicht mehr im Mittelpunkt.

Die Nachrichten kommen über zubuchbare Feeds. Infront bindet rund zwanzig Dienste an, unter anderem Dow Jones in mehreren Ausbaustufen, dpa-AFX, AWP und LiveSquawk. Deutlich günstiger und rein auf Nachrichten beschränkt ist TradersTalk aus Frankfurt.

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Was kostet Infront?

Infront veröffentlicht keine Preise. Weder die Produktseiten noch der Datenkatalog nennen einen Betrag, und im Seitenverzeichnis des Anbieters gibt es keine Preisseite. Der Weg führt über eine Anfrage oder über eine Demo-Anforderung. Das ist im Profisegment üblich, für einen Vergleich aber unbefriedigend.

Drei Faktoren bestimmen erfahrungsgemäß den Preis. Erstens die Zahl der Arbeitsplätze, zweitens die gebuchten Module, drittens und am stärksten die Börsengebühren. Echtzeitdaten werden von den Handelsplätzen selbst lizenziert und je Nutzer abgerechnet. Sie liegen oft über dem Preis der Software.

Der Datenkatalog macht diese Struktur wenigstens teilweise sichtbar. Er unterscheidet die Pakete Base, Standard und Mini und kennzeichnet einzelne Indexfamilien ausdrücklich als gebührenpflichtig. Wer Indizes von S&P, Dow Jones oder FTSE in Echtzeit braucht, zahlt dafür extra.

Für Privatanleger gibt es einen praktischen Umweg. Viele Banken und Online-Broker binden Infront-Daten in ihre eigene Oberfläche ein. Die Kurse stehen dann im Depot zur Verfügung, ohne dass ein eigener Vertrag nötig wäre. Wer eine eigenständige Lösung sucht, findet in unserem Vergleich der Trading-Plattformen die günstigeren Alternativen.

Vorteile und Nachteile von Infront

Infront ist ein Profiwerkzeug, und das zeigt sich in beide Richtungen. Die folgende Übersicht fasst zusammen, was im Test für und was gegen den Anbieter spricht. Maßstab ist dabei der europäische Anwender, nicht der globale Konzern.

Vorteile von Infront

  • Sehr breite Europa-Abdeckung: 40 von 45 gelisteten europäischen Handelsplätzen sind in Echtzeit verfügbar, mehrere davon mit voller Orderbuchtiefe.
  • Modularer Aufbau: Terminal, Portfolio- und Datenmodule lassen sich einzeln buchen, statt ein Komplettpaket zu bezahlen.
  • Offener Datenkatalog: welche Börse in welcher Tiefe geliefert wird, steht öffentlich und nachprüfbar im Netz. Das ist in dieser Branche selten.
  • Tiefe Verankerung im deutschen Markt: über die frühere vwd reicht die Geschichte bis 1949 zurück, viele Banken und Portale arbeiten seit Jahrzehnten damit.
  • Software wird gepflegt: ein Produktupdate vom Juni 2025 belegt neue Funktionen für das Terminal, darunter regelbasierte Alarme.

Nachteile von Infront

  • Keine Echtzeit in Asien-Pazifik: bei keinem der 16 gelisteten Handelsplätze, Tokio und Hongkong eingeschlossen, gibt es mehr als verzögerte Kurse.
  • Keine öffentlichen Preise: weder Produktseiten noch Katalog nennen einen Betrag, ein Vergleich ist ohne Vertriebsgespräch nicht möglich.
  • Nicht für Privatanleger: es gibt keinen Selbstbedienungstarif und keine App. Privatkunden erreichen die Daten nur über ihre Bank oder ihren Broker.
  • Indexdaten kosten extra: S&P-, Dow-Jones- und FTSE-Indizes sind im Katalog als gebührenpflichtig markiert, STOXX-Indizes nur verzögert enthalten.
  • Marke tritt in den Hintergrund: die Kommunikation dreht sich heute stark um Vermögensverwaltung, das Trading-Terminal wird kaum noch beworben.

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Für wen lohnt sich Infront?

Für Banken, Broker und Vermögensverwalter ist Infront eine ernsthafte Option. Wer viele Arbeitsplätze mit europäischen Echtzeitdaten versorgen und gleichzeitig Order- und Portfolioabwicklung abbilden muss, findet hier ein zusammenhängendes System. Der modulare Zuschnitt hilft, nur das zu bezahlen, was gebraucht wird.

Für aktive Privattrader lohnt sich der direkte Weg dagegen selten. Es gibt keinen Einzelplatztarif zum Anklicken, und die Börsengebühren für Echtzeitdaten treffen den Einzelnutzer voll. Wer Charts, Futures oder Optionen handeln will, fährt mit der Plattform seines Brokers oder einer spezialisierten Chartsoftware meist günstiger.

Wer außereuropäische Märkte in Echtzeit braucht, sollte genau hinsehen. Die Abdeckung endet bei Asien-Pazifik faktisch beim Tagesschlusskurs. Für den Handel an der New York Stock Exchange reicht der Katalog dagegen bis Level 2. Für deutsche Werte über die Börse Frankfurt oder die Börse Stuttgart ist die Abdeckung vollständig.

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Fazit zur Infront Börsensoftware

Infront ist kein Produkt, das man kauft, sondern eine Infrastruktur, die man meistens schon nutzt. Der Anbieter liefert die Marktdaten hinter vielen deutschen Finanzportalen und Depotmasken. Genau deshalb begegnet der Name so vielen Anlegern, ohne dass klar wäre, was dahintersteckt.

Die Stärke liegt eindeutig in Europa. Von 45 gelisteten europäischen Handelsplätzen sind 40 in Echtzeit verfügbar, die nordischen Börsen und die Schweiz sogar mit voller Orderbuchtiefe. Wer europäische Aktien, Anleihen und Derivate abdecken muss, bekommt hier eine breite Basis.

Die Schwäche ist ebenso eindeutig. Im asiatisch-pazifischen Raum liefert der Katalog bei keinem einzigen Handelsplatz Echtzeit. Dazu kommt die fehlende Preistransparenz: Ohne Vertriebsgespräch lässt sich nicht beurteilen, ob das Angebot günstig ist.

Für Privatanleger bleibt die nüchterne Einordnung. Der direkte Weg zu Infront lohnt sich praktisch nie. Sinnvoll ist die Kenntnis des Namens trotzdem, weil sie erklärt, warum auf dem einen Portal Infront DE 40 steht und auf dem anderen DAX. Beides meint denselben Index, nur aus einer anderen Quelle.

Häufige Fragen zu Infront

Kann ich Infront als Privatanleger nutzen?

Nein, Infront verkauft direkt an Banken, Broker und Vermögensverwalter. Es gibt keinen Einzelplatztarif zum Anklicken und keine App im Store. Als Privatanleger nutzt du die Daten indirekt, nämlich dann, wenn deine Bank oder dein Broker sie in die eigene Oberfläche einbindet.

Was bedeutet die Angabe Infront Indikation bei einem Kurs?

Sie bedeutet, dass der angezeigte Wert von Infront berechnet wurde und nicht der offizielle Stand des Indexanbieters ist. Für einen schnellen Überblick reicht das aus. Als Abrechnungskurs für Derivate taugt eine Indikation nicht, dafür zählt der offizielle Indexstand.

Ist Infront dasselbe wie vwd?

Im deutschen Markt im Ergebnis ja. Infront hat die vwd Vereinigte Wirtschaftsdienste 2019 für 130 Millionen Euro übernommen und die Marke vwd im März 2020 aufgegeben. Die Gesellschaften und Produkte laufen seitdem unter dem Namen Infront weiter.

Liefert Infront auch asiatische Börsen in Echtzeit?

Nein. Der öffentliche Datenkatalog listet 16 Handelsplätze im asiatisch-pazifischen Raum, darunter Tokio, Hongkong, Shanghai und Singapur. Bei keinem einzigen davon ist Echtzeit ausgewiesen, verfügbar sind nur Tagesschluss- und teilweise verzögerte Kurse.

Was ist Infront Analytics?

Darunter lief die Plattform für Unternehmensbewertung und Aktien-Research mit Zugriff auf Kennzahlen und Fundamentaldaten. Als eigener Produktname wird sie nicht mehr beworben. Die Funktionen stecken heute in den Modulen für Data Intelligence und Portfoliomanagement, ein Produktupdate vom Juni 2025 nennt dort Analytics-Widgets mit Fundamentaldaten zu über 45.000 Unternehmen.

Wie erreiche ich Infront in Deutschland?

Der deutsche Standort sitzt in Frankfurt am Main, Mainzer Landstraße 178 bis 190. Das Impressum nennt die Telefonnummer +49 69 50701-0. Eingetragen ist die Gesellschaft beim Amtsgericht Frankfurt am Main unter HRB 100445.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading. Er handelt seit 1980 diskretionär nach Price Action und arbeitet vor allem in Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten. Systeme und Automaten beurteilt er als Praktiker von außen, nicht als Entwickler.

Seine Arbeit hat die deutschsprachige Trading-Literatur mitgeprägt. Ende der 1980er übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte sowie verlegte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für einen Softwaretest bringt er die Perspektive des langjährigen Anwenders mit. Karsten hat über vier Jahrzehnte mit Chartsoftware gearbeitet, von Papiercharts bis zu heutigen Plattformen, und kennt den Unterschied zwischen einer beeindruckenden Funktionsliste und den wenigen Werkzeugen, die im Handelsalltag wirklich benutzt werden.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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