Der GD 50 ist der Durchschnitt der Schlusskurse aus 50 Handelstagen. Er zeigt dir als Linie im Chart, wohin ein Wert mittelfristig läuft. Liegt der Kurs darüber, ist der Trend intakt. Fällt er darunter, kippt die Lage. Mehr steckt zunächst nicht dahinter, und genau darin liegt die Stärke dieser Linie.
Interessant wird der GD 50 durch seine Verbreitung. Fondsmanager, Chartdienste und Börsenmedien schauen auf dieselbe Linie. Dadurch wird sie zu einer Marke, an der sich viele orientieren, und häufig auch zu einer dynamischen Unterstützung im Aufwärtstrend. Der Preis dafür: Der GD 50 läuft dem Kurs immer hinterher, weil er aus vergangenen Daten entsteht.
Dieser Artikel zeigt dir, wie der GD 50 gerechnet wird, wo der Unterschied zwischen SMA und EMA liegt und wie du die Linie in vier gängigen Chartprogrammen einblendest. Dazu kommen vier Anwendungen aus der Praxis mit echten Charts, die ehrlichen Schwächen der Methode und eine Excel-Formel zum Nachrechnen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
GD 50 oder 50 Tage Linie: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Definition: Der GD 50 ist der Durchschnittskurs der letzten 50 Handelstage. Mit jedem neuen Tag fällt der älteste Kurs heraus, der neue kommt hinzu.
- Rechenweg: Summe der 50 Schlusskurse geteilt durch 50. Beim EMA 50 zählen die jüngsten Kurse stärker, er reagiert dadurch schneller.
- Trendfilter: Kurs über dem GD 50 gilt als mittelfristiger Aufwärtstrend, Kurs darunter als Abwärtstrend. Pendelt der Kurs um die Linie, herrscht eine Seitwärtsphase.
- Unterstützung und Widerstand: In Korrekturen läuft der Kurs häufig an den GD 50 heran und dreht dort wieder ab. Im Abwärtstrend wirkt die Linie umgekehrt als Widerstand.
- Kreuzungen: Schneidet der GD 50 den GD 200 von unten, entsteht das Golden Cross. Von oben nach unten entsteht das Death Cross.
- Grenze: Der GD 50 ist ein nachlaufender Indikator. In Seitwärtsmärkten produziert er regelmäßig Fehlsignale, deshalb gehört immer das Chartbild dazu.
- Einordnung: Der GD 50 deckt die mittlere Frist ab. Der GD 200 steht für die lange Frist, ein GD 20 für die kurze.
Was ist ein gleitender Durchschnitt (GD)?
Ein gleitender Durchschnitt ist eine geglättete Kurslinie: Er mittelt die Schlusskurse einer festgelegten Anzahl von Handelstagen und schiebt dieses Fenster mit jedem neuen Tag um einen Tag weiter.
Wie viele Kurse einfließen, legst du selbst fest. Eine Vorschrift gibt es nicht. In den Medien dominiert die Kurshistorie von 200 Tagen, im aktiven Handel sind kürzere Einstellungen wie der hier vorgestellte GD 50 verbreitet. Wer die Grundlagen dahinter vertiefen will, findet sie im Ratgeber zum gleitenden Durchschnitt.
Der GD 50 ist der gleitende Durchschnitt über 50 Handelstage und gilt als Standardfilter für den mittelfristigen Markttrend.
Die Länge entscheidet über den Charakter der Linie. Ein kurzer Durchschnitt klebt am Kurs und dreht schnell, produziert aber viele Fehlsignale. Ein langer Durchschnitt läuft ruhig, meldet Trendwechsel dafür spät. Der GD 50 liegt bewusst dazwischen. Zusätzlich unterscheiden sich die Berechnungsweisen darin, wie stark sie die jüngsten Kurse gewichten.
Welche gleitenden Durchschnitte gibt es?
Eine abschließende Zahl gibt es nicht. Aus den unterschiedlichen Rechenwegen sind über die Jahre zahlreiche Varianten entstanden. Das Spektrum beginnt beim einfachen Durchschnitt, in den nur die Schlusskurse eingehen, und reicht bis zu Varianten, die Volatilität oder Handelsvolumen mitrechnen.
In der Praxis reichen zwei davon für den Anfang. Der einfache Durchschnitt (SMA) und der exponentielle Durchschnitt (EMA) decken den größten Teil der Anwendungen ab. Alles Weitere sind Spezialfälle, die dann sinnvoll werden, wenn du ein konkretes Problem damit lösen willst.
Wie wird ein gleitender Durchschnitt berechnet?
Der Rechenweg hängt von der Gewichtung ab. Beim einfachen Durchschnitt zählt jeder Kurs gleich viel. Bei gewichteten Varianten bekommen die jüngsten Kurse mehr Einfluss. Beide Wege führen zu einer Linie im Chart, sie reagieren nur unterschiedlich schnell.
Der einfache gleitende Durchschnitt (SMA)
Der SMA ist der am weitesten verbreitete gleitende Durchschnitt. Sein Rechenweg ist so schlicht, dass ihn jedes Chartprogramm anbietet und du ihn im Zweifel selbst nachrechnen kannst. Simple Moving Average heißt übersetzt genau das: einfacher gleitender Durchschnitt.
Wie wird der einfache gleitende Durchschnitt (SMA) berechnet?
Du addierst die Schlusskurse der letzten 50 Handelstage und teilst die Summe durch 50. Mehr passiert nicht.
Formel: SMA = Summe der Schlusskurse über n Tage geteilt durch die Anzahl der Schlusskurse
Beispiel: SMA 50 = 10.000 / 50 = 200
Bei einer Kurssumme von 10.000 über die letzten 50 Tage liegt der einfache GD 50 also bei 200. Jeder Tag zählt darin gleich viel, unabhängig davon, wie alt der Kurs ist.
Der exponentielle Durchschnitt (EMA)
Der EMA gewichtet die jüngsten Kurse stärker. Je älter ein Kurs ist, desto weniger Gewicht bekommt er. Dadurch dreht die Linie früher als der SMA, sie reagiert aber auch empfindlicher auf einzelne Ausreißer.
Wie wird der exponentielle gleitende Durchschnitt (EMA) berechnet?
Für den EMA brauchst du drei Größen: den aktuellen Schlusskurs, den EMA des Vortags und einen Multiplikator. Der Multiplikator ergibt sich aus der Anzahl der Perioden.
Multiplikator für 50 Tage: 2 / (50 + 1) = 0,0392
Formel: EMA = (Schlusskurs × Multiplikator) + EMA des Vortags × (1 − Multiplikator)
Ein Rechenbeispiel mit einem Schlusskurs von 50 Euro und einem Vortages-EMA von 48:
EMA 50 = (50 × 0,0392) + 48 × (1 − 0,0392) = 1,96 + 46,12 = 48,08
Der neue EMA-Wert liegt damit bei 48,08. Er hat sich vom Vortageswert von 48 nur wenig entfernt, obwohl der Kurs bei 50 stand. Genau das ist die Glättung: Ein einzelner Tag verschiebt die Linie nur um Bruchteile.
Vergleich zwischen SMA und EMA
Am besten siehst du den Unterschied, wenn beide Linien im selben Chart liegen.
Der EMA liegt sichtbar näher am Kursgeschehen als der SMA. Im Tesla-Chart läuft er in Bewegungen dichter am Kurs und dreht an den Wendepunkten früher. Der Grund ist die höhere Gewichtung der aktuellen Kurse. Für dich heißt das: Der EMA meldet früher, der SMA meldet ruhiger. Welcher besser passt, hängt davon ab, ob dich Fehlsignale oder späte Signale mehr stören.
Weitere Arten von gleitenden Durchschnitten
Neben SMA und EMA existiert eine ganze Reihe weiterer Varianten. Sie unterscheiden sich darin, welche Faktoren zusätzlich einfließen.
- KAMA (Kaufman Adaptive Moving Average): berücksichtigt Volatilität und Trendstärke
- WMA (Weighted Moving Average): gewichtet neuere Kurse höher als ältere
- VWMA (Volume-Weighted Moving Average): lässt das Handelsvolumen in die Berechnung einfließen
- Und viele weitere, die in der Praxis aber Nischenfälle bleiben
Wo finde ich den gleitenden Durchschnitt?
Gleitende Durchschnitte gehören zur Grundausstattung jedes Chartprogramms. Fast immer stehen sie neben der Webversion auch in der App zur Verfügung. Wir zeigen den Weg bei vier Anbietern: stock3, Onvista, TraderFox und TradingView. Einen Überblick über weitere Programme findest du in der Übersicht zur Trading Software.
Der GD 50 bei stock3
Bei stock3 steckt der GD im Menü „Indikatoren”. Öffne den gewünschten Wert, klicke oben auf Indikatoren und dort auf das Feld Durchschnitte. Zur Auswahl stehen mehrere Arten von gleitenden Durchschnitten. Aus eigener Anwendung: Die Durchschnitte werden bei stock3 auch in der App angezeigt. Unsere Einschätzung zum Anbieter steht in den stock3 Erfahrungen.

Nach der Auswahl liegt die Linie im Chart. So sieht der GD 50 im L&S DAX bei stock3 aus.
Der GD 50 bei Onvista
Bei Onvista führt der Weg über die Registerkarte „Chartanalyse”. Öffne einen Chart, wechsle auf Chartanalyse und dort auf Technische Indikatoren. Die gleitenden Durchschnitte stehen dort zwischen den übrigen Indikatoren.
Danach zeigt Onvista den Chart mit der eingezeichneten Linie. Im Beispiel läuft der GD 50 durch den Kursverlauf der BASF-Aktie.
Der GD 50 bei TraderFox
Bei TraderFox brauchst du das TradingDesk. Öffne dort den gewünschten Wert. Über dem Chart liegt die Rubrik Indikator, in der du zwischen weiteren Indikatoren und Oszillatoren auf die gleitenden Durchschnitte zugreifst.
Nach der Auswahl erscheint der GD 50 direkt im Kurschart. Im Beispiel wieder der L&S DAX.
Der GD 50 bei TradingView
Bei TradingView liegt der GD ebenfalls unter „Indikatoren”. Die Schaltfläche sitzt über dem Chartbild. Dort findest du Indikatoren, Metriken und Strategien, darunter die gleitenden Durchschnitte. Tippe „Moving Average” in die Suche, dann geht es am schnellsten.
Ist der GD 50 gewählt, zeichnet TradingView die Linie in den Chart. Die Periode stellst du danach in den Einstellungen des Indikators von 9 auf 50.
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Anwendungsbeispiele des GD 50
Vier Anwendungen decken den größten Teil der Praxis ab. Alle vier lassen sich mit einem einzigen Indikator im Chart umsetzen, drei davon sogar ohne weitere Werkzeuge.
Lage des Kurses zum 50-Tage-Durchschnitt
Die einfachste Anwendung ist der Blick darauf, wo der Kurs relativ zur Linie steht. Damit beurteilst du, ob ein Wert in einer Aufwärtsphase, einer Abwärtsbewegung oder einer Seitwärtsrange läuft.
Die Lesart ist unkompliziert. Kurs über dem GD 50 heißt aufwärts gerichtet, Kurs unter dem GD 50 heißt abwärts gerichtet. Pendelt die Linie eng um den Kurs, liegt eine Seitwärtsbewegung vor. In dieser Lage taugt der GD 50 nicht als Entscheidungsgrundlage.
Das Kursgeschehen bleibt trotzdem das erste Kriterium. Bildet sich unterhalb des GD 50 eine Umkehrformation, kann der Kurs auch dort nach oben drehen, ohne dass die Linie das vorher anzeigt. Umgekehrt gilt dasselbe oberhalb des Durchschnitts.
Kreuzung zweier gleitender Durchschnitte
Zwei Durchschnitte unterschiedlicher Länge erzeugen Signale an ihren Schnittpunkten. Kreuzt der kurze den langen von unten nach oben, entsteht ein Kaufsignal. Kreuzt er ihn von oben nach unten, entsteht ein Verkaufssignal. Auch hier gilt: In Seitwärtsphasen sind diese Signale wertlos, weil sich die Linien ständig überschneiden.
Die bekannteste Kombination ist GD 50 gegen GD 200. Ihre Schnittpunkte tragen eigene Namen und sind ausführlich beschrieben, das Golden Cross für die Aufwärtsvariante und das Death Cross für die Gegenrichtung.
Praktisch ist der EMA-Difference-Indikator, den unter anderem stock3 anbietet. Er stellt den Abstand beider Durchschnitte als eigene Kurve dar. Die Schnittpunkte liest du dann direkt am Nulldurchgang ab, statt sie im Chart zu suchen.
Kombination des GD 50 mit einem Oszillator
Trendfolge und Oszillator ergänzen sich. Der GD 50 liefert die Richtung, der Oszillator den Zeitpunkt. Im Beispiel kombinieren wir den GD 50 mit dem Stochastik-Oszillator in der Einstellung Sto 5,3 Slow.
Im markierten Bereich bildet der Kurs ein Doppeltief aus. Drei Dinge treffen dort zusammen: Der Kurs steht über dem GD 50, der GD 50 zeigt selbst nach oben, und die Stochastik notiert unter 25. Diese Konfluenz spricht für steigende Kurse. Eine Garantie ist es nicht, aber die Kombination filtert einen großen Teil der schwachen Signale heraus.
GD 50 als Unterstützung und Widerstand
Im Trend wirkt der GD 50 wie eine mitlaufende Linie im Sand. Wer den Durchschnitt als Unterstützung oder Widerstand nutzt, arbeitet mit einer dynamischen Zone statt mit einem festen Kursniveau.
Im L&S DAX ist das gut zu sehen. In den markierten Bereichen läuft der Kurs in Korrekturen an den GD 50 heran und dreht dort wieder nach oben. Wichtig: Die Linie hält nicht auf den Cent genau. Rechne mit einer Zone um den Durchschnitt herum, nicht mit einem exakten Punkt.
Vorteile eines GD 50
Der GD 50 verdankt seine Verbreitung vier Eigenschaften. Sie erklären, warum die Linie in fast jedem Chart auftaucht.
Vorteile des GD 50
- Schnellere Reaktion als der GD 200: In den GD 50 fließen weniger Kurstage ein, deshalb dreht er bei Trendwechseln früher als der GD 200.
- Ruhigeres Bild als der reine Kursverlauf: Die Glättung nimmt Spitzen aus der Bewegung heraus, die Trendrichtung wird dadurch besser erkennbar.
- Nachvollziehbarer Rechenweg: Beim einfachen GD 50 teilst du die Summe der Kurse durch ihre Anzahl. Du kannst jeden Wert selbst nachrechnen.
- Überall verfügbar: Gleitende Durchschnitte stecken in jedem gängigen Chartprogramm und meist auch in der zugehörigen App.
Nachteile eines GD 50
Die Schwächen liegen in der Konstruktion selbst. Wer sie kennt, vermeidet die typischen Fehlanwendungen.
Nachteile des GD 50
- Nachlaufender Indikator: Der GD 50 rechnet mit vergangenen Kursen und hinkt dem aktuellen Kurs damit zwangsläufig hinterher.
- Fehlsignale in Seitwärtsphasen: Pendelt der Kurs um die Linie, entstehen ständig neue Über- und Unterschreitungen. In dieser Lage führt der GD 50 zu Fehleinschätzungen.
- Kein eigenständiges Handelssignal: Die Linie sagt nichts über Kursziel, Risiko oder Marktumfeld. Ohne Chartbild und Risikosteuerung bleibt sie unvollständig.
- Optimierungsfalle: Wer die Periodenlänge so lange verschiebt, bis sie in der Vergangenheit gut aussah, hat vor allem den Rückspiegel optimiert.
Gegen die Trägheit hilft der EMA. Er gewichtet die aktuellen Kurse stärker und reagiert dadurch schneller. Den ersten Nachteil mildert das, den zweiten nicht: In Seitwärtsphasen erzeugt ein schnellerer Durchschnitt eher mehr Fehlsignale, nicht weniger.
Kann man einen gleitenden Durchschnitt mit Excel berechnen?
Ja, der einfache gleitende Durchschnitt lässt sich in Excel mit einer einzigen Formel berechnen, weil er nichts anderes ist als der Mittelwert einer Kursreihe.
Am schnellsten geht es über die Funktion „Mittelwert”. Trag die letzten 50 Schlusskurse in eine Spalte ein und lass Excel den Mittelwert über diesen Bereich bilden.
Der zweite Weg macht die Rechnung sichtbar. Stehen die Schlusskurse der letzten 50 Tage in den Zellen B3 bis B52, addierst du sie und teilst durch 50:
=SUMME(B3:B52)/50
Bei gewichteten Durchschnitten wird es unhandlich. Ein EMA braucht den Vortageswert und damit eine fortlaufende Spalte über den gesamten Zeitraum. Machbar ist das, sinnvoll meistens nicht. Dafür ist ein Chartprogramm das bessere Werkzeug.
Einsatz des GD 50 bei den Signalservices des Autors
Ich nutze den gleitenden Durchschnitt in meiner täglichen Arbeit auf zwei Arten. Einmal in Verbindung mit einem Oszillator, vorwiegend der Stochastik. Und einmal, um die Lage des Kurses zur Linie einzuordnen. Beides sind genau die Anwendungen, die oben im Chart zu sehen sind.
Umgesetzt wird das in zwei Diensten von Kagels Trading. In den Aktien-Signalen und in den Turboschein- und Optionsschein-Signalen. Dort entstehen Trading-Ideen, in die der gleitende Durchschnitt als einer von mehreren Bausteinen einfließt.
Für wen das nichts ist: Wer nur den GD 50 nachbauen und selbst handeln will, braucht keinen Signaldienst. Die Anwendungen in diesem Artikel reichen dafür aus. Ein Dienst lohnt sich erst, wenn dir für die tägliche Marktsichtung die Zeit fehlt.
Fazit: Der GD 50 ist ein Filter, kein Signalgeber
Such dir zuerst die Länge aus, dann die Berechnungsweise. Die Anzahl der Tage bestimmt, wie träge die Linie läuft. Die Gewichtung bestimmt, wie schnell sie auf neue Kurse reagiert. Wer beim einfachen Durchschnitt bleibt, bekommt einen nachvollziehbaren Rechenweg und verzichtet dafür auf Tempo. Wem Tempo wichtiger ist, greift zum EMA und lässt die Rechnung vom Programm erledigen.
Ein gleitender Durchschnitt trägt keine Handelsentscheidung allein. Das Chartgeschehen bleibt das erste Kriterium, der GD 50 ordnet es ein. Genau deshalb steht er in diesem Artikel viermal in Kombination mit etwas anderem: mit der Kurslage, mit einem zweiten Durchschnitt, mit einem Oszillator und mit Unterstützungszonen.
50 Tage sind eine gebräuchliche Länge, keine bessere. Neben dem 200-Tage-Durchschnitt ist der GD 50 die am häufigsten verwendete Einstellung, und ein Teil seiner Wirkung kommt genau aus dieser Verbreitung. Probier trotzdem aus, welcher Zeitraum zu deinem Handelsstil passt. Nur nicht so lange, bis die Linie in der Vergangenheit perfekt aussieht.
Häufige Fragen zur 50-Tage-Linie (GD 50)
Was ist die 50-Tage-Linie (GD 50)?
Die 50-Tage-Linie ist ein gleitender Durchschnitt, der den Durchschnittskurs eines Wertpapiers über die letzten 50 Handelstage darstellt. Sie dient als Filter für den mittelfristigen Markttrend und gehört zu den am weitesten verbreiteten technischen Indikatoren.
Wofür steht die Abkürzung GD?
GD steht für gleitender Durchschnitt, im Englischen Moving Average. Die Zahl dahinter nennt die Anzahl der Perioden. GD 50 bedeutet also: gleitender Durchschnitt über 50 Handelstage.
Was bedeutet es, wenn der Kurs den GD 50 nach unten kreuzt?
Fällt der Kurs unter die 50-Tage-Linie, werten viele Marktteilnehmer das als Warnsignal für nachlassende Stärke oder den Beginn einer Korrektur. Zwingend ist das nicht: In Seitwärtsphasen entstehen solche Unterschreitungen ständig, ohne dass ein Abwärtstrend folgt.
Was ist ein Golden Cross und ein Death Cross?
Kreuzt der GD 50 den GD 200 von unten nach oben, entsteht das Golden Cross als bullisches Signal. Kreuzt er ihn von oben nach unten, entsteht das Death Cross als bärisches Signal. Beide Kreuzungen gelten als langfristige Trendsignale.
Was ist besser, SMA oder EMA?
Beim SMA zählt jeder der 50 Tage gleich viel, beim EMA zählen die jüngsten Kurse stärker. Der EMA dreht deshalb früher, produziert aber auch mehr Fehlsignale. Der SMA läuft ruhiger und meldet Wechsel später. Besser ist keiner von beiden, sie lösen unterschiedliche Probleme.
Wie unterscheidet sich der GD 50 vom GD 200?
Der GD 50 deckt die mittlere Frist ab und reagiert schneller, weil weniger Kurstage einfließen. Der GD 200 steht für die lange Frist und läuft deutlich träger. Kurze Einstellungen wie ein GD 20 bilden dagegen kurzfristige Bewegungen ab.
Funktioniert die 50-Tage-Linie in allen Märkten?
Die Linie wird in Aktien, Forex, Rohstoffen und Kryptowährungen eingesetzt und ist in jedem Chartprogramm verfügbar. Ihre Aussagekraft sinkt allerdings in sehr volatilen Märkten und in ausgeprägten Seitwärtsphasen.
Über den Autor: Heiko Zeh
Heiko Zeh ist Profi-Trader und leitender Analyst bei Kagels Trading. Sein Schwerpunkt liegt auf Hebelprodukten und der praktischen Bewertung von Optionsscheinen, Knock-Outs und Zertifikaten.
Mit über 30 Jahren Markterfahrung arbeitet er täglich mit gleitenden Durchschnitten. Als Signalgeber für das Optionsschein- und Zertifikate-Swingtrading nutzt er den GD 50 zur Einordnung der Kurslage und in Kombination mit dem Stochastik-Oszillator. Die Anwendungen in diesem Artikel stammen aus dieser Praxis.
Alle Chartbeispiele wurden in stock3, Onvista, TraderFox und TradingView selbst erstellt. Die Rechenbeispiele zu SMA und EMA sind nachrechenbar im Artikel dokumentiert. Heikos Einordnung: Der GD 50 ist ein Filter, kein Signalgeber.
Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.
























