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Forex-Broker - welcher ist gut und sicher?

Der Forexhandel ist nach wie vor sehr beliebt.  Mit einem täglichen Volumen von $5,1 Billionen ist der Devisenhandel der größte und liquideste Markt der Welt.

Selbst der größte Rentenmarkt der Welt, der US Bond Markt, weißt "nur" ein tägliches Volumen von ca. $456 Milliarden auf.

Daher ist das Interesse am Forex Trading dementsprechend groß und somit gibt es auch eine Vielzahl an Brokern. Eine hohe Nachfrage bringt in der Regel ein hohes Angebot mit sich. So auch im Forex. Doch immer wieder hört man von unseriösen Forex-Brokern und Kunden, die geschädigt wurden.

In diesem Artikel möchten wir Ihnen zeigen, worauf Sie achten sollten, um für sich selbst in Zukunft eine Benachteiligung durch den Forex-Broker mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ausschließen zu können.

Forex Broker Informationen

Was Sie bei der Wahl Ihres Forex Brokers beachten sollten.

Das Unternehmen hinter dem Forex-Broker

Extrem wichtig zu wissen ist, welches Unternehmen genau sich hinter dem Broker verbirgt. Wie auch bei einem langfristigen Investment in Aktien sollte man sich nur starke Unternehmen als Broker raussuchen.

Solide Finanzstabilität des Brokers und die Bilanz

Eine solide Finanzstabilität und Bilanz ist wichtig, so dass der von Ihnen gewählte Forex-Broker auch in wirtschaftlich schlechten Zeiten bestehen kann. Ein gutes Indiz sind Broker, die es schon in Krisenzeiten gegeben hat und die diese schlechten Zeiten überstehen konnten.

Für den Forexhandel kann man zum Beispiel den Crash des Schweizer Franken im Jahr 2015 heranziehen, als die Schweizer Nationalbank (SNB) entschieden hatte, den Währungskurs von EUR/CHF nicht weiter bei 1,20 zu stützen und gleichzeitig den Zinssatz von 0,5 auf -0,75 % zu senken.

Dies führte zu einem extrem heftigen Kursverlust. Der EUR/CHF stürzte am 15.01.2015 um 30 % auf 0,842 ab. Da die Bewegung so heftig war, griff bei vielen Forex-Tradern der Stop im Markt erst spät. Denn mit der Erteilung eines Stop-Auftrag wird die Order erst zum nächsten Kurs ausgeführt. Dies stellt in der Regel auch keinerlei Probleme dar. Extreme Ereignisse wie der Crash aber schon. Durch die eingesetzten hohen Hobel rutschten so viele Konten innerhalb von Minuten ins Minus. Viele Anleger mussten Geld nachschießen, da die Postionen  nicht rechtzeitig glatt gestellt werden konnten.

Da der EUR/CHF durch die SNB bei 1,20 gestützt war, gab es zunächst auch keine Quotierungen im Interbankenhandel. Daher fehlte es unterhalb der 1,20 auch zunächst an Liqudität, was diesen extremen Ausschlag zur Folge hatte.

Viele Broker konnten die Verluste aufgrund ihrer soliden Finanzstabilität jedoch verkraften.

Eine Ausnahme bildete zum Beispiel der Broker Alpari. Dieser musste Insolvenz anmelden, da die Verluste die liquiden Mittel von Alpari überstiegen. Auch FXCM und Saxo Bank musste extrem hohe Verluste im Vergleich zu ihren liquiden Mitteln verzeichnen, doch konnten am Ende beide ihr Fortbestehen sichern.

Der Forex Broker Plus500 soll sogar einen Gewinn verzeichnet haben. Meiner Meinung nach hätte Plus500 diese Aussage besser nicht tätigen sollen. Denn dies kommt der Vermutung nahe, dass eine Vielzahl der Trades nicht gehedgt wurden. Das heißt, die Verluste des Kunden sind Gewinne für den Broker. Da 95 % der Kunden auf lange Sicht kein Geld verdienen, kann der Forex Broker so ein profitables Business führen. Genau solche Broker sollten aber meiner Meinung definitiv gemieden werden.  Meinung.

Ein fast unverändertes Capital Adequacy Ratio (CAR) nach dem "Schwarzen Tag" im Devisenmarkt ist ein sehr gutes Indiz, dass auch zukünftige Erdbeben an den globalen Finanzmärkten überstanden werden können. Bei JFD Brokers blieb das CAR unverändert bei 24,5 %.

Je größer die Finanzstabilität und die Bilanz des Brokers, desto besser ist die Wahrscheinlichkeit, das der Forex Broker auch rauhe Zeiten gut überstehen wird.

So auch bei Interactive Brokers. Die Verluste aufgrund des Crash betrugen gerade einmal 2,5 % des Finanzvermögen und daher konnte IB schon aufgrund seiner enormen Finanzstabilität fast unbeschadet aus dem Crash kommen.

Historie und Rating

Auch wichtig ist, wie lange das Unternehmen bzw. der Broker schon am Markt besteht. Je länger, desto besser, da so schon mehrere wirtschaftlich schwere Zeiten überstanden wurden. Denn erst in Krisen und Extremsituationen zeigt sich, ob ein Unternehmen/Broker auch wirklich gut aufgestellt ist.

Eine zusätzliche Hilfe kann sein, wenn das Unternehmen, das hinter dem Broker steht, zusätzlich über ein gutes Rating verfügt. Aber nur die wenigsten Unternehmen, die sich hinter dem Broker befinden, verfügen überhaupt über ein Rating. Auch sollte man bedenken, das gute Ratings durchaus manipulativ erworben sein könnten.

Anleger- und Kontoschutz

Hierbei geht es darum, wie Sie als Anleger und Ihr Konto durch mögliche unvorhersehbare Risiken geschützt werden.

Negative Balance Protection Policy

Auch dies ist ein wichtiger Kritikpunkt. Damit verzichtet der Broker weitestgehend auf eine Nachschusspflicht. Das heißt im Klartext, dass die negativen Kontostände der Kunden aus eigenen Mitteln des Brokers ausgeglichen werden. Durch automatisierte Risiko-Management-Systeme sollen negative Kontensalden verhindert werden.

Ein gutes Beispiel waren Admiral Markets und Oanda, die negative Kontostände aus eigenen Mitteln ausglichen.

IG Markets hat den Kunden zwar 90 % von der Höhe der Nachschusspflicht erlassen, aber selbst die restlichen 10 % stellten besonders für Kunden, die mit hohem Hebel gearbeitet haben, eine große Summe dar.

Extremsituationen sind immer eine gute Möglichkeit, um die wirkliche Fassade eines Brokers zu sehen. Denn hier geht es um viel Geld, und da hört bekanntermaßen der Spaß auf.

Liquidierung des Unternehmen

Wenn einem Unternehmen trotz allen Umständen doch eine Liquidierung droht, so sollten die Gelder separat zu ausschließlichen Gunsten des Kunden verwahrt werden.

Je häufiger die Berechnung der Verbindlichkeiten für Kundenrückstellungen stattfindet, desto besser. Der Branchenstandard ist monatlich oder wöchentlich, doch gibt es auch einige Broker, die dies täglich berechnen.

Bei täglicher Berechnung ist der Schutz für Guthabenbeträge, die der Kunde einzahlt, am höchsten. Denn in der Regel wird nur das Guthaben geschützt, das zum Zeitpunkt der letzten Berechnung bereits als Einlage vorhanden war.

Im Falle einer Insolvenz ist auch so eine schnellere Ermittlung der jeweiligen Kunden möglich. Wie lange eine Rückzahlung der Vermögenswerte dauern kann, wenn keine tägliche Berechnung statt fand, konnte man an dem Beispiel von Lehman Brothers sehen.

Echtzeit-basierte Risiko-Marginanforderung

Die Risiko-Marginanforderung sollte auf allen Kundenkonten in Echtzeit berechnet werden. Die Mehrheit der Branche berechnet dies allerdings am Tagesende.

Wird dies nicht in Echtzeit berechne,t kann eine Liquidierung des Kontos aufgrund nicht ausreichender Vermögenswerte später geschehen, was ein erhöhtes Risiko mit sich bringt.

Der Broker sollte die Liquidierungen in Echtzeit durchführen, um das Konto so schnell wie möglich wieder in Einklang mit den geltenden Marginanforderungen zu bringen.

Kundengelder getrennt vom Firmenkapital

Kundengelder sollten getrennt vom Firmenkapital gehalten werden, so dass diese im Falle einer Insolvenz nicht betroffen sind. Diese sollten bei den sichersten Finanzinstitutionen gehalten werden. Zudem sollte eine Einlagensicherung bestehen. Das bedeutet, dass falls ein Forex-Broker nicht in der Lage sein sollte, die Einlagen seiner Kunden zurückzuzahlen, sind die Rückzahlungsansprüche in gewissem Umfang durch die Einlagensicherung abgesichert.

Trennung der Brokerage- und Market-Making-Tätigkeiten

Die Brokerage- und Market-Making-Tätigkeiten sollten in getrennten Gesellschaften erfolgen. Beide Gesellschaften sollten zudem bei den örtlichen Aufsichtsbehörden registriert sein. Es sollte eine strikte systematische und prozessuale Trennung der beiden Geschäftszweige stattfinden

Keine Spekulationsgeschäfte auf eigene Rechnung

Der Broker sollte ausschließlich als Vermittler für Handelstätigkeiten von Kunden agieren und keine eigenen Spekulationsgeschäfte tätigen.  Ein gutes Beispiel ist hierfür wieder einmal Lehman Brothers und zusätzlich MF Global. Bei Beiden wurde die Insolvenz durch Risiken aus proprietären Positionsbeständen verursacht.

Zugriffsschutz und Diskretion

Der Schutz des Kontos und der Vermögenswerte sollte durch ein Secure-Login-System sichergestellt werden. So können sich selbst Hacker, die über Ihren Benutzernamen und Passwort verfügen, nicht ohne den physischen Zugang zum Sicherheitsgerät einloggen.

Auch sollten ein vertraulicher und sicherer Umgang der persönlichen Daten gewährleistet sein.

Regulierung und Lizensierung

Der Broker sollte registriert und lizensiert sein. Zudem sollte dieser unter strikten europäischen Regulierungsvorschriften agieren:

Zudem sollte er Mitglied im Investor Compensation Fund (ICF) oder Securities Investor Protection Corporation (SIPC)  sein. So können die Kunden zusätzlich einen Anspruch an die jeweiligen Einrichtungen stellen, sollte der Broker nicht mehr in der Lage sein, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Dies ist ein zusätzlicher Schutz zur Einlagensicherung.

Auszeichnungen

Generell ist auch gut, wenn der Broker über Auszeichnungen verfügt. Doch sollte der Fokus nicht auf den Auszeichnungen liegen. Denn die wichtigsten Faktoren zur Brokerauswahl sind andere. Aber schaden kann es nie. Nur sollte man sich auch bewusst sein, dass die Ergebnisse von Auszeichnungen auch manipulativ erlangt sein könnten.

Pricing und Kursausführung

Kursausführung, sowie Spread, Slippage und Transaktionskosten

Dies ist ein weiter wichtiger Aspekt. Die Kursausführung sollte fair und schnell sein. Auch sollte der Spread angemessen sein. Viele Broker werben mit günstigen Transaktionskosten, aber erhöhen dafür den Spread.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die anfallende Slippage, die wir hier genauer erklären.

DMA/STP Forex Broker

Der Broker sollte einen direkten Marktzugang (DMA/STP) zu einer Vielzahl an Liquiditätsanbietern anbieten. So handelt man direkt mit führenden Liquiditätsanbietern wie Banken, Nicht-Banken und MTFs. Hierdurch hat man die Möglichkeit, jederzeit den bestmöglichen Kurs zu erhalten. Die Orders werden direkt über eine Brücke an den Liquiditätspool weitergeleitet. Durch ein reines STP werden die Orders somit auf einer Fill or Fill Basis ausgeführt.  Die Orders werden somit nicht abgewiesen. Zusätzlich kann es sogar zu einer Preisverbesserung und einer positiven Slippage kommen.

DMA/STP bringt folgende Vorteile mit sich:

  • Keine Benachteiligungen
  • Keine Re-Quotes
  • Direkter Zugang zum besten Bid/Ask
  • Kein Interessenkonflikt
  • Vollständige Transparenz

Sollte ein Forex Broker von sich behaupten ein DMA/STP Broker zu sein, achten Sie auch darauf, dass er in der Lage ist, dies durch einen Trade Execution Report und einer authentischen Post-Trade Transparenz zu beweisen.

Fazit dieses Artikels über Forex-Broker

Es gibt leider auch viele scharfe Schwarze in der Brokerindustrie. Doch kann man diese recht schnell und leicht identifizieren. Oftmals ist schon der erste Eindruck ausreichend. Wird zu viel aggressives Marketing des Brokers betrieben oder mit irgendwelchen Prominenten geworben, ist dies oft ein schlechtes Indiz.

Zudem würde ich prinzipiell jeden Broker meiden, der Binäre Optionen anbietet. Solche Broker würde ich generell von meiner Liste streichen.

Wenn hinter dem Broker ein solides Unternehmen steht, das schon mehrere Krisen überwunden hat und zusätzlich reguliert und lizensiert ist, ist das schon einmal gute Grundlage.

Ist der Broker darüberhinaus noch ein DMA/STP-Broker und kann dies auch nachweisen, bietet neben reinen CFDs auch die Möglichkeit, den Devinsen-Spotmarkt zu handeln, so ist der Broker mit hoher Sicherheit empfehlenswert.

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Hier finden Sie eine Liste von Forex-Brokern, die schon lange am Markt sind, niedrige Spreads und Kosten pro Trade haben, und so weit wir das einschätzen, von uns empfohlen werden können.

Schauen Sie sich in Ruhe die Anbieter an, besuchen Sie die Webseiten und treffen Sie dann Ihre Wahl.