Praktische Anleitung zum Price Action Trading

Price Action Trading wird häufig als eine undefinierbare Wunderwaffe für Trader angepriesen. Aber die Wahrheit ist, dass es weder undefinierbar noch magisch ist.

Es ist nicht undefinierbar. Tatsächlich können Sie die grundlegenden Prinzipien des Price Action Trading mühelos erfassen.

Magisch ist es auch nicht. Price Action Trading ist nur einer von vielen Tradingansätzen, der nicht auf magische Weise Gewinne generiert.

Glücklicherweise benötigen Sie keine magischen Tradingmethoden.

Um als Trader erfolgreich zu sein, brauchen Sie einen geeigneten Tradingansatz, der zu Ihrer Persönlichkeit passt.

  • Wollen Sie es einfach halten?
  • Wollen Sie herausfinden, ob Price Action Trading geeignet für Sie ist?
  • Wollen Sie erlernen, wie man mit Price Action tradet und zwar ohne komplizierte Fachsprache?
  • Wollen Sie einen Price Action Tradingansatz von der Pike auf erlernen?

Wenn Sie die obigen Fragen mit „ja“ beantwortet haben, ist dies die Anleitung, die Sie brauchen.

Übersicht zur Anleitung

Definition des Price Action Trading

Wie man die Price Action liest

  • Kursbalken
  • Swings und Rahmenbedingungen des Marktes
  • Arten von Trading Setups der Price Action

Wesentliche Tradingkonzepte für Price Action

  • Unterstützung und Widerstand
  • Trendlinien
  • Chartformationen

Fortgeschrittene Tradingkonzepte zur Price Action

  • Mehrere gescheiterte Versuche
  • Zusammenspiel
  • Mehrere Zeitrahmen

Ergänzende Trading-Werkzeuge

  • Gleitender Durchschnitt mit Price Action
  • Volumen mit Price Action
  • Charts ausschließlich mit Kursen (ohne „Zeit“)

Entwicklung eines eigenen Price Action Tradingplans

  • Einstiegsstrategie
  • Trade-Durchführung
  • Verluststopps
  • Gewinnziele

Beschleunigen Sie Ihre Price Action Ausbildung

  • Simulationstrading und Analyse
  • Quellen für weitere Untersuchungen

Definition des Price Action Trading

Puristen der Price Action beschreiben Price Action Trading als Trading mit Charts ohne Indikatoren. Diese Beschreibung entspricht einer rigorosen Sichweise, die Indikatoren verteufelt.

Diese stark vereinfachende Definition funktioniert gut als Vertriebslinie. Sie ist verlockend für Trader, die in Bezug auf Indikatoren desillusioniert wurden.

Aber das ist nicht die beste Lösung, um Price Action Trading zu definieren.

Wie sieht die beste Beschreibung für praktische Trader aus?

Definition: Price Action Trading ist Trading mit Kursbewegungen als wichtigster Schwerpunkt.

Ein realistischer Trader möchte das tun, was funktioniert, und zwar unabhängig von deren Bezeichnung oder Einordnung. Deshalb ist der Ausschluss anderer Instrumente abwegig.

Wenn Sie einen Indikator ausfindig machen, der hilfreich ist, sollten Sie ihn auch benutzen!

Aber denken Sie daran, diesen Indikator mit Price Action als Grundlage zu verwenden. Price Action muss der Grundpfeiler Ihrer Tradingstrategie sein.

Wie man die Price Action liest

Price Action ist ein kontinuierlicher Fluss von Daten. Um Price Action zu analysieren, müssen Sie die Daten zuerst in einzelne Teile zusammenfassen.

Das können Sie mühelos mit OHLC-Charts bewerkstelligen (OHLC = Eröffnung, Hoch, Tief, Schlusskurs).

Das bedeutet, dass der Kurschart Eröffnung, Hoch, Tief und Schlusskurs von jedem Tradingzeitraum aufweisen muss (zum Beispiel 5-Minuten-, Stunden- und Tagescharts).

Dafür sind sowohl westliche Charts mit Kursstäben als auch japanische Candlestick Charts geeignet.

In dieser Einleitung verwenden wir abwechselnd Kursstäbe und Candlesticks.

Balkenchart und Japanischer Candlestick Chart
Balkenchart und Candlestick Chart

Unser Lehrplan, der dazu dienen soll, dass Sie lernen, Price Action zu erfassen, lautet:

  1. Erfassen Sie Kursstäbe/Candlesticks, indem Sie einen nach dem anderen interpretieren.
  2. Beobachten Sie die Kursschwankungen, um die Marktbedingungen zu bestimmen (tendierend oder konsolidierend).
  3. Erfassen Sie, welche unterschiedlichen Arten von Price Action Setups zum jeweiligen Kontext des Marktes passen.

Kursbalken

Lernen, wie man Charts Bar für Bar liest, ist eine entscheidende Fähigkeit.

Daher habe ich diesbezüglich einen gesonderten Artikel verfasst: Anleitung für Anfänger zum Lesen der Price Action

Ich empfehle Ihnen dringend, den genannten Artikel zu lesen, um die Grundlagen zum Lesen der Kursbewegung zu erfassen. Damit können Sie von der Pike auf lernen, die Price Action zu verstehen.

Nachdem Sie den Artikel Anleitung für Anfänger zum Lesen der Price Action gelesen haben, wird der folgende Chart für Sie einen Sinn ergeben.

Price Action lesen mit zwei Kurskerzen
1. Kleinere Kursspanne – Abnehmende Volatilität | 2. Längere obere Schatten – zunehmender Verkaufsdruck | 3. Größere Kursspanne und wechselnde Kerzenkörper – zunehmende Volatilität und Marktumkehr

Im weiteren Artikel wird dies vertieft. Sie können aber wieder an diese Stelle zurückkehren, nachdem Sie die Grundlagen aufgenommen haben.

Swings und Rahmenbedingungen des Marktes

Jedes Mal, wenn der Markt die Richtung ändert, entwickelt sich ein neuer Kursausschlag.

Jeder Wendepunkt ist der Angel- oder Drehpunkt (Pivot) eines Swing. Wenn ein steigender Markt nach unten abdreht, entwickelt sich ein Swing-Hoch. Wenn ein fallender Markt nach oben dreht, entwickelt sich ein Swing-Tief.

Swings heben die Rahmenbedingungen des Marktes (Kontext) hervor.

Um den Sinn des Marktes zu verstehen, müssen Sie nur auf die Swing-Hochs und Swing-Tiefs achten.

Sind die Swings aufsteigend oder absteigend?

1. Die Swings sind ansteigend

Aufwärtstrend
Steigende Swing-Tiefs | Steigende Swing-Hochs

Wenn die Swing-Hochs und Swing-Tiefs steigen, befindet sich der Markt in einem Aufwärtstrend.

2. Die Swings sind absteigend

Abwärtstrend
Fallende Swing-Tiefs | Fallende Swing-Hochs

Wenn die Swing-Hochs und Swing-Tiefs fallen, befindet sich der Markt in einem Abwärtstrend.

3. Ich bin mir nicht sicher

Wenn Ihnen die Swing-Hochs und Swing-Tiefs uneinheitliche Signale vermitteln, befindet sich der Markt in einer Konsolidierung.

Die Märkte geraten häufig in eine Konsolidierung, bevor es zum Wechsel der Trendrichtung kommt. Diese Phase ist als Accumulation oder Distribution bekannt, was vom darauf folgenden Trend abhängt.

Der folgende Chart zeigt die Konsolidierung, die stattgefunden hat, bevor sich der Abwärtstrend des vorherigen Charts entwickelte.

Trading-Range
1. Swing-Hochs und Tiefs entstehen unberechenbar. | 2. Ein weiteres verräterisches Zeichen für einen konsolidierenden Markt war die Tatsache, dass der Markt innerhalb der Kursspanne des AB-Swings gefangen war.

Wichtige Anmerkung zum Zeichnen der Kurs-Swings

Damit die Swing-Analyse der Kursbewegung hilfreich sein kann, müssen Sie bei der Identifikation von Swings eine logische Methode verwenden. Sie dürfen nicht subjektiv vorgehen, wenn Sie die Swings bestimmen.

Sie müssen ein objektives Rahmenkonzept verwenden, um die Swings zu kennzeichnen. Die Swings, die in den obigen Charts eingezeichnet wurden, sind überprüft und fundiert, wie es in meinem Kurs gelehrt wird.

Arten von Tradingsetups der Price Action

Es gibt vier Arten von Tradingsetups der Price Action:

  1. Retracement (Kursrücksetzer oder Kurskorrektur)
  2. Trendumkehr (Reversal)
  3. Enge Handelsspanne (seitwärts verlaufende Kursbewegung)
  4. Ausbruch

Die ersten beiden Punkte, d.h. Retracement und Trendumkehr, beziehen sich Setups, die auf einen tendierenden Markt ausgerichtet sind.

Die letzten beiden Punkte, d.h. enge Handelsspanne und Ausbruch, bezeichnen Setups, die auf einen seitwärts gerichteten, konsolidierenden Markt ausgerichtet sind.

1. Tradingsetups für Retracements

Das Setup für Retracements ist auch als Pullback- oder als Throwback-Trade (Throwback = Rückschlag) bekannt, was vom Trend des Marktes abhängig ist. Ungeachtet der Bezeichnung ziehen diese Trades Nutzen aus der Tendenz eines Trends, sich fortzusetzen.

Bei der Analyse eines Trends ist es nützlich, wenn man den Unterschied zwischen einem Impuls-Swing und einem Korrektur-Swing kennt.

  • Swings in die Richtung des Trends sind Impuls-Swings.
  • Swings gegen den Trend sind Korrektur-Swings.
Rücklauf Setup SPY Daily Chart
Korrektur-Swing | Bei einem Retracement Setup versucht man hier in den Markt einzusteigen. | Impuls-Swing

Bei einer Retracement-Strategie steigen Sie dann in den Markt ein, wenn ein korrektiver Swing beendet ist. Das Ziel ist in diesem Fall, vom darauf folgenden Impuls-Swing zu profitieren.

Demzufolge ist der entscheidende Punkt dabei der, zu bestimmen, wann der Korrektur-Swing vorüber ist.

2. Trendwende-Setup (Reversal)

Es ist zwar kniffliger, eine Trendwende zu erwischen, aber wenn das gelingt, sind die Belohnungen beträchtlich.

Trendumkehr Setup
1. Idealerweise wollen Reversal Trader hier einsteigen. | 2. Aber realistischerweise werden Sie vermutlich versuchen, an diesen Punkten einzusteigen.

3. Trading Setup einer engen Handelsspanne (Trading Range)

In einem Markt mit einer ausgedehnten engen Handelsspanne kann der Handel von falschen Ausbrüchen gegen die Ausbruchsrichtung aus der Handelspanne hervorragende Ergebnisse erzielen.

Wenn der Markt jedoch in einer Handelspanne festsitzt, ist das Gewinnpotential begrenzt. Deshalb ist es wichtig, genau auf das Chance-Risiko-Verhältnis zu achten.

Setups in einer Handelsspanne
1. Short Einstiege an diesen Punkten mit einem konservativen Kursziel. | 2. Kauf an diesen Punkten mit einem konservativen Kursziel.

4. Trading Setup eines Ausbruchs (Breakout)

Einen Ausbruch zu traden, ist schwierig, weil viele falsche Ausbrüche eintreten können.

Wenn Sie aber die richtigen Signale erkennen, werden Sie sich wahrscheinlich an einem raschen Trade mit einem ausgezeichneten Chance-Risiko-Verhältnis erfreuen können.

Asubruchs Setup
Ein Ausbruchs-Trader versucht hier einzusteigen.

In diesem Abschnitt haben Sie gelernt, wie man Price Action liest und die Marktbedingungen beurteilt, indem man Kursstäbe und Swings benutzt.

Wir haben auch die vier Arten von Setups in verschiedenen Marktsituationen betrachtet. Jedes Setup weist ein unterschiedliches Risikoprofil auf. Daher fühlen sich Trader meistens von bestimmten Arten angezogen.

Ungeachtet Ihrer Vorliebe ist es klar, dass wir an den Wendepunkten des Marktes interessiert sind.

Im nächsten Abschnitt werden Sie drei wesentliche Instrumente erlernen, die Ihnen dabei behilflich sind, diese Wendepunkte genau zu bestimmen.

Wesentliche Tradingkonzepte für Price Action

Die Grundkonzepte sind:

  • Unterstützung und Widerstand
  • Trendlinien
  • Kursformationen

Unterstützung und Widerstand

Unterstützung und Widerstand ist das wichtigste Konzept beim Price Action Trading.

Betrachten Sie Unterstützung und Widerstand als Kursbereiche, die dazu neigen, Kursbewegungen zurückzuweisen.

Der Unterstützungsbereich ist eine Kurszone, die fallende Kurse aufhält. Es handelt sich also um eine Zone, die dem Markt Unterstützung gegen fallende Kurse bietet.

Ein Widerstandsbereich ist eine Kurszone, die steigende Kurse aufhält. Es handelt sich also um eine Zone, die steigende Kurse des Marktes abwehrt.

Support Resistance
Swing-Hochs | Swing-Tiefs

Übliche Methoden zur Bestimmung von Unterstützung und Widerstand:

  • Swing-Hochs und Swing-Tiefs (wie im obigen Chart zu sehen ist)
  • Psychologische Zahlen
  • Gleitende Durchschnitte
  • Fibonacci-Levels
  • Pivot-Punkte
  • Signale hohen Volumens
  • Trendlinien

Beachten Sie bei der Anwendung von Unterstützung und Widerstand die Eigenart, dass diese wechseln.

Wenn der Unterstützungsbereich nicht hält, verwandelt er sich in einen Widerstandsbereich. Ebenso verwandelt sich ein Widerstandsbereich, der durchbrochen wird, in einen Unterstützungsbereich.

Achten Sie darauf, dass Sie das Prinzip von Unterstützung und Widerstand verstehen.

Die Existenz von Unterstützungs- und Widerstandsbereichen bildet zusammen mit der Trägheit des Marktes einen wichtigen Teil des Tradingvorteils eines Price Action Traders.

Trendlinien

Wie bereits erwähnt, können Sie wichtige Einsichten erlangen, indem Sie einfach die Swings der Kursbewegung beobachten. Trendlinien ermöglichen es Ihnen, diese Fähigkeiten zu erweitern.

Trendlinien sind Linien, die Trends hervorheben.

Eine bullishe Trendlinie ist nach oben gerichtet. Diese wird gezeichnet, indem Sie die ansteigende Swing-Tiefs verbinden.

Trendlinie bei QQQ Tageschart
1. Bullishe Trendlinie wird gezeichnet, indem diese zwei Swing-Tiefs verbunden werden. | 2. Trendlinie dient als Unterstützung.

Eine bärische Trendlinie ist nach unten gerichtet. Hier werde die fallenden Swing-Hochs verbunden, um eine bärische Trendlinie zu erhalten.

Bärische Trendlinie
1. Bärische Trendlinie wird gezeichnet, indem diese zwei Swing-Hochs miteinander verbunden werden. | 2. Diese Seitwärtsbewegung impliziert Widerstand an der Trendlinie, der später aufgegeben wird. | 3. Klarer Bruch der bärischen Trendlinie läßt auf ein bullishes Reversal schließen. | 4. Ein weiteres Beispiel für eine Trendlinie, die als Unterstützung dient.

Wie anhand der obigen Beispiele zu ersehen ist, fungieren Trendlinien als Unterstützung oder als Widerstand. Aus diesem Grund können Sie Trendlinien verwenden, um Ihren Einstieg in den Markt zeitlich abzustimmen.

Außerdem weisen durchbrochene Trendlinien auf eine Trendwende hin, was sie zu einem erstklassigen Instrument macht, um Trends ausfindig zu machen.

Kursformationen

Bestimmte Sequenzen der Kursbewegung können nützlich sein. Sie sagen uns, was der Markt gerade tut und bieten Hinweise, was er in Zukunft machen könnte.

Diese Sequenzen nennt man Kursformationen. Sie sind hilfreich, auf Einstiegspunkte und mögliche Verluststoppbereiche hinzuweisen.

Folglich bilden Kursformationen einen integralen Bestandteil einer Price Action Trading Strategie.

Zu den kurzfristigen Kursformationen gehören Formationen aus Kursstäben und Formationen aus Candlesticks. Die folgende Abbildung zeigt eine typische Kursformation, die Pin Bar genannt wird.

Bullisher Pin Bar
Bullisher Pin Bar – Unterstützung – Langer unterer Schatten

Kursformationen bestehend aus Kursstäben und Candlesticks basieren auf der reinen Price Action. Es ist also keine Überraschung, dass es starke Überlapppungen gibt. Viele Kursformationen bestehend aus Kursstäben haben  ein ähnliches Candlestick Gegenstück.

Damit Sie das meiste aus den Kursformationen lernen können, schauen Sie sich bitte die Artikel zu den folgenden Kursmustern an:

Balken Muster

Pin Bar

Inside Bar

NR7

Outside Bar

Candlestick Muster

Hammer

Harami

Doji

Engulfing

Lesetipp: Harami Candlesticks – Trading Strategie der Trendwende

Kursformationen, die sich über einen längeren Zeitraum entwickelt haben, sind als Chartmuster bekannt. Das folgende Beispiel zeigt eine Head-and-Shouders-Formation, die einem eindrucksvollen Umkehrmuster entspricht.

Head-Shoulder Chartformation
1. Linke Schulter | 2. Linkes Tal | 3. Kopf – höher als die linke Schulter; höchster Punkt im Chartmuster | 4. Rechtes Tal – niedriger als die linke Schulter | 5. Rechte Schulter – niedriger als der Kopf, aber höher als das linke Tal. | 6. Nackenlinie wird gezeichnet, indem das linke und rechte Tag verbunden werden; Bruch durch diese Linie bestätigt das Chartmuster.

Viele Trader richten ihr Augenmerk auf Kursmuster, weil sie Einstiege anzeigen. Aber Kursformationen sollten nicht der Grundpfeiler Ihrer Tradingstrategie sein.

Das liegt daran, dass Kursformationen am besten im richtigen Marktumfeld funktionieren. Daher ist Ihre Bewertung der Marktstruktur von ausschlaggebender Bedeutung.

Fortgeschrittene Tradingkonzepte zur Price Action

Ausgestattet mit Unterstützung/Widerstand, Trendlinien und Kursformationen können Sie bereits anfangen, ein Trading Setup festzulegen.

Aber wenn Sie Ihre Taktiken zur Price Action ausarbeiten wollen, sollten Sie die folgenden Konzepte näher betrachten.

  • Mehrere gescheiterte Versuche
  • Zusammenspiel
  • Mehrere Zeitrahmen

Mehrere gescheiterte Versuche

Wenn der Markt etwas versucht und mehr als einmal scheitert, ist es eher wahrscheinlich, dass er sich in die Gegenrichtung bewegt. (Konzept des in die Enge getriebenen Traders).

Beachten Sie die folgenden Beispiele.

Beispiel 1: Zweibeiniger Pullback

Dieses Beispiel zeigt das M2S-Tradingsetup, das Al Brooks bekannt gemacht hat.

Im folgenden Chart können Sie sehen, das der Markt zwei Versuche unternommen hat, um gegen den Trend zu laufen. Beide Versuche scheiterten, und die Kurse fielen in neue Tiefs.

Kursrücklauf
1. Zeichen von Ablehnung am Gleitenden Durchschnitt | 2. Starker Abwärtsschub bestätigt den Abwärtstrend | 3. Zweibeiniger Pullback zum Gleitenden Durchschnitt

Beispiel 2: Formation einer doppelten Bodenbildung

Im folgenden Chart hat der Markt zwei Versuche unternommen, um die Kurse nach unten zu drücken, bevor es zur Umkehr nach oben kam. Es handelt sich dabei um eine gut fundierte Formation, nämlich die Umkehrformation eines Doppeltiefs.

Doppel-Boden
Erstes Swing-Tief | Zweites Swing-Tief | Widerstandslinie | hier kaufen | Das Volumen geht nahe am Tief zurück und steigt an, als der Preis durch die Widerstandslinie ansteigt. | Projiziertes Kursziel

Viele überzeugende Kursformationen sind die Folge mehrfach gescheiterter Versuche.

Deshalb können Sie sich auf diesen Grundsatz stützen, wenn Sie die Price Action interpretieren. Er bildet auch die Grundlage für das Setup des Wiedereinstieg.

Zusammenspiel

Der Begriff Zusammenspiel bezieht sich auf die Bestätigung durch verschiedene Tradinginstrumente.

Es gibt hier unendlich viele Möglichkeiten. Beispiele:

  • Eine bärische Pin Bar an einem Widerstandsbereich (Ein besseres Short-Setup)
  • Eine Dreiecksformation prognostizierte ein Gewinnziel innerhalb einer früheren Konsolidierungszone (Ein zuverlässigeres Gewinnziel).
  • Eine bullische Outside Bar durchbricht die Nackenlinie einer Head-and-Shoulder Formation (Ein besseres Long-Setup)

Der folgende Chart aus dem Artikel Daytrading Strategie zeigt ein Beispiel für das Zusammenspiel zu unseren Gunsten.

Eine bärische Pin Bar entwickelte sich, als die Kurse auf den Widerstand einer bärischen Trendlinie trafen. Das ist ein hervorragendes Short-Setup.

Trendliniebruch
1. Trendlinie gezeichnet über die niedrigeren Hochs definiert einen Abwärtstrend. | 2. Trendlinienbruch | 3. Short mit einer bärischen Pin Bar. | 4. Ausstieg am vorherigen Trend-Extrem

Mehrere Zeitrahmen

Die Verwendung mehrerer Zeitrahmen ist eine planvolle Methode, um Ihre Analyse zu konzentrieren.

Lassen Sie sich nicht einschüchtern. „Mehrere“ bedeutet einfach zwei oder drei Zeitrahmen.

Zum Beispiel:

  1. Ein höherer Zeitrahmen zur Analyse der Marktbedingungen
  2. Ein Trading-Zeitrahmen, um Setups zu erkennen
  3. Ein niedrigerer Zeitrahmen, um den Einstieg zeitlich abzustimmen und das Risiko zu begrenzen

Wenn nur zwei Zeitrahmen genutzt werden, wird der Trading-Zeitrahmen verwendet, um die Setups zu ermitteln, die Einstiege zeitlich abzustimmen und das Risiko zu begrenzen.

Das folgende Beispiel verwendet einen Wochenchart, um einen bullischen Trend zu bestimmen. Anschließend löste ein Ausbruch durch den Widerstand auf dem Tages-Zeitrahmen eine Longposition aus.

Mehrere Zeitrahmen im Trading
1. Wöchentlicher Gleitender Durchschnitt fing ab dieser Kerze an nach oben zu drehen. | 2. Der abwärts driftende Gleitende Durchschnitt zeigte einen möglichen Long-Trade an. | 3. Buy Stop Order über diesem Swing-Hoch wurde getriggert. | 4. Wöchentlicher Gleitender Durchschnitt behielt eine positive Neigung.

Mehrfache Zeitrahmen bieten einen Einblick in die fraktale Natur der Finanzmärkte.

Mehrfache Zeitrahmen sind nützlich und wertvoll, aber es bleibt Ihrer Wahl überlassen.

Richten Sie einfach Ihre besondere Aufmerksamkeit auf die verschiedenen Abstufungen der Pivotpunkte und Trendlinien innerhalb eines einzigen Zeitrahmens. Nach ausreichender Übung werden Sie in der Lage sein zu erkennen, was sich auf höheren oder niedrigeren Zeitrahmen abspielt, und zwar ohne die einzelnen Charts gesondert zu betrachten.

Zuerst sollten Sie bei der Analyse der Price Action mit einem einzigen Zeitrahmen zurechtkommen. Nur dann können Sie die Vorteile der Verwendung mehrerer Charts nutzen, ohne sich selbst zu verwirren.

Um sich in Bezug auf Trading mit mehreren Zeitrahmen spezielle Kenntnisse anzueignen, sollten Sie folgendes Buch lesen: Technical Analysis Using Multiple Timeframes von Brian Shannon

Ergänzende Trading-Werkzeuge

Viele Trading-Werkzeuge ergänzen die Analyse der Price Action. Richtig angewendet, können diese Werkzeuge wertvoll für Trader der Price Action sein.

In diesem Abschnitt werden Sie etwas über die drei Instrumente erfahren, die Price Action Trader jeder Couleur bevorzugen:

  • Gleitender Durchschnitt
  • Volumen
  • Chartart, die nur Kurse aufweist (ohne „Zeit“)

Gleitender Durchschnitt mit Price Action

Ein Gleitender Durchschnitt (Moving Average) ist ein hervorragendes, ergänzendes Werkzeug für Price Action Trader.

Dabei handelt es sich um eine einfache Linie, die entlang der Price Action verläuft. Daher verleiht Sie Ihrer Analyse Tiefe, ohne die Price Action zu verdecken.

Ein Gleitender Durchschnitt mit einem kurzfristigen Beobachtungszeitraum kann die Swings der Kursbewegung hervorheben.

Der folgende Chart verwendet einen 3-Perioden Moving Average (SMA) des Medians, um die Swings zu verfolgen. Der Median ist der Mittelwert der Kursspanne eines Kursstabes.

Moving Average - Marktschwünge
1. Die Hintergrundfarbe zeigt die Neigung des Gleitenden Durchschnitts (SMA) | 2. Wenn der SMA nach oben weist, befindet sich der Markt in einem Aufwärtsschwung. | 3. Wenn der SMA abwärts zeigt, befindet sich der Markt in einem Abwärtsschwung.

Ein mittelfristiger Gleitender Durchschnitt fungiert als dynamische Unterstützung und dynamischer Widerstand.

Für aktive Trader funktioniert dieses Setup gut zur zeitlichen Abstimmung der Einstiege.

Moving Average Support - Resistance
Der 20 Tage Gleitende Durchschnitt (SMA) diente als effektive Unterstützung für diesen steigenden Markt.

Ein langfristiger Gleitender Durchschnitt zeigt den Trend des Marktes auf.

Moving Average
1. Wenn der 200 SMA abwärts weist, wird ein Abwärtstrend angezeigt. | 2. Wenn der 200 SMA aufwärts weist, wird ein Aufwärtstrend angezeigt.

Verwenden Sie den Gleitenden Durchschnitt als Werkzeug und nicht als Krücke.

Wie das obige Beispiel zeigt, wertet der Gleitende Durchschnitt die Kursanalyse auf. Denken Sie aber immer daran, dass Sie nicht den Gleitenden Durchschnitt traden, sondern die Price Action.

Volumen mit Price Action

Das Volumen funktioniert gut zusammen mit Price Action. Erfahrene Price Action Trader können nur mit Price Action traden.

Eines der zuverlässigsten und leicht zu erkennenden Signale ist extremes Volumen. Extreme Volumenspitzen deuten auf wichtige Unterstützungs- und Widerstandsbereiche hin und können einer Trendwende vorausgehen.

Volume Support
1. Kurskerze mit hohem Volume | 2. Kurszone gebildet durch das Hoch und Tief der Kerze mit hohem Umsatz. | 3. Fünf Tests der Unterstützungszone

Der obige Chart zeigt, wie ein Kursstab mit hohem Volumen den Weg für einen wichtigen Unterstützungsbereich bereitet.

Fasziniert?

Der beste Weg, um den Zusammenhang zwischen Kurs und Volumen zu analysieren, ist die Volumen-Spread-Analyse (VSA).

Chartart ausschließlich mit Kursen (ohne „Zeit“)

Die üblichen Charts sehen so aus, dass die Kurse gegen Zeit eingetragen werden.

Solche Charts stellen weiterhin neue Kursstäbe dar, auch wenn der Kurswert unverändert bleibt. Dieser Umstand führt zu unvorhersehbarer seitwärts verlaufender Price Action, die Trader fürchten.

Nur auf Kursen basierende Charts entfernen das Zeitelement vom Chart. Diese Charts stellen also die tatsächliche Marktbewegung dar.

Viele Trader kommen gut mit den herkömmlichen Charts zurecht. Aber die meisten Price Action Trader fühlen sich irritiert durch Charts, die ausschließlich die Kurse verwenden.

Das folgende Beispiel zeigte einen Vertreter dieser Chartart, die nur die Kurswerte verwendet und zwar den Renko-Chart (Renko = Ziegel).

Ein Renko-Chart entwickelt nur dann einen neuen Ziegel, wenn sich der Markt einen festgelegten Kurswert über den vorherigen Ziegel hinaus bewegt. Wenn der Markt stagniert, bleibt der Renko-Chart unverändert und entwickelt keinen neuen Ziegel.

Renko Chart Trading
Gewinne laufen lassen – Shortpostion eindecken – Damit ein neuer grüner Ziegel gezeichnet wird, muss dieser Ziegel wenigstens um die Ziegelgröße überschritten werden

Gebräuchliche Charts, die ausschließlichen auf Kursen basieren:

Seien Sie vorsichtig. Aufgrund der einzigartigen Konstruktion können diese exotischen Chartarten die normale Price Action Analyse erschweren. Beobachten Sie diese Charts unvoreingenommen, und gehen Sie sorgfältig damit um.

Entwicklung eines eigenen Price Action Tradingplans

Wir haben bereits eine Reihe von Price Action Trading-Konzepten erörtert. Nun ist es an der Zeit, einen eigenen Rahmenplan zum Trading der Price Action zu erstellen.

Price Action Tradingplan bauen

Sie sollten mindestens folgendes in Ihren Plan einbeziehen:

  • Einstiegsstrategie
  • Trade-Ausführung
  • Verluststopps (Stop Loss)
  • Gewinnziele (Take Profit)

Ich sage nicht die Unwahrheit. Es erfordert harte Arbeit, einen funktionierenden Tradingplan zusammenzustellen. Aber die Methoden, die Sie bisher erlernt haben und die Quellen in diesem Abschnitt werden Ihnen eine große Hilfe sein.

Der folgende Abschnitt enthält Beispiele, Hinweise und Quellen, um Sie bei jeder Komponente Ihres Tadingplans zu unterstützen.

Einstiegsstrategie

Am besten lernt man durch Beispiele.

Ich habe drei meiner bevorzugten einfachen Price Action Strategien ausgewählt, damit Sie beginnen können.

Trade-Ausführung

Der Moment des Einstiegs in den Markt ist von entscheidender Bedeutung. Aber wie genau sollten Sie in eine Position einsteigen?

Sie haben die Wahl zwischen dem Einstieg mit einer Market-Order,  mit einer Stopporder oder mit einer Limitorder.

Vergewissern Sie sich, dass Sie die Auswirkungen der von Ihnen gewählten Orderart kennen. (Lesen Sie hierzu den folgenden Artikel: Wie man als Price Action Trader in den Markt einsteigt.)

Verluststopps

Sie sollten stets Ihr Risiko begrenzen. (siehe hierzu den Artikel: Warum brauchen Sie einen anfänglichen Stop-loss?)

Lernen Sie den richtigen Umgang mit Stop Loss durch diese Anleitungen:

Gewinnziele

Ein Verluststopp wird gewährleisten, dass Sie aussteigen können, wenn Sie falsch liegen. Aber verfügen Sie über einen Ausstiegsplan, wenn der Markt Ihre Richtung einschlägt?

Ein Gewinnziel zu haben, sichert Ihnen konstante Ergebnisse und hält Emotionen von Ihrem Ausstiegsplan fern.
Lesen Sie folgenden Artikel: 10 Arten der Gewinnmitnahme

Beschleunigen Sie Ihre Price Action Ausbildung

Price Action Ausbildung

Simuliertes Trading und Analyse

Sie wollen in der Lage sein, Price Action entsprechend der aktuellen Kursbewegung zu interpretieren. Um ein sachkundiger Price Action Trader zu werden, müssen Sie die Echtzeit-Analyse simulieren.

Um das zu bewerkstelligen, benötigen Sie eine zuverlässige Chartplattform. Probieren Sie es aus:

NinjaTrader: bekannte Plattform mit vielen Märkten, die kostenlos zum Simulationstrading zur Verfügung steht.

MetaTrader: eine kostenlose Plattform mit guter Betreuung, die beliebt bei Forextradern ist.

TradingView: eine der besten online-Plattformen, für die über Ihren Browser funktioniert.

Quellen für weitere Untersuchungen der Price Action

Wollen Sie Ihr Wissen über Price Action vertiefen? Werfen Sie einen Blick auf die folgenden Hinweis:

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Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: A practical guide to price action trading

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud