Buchbesprechung: „Schatz, ich habe den Index geschlagen!“

Im Februar dieses Jahres wurde das neue Buch von meinem Blogger-Freund Christian Thiel im Campus Verlag veröffentlicht. Der Titel des Buches lautet: „Schatz, ich habe den Index geschlagen!“ Untertitel: „Wie ich auszog, die besten Aktien der Welt zu kaufen. So macht Geldanlage Spaß.“

Da ich selbst mehrmals in dem Buch als „Trader Karsten“ vorkomme, wird es Zeit, dass ich dieses interessante und lehrreiche Buch mal in einer persönlichen Rezension vorstelle. Und genau das möchte ich in diesem Artikel tun.

Entspannt und Geldsorgenfrei in die Zukunft blicken

Christian Thiel ist Familienvater und konnte 10.000 Euro beiseite legen. Aus dieser Summe wollte er das Beste machen und kam zu dem Schluß, dass das mit Aktien möglich sein sollte. Also las er Börsennachrichten, Geschäftsberichte und alles, was er an Finanzliteratur in die Finger kriegen konnte. Er tummelte sich auf Blogs und in Anlegergruppen und interviewte zahlreiche Experten. Am Ende war es so weit: Er hatte das perfekte Aktienportfolio zusammengestellt, das am Ende sogar den Index schlug. Der Traum eines jeden Investors!

Schatz, ich habe den Index geschlagen“ hat 222 Seiten und besteht aus insgesamt 12 Kapiteln plus Anmerkungen.

Never lose money – Wieso Aktien als langfristige Anlage unerreicht sind

In diesem ersten Kapitiel zeigt der Autor auf, warum Aktien steigen, und vor allen Dingen, warum sie auf lange Sicht steigen. Mit einer Rendite von 22,7 Prozent im Zeitraum vom 31. Dezember 2014 bis zum 31. Dezember 2016 konnte Christian Thiel  mit den von ihm aufgewählten besten Aktien den DAX-Index und den S&P 500 schlagen, und seine Performance war sogar besser als die von Profi-Investor Warren Buffett. Insbesondere auf den letzten Punkt ist Thiel besonders stolz.

Welche Aktie ist die richtige? Es müssen Wachstumsaktien sein, wenn man den Index schlagen will, und auch die Dividende sollte von Jahr zu Jahr steigen. Ein Beispiel für eine solche Aktie ist Nike, deren Aktienkurs in den letzten zwanzig Jahren einen stetigen Aufwärtstrend hat, wenngleich es auch hier natürlich zu zwischenzeitlichen Kurseinbrüchen kam.

Ein Gegenbeispiel bringt Thiel mit der Firma Nokia. Noch im Jahr 2005 war das finnische Unternehmen eine der wertvollsten Firmen Europas, doch davon ist nicht mehr viel übrig.

Fazit: Vergangenheit und Gegenwart eines Unternehmens zählen also wenig bei einer Aktienanlage. Wie kann man die Zukunft eines Unternehmens voraussehen? Darauf möchte Christian Thiel eine Antwort geben. Wichtig ist Wissen, welches sich der Autor u.a. bei The Motley Fool holt, einer der größten Aktiencommunities der Welt.  Er möchte auch keinem Bankberater und keinem Fondsexperten vertrauen. Selbstverantwortung ist gefragt.

Im Verlauf des Buches spricht Thiel mit dem Anlage- und Finanzexperten Gerd Kommer über Immobilien und Investoren, die versuchen, den Index dauerhaft zu schlagen. Er fragt den Arzt und Blogger Holger Grethe von zendepot.de , waum es ausreichend ist, im langfristigen Mittel eine inflationsbereinigte Rendite von 6 bis 8 Prozent zu erzielen. Thiel spricht mit der reichen Erbin Barbara, die nicht weiß, was sie mit den Aktien machen soll, die ihr Vater ihr hinterlassen hat. Diese Aktien fallen schon lange, weil es die schlechtesten DAX-Unternehmen der letzten Jahre sind. Der Leser beobachtet den Regisseur und Hobby-Trader Alex dabei, wie er zum wiederholten Mal versucht, in diesem Jahr aber ganz bestimmt den Index zu schlagen. Und der Trader Karsten Kagels erklärt, warum es eine gute Strategie ist, gute Aktien zu kaufen – und sie dann einfach liegen zu lassen.

Bei dieser Reise durch die verrückte Welt der Geldanlage werden wir eine Vielzahl von Irrtümern über das Thema Geld begegnen. Der Leser wird dabei um einige Illusionen ärmer und um zahlreiche Einsichten reicher werden.

Eine der größte Legenden, die die Wall Street hervorgebracht hat, „The Einstein of Money“, ist Benjamin Graham, der das Anlegerbuch The Intelligent Investor (Deutsche Übersetzung) geschrieben hat. Und genau um diese Persönlichkeit geht es im zweiten Kapitel von „Schatz, ich habe den Index geschlagen!“.

Warum eine der besten Dividendenaktien der Welt nur 1,5 Prozent einbringt.

Am Beispiel der Novo Nordisk Aktie, dem Weltmarktführer für Insulinprodukte zeigt der Autor, dass eine relativ niedrige Dividendenrendite nicht unbedingt etwas schlechtes sein muss. Denn wenn ein Unternehmen in einem Wachstumssegment aktiv ist, werden die Kursgewinne am Ende die niedrige Dividende in den Schatten stellen. So lag zum Beispiel das durchschnittliche Kursplus von Novo Nordisk in den vergangenen zwanzig Jahren bei 21,3 Prozent, die Dividenrendite aber nur bei 1,5 Prozent.

Was würde Benjamin Graham zu Novo Nordisk sagen? Autor Thiel gibt dazu gleich die Antwort. Novo Nordisk wäre Benjamin Graham sicherlich zu teuer gewesen, denn dieser bevorzugte Firmen mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 10, wogegen Novo Nordisk zum Zeitpunkt der Buchniederschrift ein KGV von 22,85 hatte.

„Der Einstein des Geldes“ konnte zwei Jahrzehnte lang den Index schlagen, nämlich von 1937 bis 1957, wo er eine durchschnittliche jährliche Rendite von 17,6 Prozent erzielen konnte. Der S&P 500 Aktienindex hatte in der Zeit dagegen durchschnittlich nur 10,1 Prozent zugelegt. Auch in den folgenden Jahren blieb Graham erfolgreicher als der große US-Aktienindex. Das machte ihn zum Altvater aller Strategien, die versuchen, besser als der Index zu sein.

Und was ist die beste Aktie im S&P 500? Mit 21,68 Prozent Gewinn im Jahr, fünfzig Jahre lang, ist dies die ehemalige Textilfabrik Berkshire Hathaway, dessen Besitzer der reichste Mann der Welt ist: Warren Buffett. Und genau dieses Genie schaut sich Christian Thiel im dritten Kapitel von „Schatz, ich habe den Index geschlagen!“ genauer an.

Wieso Privatanleger deutlich weniger Gewinn erzielen als der Index

Wie Starinvestor Warren Buffett zum erfolgreichsten Anleger aller Zeiten wurde, beschreibt Christian Thiel auf interessante und unterhaltsame Art und Weise. Den Grundstock seines Vermögens verdiente Buffett im Jahr 1936 mit dem Verkauf von Coca Cola Flaschen, er spart eisern und zählt liebend gerne sein Geld.

Warren Buffett studierte bei Benjamin Graham an der Columbia University. Graham wird sein geistiger Ziehvater. Und erst im Alter von 58 Jahren kaufte Warren Buffett schließlich Aktien von Coca Cola, die er regelrecht einsammelte, während andere Anleger sie gerade dringend loswerden wollten.

Mit der Zeit sind stark unterbewertete Aktien, wie sie Benjamin Graham gerne gekauft hat, für Warren Buffett nicht mehr so interessant. Er investiert dagegen zunehmend in Aktiengesellschaften mit einem sehr guten Business. Zu der damaligen Zeit waren das American Express, Washington Post, See’s Candles.

Unternehmen, die jeder kannte und jeder hatte, wie zum Bespiel Daimler, VW, Thyssen, sind nicht die Aktien, für die sich Warren Buffett begeistern kann. Er empfiehlt die wirklich großartigen Firmen, die vielen Privatanlegern entgehen, weil sie diese nicht kennen und ihren Kauf gar nicht erst in Erwägung ziehen. Genau diese Firmen gilt es jedoch laut Buffett zu kaufen, wenn man langfristig Gewinn machen will. Selbst wenn der Preis dafür kein Schnäppchen, sondern nur mittelmäßig sein sollte. Doch Privatanleger kaufen stattdessen noch oft, wenn Aktien gerade gut laufen, wenn der Index kurz vor einem neuen Höchststand steht. In diesem Fall kaufen sie dann womöglich sogar mittelmäßige Firmen zu mittelmäßigen oder gar überzogenen Preisen.

Es gibt noch weitere Fehler, die von Privatanlegern gerne gemacht werden. Aber dazu darüber sollten Sie selbst lesen in „Schatz, ich habe den Index geschlagen!„.

Wieso Coca-Cola eine gute Aktie ist und Nike eine besssere

Im vierten Kapitel des Buches spricht Thiel über Facebook, die er für eine der besten Aktien der Welt hält.  Warren Buffett hingegen hält sich von Technologie-Aktien bewusst fern, da er deren Geschäftsmodelle oftmals nicht versteht. Weiterhin ist er aber im Beisitz der Coca Cola Aktie, die im Jahr 1988 ein guter Kauf war. Für Autor Thiel ist Coca Cola aber nicht mehr wirklich interessant, sondern er bevorzugt den Sportartikelhersteller Nike, denn hier sehen wir steigende Umsätze, steigenden Cash-Flow, steigende Gewinne und eine Dividende.

Der weltweite Trend zu einer gesünderen Lebensweise sollte nach Einschätzung von Thiel auch weiterhin für Nike sprechen, oder auch für Adidas oder Under Armour.

Wie geht das Buch weiter?

Nachdem ich Ihnen jetzt die ersten Kapitel von „Schatz, ich habe den Index geschlagen!“ vorgestellt habe, hier einen Überblick zu den weiteren acht Kapiteln:

Kapitel 5: Wieso wir schon das meiste über die Zukunft wissen.

Kapitel 6: Wieso Vermögen in Immobilien weit weniger sicher – und rentabel – ist, als wir glauben

Kapitel 7: Wieso wir alle im Anlagenotstand leben

Kapitel 8: Wieso Buy-and-hold siegt und der aktive Anleger der Verlierer ist

Kapitel 9: Wieso die meisten Trader Geld verlieren – oder pleitegehen

Kapitel 10: Wieso die besten Aktien besser waren als mein eigenes Depot

Kapitel 11: Warum wir Verantwortung für unser Geld übernehmen müssen

Kapitel 12: Wieso Reisen bildet -und warum diese Reise noch lange nicht beendet ist

 

Abschließendes Fazit:

Wenn Sie erfolgreich in Aktien investieren und viele dafür notwendigen Hintergründe verstehen möchten,  dann schauen Sie in das Buch von Christian Thiel „Schatz, ich habe den Index geschlagen!“  Sie werden es nicht bereuen.

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Pressestimmen:

12.06.2017, finanznarr.de

»Das Buch ist sehr ansprechend und spritzig geschrieben und liest sich sehr flüssig. Einsteiger finden hier einen unterhaltsam verpackten Überblick zum Thema Finanzen und Geldanlage. Bereits fortgeschrittene Investoren […] erhalten amüsante Geschichten und Anekdoten, gespickt mit vielen Anlagethemen und einem groben Einblick in die Vorgehensweise des Finanzbloggers bei der Aktienauswahl.«

09.05.2017, Das Investment

»Thiel schafft das Kunststück, ein Plädoyer für die Aktienanlage zu halten, ohne sie zu verherrlichen. Er zeigt, was Aktien wirklich sind, was Zocker falsch machen und wie sich Geduld auszahlt. Ein Grundlagenwerk.« Andreas Harms

19.04.2017, Chilli – Das Freiburger Stadtmagazin

»Viele hilfreiche Tipps gibt’s – und eine unterhaltsame Lektüre obendrein.«

04.04.2017, rendite – Das Anlagemagazin der Börsen-Zeitung

»Kurzweilig und amüsant geschrieben.«

23.03.2017, Handelsblatt Online

»Thiel beschäftigt sich seit 18 Jahren mit der Börse und man spürt als Leser sehr deutlich, dass er beim Thema Geldanlage seine Leidenschaft gefunden hat. Seine Ideen und Strategien beschreibt er […] so anschaulich und lebendig, dass man am liebsten direkt zum Laptop laufen und ein eigenes Online-Depot eröffnen möchte.«

17.03.2017, HÖRZU

»Im Buch vermittelt [Christan Thiel] seine Prinzipien und räumt erfrischend mit Mythen der Finanzbranche auf.«

10.03.2017, Bank und Markt

»›Schatz, ich habe den Index geschlagen!‹ liefert mit zwölf kurzweilig geschriebenen Essays zur Geldanlage interessierten Anlegern viel Information, eine Menge Ratschläge und viele Schmankerl.«

10.03.2017, www.covacoro.de

»Das Buch wird sicher ein Erfolg, da es in der derzeitigen Phase wie gerufen kommt: die Zinsen sind niedrig, Lebensversicherungen laufen aus, Vermögen werden vererbt und nichts ist so verankert im deutschen Anlegerherzen als die Überzeugung, dass es beim Investieren darum geht, besser zu sein als jemand Anderes.«

17.02.2017, boerse.de

»Selten hat jemand die Aktien-Anlage so leicht verständlich erklärt wie Christian Thiel. ›Schatz, ich habe den Index geschlagen!‹ sollte jeder Anleger lesen.«

 


Christian Thiel lebt als Single -und Paarberater und Buchautor mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Berlin. Er beschäftigt sich seit 18 Jahren mit der Börse. Über seine Leidenschaft für die Welt der Geldanlage schrieb er bislang auf seinem Blog „Großmutters Sparstrumpf“, der auf der Shortlist für den comdirect finanzblog award 2016 stand.

Das Wikifolio von Christian Thiel „Global Champions“


Übersicht zu unserer Trading-Literatur

Buchbesprechung:  Die wahre Geschichte von McDonald’s​

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