Elliott-Wave-Prinzip erlernen – wie und wo?

Im meinem ersten Blog-Beitrag beschrieb und skizzierte ich meinen Weg zum erfolgreichen Berufstrader. Mein zweiter Beitrag beschäftigte sich mit meinen allgemeinen Überlegungen und Erfahrungen zur für mich perfekten Chartanalyse-Software.

Als ich vor ein paar Jahren auf der Suche nach kompetenten Elliott-Wave Protagonisten war, stieß ich auf EWPIPS. Für diesen dritten Blogbeitrag über meine persönlichen Trader-Entwicklung habe ich den Weg eines Interviews gewählt und möchte den Lesern das von mir hochgeschätzte EWPIPS vorstellen.

EWPIPS – Mein Interview mit dem Gründer Peter Michelbach

Geführt, aufgezeichnet und notiert von Ingolf by.

EWPIPS stellt Markteinschätzungen, Tipps, Unterstützungen und Ausbildungen der verschiedenen Produkte unter Anwendung der Elliott-Wave-Theorie (EW)  zur Verfügung.

Der Slogan „Wir machen Elliott Wellen praxistauglich“ und „Traders help Traders“ ist Programm.

http://www.ewpips.de und http://www.daytraderbook.com

EWPIPS wurde im Jahre 2013 mit dem Hintergrund gegründet, Tradern das Knowhow und die Anwendung der Elliott-Wellen-Theorie näher zu bringen. In unzähligen Videos, einer Community sowie auf SocialMedia Seiten wurde ein kostenloser Input vermittelt.

Da die Resonanz großartig war, hat das Team von EWPIPS im Jahre 2016 ein bemerkenswertes Buch zum Thema „Elliott-Wave-Theorie“ mit dem Titel „Das Buch – EWPIPS „Auf den Pip“ Elliott Wave in der Praxis“ geschrieben und veröffentlicht. Der Autor Sebastian Schmidt (ein Gruppenmitglied) nahm sich ein Jahr Zeit unter Anleitung des Gründers die Inhalte des Systems niederzuschreiben und in ein praxistaugliches Buch zu „verwandeln.“
Es ist ebenso lesenswert wie eines der ersten Workbooks zur täglichen Anwendung.

Zur Person: Peter Michelbach (40) ist Trader sowie Gründer und Inhaber der EWPIPS COACHING Plattform.

Ich wollte wissen, wie alles begann und wie sich Wege gleichen oder unterscheiden. Wir verabredeten ein Gespräch.


Hallo Peter, schön, dass du dir die Zeit genommen hast, um uns dein Umfeld und deine Arbeit näher zu bringen. Wie kamst du zum Traden, wann mit dem Thema Börse und Trading in Berührung? Gab es auslösende, Initial-Momente?

Während meiner Abiturzeit hatte ich die ersten Berührungspunkte. Im Prinzip zum Neuen Markt. Quasi zur Goldgräberzeit. ;) Alles begann mit der „T-Aktie“. Das hat mich sofort brennend interessiert.

Wie lange bist du schon Trader?

Das weiß ich sehr genau, seit dem 10.05.1999, da kaufte ich meine erste Aktie, Doubleclick :). Ein Erlebnis.

Machst du das hauptberuflich oder nebenbei?

Insgesamt 18 Jahre, verbunden mit einer Lehrzeit von 6 Jahren, begleitet von schönen und schmerzhaften Erfahrungen. Nunmehr seit 12 Jahren hauptberuflich.

Welche beruflichen Voraussetzungen bringst du mit und wie waren deine ersten Erfahrungen im Umgang mit dem aktiven Handeln?

Nach dem Abitur begann ich eine kaufmännische Ausbildung zum IT-Systemkaufmann und danach machte ich den Bachelor auf einer privaten Hochschule in München in Richtung Multimedia/ Wirtschaftsinformatik.

Technische Analyse und entsprechende Software waren die ersten Wege und Hilfsmittel. In meinem Fall MetaTrader 4 und Ninjatrader.

Was begeistert dich am Börsenhandel? Hat es dich nicht mehr losgelassen?

Professionelles Traden bedeutet primär den gleichen Weg zu gehen wie bei einer „Firmengründung“. Man muss ein absolut selbständiges Arbeiten definieren. Eigentlich reizte mich die Unabhängigkeit, ein selbstbestimmtes Einkommen zu generieren. Es ist ein sehr anspruchsvoller Beruf, der einem alles abverlangt und man benötigt eine klare und feste Psyche. Wer von der Börse einmal infiziert wurde, dem brauche ich nix weiter zu erzählen.

Stören die vielfältigen Aufgaben, wie EWPIPS oder andere Tätigkeiten, das Trading?

Nein. Aktuell lässt sich das gut vereinbaren. Im Gegenteil. Die Kommunikation mit Gleichgesinnten motiviert und ergänzt den Ablauf. Trading in Vollzeit kann einsam machen, denn ein übliches soziales Umfeld ist kaum vorhanden. Der tägliche Austausch ist sehr wichtig für mich.

Welche Intention verfolgst du mit dem Traden? Geld, Lebensstandard, Altersvorsorge?

Natürlich unabhängig Geld zu verdienen und meine Familie zu versorgen. Unsere Altersversorgung haben wir über Sachwerte aufgebaut, die aus den Gewinnen bedient werden. Im Grunde sehr konservativ. Aber ich lebe nach dem Motto: „Was man hat, hat man“. Auch das habe ich gelernt. Durch die Umschichtung in Sachwerte, wie Immobilien, entsteht ein festes, sicheres Einkommen und aktuell eine stabile Rendite. Das ist Balsam für die Psyche. Sicherheit eben! Ich bin kein Zocker und muss nicht Millionär werden. Zumindest nicht in zwei Wochen oder zwei Jahren.

Du handelst nach dem Elliott-Wave-Prinzip. Warum gerade EW und wie war der Weg dorthin?

Über den üblichen Weg der Dow-Charttechnik, was für mich immer die Basis ist, kam ich zu den Elliott-Wellen (EW oder Elliott-Wave). Mein Problem waren die Stopps, die mir mental gesehen zu weit weg lagen. EW ist exakt (richtig angewendet) und kombiniert mit Fibonacci-Zonen für mich das perfekte Zusammenspiel. Ein positiver Nebeneffekt besteht im besseren CRV (Chance-Risiko-Verhältnis), dass für mich das A&O im Trading ist.

Elliott-Wave Grundmuster

Elliott-Wave Grundmuster

Wie viel Zeit hast du in die Entwicklung der Strategie investiert? Was hat Dich motiviert?

Rund 6 Jahre hat es gedauert. Meine Motivation war, wie gehabt, unabhängig Geld zu verdienen! Erst entstand reines Interesse, dann kam Verständnis für den „Profit“ hinzu und die Verselbständigung einiger Macken. Man will Recht haben: Was andere können, kann ich auch. Im Sinne von, so gut zu sein, um damit Geld zu verdienen. Ich lernte damit umzugehen.

Welche Märkte und Produkte handelst du und warum gerade diese?

DAX, Forex ist mein Tagesgeschäft, alles wird bedient. Scalp, Swing usw.

Aktien nur für die Kids. Dem Kostolany-Motto nach: Kaufen, Schlaftablette nehmen und irgendwann mal drauf schauen. Hier kenne ich mich aus, kann die Dinge einschätzen. Aktien fast nur Dividendentitel.

Handelst du in bevorzugten Zeitfenstern?

Timeframes werden untereinander gemacht, von oben nach unten. Trades gehe ich in 1- Minuten-Charst (M1) und 5-Minuten-Charts (M5) ein, egal ob untergeordnet ober übergeordnet, gleichwohl diese zur Bestimmung und Entscheidung dienen.

Wie sieht dein Trading-Alltag aus? Handelst du jeden Tag?

Ja. Zuerst die Familiendinge klären, wie z.B. um 8 Uhr die Kinder in den Kindergarten bringen, dann geht’s los. Videostream, Community, Fahrplan für den Tageshandel usw. Um 17 Uhr ist Feierabend! :) Ich will mir die Freiheit und Unabhängigkeit nicht nehmen lassen. Das war ein wesentliches Ziel.

Hast du persönliche Veränderungen durch das Traden erfahren, z.B. in der Familie? Wie groß war die Hilfsbereitschaft und Unterstützung oder evtl. Ablehnung und Resonanz?

Anfänglich sehr negativ. Durch den hohen Zeitaufwand für das Lernen fehlte häufig die private Lebensqualität. Das war nicht immer einfach. Mit Einsetzen der Profitabilität, verstummten außenstehende Kritiker, für jene war es „langweilig“. Vor allem fehlte die soziale Komponente. Eine Veränderung trat mit Social-Media und dem fachlichen Austausch ein. Daraus entstand die Idee zu EWPIPS.

Welche Software benutzt du?

Sehr EW-spezifisch, vor allem MotiveWave, einzigartig im Bereich EW.

DAX-Index Kursverlauf nach Elliott-Wave Analyse

DAX-Index Kursverlauf nach Elliott-Wave Analyse mit MotiveWave Chartsoftware

 

Arbeitest du alleine oder im Team?

Das Traden erledige ich primär ganz für mich. Seit dem Livetrading auszugsweise ebenso in der Community. Da wir genaue Regeln postulieren, ist der Gruppe klar, was als Trade gilt. Transparenz ist dort oberstes Gebot!

Bei EWPIPS arbeiten wir vertrauensvoll im Team und haben mittlerweile verschiedene Bereiche aufgeteilt. Das Angebot wird gezielter umgesetzt und alle Bereiche und Märkte betreut.

Wie groß ist der Zufriedenheits- und Spaßfaktor?

Der ist ungebrochen hoch.

Was machst du zum Ausgleich?

Zu wenig! Familie ist der Ausgleich. Sport steht immer auf meiner Agenda, aber leider fehlt mir derzeit der Anreiz!

Du hast mit deinen Kollegen vor einiger Zeit EWPIPS gegründet und ihr habt im letzten Jahr (2016) ein äußerst bemerkenswertes Buch geschrieben. Was hat Dich/ Euch dazu bewogen?

EWPIPS ist eine Plattform, die sich auf die Wissensvermittlung der von uns angewendeten Elliott-Wave-Strategie spezialisiert hat. Der Ursprung waren andere Gruppen, die aber nie wirklich konkret dokumentierten. Als Essenz dessen wollten wir es besser machen. Fragen beantworten, warum es funktioniert, worauf man achten muss. Aus der Idee ergab sich eine dynamische Institution, deren Mitglieder sich untereinander fördern, befruchten und ihr Wissen uneigennützig teilen.

Das Buch war dann eine Idee von Sebastian Schmidt, der Inhalte der EW Anwendung umgesetzt und niedergeschrieben hat. Ein Workbook und Wissenspool als logische Folge.

Wie definiert ihr das Aufgabengebiet von EWPIPS?

Content und Informationen zum profitablen Trading, sowie die Wissensvermittlung. Mit dem täglichen Livetrading geben wir nicht nur Input aus der Theorie, sondern zeigen gleichzeitig, wie man es umsetzen kann. Aus User-Sicht sieht man sehr schnell, ob der Ansatz passt oder zu komplex ist. Es ist nicht erforderlich, tausende Euros in die Hand zu nehmen, um festzustellen, inwiefern es für den jeweiligen Trader etwas ist.

Die Anwendung und das Übersetzen der Handelsstrategie obliegen jedem selbst.

Ger30 Tageschart mit Elliott Wave Analyse

Ger30 Tageschart mit Elliott Wave Analyse

Wie ist die Resonanz auf und in EWPIPS?

Die Frage müsste man den Mitgliedern stellen :) Von unserer Seite empfinden wir es extrem positiv. Wir haben eine sehr wissbegierige, motivierte Community. Das stellt die ultimative Voraussetzung dar, um überhaupt eine Chance an den Märkten zu haben.

Von nix kommt nix!

Wie viele Mitglieder sind regelmäßig im konkreten Austausch, damit meine ich nicht das „übliche“ Facebook-Gruppen Blabla?

Das schwankt zwischen 50 bis 80. Hinzu kommt noch eine Premium Service Gruppe von ca. 30, die für den Service eine Gebühr bezahlen. Wir haben nach 4 Jahren von Free auf Premium umgestellt, weil der Zeitaufwand auf täglich über 8 Stunden angestiegen ist. Darüber hinaus entstanden naturgemäß Kosten (Server usw., ohne die Arbeit zu berücksichtigen). So ist ein intensiverer Content für jeden Einzelnen möglich. Wir arbeiten im Team und verteilen die Einnahmen gerecht. Im Übrigen fernab jedweder Bereicherung, knapp über Mindestlohn, selten mehr als kostendeckend.

Mit dem, was wir tun, sind wir sehr zufrieden und es bestätigt uns, dass es der richtige Weg ist. Wir leben vom Trading, nicht von Seminaren!

Der Austausch ist eine sehr wichtige Komponente geworden. Wer mehrere Jahre alleine vor 6 Monitoren saß, weiß was ich meine.

Ein „Spässle“ aus dem täglichen Leben: Selbst meine Frau sucht Löcher im Garten, wenn ich ihr von meiner Arbeit erzähle. „DA(chs)X heute wieder sehr sauber gelaufen!“

Lieber Peter, herzlichen Dank für das ausführliche Gespräch und die persönlichen Einblicke.

Gerne Ingolf, und vielen Dank für das Interesse an meiner Arbeit.

Mehr zu Elliott Wave (Elliott-Wellen) auf Wikipedia

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