Flash Boys: Wie Insider die Börse manipulieren

Flash Boys

In diesem Beitrag möchte ich das Buch Flash Boys vorstellen, denn ich denke, wir alle haben schon einmal US-Aktien gehandelt und sollten zumindest eine vage Vorstellung davon haben, was High Frequency Trading ist.

Ich selbst habe zwar nicht den Eindruck, dass die Hochfrequenzhändler bei meinen Auftragsausführungen am amerikanischen Aktienmarkt dazwischen funken, aber darüber gehen die Meinungen auseinander.

Das Buch Flash Boys – Wie Insider die Börse manipulieren von Michael Lewis (Flash Boys – A Wall Street Revolt) handelt in weiten Zügen davon, wie der Protagonist Brad Katsuyama es am Ende schafft, im Oktober 2013 die elektronische Aktienbörse IEX zu gründen, um den umstrittenen Hochfrequenzhändlern an der Wall Street mit der Verzögerung bei der Ausführung ihrer Aufträge im Aktienhandel das Handwerk zu legen.

Im Klappentext heisst es etwas reisserisch: „Wie man an der Börse mal schnell Milliarden absahnt.“

Und weiter liest sich die Zusammenfassung so:

„Michael Lewis erzählt die Geschichte einer Gruppe genialer Wall-Street-Außenseiter, die entdeckten, wie Insider die Börse manipulieren und ganz ohne Risiko Milliarden absahnen. Das zweifelhafte Geschäftsprinzip zu Lasten ahnungsloser Anleger entlarven die Kritiker der „Flash Boys“ mit einem Coup: Es gelingt ihnen, ein Parallelsystem zu schaffen, das sich den gierigen „Flash Boys“ in den Weg stellt. Diese wahre Geschichte liest sich wie ein Filmdrehbuch, die Wall Street hat sie zum Beben gebracht.“

In der F.A.Z. vom Samstag, den 17. Juni 2017 lesen wir zu diesem Thema:

Rebellen der Wall Street greifen Traditionsbörsen an

Autor Michael Lewis prangert in seinem Buch Flash Boys – Wie Insider die Börse manipulieren die Hochfrequenztrader an, mit ihren hochleistungsfähigen Computern und extrem schnellen Auftragswellen sowohl Kleinanleger als auch Profis bei Fondsgesellschaften abzuzocken. Kasuyama, einer der „Blitzjungs“, die sich erfolgreich gegen die  bösen Programmierer wehren, entwickelte damals mit seinen Kollegen ein Handelsprogramm mit eingebauten Verzögerungen. Sie wollten so gewährleisten, dass ihre Aufträge zur gleichen Zeit an den verschiedenen Börsen eintrafen, und Hochfrequenzhändler keinen Zeitvorsprung mehr hatten, um die Kenntnis der anstehenden Aufträge auszunutzen. Tempo spielte an der Wall Street in den vergangenen Jahren eine immer wichtigere Rolle. Börsen ermöglichen es den Hochfrequenzhändlern unter anderem gegen Gebühr, Computer direkt neben ihren Rechenzentren zu platzieren, um die Übertragung der Daten zu verkürzen.

Katsuyama gründete schließlich IEX (Investor’s Exchange), die fairen Handel gewährleisten soll und sich an langfristig orientierte Investoren richtet. Das Hauptargument war eine elektronische „Bodenschwelle“, mit der die IEX den Handel mit Aktien um 350 Mikrosekunden (Millionstel einer Sekunde) verzögert, um bestimmte Handelsstrategien der Blitzhändler zu unterbinden. Nach der Börsenzulassung der IEX setzen die Konkurrenten nun ebenfalls auf „Bodenschwellen“. Die Nyse will ihren Kunden ab Juli 2017 eine 350-Mikrosekunden-Hürde in einem Marktsegment für kleine und mittelgroße Aktiengesellschaften anbieten.

Katsuyama wollte bis 2017 im amerikanischen Aktienhandel auf einen Marktanteil von 8 Prozent kommen. Dieses Ziel erwies sich als zu ambitioniert. Der Marktanteil der IEX lag zuletzt bei nur gut 2  Prozent. Die etablierten Börsenplätze wie die New York Stock Exchange (Nyse) sowie die elektronischen Börsen Bats und Nasdaq kommen auf einen Marktanteil von jeweils rund einem Fünftel. Fast zwei Fünftel des Aktienhandels entfallen auf außerbörsliche Handelsplattformen, wie den sogenannten Dark Pools.

Ein wichtiger Grund für die kaum wachsenden Marktanteile der IEX ist deren Unwill, Börsenmaklern und großen Wertpapierhändlern Rabatte einzuräumen, um deren Geschäft anzuziehen. Nach eigenen Angaben haben Nyse, Bats und Nasdaq im vergangenen Jahr insgesamt 2 Milliarden Dollar an Preisnachlässen gewährt. „Wir zahlen keine Schmiergelder“, sagt IEX-Vorstandschef Katsuyama kategorisch.

„Der heißeste Trick an der Wall Street heißt Hochfrequenzhandel: Mit blitzschnellen Computerprogrammen verschaffen sich Insider in Millisekunen Milliardenvorteile. Lewis enthüllt die dubiose Praxis.“  SPIEGEL ONLINE

„Lewis erzählt so, dass auch Laien begreifen, was den Börsen vor sich geht.“ DER TAGESSPIEGEL

Über den Autor

Michael Lewis, Jahrgang 1960, ist Wirtschaftsjournalist und erfolgreicher Autor von zahlreichen Sachbüchern. Er hat Abschlüsse von der Princeton University und der London School of Economics. Seine Erfahrungen als Investmentbanker verarbeitete er 1989 in seinem ersten Buch »Liar’s Poker«, das sofort auf Platz 1 der Sachbuchbestsellerliste schoss. Zahlreiche weitere Bestseller aus der Finanzszene und der Welt des Sports folgten. »The Big Short« stand monatelang auf Platz 1 der Bestsellerliste der New York Times und machte auch als Kinofilm Furore. »Flash Boys« wird ebenfalls in Hollywood verfilmt. Lewis lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Berkeley, Kalifornien.

  • Die englischsprachige Originalausgabe erschien 2014 unter dem Titel „Flash Boys. A Wall Street Revolt“.
  • 2. Auflage Deutschsprachige Taschenbuchausgabe März 2016, 287 Seiten
  • Ausgezeichnet mit dem deutschen Wirtschaftsbuchpreis 2014
  • Übersetzt von Jürgen Neubauer

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