3 Wege, um einen Trend mit einem Gleitenden Durchschnitt zu erkennen

Erfahrene Trader können einen Trend aufgrund Ihres verfeinerten Tradingsinstinkts erfassen. Aber für neue Trader ist von entscheidender Bedeutung, dass sie über eine objektive Methode zur Bestätigung von Trends verfügen. Ein Rahmenplan bietet Anfängern die Möglichkeit, zuerst zu lernen und erst später zu improvisieren. Hierfür ist der Gleitende Durchschnitt eines der besten Instrumente.

Angehende Systemtrader können diese Methode als Starthilfe für ihre Strategie-Richtlinie nutzen. Indem Sie sich weiterentwickeln, können Sie diese Methode entsprechend Ihrer Marktkenntnisse verfeinern.

Selbst für erfahrene Trader ist eine objektive Methode zur Bestimmung des Trends hilfreich. Sachkundige diskretionäre Trader, die ihre Entscheidungen nach eigenem Ermessen treffen, können ihre subjektive Beurteilung gegenüber einem festgelegten Regelwerk schätzen. Das ist die einzige Möglichkeit, um Ihren Trading-Instinkt zu überprüfen. Wenn Ihre Intuition nicht besser ist als ein starres Trading-System, gibt es auch keinen Grund, sich Ihrem Urteil zu bedienen.

Wenn Sie mehr über das Trading mit Gleitenden Durchschnitten erfahren wollen, empfehle ich Ihnen folgenden Artikel: Umfangreiche Tradinganleitung für den Gleitenden Durchschnitt.

Herkömmliche Methode: Überschneidung von Gleitendem Durchschnitt und Kurs

Die grundlegende Methode der Anwendung eines Gleitenden Durchschnitts zur Bestimmung des Trends ist die Überschneidung mit den Kursen.

  • Wenn die Kurse den Gleitenden Durchschnitt von unten nach oben kreuzen, ist dies ein Hinweis auf einen Aufwärtstrend. Es wird also ein Kaufsignal erzeugt.
  • Wenn die Kurse den Gleitenden Durchschnitt von oben nach unten kreuzen, ist dies ein Hinweis auf einen Abwärtstrend. Es wird somit ein Verkaufssignal erzeugt.
Moving Average - Gleitender Durchschnitt Überschneidungen

1. Gleitender Durchschnitt | 2. Linie mit Schlußkursen; es ist einfacher, die Kurs-Überschneidungen mit den Liniencharts zu identifizieren. | 3. Bärische Überschneidung mit einen Zickzack-Bewegungen.

Zick-Zack-Bewegungen stellen ein Problem mit dieser Methode dar. Zick-Zack-Bewegungen sind falsche Signale einer Trendwende. Sie treten ein, wenn die Kurse den Gleitenden Durchschnitt in schneller Abfolge kreuzen. Aufgrund dieses Phänomens könnten Sie während einer Seitwärtsbewegung durcheinander geraten. (Beachten Sie hierzu den Artikel: Drei praktische Anwendungen der Preis-Konsoldierung, welche Trader kennen müssen.

Glücklicherweise gibt es noch mehr zuverlässige Möglichkeiten, um herauszufinden, ob ein Trend entsteht.

1. Die Richtung des Gleitenden Durchschnitts

Diese Methode ist zwar einfach, aber zweckmäßig. Orientieren Sie sich lediglich an der Ausrichtung des Gleitenden Durchschnitts.

  • nach oben ausgerichtet: Aufwärtstrend
  • nach unten ausgerichtet: Abwärtstrend

Im folgenden Chart entspricht die Hintergrundfarbe der Richtung des Gleitenden Durchschnitts.

Neigung des Gleitenden Durchschnitts.

1. Grüner Hintergrund; SMA Richtung ist aufwärts; ein bullisher Trend | 2. Pullback der Kurse nach unten zum aufwärts gerichteten Gleitenden Durchschnitt; Long Setups. | 3. Roter Hintergrund; SMA Richtung ist abwärts; bärischer Trend | 4. Pullback zum abwärts gerichteten Gleitenden Durchschnitt; Short Setup

Der Vorteil dieser Methode besteht in der Reaktionsfähigkeit und der Einfachheit. Diese stützt sich aber nur auf den Gleitenden Durchschnitt. Deshalb lässt man die Price Action selbst leicht außer Acht.

Tradinghinweis: Wenn die Kurse unter den Simple Moving Average (SMA = Einfacher Gleitender Durchschnitt) fallen, der Neigungswinkel aber nach oben ausgerichtet (bullisch) bleibt, handelt es sich um ein Long-Setup.

Umgekehrt gilt, wenn die Kurse über den Gleitenden Durchschnitt steigen, aber die Ausrichtung der Linie weiterhin nach unten zeigt, handelt es sich um ein Short-Setup. (Das funktioniert besser mit dem Einfachen Gleitenden Durchschnitt und nicht so gut mit dem Exponentiellen Gleitenden Durchschnitt.)

2. Bestätigung eines Swing-Pivot mit dem Gleitenden Durchschnitt

Im Gegensatz zum ersten Ansatz müssen Sie bei dieser Methode auf die Price Action achten. Damit vermeiden Sie die häufige Falle, sich zu sehr auf den Indikator zu verlassen.

Im folgenden Beispiel sind die Swings entsprechend der Regeln, die für das Day-Trading der Price Action gelten, gekennzeichnet.

Bullisches Beispiel: 30-Minuten-Chart von 6J-Futures (JPY/USD)

Die Bestätigung eines Aufwärtstrends mit Swing-Pivots:

  • Das Swing-Tief entwickelt sich über dem Gleitenden Durchschnitt.
  • Es entsteht ein neues Hoch des Trends ohne Berührung des Gleitenden Durchschnitts.

Schauen Sie sich das folgende Beispiel an:

Japanischer Yen Future Moving Average

1. Swing-Tief über dem Gleitenden Durchschnitt. | 2. Dann stieg der Markt über das letzte Swing-Hoch ohne den Gleitenden Durchschnitt zu berühren; der bullische Trend wird bestätigt. |

  1. Dieses Swing-Tief bildete sich über dem Gleitenden Durchschnitt.
  2. Ohne Kursrückgang zum Gleitenden Durchschnitt entwickelte sich ein neues Hoch des Trends. Diese Kursbewegung bestätigte den Aufwärtstrend.

Bärisches Beispiel: 30-Minuten-Chart von 6E-Futures (EUR/USD)

Die Bestätigung eines Abwärtstrends mit Swing-Pivots:

  • Das Swing-Hoch bildet sich unter dem Gleitenden Durchschnitt.
  • Ohne den Gleitenden Durchschnitt zu berühren, entwickelt sich ein neues Tief des Trends.

Betrachten Sie das folgende Beispiel:

Euro-Future 30 Minuten Chart Gleitender Durchschnitt

1. Swing-Hoch über dem Gleitenden Durchschnitt. | 2. Der Markt stieg wieder über den Gleitenden Durchschnitt, bevor er weiter fiel; der bärische Trend nicht bestätigt. | 3. Swing-Hoch unter dem Gleitenden Durchschnitt. | 4. Dann fiel der Markt unter das letzte Swing-Tief, ohne den Gleitenden Durchschnitt zu berühren; bärische Trend wurde bestätigt.

  1. Dieses Swing-Hoch bildete sich unter dem Gleitenden Durchschnitt
  2. Allerdings stiegen die Kurse weiter und überschritten den Gleitenden Durchschnitt, bevor sich ein neues Tief entwickelte. Diese Entwicklung verhinderte zu diesem Zeitpunkt die Bestätigung eines Abwärtstrends.
  3. Erneut beobachteten wir ein Swing-Tief unter dem Gleitenden Durchschnitt.
  4. Daraufhin fielen die Kurse auf ein neues Tief, ohne dass es zu einem Pullback zum Gleitenden Durchschnitt gekommen war. Dieser Kursrückgang bestätigte einen Abwärtstrend.

3. X Kursstäbe über/unter einem X-Perioden Gleitenden Durchschnitt

Diese Methode dient der Bestimmung eines starken Trends. In diesem Stadium ist der Trend bereits fest etabliert.

Wenn Sie darauf ausgerichtet sind, in einen neuen Trend einzusteigen, ist diese Methode nicht angemessen. Wenn Sie jedoch bestätigt haben wollen, dass der letzte Trend ein starkes Momentum aufweist, ist dies der geeignete Weg, um das zu bewerkstelligen.

Beispiel: 20 Kursstäbe unter dem 20er Gleitenden Durchschnitt – bärisch

ENDP Aktienchart Tageskerzen

1. Erste Kerze unter 20 SMA | 2. Die zwanzigste Kerze unter dem 20 Perioden SMA; bärischer Trend.

Dasselbe gilt für Gleitende Durchschnitte mit unterschiedlichen Beobachtungszeiträumen. Zum Beispiel lassen 50 Kursstäbe über dem 50-Perioden SMA (Einfacher Gleitender Durchschnitt) auf einen Aufwärtstrend schließen. Mit 50 Kursstäben wird auf einen stabileren Trend hingewiesen, als es mit 20 Kursstäben der Fall ist.

Dieser Ansatz ist zwar nicht der beweglichste, aber er bietet eine objektive Formel, um den Trend eines Marktes ausfindig zu machen.

Zudem kann dieses Instrument in den Händen eines Meister-Traders eine überragende Funktion als Wegweiser bekommen. Versuchen Sie, auf die Price Action zu achten, die durch eine Anzahl von X Kurstäben angegeben wird. Dies liefert oft nützliche Hinweise für Trader.

Sie entdecken beispielsweise 20 Kursstäbe über dem Gleitenden Durchschnitt. Wenn die 20 Kursstäbe einen steilen Anstieg ausbilden, ist der Markt wahrscheinlich erschöpft. Darauf könnte eine Trendwende oder eine Konsolidierung folgen.

Andererseits könnten Sie beobachten, dass 20 Kursstäbe seitwärts verlaufen und zwar geringfügig über dem Gleitenden Durchschnitt. In diesem Fall sind diese 20 Kursstäbe über dem Gleitenden Durchschnitt höchstwahrscheinlich dezente bullische Hinweise. Auf den Trend ausgerichtet zu sein, ist eine anspruchsvolle Angelegenheit.

Anmerkungen zur Bestimmung des Trends mit einem Gleitenden Durchschnitt

Wie bereits erwähnt, sind diese Methoden zuverlässiger als die Kreuzung des Glelitenden Durchschnitts. Aber dieser Vorteil hat auch seinen Preis. Dieser Preis ist die Verzögerung. Die Bestätigung des Trends erfolgt nämlich erst später.

Derartige Vorteile, die einem Nachteil gegenüberstehen, sind ein durchgehendes Thema beim Trading. Diese Zielkonflikte erfordern Zugeständnisse. Es geht also darum, im Rahmen Ihres Tradingplans geeignete Kompromisse zu finden. Selbst bei den oben genannten Methoden gibt es Unterschiede bezüglich Zuverlässigkeit und Timing.

Beachten Sie hierzu den folgenden Artikel: Daytrading mit einem Gleitenden Durchschnitt Kanal

Bei den drei oben genannten Beispielen werden jeweils unterschiedliche Methoden zur Bestimmung eines Trends verwendet. Versuchen Sie, zur Übung die anderen beiden Ansätze auf jeden Chart anzuwenden. Diese Übung wird Ihnen dabei behilflich sein, die Unterschiede einzuschätzen und Erkenntnisse zu gewinnen.

Vielleicht denken Sie: Warum muss ich denn die einzelnen Unterschiede verstehen? Ich weiß doch bereits, wie man diese interpretiert. Muss ich wirklich so tiefschürfend ansetzen?

Das sollten Sie, denn diese Methoden zur Bestimmung eines Trends sind keine Tradingsstrategien. Sie müssen diese in Ihre Tradingstrategie einbinden. Und um dies auf effiziente Weise zu bewerkstelligen, müssen Sie die jeder Methode zugrunde liegende Price Action erfassen.

Nur dann können Sie den Gleitenden Durchschnitt als leistungsstarkes Instrument einsetzen.

Beachten Sie hierzu den folgenden Artikel: Vier Tradingmythen über den Gleitenden Durchschnitt

Wenn Sie es vorziehen, ohne einen Gleitenden Durchschnitt zu arbeiten und sich nur auf die Price Action zu konzentrieren, dann werfen Sie einen Blick auf meinen Price Action Trading Course. Er zeigt Ihnen, wie Sie die Richtung des Marktes mit Swing Pivots und Trendlinien beurteilen.

 

>>zurück zum Anfang des Artikels 3 Wege, um einen Trend mit einem Gleitenden Durchschnitt zu identifizieren.

 

Dieser Artikel wurde im Original von Galen Woods auf seiner Webseite veröffentlich: 3 Ways to identify a trend with a moving average

Deutsche Übersetzung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud

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