DAX-Future Daytrading – Grundlagen und Infos

Wir haben festgestellt, dass vielen neuen interessierten Tradern wichtige Informationen über das Daytrading mit DAX-Index bzw. DAX-Future fehlen. Deshalb möchte ich in diesem Artikel auf die Grundlagen des DAX Future Trading und auf die gängigsten Fragen eingehen, die uns  auch immer wieder im Zusammenhang mit unseren DAX-Future Live Daytrading gestellt werden.

Die folgenden Themen werden in diesem Artikel zum DAX Future Daytrading erörtert:

1. Brokerauswahl und Kontogröße

2. Risiko pro Trade

3. Tools zum Trading

4. Unterschied zwischen DAX Future und Kassa DAX

5. CFDs

6. Was ist ein Future?

7. Was ist die Margin und wie entsteht der Hebel?

8. Tickgrößen und Tickwert

9. Details zum Kontrakt

10. Unterschied Mini-DAX Future und DAX Future

11. Eurex und Handelszeiten

12. Abkürzungen und Laufzeiten

13. Orderarten

14. Rollen des Futures und Hexensabbat

15. Contango und Backwardation

16. Spread und Slippage

17. Settlement und Lieferung

1. Brokerauswahl und Kontogröße

Für das DAX Future Daytrading empfiehlt sich ein Futures Konto.

Da der Future bzw. Terminkontrakt an der Börse gehandelt und der Preis durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird, ist es auch mehr oder weniger egal, welchen Broker man nimmt. Die Brokerauswahl lässt sich nur aufgrund der Transaktionskosten, der geforderten Margin oder der Handelsplattform bestimmen.

Zudem ist dies auch von der Kontokapitalisierung abhängig. Die Broker speziell in Europa erheben eine höhere Margin als zum Beispiel die Broker in den USA.

Wer über eine Kontogröße von 18.000 € und mehr verfügt, kann ein Konto bei Interactive Brokers eröffnen, was sicherlich eine sehr gute Wahl wäre.

Wer dagegen über eine kleinere Kontogröße verfügt, wird aufgrund der Margin-Anforderungen nur mit einem Konto bei einem Broker in den USA den DAX-Future handeln können. Hierbei eignet sich zum Beispiel AMP Futures oder NinjaTrader Brokerage.

Für den Handel des DAX-Futures über einen der Broker in den USA empfiehlt sich bei den meisten Brokern eine Mindestkontogröße von $5.000. Je größer, desto besser, da so das Risiko pro Trade verringert wird.

Generell sollte man bei Brokern auf folgende Kriterien achten:

  • Kursausführung, sowie Spread und Slippage
  • Transaktionskosten
  • Service bzw. Support
  • Produktauswahl
  • Kundengelder getrennt vom Eigenkapital
  • Trennung der Brokerage- und Market-Making-Tätigkeiten
  • Kein Eigenhandel der kundennahen Geschäftsbereiche
  • Falls vorhanden, Rating des Brokers durch Rating Agenturen
  • Solide Finanzstabilität des Brokers & Bilanz
  • Diskretion
  • Zugriffsschutz
  • Clearing

2. Risiko pro Trade

Ein Kontrakt hat einen Punktwert von 25 €. In der Regel arbeiten wir im DAX Future Trading mit einem Stopp Loss zwischen 7-13 Punkten.

Wichtig: Wir arbeiten IMMER mit einem Stopp Loss. Es erfolgt keine Ordereingabe ohne anghängten Stopp Loss.

Im Durchschnitt beträgt das Risiko 10 Punkte pro Trade. Dies entspricht einem Risiko von 250 € (10*25 €) pro Trade.

Wenn man nun bereit ist, pro Trade 1 % seiner Kontogröße zu riskieren, empfiehlt sich also eine Kontogröße von mindestens 25.000 €.

3. Tools zum Trading

Für das Trading an sich braucht man nicht viel.

Man benötigt ein Futures Konto bei einem der angesprochenen Broker. Dadurch erhält man automatisch das Orderbuch bzw. DOM und die Time & Sales. Um die vollständige Tiefe des Orderbuchs einsehen zu können, benötigt man zusätzlich zu den bereits enthaltenen Level 1 Daten auch die Level 2 Daten der Eurex.

Mehr Informationen zu dem Orderbuch bzw. Dom, Time & Sales, sowie Level 1 und 2 Daten finden Sie hier: Orderbuch Trading – DOM, Level 2 und Time & Sales

Zusätzlich braucht man eine Handelsplattform für das Charting.

Eine gute Software, die saubere Daten und  gutes Charting ermöglich, ist ProRealTime. Diese nutze ich auch selbst.

Aber auch viele andere Software-Anbieter erfüllen die Anforderungen für das DAX Future Daytrading. Eine guter Anbieter ist auch der Trade Navigator von GenesisFT.

In der Regel erhält man all dies auch bei dem jeweiligen Broker. Die Broker aus den USA bieten eine Vielzahl an Handelsplatttformen.

 4. Unterschied zwischen DAX Future und Kassa DAX

Der Kassa DAX ist auch bekannt als deutscher Leitindex. Dieser enthält die 30 größten deutschen Unternehmen bezogen auf die Marktkapitalisierung und den Börsenumsatz. Daher wird dieser auch als Blue-Chip-Index bezeichnet.

Der DAX enthält Unternehmen aus den verschiedensten Marktsektoren und macht ca. 80 % des in Deutschland zugelassenen Börsenkapitals aus. Daher wird dieser als Indikator für die Entwicklung der deutschen Volkswirtschaft gesehen.

In den Medien wird dieser meistens einfach nur als DAX bezeichnet. Gemeint ist aber damit der Kassa DAX.  Auch die typischen Indikationen wie L&S DAX, DB-DAX, GER 30 usw. beziehen sich auf den Kassa Dax.

Die Berechnung des DAX erfolgt auf der Grundlage der Xetra-Kurse der 30 DAX-Aktien mit dem von der Deutschen Börse festgelegten Gewichtungsschlüssel.

Die Bezeichnung Kassa steht für den Kassamarkt. Hierbei liegen Abschluss und Erfüllung der Wertpapierorder eng beieinander.

Den Gegensatz zum Kassamarkt bildet der Terminmarkt (Future-Markt). Beim Terminmarkt sind Abschluss und Erfüllung voneinander zeitlich getrennt. Hierzu zählt auch der DAX Future, welcher gerne auch als FDAX bezeichnet wird. F steht hierbei für Future. Der DAX Future ist ein an der Terminbörse Eurex (European Exchange) gehandelter Terminkontrakt auf den Basiswert DAX 30 (Deutscher Aktienindex).

Um das Ganze etwas zu vereinfachen, kann man den DAX Future als eine Wette auf den DAX Stand zu einem bestimmten Termin in der Zukunft verstehen.  Diese Wette bezeichnet man als Terminwette. Dadurch verpflichten sich die Marktteilnehmer ein dem DAX Index nachgebildetes Portfolio zu einem bestimmten Zeitpunkt zu liefern oder abzunehmen.

Die Kursbildung des FDAX erfolgt durch Angebot und Nachfrage. Doch aufgrund der Arbitrage zum Kassamarkt verläuft dieser auch synchron zum Kassamarkt des DAX-Index. Die Arbitrage verhindert, dass größere Abweichungen oder Divergenzen zwischen dem FDAX und DAX entstehen.

Der DAX Future notiert in der Regel höher als der Kassa DAX. Die Differenz ist umso größer, je weiter der Verfallstermin in der Zukunft liegt und je höher das Geldmarkt Zinsniveau bis zum Verfalltag ist. Der Future Preis kann ermittelt werden über: Kassa Dax + Cost of Carry (Cost of Carry = hypothetische Refinanzierungskosten bis zum Verfalltag des Futures). Zum Verfallstermin entsprechen sich die Stände von DAX Future und Kassa DAX. Mehr zu diesem Thema, wie auch ein Beispiel zur Index Arbitrage, finden Sie hier:

Was ist der „Fair Value“ eines Futureskontraktes?

5. CFDs

CFDs (contract for difference) sind Differenzkontrakte. Sie gehören zu der Gruppe der Swaps und damit auch zur Gruppe der derivativen Finanzinstrumente. CFDs können zum einen für Absicherungsgeschäfte und andererseits auch zu spekulativen Zwecken eingesetzt werden.

Die Nachschusspflicht wurde seit August 2017 ausgeschlossen. Doch besteht weiterhin eine Gefahr des Totalverlusts. Durch den Ausschluss der Nachschusspflicht ist das Risiko für einen Totalverlust sogar noch größer als vorher. Denn diese Regelung zwingt die Broker, offene Handelspositionen zu schließen, wenn die vom Kunden hinterlegte Sicherheitsleistung (auch als Margin bezeichnet) verbraucht ist. Dazu reichen auch ggf. nur kurzfristige Kursschwankungen aus.

Das Problem bei CFDs ist zusätzlich, das diese OTC (over the counter), also außerbörslich, gehandelt werden. Die Preisfindung findet hier nicht durch die jeweilige Börse, sondern durch den jeweiligen Emittenten (Market Maker) statt. Daher wird das Pricing (Kursstellung) der CFDs in der Regel nie so fair und transparent erfolgen, wie es bei dem an der Börse gehandelte Underlying der Fall ist. Die Markt Maker verfügen über einen gewissen Spielraum der Kursstellung. Auch sind für den Broker die Stopps einsehbar. Dadurch entsteht ein weiterer Interessenkonflikt.

Aufgrund der geringen Marginanforderung vieler US Broker besteht auch für weniger gut kapitalisierte Trader die Möglichkeit, direkt mit Futures zu traden.

6. Was ist ein Future?

Wie bei CFDs gibt es auch bei Futures zwei Einsatzmöglichkeiten: Zum einen für Absicherungsgeschäfte und zum anderen für Spekulationsgeschäfte. Entstanden ist der Future als Absicherungsgeschäft (Hedging).

Ein Future wird auch als Terminkontrakt bezeichnet. Ein Future ist ein unbedingtes Termingeschäft über den Kauf und Verkauf eines bestimmten Vermögensgegenstandes (Underlying) zu einem bestimmten zukünftigen Fälligkeitszeitpunkt und einem bei Vertragsabschluss festgelegten Terminpreis.

Börsengehandelte Futures sind standardisiert und im Wesentlichen charakterisiert durch:

  • einen genau bestimmten Vertragsgegenstand (Basiswert)
  • die Menge (Kontraktgröße) und Qualität des zugrunde liegenden Vertragsgegenstandes
  • einen bei Vertragsabschluss festgelegten Kaufpreis des zugrunde liegenden Vertragsgegenstandes
  • einen fixen Erfüllungs­zeitpunkt in der Zukunft (Termin) und
  • die Art der Erfüllung (Lieferung des Vertragsgegenstandes gegen Zahlung des vereinbarten Preises oder Barausgleich).

Diese Standardisierung ermöglicht einen transparenten Handel, geringe Handelskosten und einen leichten Marktzugang.

7. Was ist die Margin und wie entsteht der Hebel?

Um den Future handeln zu können muss man eine Margin (Sicherheitsleistung) hinterlegen.

Man muss also nur einen Bruchteil des vollen Kontraktwertes aufzubringen.

Der volle Kontraktwert des FDAX errechnet sich bei einem Punktestand von 12.500 wie folgt:

12.500 * 25 € = 312.500 €

Der volle Kontraktwert würde in dem Fall 312.500 € betragen.

Die Margin beträgt aber nur ein Bruchteil des vollen Kontraktwertes und ist auch nicht bei allen Brokern die Gleiche. Bei vielen US Brokern beträgt die Margin nur $2.500. Dies entspricht einem Hebel von 312.500€/2.500€ (wir rechnen mit € zur Vereinfachung) von 125. Bei Interactive Brokers beträgt die Intraday Initial Margin zur Zeit 14.631 €. Dies entspricht einem Hebel von 312.500 €/14.631 € = 21.

Sollte das Konto die zu hinterlegende Margin unterschreiten, erfolgt ein sogenannter Margin Call. Hierbei schließt der Broker die offene Position, um das Kapital zu schützen, und damit dieser nicht seinem Geld hinterherlaufen muss.

Die Intraday Initial Margin bezieht sich auf die Margin für das Daytrading. Das heißt es sind keine Positionen über Nacht möglich. Möchte man dagegen auch Futures über Nacht halten, muss man als Margin die Overnightmargin hinterlegen. Diese ist in der Regel oft deutlich größer, da durch das Halten von Positionen über Nacht größere Risiken entstehen. Dieses Risiko besteht durch die Möglichkeit einer Gap-Eröffnung am nächsten Tag. Bei Interactive Brokers beträgt die Margin für den FDAX zur Zeit 29.262 €.

8. Tickgrößen und Tickwert

Ein Tick ist die kleinste Einheit in der sich ein Kurs bewegen kann. Beim FDAX sind das z. B. 0,5 Punkte.

Der Tickwert ist der Wert des Futures pro Tick. Dieser beträgt z. B. im FDAX 12,50 €.

9. Kontraktspezifikation FDAX

Für die jeweilige Kontraktspezifikation des jeweiligen Future schaut man am Besten an der jeweiligen Terminbörse nach. Die Kontraktspezifikationen enthalten sozuagen alle Charakter für die Standardisierung des jeweiligen Futures und alle Angaben, die man für den Handel benötigt. Für den FDAX ist das die Terminbörse Eurex:

Ausführliche Kontraktspezifikation für den DAX-Future von der Eurex

Die Details zu der Kontraktspezifikation des FDAX durch die Eurex

Eine sehr gute Übersicht über die gängigen Futures und die jeweiligen Kontraktspezifikationen, finden Sie hier.

10. Unterschied Mini-DAX Future und DAX Future

Wie bereits oben ersichtlich sind die Kontraktspezifikationen im Mini-DAX Future und DAX Future verschieden.

Der Mini-DAX hat eine minimale Preisbewegung (Tick) von einem Punkt. Der DAX Future dagegen von 0,5 Punkten.

Ein Tick hat im Mini-DAX Future einen Wert von 5 €. Im DAX Future dagegen von 12,50 € bzw. 25 € pro Punkt. Ein Punkt entspricht im DAX Future zwei Ticks von 0,5 Punkten (2 * 12,50 € = 25 € pro Punkt).

Allein dadurch, dass sich der Mini-DAX Future und der DAX Future schon hinsichtlich des Tickwertes unterscheiden, werden hierbei immer minimale Preisunterschiede auftreten.

Der Mini-DAX Future eignet sich besonders für Trading Anfänger und/oder bei kleiner kapitalisierten Konten.

Durch den kleineren Tickwert beträgt die Margin für den Mini-DAX Future auch weniger als für den DAX Future. Die Intrayday Initial Margin für den Mini-DAX Future beträgt bei Interactive Brokers zur Zeit 2.919 €. Dies entspricht genau 1/5 der Margin des DAX Futures. Denn auch der volle Kontraktwert beträgt nur 1/5.

11. Eurex und Handelszeiten

Die Eurex gehört zu den weltweit größten Terminbörsen. Ihre Produktpalette umfasst einige der liquidesten EUR-denominierten Aktienindex- und Fixed Income-Derivate der Welt. Dazu gehören unter anderem auch der DAX Future, wie auch der Mini-DAX Future und der Bund Future.

Ein breites Angebot an Derivaten auf einzelne Aktien, alternative Anlageklassen und Rohstoffe runden die börslich und außerbörslich handelbare Produktpalette ab.

Die Handelszeiten für den DAX Future, sowie Mini-DAX Future sind wie folgt:

Handelszeiten für DAX-Future und Mini DAX-Future

Eine Übersicht über die Handelszeiten des DAX Future, sowie Mini-DAX Future.

12. Abkürzungen und Laufzeiten

Die Kürzel können von Broker zu Broker variieren, doch die Abkürzungen sind in Regel die folgenden:

  • DAX-Future: FDAX
  • Mini-DAX Future: FDXM

Dahinter folgt dann das Kürzel für den jeweiligen Monat. Da Futures immer nur für eine bestimmte Laufzeit begrenzt sind, erhalten diese zusätzlich noch das Kürzel für den gehandelten Monat und das Jahr.

Beim DAX Future (wie auch Mini-DAX Future) sind das die Handelsmonate März, Juni, September und Dezember.

Übersicht für die Kürzel der gehandelten Monate bei Futureskontrakte

Abkürzungen der Handelsmonate bei Futureskontrakten

Am Ende folgen die letzten beide Ziffern des Jahres.

Beim DAX-Future für den Monat März sieht das dann wie folgt aus: FDAX H 18

13. Die Orderarten beim DAX-Future Daytrading

Die gängigsten Orderarten sind folgende:

Billigst-Order (unlimitierte Kauforder, auch als Buy Market bezeichnet):

Der Trader erklärt sich bereit, den aktuell gehandelten Preis für den Kauf des DAX-Future zu akzeptieren.

Bestens-Order (unlimitierte Verkaufsorder, auch als Sell Market bezeichnet):

Der Trader erklärt sich bereit, den aktuell gehandelten Preis für den Verkauf des DAX-Future zu akzeptieren.

Limitierte Kauforder

Der Trader gibt einen Preis vor, bis zu welchem er maximal den DAX-Future kaufen möchte.

Limitierte Verkaufsorder

Der Trader gibt einen Preis vor, welchen er mindestens beim Verkauf des DAX-Futures erzielen möchte.

Stop-Loss-Order

Eine Stop-Loss-Order ist ein Verkaufsauftrag, der bei Erreichen oder Unterschreiten eines vom Trader festgesetzten Limits zum nächsten gehandelten Preis bestens ausgeführt wird.

Stop-Buy-Order

Eine Stop-Buy-Order ist ein Kaufauftrag, der bei Erreichen oder Überschreiten eines vom Trader festgesetzten Limits zum nächsten gehandelten Preis billigst ausgeführt wird.

Stop-Sell-Order:

Eine Stop-Sell-Order ist ein Verkaufsauftrag, der bei Erreichen oder Unterschreiten eines vom Trader festgesetzten Limits zum nächsten gehandelten Preis bestens ausgeführt wird.

Stop auf Einstand bzw. Break Even (BE):

Hierbei handelt es sich um keine klassische Orderart, sondern dies ist ein wichtiger Begriff im Mangement des Trades. Hierbei wird der Stopp  auf den Einstiegskurs nachgezogen, d. h. dies ist der Preis, an dem man Break Even (BE) ist.

14. Rollen des Futures und Hexensabbat

Da Futures bestimmte Laufzeiten haben,  zu dem diese verfallen, müssen die Futures gerollt werden, wenn man über die Laufzeit hinaus in dem Kontrakt investiert bleiben möchte.

Rollen heißt, dass man dann von dem aktuellen Future in den nächsten Future wechselt. Man muss hierbei die Position in dem aktuellen Future schließen und eine neue Position in dem Future mit der darauffolgenden Laufzeit eröffnen.

Bleibt man investiert, obwohl ein Kontrakt ausläuft, so risikiert man theoretisch den hinterlegten Basiswert des Futures physisch kaufen zu müssen. Da die meisten Broker keine physische Lieferung unterstützen, ist das Risiko der physischen Lieferung eher zu vernachlässigen. Zu beachten bleibt aber, das dann die Position von dem Broker automatisch glattgestellt wird und es zu einem Barausgleich kommt. Der Markt kann zu diesem Zeitpunkt sehr illiquide sein und dies kann zu einer schlechteren Ausführung (Slippage) führen.

Beim Daytrading hat dies keine direkte Relevanz. Doch sollte man sich der begrenzten Laufzeit der Futures bewusst sein. Man sollte immer den jeweiligen Kontrakt handeln, der das höchste Handelsvolumen aufweist.

Durch die begrenzten Laufzeiten der Futures entsteht vier mal im Jahr der sogenannte „Hexensabbat“ bzw. der große Verfall. Dies ist der Tag, an dem eine Vielzahl an Optionen und Futures verfällt, und das passiert eweils am dritten Freitag eines Quartals.  Weltweit fällt dieser Termin somit an allen wichtigen Börsenplätzen auf den gleichen Tag (Ausnahmen sind bei Feiertagen möglich).

Bei der Terminbörse Eurex verfallen die Futures und Optionen auf den DAX um 13:00 Uhr.

Dies ist auch für das Daytrading von hoher Bedeutung, denn besonders an dem Verfallstag, aber auch schon die Tage davor, kann mit einer erhöhten Marktvolatilität und einem erhöhten Handelsvolumen gerechnet werden.

Institutionelle Marktteilnehmer versuchen den Preis bis zu dem Zeitpunkt der endgültigen Abrechnung in „ihre“ Handelsrichtung zu pushen. Daher entstehen besonders eine Stunde vor dem Verfall regelmäßig höhere Kursbewegungen.

Zusätzlich zu dem großen Verfall gibt es auch den kleinen Verfall. Dieser findet jeden dritten Freitag im Monat statt. Der Markteinfluss ist hier aber in der Regel eher zu vernachlässigen. Zudem verfällt der Future auf den DAX nur quartalsweise.

15. Contango und Backwardation

Zwei wichtige Begriffe, die noch im Zusammenhang mit dem Rollen der Futures stehen, sind Contango und Backwardation.

Um die tatsächliche Lieferung des hinterlegten Basiswert des Futures zu vermeiden und ein kontinuierliches Investieren in den jeweiligen Future zu ermöglichen, werden diese gerollt.

Sind die erworbenen Kontrakte teurer als die verkauften Kontrakte, erleidet man einen Rollverlust. Dies  wird dies auch als Contango bezeichnet.

Die Rollrendite bei dem Contango ist somit negativ. Dies entspricht einer steigenden Terminkurve.

Ist der Kauf der neuen Kontrakte dagegen günstiger als der Verkauf der älteren, so spricht man von einer Backwardation. Hierbei werden durch das Rollen Gewinne (auch als Rollgewinne bezeichnet) erzielt.

Die Rollrendite ist somit positiv. Die Terminkurve ist hierbei fallend.

16. Spread und Slippage

Der Spread ist die Differenz zwischen dem aktuellen Geld- und Briefkurs.

Da Futures an der Börse gehandelt werden, wird jeder Broker den gleichen Spread anzeigen. Bei CFDs gibt es hierbei aber von Broker zu Broker Unterschiede.

Auch je nach Marktlage wird sich der Spread ändern. Eine erhöhte Volatilität, wie auch Nervosität im Markt, kann zu einem erhöhten Spread führen.

Slippage heißt, dass der Kurs zu einem schlechteren Kurs als gewünscht ausgeführt worden ist. Erhöhte Volatilität kann zum Beispiel ein Grund dafür sein.

17. Settlement und Lieferung

Das Settlement ist mit einem Kaufvertrag vergleichbar, bei dem es Zug um Zug zum beiderseitigen Austausch von Ware und Geld kommt.

Beim DAX Future erfolgt die Erfüllung aber durch einen Barausgleich, fällig am ersten Börsentag nach dem Schlussabrechnungstag.

Im Daytrading hat dies aber auch wiederum keine Relevanz. Trotzdem sollte man wenigstens die Grundlagen einmal gehört haben.

Fazit dieses Grundlagen-Artikels zum DAX-Index Daytrading

Professionelles Futures Trading umfasst mehr als nur ein paar Charts zu verfolgen.

Futures sind höchst interessante, aber auch komplexe Produkte, und der Trader sollte sich immer bewusst sein, was sich hinter dem von ihm gehandelten Future verbirgt.

Durch die Standardisierung der Futures erhält man die Möglichkeit eines transparenten Handel, geringe Handelskosten und einen leichten Marktzugang.

 

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