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Krypto-Broker: Was passiert da? (2022)

Der Handel mit Kryptowährungen ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden und erfreut sich auch aktuell zunehmender Beliebtheit. Kryptowährungen fluten gefühlt den Markt und täglich werden neue Token erschaffen bzw. verbrannt. Ähnlich dem Devisenmarkt, besitzen auch Kryptowährungen Plattformen, welche sich ihrem Handel und Austausch verschreiben. Hierzu zählen unter anderem Krypto-Broker, welche ich Ihnen im Zuge dieses Beitrags eingehender vorstellen werde.

Was ist ein Krypto-Broker?

Ein Broker ist im Allgemeinen eine Partei, welche zwischen einem Käufer und einem Verkäufer vermittelt. Im Bereich der Kryptowährungen (also dem digitalen Finanzbereich) handelt es sich dabei um Unternehmen, die Nutzern unterschiedliche Produkte für das Krypto-Trading zur Verfügung stellen. Dabei muss der Nutzer zunächst Geld oder Kryptowährungen in den Broker-Account einzahlen.

Was wird über einen Krypto-Broker gehandelt?

Der Handel erfolgt in Form von Trading-Paaren, bspw. BTC/USDT. Hierbei muss die eingezahlte Fiatwährung (also das Geld einer Zentralbank) bzw. Kryptowährung nicht dem Trading-Paar entsprechen, sondern kann im Zuge des Handels vorher umgetauscht werden. So kann man bspw. Euro einzahlen und in Ether (ETH) umtauschen, um das zu Beginn dieses Absatzes genannte Trading-Paar zu handeln.

Was ist der Unterschied zwischen einer Kryptobörse und einem Krypto-Broker?

Der Hauptunterschied besteht darin, dass man beim Broker eher auf den Derivate-Handel zwischen Kryptowährungen (bzw. Trading-Paaren) setzt und die Kryptowährung somit im Prinzip nicht besitzt. Bei Kryptobörsen tauscht man Krypto- bzw. Fiat-Währungen direkt und ist dadurch Eigentümer des jeweiligen Coins/Tokens.

Zudem wird unterschieden, welche Zielgruppe angesprochen wird. Kryptobörsen werden von Personen genutzt, welche an einer mittel- bis langfristigen Investition in einzelne Kryptowährungen interessiert sind und hierbei auf die Preisänderung der Währungen spekulieren. Dabei halten sie ihre Coins (bzw. Token) in sogenannten Wallets („Geldbörsen“), die kryptographisch gesichert sind und sozusagen als „digitaler Tresor“ fungieren.

Broker hingegen werden häufig von Spekulanten genutzt, welche mit Hilfe der angebotenen Produkte verschiedene Trading-Formen nutzen wollen. Dazu zählt bspw. das Margin-Trading bzw. Trading mit „Leverage“ (Hebel). Die Investoren spekulieren auf kurz- bis mittelfristige Gewinne.

Der Handel mit Brokern ist eher für den Handel sehr großer Geldmengen geeignet, da oft eine erhöhte Sicherheit bzw. Liquidität garantiert wird. Bei Kryptobörsen werden meist kleinere Beträge unter Nutzung der im „Order Book“-aufgeführten Trading-Paare in Form von Fiat- bzw. Kryptowährungen getauscht. Dabei muss die jeweils gehandelte Währung (bzw. jeweils im Wallet gehaltene Währung) dem Trading-Paar entsprechen. Die Börse sorgt für die Vermittlung zwischen Käufer („Buyer“) und Verkäufer („Seller“) und erlässt dafür Gebühren.

Es sei erwähnt, dass manche Plattformen sowohl den typischen Kryptowährungshandel, als auch z.B. Margin-Handel anbieten. Sie vereinen somit Kryptobörse und gleichzeitig Krypto-Broker. Coinbase bietet bspw. auf ihrer Hauptwebsite den Kryptoaustausch und auf der Website für professionelles Trading (Coinbase Pro) den Margin-Handel an.

Die Geschichte von Krypto-Brokern

Krypto-Broker haben sich erst mit dem Aufkommen von Kryptowährungen herausgebildet. Insbesondere das Aufkommen des Bitcoins (BTC) führte ab etwa 2010 zunächst zum Entstehen einfacher Kryptobörsen, welche sich auf den Tausch von Fiat-Währungen zu BTC konzentrierten. 2011 und 2012 wurden verschiedene Broker-Plattformen gehackt. In den letzten 10 Jahren sind viele neue Kryptowährungen entstanden, welche auf Kryptobörsen und/oder -Brokern gehandelt werden können. Zu den größten Plattformen (welche inzwischen mitunter auch Broker sind) gehören z.B. eToro (handelt Kryptos seit 2014), Kraken (2011), Coinbase (2012) und Binance US (2019).

Welche Punkte sollte ich bei Krypto-Brokern beachten?

Die Diversität der angebotenen Websites für Krypto-Trading macht es gerade für Neulinge schwierig, eine angemessene Entscheidung hinsichtlich einer Investition zu treffen. Wir haben im Folgenden die wichtigsten Punkte zusammengefasst, um Ihnen die Auswahl etwas zu erleichtern. Diese können Ihnen helfen, die attraktivste Plattform für ihr persönliches Investitionsinteresse zu finden:

Unternehmen und Hauptsitz

Es ist sinnvoll zunächst zu schauen, in welchem Land der Hauptsitz des Brokers liegt. Abhängig von nationalen Verordnungen stehen gewisse Broker bzw. Funktionen des Brokers ggf. nicht zur Verfügung. Schauen Sie am besten auch, welche Gesetze ihr Land bezüglich dem Krypto-Handel erlassen hat oder ob manche Währungen für ihr Land gesperrt sind.

Team

Anhand der Unternehmensstruktur bzw. den Qualifikationen der Mitarbeiter können Sie schnell erkennen, wie professionell eine Plattform behandelt wird. So sollten Sie eher eine Plattform in Betracht ziehen, welche dies offen kommuniziert. Von Anbietern, über deren Team wenig bekannt ist oder deren Mitarbeiter keine Erwähnung finden, raten wir eher ab.

Sicherheit

Ein wesentlicher Punkt, auf welchen Sie achten sollten, sind Sicherheitsoptionen bzw. -verfahren, die durch die Plattform angeboten werden. Dies beginnt beim Anmelden mit besonderen Authentifizierungsverfahren (z.B. „Two-Factor-Authentification“). Weiterhin sind wichtige Daten (wie z.B. E-Mails) oftmals zusätzlich verschlüsselt, Transaktionen finden ebenfalls mit „Multi-Factor-Authentification“ statt, Zeitsperren verhindern ungewollte Aktionen (z.B. Zugriff auf das Konto durch Dritte) und manche Unternehmen sichern Vermögen offline.

Regelmäßige Kontrollen durch plattformexterne Sicherheitsunternehmen („Trust Agencies“) sowie ein umfangreicher Support (vergleiche Punkt „Support“) sind zusätzliche Faktoren die Ihnen helfen, die Zuverlässigkeit des Brokers zu analysieren.

Mindesteinzahlung

Die Mindesteinzahlung variiert abhängig vom Anbieter. Es gibt Broker, welche die Einzahlung jedes Wertes erlauben, während andere den Wert auf $1, $20 oder gar $200 festlegen. Letztlich müssen Sie entscheiden, welchen Wert Sie bereit sind einzuzahlen.

Anzahl Kryptowährungen

Wie bereits erwähnt existieren inzwischen hunderte Kryptowährungen und noch mehr Trading-Paare. Es existieren Broker, welche sich ausschließlich auf eine Auswahl beschränken. Bei diesen können Sie im Regelfall davon ausgehen, dass die Plattform eine größere Erfahrung mit den ausgesuchten Kryptos besitzt. Insbesondere, wenn der Broker schon einige Jahre existiert.

Manche Broker stellen den Handel mit speziellen Fiat-Währungen oder Kryptowährungen in den Fokus. Andere bieten eine Vielzahl von Trading-Paaren mit weniger bekannten Krypto-Token bzw. -Coins an. Diese sollten eher von erfahrenen Tradern in Betracht gezogen werden, bzw. erfordern idealerweise eine zusätzliche Recherche um Vorhersagen zur weiteren (Preis-)Entwicklung zu treffen. Derartige Nachforschungen sollten auch das Whitepaper und die Roadmap der Kryptowährung einbeziehen.

Gebühren

Viele Broker erlassen unterscheidet gemäß Order Book zwischen Makern und Takern. Maker erlassen neue Aufträge („Orders“) und Taker entfernen bestehende Aufträge. Die Maker-Gebühren betragen oft zwischen 0,01 und 0,02% der Positionsgröße. Die Taker-Gebühren liegen mit 0,075 % meist wesentlich höher. Der Wert kann abhängig von dem eingezahlten Betrag variieren.

Viele Broker erlassen gesonderte Gebühren für den Margin-Handel. Dazu zählen zunächst die Eröffnungsgebühren („Opening-Fees“) welche 0,01-0,02 % betragen und vom Einzahlungswert abhängen. Hinzu kommen Rollover-Gebühren, welche nach einer regelmäßigen Zeitspanne (z.B. 4 Stunden) anfallen und zumeist ebenfalls 0,01-0,02% betragen.

In jedem Fall sollten Sie sich mit den Gebühren der jeweiligen Website auseinandersetzen und diese mit denen anderer Plattformen vergleichen, um unnötige Kosten zu vermeiden und die individuell günstigste Option herauszusuchen.

Support

Anhand der Kontaktierungsmöglichkeiten der Broker-Website kann man schnell herausfinden, ob sich die Plattform bemüht, ihren Kunden den bestmöglichen Nutzen zu liefern. Oftmals werden 24/7-Services wie offene Chats, eine E-Mail- oder Telefonkontaktierung angeboten. Apps bzw. digitale Anwendungen für Mobilfunkgeräte, Laptops, Smartpads etc. ermöglichen ggf. einen unkomplizierteren Zugriff auf den Broker. FAQs bzw. andere Hilfseinrichtungen können insbesondere für neue Nutzer von Interesse sein. Manche Plattformen bieten personalisierte Support-Optionen für erfahrene Trader und Investoren (bzw. spezielle Unternehmen) an.

Funktionen

Einige Broker verfügen über zusätzliche Anwendungen bzw. Funktionen, welche sowohl für Einsteiger, als auch für fortgeschrittene Nutzer attraktiv sein können.

Demokonten sind für Neulinge interessant, da sie fiktive Kryptowährungen zunächst probeweise einsetzen können, um das Marktgeschehen bzw. das Trading auf der Website kennenzulernen. Der Derivate- und Spot-Handel sind weitere Beispiele für zusätzliche Funktionen.

Es erscheint sinnvoll, sich zunächst allgemein mit einem Broker zu beschäftigen und dessen spezielle Anwendungen zu einem späteren Zeitpunkt zu analysieren. Man sollte sich mit unvertrauten Funktion zunächst auseinandersetzen, bevor man diese blind einsetzt und das eigene Kapital riskiert.

Was passiert bei Krypto-Brokern?

Ein Broker ist eine Firma bzw. Einzelperson, welchen den Vermittler zwischen den Kryptowährungsmärkten darstellt. Sie erleichtern den Kauf und Verkauf von Kryptowährungen und legen die auf ihrer Plattform geltenden Preise fest.

Welchem Zweck dienen Krypto-Broker?

Neben dem „klassischen Krypto-Trading“ können Händler Broker auch für den Handel mit Kryptowährungsderivate verwenden. Zu den Produkten des als spekulativ geltenden Derivatehandels gehören:

Krypto-CFDs: Differenzkontrakte (CFDs), mit denen Händler auf die Preisschwankung eines digitalen Vermögenswerts spekulieren können. Typische CFD-Produkte sind außerdem Rohstoffe wie Edelmetalle.

Krypto-Futures: Auch Future-Contracts, sind Kaufvereinbarungen (-verträge) zwischen Broker und Händler, in welchen sich der Händler verpflichtet, eine Kryptowährung zu einem festgelegten Preis zu einem späteren Zeitpunkt (Vertragsauslauf) zu kaufen oder zu verkaufen.

Krypto-Optionen: Sie sind vergleichbar mit Futures. Anstelle einer Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf, kann der Verkäufer hier jedoch unter Verlust der Optionsprämie, welche die Einzahlung die Auszahlungsoption deckt, vom Vertrag zurückzutreten.

Welchen wirtschaftlichen Nutzen haben Krypto-Broker?

Broker können genutzt werden, um über kürzeren Zeitraum relativ sicher zu investieren. Dabei sollte beachtet werden, dass die Investition nachhaltiger ausfällt, falls mit einem höheren Handelsvolumen getradet wird. Das Risiko nimmt beim Derivate-Trading jedoch stark zu, insbesondere bei gehebelten Positionen.

Wer handelt über Krypto-Broker?

Kryptowährungsbroker sind für Einsteiger, die z.B. in Bitcoin, Litecoin, Ethereum oder andere Kryptowährungen investieren möchten, geeignet. Der Umtausch von Fiat-Währungen in Kryptowährungen und umgekehrt ist auf gängigen Broker-Plattformen problemlos möglich.

Darf ich über einen Krypto-Broker handeln? Falls ja: Wie?

Ja, Sie können sich jederzeit auf einer der zahlreichen Plattformen online registrieren und mit dem Trading beginnen. Nach der Account-Erstellung muss das Konto nur noch mit Geld aufgeladen laden werden. Alternativ kann man vorerst natürlich auch die Demo-Version nutzen. Informieren Sie sich, welche Optionen Ihnen beim Broker Ihrer Wahl zur Verfügung stehen!

Vor- und Nachteile von Krypto-Brokern

Im Allgemeinen entsprechen die Vor- und Nachteile den Pro und Contra des grundsätzlichen Handels mit Kryptowährungen. Hier eine kurze Zusammenfassung:

Vorteile

  • Sicherheit: durch streng gesicherte Identitäten, Transaktionen und Accounts im digitalen Währungsumfeld
  • Niedrige Transaktionsgebühren: da keine Finanzinstitute zwischengeschaltet sind
  • Dezentralisierung: Kein zentrales Organ (Behörde bzw. Finanzinstitut) überwacht den Broker
  • Hohe Renditechancen: Vorausgesetzt man spekuliert rechtzeitig auf die „richtige“ Kryptowährung bzw. das richtige Asset

Nachteile

  • Risiko Hacking: digitale Währungen sind trotz moderner Sicherheitsoptionen anfällig für cyberkriminelle Aktionen wie bspw. Hacking. Bedenken Sie: Das schwächste Glied in der IT-Sicherheit ist stets der Mensch!
  • Akzeptanz: Digitale Währungen werden von vielen Unternehmen nicht als Zahlungsmittel für Produkte oder Dienstleistungen akzeptiert
  • Volatilität: verspekuliert man sich (z.B. durch den Kauf einer stark inflationären Kryptowährung) so kann damit ein hoher Wertverlust einhergehen. Passen Sie also Ihr Risikomanagement entsprechend an und setzen Sie stets einen Stop-Loss!
  • Steuern: abhängig von den nationalen Regelungen fallen Steuern beim Krypto-Trading an
  • Illegale Aktivitäten: Kryptowährungen können für illegale Transaktionen wie bspw. Drogen-, Menschen- oder Waffenhandel im Dark- oder auch Deep-Web verwendet werden. Der Bitcoin wurde bereits mehrfach hierfür verwendet, sodass Kryptowährungen teilweise stark in Verruf geraten sind.

Abschließende Bemerkungen

Schlussendlich lässt sich sagen, dass Krypto-Broker gerade für Einsteiger im Krypto-Bereich eine gute Alternative zum direkten Währungstausch sind. Insbesondere dann, wenn man sich der gängigen Volatilität bewusst ist und bereits einen Einblick in den Kryptomarkt erhalten konnte.

Auf der anderen Seite gilt der Kryptomarkt wegen jener Volatilität als unberechenbar und launisch. Zudem gilt kein IT-System trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen als perfekt, sodass von Hackern stets ein gewisses Restrisiko ausgeht.

Wir empfehlen also, dass Sie:

  • sich umfangreich mit der jeweiligen Plattform beschäftigen, über die Sie investieren wollen und
  • nur das investieren, was Sie bereit sind zu verlieren.

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