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Footprint Charts lesen: der Fußabdruck des Marktes

Zuletzt aktualisiert: 19. Oktober 2026

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23 Min

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Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

Eine Kerze verrät dir, wo der Kurs hingelaufen ist, aber nicht, wer ihn dorthin geschoben hat. Ein Footprint Chart öffnet genau diese Kerze: Er zeigt dir, wie viele Kontrakte auf jeder einzelnen Preisstufe gehandelt wurden und ob dabei die Käufer oder die Verkäufer die Aggressiven waren.

Ich zeige dir hier die fünf Footprint-Typen und was jeder davon beantwortet. Dazu kommt eine Anleitung, wie du einen Footprint Chart liest, mit Rechenbeispiel und den fünf Mustern, auf die es dabei ankommt, und welche Software den Footprint darstellt und was sie kostet. Dazu die Frage, die am häufigsten gestellt wird: Wo bekommt man Footprints kostenlos, und warum rechnet die Variante bei TradingView anders als die der klassischen Orderflow-Plattformen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Footprint Charts: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Ein Footprint Chart schlüsselt jede Kerze nach Preisstufen auf und zeigt, wie viele Kontrakte auf welcher Stufe gehandelt wurden und ob am Geldkurs oder am Briefkurs abgeschlossen wurde.
  • Es gibt fünf Typen: Volume, Bid x Ask, Delta, Profile und Imbalance. Sie unterscheiden sich darin, welche Zahl in der Zelle steht und wonach sich die Farbe richtet.
  • Gelesen wird der Footprint über fünf Muster: Absorption, gestapelte Imbalances, Delta-Divergenz, Point of Control und Erschöpfung am Extrem.
  • Die Software beginnt bei null Euro: ATAS bietet ein dauerhaft kostenloses Start-Paket, bei Sierra Chart steckt der Footprint als Numbers Bars im Package 5 für 36 US-Dollar im Monat, bei Bookmap ab 19 US-Dollar.
  • Die Marktdaten kommen obendrauf. Bookmap weist ausdrücklich aus, dass Live-Daten für Aktien und Futures nicht enthalten sind. Gratis-Footprints gibt es praktisch nur für Krypto.
  • TradingView führt einen Volume Footprint, ordnet das Volumen laut eigener Doku aber über die Preisrichtung innerhalb der Kerze zu und nicht über echte Geld- und Briefkursdaten.

Was sind Footprints?

Der Zweck der Footprint Charts besteht darin, die riesigen Datenmengen, die von Börsen produziert werden, profitabel im Trading zu nutzen. Die Händler erhalten durch die Footprint Charts eine visuelle Möglichkeit, in Echtzeit mehr Einblick und Transparenz in das Handelsgeschehen zu erhalten. Dies erhöht wesentlich den Informationsgehalt, welcher für Trader entscheidend ist. Denn man erhält zusätzlich zum Preis auch das Volumen und den Orderflow angezeigt. Voraussetzung dafür ist ein tick-genauer Datenfeed wie der von CQG, denn verdichtete Kursbalken reichen für diese Darstellung nicht aus. Wie ein Coach das Lesen des Footprints in einer kostenpflichtigen Ausbildung vermittelt, zeigen unsere IB-Trader Erfahrungen.

Footprint-Charts sind fester Bestandteil vieler Orderflow-Schulungen, etwa bei Traivend.

Eine verständliche Einführung in Footprint und Orderflow bietet das Trading-Buch von Orkan Kuyas.

Historie

Die sogenannten Footprint Charts wurden im Jahr 2002 an der CME entwickelt und sind seit 2003 für die Öffentlichkeit zugänglich.

Footprint Charts sind also im Vergleich zu anderen Charts ein noch recht „junger“ Charttyp. Footprint Charts sind der einzige Charttyp, der erst nach der Einführung des elektronischen Handels entstanden ist. Das Trading wechselte vom Floor zum Bildschirm.

Dies ermöglichte erstmals, die ganzen Daten zu bündeln und anschließend zu visualisieren.

Wie die Einführung des DOM für viele Trader eine wesentliche Beschleunigung der Ordereingabe mit sich brachte, so ermöglichten die Footprint Charts den gleichen Mehrwert bezogen auf das Charting.

Es handelt sich hierbei um einen Charttyp, mit dessen Hilfe ein Blick in den Chart möglich ist. Sieh dir dazu das folgende Video an:

Man erhält eine dreifache Sichtbarkeit an einem Datenpunkt:

Preis (Jede Zelle in einem Footprint stellt einen Preis oder eine Serie von Preisen da)

Volumen (Wird als Zahlen in den Zellen dargestellt)

Orderflow (durch Farben markiert, abhängig vom Footprint-Typ)

Diese Daten werden logisch zusammengefasst, so dass man dadurch wirklich einen Blick in den Chart erhält.

Footprint Charts und Candlestick Charts im Vergleich
Vergleich von Candlestick zu Footprint

In der Abbildung siehst du die Darstellung eines Candlestick und eines Footprint Bars. Auf der linken Seite des Footprint sieht man die Bid und auf der rechten Seite die Ask des Volumens.

Während ein normaler Chart nur den Preis darstellt, erhält man hier noch zusätzlich das Volumen und den Orderflow angezeigt. Wie diese Daten entstehen, erklären wir in den Grundlagen des Orderflow Tradings.

Die Nutzung der Footprints bietet also viele Vorteile:

Man ist noch näher am Geschehen und erhält einen Einblick in den Chart

Man sieht die „Emotionen“ vom Markt

Mehr Selbstbewusstsein beim Trading, da man den Markt besser versteht

Echtzeit, nicht verzerrt

Gibt einen Einblick in die „Energie“, die aufgebracht werden musste, um den Preis zu bewegen

Man sieht, wie das Volumen sich vertikal entwickelt und nicht nur horizontal
(Nicht Bar für Bar, sondern Preis für Preis)

Entdeckung von Preis- und Volumenmuster, die man mit einem normalen Chart nicht sehen kann

Man sieht, wie die Kauf- und Verkauforders sich auf den Preis auswirken

Bessere Einschätzung, ob der Markt seine Tendenz fortsetzen wird

Informationsvorteil gegenüber den meisten Tradern die nur auf Open, High, Low und Close schauen

Die gängigsten Footprint Typen

1. Volume Footprint

2. Bid x Ask Footprint

3. Delta Footprint

4. Profile Footprint

5. Imbalance Footprint

Footprint Charts im Überblick: Volume, Bid x Ask, Delta, Profile, Imbalance
Die fünf verschiedenen Footprint Typen im Überblick

Volume Footprint

Bei dem Volumen Footprint wird nur das gesamte Volumen angezeigt, das an jedem Preis gehandelt wurde. Dies geschieht unabhängig davon, ob das jeweilige Volumen am Bid oder Ask gehandelt wurde. Dies ist nützlich, um große Volumen während dem Trading zu erkennen.

Die Formel lautet: Bid-Volumen plus Ask-Volumen ergibt das Volumen der Preisstufe. Stehen in einer Zelle 700 Kontrakte am Bid und 350 am Ask, beträgt das Volumen dieser Stufe 1.050 Kontrakte.

Man erhält hierbei also nie eine negative Zahl, da es sich hierbei um die Summe des gehandelten Volumen an jedem Preis handelt. Je dunkler die Farbe desto größer das Volumen.

Bid x Ask Footprint

Bei diesem Footprint Typ wird die Anzahl an Aktien/Kontrakte angezeigt, die an einem bestimmten Preis jeweils am Bid und jeweils am Ask gehandelt wurde.

Angezeigt wird das Paar aus Bid-Volumen und Ask-Volumen, zum Beispiel 700 x 350. Links steht, was am Bid verkauft, rechts, was am Ask gekauft wurde.

Das x ist hierbei nicht mit dem mathematischen Operator zu verwechseln, sondern dient lediglich als Abstandhalter.

Der Bid x Ask Footprint verschafft einen Überblick darüber, wie das Volumen an einem bestimmten Preis gehandelt wird, und ob es mehr durch Käufer oder Verkäufer zustande gekommen ist. Man kann mit Hilfe des Bid x Ask Footprint sehr gut einen Wechsel im Momentum oder Orderflow erkennen. Ist die Farbe grün, so gab es mehr aggressive Käufe. Ist die Farbe dagegen rot, so gab es mehr aggressive Verkäufe. Je dunkler die Farbe, desto größer die Aggressivität der jeweiligen Parteien.

Delta Footprint

Delta Footprints werden in positiven oder negativen Zahlen abgebildet.

Ein negatives Delta zeigt wie viele Aktien/Kontrakte an dem Bid aufgrund aggressiver Verkäufer verkauft wurden. Ist das Delta dagegen positiv, repräsentiert das ein aggressiveres Verhalten der Käufer und der Bedienung des Ask.

Das Delta errechnet sich als Ask-Volumen minus Bid-Volumen. Mit den Zahlen von oben sind das 350 minus 700, also ein Delta von minus 350.

Der Delta Footprint beträgt also -350. Dies zeigt, dass der Verkaufsdruck an diesem Preis größer war. Oder anders ausgedrückt. Es wurden 350 mehr Kontrakte gehandelt, wenn der Preis der Bid war, als wenn der Preis der Ask war.

Man erhält hierdurch also eine Möglichkeit zur Messung des Kauf- und Verkaufsdruck an jedem Preis. Es hilft zudem zu bestimmen, wer mehr aggressiv ist, Käufer oder Verkäufer. Je dunkler die Farbe, desto aggressiver die Käufer bzw. Verkäufer.

Profile Footprint

Der Profile Footprint ähnelt dem Market Profile. Wie das Market Profile über eine ganze Sitzung entsteht, erklärt ein eigener Artikel.

Es zeigt ein Profil oder Histogramm vom Volumen an. Die Farbe der jeweiligen Profile innerhalb eines Footprint beruhen auf dem Delta. Grün steht wieder für ein positives Delta (Kaufdruck) und rot für ein negatives Delta (Verkaufsdruck). Je dunkler die Farbe desto höher ist das Delta. Dasselbe Prinzip über eine ganze Sitzung oder Woche ist das Volume Profile.

Zusätzlich zur normalen Volumenverteilung erhält man hier noch das Delta als zusätzliche Information. Man sieht somit, wie viel Volumen gehandelt wurde und wie dieses Volumen entstanden ist.

Imbalance Footprint

Den Imbalance Footprint gibt es erst seit 2013.

Bei bisher vorgestellten vier anderen Footprint Typen bestimmt das Delta oder das Volumen zu einem bestimmten Preis die Farbe des Footprints. Zum Beispiel wird an jedem Preis das am Bid gehandelte Volumen von dem am Ask gehandelten Volumen abgezogen, um das Delta des Preises zu bestimmen. Damit erhält man eine Indikation für den Orderflow zu einem bestimmten Preis.

Der Imbalance Footprint unterscheidet sich dadurch, indem hier das am Bid gehandelte Volumen an einem Preis mit dem am Ask gehandelten Volumen einen Preis höher verglichen wird. Ein Algorithmus zeigt dann das Volumenverhältnis der beiden Preise.

Das Ziel dieses Footprint Typs ist eine automatische Markierung von Ungleichheiten, in dem es immer den Bid Preis mit dem des einen höheren Ask Preis vergleicht. Die automatische Markierung ist natürlich auch wie allen Farben bei den Footprints konfigurierbar. Sie wird ermittelt durch einen Prozentsatz des Volumens, um welches der Wert größer sein muss mit dem verglichenen Wert.

Der Schwellenwert ist einstellbar und von Programm zu Programm verschieden, bei TradingView liegt er standardmäßig bei 300 Prozent. Im unten aufgeführten Beispiel ist eine Schwelle von 140 Prozent eingestellt. Die 398 ist deshalb grün (starkes Ask Volumen) markiert, weil 251 x 140% = 351. Und der Wert 398 ist größer als 351 und wird daher als ein signifikantes Ungleichgewicht gesehen und somit grün markiert. Bei einer roten (starkes Bid Volumen) Markierung ist es genau andersrum.

Darstellung des Imbalance Footprint
Ein Beispiel für die Darstellung und Berechnung der Imbalance

Footprint Chart lesen: Schritt für Schritt

Einen Footprint Chart liest du immer in derselben Reihenfolge: erst die ganze Kerze, dann die einzelnen Preisstufen, zuletzt die Ränder. Die Typen oben sind nur die Darstellung. In einer einzigen Kerze stehen schnell 30 Zahlen, und ohne feste Reihenfolge des Blicks bleibt davon nichts hängen. Das folgende Rechenbeispiel ist bewusst konstruiert, damit jede Zahl nachprüfbar bleibt. Es zeigt eine Minutenkerze im E-mini S&P 500 mit fünf Preisstufen. Eine Stufe entspricht dort laut Kontraktspezifikation der CME der kleinsten Kursbewegung von 0,25 Indexpunkten, das sind 12,50 US-Dollar je Kontrakt. Die Tabelle zeigt die Zahlen, die Grafik darunter markiert, was du darin findest.

Das Rechenbeispiel: eine Kerze, fünf Preisstufen

PreisBid × AskDelta
7.701,0042 × 6-36
7.700,7588 × 64-24
7.700,50104 × 318+214
7.700,2596 × 291+195
7.700,0061 × 120+59
Summe391 × 799+408

Footprint Chart lesen: Rechenbeispiel einer E-mini-S&P-500-Kerze mit Bid und Ask je Preisstufe, POC, Kauf- und Verkaufs-Imbalances
Die Rechenbeispiel-Kerze aus der Tabelle als Footprint: Linien zeigen den diagonalen Imbalance-Vergleich, der Rahmen den Point of Control.

Links steht das am Bid gehandelte Volumen, rechts das am Ask gehandelte. Am Bid handeln Verkäufer, die per Market-Order sofort verkaufen. Am Ask handeln Käufer, die sofort kaufen. Das Delta einer Stufe ist Ask minus Bid, auf der obersten Stufe also 6 minus 42 gleich minus 36.

Fünf Schritte durch die Kerze

  1. Gesamtbild ablesen: Unter der Kerze stehen Gesamtvolumen und Bar-Delta. Hier sind es 1.190 Kontrakte und ein Delta von plus 408. Die Käufer waren in dieser Minute klar die Aggressiveren.
  2. Point of Control suchen: Die Stufe mit dem meisten Volumen ist 7.700,50 mit 422 Kontrakten. Dort wurde am meisten gehandelt, dort lag der faire Preis dieser Minute.
  3. Imbalances diagonal vergleichen: Verglichen wird das Ask einer Stufe mit dem Bid der Stufe darunter, nicht mit dem Bid daneben. 291 Käufe auf 7.700,25 gegen 61 Verkäufe auf 7.700,00 ergeben fast das Fünffache. 318 gegen 96 liegt ebenfalls über dem Dreifachen. Zwei Kauf-Imbalances liegen damit direkt übereinander.
  4. Ränder prüfen: Am Hoch bei 7.701,00 wurden nur noch 6 Kontrakte gekauft. Gleichzeitig zeigt 7.700,75 eine Verkaufs-Imbalance: 88 Verkäufe gegen 6 Käufe eine Stufe höher. Der Kaufdruck ist oben ausgelaufen.
  5. Erst dann den Ort bewerten: Wo die Kerze steht, entscheidet über ihre Bedeutung. Am Vortageshoch heißt dasselbe Bild etwas anderes als mitten in einer ruhigen Seitwärtsphase.

Die Kerze sagt damit zweierlei: kräftiger Kaufdruck in der Mitte, Erschöpfung am oberen Rand. Das positive Bar-Delta allein hätte nur „Käufer stark“ gemeldet. Erst der Blick auf die Ränder zeigt, dass ab 7.700,75 niemand mehr nachkaufen wollte. Ob daraus ein Trade wird, entscheidet nicht der Footprint, sondern der Ort im Chart. Aus diesen Schritten ergeben sich fünf Muster, die immer wiederkehren.

Absorption

Absorption bedeutet, dass viel Volumen auf eine Preisstufe trifft und der Kurs sich trotzdem nicht bewegt. In der Zelle stehen große Zahlen, die Kerze läuft aber nicht weiter. Dahinter steckt eine passive Gegenpartei, die jede eintreffende Order bedient. Aggressive Käufer laufen gegen eine Wand aus Limit-Verkäufen. Bricht der Kurs danach in die Gegenrichtung, war die Wand stärker als der Druck.

Ein Befund wird Absorption erst durch das, was danach passiert. Typisch ist eine Stufe am Tief, auf der auffallend viel am Bid verkauft wird, ohne dass die nächste Kerze darunter schließt. Dreht der Kurs anschließend, hat die passive Seite gewonnen. Fällt er doch durch, war es nur eine Pause vor dem Ausbruch. Deshalb gehört zur Absorption immer eine Bestätigung in der Folgekerze.

Gestapelte Imbalances

Eine einzelne Imbalance ist Rauschen, mehrere direkt übereinander sind ein Signal. Von gestapelten Imbalances spricht man, wenn drei oder mehr markierte Ungleichgewichte auf aufeinanderfolgenden Preisstufen liegen. Das zeigt, dass sich eine Seite Stufe für Stufe durch das Orderbuch gearbeitet hat. Solche Zonen halten oft als Unterstützung oder Widerstand, wenn der Kurs sie später erneut anläuft.

Wie stark eine Seite überwiegen muss, legt die Software fest. TradingView markiert eine Imbalance laut eigener Hilfe zum Volume Footprint standardmäßig erst ab 300 Prozent, also wenn eine Seite das Dreifache der diagonal verglichenen Gegenseite erreicht. In anderen Programmen ist der Wert frei einstellbar. Imbalance-Zählungen zweier Plattformen sind deshalb nur vergleichbar, wenn beide gleich eingestellt sind. Im Rechenbeispiel liegen zwei Kauf-Imbalances übereinander, für einen echten Stapel fehlt die dritte.

Delta-Divergenz

Von einer Delta-Divergenz spricht man, wenn Preis und Delta in verschiedene Richtungen zeigen. Die Kerze macht ein neues Hoch, das Delta dieser Kerze ist aber negativ. Der Kurs steigt also, obwohl unter dem Strich mehr am Geldkurs verkauft als am Briefkurs gekauft wurde. Das ist ein Hinweis auf einen dünn getragenen Ausbruch. Ein Signal für sich allein ist es nicht.

Die Divergenz gibt es in beide Richtungen. Eine negative Divergenz liegt vor, wenn der Kurs Kerze für Kerze steigt, das Delta dabei aber fällt oder ins Minus dreht. Die positive Divergenz ist das Spiegelbild: fallende Kurse bei steigendem Delta. TradingView wertet beide Fälle als Hinweis, dass der Druck hinter der Bewegung nachlässt, und empfiehlt ausdrücklich, sie mit weiteren Werkzeugen zu bestätigen.

Point of Control und Value Area

Der Point of Control ist die Preisstufe mit dem höchsten gehandelten Volumen. Die meisten Plattformen markieren ihn je Kerze und zusätzlich für die ganze Sitzung. Um ihn herum liegt die Value Area, also die Spanne, in der ein festgelegter Anteil des Volumens stattfand, üblicherweise 70 Prozent. Beide Marken sind Orientierungspunkte für Rückläufer.

Wo der Point of Control innerhalb der Kerze liegt, ist selbst eine Information. Im Rechenbeispiel sitzt er bei 7.700,50 und damit in der Mitte: Der Markt hat dort sein Gleichgewicht gefunden. Liegt der POC dagegen am oberen oder unteren Rand, wurde das meiste Volumen am Extrem umgesetzt. Dann hat dort eine Seite in großer Menge gegengehalten, und die Stufe wird für spätere Kerzen zur Marke.

Erschöpfung am Extrem

Erschöpfung beschreibt eine Bewegung, der am Ende die Teilnehmer ausgehen. Am Hoch oder Tief stehen plötzlich auffallend kleine Zahlen, obwohl der Kurs dort ein neues Extrem markiert. Der letzte Preis wurde also nur noch von wenigen Kontrakten getragen. TradingView führt genau diesen Fall in seiner Dokumentation als Excess trades at extreme price levels.

Im Rechenbeispiel ist das die oberste Stufe mit 6 gekauften Kontrakten. Hinter dem Muster steht die Auktionstheorie: Der Kurs steigt, bis die Nachfrage aufgebraucht ist, und fällt, bis das Angebot aufgebraucht ist. Liegen Kauf- und Verkaufsvolumen am Extrem dagegen fast gleichauf, spricht TradingView von einer unvollständigen Auktion. Dann gibt es dort womöglich noch Interessenten, und der Kurs kann die Stelle später erneut anlaufen.

Footprint Chart Software: wer kann es und was kostet es

Der Footprint ist kein Indikator, den du irgendwo dazuschaltest, sondern ein eigener Charttyp. Er braucht tickgenaue Daten, und deshalb bieten ihn längst nicht alle Plattformen an. Wer ihn sucht, findet ihn außerdem oft nicht, weil er bei jedem Anbieter anders heißt.

SoftwareHeißt dortPreis/Monat
ATASFootprintgratis, bezahlt ab 24,95 Euro
Sierra ChartNumbers Bars36 US-Dollar (Package 5)
BookmapFootprintgratis, bezahlt ab 19 US-Dollar
TradingViewVolume Footprintab 12,95 Euro
QuantowerVolume Analysisab 35 US-Dollar
Preise der Anbieterseiten, Stand 6. September 2026. Marktdaten sind darin nicht enthalten.

Bei Sierra Chart ist der richtige Suchbegriff der halbe Weg. Der Footprint heißt dort Numbers Bars und steckt erst im Service Package 5 für 36 US-Dollar im Monat. Das günstigere Basispaket hat ihn nicht. Wer das nicht weiß, bucht das falsche Paket und sucht anschließend eine Funktion, die er gar nicht gekauft hat. Was die Software sonst kann, steht in unseren Sierra Chart Erfahrungen.

Der Softwarepreis ist nicht der Gesamtpreis

Die zweite Rechnung stellt dir die Börse. Ein Footprint braucht jeden einzelnen Abschluss, und diese Daten kosten Gebühren. Bookmap schreibt das auf seiner Preisseite ausdrücklich: Live-Marktdaten für Aktien und Futures sind nicht enthalten. Über Rithmic ist dort eine Stunde Verlauf gratis, 24 Stunden kosten 14 US-Dollar im Monat je Börse.

Rechne deshalb immer zwei Posten zusammen, nicht einen. Ein realistisches Einsteigerbudget für Futures in Echtzeit liegt selbst bei günstiger Software im mittleren zweistelligen Bereich pro Monat, weil die Bereitstellung der Kursdaten dazukommt. Wer das übersieht, wundert sich nach dem Kauf.

Die Liste der Anbieter ist damit nicht zu Ende. Weitere Programme mit Footprint sind ATAS, Bookmap, MotiveWave, NinjaTrader, Volfix, Jigsaw Trading und Deepcharts. Einen Überblick über den gesamten Markt gibt unser Vergleich der Trading Software.

Footprint-Charts gehören bei Quantower zum Baustein Volume Analysis, der ab 35 US-Dollar monatlich zubuchbar ist.

Einige Anbieter bauen komplette Handelssysteme auf dem Footprint auf. Wie das in der Praxis aussieht und was solche Systeme auf Footprint-Basis kosten, haben wir uns bei einem deutschen Anbieter im Detail angesehen.

Gibt es Footprint Charts kostenlos?

Kostenlose Footprints gibt es, aber fast nie für den Markt, den du eigentlich handeln willst. Die Gratisstufen der Anbieter sind echte Dauerangebote und keine Testphasen. Die Grenze liegt nicht bei der Funktion, sondern bei den Marktdaten.

  • ATAS Start: dauerhaft kostenlos, laut Anbieter ohne Zeitlimit. Zusätzlich lässt sich jedes Bezahlpaket 14 Tage testen.
  • Bookmap Digital: kostenlos, aber auf Krypto beschränkt und dort auf eine Stunde Verlauf. Für Aktien und Futures ist die Gratisstufe ausdrücklich nicht vorgesehen.
  • Volfix: bietet neben den Bezahlpaketen ebenfalls eine Gratisversion an.

Der Grund für diese Grenze ist immer derselbe. An Kryptobörsen sind die Handelsdaten frei verfügbar, an der Eurex und an den US-Terminbörsen kosten sie Gebühren. Kein Anbieter verschenkt, wofür er selbst zahlt. Wer Footprints umsonst am DAX-Future erwartet, wird nicht fündig. Wer den Charttyp erst einmal kennenlernen will, kommt mit einer Krypto-Gratisstufe dagegen weit.

Footprint bei TradingView: was er kann und was nicht

TradingView hat einen Footprint, und er rechnet anders als der von ATAS oder Sierra Chart. Der Unterschied steht in der eigenen Dokumentation des Anbieters und wird selten erwähnt, obwohl er über die Aussagekraft entscheidet.

Ein klassischer Footprint trennt Geld- und Briefkurs anhand der tatsächlichen Ausführung. Er weiß also, ob ein Abschluss am Geldkurs oder am Briefkurs zustande kam. TradingView macht das nicht. Dort wird das Volumen laut Doku anhand der Richtung der Preisbewegung innerhalb der Kerze als Kauf oder Verkauf eingeordnet. Schließt die Unterkerze höher, als sie eröffnet hat, gilt ihr Volumen als Kauf. Das ist eine Näherung, keine Messung.

Der zweite Punkt ist die Auflösung, und sie sinkt mit dem Alter der Kerze. TradingView zieht die Daten aus kleineren Zeiteinheiten und geht dabei die Kette 1 Tick, 1 Sekunde, 1 Minute, 60 Minuten entlang. Die Tick-Auflösung ist den Professional-Paketen vorbehalten. Je weiter du in der Historie zurückgehst, desto gröber wird das Intervall. Der Anbieter schreibt selbst, dass Imbalances in der Rückschau deshalb anders aussehen können als in Echtzeit.

Unbrauchbar ist die TradingView-Variante damit nicht. Sie zeigt Value Area, Point of Control, Delta und Imbalances und kann auf gestapelte Imbalances sogar einen Alarm setzen. Für einen ersten Zugang ist das viel Gegenwert. Wer aber Entscheidungen daran festmacht, ob am Geld- oder am Briefkurs gehandelt wurde, braucht eine Plattform mit echtem Tickfeed.

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Footprint Trading: Anwendung der Footprint Charts

Aufgrund der Vielzahl der Anwendungsmöglichkeiten und der verschiedenen Footprint Typen gibt es eine Vielzahl an Strategien.

Footprint Charts können in sämtlichen Märkten und Timeframes (Zeitrahmen) angewendet werden. Scalper wählen entsprechend kleinere Timeframes und längerfristig orientierte Trader entsprechend größere Timeframes.

Der Footprint-Chart ist bei einigen Anbietern der Kern einer kompletten Ausbildung. Wie so ein Lehrplan aufgebaut ist und was er kostet, zeigt mein Erfahrungsbericht zur ALFA Trading Academy. Einen anderen Weg geht Suricate Trading: Dort steht der Footprint neben CoT-Daten und Terminkurven, also neben Daten, die von außerhalb des Charts kommen.

Trendphasen mit dunkelfarbigen Footprints

Wenn der Markt einen Abwärts- oder Aufwärtstrend aufweist, sollte man in der Regel auch dunkelgrüne bzw. dunkelrote Footprints sehen. Die dunklen Footprints sollten den Großteil des Bars umfassen. Ein gutes Indiz für einen starken Trend ist, wenn der obere bzw. untere Preis jedes Bars eine dunkle Farbe hat (grün bei einem Aufwärts- und rot bei einem Abwärtstrend). Je früher, das zu erkennen ist, desto besser. Auch ist es ein Indiz, dass ein Trend erst einmal endet, wenn die Dunkelheit der Farben abnimmt und die Farben heller werden. Dies ist ein Zeichen für abnehmendes Momentum. Sollten sich zudem noch die Farben ändern und die Gegenfarbe des Trends erscheinen, so ist dies ein noch stärkeres Anzeichen für eine mindestens vorübergehende Beendigung des Trends.

Rangephasen

In Rangephasen (Konsolidierung/Seitwärtsbewegung) sollten sich die Farben abwechseln. Idealerweise ist das Verhältnis 50% rot und 50% grün. Auf jeden Fall sollten die Bars nicht alle eine Farbe aufweisen. Dieses Verhalten lässt sich in der Regel besonders zur Mittagszeit oder in Value Areas beobachten. Oft zeigt es sogar dunkelgrüne Bars am Hoch und dunkelrote Bars am Tief an. Dies lässt wahrscheinlich vermuten, dass einige Trader auf einen Breakout spekulieren und dabei falsch liegen. Es kann auch gegebenenfalls zu einem Fake-Breakout kommen. Dann ist es aber in der Regel besser, auf einen Rückgang von den Extrempunkten der Range zu setzen. Ein weiteres hilfreiches Tool sind die Delta Footprints und die Beobachtung des Delta am Hoch und Tief jedes Bar. Häufig nimmt auch das Volumen an diesen Extrempunkten ab. In der Regel erfolgen keine Breakouts unter geringem Volumen, was somit ein weiteres Indiz für eine Ablehnung des Ausbruchs ist. Man erhält somit gute Anzeichen für ein Reversal innerhalb der Range.

Bar Delta

Das Bar Delta ist die Summe aller Footprint Deltas in einem bestimmten Bar. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie diese genutzt werden können. Eine Strategie ist die Bestätigung des Preisbewegung. Wenn der Preis sich nach oben bewegt, sollte das Delta des bar positiv sein. Damit wird in der Regel bestätigt, dass aggressive Käufer den Preis stützen und der Trend sich fortsetzt. Beim Abwärtstrend trifft genau das Gegenteil zu. Aggressive Verkäufer drücken sich durch ein negatives Delta aus, was weiter fallende Preise mit sich bringen sollte. In Rangephasen dagegen sollte sich das positive und negative Delta abwechseln. Sollte in einer Rangephase das Delta der Bars überwiegend grün sein, so kann dies ein Indiz sein, dass die Range nach oben verlassen wird und andersrum.

Basisregeln zur Interpretation von Preis & Volumen & Delta

Das Volumen sollte in Richtung des Trends zunehmen. In Richtung des Trends sollte das Volumen ansteigen und gegen Trendrichtung abnehmen.

Das Delta, welches das Net Buying oder Selling an jedem Preis darstellt, wird farblich dargestellt. Das Delta sollte ebenfalls zunehmend und positiv sein in einem Aufwärtstrend und zunehmend und negativ sein in einem Abwärtstrend.

PreisVolumenDelta Markt
SteigendZunehmendSteigend positivStark aufwärts
SteigendAbnehmendAbnehmend positiv oder wird negativSchwach
FallendZunehmendeSteigend negativSchwach abwärts
FallendAbnehmendAbnehmend negativ oder wird positivStark

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Praktische Beispiele

Beispiel im S&P E-Mini Future

Es werden starke und konsistente Käufe mit einem Delta angezeigt. Anschließend folgt eine Candle mit einem negativen Delta und einem deutlich größeren Volumen als die Candle davor. Die Candle schließt zudem fast am Tief und auch das höchste Delta wurde in der Nähe des Tiefs erreicht. Ein Indiz dafür, dass der Kaufdruck erst einmal zu Ende ist.

500 Delta Chart als Footprint Chart des ES-Future
Ein Beispiel für die Anwendung der Footprint Charts mit Hilfe der Platform ATAS im S&P E-Mini Future

Beispiel im Forexhandel

Prinzipiell lassen sich die Footprint Charts auf allen an Börsen gehandelten Märkten nutzen. Die größte Anwendung finden diese bei den Futures Märkten.

Doch sogar im Forex Trading lassen sich diese Charttypen nutzen, obwohl es dort kein Volumen gibt. Denn der Forex Markt ist ein außerbörslicher Markt. Somit lässt sich dort das Volumen nicht mit den üblichen Tools messen.

Erwirbt jemand im Futuremarkt fünf Kontrakte, so entspricht dies im Orderbuch der jeweiligen Börse ebenfalls einem Volumen von Fünf. Beim Forex Markt dagegen kann das Volumen nicht anhand der Anzahl der erworbenen Kontrakte gemessen werden. Es erfolgt durch die Summierung aller während eines festgelegten Zeitraumes festgestellten Preisänderungen. In einem Forexpaar muss für eine Preisänderung eine bestimmte Anzahl an abgeschlossenen Transaktionen festgestellt werden.

Footprint Charts im Forex Markt Beispiel EUR/USD 5 Minuten
Ein Beispiel für die Anwendung von Footprint Charts im Forex Markt

Bei der obigen Abbildung handelt es sich um den Footprint Typ Imbalance. Es ist gelegentlich ein gutes Indiz, wenn am Hoch oder Tief drei oder mehr Imbalances auftreten. Dies kann ein Indiz für eine kurzfristige Erschöpfung signalisieren und einen Pullback zur Folge haben. Man kann diese Informationen nutzen, um den Ausstieg oder Einstieg in einen Trade vorzunehmen.

Es ist wie gesagt nur ein Indiz, aber mit anderen zusätzlichen Techniken der Technischen Analyse ist es eine Möglichkeit, potenzielle Entrys und Exits zu identifizieren.

Vor- und Nachteile von Footprint Charts

Der Footprint zeigt mehr als jeder gewöhnliche Chart. Er kostet dafür Geld, Rechenzeit und Einarbeitung. Beide Seiten gehören nebeneinander.

Vorteile des Footprint Tradings

  • Du siehst das Volumen je Preisstufe statt nur je Kerze.
  • Aggressive Käufer und Verkäufer lassen sich unterscheiden, nicht nur vermuten.
  • Absorption und erschöpfte Bewegungen werden sichtbar, bevor der Kurs dreht.
  • Die Daten kommen in Echtzeit und sind nicht durch eine Formel geglättet.
  • Funktioniert in jedem Zeitrahmen, vom Scalping bis zum Tageschart.

Nachteile des Footprint Tradings

  • Es fallen zwei Kosten an: Software und Marktdaten.
  • Im Devisenkassahandel gibt es kein echtes Gesamtvolumen, die Aussagekraft sinkt.
  • Ohne tickgenauen Feed rechnen manche Plattformen nur mit einer Näherung.
  • Die Darstellung ist datendicht und in schnellen Phasen schwer zu lesen.
  • Ein Footprint liefert kein fertiges Signal, sondern nur einen Hinweis mehr.
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Fazit

Die Footprints Charts haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber den klassischen Charts. Neben dem Preis sieht man auch das Volumen und den Orderflow.

Zudem sind die ganzen Daten gut strukturiert und logisch aufgebaut, so dass man die Informationen bzgl. Volumen und Orderflow auch anwenden kann, ohne das Orderbuch lesen müssen zu können. Die Rohform dieser Daten ist das Tape: Wie sich einzelne Ausführungen mit Zeit, Kurs und Stückzahl lesen lassen, zeigt unser Artikel zum Tape Reading.

Die verschiedenen Footprint Typen geben auch die Möglichkeit, die Footprint Charts den persönlichen Vorlieben und Tradingansatz anzupassen.

Trotz alledem ist der Einsatz von Footprint Charts, wie bei jedem anderen Tool auch, begrenzt und natürlich nicht der heilige Gral. Genauso wie auch das reine Orderbuch Trading oder die reine Charttechnik das nicht sind. Nur alleine durch den Einsatz von Footprint Charts wird man keinen statistischen Vorteil erlangen. Doch richtig angewendet lässt sich hiermit Geld verdienen.

Meiner Meinung kommt man speziell beim Daytrading nicht am Volumen und Orderflow vorbei und dafür sind die Footprints nach wie vor ein gutes Tool.

Häufige Fragen zu Footprint Charts

Was ist ein Footprint Chart?

Ein Footprint Chart ist ein Charttyp, der das gehandelte Volumen innerhalb jeder Kerze auf die einzelnen Preisstufen aufschlüsselt. Neben dem Preis zeigt er, wie viele Kontrakte auf welcher Stufe gehandelt wurden und ob der Abschluss am Geldkurs oder am Briefkurs zustande kam. Eingesetzt wird er vor allem im Futures-Handel.

Wo bekomme ich Footprint Charts kostenlos?

Kostenlose Dauerzugänge bieten ATAS mit dem Start-Paket, Bookmap mit der Stufe Digital und Volfix mit einer Gratisversion. Die Einschränkung liegt bei den Marktdaten: Bookmap deckt gratis nur Krypto mit einer Stunde Verlauf ab, Aktien und Futures sind ausgenommen. Für Futures in Echtzeit fallen bei jedem Anbieter Datengebühren an.

Bietet TradingView Footprint Charts an?

Ja, TradingView führt den Volume Footprint als eigenen Charttyp. Er ordnet das Volumen laut Anbieterdokumentation allerdings anhand der Richtung der Preisbewegung innerhalb der Kerze als Kauf oder Verkauf ein und nicht anhand echter Geld- und Briefkursdaten. Das ist eine Näherung.

Was kostet eine Footprint Chart Software?

Die Spanne ist groß. ATAS beginnt bei einem kostenlosen Start-Paket, bezahlte Pakete liegen bei 24,95 Euro im Monat. Bei Sierra Chart steckt der Footprint im Service Package 5 für 36 US-Dollar im Monat, bei Bookmap beginnen die Bezahlpakete bei 19 US-Dollar. Dazu kommen in allen Fällen die Gebühren für die Marktdaten. Stand ist der 6. September 2026.

Warum finde ich den Footprint in meiner Software nicht?

Weil er oft anders heißt. Bei Sierra Chart läuft er unter Numbers Bars und ist erst ab Service Package 5 enthalten, bei TradingView heißt er Volume Footprint, bei Quantower gehört er zum Baustein Volume Analysis. Wer nach dem Wort Footprint sucht, findet ihn in diesen Programmen nicht.

Funktionieren Footprint Charts im Forex-Handel?

Nur eingeschränkt. Der Devisenkassahandel läuft außerbörslich, ein zentrales Gesamtvolumen gibt es dort nicht. Plattformen behelfen sich mit Tickvolumen, also der Zahl der Preisänderungen. Wer Orderflow im Währungsbereich ernsthaft nutzen will, weicht in der Regel auf Währungs-Futures aus.

Was bedeutet Delta im Footprint Chart?

Das Delta ist die Differenz aus dem am Briefkurs gehandelten und dem am Geldkurs gehandelten Volumen. Ein positives Delta zeigt Übergewicht auf der Käuferseite, ein negatives auf der Verkäuferseite. Weicht die Richtung des Deltas von der Richtung des Kurses ab, spricht man von einer Delta-Divergenz.

Reicht der Footprint als alleinige Handelsstrategie?

Nein. Der Footprint liefert eine zusätzliche Informationsebene, aber kein vollständiges Regelwerk mit Einstieg, Ausstieg und Risikosteuerung. In der Praxis wird er mit Marktstruktur, Unterstützungen und Widerständen oder Volumenprofilen kombiniert.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1980 aktiv an den Märkten und arbeitet diskretionär nach Price Action. Sein Schwerpunkt liegt auf Devisen und Terminkontrakten.

Den Orderflow hat er erst spät in seine Arbeit aufgenommen. Footprint und Orderbuch nutzt er nicht als eigenständiges System, sondern als Zusatzinformation an Stellen, die er ohnehin aus dem Chart heraus beobachtet. Diese Einordnung prägt auch diesen Artikel: Der Footprint ist ein Werkzeug, kein Ersatz für eine Handelsstrategie.

Auf kagels-trading.de veröffentlicht er seit vielen Jahren Analysen und Testberichte. Die Preisangaben in diesem Artikel stammen von den Seiten der jeweiligen Anbieter und wurden am 6. September 2026 geprüft. Softwarepreise ändern sich, ein Blick auf die Anbieterseite vor dem Kauf bleibt sinnvoll.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

Kagels Trading GmbH 267 Bewertungen auf ProvenExpert.com