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Trader als Beruf: Gehalt, Voraussetzungen und der Weg zum Berufstrader

Zuletzt aktualisiert: 27. August 2026

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15 Min

Christian Möhrer

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Christian Möhrer

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Ein Brokerkonto ist in zwanzig Minuten eröffnet. Damit ist man Trader, aber noch lange nicht Trader von Beruf. Zwischen dem ersten Klick und einem Einkommen, von dem sich Miete und Krankenkasse bezahlen lassen, liegt eine Strecke, die die meisten unterschätzen.

Dieser Artikel trennt die beiden Wege, die hinter dem Berufsbild stecken: den angestellten Händler bei Bank oder Fonds und den selbstständigen Trader, der eigenes Geld riskiert. Du erfährst, was angestellte Trader verdienen, welche Voraussetzungen zählen, wie der Zugang geregelt ist und woran der Sprung in die Hauptberuflichkeit üblicherweise scheitert. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Trader als Beruf: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Zwei völlig verschiedene Berufe: Der angestellte Trader handelt fremdes Kapital gegen Gehalt, der selbstständige Trader handelt eigenes Geld ohne garantiertes Einkommen.
  • Das Mediangehalt liegt bei 80.195 € brutto im Jahr, also rund 6.467 € im Monat. Diese Zahl gilt für Angestellte bei 40 Wochenstunden, nicht für Selbstständige.
  • Trader ist kein Ausbildungsberuf. Die Bundesagentur für Arbeit führt Börsenhändler/in als berufliche Einsatzmöglichkeit und erwartet eine kaufmännische Weiterbildung im Bankwesen oder ein Studium.
  • Selbstständige zahlen 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 %. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € je Person ist schnell ausgeschöpft.
  • Finanzielle Sicherheit entscheidet mehr als die Strategie: Wer vom Trading leben muss, handelt unter Druck und tradet zu viel. Wer es nicht muss, hat die deutlich besseren Chancen.

Was bedeutet Trader als Beruf?

Trader von Beruf ist, wer den Handel selbst zur Einkommensquelle macht. Nicht als Hobby neben dem Job, nicht als Vermögensaufbau über Jahrzehnte, sondern als Tätigkeit, die den Lebensunterhalt trägt.

Trader von Beruf ist, wer den Handel mit Wertpapieren, Devisen, Rohstoffen oder Derivaten hauptberuflich betreibt und daraus seinen Lebensunterhalt bestreitet.

Die Tätigkeit dahinter ist in beiden Varianten ähnlich: Märkte beobachten, Chancen bewerten, Positionen eröffnen und schließen, Risiko begrenzen. Was ein Trader konkret den ganzen Tag tut, haben wir in einem eigenen Artikel aufgeschlüsselt, deshalb bleibt es hier bei der Berufsperspektive. Wer den Arbeitsalltag sucht, liest besser dort weiter: Was ist ein Trader und was macht er?

Entscheidend für die Berufswahl ist eine andere Frage: Wessen Geld steht auf dem Spiel? Daran hängen Einkommen, Absicherung, Zugangsweg und Risiko. Genau an dieser Stelle gabelt sich das Berufsbild in zwei Richtungen, die kaum etwas gemeinsam haben.

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Angestellter oder selbstständiger Trader: zwei verschiedene Berufe

Der Begriff Trader deckt zwei Berufe ab, die von außen gleich aussehen und sich im Alltag kaum ähneln. Der eine ist ein Angestelltenverhältnis mit Gehaltszettel, der andere eine Selbstständigkeit mit vollem unternehmerischem Risiko.

Ein angestellter Trader handelt das Kapital einer Bank, eines Fonds oder eines Handelshauses und erhält dafür ein festes Gehalt plus variable Vergütung.

Ein selbstständiger Trader handelt ausschließlich eigenes Kapital, trägt jeden Verlust selbst und hat kein garantiertes Einkommen.

Der Unterschied ist nicht bloß juristisch. Ein Angestellter bekommt Infrastruktur, Research und Risikolimits gestellt und wird an der Einhaltung dieser Limits gemessen. Ein Selbstständiger baut sich all das selbst und misst sich nur am Kontostand.

MerkmalAngestelltSelbstständig
KapitalKapital des Arbeitgeberseigenes Kapital
EinkommenGehalt plus Bonusnur Handelsgewinne
Verlustrisikoträgt der Arbeitgeberträgt der Trader
ZugangWeiterbildung oder Studiumformal keine Hürde
Absicherungüber den Arbeitgeberkomplett selbst
ArbeitsortBank, Fonds, Handelshausfrei wählbar
Angestellter und selbstständiger Trader im direkten Vergleich

Dazwischen liegt eine dritte Variante: Prop Trading. Dort handelst du das Geld einer Handelsfirma gegen eine Gewinnbeteiligung, musst dafür aber vorab eine Prüfphase bestehen und trägst die Gebühren dafür selbst. Wie tragfähig dieses Modell ist, zeigt unser Vergleich der Prop-Trading-Anbieter.

Was verdient ein Trader?

Für Angestellte gibt es belastbare Zahlen, weil Gehälter erfasst werden. Für Selbstständige gibt es sie nicht, und das ist bereits die wichtigste Aussage dieses Abschnitts. Wer eine Zahl für selbstständige Trader nennt, hat sie geschätzt.

KennzahlBruttojahrBruttomonat
Unteres Quartil69.881 €5.636 €
Median80.195 €6.467 €
Oberes Quartil92.030 €7.422 €
Gehalt angestellter Trader in Deutschland bei 40 Wochenstunden (Quelle: gehalt.de, abgerufen am 23. August 2026)

Das Mediangehalt von 80.195 € liegt deutlich über dem deutschen Durchschnitt, ist aber kein Lottogewinn. Die Spanne zwischen unterem und oberem Quartil beträgt rund 22.000 €, und die hohen sechsstelligen Boni aus Filmen und Interviews betreffen eine sehr kleine Gruppe an großen Handelstischen.

Bei Selbstständigen ist das Einkommen keine Zahl, sondern eine Verteilung. Es schwankt von Monat zu Monat, kann negativ werden und hängt am eingesetzten Kapital. Ein Trader mit 20.000 € Konto und 20 % Jahresrendite verdient 4.000 € im Jahr, also weniger als eine Teilzeitstelle. Rechenwege und realistische Größenordnungen stehen im Detail unter Vom Trading leben.

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Ist Trader ein Ausbildungsberuf?

Trader ist in Deutschland keine geschützte Berufsbezeichnung. Es gibt keine duale Ausbildung, keine Kammerprüfung und keinen Titel, den man führen darf oder nicht. Jeder darf sich so nennen.

Börsenhändler ist die amtliche Berufsbezeichnung für den Wertpapierhandel in Deutschland, und die Bundesagentur für Arbeit führt sie als berufliche Einsatzmöglichkeit, nicht als Ausbildungsberuf.

Im BERUFENET der Bundesagentur für Arbeit steht der Beruf unter der Kennziffer 6785. Als Zugang nennt die Behörde wörtlich eine kaufmännische Weiterbildung im Bankwesen beziehungsweise ein entsprechendes Studium. Als Zugangsberufe sind dort unter anderem der Betriebswirt für Finanzen und Investment und Hochschulabschlüsse gelistet.

Für den Handel an einer Börse kommt eine Eignungsprüfung dazu. Die Bundesagentur beschreibt sie als Prüfung vor der Prüfungskommission einer Börse, mit der die fachliche Eignung nachgewiesen wird. Wer als Skontroführer arbeitet, braucht zusätzlich die Skontroführerprüfung. Welche Zertifikate in Deutschland tatsächlich etwas wert sind, haben wir gesondert geprüft: Börsenhändler-Ausbildung: Prüfungen, Kosten und Zertifikate.

Für Selbstständige gilt das alles nicht. Dort ersetzt niemand die Prüfung, und genau darin liegt die Falle: Weil es keine Zugangshürde gibt, fehlt auch die Rückmeldung, ob man schon so weit ist. Ein strukturierter Weg hilft trotzdem, und den beschreiben wir unter Traden lernen und im Vergleich der seriösen Trading-Ausbildungen.

Trader als Beruf: So erreichst du dein Ziel

Ein Trader zu werden, ist einfach: Man braucht ein Brokerkonto, einen Klick zum Kaufen und einen zum Verkaufen. Aber kannst du davon leben, oder ist es ein bequemes Heimcasino? Die meisten Trader wollen ihren Lebensunterhalt mit dem Handel bestreiten, und den meisten gelingt es nicht.

Der folgende Abschnitt geht auf sechs Faktoren zurück, die darüber entscheiden. Sie stammen aus der Praxis eines Traders, der seit Jahren nichts anderes tut, und decken sich mit dem, was in der Trading-Ausbildung immer wieder als Ursache für das Scheitern auftaucht. Keiner davon ist eine Strategie.

Liebe zum Trading

Du musst Freude am Handel haben und die Herausforderung mögen. Trading bringt Verluste, Misserfolg und Verzweiflung mit sich, und diese Erfahrungen wirst du während deiner Laufbahn machen. Ohne diese Grundhaltung überlebt niemand die emotionalen Turbulenzen.

Tradingvorteil

Ein Tradingvorteil ist das, was du nutzt, um Trades mit positiver Erwartung zu finden. Ihn auszumachen, ist schwierig: Vorteile währen nicht lange und sind schwer zu bestätigen. Folglich wirst du die halbe Zeit mit Selbstzweifeln verbringen.

Ob du die technische Analyse, die Fundamentalanalyse oder eine Mischung nutzt, ist zweitrangig. Entscheidend ist, einen Vorteil zu finden, der zu dir passt. Ein Ansatz, den du nicht durchhältst, ist keiner.

Geschäftssinn

Viele unerfahrene Trader betrachten den Handel als lockere Tätigkeit. Wer ihn professionell betreiben will, muss ihn wie ein Geschäft behandeln: recherchieren, prüfen, sich innerhalb der eigenen Möglichkeiten entscheiden. Dazu gehört ein Tradingplan und die Bereitschaft zu unbequemen Entscheidungen.

Eine Struktur dafür liefert unsere Checkliste für den Tradingplan. Sie zwingt dich, vor dem Einstieg zu definieren, was du handelst, wann du aussteigst und wie viel dich ein Fehler kosten darf. Das ist der Unterschied zwischen einem Geschäft und einem Zeitvertreib.

Disziplin

Du kannst das beste Tradingsystem haben, es ist nutzlos, wenn du dich nicht daran hältst. Du wirst in Versuchung kommen, deine Regeln zu missachten, mehr Risiko einzugehen und dich deinen Emotionen hinzugeben. Manchmal wirst du dich dem irrationalen Strom anschließen, und so schlittern Trader in die Pleite.

Die geringste Nachlässigkeit ist gefährlich. Um vom Trading zu leben, brauchst du eiserne Disziplin und ein Trading-Journal, das dir zeigt, wann du sie verloren hast. Die häufigsten Abweichungen sammelt unsere Übersicht der 13 teuersten Trading-Fehler.

Selbständiges Denken

Trading ist eine selbständige Tätigkeit. Du bist für alle deine Entscheidungen verantwortlich. Klar kannst du deinem Mentor blind folgen, deinen Broker beschuldigen und deine Verluste beklagen, aber letztlich trägst du das Ergebnis.

Es gibt keinen Vorgesetzten, der bestätigt, dass du richtig liegst, und keine Kunden, die dir Rückmeldung geben. In den Tradingforen stehen unzählige Ansichten und ebenso viele Tradingstrategien nebeneinander. Angesichts dieser Informationsflut musst du deinen eigenen Weg auswählen können.

Finanzielle Sicherheit

Wenn du vom Trading leben musst, wirst du es nicht schaffen. Wenn du es willst, aber nicht darauf angewiesen bist, steigt deine Chance deutlich. Der Unterschied ist nicht psychologische Feinheit, sondern Ursache für konkrete Fehler.

Wer Geld verdienen muss, wird frustriert, sobald der Markt keine Gelegenheit bietet. Diese Frustration verleitet zum Overtrading und braucht das Konto auf. Schaffe dir aus anderen Quellen ein Polster, bevor du den Sprung versuchst. Zu wissen, dass du die Gewinne nicht für die Miete brauchst, ist der größte Vorteil, den du dir selbst verschaffen kannst.

Die sechs Faktoren gehen auf den Beitrag The 6 things traders need to make a living von Galen Woods zurück. Deutsche Übersetzung und Bearbeitung von Karsten Kagels und Gaby Boutaud.

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Wie viel Kapital brauchst du, um vom Trading zu leben?

Es gibt keine gesetzliche Mindestsumme. In Deutschland darf jeder mit 500 € handeln, und genau das macht die Frage so gefährlich: Die Hürde ist niedrig genug, um sie zu unterschätzen. Die Rechnung entscheidet sich nicht am Broker, sondern an deinen Lebenshaltungskosten.

Der Rechenweg ist simpel und wird selten aufgemacht. Du brauchst zwei Zahlen: was du im Jahr zum Leben benötigst und welche Jahresrendite du dir realistisch zutraust. Der Kapitalbedarf ist der Quotient aus beidem. Bei 30.000 € Bedarf und 20 % Rendite sind das 150.000 €, bei 10 % Rendite bereits 300.000 €.

Kapitalbedarf, um vom Trading zu leben: Beispielrechnung mit 30.000 Euro Jahresbedarf bei 10, 15 und 20 Prozent Jahresrendite
Der Kapitalbedarf steigt überproportional, sobald die angenommene Jahresrendite sinkt

Die Grafik zeigt, wie schnell der Bedarf wächst, wenn die Rendite sinkt. Zwei Dinge machen die Rechnung härter, als sie aussieht. Erstens sind 20 % pro Jahr über mehrere Jahre keine Selbstverständlichkeit, sondern eine sehr gute Leistung. Zweitens entnimmst du im Ernstfall auch in Verlustmonaten Geld, und jede Entnahme verkleinert die Basis, mit der du den Rückstand aufholen musst.

Deshalb ist der übliche Weg nicht der Sprung, sondern die Überlappung: erst nebenberuflich handeln, Ergebnisse über mehrere Jahre sammeln, dann entscheiden. Ob das mit einem Vollzeitjob zusammengeht, klärt unser Artikel Trading als Nebenjob. Das Risiko pro Position gehört dabei von Anfang an begrenzt, Regeln dazu stehen im Risikomanagement.

Steuern und Absicherung für selbstständige Trader

Der Teil, den fast jede Motivationsseite auslässt. Wer hauptberuflich handelt, verliert die Absicherung eines Arbeitgebers und behält trotzdem alle Pflichten eines Erwerbstätigen. Beides gehört in die Rechnung, bevor gekündigt wird.

Die Abgeltungsteuer ist eine pauschale Steuer von 25 Prozent auf Kapitalerträge, die unabhängig vom persönlichen Einkommensteuersatz anfällt.

Der Satz steht in § 32d Absatz 1 des Einkommensteuergesetzes. Dazu kommt der Solidaritätszuschlag von 5,5 % auf die Steuer, der bei Kapitalerträgen weiterhin in voller Höhe erhoben wird. Zusammen sind das 26,375 %, bei Kirchensteuerpflicht etwas mehr.

Der Sparer-Pauschbetrag ist der jährliche Freibetrag auf Kapitalerträge und liegt bei 1.000 Euro je Person, bei zusammenveranlagten Ehegatten bei 2.000 Euro.

Zwei Regeln zur Verlustverrechnung solltest du kennen. Verluste aus Aktienverkäufen dürfen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechnet werden, nicht mit anderen Kapitalerträgen. Die frühere betragsmäßige Deckelung für Verluste aus Termingeschäften steht dagegen nicht mehr im Gesetz. Die steuerlichen Details für aktive Trader stehen unter Trading Steuern.

Dazu kommt die Absicherung. Krankenversicherung, Altersvorsorge und Berufsunfähigkeitsschutz zahlst du als Selbstständiger vollständig selbst, und diese Beiträge fallen auch in Verlustmonaten an. Sie gehören zu den Lebenshaltungskosten aus der Rechnung im vorigen Abschnitt, nicht in eine separate Kategorie. Für die konkrete Ausgestaltung ist ein Steuerberater zuständig, dieser Artikel ersetzt keine Beratung.

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Vorteile und Nachteile des Trader-Berufs

Der Beruf hat echte Vorzüge, die anderswo schwer zu bekommen sind, und Nachteile, die in Werbetexten selten auftauchen. Die folgende Gegenüberstellung bezieht sich auf den selbstständigen Trader, weil dort beide Seiten am deutlichsten ausfallen.

Vorteile des Trader-Berufs

  • Keine formale Zugangshürde: Es gibt keine Prüfung, kein Studium und keinen Arbeitgeber, der dich auswählt. Wer anfangen will, kann anfangen.
  • Freie Zeit- und Ortswahl: Der Arbeitsplatz besteht aus Rechner und Datenanbindung, und der Handelsstil bestimmt die Arbeitszeit, nicht ein Dienstplan.
  • Das Ergebnis hängt an der eigenen Leistung: Es gibt keine Beförderungsrunden und keine Bürodiplomatie, nur die Kontoentwicklung.
  • Skalierbar ohne zusätzliche Arbeitszeit: Eine größere Position kostet nicht mehr Stunden als eine kleine, sobald der Ansatz steht.
  • Der Einstieg ist nebenberuflich möglich: Anders als bei den meisten Selbstständigkeiten lässt sich der Beruf jahrelang parallel zum Job testen.

Nachteile des Trader-Berufs

  • Kein garantiertes Einkommen: Es gibt keinen Mindestlohn, keine Lohnfortzahlung und keine Kündigungsfrist, die einen schlechten Monat abfedert.
  • Der Kapitalbedarf ist hoch: Ein Konto, das ein volles Gehalt tragen soll, liegt schnell im sechsstelligen Bereich.
  • Volle Kosten für die Absicherung: Krankenversicherung und Altersvorsorge laufen weiter, auch wenn das Konto im Minus steht.
  • Kein Feedback von außen: Niemand bestätigt, dass der Ansatz trägt, und ein Zufallsgewinn fühlt sich genauso an wie Können.
  • Die Berufsbezeichnung ist ungeschützt: Weil sich jeder Trader nennen darf, ist der Nachweis der eigenen Qualifikation gegenüber Banken und Behörden aufwendig.
  • Hohe psychische Belastung: Verlustserien gehören zum Handwerk, und der finanzielle Druck verschärft genau die Fehler, die sie verlängern.

Du möchtest vom Trading leben? Lass dir helfen.

Für jeden der sechs Faktoren gibt es einen konkreten nächsten Schritt. Die folgenden Anlaufstellen sind bewusst kurz gehalten, damit du sie tatsächlich abarbeitest statt sie zu überfliegen. Keine davon ersetzt Handelspraxis.

Lesetipp: Mit Trading Geld verdienen ordnet für Einsteiger ein, welche Größenordnungen für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis überhaupt erreichbar sind.

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Fazit: Trader als Beruf ist ein Geschäft, kein Ausweg

Wer Trader als Beruf sucht, findet zwei Antworten. Die eine ist ein regulärer Arbeitsmarkt mit Weiterbildung, Börsenprüfung und einem Mediangehalt von 80.195 €. Die andere ist eine Selbstständigkeit ohne Zugangshürde, in der niemand dich aufhält und niemand dich auffängt.

Die zweite Variante ist die, nach der die meisten suchen, und sie scheitert selten an der Strategie. Sie scheitert an zu wenig Kapital, an fehlender Absicherung und an dem Druck, der entsteht, wenn die Miete vom nächsten Trade abhängt. Genau deshalb steht finanzielle Sicherheit unter den sechs Faktoren und nicht ein Indikator.

Ich handle seit 1978 und habe diesen Übergang selbst gemacht, in einer Zeit ohne Broker-App und ohne Demokonto. Geändert hat sich seitdem die Technik, nicht die Reihenfolge: Erst kommt das Geld, das man nicht braucht, dann der Beruf.

Der belastbare Weg ist unspektakulär: nebenberuflich anfangen, Ergebnisse über mehrere Jahre dokumentieren, den Kapitalbedarf ehrlich ausrechnen und erst dann entscheiden. Wer diesen Umweg abkürzt, kauft sich keine Zeit, sondern Risiko.

FAQ über Trader als Beruf

Ist Trader ein anerkannter Beruf?

Trader ist keine geschützte Berufsbezeichnung und kein Ausbildungsberuf. Die Bundesagentur für Arbeit führt Börsenhändler/in als berufliche Einsatzmöglichkeit und erwartet dafür eine kaufmännische Weiterbildung im Bankwesen oder ein Studium.

Wie viel verdient ein Trader?

Angestellte Trader verdienen laut gehalt.de im Median 80.195 Euro brutto im Jahr, das untere Quartil liegt bei 69.881 Euro, das obere bei 92.030 Euro. Für selbstständige Trader gibt es keine belastbare Zahl, weil das Einkommen vom Kapital und vom Ergebnis abhängt.

Wie viel Kapital braucht man, um vom Trading zu leben?

Teile deinen Jahresbedarf durch die Rendite, die du dir realistisch zutraust. Bei 30.000 Euro Bedarf und 20 Prozent Jahresrendite sind das 150.000 Euro, bei 10 Prozent bereits 300.000 Euro. Eine gesetzliche Mindestsumme gibt es nicht.

Welche Steuern zahlt ein selbstständiger Trader?

Auf Kapitalerträge fallen 25 Prozent Abgeltungsteuer nach § 32d EStG an, dazu 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag, zusammen 26,375 Prozent. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 Euro je Person. Die Ausgestaltung im Einzelfall gehört zum Steuerberater.

Warum scheitern die meisten Trader?

Selten an der Strategie. Die häufigsten Ursachen sind zu wenig Kapital, fehlende Disziplin und finanzieller Druck, der zu Overtrading führt. Wer vom Trading leben muss statt will, handelt nachweislich schlechter.

Kann man Trading nebenberuflich als Einstieg betreiben?

Das ist der übliche Weg. Nebenberufliches Trading erlaubt es, den Ansatz über Jahre zu testen, ohne dass die Miete daran hängt. Erst wenn die Ergebnisse über mehrere Jahre tragen und das Kapital reicht, ist der Wechsel sinnvoll.

Was ist der Unterschied zwischen einem Trader und einem Börsenhändler?

Börsenhändler ist die amtliche Bezeichnung für den zugelassenen Handel an einer Börse und setzt eine Eignungsprüfung voraus. Trader ist der umgangssprachliche Oberbegriff und umfasst auch jeden privaten Händler ohne Zulassung.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1978.

Er handelt Forex-Majors und -Minors ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur. In den 1980er Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für dieses Thema ist er qualifiziert, weil er den Beruf seit 1978 ausübt und den Weg dorthin selbst gegangen ist. Die sechs Faktoren im Hauptteil stammen aus einem Beitrag von Galen Woods, den er gemeinsam mit Gaby Boutaud übersetzt und für den deutschen Markt eingeordnet hat.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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