Goyax zeigt Kurse, die 15 Minuten alt sind, und sagt das selbst in jeder Fußzeile. Genau diese Offenheit unterscheidet das Börsenportal aus Hannover von vielen Wettbewerbern, die ihre Verzögerung lieber verschweigen. Wer hier Kurse liest, weiß, woran er ist.
Hinter dem Portal steht mit der logical line GmbH ein Datenanbieter, kein Verlag. Das prägt das ganze Angebot: viele Kurslisten, ein kostenloser Wochenbrief und ein kostenpflichtiger Börsenbrief, der ein regelbasiertes Handelssystem verfolgt. Ich habe mir angesehen, was davon heute trägt und wo die Grenzen liegen. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Goyax: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Betreiber: die logical line GmbH aus Hannover, im Handelsregister unter HRB 56320 eingetragen. Die Marke GOYAX gibt es seit 1997.
- Kurse sind 15 Minuten verzögert. Das gilt für alle Werte und steht so in der Fußzeile jeder Seite. Echtzeitkurse bietet das Portal nicht.
- Das Portal selbst kostet nichts. Kurse, Nachrichten, Finanzkalender, Watchlist und Musterdepot sind ohne Zahlung nutzbar.
- Goyax Weekly ist der kostenlose Wochenbrief und kommt freitags als PDF. Er ist stark technisch geprägt und blickt vor allem auf den HDAX.
- Goyax Premium kostet 59,99 Euro im Monat bei 12 Monaten Laufzeit und Zahlung im Voraus. Das sind 719,88 Euro auf einen Schlag, mit 30 Tagen Widerrufsrecht.
- Seit Juli 2026 laufen im Premium zwei Musterdepots gegeneinander: eines setzt die Signale stur um, im anderen entscheidet ein Redakteur selbst.
- Eine App gibt es seit August 2025 für iPhone und Android. Sie ist gratis, wurde aber seit dem Start nicht mehr aktualisiert.
Was ist Goyax?
Goyax ist ein deutschsprachiges Börsenportal der logical line GmbH aus Hannover, das Kurse, Stammdaten und Finanznachrichten zu Aktien, ETFs, Anleihen, Rohstoffen, Devisen und Kryptowährungen bündelt und zusätzlich zwei Börsenbriefe herausgibt.
Das Portal verdient sein Geld nicht mit dem Portal. Die logical line GmbH verkauft Kursdaten und Börsen-Widgets an andere Webseiten und betreibt daneben den kostenpflichtigen Börsenbrief. Die frei zugänglichen Kurslisten sind für dieses Geschäft das Schaufenster. Wer verstehen will, warum manche Bereiche sehr gepflegt und andere seit Jahren unverändert sind, findet hier die Erklärung.
Ein Portal ist kein Broker. Über Goyax lässt sich nichts kaufen und nichts verkaufen. Wer handeln will, braucht ein Depot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Goyax liefert die Informationen davor und die Nachbereitung danach. Wie sich das Angebot gegen andere Anbieter schlägt, zeigt unsere Übersicht der Börsenportale, etwa im Vergleich mit finanzen.net.
Wer steckt hinter Goyax?
Im Impressum steht die logical line GmbH, Hamburger Allee 23 in 30161 Hannover. Sie ist beim Amtsgericht Hannover unter HRB 56320 eingetragen, nachprüfbar im Handelsregister. Geschäftsführer ist Dr. Rüdiger Lemke. GOYAX ist als Marke dieser Gesellschaft geschützt. Der Copyright-Vermerk in der Fußzeile reicht bis 1997 zurück, das Portal gehört damit zu den ältesten deutschen Finanzseiten.
Eine Finanzaufsicht steht nicht dahinter, und das ist hier korrekt so. Im Impressum wird weder eine Aufsichtsbehörde noch ein Berufsrecht genannt. Das Unternehmen erbringt keine Wertpapierdienstleistungen, es liefert Daten und Redaktion. Für den Leser heißt das: Er schließt hier keinen Vertrag über Vermögensverwaltung ab, sondern kauft im Zweifel ein Abonnement.
Dieselbe Gesellschaft betreibt auch den Strategiedienst RoboVisor. Das ist beim Lesen von Leistungszahlen wichtig: Wenn RoboVisor eine Goyax-Strategie auswertet, prüft dort kein unabhängiger Dritter, sondern das Haus bewertet sein eigenes Produkt. Die Zahlen sind deshalb nicht wertlos, aber sie sind Eigenangaben in anderem Gewand.
Was das Portal heute bietet
Goyax wurde Anfang 2024 komplett umgebaut, und das Angebot sieht seither anders aus als früher. Die Navigation führt heute sieben Anlageklassen, drei Zertifikatearten und einen eigenen Nachrichtenbereich. Der folgende Screenshot zeigt die Startseite, wie sie im September 2026 aussieht.

Zwei Dinge fallen im Vergleich zu früheren Fassungen auf. Erstens gibt es keine eigene Fonds-Rubrik mehr: Die Adresse liefert heute eine Fehlerseite, und in der Seitenübersicht des Anbieters kommt sie nicht mehr vor. Zweitens sind Kryptowährungen und sogar Anlagemünzen dazugekommen, dazu je eine eigene Seite für die Dividenden von DAX, MDAX, SDAX und TecDAX.
| Bereich | Inhalt | Status |
|---|---|---|
| Aktien und Indizes | Kurslisten, Top- und Flop-Werte | gepflegt |
| ETFs und ETCs | getrennte Rubriken mit Charts | gepflegt |
| Anleihen und Devisen | Kurse plus Euribor und Leitzins | gepflegt |
| Krypto und Münzen | Coins, Krügerrand und Barren | neu |
| Derivate | Optionsscheine und Zertifikate | neu |
| Nachrichten | Marktberichte, Ad-hoc, Termine | gepflegt |
| Blog | wöchentliche Analysen | gepflegt |
| Fonds | Rubrik gibt es nicht mehr | entfallen |
Ein eigener Bereich verdient eine Erwähnung, weil ihn kaum ein Portal so führt. Unter den Zinsen stehen nicht nur Leitzins und Euribor, sondern auch Bauzinsen, Sparbriefsätze und der durchschnittliche Dispozins. Für jemanden, der neben dem Depot auch einen Kredit oder Festgeld im Blick hat, ist das eine praktische Zusammenstellung.
Der Nachrichtenteil deckt die üblichen Gattungen ab. Marktberichte, Kurzmeldungen und Ad-hoc-Meldungen laufen getrennt, dazu kommt ein Terminkalender. Wer wissen will, worauf es dabei ankommt, findet das in unseren Beiträgen zu Finanznachrichten und zum Wirtschaftskalender. Auch Kryptowährungen und der Devisenhandel haben inzwischen eigene Bereiche.
Wie aktuell sind die Kurse wirklich?
Alle Kurse auf Goyax sind 15 Minuten alt. Der Satz steht wörtlich in der Fußzeile jeder einzelnen Seite: Alle Börsenkurse sind 15min verzögert. Das gilt ohne Ausnahme, also auch für Bitcoin, Gold und den DAX.
Verzögerte Kurse sind der Normalfall bei kostenlosen Portalen, nicht die Ausnahme. Echtzeitdaten kosten Lizenzgebühren an die Börsen, und die zahlt niemand für eine Gratisseite. Der Unterschied liegt darin, wie offen ein Anbieter damit umgeht. Goyax schreibt es in jede Fußzeile, andere verstecken den Hinweis in den Nutzungsbedingungen.
Für Anleger ist die Verzögerung harmlos, für Trader nicht. Wer einen Sparplan prüft oder abends seine Watchlist durchgeht, merkt von 15 Minuten nichts. Wer dagegen eine Position mit engem Stopp führt, sieht auf Goyax einen Kurs, den es so nicht mehr gibt. Für den Handel selbst gehört die Kursanzeige des Brokers auf den Bildschirm, nicht die eines Portals. Was einen Trader ausmacht und welche Werkzeuge dazugehören, haben wir an anderer Stelle beschrieben.
Goyax Weekly: der kostenlose Börsenbrief
Der Wochenbrief kostet nichts und verlangt nur Name und E-Mail-Adresse. Er kommt als PDF ins Postfach und schaut vor allem auf den deutschen Aktienmarkt, im Schwerpunkt auf den HDAX. Der HDAX fasst die 160 Werte aus DAX, MDAX und TecDAX zusammen und ist damit ein breiterer Maßstab als der DAX allein.
Der Ton ist technisch, und das ist ehrlich so gemeint. Es geht um Trendstärke, Momentum und Statistik, nicht um Geschichten über Unternehmen. Wer mit Begriffen wie relativer Stärke nichts anfangen kann, wird beim ersten Lesen wenig mitnehmen. Goyax kommuniziert diese Ausrichtung offen, verspricht also nichts, was der Brief nicht hält.
Für Einsteiger bleiben die Abschnitte über Dividenden und Momentum-Titel. Dort werden einzelne Werte besprochen, und das ist auch ohne Statistikkenntnisse lesbar. Mein Rat: einmal anmelden, zwei oder drei Ausgaben lesen und dann entscheiden. Kostenlos ist hier tatsächlich kostenlos, ein Abo entsteht daraus nicht. Wie sich solche Formate generell einordnen lassen, steht in unserem Überblick zu Börsenbriefen, unsere eigene Sicht auf den deutschen Markt in der DAX-Prognose.
Die Goyax-App
Seit dem 28. August 2025 gibt es Goyax auch als App für iPhone und Android. Sie ist gratis, stammt laut Store-Eintrag von der Logical Line GmbH und bietet Kurslisten, Kurslimits mit Benachrichtigung, Chartanalyse mit Trendlinien sowie eigene Watchlists und Musterdepots.
Zwei Angaben aus den Stores dämpfen die Erwartung. Die iPhone-Fassung steht bis heute auf Version 1.0 und wurde seit dem Start nicht aktualisiert, die Android-Fassung zuletzt Anfang September 2025. Und die Bewertungsbasis ist praktisch nicht vorhanden: Im deutschen App Store liegt eine einzige Bewertung vor. Daraus lässt sich nichts ableiten, weder im Guten noch im Schlechten.
Wichtig für alle, die einen älteren Artikel über Goyax gelesen haben: Die verbreitete Aussage, es gebe keine App, stimmt seit über einem Jahr nicht mehr. Auch unser eigener Text hat das lange behauptet. Ich habe die Angabe in dieser Fassung korrigiert.
Vorteile und Nachteile von Goyax
Nach dem Durchgehen bleibt ein klares Bild. Goyax ist bei den Grundlagen stark und bei allem schwach, was Tempo verlangt. Die folgenden Punkte fassen zusammen, was mir aufgefallen ist.
Das spricht für Goyax
- Ehrlich bei der Verzögerung: der Hinweis auf die 15 Minuten steht in jeder Fußzeile, nicht im Kleingedruckten.
- Sehr übersichtlich aufgebaut: Kurslisten und Gewinner-Verlierer-Ansichten sind ohne Einarbeitung lesbar.
- Breiter Zinsbereich: neben Euribor und Leitzins stehen dort auch Bauzinsen, Sparbriefsätze und Dispozinsen.
- Wochenbrief ohne Haken: Goyax Weekly ist kostenlos und zieht kein Abo nach sich.
- 30 Tage Widerruf beim Premium: die Rechnung kommt erst nach Ablauf der Frist, das Risiko beim Ausprobieren ist gering.
- Lange am Markt: die Marke besteht seit 1997, das Impressum nennt Gesellschaft, Registernummer und Geschäftsführer.
Das spricht gegen Goyax
- Keine Echtzeitkurse: für aktives Trading ist das Portal damit ungeeignet.
- Fonds-Rubrik ersatzlos entfallen: wer Investmentfonds vergleichen will, braucht ein anderes Portal.
- Premium nur im Jahresabo: 719,88 Euro im Voraus, ohne monatliche Alternative.
- Leistungszahlen aus dem eigenen Haus: der auswertende Dienst RoboVisor gehört demselben Unternehmen.
- Hohe Einstiegshürde beim System: der Anbieter nennt 40.000 Euro als nötiges Startkapital.
- App wird nicht gepflegt: seit dem Start im August 2025 gab es für die iPhone-Fassung kein Update.
Für wen sich Goyax lohnt
Für Anleger mit ruhigem Depot ist Goyax eine gute Adresse. Wer einmal in der Woche seine Werte durchsieht, Dividendentermine sucht oder wissen will, wo der Euribor steht, findet hier alles auf wenigen Seiten. Dass die Kurse 15 Minuten alt sind, spielt dabei keine Rolle. Für den Einstieg in den Aktienhandel reicht das vollkommen aus.
Für Trader ist es das falsche Werkzeug. Wer im Minutentakt arbeitet, braucht Kurse in Echtzeit und ein Chartprogramm mit Orderanbindung. Das leistet Goyax nicht und will es auch nicht leisten. Als Nachschlagewerk am Abend bleibt es trotzdem brauchbar. Wer noch am Anfang steht, sollte ohnehin zuerst das Handwerk lernen, bevor er über Abogebühren nachdenkt.
Beim Premium-Brief hängt alles an der Depotgröße. Bei den vom Anbieter genannten 40.000 Euro Startkapital fressen 719,88 Euro Gebühr rund 1,8 Prozent im Jahr. Das muss die Strategie erst einmal zusätzlich verdienen. Bei einem kleineren Depot kippt die Rechnung schnell, und dann bezahlt man für Signale, die man mit dieser Summe gar nicht sinnvoll umsetzen kann.
Fazit: solide Datenbasis, klar begrenzt
Goyax macht seine Kernaufgabe gut und redet nicht darum herum, was es nicht kann. Die Kurslisten sind aufgeräumt, der Nachrichtenbereich wird gepflegt, und der Hinweis auf die Verzögerung steht sichtbar auf jeder Seite. In einem Umfeld, in dem viele Portale ihre Datenqualität schönreden, ist das ein Pluspunkt.
Der Umbau hat aber auch Lücken hinterlassen. Die Fonds-Rubrik ist ersatzlos verschwunden, und die App liegt seit einem Jahr unverändert in den Stores. Das wirkt, als würde an der einen Ecke entwickelt und an der anderen nichts mehr angefasst.
Den Premium-Brief würde ich nur mit einem Depot ab der genannten Größenordnung in Erwägung ziehen. Die 30 Tage Widerruf machen das Ausprobieren risikoarm, das rechne ich dem Anbieter hoch an. Wer aber nur die Renditezahl liest und den Rückgang von einem Drittel überliest, kauft ein Bild, das die Strategie so nicht hergibt. Für den Einstieg reicht der kostenlose Wochenbrief vollkommen. Wer mehr Werkzeug braucht, schaut sich TraderFox an, wer nur Kurse sucht, kommt auch mit Ariva zurecht.
Häufige Fragen zu Goyax
Ist Goyax kostenlos?
Das Portal selbst kostet nichts. Kurse, Nachrichten, Finanzkalender, Watchlist und Musterdepot sind ohne Zahlung nutzbar, ebenso der Wochenbrief Goyax Weekly. Kostenpflichtig ist allein der Börsenbrief Goyax Premium mit 59,99 Euro im Monat.
Sind die Kurse auf Goyax in Echtzeit?
Nein, alle Kurse sind 15 Minuten verzögert. Der Anbieter weist in der Fußzeile jeder Seite darauf hin. Für Anleger ist das unerheblich, für aktives Trading reicht es nicht aus.
Der Preis liegt bei 59,99 Euro im Monat inklusive Mehrwertsteuer. Abgerechnet wird für 12 Monate im Voraus, das entspricht 719,88 Euro pro Jahr. Innerhalb von 30 Tagen ist ein Widerruf möglich, die Rechnung kommt erst danach.
Gibt es eine Goyax-App?
Ja, seit August 2025 für iPhone und Android. Sie ist kostenlos und bietet Kurslisten, Kurslimits, Chartanalyse und Musterdepots. Die iPhone-Fassung steht allerdings weiterhin auf Version 1.0 und wurde seit dem Start nicht aktualisiert.
Wer betreibt Goyax?
Die logical line GmbH aus Hannover. Sie ist beim Amtsgericht Hannover unter HRB 56320 eingetragen, Geschäftsführer ist Dr. Rüdiger Lemke. Das Unternehmen betreibt außerdem den Strategiedienst RoboVisor.
Kann ich bei Goyax Fonds vergleichen?
Nicht mehr. Die frühere Fonds-Rubrik gibt es nicht mehr, die Adresse liefert eine Fehlerseite. Vorhanden sind weiterhin eigene Bereiche für ETFs und ETCs.
Wie seriös ist Goyax?
Das Impressum ist vollständig und die Gesellschaft seit Jahrzehnten am Markt. Eine Finanzaufsicht gibt es nicht, weil das Unternehmen keine Wertpapierdienstleistungen erbringt, sondern Daten und Redaktion liefert. Leistungszahlen zum Premium-Brief stammen aus dem eigenen Haus und sind nicht unabhängig geprüft.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1980. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.
Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre vertrat er Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen 10 Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Ein Portal ersetzt die eigene Prüfung nicht. Wer jahrzehntelang selbst entscheidet, liest fremde Kurslisten und fremde Signale als Ausgangspunkt und nicht als Anweisung. Diese Haltung prägt die Einordnung in diesem Artikel: Ein Börsenbrief ist eine Meinung mit Aufwand dahinter, kein Ersatz für die eigene Entscheidung.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.












