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finanzen.net Trading-Desk: Erfahrungen, Kosten und was die Börsensoftware kann

Zuletzt aktualisiert: 26. August 2026

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15 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

KI für Trader Hauptkurs
KI für Trader - Hauptkurs

Der Trading-Desk ist eine Börsensoftware, die komplett im Browser läuft. Die meisten Trader stoßen über finanzen.net darauf, manche über die Börse Stuttgart, andere über onemarkets. Dahinter steckt jedes Mal dasselbe Programm, und zwar von einem Hersteller, der auf keiner dieser Seiten im Vordergrund steht.

Genau diese Verwirrung erzeugt die meisten Fragen. Wem gehört die Software? Was kostet sie wirklich? Und was ist an ihr gratis, wenn der Anbieter sie als kostenlose Börsensoftware bewirbt? Dieser Artikel beantwortet das der Reihe nach, mit Zahlen aus den Bestell- und Vertragsunterlagen des Herstellers.

Ich schaue dabei als Anwender auf das Programm, nicht als Verkäufer. Ich habe über vier Jahrzehnte mit Chartsoftware gearbeitet und kenne den Unterschied zwischen einer langen Funktionsliste und den wenigen Werkzeugen, die im Handelsalltag wirklich benutzt werden. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Trading-Desk: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Ein Programm, mehrere Marken: Entwickelt und betrieben wird der Trading-Desk von der TraderFox GmbH aus Reutlingen. finanzen.net, onemarkets und die Börse Stuttgart zeigen dieselbe Software unter eigenem Namen.
  • Die Grundversion ist wirklich gratis: Realtimekurse, Charts, Kurslisten und Nachrichten kosten nichts. Bezahlt wird für Echtzeit-Signale und die Aktien-Scans.
  • Das Abo kostet 29 € im Monat bei drei Monaten Mindestlaufzeit, zusammen also 87 €. Das Live-Trading-Research liegt separat bei 59 € im Monat.
  • Kündigen geht nur zum Laufzeitende: vier Wochen vorher, sonst verlängert sich der Vertrag automatisch um dieselbe Dauer. Ein vorzeitiger Ausstieg ist laut AGB grundsätzlich nicht vorgesehen.
  • Handeln direkt aus dem Chart: angebunden sind finanzen.net zero, comdirect, CapTrader und S Broker. Über finanzen.net zero läuft die Order ab 0 € Gebühren zuzüglich Spread.
  • Die Bestellseite auf tradingdesk.de ist tot: Jeder Bestellen-Button dort führt zurück auf die Startseite. Gebucht wird heute über die Seiten von TraderFox selbst.

Was ist der Trading-Desk?

Der Trading-Desk ist eine webbasierte Börsensoftware der TraderFox GmbH, die Realtimekurse, Charts, Aktien-Scans und automatisch erkannte Chartsignale auf einer Arbeitsfläche zusammenführt. Sie läuft ohne Installation im Browser und wird von mehreren Finanzportalen unter deren eigenem Markennamen ausgeliefert.

Der Name ist doppelt belegt, und das sorgt regelmäßig für Missverständnisse. In Banken bezeichnet ein Trading Desk die Handelsabteilung, also den Raum voller Händler und Bildschirme. Hier geht es um etwas anderes: um ein Produkt, das genau so heißt und das jeder Privatanleger im Browser öffnen kann.

Die Software zielt auf aktive Trader, nicht auf Langfrist-Anleger. Sie überwacht Märkte in Echtzeit und meldet, wenn ein Chartmuster oder ein Signal auslöst. Wer einmal im Quartal einen Sparplan anfasst, braucht das nicht. Wer täglich Kurslisten durchgeht, schon.

Nach Angaben des Herstellers liegen rund 12.000 Aktien und Märkte in Echtzeit vor, dazu Derivate im Millionenbereich. TraderFox nennt für die Plattform über 100.000 registrierte Nutzer. Beide Zahlen stammen vom Anbieter selbst und sind von außen nicht überprüfbar.

Trading-Desk Börsensoftware: Werbeauftritt des Anbieters mit Desktop-Ansicht und Smartphone-App
Der Werbeauftritt von tradingdesk.de. Der Satz über den Buttons ist ein Versprechen des Anbieters, keine Zusage.

Wer hinter dem Trading-Desk steht

Der Hersteller ist die TraderFox GmbH aus Reutlingen. Das Impressum von tradingdesk.de nennt sie mit Sitz in der Oberen Wässere 1, eingetragen beim Amtsgericht Stuttgart unter HRB 726117. Geschäftsführer sind Simon Betschinger und Martin König. Im Footer steht der Satz unmissverständlich: tradingdesk.de ist ein Angebot der TraderFox GmbH.

finanzen.net ist Partner, nicht Entwickler. Die eigentliche Software läuft unter tradingdesk.finanzen.net und trägt dort den Titel „Finanzen.net Trading-Desk V2.0“. Wer sich einloggt, tut das mit seinem finanzen.net-Konto. Die Technik dahinter kommt trotzdem von TraderFox.

Dieselbe Software unter vier Marken

Die Portale lizenzieren das Programm und stellen ihr eigenes Logo darüber. Am deutlichsten sagt es die Börse Stuttgart in ihren Trading-Nutzungsbedingungen: Signale und Formationen würden „von der TraderFox GmbH erstellt und von der Boerse Stuttgart GmbH nur weitergegeben“. Kostenpflichtige Premium-Module kauft man dort ausschließlich bei TraderFox, die damit auch Vertragspartner wird.

Trading-Desk Börsensoftware: TraderFox GmbH als Hersteller und die vier Marken finanzen.net, onemarkets, Börse Stuttgart und TraderFox
Ein Programm, vier Oberflächen: Entwickelt und betrieben wird der Trading-Desk von der TraderFox GmbH.
MarkeWo die Software läuftBesonderheit
finanzen.nettradingdesk.finanzen.netLogin über das finanzen.net-Konto, Infoseite unter tradingdesk.de
onemarkets by UniCredittradingdesk.onemarkets.deSchwerpunkt auf den Hebelprodukten des Emittenten
Börse Stuttgarttrading.boerse-stuttgart.deGrundversion gratis, Premium-Module direkt bei TraderFox
TraderFoxtraderfox.comdas Original, mit allen Zusatzmodulen und dem Live-Research

Für dich hat das eine praktische Folge. Du kannst dir die Oberfläche aussuchen, die dir am besten gefällt, ohne inhaltlich etwas zu verlieren. Unterschiede gibt es bei den Kursquellen, bei den Zusatzfunktionen und bei der Frage, wer dir den Zugang verkauft. Der Trading Desk der Börse Stuttgart hat dazu eine eigene Vorstellung bei uns.

Der S Broker gehört ebenfalls in diese Reihe. TraderFox führt ihn auf der eigenen Broker-Seite als unterstützten Partner. Beim Sparkassen Broker steckt der Desk allerdings hinter einer Aktivitätsschwelle und ist nicht frei zugänglich wie bei den anderen Marken.

Was der Trading-Desk kostet

Die Preise stehen nicht mehr dort, wo die meisten sie suchen. Auf tradingdesk.de führen alle drei Bestellen-Buttons ins Leere: Der Aufruf von /bestellen/ endet mit einer Weiterleitung zurück auf die Startseite. Geprüft am 25. August 2026. Auch die frühere Produktseite dort zeigt nur noch den Startseiteninhalt.

Gebucht wird heute über TraderFox. Dort steht die Preisliste vollständig und mit Laufzeiten. Die folgenden Beträge sind der Bestellseite des Herstellers entnommen, Stand 25. August 2026.

PaketLaufzeitPreis
Börsensoftware mit Trading-Desk3 Monate29 € / Monat
Live-Trading-Research3 Monate59 € / Monat
Morningstar-Datenpaket6 Monate25 € / Monat
Markttechnik-Modul6 Monate29 € / Monat
dpa-AFX ProFeed3 Monate69 € / Monat

Das Basispaket ist das, was die meisten meinen, wenn sie vom Trading-Desk sprechen. Es enthält neben dem Desk auch das Aktien-Screening, das Charting-Tool und das Signal-Werkzeug. Bei drei Monaten Mindestlaufzeit landest du bei 87 € für den ersten Vertragszeitraum.

Laufzeit und Kündigung: der Punkt, der überrascht

Die AGB sind an dieser Stelle deutlich. Der Vertrag verlängert sich nach der Mindestlaufzeit automatisch um dieselbe Dauer, wenn nicht spätestens vier Wochen vorher schriftlich gekündigt wird. Wörtlich heißt es weiter, eine Beendigung vor Ablauf der vereinbarten Mindestvertragslaufzeit sei „grundsätzlich nicht möglich“.

Das ist keine Falle, aber ein Termin, den man sich notieren muss. Wer im Januar für drei Monate bucht und im April aussteigen will, muss bis Anfang März gekündigt haben. Bezahlt wird per SEPA-Lastschrift oder Kreditkarte. Das gesetzliche Widerrufsrecht bleibt davon unberührt.

Was gratis ist und wofür du zahlst

Die Grundversion des Trading-Desk ist dauerhaft kostenlos und umfasst Realtimekurse, Charts, Kurslisten, Nachrichten und die Chart-Galerien. Kostenpflichtig sind die Echtzeit-Signale des Trader Wingman, die Aktien-Scans und die Live-Trading-Sektionen.

Der Hersteller formuliert die Grenze selbst sehr klar. Auf der Produktseite heißt es, die Grundfunktionen seien gratis nutzbar, und wer Echtzeit-Signale beziehen und Aktien-Scans durchführen wolle, benötige das Abo. Das deckt sich mit dem, was man ohne Zugang sieht: Kurse und Charts laufen, die Signalspalte bleibt leer.

Realtimekurse gratis sind für sich genommen bemerkenswert. Viele Portale zeigen ohne Bezahlung nur verzögerte Kurse. Dass hier Echtzeitdaten für einen großen Teil des Aktienuniversums ohne Kosten bereitstehen, ist der eigentliche Grund, warum sich ein Blick auch ohne Abo lohnt.

Die Rechnung geht trotzdem nur für aktive Trader auf. Der Nutzen der Software liegt in den Scans und den Signalen, und genau die stehen hinter der Bezahlschranke. Wer sie nicht braucht, hat ein gutes kostenloses Kursportal. Wer sie braucht, zahlt den vollen Abopreis.

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Diese Funktionen bietet der Trading-Desk

Die Software gliedert sich in vier Arbeitsbereiche. Charting, Screening, Signalüberwachung und Fundamentaldaten liegen als Fenster nebeneinander auf einer frei sortierbaren Fläche. Wer den vollen Funktionsumfang der Plattform mit allen Zusatzmodulen sucht, findet ihn in unserem Test der TraderFox Software.

Charting und Analyse

Der Chartteil deckt den Standard ab, ohne Überraschungen. Candlestick, OHLC, Linie und Mountain stehen bereit, dazu die üblichen Zeichenwerkzeuge und mehr als 35 technische Indikatoren. Das reicht für die tägliche Arbeit und ersetzt keine Spezialsoftware für Orderflow oder Backtesting.

Nützlich wird es, wenn Scan und Chart zusammenkommen. Erkannte Candlestick-Formationen lassen sich direkt im Chart markieren, und mehrere Scan-Kriterien dürfen gleichzeitig angezeigt werden. Das spart den Umweg über eine separate Trefferliste.

Trading-Desk Chartanalyse am Wochenchart im Währungspaar EUR/USD
Chartanalyse im Trading-Desk am Beispiel des Wochencharts im EUR/USD.

Screening und Kurslisten

Der Scanner arbeitet mit vorgefertigten und eigenen Kriterien. Filtern lässt sich unter anderem nach Darvas Box, Zanger Breakout, Turtle, Bollinger Bändern, Cup with Handle und Momentum. Fundamentale Größen wie KGV und KUV lassen sich dazuschalten.

Die mitgelieferten Kurslisten nehmen viel Vorarbeit ab. Neben Ländern und Indizes gibt es Branchen, Anlagetrends und thematische Auswahlen wie Dividendenaktien oder Wachstumswerte. Eigene Listen legst du über den Menüpunkt Kursliste an.

Trading-Desk Kurslisten mit Marktübersicht, Indizes und Branchenauswahl
Vorgefertigte Kurslisten decken die wichtigsten Märkte und Segmente ab.

Trader Wingman: der Signalticker

Der Trader Wingman überwacht die eingestellten Märkte laufend. Löst ein Signal aus, erscheint es im Ticker und wird auf Wunsch per E-Mail oder App gemeldet. Der Anbieter nennt ihn eine künstliche Trader-Intelligenz. Nüchtern beschrieben ist es eine Mustererkennung mit Alarmfunktion.

Ein Alarm ersetzt keine Entscheidung. Wer jedes gemeldete Signal handelt, handelt sehr viel und meistens zu teuer. Der Ticker ist ein Vorfilter und liefert Kandidaten, die man anschließend selbst im Chart bewertet.

Trading-Desk Trader Wingman mit Echtzeit-Signalticker und ausgelösten Chartsignalen
Der Trader Wingman meldet ausgelöste Chartsignale in Echtzeit.

Trade Radar mit Trefferquoten

Der Trade Radar ist der eigenständigste Teil der Software. Er durchsucht nach Herstellerangabe etwa 5.000 Aktien weltweit und zeigt zu jedem Signaltyp, wie oft er zuletzt ausgelöst hat und welchen Anteil davon die Statistik als erfolgreich verbucht.

Die Spannweite der angezeigten Quoten ist groß. Beim Aufruf am 25. August 2026 stand die Unterstützungslinie mit 140 Auslösungen bei 80 Prozent, der Dynamic Breakdown Attack bei 79 Prozent und der Candlestick Hammer bei 111 Auslösungen und 24 Prozent. Genau dieser Vergleich ist der Nutzen: Man sieht, welches Muster im aktuellen Marktumfeld gerade trägt.

Diese Quoten sind eine Momentaufnahme, keine Erwartungswerte. Sie beziehen sich auf ein kurzes Zeitfenster und eine feste Kursliste. Wer daraus eine Strategie ableitet, sollte die Zahl über mehrere Wochen beobachten, statt sie an einem Tag abzulesen.

Trading-Desk Trade Radar mit Chartmustern, Anzahl der Signale und statistischen Trefferquoten
Der Trade Radar listet Signaltypen mit Auslösungen und Trefferquoten nebeneinander.

Infobox und Nachrichten

Die Infobox fasst alles zu einem Wert auf einer Fläche zusammen. Sie zeigt Kursinformation, Bilanzkennzahlen, Analystenschätzungen, anstehende Termine sowie die zuletzt ausgelösten Signale. Für einen schnellen Überblick vor einem Trade reicht das aus.

Auf der Nachrichtenseite läuft ein Bot mit Filtern. Er durchsucht Nachrichtendienste und lässt sich nach Kategorien wie Marktberichten, Ad-hoc-Meldungen oder Insidergeschäften sortieren. Die Meldungen von dpa-AFX gibt es im Grundpaket, das vollständige ProFeed-Terminal kostet extra.

Direkt aus der Software handeln: diese Broker sind angebunden

Aus dem Chart heraus lässt sich die Ordermaske öffnen. TraderFox nennt auf der eigenen Broker-Seite vier Partner: comdirect, finanzen.net zero, CapTrader und den S Broker. Ein beliebiges Depot lässt sich nicht anbinden.

Der günstigste Weg führt über finanzen.net zero. Nach dem Verknüpfen des Depots laufen Kauf und Verkauf direkt aus der Software, nach Anbieterangabe ab 0 € Ordergebühren. Der Spread bleibt, und bei sehr kleinen Orders kommt ein Mindermengenzuschlag von einem Euro dazu.

Ein Hinweis für alle, die den Artikel von früher kennen. Der ältere Stand nannte hier den Broker finanzen.net mit einer festen Orderprovision aus der Zeit der onvista-Kooperation. Diese Konstellation gibt es nicht mehr. Heute heißt der angebundene Broker finanzen.net zero und rechnet anders ab.

Die App zum Trading-Desk

Es gibt zwei Apps, und der Unterschied ist der Zugang. Die Free-App bringt Realtimekurse, Live-Charts, Chart-Galerien, einen Newsticker und Marktberichte. Die PRO-App ergänzt genau das, was auch am Desktop kostet: die Scans und den Signalticker. Beide laufen unter iOS und Android.

Die App ist eine Ergänzung, kein Ersatz. Kurslisten und Alarme funktionieren unterwegs gut. Eine ernsthafte Chartanalyse auf einem Telefondisplay bleibt aber mühsam, unabhängig davon, wie gut die App gebaut ist.

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Vorteile und Nachteile des Trading-Desk

Nach der Durchsicht der Software und der Vertragsunterlagen bleibt ein gemischtes Bild. Der kostenlose Teil ist stärker als bei vielen Wettbewerbern, die Vertragsbedingungen sind es nicht. Hier beides nebeneinander.

Vorteile des Trading-Desk

  • Echte Realtimekurse ohne Kosten: Kurse, Charts und Kurslisten laufen in der Gratisversion in Echtzeit. Viele Portale zeigen dafür nur verzögerte Daten.
  • Keine Installation nötig: Die Software läuft im Browser und damit auf jedem Betriebssystem. Es gibt keine Windows-Bindung wie bei klassischen Analyseprogrammen.
  • Trefferquoten machen Signale vergleichbar: Der Trade Radar zeigt zu jedem Muster die jüngste Auslösungszahl und den Erfolgsanteil. Das ist mehr Transparenz, als die meisten Scanner bieten.
  • Handel direkt aus dem Chart: Mit einem angebundenen Depot öffnet sich die Ordermaske aus der Kursliste heraus, ohne Programmwechsel.
  • Wahl der Oberfläche: Dieselbe Software gibt es bei mehreren Anbietern. Du kannst das Umfeld nehmen, dessen Kursquellen und Zusatzfunktionen dir passen.

Nachteile des Trading-Desk

  • Mindestlaufzeit statt Monatsabo: Drei Monate Bindung sind die Regel, und ein Ausstieg davor ist laut AGB grundsätzlich nicht möglich. Wer testen will, zahlt den kompletten Zeitraum.
  • Automatische Verlängerung: Ohne Kündigung vier Wochen vor Ablauf läuft der Vertrag um dieselbe Dauer weiter. Diese Frist muss man sich selbst notieren.
  • Verwaiste Bestellwege: Auf tradingdesk.de führen alle Bestellen-Buttons zurück auf die Startseite. Wer dort kaufen will, findet keinen Weg und keinen Preis.
  • Werbliche Tonlage: Über den Buttons steht das Versprechen, die Software helfe, mehr Geld an der Börse zu verdienen. Ein Werkzeug kann das nicht zusagen, und kein seriöser Anbieter sollte es andeuten.
  • Wenige Broker: Nur vier Partner sind angebunden. Wer sein Depot woanders führt, nutzt den Desk als reines Analysewerkzeug.
  • Kein Backtest, kein Orderflow: Strategien lassen sich nicht historisch durchrechnen, und Tiefendaten fehlen. Für systematische Entwickler ist das zu wenig.

Fazit: für wen sich der Trading-Desk lohnt

Der Trading-Desk ist eine solide Browser-Software mit einem ungewöhnlich starken Gratisangebot. Wer nur Realtimekurse, Charts und Kurslisten sucht, bekommt hier ohne Kosten mehr als bei den meisten Finanzportalen. Für diese Nutzung ist der Desk eine klare Empfehlung, weil es schlicht nichts zu verlieren gibt.

Beim Abo wird die Rechnung enger. Bezahlt werden die Scans und die Echtzeit-Signale, und die lohnen sich nur, wenn du regelmäßig systematisch nach Kandidaten suchst. Wer zwei Trades im Monat macht, holt die Mindestlaufzeit nicht herein.

Zwei Punkte würde ich vor dem Abschluss klären. Erstens die Kündigungsfrist, die vier Wochen vor Laufzeitende liegt und sonst still verlängert. Zweitens die Frage, über welchen der Anbieter du buchst, denn Vertragspartner ist am Ende immer TraderFox, auch wenn oben ein anderes Logo steht.

Meine Einschätzung als langjähriger Anwender. Die Trefferquoten im Trade Radar sind das interessanteste Element dieser Software, weil sie eine Frage beantworten, die sonst offen bleibt: Funktioniert ein Muster gerade oder nicht. Man sollte diese Zahlen aber als Marktthermometer lesen und nicht als Handelssignal. Wer breiter vergleichen will, findet in unserer Übersicht zur Trading Software die Alternativen.

Häufige Fragen zum Trading-Desk

Was ist ein Trading Desk?

Der Begriff hat zwei Bedeutungen. In Banken und Fondsgesellschaften ist ein Trading Desk die Handelsabteilung, also der Arbeitsplatz der Händler. Im Privatanleger-Umfeld meint Trading-Desk dagegen ein konkretes Softwareprodukt der TraderFox GmbH, das als Börsensoftware im Browser läuft und unter anderem bei finanzen.net angeboten wird.

Wie viel kostet der Trading-Desk von TraderFox?

Das Basispaket kostet 29 € im Monat bei drei Monaten Mindestlaufzeit, zusammen 87 €. Es enthält den Trading-Desk, den Aktien-Screener, das Charting-Tool und das Signal-Werkzeug. Das Live-Trading-Research mit den Trading-Sektionen kostet separat 59 € im Monat, ebenfalls bei drei Monaten Laufzeit. Stand der Preise ist der 25. August 2026.

Gibt es einen kostenlosen Trading Desk?

Ja, die Grundversion ist dauerhaft gratis. Ohne Abo bekommst du Realtimekurse, Charts, Kurslisten, Chart-Galerien und Nachrichten. Kostenpflichtig sind die Echtzeit-Signale des Trader Wingman, die Aktien-Scans und die Live-Trading-Sektionen. Für eine reine Kursbeobachtung reicht die kostenlose Variante aus.

Wer steckt hinter dem finanzen.net Trading-Desk?

Entwickler und Betreiber ist die TraderFox GmbH aus Reutlingen. Das Impressum von tradingdesk.de nennt sie als verantwortliches Unternehmen, eingetragen beim Amtsgericht Stuttgart unter HRB 726117. finanzen.net stellt die Oberfläche und das Nutzerkonto, die Software selbst kommt von TraderFox. Dasselbe gilt für die Varianten bei onemarkets und der Börse Stuttgart.

Über welche Broker kann ich aus dem Trading-Desk handeln?

TraderFox nennt vier angebundene Broker: comdirect, finanzen.net zero, CapTrader und den S Broker. Über finanzen.net zero läuft die Order nach Anbieterangabe ab 0 € Gebühren, zuzüglich Spread und bei Kleinstorders einem Euro Mindermengenzuschlag. Depots bei anderen Banken lassen sich nicht anbinden.

Wie kündige ich das Trading-Desk-Abo?

Die Kündigung muss schriftlich und spätestens vier Wochen vor Ablauf der Laufzeit vorliegen. Erlaubt sind laut AGB E-Mail, Fax und Post. Ohne fristgerechte Kündigung verlängert sich der Vertrag automatisch um dieselbe Dauer. Eine Beendigung vor Ablauf der Mindestlaufzeit ist grundsätzlich nicht vorgesehen.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer von Kagels Trading. Er handelt seit 1978 diskretionär nach Price Action und arbeitet vor allem in Forex, Aktienindizes, Rohstoffen und Zinsmärkten. Software beurteilt er als Anwender, nicht als Entwickler oder Vertriebspartner.

Seine Arbeit hat die deutschsprachige Trading-Literatur mitgeprägt. Ende der 1980er übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte sowie verlegte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für einen Softwaretest bringt er die Perspektive des langjährigen Anwenders mit. Karsten hat über vier Jahrzehnte mit Chartsoftware gearbeitet, von Papiercharts bis zu heutigen Browser-Plattformen, und kennt den Unterschied zwischen einer beeindruckenden Funktionsliste und den wenigen Werkzeugen, die im Handelsalltag wirklich benutzt werden.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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