Wer heute nach iGenius sucht, sucht meistens nach einer von zwei Sachen. Entweder nach einer ehrlichen Einschätzung, bevor er Geld ausgibt. Oder nach einem Weg wieder heraus, weil das Abo monatlich weiterläuft. Beide Fragen haben sich im Jahr 2026 verschoben, weil das Unternehmen hinter iGenius umgebaut wurde. Der Anbieter heißt gesellschaftsrechtlich nicht mehr iGenius, und sein Schwerpunkt verschiebt sich weg vom Trading hin zu Wellness- und Lifestyle-Produkten.
Dazu kommt ein zweiter Vorgang, der in den meisten deutschsprachigen Texten über iGenius fehlt. Ende Dezember 2025 hat die polnische Wettbewerbsbehörde entschieden, dass das Direktvertriebsmodell des Unternehmens in Polen gegen das Verbot von Schneeballsystemen verstößt. Diese Entscheidung ist nicht rechtskräftig, das Unternehmen hat Berufung eingelegt. Sie ist trotzdem der bislang konkreteste behördliche Befund zu genau der Frage, die viele Leser umtreibt.
Ich habe iGenius nicht als Kunde getestet. Diese Einschätzung stützt sich auf die Pflichtveröffentlichungen des börsennotierten Mutterkonzerns, auf die Entscheidung der polnischen Behörde, auf die aktuellen Geschäftsbedingungen des Anbieters und auf öffentlich einsehbare Kundenstimmen. Wo ich etwas nicht überprüfen konnte, schreibe ich das hin. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
iGenius: das Wichtigste in 30 Sekunden
- iGenius heißt seit dem 19. Februar 2026 Conectiv LLC, bleibt aber Tochter der börsennotierten Investview, Inc. Die Marke iGenius ist auf der Website weiter sichtbar.
- Die polnische Behörde UOKiK hat am 29. Dezember 2025 ein Bußgeld von 14.668.589 Zloty verhängt, weil sie das Vertriebsmodell als Schneeballsystem einstuft. Das Unternehmen hat Berufung eingelegt, die Entscheidung ist nicht rechtskräftig.
- Der Anbieter veröffentlicht weder Preise noch eine Einkommensoffenlegung. Beides bekommst du nur über einen Vertriebspartner.
- Mitgliedschaften verlängern sich automatisch monatlich. Wer nicht mindestens drei Tage vorher kündigt, bekommt nichts zurück. Mehr dazu im Kosten-Abschnitt und beim Vergütungsplan.
Was ist iGenius?
iGenius ist ein Anbieter digitaler Finanzbildung, der seine Kurse und Tools über ein Multi-Level-Marketing-Netzwerk vertreibt und seit Februar 2026 gesellschaftsrechtlich Conectiv LLC heißt.
Das Unternehmen verkauft also keine Trades und keine Depots. Es verkauft Zugang zu Lerninhalten, dazu einige Analyse-Werkzeuge. Der Verkauf läuft nicht über Werbung, sondern über Menschen, die selbst Mitglied sind und dafür bezahlt werden, weitere Mitglieder zu gewinnen. Genau diese Konstruktion ist der Grund, warum sich Behörden mit dem Anbieter beschäftigen.
Multi-Level-Marketing bezeichnet eine Vertriebsform, bei der Verkäufer nicht nur am eigenen Umsatz verdienen, sondern auch an den Umsätzen der Leute, die sie angeworben haben.
Diese Vertriebsform ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt. Sie kippt erst dann ins Verbotene, wenn die Vergütung im Kern nicht mehr aus Produktverkäufen an echte Endkunden stammt, sondern aus dem Anwerben selbst. Wo genau die Grenze verläuft, entscheiden Gerichte und Aufsichtsbehörden, nicht Anbieter und auch nicht Rezensenten wie ich. Wie das Modell im Detail aussieht, zeigt der Abschnitt zum Trading Network Marketing.
| Firmierung | Conectiv LLC (bis 19.02.2026 iGenius, LLC) |
| Mutterkonzern | Investview, Inc., OTCQB: INVU |
| Europäische Einheit | iGenius Global LTD, Nordirland |
| Sitz laut Website | 459 North 300 West, Suite 15B, Kaysville, Utah 84037 |
| Konzernsitz | Haverford, Pennsylvania |
| Geschäftsmodell | Finanzbildung im Abo, Vertrieb über Multi-Level-Marketing |
| Preise | nicht öffentlich, nur über Vertriebspartner |
| Einkommensoffenlegung | nicht vorhanden |
| Behördlicher Stand | UOKiK-Bußgeld Dezember 2025, Berufung anhängig |
| Gerichtsstand laut AGB | Utah, USA |
Aus iGenius wird Conectiv: was sich 2026 geändert hat
Diesen Vorgang findest du in kaum einem deutschsprachigen Artikel, obwohl er in den Pflichtmeldungen des Mutterkonzerns steht. Am 19. Februar 2026 wurde die Tochtergesellschaft iGenius, LLC in Conectiv LLC umbenannt. Investview begründet das im Quartalsbericht mit einer strategischen Verschiebung weg von reiner Finanzbildung hin zu einem breiteren Angebot aus Gesundheit, Wellness und Lifestyle.
Wichtig ist die Unterscheidung, an der sich viele Berichte verheddern. Die Umbenennung betrifft die Gesellschaft, nicht sofort die Marke. Auf der Kundenseite steht im Juli 2026 weiterhin iGenius im Impressum und im Copyright. Der Login führt allerdings bereits in den Mitgliederbereich unter dem neuen Namen. Der Umbau läuft von innen nach außen.
Für dich als Interessent ist weniger der Name die Nachricht als die Richtung. Zum Konzern gehören inzwischen Einheiten für Kosmetik und Nahrungsergänzung, und im Produktkatalog steht mit XPLOREpro längst ein Reiseangebot neben den Trading-Kursen. Ein Anbieter, der sich vom Trading wegbewegt, wird als Trading-Ausbilder nicht besser, sondern beliebiger. Wer wegen der Märkte kommt, sollte das im Blick behalten.
Die Geschäftsbedingungen bestätigen den Schwenk ganz nebenbei. Sie regeln inzwischen Rückgabe und Versand physischer Produkte, samt Bedingung, dass die Ware ungeöffnet und in verkaufsfähigem Zustand sein muss. Für einen reinen Anbieter digitaler Kurse wäre so eine Klausel überflüssig.
iGenius oder Iyovia? Warum die beiden ständig verwechselt werden
Diese Abgrenzung ist nötig, weil im Netz seit 2025 zwei Firmen durcheinandergehen, die beide MLM-Trading-Ausbildung verkaufen und beide von der polnischen Behörde bestraft wurden. Es sind trotzdem zwei völlig getrennte Unternehmen, mit verschiedenen Eigentümern, verschiedenen Verfahren und einem sehr verschiedenen Schicksal.
| iGenius / Conectiv | Iyovia | |
|---|---|---|
| Mutterkonzern | Investview, Inc. | International Markets Live |
| Frühere Namen | Wealth Generators, Kuvera Global | iMarketsLive, IM Academy, IM Mastery Academy |
| Führung | Chad Garner | Chris und Isis Terry |
| US-Verfahren | keine FTC-Klage | FTC-Klage, 1,2 Milliarden Dollar Verbraucherschaden |
| Status | aktiv | MLM-Betrieb im Mai 2025 eingestellt |
| Bußgeld Polen | 14.668.589 Zloty, Berufung läuft | 9.483.604 Zloty, rechtskräftig |
Der Unterschied ist praktisch relevant und nicht bloß Namenskunde. Die spektakulären Meldungen über eine Milliardenklage der US-Handelsbehörde und über eingezogene Villen, Yachten und Uhren betreffen Iyovia. Die Behörde zählt in ihrer Mitteilung die früheren Namen dieses Falls ausdrücklich auf, und iGenius steht nicht darunter. Wer beides vermischt, schreibt einem Unternehmen ein Verfahren zu, das gegen ein anderes läuft. Die Vorgänge rund um den anderen Anbieter haben wir in den IM Mastery Academy Erfahrungen aufgearbeitet.
Umgekehrt gilt aber auch: iGenius ist deshalb nicht unbelastet. Der eigene Vorgang läuft nur in Europa statt in den USA, und er trifft den Kern des Geschäftsmodells.
MLM oder Schneeballsystem: ist iGenius seriös?
Diese Frage lässt sich seit Ende 2025 präziser beantworten als vorher. Bis dahin gab es vor allem Kundenstimmen, Warnhinweise und Indizien. Inzwischen liegt eine behördliche Entscheidung vor, die das Geschäftsmodell bewertet. Sie ist nicht das letzte Wort, weil das Verfahren noch läuft. Aber sie ist deutlich mehr wert als jede Sammlung von Meinungen.
Die Entscheidung der polnischen Behörde UOKiK
Am 29. Dezember 2025 hat die polnische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde UOKiK ihr Verfahren gegen iGenius abgeschlossen. Das Ergebnis fällt deutlich aus. Die Behörde stuft das Vertriebsmodell als verbotenes Schneeballsystem ein, verhängt ein Bußgeld von 14.668.589 Zloty, also rund 4 Millionen Dollar, und ordnet an, die beanstandete Praxis zu unterlassen.
Der Kern der Begründung: Der Vorteil aus der Teilnahme hing nach Einschätzung der Behörde vorrangig am Anwerben neuer Mitglieder, nicht am Verkauf oder Verbrauch von Produkten. Genau das ist die juristische Trennlinie zwischen erlaubtem Direktvertrieb und verbotener Pyramide.
Ein Schneeballsystem ist ein Vertriebsmodell, bei dem die Vergütung der Teilnehmer überwiegend aus den Einzahlungen neu angeworbener Mitglieder stammt statt aus dem Verkauf von Produkten an echte Endkunden.
Zur Einordnung gehört die andere Hälfte. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Investview hat im Februar 2026 Berufung beim zuständigen polnischen Gericht eingelegt, das Verfahren ist offen. Das Unternehmen widerspricht der Bewertung ausdrücklich und führt seinen Betrieb in Polen während des Verfahrens weiter. Bis ein Gericht entschieden hat, gilt der Vorwurf als nicht abschließend geklärt.
Zwei Dinge machen den Vorgang für deutschsprachige Leser trotzdem wichtiger, als eine polnische Entscheidung zunächst klingt. Erstens hat der Konzern für den Fall rund 3,90 Millionen Dollar zurückgestellt, rechnet also selbst mit einer Belastung. Zweitens stammt nach seinen eigenen Angaben der überwiegende Teil der Umsätze dieser Sparte aus der Europäischen Union. Polen ist damit kein Randmarkt, sondern ein Testfall, und der Konzern räumt in derselben Passage ein, dass weitere EU-Regulierer nachziehen könnten.
Was die SEC-Ermittlung wirklich ergeben hat
Hier muss ich eine Angabe korrigieren, die lange auch in diesem Artikel stand und die sich hartnäckig im Netz hält. Die Ermittlung der US-Börsenaufsicht gegen Investview ist abgeschlossen, und zwar seit Januar 2025.
Der Ablauf laut den Pflichtmeldungen des Konzerns: Die Behörde forderte im November 2021 Unterlagen an. Gegenstand war nicht die Trading-Ausbildung, sondern das inzwischen eingestellte Apex-Programm, bei dem Kunden Mining-Hardware kauften und an das Unternehmen zurückvermieteten. Am 17. Januar 2025 kam ein Vergleich zustande. Investview zahlte eine Geldbuße von 375.000 Dollar, ohne die Vorwürfe anzuerkennen oder zu bestreiten, und bezeichnet die Sache als erledigt.
Wer also liest, gegen Investview werde wegen irreführender Werbung ermittelt, liest etwas Veraltetes und inhaltlich Verschobenes. Das ändert nichts an der Bewertung des Vertriebsmodells. Es ändert aber, welches Verfahren man dem Unternehmen vorhalten kann.
Die Historie: von Wealth Generators zu Conectiv
Die Namenskette ist ungewöhnlich lang, und sie ist selbst ein Befund. Aus Wealth Generators wurde 2018 Kuvera, aus Kuvera 2021 iGenius, aus iGenius 2026 Conectiv. Vier Namen in acht Jahren, bei weitgehend gleichem Geschäftsmodell.
Der erste Wechsel folgte auf Ärger mit der US-Terminmarktaufsicht CFTC. Das Unternehmen hätte sich als Terminhandelsberater registrieren müssen und tat es nicht. Am Ende stand ein Vergleich über 150.000 Dollar. Unter dem Namen Kuvera verlagerte sich der Schwerpunkt von Forex zu Kryptowährungen, danach häuften sich Beschwerden über Auszahlungsprobleme.
Namenswechsel sind für sich genommen kein Beweis für irgendetwas. Unternehmen benennen sich aus vielen Gründen um. Auffällig wird das Muster erst dadurch, dass hier jeder Wechsel zeitlich dicht auf regulatorischen oder öffentlichen Druck folgte. Wer die Kette kennt, bewertet auch den aktuellen Wechsel zu Conectiv nüchterner.
Auch Judith Henke vom Handelsblatt sieht iGenius kritisch
Warnhinweise gibt es zudem von weiteren Stellen, etwa von den kanadischen Wertpapieraufsichten. Solche Investorenwarnungen sind keine Urteile. Sie sind ein Signal, dass sich Aufseher den Anbieter angesehen haben.
Wer auf Instagram oder TikTok nach dem Anbieter sucht, findet selten Chartanalyse. Er findet Lebensgefühl. Reisen, Laptop am Pool, ein Vokabular aus „Boss Lady“ und „Female Empowerment“. Auffällig ist, wie stark sich die Ansprache an junge Frauen richtet und wie sehr der Einstieg als Online-Business erzählt wird statt als Ausbildung.
Der Widerspruch dabei ist schlicht. Beworben wird ein Bildungsprodukt, gezeigt wird ein Einkommensversprechen. Und genau dieses Versprechen lässt sich nicht überprüfen, weil der Anbieter keine Einkommensoffenlegung veröffentlicht. In der MLM-Branche ist das der übliche Befund: Wo Zahlen offengelegt werden, verdient regelmäßig eine kleine einstellige Prozentzahl der Teilnehmer nennenswert etwas, viele machen Verlust.
Lesetipp: JIFU Akademie Erfahrungen
Zeitdruck im Verkaufsgespräch und ein Preis, den du erst im Erstgespräch erfährst, sind in dieser Branche kein Einzelfall. Ein weiteres dokumentiertes Beispiel ist das DeFinanztraining von Thorsten Koch.
Die Produkte von iGenius im Überblick
Der Anbieter listet aktuell neun Bausteine. Die Namen wirken technischer, als die Inhalte sind. Das ist der Überblick nach den Angaben auf der Produktseite:
| Produkt | Inhalt laut Anbieter |
|---|---|
| University | Grundlagen zu Forex, Krypto und Aktien |
| learnLIVE | Live-Webinare und Aufzeichnungen |
| MARKETpro | Kurse, Marktresearch, E-Books, Kalender |
| FOREXthrive | Research und Strategien für den Devisenmarkt |
| EQUITYprime | Research und Ausbildung für Aktien |
| CRYPTOcore | Einstieg in Kryptowährungen |
| smartFINANCE | Finanzgewohnheiten und Grundlagenwissen |
| MONEYpro | Schuldenabbau und Budgetplanung |
| XPLOREpro | vergünstigte Reisen und Urlaube |
Zwei Beobachtungen dazu. Der früher gelistete Baustein Sequalizer taucht öffentlich nicht mehr auf, ebenso wenig die Paketbezeichnungen aus der alten Preisliste. Und mit XPLOREpro steht ein Reiseprodukt gleichberechtigt neben der Marktausbildung. Für einen Anbieter, der sich als Trading-Ausbilder positioniert, ist das eine bemerkenswerte Gewichtung.
Stefan Kassing und das SK-Trading-System
Stefan Kassing ist ein Markt-Ausbilder bei iGenius und Urheber des sogenannten SK-Systems, das nur Mitgliedern der beiden teuersten Pakete zur Verfügung steht.
Das System ist einer der Gründe, warum deutschsprachige Interessenten überhaupt bei diesem Anbieter landen. Es wird als eigenständige Methode vermarktet, nicht als bloßer Kursbaustein. Wer im deutschsprachigen Raum auf iGenius stößt, stößt oft zuerst auf diesen Namen.
Die Kritik daran ist konkret. Der Finanz-YouTuber Neffets hat die teuerste Mitgliedschaft selbst gekauft und berichtet, die Inhalte des SK-Systems seien weitgehend selbsterklärend und oberflächlich. Diese Einschätzung deckt sich mit dem, was ich öffentlich einsehen konnte, ich habe das Material aber nicht selbst gekauft und kann es daher nicht aus eigener Anschauung beurteilen.
Endotech und die hypothetische Performance
Über eine Partnerfirma namens Endotech wurde Mitgliedern des teuersten Pakets ein algorithmischer Handelsansatz für Kryptowährungen angeboten. In der aktuellen öffentlichen Produktliste taucht Endotech nicht mehr auf, ob die Partnerschaft noch besteht, konnte ich nicht abschließend klären.
Der Befund von damals bleibt trotzdem lehrreich, weil er ein verbreitetes Muster zeigt. Auf der Anbieterseite standen Renditen von bis zu 1.000 Prozent, darunter ein Hinweis auf hypothetische Performance. Hypothetisch heißt: nachträglich berechnet, nicht mit echtem Geld erzielt. Bei der beworbenen Krypto-Strategie entfiel zudem fast der gesamte Zuwachs auf wenige Monate im Jahr 2021.
Hypothetische Performance bezeichnet Ergebnisse, die rechnerisch aus historischen Kursen abgeleitet wurden, ohne dass jemals reales Kapital mit dieser Strategie im Markt war.
Wer solche Kurven sieht, sollte immer zuerst nach dem Kleingedruckten suchen. Rückgerechnete Ergebnisse lassen sich so lange anpassen, bis sie überzeugen.
iGenius Kosten: was die Mitgliedschaft verlangt
Hier stößt jede ehrliche Recherche an eine Wand. Der Anbieter veröffentlicht keine Preise. Die Produktseite beschreibt neun Bausteine und nennt zu keinem eine Zahl. Konkrete Konditionen bekommst du erst im Anmeldeprozess über einen Vertriebspartner.
Das ist kein Zufall und kein technisches Versehen. Fehlende Preistransparenz ist in dieser Branche verbreitet, weil der Preis Teil des Verkaufsgesprächs bleiben soll. Für dich heißt das praktisch: Du kannst nicht vergleichen, bevor du mit jemandem sprichst, der am Abschluss verdient.
Die zuletzt öffentlich einsehbare Staffel kannte vier Pakete. Ich führe sie hier als historischen Stand auf, nicht als aktuelle Preisliste:
| Paket | Startgebühr | monatlich |
|---|---|---|
| CHOICE | 99 Dollar | 99 Dollar |
| SELECT | 299 Dollar | 99 Dollar |
| PREMIUM | 999 Dollar | 149,99 Dollar |
| ELITE | 1.499 Dollar | 174,99 Dollar |
Die polnische Behörde beziffert die Einstiegsgebühren in ihrer Entscheidung auf etwa 100 bis 1.500 Dollar, was zu dieser Staffel passt. Verbindlich ist trotzdem nur, was dir der Anbieter selbst schriftlich gibt.
Eines fehlt komplett und ist bei einem MLM-Anbieter der wichtigere Mangel. Es gibt kein Income Disclosure Statement. Die Rechtsdokumente umfassen Compliance-Hinweise, Richtlinien, Vertriebsvereinbarung, Datenschutz und Kaufbedingungen. Eine Offenlegung, wie viel Vertriebspartner tatsächlich verdienen, ist nicht darunter. Damit ist jede Verdienstaussage aus dem Umfeld dieses Anbieters von außen unüberprüfbar.
iGenius kündigen: Fristen, Fallen und Gerichtsstand
Diese Frage stellen auffällig viele Leser, und die Antwort steht in den Kaufbedingungen. Die Mitgliedschaft verlängert sich automatisch, und zwar jeden Monat ab dem Kaufdatum.
Die entscheidende Klausel betrifft die Frist. Wer eine Verlängerung nicht mindestens drei Tage vor dem Verlängerungstermin kündigt, bekommt für diesen Zeitraum keine Erstattung. Für den Erstkauf gilt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen ab Bestelldatum.
Zwei Punkte machen die Sache für Kunden aus dem deutschsprachigen Raum unangenehmer, als die Fristen klingen. Erstens ist der Ablauf rein digital organisiert, die Kündigung läuft über den Mitgliederbereich. Zweitens legen die Bedingungen als Gerichtsstand und anwendbares Recht Utah fest. Wer einen Streit durchfechten will, müsste das nach US-Recht tun. Die Bedingungen enthalten zwar eine Öffnungsklausel für zwingende Verbraucherrechte, praktisch ist die Hürde trotzdem hoch.
Dass Kündigungen ein wiederkehrendes Thema sind, zeigen die Kundenstimmen weiter unten. Auch eine deutsche Kanzlei berichtet öffentlich von wiederholten Anfragen zu Problemen bei der Beendigung des Abos. Diese Angabe stammt von einem Dienstleister, der an solchen Fällen verdient, weshalb ich sie als Hinweis führe und nicht als Beleg.
iGenius Vergütungsplan: die MLM-Strukturen unter der Lupe
Damit du dir deine eigene Meinung bilden kannst, ob es sich bei iGenius um ein Pyramidensystem handelt oder nicht, solltest du einen Blick auf das Vergütungsmodell geworfen haben.
Genau an diesem Punkt setzt auch die polnische Behörde an. Ihre Entscheidung stützt sich darauf, dass der Vorteil aus der Teilnahme vorrangig am Anwerben hing. Wenn du die folgenden Boni durchgehst, achte deshalb auf eine einzige Frage: Wofür genau fließt das Geld, für einen Verkauf an einen Endkunden oder für eine neue Person im Netz?
Denn grundsätzlich gilt: Unrealistisch hohe Vergütungspläne können auf unseriöse Geschäftsmodelle hinweisen.
Bei iGenius gibt es eine ganze Reihe an Bonis, die du ausbezahlt bekommst, wenn du erfolgreich neue Leute an Bord bringst. Hier eine kurze Übersicht über die wichtigsten davon:
Fast Start Bonus: Einmalige Vergütung bei Neuanmeldung eines Kunden (je nach Mitgliedschaft zwischen $25 und $200).
Rapid Fire Bonus: Schüttet jedes Mal $25 aus, wenn direkt geworbene Mitglieder ihre monatliche Mitgliedschaft erneuern.
Binär-Bonus: Binäres Punktesystem mit wöchentlicher, prozentualer Vergütung der schwächeren Downline.
Leaderboard Bonus: Jede Woche bekommen die 10 Mitglieder, die am meisten verkauft haben, einen Bonus, der zwischen $100 und $1.000 liegt.
X6 Bonus Pool: Alle 4 Wochen wird 1 % des globalen Umsatzes von iGenius an alle Mitglieder verteilt, die in diesem Zeitraum mindestens 6.000 Punkte generieren konnten (für den Abschluss einer „Elite“ Mitgliedschaft werden z.B. 1.000 Punkte vergeben).
X12 Bonus Pool: Alle 4 Wochen wird 3 % des globalen Umsatzes von iGenius an alle Mitglieder verteilt, die in diesem Zeitraum mindestens 12.000 Punkte generieren konnten.
Generational Match Bonus: Belohnt Mitglieder mit einem Prozentsatz an den Vergütungen, die von Mitgliedern in den untergeordneten Generationen verdient werden.
Wie sich erkennen lässt, ist das Vergütungsmodell von iGenius relativ komplex aufgebaut, was meiner Meinung nach kein gutes Zeichen ist. Zudem ist es übrigens in weiten Teilen mit dem System von MarketPeak identisch.
Bei MarketPeak handelt es sich um eine ähnlich aufgebaute Plattform, die vor einigen Jahren gegründet wurde und sich auf Schulungsinhalte im Krypto-Bereich konzentrierte. Zudem bot das Unternehmen eine hauseigene Kryptowährung ($PEAK) an, welche dort in Form von Paketen mit Preisen von bis zu $15.000 verkauft wurde. Auch hier konnten sich Kunden über das „binäre Vergütungssystem“ etwas hinzuverdienen, wenn sie neue Kunden anheuerten.
Da der PEAK-Kurs allerdings im Laufe der letzten 3 Jahre mehr als 99,99 % an Wert verlor, erlitten die meisten Investoren einen Totalverlust, denn: Ein Verkauf aller Token war durch den Locking-Mechanismus frühestens nach 2 Jahren möglich; also viel zu spät für die meisten.
Auffällig ist, was in dieser Aufzählung fehlt. Kein einziger dieser sieben Boni belohnt ausdrücklich den Verkauf an jemanden, der nur Kunde bleiben will. Jeder von ihnen setzt an Neuanmeldungen, Verlängerungen oder Punkteständen der Downline an. Das ist kein Beweis für ein Schneeballsystem, denn Punkte entstehen auch durch echte Käufe. Es zeigt aber, wohin die Anreize dieses Systems zeigen.
Welche Erfahrungen haben Kunden mit iGenius gemacht?
Bei MLM-Anbietern sind Kundenstimmen schwieriger zu lesen als sonst. Wer selbst im Vertrieb steckt, hat ein Interesse daran, dass der Anbieter gut dasteht. Umgekehrt schreiben Aussteiger oft im Ärger. Beides muss man mitdenken.
iGenius Erfahrungen bei Trustpilot
Auf Trustpilot liegen für den Anbieter derzeit rund 1.260 Bewertungen vor, der Durchschnittswert bewegt sich im mittleren Bereich. Interessanter als der Wert ist die Verteilung: Die Stimmen fallen auseinander, viele Höchstwertungen stehen einer erheblichen Zahl von Tiefstwertungen gegenüber.
Am aussagekräftigsten ist aber eine ganz andere Zahl. In den zurückliegenden zwölf Monaten kamen nur etwa 15 neue Bewertungen dazu. Bei über 1.200 insgesamt. Trustpilot weist zudem aus, dass der Anbieter zuletzt nicht aktiv zu Bewertungen eingeladen hat. Das spricht für eine Sparte, in der im deutschsprachigen Raum kaum noch Bewegung ist.
Inhaltlich wiederholen sich die Muster. In den positiven Stimmen fallen Worte wie „lebensverändernd“, ein Kunde berichtet, dank der Inhalte nie wieder arbeiten zu müssen. Solche Formulierungen sagen mehr über die Gruppendynamik als über die Lehrqualität. Daneben stehen nüchternere Stimmen, die von brauchbaren Grundlagen berichten.
In den negativen Bewertungen kehren drei Themen wieder: Abbuchungen nach der Kündigung, ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das Kunden als zu teuer empfinden, und die Beobachtung, dass sich alles ums Anwerben drehe. Ein Rezensent beschreibt die Struktur als sektenartig. Das ist die Wortwahl dieses Kunden, nicht meine Einordnung.
Weitere iGenius Erfahrungsberichte
Aussagekräftiger als Sternebewertungen fand ich die Videoberichte des Finanzkanals Neffets. Der Betreiber hat die teuerste Mitgliedschaft gekauft und die Inhalte durchgearbeitet, was ihn zu einer der wenigen belastbaren Quellen macht.
Sein Fazit fällt in drei Punkten kritisch aus. Die Forex-Inhalte blieben an der Oberfläche. In Videos wie Live-Webinaren gehe es überwiegend um Mindset statt um Handwerk. Und Zweifel oder Kritik seien in den Meetings nicht gern gesehen.
Der letzte Punkt ist der, bei dem ich als Ausbilder hellhörig werde. Eine Ausbildung, die Widerspruch nicht aushält, bildet nicht aus. Trading lebt davon, die eigene Sicht permanent gegen den Markt zu prüfen. Wer das im Lernumfeld verlernt, verliert es später am Konto.
Fazit: lohnt sich eine Mitgliedschaft bei iGenius?
Von einer Mitgliedschaft würde ich abraten, und die Gründe sind 2026 handfester als früher. Der wichtigste ist die Entscheidung der polnischen Behörde, die das Vertriebsmodell als Schneeballsystem einstuft. Sie ist nicht rechtskräftig, das Verfahren läuft. Aber sie ist der erste Befund einer europäischen Aufsicht, der genau die Frage betrifft, um die es hier geht.
Dazu kommen zwei Lücken, die für sich schon reichen würden. Weder was du zahlst noch was Vertriebspartner verdienen, ist öffentlich dokumentiert. Du kannst also weder vergleichen, was du zahlst, noch überprüfen, was andere verdienen. Beides erfährst du nur von jemandem, der an deinem Abschluss verdient. Bei einem Angebot, das mit finanzieller Selbstbestimmung wirbt, ist das ein Widerspruch.
Der Umbau zu Conectiv macht die Sache aus Trader-Sicht nicht besser. Ein Anbieter, der Reisen und Wellness neben die Marktausbildung stellt, wird als Ausbilder nicht schärfer, sondern unschärfer. Wer Handwerk lernen will, sucht besser dort, wo Handwerk das ganze Geschäftsmodell ist.
Fair bleiben muss man trotzdem an zwei Stellen. Es gibt reale Produkte, das ist kein reines Luftgeschäft. Und die spektakulären US-Verfahren mit Milliardenbeträgen betreffen einen anderen Anbieter, nicht diesen. Wer iGenius kritisiert, sollte es für die eigenen Vorgänge tun, nicht für fremde.
Wenn du in die Märkte willst, brauchst du kein Netzwerk, das an deiner Anmeldung verdient. Du brauchst eine Methode, ein Risikomanagement und Zeit. Ein Blick in eine strukturierte Trading-Ausbildung bringt dich weiter als jedes Paket mit Bonusplan.
Wie ein Anbieter ohne MLM-Struktur arbeitet, zeigt der Vergleich mit den Erfahrungen zur Ulrich Müller Wealth Academy.
Häufige Fragen zu iGenius
Heißt iGenius jetzt Conectiv?
Gesellschaftsrechtlich ja. Am 19. Februar 2026 wurde iGenius, LLC in Conectiv LLC umbenannt. Die Marke iGenius ist auf der Kundenwebsite weiterhin sichtbar, der Mitgliederbereich läuft aber bereits unter dem neuen Namen.
Ist iGenius ein Schneeballsystem?
Die polnische Behörde UOKiK hat das im Dezember 2025 so entschieden und ein Bußgeld von 14.668.589 Zloty verhängt. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig, das Unternehmen hat Berufung eingelegt und widerspricht der Bewertung. Endgültig geklärt ist die Frage damit noch nicht.
Was kostet iGenius im Monat?
Der Anbieter veröffentlicht keine Preisliste. Die zuletzt öffentlich einsehbare Staffel reichte von 99 bis 174,99 Dollar monatlich, dazu eine Startgebühr zwischen 99 und 1.499 Dollar. Verbindliche Konditionen bekommst du nur über einen Vertriebspartner.
Wie kündige ich meine iGenius Mitgliedschaft?
Die Mitgliedschaft verlängert sich automatisch jeden Monat. Du musst mindestens drei Tage vor dem Verlängerungstermin kündigen, sonst gibt es keine Erstattung. Für den Erstkauf gilt ein Widerrufsrecht von 14 Tagen.
Hat iGenius etwas mit Iyovia zu tun?
Nein. Das sind zwei getrennte Unternehmen. Iyovia gehörte zu International Markets Live und hieß früher iMarketsLive und IM Mastery Academy. Die Milliardenklage der US-Handelsbehörde betrifft Iyovia, nicht iGenius.
Wer ist Stefan Kassing?
Stefan Kassing ist Markt-Ausbilder bei iGenius und Urheber des SK-Trading-Systems, das nur den beiden teuersten Paketen offensteht. Ein Tester, der die Inhalte gekauft hat, beschreibt sie als weitgehend selbsterklärend.
Ist iGenius ein Broker?
Nein. Das Unternehmen ist kein Broker und kein Anlageberater, sondern verkauft Schulungsinhalte und Werkzeuge. Handeln musst du bei einem separaten Broker.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1978 als diskretionärer Price-Action-Trader. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte.
In den späten 1980er-Jahren übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und brachte dessen zehn Bücher ins Deutsche. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
iGenius hat er nicht als Kunde getestet. Die Bewertung stützt sich auf die Pflichtveröffentlichungen von Investview, die Entscheidung der polnischen Behörde UOKiK, die aktuellen Kaufbedingungen des Anbieters und öffentlich einsehbare Kundenstimmen. Es besteht keine Werbepartnerschaft und keine finanzielle Beteiligung.
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.





















