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Boersenpaar im Test: Premium Service, KI Quiny und Kosten (2026)

Zuletzt aktualisiert: 01. September 2026

|

19 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Hinter Boersenpaar stehen zwei Menschen, keine Redaktion. Laura und Bernd Jaworek werten Aktien aus und geben den Zugang zu ihren Analysen als Abonnement ab. Das Angebot heißt Premium Service. Dazu kommt eine selbst programmierte künstliche Intelligenz mit dem Namen Quiny, die die Watchlist des Anbieters rund um die Uhr überwacht.

Der Anbieter schreibt sich selbst ohne Umlaut. Auf der eigenen Seite steht durchgängig Boersenpaar, gesucht wird dagegen meist nach Börsenpaar. Gemeint ist beides Mal dasselbe Angebot. Für diesen Bericht habe ich die Anbieterseite, das Impressum, die AGB, die Produktseite und die Bewertungen bei Trustpilot ausgewertet. Ein eigenes Abo habe ich nicht abgeschlossen, und dieser Bericht ist keine Anlageberatung.

Du erfährst hier, was im Premium Service steckt und wo seine Grenzen liegen. Ich gehe auf die sechs Analysesäulen ein, auf die KI Quiny, auf Kosten und Kündigung und auf die Frage, was die BaFin-Registrierung des Anbieters tatsächlich aussagt. Am Ende steht eine Einordnung, für welche Anleger sich das Abo rechnet und für welche nicht. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Boersenpaar: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Wer dahintersteht: Boersenpaar ist das Angebot von Laura und Bernd Jaworek. Geführt wird es als Einzelunternehmen von Bernd Jaworek mit Sitz in Düsseldorf.
  • Was es kostet: Der Premium Service kostet 49,95 € pro Monat und ist monatlich kündbar. Eine Testphase gibt es nicht.
  • Was enthalten ist: Zugriff auf über 250 überwachte Aktienwerte, laut Anbieter über 1.000 Analysen im Mitgliederbereich und die KI Quiny.
  • Was die KI leistet: Quiny wertet Fundamentaldaten und Orderbuchdaten aus und leitet daraus Wahrscheinlichkeiten für einzelne Aktien ab. Eine geprüfte Trefferquote veröffentlicht der Anbieter nicht.
  • Was gratis bleibt: Der Marktausblick läuft sonntags live auf YouTube. Dazu kommen ein Podcast, wöchentliche DAX-Analysen und ein Terminkalender.
  • Für wen es nichts ist: Daytrader und Scalper werden hier nicht bedient. Die Analysen zielen auf mittel- bis langfristig orientierte Anleger.

Was ist das Boersenpaar?

Boersenpaar ist ein deutscher Analysedienst für Aktien, den das Ehepaar Laura und Bernd Jaworek betreibt. Der kostenpflichtige Premium Service verbindet Technische Analyse, Fundamentalanalyse und eine eigene künstliche Intelligenz namens Quiny zu Kurszielen und Risikoeinschätzungen für einzelne Aktienwerte.

Im Kern verkauft der Anbieter Investment Research, also fortlaufende Aktienauswertungen. Boersenpaar richtet sich dabei ausdrücklich an Privatanleger und an institutionelle Investoren. Die erklärte Mission lautet, die Aktienkultur in Deutschland zu stärken. Bernd Jaworek ist als Ersteller von Finanzanalysen bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) registriert. Was diese Registrierung wert ist und was nicht, ordne ich weiter unten ein.

Wer steckt hinter Boersenpaar?

Boersenpaar ist kein Unternehmen mit Redaktion, sondern ein Paar. Laura Jaworek ist Wirtschaftswissenschaftlerin, Bernd Jaworek ist Wirtschaftsingenieur und Wirtschaftswissenschaftler. Beide haben nach eigenen Angaben zuvor in der Automobilbranche und bei den Big Four gearbeitet, also bei den vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften. Heute leben sie nach eigener Aussage von den Märkten.

Das Boersenpaar besteht aus dem Ehepaar Bernd und Laura Jaworek
Bernd und Laura Jaworek: die beiden Gesichter hinter „Boersenpaar“

Die Erfahrungsangabe des Anbieters ist mit den Jahren gewachsen. Auf der Über-uns-Seite steht heute, das Analysesystem sei „im Laufe der letzten 16 Jahre“ entstanden. In älteren Fassungen war von 14 Jahren die Rede. Nachprüfbar ist keine der beiden Zahlen: Sie beruht auf einer Selbstauskunft, nicht auf einem Nachweis. Ein öffentlicher Trackrecord der Analysen, also eine nachvollziehbare Ergebnisliste, existiert nicht.

Boersenpaar: Adresse und Kontakt

Die Geschäftsadresse hat sich geändert. Ältere Berichte im Netz nennen noch einen Sitz in Hagen. Im aktuellen Impressum steht eine Adresse in Düsseldorf. Eingetragen ist dort keine GmbH, sondern Bernd Jaworek als natürliche Person. Eine Handelsregisternummer führt das Impressum nicht, nur eine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer.

  • Anbieter: Bernd Jaworek (Einzelunternehmen)
  • Geschäftsstelle: Königsallee 27, 40212 Düsseldorf
  • E-Mail: info@boersenpaar.de
  • Internet: boersenpaar.de
  • Umsatzsteuer-ID: DE332017916

Für dich als Kunde ist die Rechtsform kein Randdetail. Bei einem Einzelunternehmen haftet die Person mit ihrem Privatvermögen, es gibt aber auch keine Kapitalgesellschaft, die im Streitfall ansprechbar wäre. Wer ein Abo abschließt, schließt es mit einem Menschen ab, nicht mit einer Firma.

Boersenpaar Erfahrungen: was steckt in den Premium Analysen?

Das Herzstück des Angebots sind die Premium Analysen. Sie laufen unter dem Namen iAnalytics und verbinden nach Angaben des Anbieters drei Methoden: Technische Analyse, Fundamentalanalyse und die eigene KI. Ein Teil der Beiträge ist frei sichtbar, der Inhalt selbst bleibt Mitgliedern vorbehalten.

Die Inhalte der Premium Analysen im Überblick

Der Anbieter listet auf der Produktseite konkret auf, was du für dein Geld bekommst. Diese Punkte stammen unverändert von boersenpaar.de und sind Eigenangaben, keine geprüften Werte:

  • Live-Watchlist: über 250 Aktienwerte, die laut Anbieter von der KI Quiny überwacht werden.
  • Live-Updates: laufende Trendinformationen, Kursziele und eine Anzeige namens iBattery, die Chance und Risiko eines Wertes einordnen soll.
  • Analysefrequenz: mindestens eine, nach Anbieterangaben im Schnitt vier Analysen pro Handelswoche.
  • Archiv: laut Produktseite über 1.000 Analysen im Mitgliederbereich. Das Archiv ist laut AGB eine freiwillige Zusatzleistung und kann jederzeit eingestellt werden.
  • Portfolio Manager: ein Werkzeug zur Depotüberwachung, das ebenfalls nur Mitgliedern offensteht.
  • 1:1 Betreuung: direkter Kontakt bei Rückfragen, zusätzlich zu den wöchentlichen Livestreams.

Bei den Zahlen widerspricht sich der Anbieter selbst. Auf der Startseite stehen 252 Aktienwerte und „über 240 aktuelle Aktienanalysen“, auf der Über-uns-Seite 250 und „über 230“, auf der Produktseite über 250 und einmal 1.007, ein paar Absätze weiter unten aber noch 605. Offenbar sind alte Textbausteine stehen geblieben. Ich nenne deshalb die jeweils höchste aktuelle Angabe und weise darauf hin, dass keine dieser Zahlen von außen prüfbar ist.

Boersenpaar iAnalytics: die Aktienanalysen sind nur für Premium Mitglieder zugänglich
Die iAnalytics-Analysen sind frei auffindbar, der Inhalt bleibt hinter der Bezahlschranke (Stand: 31. August 2026)

Was den Premium Service von anderen Börsendiensten unterscheidet

Der Unterschied liegt weniger in den Methoden als in der Taktung. Technische und fundamentale Auswertungen bieten viele Anbieter. Boersenpaar hält seine Analysen dagegen laufend nach: Zu jedem besprochenen Wert soll immer eine aktuelle Fassung vorliegen, statt eine einmalige Einschätzung stehen zu lassen. Für einen Anleger, der eine Position über Monate hält, ist das der praktisch wichtigere Punkt.

Die Auswahl der Werte trifft der Anbieter. Mitglieder können in einer wöchentlichen Umfrage Wunschaktien nennen, entschieden wird aber vom Boersenpaar. Wer gezielt einen bestimmten Titel begleitet haben will, hat darauf keinen Anspruch.

Die sechs Säulen des Boersenpaar Analysesystems

Der Anbieter beschreibt sein Vorgehen als sechs Investment-Research-Säulen. Die folgende Aufstellung gibt wieder, was auf der Startseite steht. Es handelt sich um eine Selbstbeschreibung, nicht um ein offengelegtes Modell:

1. Künstliche Intelligenz: die KI Quiny

Quiny ist der Baustein, mit dem der Anbieter am stärksten wirbt. Das Modell wurde nach eigenen Angaben 2018 entwickelt und übernimmt die Rolle einer Co-Pilotin. Boersenpaar schreibt, die KI ersetze „Mitarbeiter im zweistelligen Bereich“ und mache die Analysen dadurch für Privatanleger bezahlbar.

2. Dual Analytics

Dual Analytics ist der Name für die Verbindung von Technischer Analyse und Fundamentalanalyse. Beide Methoden laufen nicht nebeneinander her, sondern sollen zu einem Ergebnis je Aktie führen. Unterstützt wird das durch Quiny.

3. Fundamentalanalyse

Die Fundamentalanalyse liefert den betriebswirtschaftlichen Teil. Ausgewertet werden Geschäftszahlen und ökonomische Rahmenbedingungen, um einen angemessenen Kurs für die jeweilige Aktie abzuleiten.

4. Technische Analyse

Die Technische Analyse liefert Trend, Kursziele und das Chance-Risiko-Verhältnis. Sie arbeitet am reinen Kursverlauf. Welche Werkzeuge dabei zum Einsatz kommen, legt der Anbieter nicht offen. Einen Überblick über die gängigen Instrumente findest du in unserem Beitrag zu den Tools der Technischen Analyse.

5. Risikomanagement

Risiko und Chance sollen bei jedem Wert gemeinsam eingeordnet werden. Dazu zählt Boersenpaar auch makroökonomische und geopolitische Entwicklungen. Wie du das Thema für dein eigenes Depot angehst, steht in unserem Beitrag zum Risikomanagement im Trading.

6. Kursziele

Aus den ersten fünf Säulen leitet der Anbieter konkrete Kursziele und Szenarien ab. Mitglieder erhalten dazu nach Angaben des Anbieters Live-Updates rund um die Uhr. Wie oft diese Ziele in der Vergangenheit erreicht wurden, wird nicht veröffentlicht.

Boersenpaar Analysesystem: die sechs Säulen im Überblick
Die sechs Säulen des Boersenpaar Analysesystems, wie der Anbieter sie selbst beschreibt

Wie funktioniert die KI „Quiny“ von Boersenpaar?

Quiny ist ein selbst entwickeltes KI-Modell von Bernd Jaworek. Es sammelt fortlaufend Fundamentaldaten und Orderbuchdaten zu über 250 Aktienwerten in einer Datenbank und berechnet daraus Wahrscheinlichkeiten für die weitere Kursentwicklung.

Am Anfang stand eine viel kleinere Aufgabe. Ursprünglich sollte das Modell nur die Watchlist der beiden Analysten im Blick behalten. Heute überwacht Quiny nach Anbieterangaben das gesamte Depot und speist den Portfolio Manager. Bernd Jaworek beschäftigt sich nach eigener Aussage seit seiner Jugend mit Informatik.

Technisch beschreibt der Anbieter klassisches maschinelles Lernen. Gemeint ist damit ein Verfahren, das aus vielen historischen Datenpunkten Muster ableitet, statt festen Wenn-dann-Regeln zu folgen. Als Eingangsdaten nennt Boersenpaar Fundamentaldaten und Daten aus den Orderbüchern, also den Listen offener Kauf- und Verkaufsaufträge an der Börse. In jeder Analyse steht dazu ein Statusbalken.

An dieser Stelle gehört die Grenze klar benannt. Es gibt keine offengelegte Methodik, keinen einsehbaren Backtest und keine veröffentlichte Trefferquote. Ob Quiny besser abschneidet als ein einfacher Trendfilter, lässt sich von außen nicht beurteilen. Wer eine geprüfte Statistik erwartet, bekommt sie hier nicht. Wie unterschiedlich KI-Werkzeuge im Trading arbeiten, zeigt unser Überblick zu KI im Trading.

Boersenpaar Kosten: das kostet der Premium Service

Der Boersenpaar Premium Service kostet 49,95 Euro pro Monat inklusive Umsatzsteuer. Das Abonnement läuft einen Monat und verlängert sich automatisch, solange es nicht gekündigt wird.

Der Preis ist gestiegen. Lange kostete das Abo 44,95 €, viele Berichte im Netz nennen diesen Wert bis heute. Auf der Produktseite und im Angebots-Markup der Seite stehen inzwischen 49,95 € pro Monat. Das sind rund 11 Prozent mehr und aufs Jahr gerechnet 599,40 €.

Boersenpaar Kosten: Premium Service für 49,95 Euro pro Monat
Die Produktseite weist den Premium Service mit 49,95 € pro Monat aus (Stand: 31. August 2026)

Enthalten ist der volle Zugang, nicht ein Teilpaket. Für den Monatsbeitrag bekommst du die Analysen, den Mitgliederbereich, den Portfolio Manager, die KI Quiny und die direkte Betreuung bei Fragen. Gestaffelte Tarife oder ein günstigeres Jahresabo gibt es nicht.

Kündigung, Laufzeit und Widerruf

Die Kündigungsfrist ist kurz, aber sie ist eine Frist. Nach den AGB mit Stand 31.12.2025 kannst du mit einer Frist von zwei Tagen zum Monatsende kündigen. Das geht per E-Mail, über das Kündigungsformular oder über die Kündigen-Funktion im Portal. Wer am 30. eines Monats kündigt, zahlt den Folgemonat also noch.

Der Zugang bleibt bis zum Ende der bezahlten Laufzeit bestehen. Das steht seit der AGB-Fassung von Ende 2025 ausdrücklich drin und ist eine Verbesserung gegenüber früher: In einer älteren Kundenbewertung wurde genau das Gegenteil kritisiert. Gesperrt wird erst nach Ablauf des bezahlten Zeitraums.

Beim Widerrufsrecht ist Vorsicht angebracht. Formal hast du als Verbraucher 14 Tage Zeit. Weil der Premium-Bereich sofort nach Vertragsschluss freigeschaltet wird und du dem im Bestellprozess ausdrücklich zustimmst, erlischt das Widerrufsrecht in der Regel unmittelbar. Praktisch heißt das: Nach dem ersten Login kommst du nicht mehr ohne Kosten aus dem Monat heraus. Ein Probeabonnement bietet der Shop nicht an.

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Ist Boersenpaar seriös? Was die BaFin-Registrierung wirklich aussagt

Eine BaFin-Registrierung als Ersteller von Finanzanalysen ist eine Anzeigepflicht, keine Zulassung. Die BaFin prüft die Qualität der Analysen nicht und beaufsichtigt die Anzeigeverpflichteten nicht laufend.

Der Hinweis im Impressum ist korrekt, wird aber oft falsch gelesen. Dort steht, dass Bernd Jaworek als Ersteller von Finanzanalysen bei der BaFin registriert ist. Registriert ist damit die Person, nicht ein Unternehmen. Wer daraus eine staatliche Prüfung des Angebots ableitet, liegt falsch.

Die Behörde sagt das selbst sehr deutlich. Auf ihrer Seite zu den institutsunabhängigen Erstellern von Anlageempfehlungen schreibt die BaFin, die Eintragung lasse „keine Rückschlüsse auf die Qualität der veröffentlichten Analysen zu“. Eine regelmäßige Prüfung sei nach § 86 Absatz 1 WpHG gar nicht vorgesehen. Anders als bei einer Bank steht hinter der Anzeige also keine Aufsicht über das Tagesgeschäft.

Nachprüfen lässt sich die Anzeige öffentlich nicht. Die BaFin veröffentlicht eine Liste der angezeigten Analysten, sie enthält aber ausdrücklich nur juristische Personen. Natürliche Personen führt die Behörde dort nicht auf, weil dafür die gesetzliche Grundlage fehlt. In der Liste mit Stand 28. Juli 2026 taucht Boersenpaar folgerichtig nicht auf. Das ist kein Negativbefund, sondern die Folge der Rechtsform.

Unabhängig vom einzelnen Anbieter lohnt ein Blick auf die Produktgattung. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg warnt seit Februar 2025 grundsätzlich vor kostenpflichtigen Aktienanalyse-Abos und Börsenbriefen. Ihr Argument: Es gebe keine Kennzahlen, mit denen sich dauerhaft überdurchschnittliche Renditen erzielen ließen. Namentlich nennt sie dabei andere Anbieter, nicht Boersenpaar. Der Punkt gilt trotzdem für jeden Dienst dieser Art, auch für diesen: Analysen sind Meinungen, keine Renditegarantie. Der Anbieter schreibt das in seinem Haftungsausschluss selbst.

Boersenpaar Bewertungen: das sagen Kunden auf Trustpilot

Der Schnitt ist hervorragend, die Grundlage ist dünn. Auf Trustpilot steht Boersenpaar bei 4,8 von 5 Sternen. Dahinter stehen allerdings nur 43 Bewertungen, davon 98 Prozent mit fünf Sternen und 2 Prozent mit einem Stern. Vier, drei und zwei Sterne kommen gar nicht vor.

Wichtiger als der Schnitt ist das Alter der Stimmen. Trustpilot weist aus, dass in den letzten zwölf Monaten eine einzige Bewertung eingegangen ist. Die jüngste stammt vom 10. Dezember 2025, ein großer Teil der übrigen aus April 2021, dem Monat, in dem das Profil angelegt wurde. Dazu kommt ein Hinweis des Portals selbst: Der Anbieter hat zuletzt keine Kunden zur Bewertung eingeladen, die Stimmen sind deshalb „möglicherweise nicht repräsentativ“.

Die Zahl der Bewertungen ist zudem gesunken. Unser Screenshot aus einer früheren Fassung dieses Berichts zeigt denselben Schnitt von 4,8, damals aber bei 53 Bewertungen. Heute sind es 43. Zehn Bewertungen sind also aus dem Profil verschwunden. Warum, geht aus dem Portal nicht hervor.

Boersenpaar Trustpilot Bewertungen mit 4,8 Sternen bei 53 Bewertungen
So sah das Trustpilot-Profil bei 53 Bewertungen aus. Aktuell sind es 43 Bewertungen bei unverändert 4,8 Sternen (Stand: 31. August 2026)

Die positiven Stimmen loben durchweg dieselben Punkte. Genannt werden die Verständlichkeit der Analysen, die Erreichbarkeit der beiden in den Livestreams und die Community. Mehrere Bewerter sind seit Jahren dabei, einer hebt ein Mitgliedertreffen 2025 in Wien hervor. Das deckt sich mit dem Bild eines kleinen Anbieters mit enger Kundenbindung.

Die einzige Ein-Stern-Bewertung ist inhaltlich interessant, aber überholt. Ein Kunde kritisierte im Juni 2021, mit der Kündigung seien ihm sofort alle Zugänge entzogen worden, obwohl er den Monat im Voraus bezahlt hatte. Genau dieser Punkt ist in den heutigen AGB anders geregelt: Der Zugang bleibt bis zum Ablauf der bezahlten Laufzeit bestehen. Der Kritikpunkt ist damit ausgeräumt, und das gehört fairerweise dazugesagt.

Ein Punkt bleibt trotzdem stehen. 43 Bewertungen, davon fast alle aus den ersten Monaten nach Profilstart, sind eine schmale Basis für eine Kaufentscheidung. Wer sich ein eigenes Bild machen will, schaut sich besser mehrere kostenlose Marktausblicke an, statt sich auf den Sternewert zu verlassen.

Vorteile und Nachteile des Boersenpaar Premium Service

Die folgende Gegenüberstellung fasst zusammen, was der Dienst leistet und wo er schwach ist. Sie stützt sich auf die Anbieterangaben, die AGB, die Produktseite und die öffentlich einsehbaren Bewertungen. Eine eigene Mitgliedschaft lag nicht vor.

Vorteile des Boersenpaar Premium Service

  • Analysen bleiben aktuell: Zu jedem besprochenen Wert soll eine laufend nachgezogene Fassung vorliegen, statt einer einmaligen Einschätzung.
  • Kurze Bindung: Das Abo läuft einen Monat und ist mit zwei Tagen Frist zum Monatsende kündbar. Keine Jahreslaufzeit, kein Paketzwang.
  • Direkter Draht: Die 1:1 Betreuung und die wöchentlichen Livestreams sind bei einem Zwei-Personen-Anbieter realistisch, bei großen Börsenbriefen nicht.
  • Großer kostenloser Teil: Marktausblick, DAX-Analysen, Podcast und Börsentermine kosten nichts. Du kannst den Stil vorher prüfen.
  • Klare Preisangabe: Der Preis steht offen auf der Produktseite. Kein Verkaufsgespräch, kein Preis erst nach Terminvereinbarung.

Nachteile des Boersenpaar Premium Service

  • Kein Trackrecord: Es gibt keine veröffentlichte Trefferquote und keinen einsehbaren Backtest. Die Leistung der KI Quiny lässt sich von außen nicht beurteilen.
  • Widerspruchsvolle Eigenangaben: Der Anbieter nennt an vier Stellen vier verschiedene Zahlen zu Analysen und überwachten Werten. Das erschwert jede Einordnung.
  • Widerruf praktisch ausgeschlossen: Weil der Zugang sofort freigeschaltet wird, erlischt das 14-Tage-Widerrufsrecht in der Regel direkt. Ein Probeabo gibt es nicht.
  • Dünne Bewertungsbasis: 43 Bewertungen auf Trustpilot, davon nur eine aus den letzten zwölf Monaten. Für eine Kaufentscheidung ist das wenig.
  • Nicht für kurzfristige Trader: Wer intraday handelt, findet hier weder Signale noch die passende Taktung.

Candlesticks Advanced: das Buch von Laura und Bernd Jaworek

Die beiden haben ein Fachbuch geschrieben, und zwar bei einem etablierten Verlag. „Candlesticks Advanced: Traden mit Setups und Wahrscheinlichkeiten“ erschien am 16. November 2021 im FinanzBuch Verlag in München. Das Hardcover hat 384 Seiten und trägt die ISBN 978-3-95972-449-4. Als Autoren stehen Bernd Peter Jaworek und Laura Jaworek auf dem Titel.

Inhaltlich geht es um Kerzenmuster und ihre Wahrscheinlichkeiten. Das Buch deckt diese Bereiche ab:

  • Grundlagen: Aufbau und Lesart von Candlestick-Charts, verständlich auch für Einsteiger.
  • Handbuch-Teil: ein systematisch aufgebauter Leitfaden für den eigenen Handel.
  • Programmierung: eine Ausgangsbasis für eigene Handelsalgorithmen.
  • Empirischer Teil: ermittelte Wahrscheinlichkeiten und das Chance-Risiko-Verhältnis der wichtigsten Formationen.
  • Kombinationen: die aus Sicht der Autoren wirksamsten Candle-Kombinationen.
Boersenpaar Buch Candlesticks Advanced von Bernd und Laura Jaworek
Das Buch umfasst 384 Seiten und erschien im November 2021 im FinanzBuch Verlag

Für wen das Buch nichts ist: Wer nur eine schnelle Übersicht der bekannten Formationen sucht, findet die auch kostenlos. Der Wert des Buchs liegt im statistischen Teil, und der setzt Bereitschaft zum Rechnen voraus. Erhältlich ist es bei Amazon für 34,99 € als Hardcover und 29,99 € als E-Book. Weitere Empfehlungen findest du in unserer Übersicht der besten Trading-Bücher.

Kostenlose Inhalte vom Boersenpaar: YouTube, Podcast und Marktausblick

Ein großer Teil des Angebots kostet nichts. Das ist der ehrlichste Weg, den Anbieter zu prüfen, bevor du Geld ausgibst. Vier Kanäle sind frei zugänglich:

  • Marktausblick auf YouTube: jeden Sonntag ein Livestream mit Einordnung zu DAX, S&P 500, Nasdaq und Rohstoffen. Der Kanal hat rund 5.990 Abonnenten und über 330 Videos (Stand: 31. August 2026).
  • DAX-Analysen: wöchentliche Auswertungen zum deutschen Leitindex auf der Anbieterseite, frei lesbar und mit eigener Überschrift je Kalenderwoche.
  • Podcast: Interviewformat mit Gästen aus Finanzjournalismus und Vermögensverwaltung, unter anderem Sandra Navidi und Frank Stocker. Zu hören auf Spotify, Apple Podcasts und Amazon Music.
  • Börsentermine: ein Kalender mit Quartalszahlen und Konjunkturdaten, ebenfalls ohne Anmeldung.

Auf Instagram läuft der Alltagskanal. Dort erreichen die beiden rund 30.000 Follower und posten kurze Einordnungen sowie anstehende Termine. Mittwochs gibt es nach Angaben von Kunden zusätzlich einen Live-Talk.

Für Daytrader ändert das nichts. Alle kostenlosen Formate sind auf die Wochensicht ausgelegt. Wer Daytrading oder Scalping betreibt, bekommt hier keine Vorlagen, sondern nur den großen Rahmen.

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Fazit zum Boersenpaar: lohnt sich der Premium Service?

Der Dienst passt zu Anlegern, die Aktien halten und nicht traden. Wer sich für den Aktienmarkt interessiert, aber die Zeit für eigene Auswertungen nicht aufbringt, bekommt hier fortlaufend gepflegte Analysen mit Kurszielen und einer Risikoeinordnung. Der Ansatz ist mittel- bis langfristig, und das wird auch so kommuniziert.

Für kurzfristige Trader ist das Angebot der falsche Ort. Es gibt keine Intraday-Signale und keine Taktung, die zu einem Handelstag passt. Wer scalpt, braucht etwas anderes.

Der Preis liegt im oberen Mittelfeld, und der Nachweis fehlt. 49,95 € im Monat sind für einen Zwei-Personen-Anbieter kein Schnäppchen, dafür bekommst du persönlichen Kontakt statt einer Massenredaktion. Der offene Punkt bleibt derselbe wie bei fast allen Börsendiensten: Es gibt keinen geprüften Trackrecord, an dem du die Qualität messen könntest. Das gilt ausdrücklich auch für die KI Quiny.

Mein Rat: erst zuschauen, dann zahlen. Sieh dir vier oder fünf Marktausblicke auf YouTube an und lies zwei, drei frei zugängliche DAX-Analysen. Wenn dir Herangehensweise und Ton liegen, ist das Abo wegen der kurzen Kündigungsfrist ein überschaubares Risiko. Wenn nicht, hast du nichts verloren. Wer weitere Anbieter vergleichen möchte, findet sie in unserer Übersicht der Trading-Experten.

FAQ zum Boersenpaar

Was ist das Boersenpaar?

Das Boersenpaar ist ein deutscher Analysedienst für Aktien, den das Ehepaar Laura und Bernd Jaworek betreibt. Beide sind Wirtschaftswissenschaftler und verbinden in ihrem Premium Service Technische Analyse, Fundamentalanalyse und eine eigene künstliche Intelligenz namens Quiny. Geführt wird das Angebot als Einzelunternehmen mit Sitz in Düsseldorf.

Heißt es Boersenpaar oder Börsenpaar?

Der Anbieter schreibt sich selbst durchgängig Boersenpaar, also ohne Umlaut. Auch die Domain lautet boersenpaar.de. Gesucht wird dagegen häufiger nach Börsenpaar. Beide Schreibweisen meinen dasselbe Angebot.

Was kostet der Boersenpaar Premium Service?

Der Premium Service kostet 49,95 € pro Monat inklusive Umsatzsteuer. Früher lag der Preis bei 44,95 €. Das Abo läuft einen Monat und verlängert sich automatisch. Eine Testphase oder ein Probeabonnement bietet der Anbieter nicht an.

Wie kann ich das Boersenpaar Abo kündigen?

Nach den AGB kündigst du mit einer Frist von zwei Tagen zum Monatsende. Möglich ist das per E-Mail, über das Kündigungsformular auf der Website oder über die Kündigen-Funktion im Portal. Der Zugang bleibt bis zum Ende der bezahlten Laufzeit bestehen und wird erst danach gesperrt.

Was ist im Boersenpaar Premium Service enthalten?

Enthalten sind nach Angaben des Anbieters:

– Live-Watchlist mit über 250 Aktienwerten
– laufende Updates mit Trendinformationen, Kurszielen und der iBattery
– im Schnitt vier fundamentale und technische Analysen pro Handelswoche
– Zugriff auf das Archiv mit laut Produktseite über 1.000 Analysen
– den Portfolio Manager und die KI Quiny
– direkte 1:1 Betreuung bei Fragen

Wie funktioniert die KI Quiny?

Quiny ist ein KI-Modell, das Bernd Jaworek selbst entwickelt hat. Es sammelt fortlaufend Daten aus der Fundamentalanalyse und aus den Orderbüchern in einer Datenbank und leitet daraus Wahrscheinlichkeiten für die Kursentwicklung einzelner Aktien ab. Eine geprüfte Trefferquote oder ein einsehbarer Backtest liegen nicht vor.

Ist Boersenpaar seriös?

Anbieter und Impressum sind vollständig und nachprüfbar, und die Kündigungsbedingungen sind kundenfreundlich. Die im Impressum genannte BaFin-Registrierung ist allerdings nur eine Anzeigepflicht und keine Zulassung: Die BaFin prüft die Qualität der Analysen ausdrücklich nicht. Was fehlt, ist ein öffentlicher Trackrecord, an dem sich die Ergebnisse messen ließen.

Eignet sich der Boersenpaar Premium Service für Daytrading?

Nein. Die Analysen sind mittel- bis langfristig ausgerichtet und erscheinen wenige Male pro Woche. Für Daytrading oder Scalping fehlen sowohl die Taktung als auch Intraday-Signale.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH. Er handelt seit 1978 aktiv und arbeitet als diskretionärer Price-Action-Trader in den Märkten Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsen. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Ende der 1980er Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte alle 10 Bücher des amerikanischen Trading-Autors, bekannt für den Ross-Haken und den Traders Trick Entry.

Trading-Ausbildungen beurteilt Karsten aus der Sicht eines Ausbilders. Er gibt seit 1998 selbst Seminare und Einzelschulungen und kennt damit beide Seiten des Tisches. Für diesen Bericht wurden die Anbieterseiten, das Impressum und die öffentlich zugänglichen Angaben zu Inhalten und Preisen an der Quelle geprüft.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

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