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Chartsekte Erfahrungen: Was die Mitgliedschaft kostet und was sie liefert

Zuletzt aktualisiert: 20. August 2026

|

9 Min

Karsten Kagels

Überprüft von

Karsten Kagels

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Die Chartsekte gehört zu den bekannteren deutschsprachigen Trading-Communitys. Wer nach ihr sucht, will meist drei Dinge wissen: was die Mitgliedschaft wirklich kostet, ob die Ausbildung ihr Geld wert ist und ob der Anbieter seriös arbeitet. Genau diese drei Fragen beantwortet dieser Artikel mit Zahlen, die am 14. August 2026 direkt beim Anbieter geprüft wurden.

Der Grund für die Prüfung ist einfach: bei Trading-Communitys veralten Preise und Vertragsbedingungen schneller als der Rest. Die Chartsekte hat ihre Preise seit der letzten Fassung dieses Artikels deutlich angehoben, das Kursangebot erweitert und die Vertragsdarstellung verändert. Wer sich auf alte Zahlen verlässt, plant mit dem falschen Budget.

Dieser Text stützt sich auf die Produktseiten des Anbieters, die aktuellen AGB, öffentliche Bewertungsportale und die kostenlosen Inhalte der Community. Ein Zugang zum kostenpflichtigen Mitgliederbereich lag nicht vor, und das steht an jeder Stelle dabei, an der es die Aussagekraft begrenzt. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Chartsekte: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Die Chartsekte ist eine kostenpflichtige Trading-Community von Adrian Rogl aus Regensburg, aufgebaut um Kurse, tägliche Live-Formate und einen Discord-Server.
  • Die Mitgliedschaft kostet 450 Euro pro Monat, 687 Euro pro Quartal oder 1.908 Euro pro Jahr, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Das Jahresmodell senkt den Monatspreis auf rund 159 Euro.
  • Bei der Vertragslaufzeit widerspricht sich der Anbieter selbst: Die Monatsmitgliedschaft heißt im Produkttitel „12 Monate Mindestlaufzeit“, während Seitentext und AGB eine jederzeitige Kündigung zusagen.
  • Vorausgezahlte Beträge werden laut AGB nicht anteilig erstattet, auch nicht bei vorzeitiger Kündigung. Beim Jahresabo bindet das bis zu 1.908 Euro.
  • Auf Trustpilot steht die Community bei 4,9 von 5 Punkten aus 311 Bewertungen, davon stammen allerdings nur 34 aus den letzten zwölf Monaten.
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Was ist die Chartsekte?

Die Chartsekte ist eine kostenpflichtige deutschsprachige Trading-Community, die Videokurse, tägliche Live-Webinare und einen betreuten Discord-Server zu einem Abonnement bündelt.

Der Name ist Programm und bewusst provokant gewählt. Hinter der Chartsekte steht kein Signaldienst, sondern ein Ausbildungsangebot: Mitglieder bekommen Videokurse zu technischer Analyse, Daytrading und Swingtrading, dazu Live-Formate an fünf Tagen die Woche. Der Anbieter grenzt sich ausdrücklich vom Copytrading ab, bei dem Kunden fremde Positionen einfach nachbauen.

Chartsekte Startseite der Trading-Community von Adrian Rogl
Die Chartsekte präsentiert sich als Netzwerk für Trader und Investoren.

Der Zugang läuft über ein Abo, nicht über einen einmaligen Kurskauf. Das ist der zentrale Unterschied zu klassischen Anbietern von Trading-Kursen: Wer aufhört zu zahlen, verliert den Zugang zu allen Inhalten, auch zu den bereits durchgearbeiteten Modulen. Für die Kostenrechnung ist das entscheidend.

Die Community selbst lebt auf Discord, einer kostenlosen Chat-Plattform. Dort laufen die Betreuung durch Mentoren, der Austausch unter Mitgliedern und die Ankündigungen zu den Live-Terminen. Ein Discord-Konto ist deshalb Voraussetzung, der Anbieter weist im Bestellprozess ausdrücklich darauf hin.

Discord ist ein kostenloser Chat- und Sprachdienst, über den Trading-Communitys ihre Mitglieder in Themenkanälen organisieren und Live-Betreuung anbieten.

Chartsekte im Steckbrief

AnbieterAdrian Rogl, Einzelunternehmer
SitzBurgweintinger Straße 9, 93055 Regensburg
Umsatzsteuer-IDDE330476764
Am Markt seitTrustpilot-Profil seit November 2020, YouTube-Kanal seit Juni 2021
AngebotVideokurse, tägliche Live-Webinare, Discord-Community, Marktausblicke
Preis450 Euro monatlich, 687 Euro quartalsweise, 1.908 Euro jährlich (inkl. MwSt.)
Kündigunglaut AGB jederzeit ohne Frist, keine anteilige Erstattung
ZugangWarteliste oder Direktkauf im Shop, Discord-Konto erforderlich
Kostenlos verfügbarTrading-Blog, Marktausblicke, Guides, Newsletter

Wer steckt hinter der Chartsekte?

Gründer und Gesicht der Community ist Adrian Rogl. Er ist zugleich als Mitgründer von Wir Lieben Aktien bekannt, einem Anbieter für Aktienanalysen, und veröffentlicht Beiträge auf investing.com. In der Chartsekte übernimmt er die Marktanalyse und das wöchentliche Hauptwebinar.

Adrian Rogl Autorenprofil auf investing.com mit Marktanalysen
Rogl veröffentlicht Analysen auch außerhalb der eigenen Plattform.

Rogl führt die Chartsekte als Einzelunternehmer, nicht als GmbH. Das steht so im Kopf der AGB vom 26. Januar 2026 und deckt sich mit dem Impressum, das keine Handelsregisternummer nennt. Für Kunden bedeutet das: Vertragspartner ist eine natürliche Person, die persönlich haftet.

Neben Rogl arbeiten zwei weitere Mentoren im Tagesgeschäft. Niclas Ulrich betreut das tägliche Live-Trading, Nicolas leitet das Format „Sektentreffen“ und den Mindset-Kurs. Die Ähnlichkeit der beiden Vornamen sorgt in der Community regelmäßig für Verwechslungen.

Öffentlich nachprüfbar ist vor allem die Analysearbeit. Der YouTube-Kanal zählt rund 9.540 Abonnenten bei 83 Videos, auf Instagram folgen der Community etwa 54.000 Menschen. Wer die Qualität vor einer Anmeldung einschätzen will, findet dort und in den kostenlosen Marktausblicken die beste Grundlage.

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Was kostet die Mitgliedschaft bei der Chartsekte?

Die Chartsekte nennt ihre Preise nicht auf der Startseite, sondern nur auf den einzelnen Produktseiten im Shop. Das ist der wichtigste Punkt vor einer Anmeldung, denn wer nur die Werbeseiten liest, erfährt die Beträge nicht. Alle folgenden Preise wurden am 14. August 2026 direkt im Shop geprüft.

ModellPreis (inkl. MwSt.)Pro Monat
Monatsmitgliedschaft450,00 Euro monatlich450 Euro
Quartalsmitgliedschaft687,00 Euro alle 3 Monaterund 229 Euro
Jahresmitgliedschaft1.908,00 Euro jährlichrund 159 Euro

Der Preisunterschied zwischen den Modellen ist erheblich. Wer monatlich zahlt, gibt im Jahr 5.400 Euro aus. Das Jahresabo kostet 1.908 Euro und liegt damit rund 3.492 Euro darunter. Der Rabatt ist der eigentliche Verkaufshebel des Anbieters.

Ein Trading-Abo bindet Kapital, das nicht mehr für den Handel zur Verfügung steht, und muss deshalb wie eine laufende Fixkostenposition kalkuliert werden.

Der Widerspruch bei der Vertragslaufzeit

An dieser Stelle widerspricht sich der Anbieter selbst, und der Punkt ist wichtig genug für einen eigenen Abschnitt. Die Monatsmitgliedschaft trägt im Produkttitel den Zusatz „12 Monate Mindestlaufzeit“. Direkt darunter steht auf derselben Produktseite der Satz „Monatlich kündbar.“

Die AGB stützen die zweite Variante. In Paragraf 8.1 heißt es, Abonnementverträge würden unbefristet geschlossen und könnten „jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist“ gekündigt werden. Rechtlich maßgeblich sind die AGB, die Produktbezeichnung bleibt trotzdem irreführend.

Der teurere Punkt steht in Paragraf 8.2: Bereits gezahlte Beträge werden „nicht, auch nicht anteilig“ erstattet. Wer ein Jahresabo für 1.908 Euro abschließt und nach zwei Monaten aufhört, bekommt also nichts zurück. Die Kündigung wirkt nur für die Zukunft.

Dazu kommt das Widerrufsrecht, das laut Paragraf 4.2 vorzeitig erlischt, sobald der Kunde dem sofortigen Zugang zustimmt. Das ist bei digitalen Produkten gesetzlich zulässig und branchenüblich, es bedeutet aber: Nach dem ersten Login gibt es keinen Rückzieher mehr.

Bei digitalen Inhalten erlischt das gesetzliche Widerrufsrecht vorzeitig, wenn der Käufer dem sofortigen Beginn der Leistung ausdrücklich zustimmt und diese Folge bestätigt.

Kurse, Webinare und Strategien im Überblick

Das Kursangebot ist seit 2024 deutlich gewachsen. Statt der früheren drei Daytrading-Stufen führt die Chartsekte heute sechs Kursstufen, die aufeinander aufbauen. Neu hinzugekommen ist vor allem ein eigener Kurs für nebenberufliches Swingtrading.

KursZielgruppeSchwerpunkt
Grundlagen Technische AnalyseAnfängerChartlesen, Trendanalyse
Weg des TradersAnfänger und FortgeschritteneMindset, Disziplin
Swingtrading nebenberuflichAnfänger und FortgeschritteneAktien, Krypto, Forex
Daytrading BasicsFortgeschrittene15-Minuten-Chart, Einstiege
Daytrading AdvancedFortgeschrittene und ProfisMinutenchart, Scalping
Daytrading ProfessionalProfisKontoskalierung, Prop Trading

Der Einsteigerkurs im Daytrading heißt „German Sniper“ und umfasst elf Module. Behandelt werden Trendfolge, Einstiegszonen, Marktsymmetrien, Risikomanagement und das Führen eines Handelsjournals. Die Fortsetzung „German Scalper“ arbeitet im Minutenchart.

Scalping bezeichnet einen Handelsstil, bei dem Positionen nur Sekunden bis wenige Minuten gehalten werden, um viele kleine Kursbewegungen mitzunehmen.

Chartsekte Kursmodule zur technischen Analyse in der Übersicht
Die Module des Grundlagenkurses zur technischen Analyse.

Der Professional-Kurs richtet sich an Trader mit Fremdkapital. Über dreizehn Module geht es um Kontoskalierung, Chartmuster, Trade-Management, Absicherung und die Risikoregeln von Prop-Trading-Anbietern. Wer in diese Richtung will, sollte die Regeln der Anbieter vorher kennen, etwa bei FTMO.

Prop Trading bedeutet, dass ein Trader nach bestandener Prüfung mit dem Kapital eines Handelshauses arbeitet und am Gewinn beteiligt wird, statt eigenes Geld einzusetzen.

Die Live-Formate

Der eigentliche Unterschied zu reinen Videokursen liegt in den Live-Terminen. Drei Formate laufen regelmäßig, und sie sind der Grund, warum das Angebot als Abo und nicht als Einmalkauf verkauft wird.

  • Chartwars: montags um 19:00 Uhr mit Adrian Rogl, Schwerpunkt Marktübersicht und Swingtrading über Indizes, Rohstoffe und Kryptowährungen.
  • Live-Trading: montags bis freitags mit Niclas Ulrich, gehandelt wird im Daytrading vor laufender Kamera.
  • Sektentreffen: montags bis freitags mit Nicolas, offene Runde für Fragen und Marktbesprechung.
Chartsekte Webinar-Übersicht mit den wöchentlichen Live-Terminen
Die Live-Formate laufen an fünf Tagen die Woche.

Dazu kommen fertige Handelsstrategien mit Backtests. Der Anbieter stellt sie als Playbooks bereit, also als dokumentierte Regelwerke mit historischer Auswertung. Ob eine Strategie im Echtgeldhandel trägt, zeigt allerdings erst der Vorwärtstest, nicht der Rückblick.

Ein Backtest prüft eine Handelsregel an historischen Kursdaten und zeigt, wie sie in der Vergangenheit abgeschnitten hätte, ohne einen Rückschluss auf künftige Ergebnisse zu erlauben.

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Chartsekte: Erfahrungen und Bewertungen

Die öffentliche Bewertungslage ist auffällig positiv. Auf Trustpilot kommt die Chartsekte auf 4,9 von 5 Punkten aus 311 Bewertungen, 96 Prozent davon vergeben die Höchstnote. Bei Google stehen 4,5 Punkte aus 24 Rezensionen.

Diese Zahlen brauchen Kontext, sonst führen sie in die Irre. Das Trustpilot-Profil ist seit November 2020 vom Unternehmen beansprucht, läuft über ein kostenpflichtiges Abonnement und trägt den Hinweis, dass der Anbieter seine Kunden aktiv um Bewertungen bittet. Das ist erlaubt und verbreitet, verschiebt die Verteilung aber systematisch nach oben.

Der zweite Punkt wiegt schwerer: Von den 311 Bewertungen stammen nur 34 aus den letzten zwölf Monaten. Rund neun von zehn Stimmen beschreiben also einen Stand, der teils Jahre zurückliegt und ein anderes Preisniveau betraf.

Was Mitglieder loben

Die positiven Stimmen nennen fast immer dieselben drei Punkte. Ein Kunde schreibt über das Team: „Das Team um Adrian ist einfach perfekt.“ Gelobt werden die Fachkompetenz der Mentoren, die Menge an Material und die Erreichbarkeit in der Community.

Auch erfahrene Trader äußern sich positiv. Ein Rezensent mit nach eigenen Angaben knapp dreißig Jahren Markterfahrung berichtet, er sei seit gut einem Jahr Mitglied und schätze vor allem den strukturierten Zugang zur Chartanalyse. Solche Stimmen sind für ein Ausbildungsangebot ein gutes Zeichen.

Was kritisiert wird

Die kritischen Stimmen sind selten, aber deutlich. Ein Kunde schreibt im Juli 2026: „Ich muss leider ehrlich sagen, dass die als Beispiele gezeigten Trades in den letzten Monaten fast alle zu Totalverlusten geführt haben.“ Derselbe Rezensent nennt den Preis als Hauptproblem und regt eine Anpassung für Bestandsmitglieder an.

Bemerkenswert ist die Herkunft dieser Bewertung. Trustpilot kennzeichnet sie als „Bewertung ohne vorherige Einladung“, während viele der Fünf-Sterne-Stimmen als eingeladen markiert sind. Wer die Bewertungslage einschätzen will, sollte deshalb gezielt die nicht eingeladenen Stimmen lesen.

Ein zweites Themenfeld sind die laufenden Kosten. Auch auf dem Bewertungsportal expertenmarkt.de tauchen die monatlichen Beträge als Kritikpunkt auf, ergänzt um vereinzelte Berichte über kurzfristig abgesagte Termine und schwankende Betreuungsqualität.

Vorteile und Nachteile der Chartsekte

Nach der Prüfung der Preise, Verträge und öffentlichen Inhalte ergibt sich ein gemischtes Bild. Das Angebot ist inhaltlich breit, die Kostenstruktur dagegen anspruchsvoll. Die folgende Gegenüberstellung fasst zusammen, was für und was gegen eine Mitgliedschaft spricht.

Vorteile der Chartsekte

  • Tägliche Live-Formate: an fünf Tagen die Woche, nicht nur aufgezeichnete Videokurse.
  • Sechs aufeinander aufbauende Stufen: vom Chartlesen bis zum Handel mit Fremdkapital.
  • Umfangreiche kostenlose Inhalte: die Qualität lässt sich vor der Anmeldung prüfen.
  • Klare Abgrenzung vom Copytrading: vermittelt wird eigenes Handwerk statt fertiger Signale.
  • Realistische Zeiterwartung: der Anbieter beschreibt die Ausbildung als Prozess über Jahre.
  • Ehrliche Vertragsgrundlage: die AGB schließen Renditeversprechen aus und weisen auf Verlustrisiken hin.

Nachteile der Chartsekte

  • Hohe laufende Kosten: 450 Euro im Monat übersteigen bei vielen Konten den realistischen Monatsertrag.
  • Preise erst im Shop: auf den Werbeseiten stehen keine Beträge.
  • Widersprüchliche Laufzeitangabe: Produkttitel, Seitentext und AGB sagen Unterschiedliches.
  • Keine anteilige Erstattung: vorausgezahlte Beträge sind auch bei Kündigung verloren.
  • Zugang endet mit dem Abo: bereits durchgearbeitete Kurse bleiben nicht verfügbar.
  • Alte Bewertungsbasis: nur 34 der 311 Trustpilot-Stimmen stammen aus dem letzten Jahr.
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Ist die Chartsekte seriös?

Auf die Kernfrage gibt es eine sachliche Antwort: Es gibt keine Hinweise auf unseriöse Praktiken. Anbieter, Impressum und AGB sind vollständig und aktuell, das Angebot wird geliefert, und die Erwartungshaltung wird nicht künstlich hochgeschraubt.

Mehrere Punkte sprechen ausdrücklich für den Anbieter. Die AGB stellen in Paragraf 2.1 klar, dass ein konkreter Erfolg wie eine bestimmte Rendite nicht geschuldet ist. Paragraf 2.2 weist darauf hin, dass die Inhalte keine Anlageberatung darstellen und ein Totalverlust möglich ist. Solche Formulierungen fehlen bei zweifelhaften Anbietern regelmäßig.

Auch die Selbstdarstellung bleibt im Rahmen. Auf der Kursseite steht der Hinweis, dass die meisten Anleger und besonders Daytrader beim Handel Geld verlieren. Wer schnellen Reichtum verspricht, schreibt solche Sätze nicht.

Zwei Punkte gehören trotzdem auf den Tisch. Erstens die Preistransparenz: Beträge tauchen erst tief im Bestellprozess auf. Zweitens die Logo-Leiste „bekannt aus“, die neben investing.com und finanzen.net auch CapTrader und FTMO zeigt. Das sind keine Medien, sondern Unternehmen aus der Branche.

Dazu passt ein Befund aus dem eigenen Blog des Anbieters. Im eigenen Blogbeitrag über seriöse Broker führt der Link zu CapTrader eine Partnerprogramm-Kennung mit. Die Chartsekte verdient an solchen Empfehlungen also mit. Das ist völlig legal und im Finanzbereich Standard, gehört aber zur Einordnung dazu, wenn ein Anbieter Broker empfiehlt.

Ein Affiliate-Link ist ein Empfehlungslink mit Kennung, über den der Empfehlende eine Provision erhält, sobald der Leser beim verlinkten Anbieter ein Konto eröffnet.

Wie funktioniert die Anmeldung bei der Chartsekte?

Der Weg in die Community hat sich verändert. Früher lief der Zugang ausschließlich über eine Warteliste mit angekündigten Freischaltterminen, den sogenannten Drops. Dieses Modell wird nicht mehr gepflegt: Auf der Wartelistenseite stand im August 2026 noch der Termin vom 14. Dezember 2025.

Praktisch führen heute zwei Wege hinein. Der erste ist die weiterhin bestehende Warteliste, deren Eintragung kostenlos und unverbindlich ist. Der zweite ist der direkte Kauf über die Produktseiten im Shop, der ohne Warten funktioniert.

Chartsekte Anmeldung über die Warteliste mit Name und E-Mail-Adresse
Die Wartelisten-Anmeldung verlangt nur Name und E-Mail-Adresse.

Vor dem Kauf ist ein Discord-Konto nötig. Der Anbieter fordert im Bestellprozess ausdrücklich den Discord-Nutzernamen, weil die Freischaltung darüber läuft. Wer noch kein Konto hat, legt es vorher an.

Die frühere Verknappungslogik ist damit weitgehend entfallen. Das ist für Interessenten eine gute Nachricht, weil der Zeitdruck aus der Kaufentscheidung verschwindet. Trotzdem lohnt der Blick auf die kostenlosen Inhalte, bevor abgebucht wird.

Die Chartsekte auf Social Media

Die kostenlosen Kanäle sind der beste Qualitätstest vor einer Anmeldung. Sie zeigen, wie die Mentoren Märkte lesen und erklären, und sie kosten nichts außer Zeit.

  • YouTube: rund 9.540 Abonnenten bei 83 Videos, überwiegend Marktanalysen und Aufzeichnungen aus den Live-Formaten.
  • Instagram: etwa 54.000 Follower bei 677 Beiträgen, kurze Videos zu Setups und Chartmustern.
  • Telegram: kostenlose Webinar-Ankündigungen und Handelsideen.
  • TradingView: veröffentlichte Chartanalysen, prüfbar über das Profil der Community auf der Charting-Plattform.
Chartsekte YouTube-Kanal mit Marktanalysen und Aufzeichnungen
Der YouTube-Kanal ist der einfachste Qualitätstest vor einer Anmeldung.

Der YouTube-Kanal hat sich seit der letzten Prüfung stark entwickelt. Aus 21 Videos sind 83 geworden, die Abonnentenzahl hat sich mehr als verdreifacht. Wer Adrian Rogls Analysestil einschätzen will, findet dort die längsten und inhaltlich dichtesten Formate.

Für wen lohnt sich die Chartsekte?

Die Antwort hängt weniger vom Erfahrungsstand ab als von der Kontogröße. Bei 450 Euro monatlich oder 1.908 Euro im Jahr muss das Handelskonto groß genug sein, damit die Gebühr nicht den gesamten Ertrag auffrisst.

Eine einfache Rechnung macht das greifbar. Wer 5.000 Euro handelt und ein Jahresabo für 1.908 Euro zahlt, muss allein 38 Prozent Rendite erwirtschaften, um die Ausbildungskosten wieder einzuspielen. Bei einem Konto von 50.000 Euro sind es knapp 4 Prozent. Die gleiche Gebühr ist im ersten Fall unrealistisch und im zweiten vertretbar.

Sinnvoll ist das Angebot damit vor allem für zwei Gruppen. Erstens für Trader mit ausreichend Kapital, die eine strukturierte Ausbildung mit täglicher Begleitung suchen. Zweitens für Fortgeschrittene, die seit Jahren nicht profitabel handeln und Feedback von außen brauchen.

Weniger sinnvoll ist es für zwei andere Gruppen. Anfänger mit kleinem Konto zahlen einen erheblichen Teil ihres Kapitals für die Ausbildung, bevor sie überhaupt handeln. Und wer nur nach fertigen Trading-Signalen sucht, ist hier falsch, weil das Angebot bewusst auf eigenes Handwerk setzt.

Wer den Markt zuerst breiter vergleichen will, findet in unserer Übersicht zur Trading-Ausbildung die Preisspannen anderer Anbieter. Für den Einstieg ohne Budget führt der Weg über Traden lernen.

Lesetipp: Trading-Coaching: Kosten, Nutzen und Warnsignale

Fazit: solide Ausbildung zu einem Preis, der zur Kontogröße passen muss

Die Chartsekte macht inhaltlich einen guten Eindruck. Sechs aufeinander aufbauende Kursstufen, tägliche Live-Formate und eine aktive Community sind mehr, als die meisten Anbieter im deutschsprachigen Raum liefern. Die kostenlosen Marktausblicke und der YouTube-Kanal stützen diesen Eindruck, weil sich dort die Analysequalität ohne Risiko prüfen lässt.

Der Preis ist der entscheidende Punkt. 450 Euro im Monat oder 1.908 Euro im Jahr sind kein Nebenbei-Betrag, und der Anbieter nennt sie erst spät im Bestellprozess. Wer sich anmeldet, sollte vorher rechnen, wie viel Rendite sein Konto braucht, um die Gebühr zu tragen.

Zwei Punkte gehören klar benannt. Die widersprüchliche Angabe zur Mindestlaufzeit zwischen Produkttitel und AGB verunsichert ohne Not, und der Ausschluss einer anteiligen Erstattung trifft ausgerechnet die Kunden, die im Voraus am meisten zahlen. Beides ist zulässig, gehört aber vor die Kaufentscheidung.

Unterm Strich bleibt ein ernstzunehmendes Ausbildungsangebot ohne Renditeversprechen. Für Trader mit ausreichend Kapital und der Bereitschaft, über Jahre zu lernen, kann sich die Mitgliedschaft rechnen. Für kleine Konten ist sie zu teuer, und daran ändert auch die gute Bewertungslage nichts.

Häufige Fragen zur Chartsekte

Was kostet die Chartsekte im Monat?

Die Monatsmitgliedschaft kostet 450 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Günstiger wird es über längere Abrechnungsperioden: Das Quartalsabo kostet 687 Euro und entspricht rund 229 Euro monatlich, das Jahresabo kostet 1.908 Euro und entspricht rund 159 Euro monatlich. Stand der Preise ist der 14. August 2026.

Kann man die Chartsekte jederzeit kündigen?

Laut AGB ja. Paragraf 8.1 sieht unbefristete Verträge vor, die ohne Kündigungsfrist endbar sind. Die Produktbezeichnung der Monatsmitgliedschaft nennt allerdings eine „12 Monate Mindestlaufzeit“, was dem widerspricht. Wichtig ist Paragraf 8.2: Bereits gezahlte Beträge werden nicht anteilig erstattet.

Ist die Chartsekte seriös?

Es gibt keine Hinweise auf unseriöse Praktiken. Impressum und AGB sind vollständig, der Anbieter schließt Renditeversprechen ausdrücklich aus und weist auf Verlustrisiken hin. Kritisch zu sehen sind die fehlende Preistransparenz auf den Werbeseiten und die widersprüchliche Laufzeitangabe.

Für wen ist die Chartsekte geeignet?

Für Trader, deren Konto die Gebühr trägt. Bei 1.908 Euro Jahresbeitrag muss ein Konto von 5.000 Euro rund 38 Prozent Rendite erwirtschaften, um die Kosten zu decken, ein Konto von 50.000 Euro dagegen nur etwa 4 Prozent. Für Anfänger mit kleinem Kapital ist das Angebot deshalb meist zu teuer.

Welche Kurse bietet die Chartsekte an?

Sechs Stufen, die aufeinander aufbauen. Sie reichen von den Grundlagen der technischen Analyse über Mindset und nebenberufliches Swingtrading bis zu drei Daytrading-Stufen, deren höchste sich an Trader mit Fremdkapital richtet.

Was passiert nach einer Kündigung mit den Kursen?

Der Zugang endet mit dem Abonnement. Die Inhalte werden nach Paragraf 7.1 der AGB nur für die Vertragslaufzeit zur Nutzung überlassen. Wer kündigt, verliert also auch den Zugriff auf bereits durchgearbeitete Module.

Über den Autor: Bjarne Claussen

Bjarne Claussen ist seit 2018 im Trading aktiv und schreibt als Autor für Kagels Trading zu den Schwerpunkten Prop Trading, KI- und Algo-Trading, Kryptowährungen, Makroökonomie und Fundamentalanalyse.

Als Algo-Trader handelt er selbst primär Rohöl und den S&P 500. Sein Fokus auf systematische, datengetriebene Handelsansätze ergänzt die diskretionäre Trading-Perspektive bei Kagels Trading und bildet die Grundlage seiner kritischen Bewertungen von Trading-Software und Strategien.

Für diesen Artikel hat er die Preise und Vertragsbedingungen der Chartsekte direkt im Shop und in den AGB geprüft, statt sie aus Werbeseiten zu übernehmen. Dabei traten die Preiserhöhung gegenüber der Vorfassung, der Widerspruch bei der Mindestlaufzeit und der Ausschluss anteiliger Erstattungen zutage.

Dieser Artikel wurde von Karsten Kagels final geprüft.

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