Wer allein vor dem Chart sitzt, trifft seine Entscheidungen ohne Gegenrede. Genau da setzen Trading-Communities an: Sie liefern eine zweite Meinung, bevor die Order rausgeht. Projekt30 ist einer der bekannteren deutschsprachigen Anbieter in diesem Feld und wirbt mit täglichen Marktausblicken und einem gemeinsamen Chatroom.
Hinter dem Angebot steht Marius Schweitz aus Lübeck. Er betreibt Projekt30 als Einzelunternehmer, zusammen mit einem zweiten Analysten. Das Angebot besteht heute aus zwei Bausteinen: einem kostenpflichtigen Premium-Chatroom und einem täglichen Newsletter. Dazu kommt ein YouTube-Kanal, der komplett kostenlos ist.
Dieser Erfahrungsbericht zeigt dir, was Projekt30 heute wirklich bietet, was die einzelnen Zugänge kosten und wo die Schwächen liegen. Wir haben Angebot, Preise und Impressum direkt beim Anbieter geprüft. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.
Projekt30 Erfahrungen: das Wichtigste in 30 Sekunden
- Was es ist: Eine deutschsprachige Trading-Community von Marius Schweitz rund um Dax, Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 sowie Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle.
- Was es kostet: Der Premium-Chatroom kostet 39 Euro im Monat, der Newsletter 20 Euro im Monat oder 55 Euro für drei Monate. Es gibt keine automatische Verlängerung.
- Was überzeugt: Täglicher Ausblick am Vorabend, automatische Mustererkennung im Premium-Cockpit und ein kostenloser YouTube-Kanal mit rund 9.900 Abonnenten.
- Was fehlt: Keine kostenlose Testphase, Support nur per Direktnachricht und keine unabhängigen Bewertungen auf Portalen wie Trustpilot.
Was ist Projekt30?
Projekt30 ist eine deutschsprachige Trading-Community, in der Indizes, Aktien, Rohstoffe und Edelmetalle in einem gemeinsamen Chatroom analysiert und besprochen werden. Betreiber ist der Lübecker Einzelunternehmer Marius Schweitz.
Der Schwerpunkt liegt auf den großen Indizes: Dax, Dow Jones, Nasdaq 100 und S&P 500. Dazu kommen Einzelaktien, Rohstoffe, Edelmetalle und Bitcoin. Die Analysen sind klassische Chartanalyse, also Arbeit an Kursverlauf und Formationen, keine Fundamentaldaten.
Im Impressum steht Marius Schweitz mit Anschrift in Lübeck und Umsatzsteuer-ID. Er ist damit als Anbieter klar identifizierbar, was in dieser Branche nicht selbstverständlich ist. Die Analysen im Chat und auf YouTube kommen von Marius und einem zweiten Analysten namens Marc.
Der Premium-Chatroom ist das Herzstück. Hier laufen tagsüber Updates in Echtzeit, am Abend folgt der Ausblick für den nächsten Handelstag. Mitglieder können eigene Chartanalysen anfragen und sich mit anderen Tradern austauschen. Wer berufstätig ist, liest abends nach, statt live dabei zu sein.
Zum Premium-Zugang gehört ein Cockpit mit automatischer Formationserkennung. Es meldet PopGuns, Wolfe Waves sowie aufsteigende und absteigende Broadening Wedges in Indizes und FX-Paaren. Dazu kommt ein RR-Track-Scanner für Dax und US-Indizes, der bei erkannten Mustern ein akustisches Signal gibt.
Der Newsletter ist die abgespeckte Variante für Berufstätige. Er enthält den Marktausblick am Abend und Intraday-Updates zu Dax, US-Indizes sowie ausgewählten Aktien, Metallen und Währungspaaren, sofern es dort ein Setup gibt. Der Newsletter lief früher über die eigene Adresse projekt30.blog, die inzwischen auf die Hauptseite weiterleitet.
Abonnenten können sich über eine Newsletter-App sowie per WhatsApp und Telegram in Echtzeit benachrichtigen lassen. Damit bekommst du neue Beiträge aufs Handy, ohne den Chatroom mitlesen zu müssen.
Projekt30 Erfahrungen: das sagen Nutzer über die Trading-Community
Die Belegkette ist bei Projekt30 dünn. Auf Trustpilot existiert kein Profil für den Anbieter, auf den üblichen Software-Bewertungsportalen ebenfalls nicht. Damit fehlt genau die Quelle, die bei einem Börsendienst am meisten zählt: unabhängige Rückmeldungen außerhalb der eigenen Kanäle.
Was es gibt, sind Bewertungen auf der eigenen Facebook-Seite. Dort stehen 19 Bewertungen mit durchgehend voller Punktzahl. Diese Zahl solltest du vorsichtig einordnen: 19 Stimmen auf einer vom Anbieter selbst verwalteten Seite sind keine belastbare Stichprobe. Wer unzufrieden ist, kündigt meist still und schreibt nichts.
Inhaltlich wiederholt sich in den Rückmeldungen ein Punkt: die Qualität der täglichen Analysen zu Dow und Dax. Gelobt werden die ausführliche Erklärung und die Charts. Ein Nutzer schreibt, die Analysen seien „umfassend, gut erklärt” und die Charts überzeugend. Ein zweiter Punkt ist der ruhige Ton der Ausblicke, ohne reißerische Gewinnversprechen.
Unsere eigene Einschätzung deckt sich damit nur teilweise. Die fachliche Arbeit wirkt solide und nachvollziehbar. Was fehlt, ist eine dokumentierte Ergebnis-Historie. Projekt30 veröffentlicht keine nachprüfbare Aufstellung von Trades oder Trefferquoten. Du kaufst also Analyse und Austausch, nicht ein belegtes Ergebnis. Das ist bei Börsendiensten verbreitet, bleibt aber ein Punkt, den du vor dem Abo kennen solltest.
Projekt30 Kosten: diese Preise ruft die Community auf
Projekt30 verlangt keine Aufnahmegebühr und keine Mindestlaufzeit über das Abo hinaus. Es gibt heute zwei Zugänge, die sich in Umfang und Preis unterscheiden. Ein früher separat angebotener Leserstream-Chat wird nicht mehr als eigenes Modell geführt. Ein vergleichbar günstiges Chat-Abo führt sharedealsPlus, dort allerdings mit Schwerpunkt auf Biotech- und Rohstoffwerten.

Der Premium-Zugang kostet 39 Euro monatlich inklusive Mehrwertsteuer. Du buchst ihn für 1, 3 oder 6 Monate, bei drei und sechs Monaten wird monatlich abgerechnet. Enthalten sind der Live-Chatroom, der tägliche Ausblick, Chartanalysen auf Anfrage sowie das Cockpit mit Mustererkennung und der RR-Track-Scanner.
Der Newsletter kostet 20 Euro für einen Monat oder 55 Euro für drei Monate. Im Dreimonatspaket sparst du damit rund fünf Euro gegenüber der Einzelbuchung. Enthalten sind der Abendausblick, die Intraday-Updates und die Echtzeitbenachrichtigung per App, WhatsApp oder Telegram.
Beide Abos enden automatisch nach der gebuchten Laufzeit. Es gibt keine stillschweigende Verlängerung, um die du dich kümmern müsstest. Das ist ein fairer Punkt, gerade im Vergleich zu Anbietern mit Kündigungsfristen. Eine kostenlose Testphase gibt es allerdings nicht.
Vorteile von Projekt30
Die Stärken von Projekt30 liegen in der Regelmäßigkeit und im überschaubaren Preis. Wer täglich eine strukturierte Einschätzung zu den großen Indizes braucht, bekommt sie hier zu Konditionen, die deutlich unter vielen Börsenbriefen liegen.
Vorteile von Projekt30
- Täglicher Ausblick am Vorabend: Du bekommst die Einschätzung für den nächsten Handelstag, bevor die Börse öffnet. Das lässt Zeit für eigene Vorbereitung statt hektischer Entscheidungen am Morgen.
- Automatische Mustererkennung: Das Premium-Cockpit meldet PopGuns, Wolfe Waves und Broadening Wedges selbstständig. Das spart Zeit beim Screening mehrerer Märkte.
- Klare Preisstruktur: 39 Euro für den Chatroom, 20 Euro für den Newsletter, keine automatische Verlängerung. Du weißt vorher genau, worauf du dich einlässt.
- Kostenloser YouTube-Kanal: Die wöchentlichen Videoanalysen sind frei zugänglich. Du kannst die Arbeitsweise also prüfen, bevor du Geld ausgibst.
- Identifizierbarer Anbieter: Vollständiges Impressum mit Name, Anschrift und Umsatzsteuer-ID. Bei anonymen Signalgruppen ist das oft nicht der Fall.
Nachteile von Projekt30
Die Schwächen betreffen weniger die Analysen als das Drumherum. Vor allem beim Nachweis der Ergebnisse und beim Einstieg ohne Risiko bleibt Projekt30 hinter dem zurück, was ein Interessent erwarten darf.
Nachteile von Projekt30
- Keine kostenlose Testphase: Den Chatroom siehst du erst nach der Zahlung von innen. Wer prüfen will, ist auf den YouTube-Kanal als Ersatz angewiesen.
- Keine dokumentierte Ergebnis-Historie: Es gibt keine nachprüfbare Aufstellung von Trades, Trefferquoten oder Drawdowns. Die Qualität lässt sich nur subjektiv beurteilen.
- Keine unabhängigen Bewertungen: Auf Trustpilot existiert kein Profil. Die vorhandenen Stimmen stehen auf der Facebook-Seite des Anbieters selbst.
- Support nur per Direktnachricht: Es gibt keine Hotline und keinen Hilfebereich mit Antworten auf Standardfragen. Wer schnell Klärung braucht, wartet auf eine Rückmeldung.
- Schlichte technische Umsetzung: Die Webseite ist funktional, aber unübersichtlich. Die Informationsseite trug zuletzt den Stand September 2025, während der Chat täglich läuft.
Für wen sich Projekt30 eignet
Projekt30 eignet sich für Trader, die bereits eine eigene Strategie haben und täglich eine zweite Einschätzung zu den großen Indizes suchen.
Der Dienst passt gut zu Berufstätigen, die tagsüber nicht am Chart sitzen. Der Abendausblick und die Push-Nachrichten sind genau dafür gebaut. Auch wer sich für Chartformationen interessiert und einen Scanner nutzen möchte, findet im Premium-Cockpit einen praktischen Zusatz.
Weniger geeignet ist Projekt30 für komplette Einsteiger. Die Analysen setzen voraus, dass du Begriffe wie Wolfe Wave oder Broadening Wedge einordnen kannst. Es gibt keinen strukturierten Grundlagenkurs, der dich Schritt für Schritt heranführt. Wer zuerst die Basis braucht, ist mit einer Einführung in die Chartanalyse besser bedient.
Ebenfalls nicht passend ist der Dienst für alle, die fertige Signale mit Einstieg, Stopp und Ziel erwarten. Projekt30 liefert Analyse und Diskussion, nicht ein abgeschlossenes Handelssystem. Wer den Vergleich sucht, findet bei uns Tests weiterer Börsenbriefe sowie eine Übersicht zu Trading-Foren und Communities.
Der YouTube-Kanal von Projekt30
Der YouTube-Kanal von Projekt30 ist der ehrlichste Testzugang, den der Anbieter hat. Er läuft seit April 2017 und zählt aktuell rund 9.870 Abonnenten bei 453 Videos und etwa 1,75 Millionen Aufrufen (Stand August 2026).
Die Uploads kommen wöchentlich und dauern meist zwischen 45 und 70 Minuten. Behandelt werden Dax und die US-Indizes, dazu wechselnde Schwerpunkte wie Bitcoin, Gold oder einzelne Aktien. Die Produktionsqualität ist schlicht: Bildschirmaufnahme mit Kommentar, keine Effekte. Inhaltlich sind die Videos dafür ungewöhnlich ausführlich.
Für dich als Interessent ist das der praktischste Weg zur Prüfung. Schau dir zwei oder drei Analysen an und vergleiche die genannten Marken anschließend mit dem tatsächlichen Kursverlauf. Wenn dir die Denkweise liegt, ist das Abo eine Überlegung wert. Wenn nicht, hast du nichts bezahlt.
Fazit: lohnt es sich, Projekt30 beizutreten?
Projekt30 ist ein solider, aber schmaler Dienst. Du bekommst täglich eine strukturierte Einschätzung zu Dax, Dow Jones, Nasdaq und S&P 500, dazu einen Chatroom mit Austausch und einen Scanner für Chartformationen. Für 39 Euro im Monat ist das ein fairer Gegenwert, wenn du diese Bausteine tatsächlich nutzt.
Der wunde Punkt bleibt der Nachweis. Ohne dokumentierte Ergebnis-Historie und ohne unabhängige Bewertungen musst du dir dein Urteil selbst bilden. Der kostenlose YouTube-Kanal macht das möglich, und wir würden diesen Weg jedem empfehlen, bevor Geld fließt. Das ist keine Kritik an der Analyse, sondern an der fehlenden Transparenz.
Unsere Empfehlung fällt deshalb zweigeteilt aus. Erfahrene Trader mit eigener Methode finden hier eine brauchbare zweite Meinung zu einem überschaubaren Preis. Einsteiger sollten zuerst die Grundlagen aufbauen, weil die Analysen Vorwissen voraussetzen. Und niemand sollte ein Abo abschließen, ohne vorher zwei Videoanalysen gegen den echten Kursverlauf geprüft zu haben. Wer parallel vergleichen möchte, findet bei uns auch einen Test von stock3.
Häufige Fragen zu Projekt30
Was kostet Projekt30?
Der Premium-Chatroom kostet 39 Euro im Monat inklusive Mehrwertsteuer und ist für 1, 3 oder 6 Monate buchbar. Der Newsletter kostet 20 Euro für einen Monat oder 55 Euro für drei Monate. Beide Abos enden automatisch, es gibt keine stillschweigende Verlängerung.
Gibt es den Leserstream-Chat von Projekt30 noch?
Nein. Der Leserstream-Chat wurde früher als eigener Zugang für 20 Euro im Monat angeboten, taucht in der aktuellen Leistungsübersicht des Anbieters aber nicht mehr auf. Es gibt heute nur noch den Premium-Chatroom und den Newsletter.
Wer steckt hinter Projekt30?
Betreiber ist Marius Schweitz aus Lübeck, eingetragen als Einzelunternehmer mit vollständigem Impressum und Umsatzsteuer-ID. Die Analysen auf YouTube und im Chat stammen von ihm und einem zweiten Analysten namens Marc.
Ist Projekt30 seriös?
Der Anbieter ist klar identifizierbar und verlangt weder Aufnahmegebühren noch verlängert er Abos stillschweigend. Das spricht für ihn. Gleichzeitig fehlen eine dokumentierte Ergebnis-Historie und unabhängige Bewertungen auf Portalen wie Trustpilot. Projekt30 verkauft Analyse und Austausch, keine garantierten Gewinne.
Was bietet der YouTube-Kanal von Projekt30?
Der Kanal läuft seit April 2017 und zählt rund 9.870 Abonnenten bei 453 Videos. Wöchentlich erscheint eine ausführliche Analyse zu Dax und US-Indizes, meist 45 bis 70 Minuten lang. Alle Videos sind kostenlos und eignen sich als Test vor dem Abo.
Was ist projekt30.blog?
Unter dieser Adresse lief früher der kostenpflichtige Newsletter von Projekt30 als eigener Blog. Die Domain leitet inzwischen auf die Hauptseite projekt30.de weiter. Den Newsletter gibt es weiterhin, er wird nur nicht mehr unter eigener Adresse geführt.
Für wen lohnt sich Projekt30?
Für Trader mit eigener Strategie, die täglich eine zweite Einschätzung zu den großen Indizes suchen, und besonders für Berufstätige, die abends nachlesen. Weniger geeignet ist der Dienst für Einsteiger ohne Vorwissen und für alle, die fertige Handelssignale mit Einstieg, Stopp und Ziel erwarten.
Über den Autor: Karsten Kagels
Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und diskretionärer Price-Action-Trader seit 1978. Er handelt Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte und arbeitet ohne technische Indikatoren, allein auf Basis von Kursverlauf und Marktstruktur.
Ende der Achtzigerjahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter und A. J. Frost erstmals ins Deutsche und verlegte in den Folgejahren mehr als 10 Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.
Die deutsche Börsenbrief-Szene kennt Karsten seit den Achtzigerjahren aus eigener Anschauung: als Leser, als Übersetzer und Verleger von Finanzliteratur und als Herausgeber eigener Marktanalysen. Trading-Communities und Börsendienste bewertet er nüchtern aus der Trader-Perspektive: Was taugt die Analyse, und was bleibt davon nach Kosten und Risiko übrig?
Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.











