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Auch für Einsteiger · Mittwoch, 14. Oktober, 19 Uhr

Finanzradar im Test: Live-Trading, Kosten und was die Zahlen wirklich zeigen (2026)

Zuletzt aktualisiert: 16. September 2026

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20 Min

Christian Möhrer

Überprüft von

Christian Möhrer

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Wer nach Finanzradar sucht, will meistens eine einzige Sache wissen: Zeigt hier wirklich jemand seine echten Trades, oder ist es die übliche Verkaufsshow? Die Plattform beantwortet das auf den ersten Blick besser als fast jeder Wettbewerber. Sie stellt eine öffentliche Performance-Statistik ins Netz, inklusive Verlustphasen. Genau deshalb lohnt sich der zweite Blick.

Ich habe mir das Angebot nicht als Kurs angesehen, sondern als Zahlenwerk. Dabei zählt nicht, wie oft gestreamt wird, sondern ob die veröffentlichten Kennzahlen zueinander passen. Sie tun es. Gesamtergebnis, Trefferquote, maximaler Verlust und Profit-Faktor stehen auf Startseite, Performance-Seite und im Premium-Bereich mit denselben Werten, geprüft am 28. August 2026.

Dieser Artikel zeigt, wie das tägliche Live-Trading abläuft, was die Abos kosten, welche Tools dazugehören, was im Abo steckt und was extra kostet. Grundlage sind Impressum, Handelsregister, die Produktseiten des Anbieters und das Trustpilot-Profil, abgerufen am 22. August und erneut am 28. August 2026. Dieser Artikel entspricht unseren redaktionellen Richtlinien.

Finanzradar: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Betreiber: Die Finanzradar GmbH sitzt in Mittweida in Sachsen und ist beim Amtsgericht Chemnitz unter HRB 37606 eingetragen. Geschäftsführer sind Samuel Heller und Christian Böttger.
  • Angebot: Tägliches Live-Trading mit Echtgeld in DAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und Gold, dazu Videokurse, sechs E-Books, der hauseigene Indikator Golden Flow und eine Telegram-Community.
  • Kosten: Das Monatsabo liegt bei 99,99 €. Wer ein Jahr bucht, zahlt 999,99 € auf einen Schlag, umgerechnet 83,33 € im Monat. Vorher sind 14 Tage kostenlos testbar.
  • Live-Ergebnis: Das öffentliche Tracking weist für Januar 2023 bis Mai 2026 rund +33.700 € auf einem 50.000-Euro-Konto aus, bei einer Trefferquote von 49,6 % und einem Profit-Faktor von 1,32.
  • Gut zu wissen: Die Live-Sessions laufen um 8:50 Uhr und um 20:30 Uhr, alle Termine landen anschließend im Archiv. Das Strategiepaket TradeLab ist ein eigenes Produkt und im Premium-Abo nicht enthalten.
  • Für wen es passt: Für Einsteiger und Fortgeschrittene, die morgens oder abends live zuschauen können und selbst handeln wollen. Wer fertige Signale zum Nachkaufen sucht, ist hier falsch.
Finanzradar Live-Trading 14 Tage kostenlos testenKein Abo nötig. Der Testzugang läuft nach 14 Tagen automatisch aus.

Was ist Finanzradar?

Finanzradar ist zwei Dinge gleichzeitig, und das erklärt vieles. Nach außen ist es eine große kostenlose Ratgeberseite mit Broker-Vergleichen und Kursprognosen. Dahinter steckt ein kostenpflichtiger Bereich, in dem täglich mit echtem Geld gehandelt wird, live und vor Publikum. Der kostenlose Teil bringt die Leser, der Premium-Bereich verdient das Geld.

Finanzradar ist eine deutsche Trading-Plattform der Finanzradar GmbH aus Mittweida. Sie bündelt tägliches Live-Trading mit Echtgeld, Videokurse, eigene Handelsindikatoren und Broker-Vergleiche in einem monatlich kündbaren Abo. Wer statt Trading-Signalen fundamentale Einzelaktien-Analysen sucht, findet unsere Erfahrungen mit FeneroFolio.

Die Domain hat eine ungewöhnliche Vorgeschichte. Finanzradar war ursprünglich eine der ersten deutschen Finanz-Suchmaschinen und lag danach jahrelang brach. Samuel Heller sicherte sich die Adresse und startete das Projekt 2022 neu, diesmal als Bildungsplattform. Der alte Name hat mit dem heutigen Angebot inhaltlich nichts mehr zu tun.

Zum Unternehmen gehören inzwischen mehrere Portale. Neben finanzradar.de laufen eine österreichische Variante und die Schwesterseite marathoni.de mit demselben Aufbau aus Ratgebern, Kursprognosen und Brokervergleichen. Wer die Fußzeile liest, findet dort außerdem einen eigenen Punkt Affiliate werden. Das Geschäft steht also auf zwei Beinen: Abo-Umsätze und Vermittlungsprovisionen.

BetreiberFinanzradar GmbH, Bahnhofstraße 32, 09648 Mittweida
HandelsregisterHRB 37606, Amtsgericht Chemnitz, USt-ID DE456775022
GeschäftsführerSamuel Heller und Christian Böttger
Neustart2022, Domain stammt aus der Frühzeit des deutschen Finanzwebs
KernangebotTägliches Live-Trading, Videokurse, Indikatoren, E-Books, Telegram
Märkte im StreamDAX, Nasdaq, S&P 500, Bitcoin, Gold
ZugangKostenpflichtiges Abo, jederzeit kündbar, 14 Tage kostenlos testbar
Weitere Portalefinanzradar.at und marathoni.de

Für dich als Leser ist die Doppelrolle wichtig. Ein Anbieter, der gleichzeitig Broker vermittelt und Trading unterrichtet, hat ein Interesse daran, dass du ein Konto eröffnest. Das macht die Inhalte nicht automatisch schlecht, aber es gehört auf den Tisch. Bei den Brokerempfehlungen auf der Startseite stehen unter anderem XTB, Capital.com und Tickmill, dazu drei Prop-Trading-Anbieter.

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Wer steckt hinter Finanzradar? Christian Böttger im Profil

Das Gesicht der Plattform ist Christian Böttger. Er ist Mitgeschäftsführer der Finanzradar GmbH und derjenige, der die Streams hält. Seine Vita steht auf einer eigenen Profilseite: Einstieg ins kurzfristige Trading 2017, erst Demokonto, ab 2018 Echtgeld. 2019 belegte er in der Studentenwertung des Börsenspiels Trading Masters den dritten Platz.

Christian Böttger, Mitgründer und Live-Trader von Finanzradar
Christian Böttger führt die täglichen Live-Sessions und ist zugleich Geschäftsführer der Finanzradar GmbH.

2021 hielt er eine Seminarreihe zur technischen Analyse bei Goldesel. Sein Schwerpunkt liegt im Daytrading von Indizes, ergänzt um Bitcoin und Gold. Er arbeitet mit Trendfolge und Marktstruktur, nicht mit Fundamentaldaten.

Die Profilseite bleibt beim Werdegang und nennt keine Handelskennzahlen. Das ist die saubere Lösung, denn Zahlen zu einem einzelnen Trader sagen ohne Konto und ohne Zeitraum wenig aus. Wer die Leistung einschätzen will, findet die belastbaren Werte im öffentlichen Live-Tracking des Streams, das weiter unten in diesem Artikel steht.

Das zweite Teammitglied ist Samuel Heller, der die Domain zurückgeholt hat und als zweiter Geschäftsführer eingetragen ist. Er tritt in den Streams kaum auf. Dazu kommen ein Trader namens Julian, der die Abendsession mit Smart Money Concept bespielt, und ein Mitarbeiter für Affiliate und Support. Das Team ist damit kleiner, als der Umfang der Website vermuten lässt.

Smart Money Concept, kurz SMC, ist ein Handelsansatz, der Kursbewegungen aus den vermuteten Orderaktivitäten großer Marktteilnehmer erklärt. Er arbeitet mit Liquiditätszonen, Orderblöcken und Marktstrukturbrüchen statt mit klassischen Indikatoren.

Anmeldung und Mitgliederbereich

Der Einstieg dauert zwei Minuten. Du meldest dich mit E-Mail und Passwort an oder nutzt den Google-Login. Danach steht der geschützte Bereich offen. Ein Teil der Inhalte ist auch ohne Zahlung zugänglich, das Live-Trading nicht.

Finanzradar Mitgliederbereich mit Livestream, Tools und Videokursen in der Seitenleiste
Der Mitgliederbereich sortiert die Inhalte in fünf Rubriken: Livestream, Tools und Add-Ons, E-Books, Videokurse und TradeLab.

Die Navigation liegt links und bleibt übersichtlich. Fünf Rubriken, keine verschachtelten Menüs, keine Suchfunktion, die man erst suchen muss. Für Einsteiger ist das angenehm, weil man nicht in einem Kursdschungel landet. Wer viele Aufzeichnungen durchgehen will, vermisst dafür irgendwann einen Filter nach Datum oder Markt.

Ein Punkt fällt beim Vergleich der Seiten auf: Die Produktseite wirbt inzwischen mit 800 und mehr Aufzeichnungen, die Toolseiten im Mitgliederbereich nennen weiter 700 und mehr. Solche Zahlen werden offenbar nicht überall gleichzeitig nachgezogen. Das ist harmlos, passt aber zum Muster bei den Performance-Zahlen weiter unten.

Tägliches Live-Trading: Ablauf, Zeiten und Märkte

Das Live-Trading ist der Grund, warum es die Plattform gibt. Alles andere ist Beiwerk. Zweimal am Tag wird gestreamt, und zwar nicht mit einem Demokonto, sondern mit echtem Geld. Wer wissen will, wie sich ein Verlusttag anfühlt, sieht das hier in Echtzeit statt in einer nachträglich zusammengeschnittenen Zusammenfassung.

Live-Trading bezeichnet einen Videostream, in dem ein Trader seine Positionen in Echtzeit vor Publikum eröffnet und schließt. Einstieg, Stop-Loss und Positionsgröße werden dabei offengelegt, bevor das Ergebnis feststeht.

Die Produktseite nennt Montag bis Freitag als Rhythmus. Die Morgensession startet um 8:50 Uhr zur europäischen Eröffnung und dreht sich um den DAX. Abends geht es ab 20:30 Uhr weiter, dann mit Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und gelegentlich Gold. Gestreamt wird über BigMarker, eine Webinar-Software, die im Browser läuft. Ein eigenes Konto dafür brauchst du nicht: Der Stream läuft im Browser.

Finanzradar Live-Trading Stream mit Chart, Chatfenster und Bildschirmübertragung
Der Stream überträgt den Chart des Traders, dazu läuft ein Chat für Rückfragen während der laufenden Position.

Der eigentliche Wert liegt im Chat. Du siehst nicht nur, dass jemand kauft, sondern kannst nachfragen, warum genau an dieser Marke. Besprochen werden Marktstruktur, Trendlage und die Frage, wie groß die Position ausfällt. Wer das Thema vertiefen will, findet die Rechenwege bei uns unter Positionsgröße und Risikomanagement.

Alle Sessions landen anschließend im Archiv. Das ist für Berufstätige der entscheidende Punkt, weil die Morgensession mitten in der Arbeitszeit liegt. Ehrlich bleibt trotzdem: Eine Aufzeichnung ersetzt das Live-Erlebnis nicht. Der Druck einer offenen Position lässt sich nachträglich nicht nachempfinden, und Rückfragen im Chat gehen verloren. Wer weder morgens noch abends Zeit hat, zahlt für die Hälfte des Angebots.

Tools und Inhalte: Golden Flow, Chartanalyse und TradeLab

Zum Abo gehören zwei Werkzeuge, die über reine Videokurse hinausgehen: der Indikator Golden Flow und das Lernmodul Chartanalyse Interaktiv. Das Strategiepaket TradeLab wird getrennt verkauft und gehört nicht dazu. Wer nur zuschauen will, braucht sie nicht. Wer selbst umsetzt, bekommt hier fertige Regelwerke statt loser Tipps.

Golden Flow: der hauseigene Indikator

Golden Flow ist der hauseigene Handelsindikator von Finanzradar. Premium-Mitglieder erhalten ihn als Skript für TradingView und zusätzlich als Expert Advisor für den MetaTrader 5.

Der Zugriff bleibt laut Anbieter lebenslang bestehen, auch nach einer Kündigung. Dazu kommt ein zweiter Expert Advisor für den Opening Trade im DAX. Ob dir ein fremder Indikator hilft, ist eine andere Frage. Meine Erfahrung nach über vier Jahrzehnten am Chart: Ein Werkzeug ersetzt keine eigene Regel für Einstieg und Ausstieg. Wer den Indikator ohne Plan aufs Chart legt, hat danach eine bunte Linie mehr und sonst nichts.

Chartanalyse Interaktiv

Finanzradar Chartanalyse Interaktiv mit Lernmodulen zu Chart, Trend und Zonen
Das Lernmodul führt in Stufen durch Chartarten, Trends, Zonen und Trendlinien und enthält über 50 Übungen.

Dieses Modul ist der stärkste Teil des Lernbereichs. Es arbeitet die technische Analyse in Stufen ab: Chartarten, Trend, Zonen, Trendlinien, danach Formationen und Fibonacci-Level. Der Unterschied zu einem Videokurs liegt in den Übungen. Du löst Aufgaben direkt im Chart, statt jemandem beim Zeichnen zuzusehen. Über 50 Übungen sind angegeben. Vergleichbares findest du bei uns unter technische Analyse, Kerzenmuster und Fibonacci-Retracement.

TradeLab: vier Strategien mit Backtest

Unter TradeLab verkauft Finanzradar vier ausformulierte Strategien samt Rückrechnung, jeweils mit Regelwerk, TradingView-Signalen und einem E-Book zum Research. Für die Kostenrechnung ist ein Punkt wichtig: Das Paket ist nicht Teil des Premium-Abos, sondern wird über einen eigenen Kauf freigeschaltet. Jede Strategie nennt Markt, Zeitebene, Trefferquote, Profit-Faktor und die zugrunde liegende Datenbasis.

StrategieMarkt und ZeitebeneProfit-Faktor (Datenbasis)
Pulse ChaserBitcoin, 1-Minuten-Chart1,19 (500 Trades im Bitcoin)
Golden FlowIndizes, Forex, Krypto, 1 und 5 Minuten1,37 (500 Trades im DAX)
Silent StrikeIndizes, Tageschart1,54 (Nasdaq Composite ab 1996)
Turtle SurgeBitcoin, Aktien, Indizes, Tageschart3,24 (Bitcoin ab 2014)

Ein Backtest ist die rechnerische Anwendung fester Handelsregeln auf historische Kursdaten. Er zeigt, wie eine Strategie in der Vergangenheit abgeschnitten hätte, nicht, wie sie im Live-Handel abschneidet.

Die Übersicht nennt zu jeder Strategie die Datenbasis, und das macht die großen Renditezahlen erst einordenbar. Silent Strike kommt auf 2.976 %, gerechnet auf den Nasdaq Composite ab 1996, also über rund drei Jahrzehnte auf Tagesbasis. Turtle Surge steht bei 792 % im Bitcoin seit 2014. Solche Werte bleiben trotzdem Rechnungen und keine Ergebnisse, denn Handelskosten und Slippage sind nicht enthalten. Slippage ist die Abweichung zwischen dem erwarteten und dem tatsächlich ausgeführten Kurs.

Dazu kommen Videokurse zu Grundlagen, Strategien, technischer Analyse und Tradingpsychologie sowie sechs E-Books, darunter Spickzettel zu Candlestick- und Chartmustern. Für wen das nichts ist: Wer bereits ein eigenes Handelssystem hat und nur Signale sucht, zahlt hier für Material, das er nicht anfasst.

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Performance von Finanzradar: was die Zahlen wirklich zeigen

Hier liegt das eigentliche Verkaufsargument. Finanzradar veröffentlicht die Ergebnisse aller Trades, die live vor Publikum platziert wurden, und blendet Verlustphasen nicht aus. Das ist im deutschsprachigen Raum selten. Genau deshalb muss man die Zahlen ernst nehmen und nachrechnen, statt sie nur zu loben.

Die Basis steht auf der Performance-Seite: Grundlage ist ein 50.000-Euro-Konto, der Auswertungszeitraum läuft vom 1. Januar 2023 bis zum 6. Mai 2026. Gezählt werden ausschließlich Trades aus dem Livestream, nicht das gesamte Handelskonto. Das ist eine faire Abgrenzung, begrenzt aber die Aussagekraft auf den Unterrichtsteil.

Finanzradar Live-Trading Performance mit Kapitalkurve, Trefferquote und Profit-Faktor
Stand dieses Screenshots: 21. Februar 2026 mit 32.283 € und einem Drawdown von 3.726 €. Beim Abruf im August 2026 stehen dort andere Werte.

Die Kennzahlen im Überblick

Der Anbieter nennt seine Live-Performance an drei Stellen: auf der Startseite, auf der Performance-Seite und im Premium-Bereich. Beim Abruf am 28. August 2026 stehen dort überall dieselben Werte. Bei einem früheren Abruf am 22. August 2026 wichen sie noch voneinander ab, vor allem beim maximalen Verlust; der Anbieter hat die Angaben inzwischen vereinheitlicht.

KennzahlWertEinordnung
Gesamtergebnis+33.709,78 €auf 50.000 € Startkapital
Trefferquote49,62 %etwa jeder zweite Trade im Plus
Max. Drawdown-6.704,01 €rund 13 % des Startkapitals
Profit-Faktor1,321,32 € Gewinn je 1 € Verlust

Der maximale Drawdown ist der größte Rückgang vom höchsten bisher erreichten Kontostand bis zum tiefsten darauffolgenden Punkt. Er beschreibt, wie viel Kapital ein Konto zwischenzeitlich verloren hat, bevor es sich erholte.

Der maximale Verlust von rund 6.700 € entspricht etwa 13 % des Startkapitals. Für ein aktiv gehandeltes Daytrading-Konto ist das ein moderater Wert. Eine Abgrenzung bleibt trotzdem wichtig: Gezählt werden ausschließlich die Trades aus dem Stream, nicht das gesamte Handelskonto des Traders.

Was die Kennzahlen bedeuten

Der Profit-Faktor ist das Verhältnis aus allen Bruttogewinnen zu allen Bruttoverlusten eines Handelssystems. Ein Wert von 1,32 bedeutet: Auf jeden Euro Verlust kommen 1,32 Euro Gewinn.

Die Trefferquote gibt an, welcher Anteil der Trades im Gewinn geschlossen wurde. Sie sagt allein nichts über die Rentabilität aus, weil sie die Größe der einzelnen Gewinne und Verluste nicht berücksichtigt.

Nüchtern eingeordnet ist das ein solides, kein spektakuläres Ergebnis. Rund 33.700 € auf 50.000 € über gut drei Jahre entsprechen etwa 17 % pro Jahr, bezogen auf das Ausgangskapital und ohne Zinseszins gerechnet. Ein Profit-Faktor von 1,32 heißt im Alltag: Auf lange Sicht bleibt etwas übrig, aber die Verlustserien sind lang genug, um wehzutun. Die Trefferquote von 49,6 % sagt dasselbe: Etwa jeder zweite Trade geht schief. Wer damit rechnet, hat eine realistische Erwartung. Wer eine Gewinnserie erwartet, hört nach drei Wochen wieder auf.

Der Anbieter verlinkt außerdem mehrere bestandene FTMO-Prüfungen mit Kontogrößen von 10.000 € bis 200.000 US-Dollar sowie einen ersten Platz im TradingView-Wettbewerb The Leap. Solche Prop-Trading-Prüfungen belegen, dass jemand unter festen Regeln handeln kann. Über die Tragfähigkeit einer Strategie sagen sie nichts. Wie Kennzahlen zusammenspielen, rechnen wir unter Profitfaktor und Chance-Risiko-Verhältnis vor.

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Kosten und Abos 2026

Der Zugang läuft über ein Abo mit drei Laufzeiten. Die Website nennt in allen drei Karten einen Monatspreis, abgebucht wird aber je nach Laufzeit anders. Diese Unterscheidung übersieht man leicht, und sie macht beim Jahresabo den größten Unterschied.

LaufzeitTatsächliche AbbuchungPreis pro Monat
MonatlichJeden Monat99,99 €
QuartalAlle 3 Monate 269,97 €89,99 €
JahrAlle 12 Monate 999,99 €83,33 €
Finanzradar Premium Preise für Monatsabo, Quartalsabo und Jahresabo
Alle drei Karten zeigen einen Monatspreis. Die Sternchen darunter nennen die tatsächliche Abbuchung von 269,97 € beziehungsweise 999,99 €.

Im Preis enthalten sind beide Live-Sessions, das Archiv mit den Aufzeichnungen, der Golden-Flow-Indikator für TradingView und MetaTrader 5, der Opening-Trade-Expert-Advisor, sechs E-Books und der Zugang zur Telegram-Gruppe. Eine Geld-zurück-Garantie gibt es nicht. Stattdessen kannst du 14 Tage kostenlos testen, bevor du zahlst.

Eine Mindestlaufzeit besteht nicht, gekündigt wird im Mitgliederbereich. Wer das Jahresabo nimmt, spart gegenüber zwölf Einzelmonaten rund 200 €, bindet aber tausend Euro auf einen Schlag. Für Einsteiger ist der Monatseinstieg der ehrlichere Weg: Nach vier Wochen weißt du, ob du die Sessions überhaupt regelmäßig schaffst. Erst dann lohnt die Rechnung mit der längeren Laufzeit.

Zur Einordnung: 999,99 € im Jahr liegen deutlich über einem reinen Videokurs und deutlich unter einer klassischen Trading-Ausbildung, die im vierstelligen bis fünfstelligen Bereich startet. Wer vergleichen will, findet bei uns eine Übersicht der Börsendienste.

Community und Social Media

Der Austausch läuft über zwei Wege. Während der Sessions steht der Chat offen, dort landen Rückfragen zur laufenden Position. Zwischen den Streams zieht die Diskussion nach Telegram um, sortiert nach Themen wie Setups und Marktanalyse. Wie solche Gruppen generell funktionieren und woran man unseriöse erkennt, steht in unserem Artikel zu deutschen Telegram-Trading-Gruppen.

Trustpilot Profil von Finanzradar mit 4,8 von 5 Sternen
Dieser Screenshot stammt aus dem Frühjahr 2025 und zeigt 37 Bewertungen. Im August 2026 sind es 41 bei unveränderter Note.

Außerhalb der Plattform ist Finanzradar breit aufgestellt. Der Hauptkanal Finanzradar Trading kommt auf rund 5.760 Abonnenten bei 604 Videos und knapp 490.000 Aufrufen. Der zweite Kanal Finanzradar Trading Lernvideos liegt bei etwa 2.070 Abonnenten und 241 Videos. Ein dritter Kanal für Shorts existiert, kommt aber über 20 Abonnenten nicht hinaus. Alle Zahlen mit Stand 22. August 2026.

Der kostenlose Teil ist damit groß genug, um sich vor einer Zahlung ein Bild zu machen. Genau das würde ich jedem raten: Erst zwei Wochen die YouTube-Videos ansehen, dann den kostenlosen Testzugang nutzen, und erst danach über ein Abo nachdenken. Der Stil eines Traders muss zu dir passen, sonst hilft der beste Inhalt nichts.

Erfahrung und Bewertung: was Trustpilot zeigt und was nicht

Auf Trustpilot steht Finanzradar am 22. August 2026 bei 4,8 von 5 aus 41 Bewertungen. Das Profil wurde im Januar 2025 vom Unternehmen beansprucht, 28 der Bewertungen stammen aus den letzten zwölf Monaten. Inhaltlich wiederholen sich drei Punkte: der ruhige Erklärstil, der offene Umgang mit Verlusten und die Größe des kostenlosen Angebots.

Zwei Dinge gehören dazu, die man in den meisten Bewertungen nicht liest. Erstens: 100 % der Bewertungen sind Fünf-Sterne-Bewertungen. Es gibt auf dem Profil keine einzige Stimme mit vier Sternen oder weniger. Zweitens blendet Trustpilot selbst einen Hinweis ein, das Unternehmen habe zuletzt keine Bewertungseinladungen verschickt, weshalb die Bewertungen möglicherweise nicht repräsentativ seien.

Der Blick auf die Daten stützt das. Die Bewertungen kommen in Schüben: acht Stück zwischen dem 14. und 16. Oktober 2025, vier am 16. Februar 2026, drei am 24. April 2026. Alle sind als Bewertung ohne vorherige Einladung markiert. Das ist kein Beleg für Manipulation. Es ist das übliche Muster, wenn in einem Stream oder einer Community um Feedback gebeten wird. Die Stimmen sind echt, sie sind nur nicht zufällig ausgewählt.

Zwei Beispiele, die den Ton gut treffen. Ein Nutzer schreibt am 16. Oktober 2025: „Die Livetrades mit Analysen sind top. Man kann sich gut hineindenken und es wird alles offen dargelegt.“ Ein anderer hebt am 15. Oktober 2025 die Ausrichtung hervor: „Speziell zu empfehlen für Leute die Trendtrading, oder SMC üben möchten.“ Beide beschreiben keine Renditen, sondern die Arbeitsweise. Das passt zu dem, was das Angebot tatsächlich liefert.

Was auf Trustpilot fehlt, ist jede Form von Kritik. Bei 41 Bewertungen ohne einen einzigen Abzug lässt sich daraus schlicht kein Schwachstellenbild ableiten. Die Kritikpunkte in diesem Test stammen deshalb nicht aus Nutzerstimmen, sondern aus dem Abgleich der Anbieterangaben untereinander.

Vorteile und Nachteile von Finanzradar im Überblick

Nach der Prüfung von Impressum, Produktseiten, Performance-Daten und Bewertungen ergibt sich ein gemischtes, aber klar zeichenbares Bild. Die Stärken liegen dort, wo andere Anbieter gar nichts zeigen. Die Schwächen liegen in der eigenen Darstellung, nicht im Angebot selbst.

Vorteile von Finanzradar

  • Echtes Live-Trading: Zweimal täglich wird mit Echtgeld vor Publikum gehandelt, inklusive Verlusttagen. Das ist im deutschsprachigen Raum die Ausnahme.
  • Öffentliche Statistik: Die Ergebnisse aller Stream-Trades stehen offen im Netz, mit Kapitalkurve, Trefferquote und Profit-Faktor, auf allen Seiten des Anbieters mit denselben Werten.
  • Großer kostenloser Teil: Über 900 YouTube-Videos, Ratgeber und ein 14-tägiger Testzugang machen eine Prüfung vor der Zahlung möglich.
  • Tools statt nur Videos: Golden Flow für TradingView und MetaTrader 5 sowie das Lernmodul Chartanalyse Interaktiv gehen über einen normalen Videokurs hinaus.
  • Keine Signalversprechen: Der Anbieter verkauft ausdrücklich kein Copy-Trading und macht keine Renditezusagen.

Nachteile von Finanzradar

  • TradeLab kostet extra: Das Strategiepaket ist im Premium-Abo nicht enthalten und wird über einen eigenen Kauf freigeschaltet.
  • Keine Geld-zurück-Garantie: Statt einer Rückgabe nach dem Kauf gibt es den 14-tägigen Test vorab.
  • Sessionzeiten: Wer weder um 8:50 Uhr noch um 20:30 Uhr Zeit hat, nutzt nur das Archiv und zahlt damit für die Hälfte des Angebots.
  • Interessenkonflikt: Das Unternehmen vermittelt gleichzeitig Broker und Prop-Firmen über Affiliate-Links.
  • Einseitige Bewertungslage: Auf Trustpilot stehen ausschließlich Fünf-Sterne-Bewertungen, kritische Stimmen fehlen vollständig.
Finanzradar 14 Tage kostenlos ausprobierenZwei Wochen Live-Trading ansehen, danach entscheiden. Es entsteht keine Zahlungspflicht.
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Fazit: ehrliches Live-Trading mit offener Bilanz

Finanzradar macht die schwierigste Sache richtig. Es zeigt echte Trades in Echtzeit, auch wenn sie schieflaufen, und stellt die Bilanz öffentlich ins Netz. Wer lernen will, wie ein Handelstag tatsächlich abläuft, bekommt hier mehr als in jedem Videokurs. Der Preis von 99,99 € im Monat ist dafür angemessen, und die zwei Wochen zum kostenlosen Testen sind ein faires Angebot.

Was das Angebot trägt, ist die Nachprüfbarkeit. Gesamtergebnis, Trefferquote, maximaler Verlust und Profit-Faktor stehen offen im Netz, auf allen Seiten des Anbieters mit denselben Werten. Genau daran lässt sich ein Anbieter messen. Wer dagegen die Backtest-Renditen aus dem TradeLab als Erwartung nimmt, rechnet mit einer falschen Größenordnung.

Meine Einordnung nach über vier Jahrzehnten am Chart: Das Angebot taugt für Einsteiger und Fortgeschrittene, die selbst handeln wollen und morgens oder abends verlässlich Zeit haben. Rechne mit einem Ergebnis in der Größenordnung des veröffentlichten Trackings, nicht mit den Backtest-Zahlen aus dem TradeLab. Wer fertige Signale sucht, nur Aufzeichnungen schauen will oder ein eigenes System hat, findet hier nichts, was den Jahrespreis rechtfertigt. Teste die 14 Tage, sieh dir zwei Verlusttage an, und entscheide danach.

Häufige Fragen zu Finanzradar

Ist Finanzradar seriös?

Finanzradar wird von der Finanzradar GmbH betrieben, eingetragen beim Amtsgericht Chemnitz unter HRB 37606, mit vollständigem Impressum und zwei namentlich genannten Geschäftsführern. Es werden keine Renditen versprochen. Die Live-Ergebnisse stehen mit Gesamtergebnis, Trefferquote, Drawdown und Profit-Faktor öffentlich im Netz und sind auf allen Seiten des Anbieters gleich.

Was kostet Finanzradar?

Das Monatsabo kostet 99,99 €. Beim Quartalsabo werden alle drei Monate 269,97 € abgebucht, beim Jahresabo einmal jährlich 999,99 €. Es gibt keine Mindestlaufzeit und keine Geld-zurück-Garantie, dafür einen 14-tägigen kostenlosen Testzugang.

Wann finden die Live-Tradings statt?

Die Produktseite nennt Montag bis Freitag, jeweils zweimal täglich. Morgens startet die DAX-Session um 8:50 Uhr zur europäischen Eröffnung, abends folgt ab 20:30 Uhr die US-Session mit Nasdaq, S&P 500, Bitcoin und gelegentlich Gold. Alle Sessions werden aufgezeichnet.

Wer ist Christian Böttger?

Christian Böttger ist Mitgeschäftsführer der Finanzradar GmbH und führt die täglichen Live-Sessions. Er handelt nach eigenen Angaben seit 2017, seit 2018 mit Echtgeld, und arbeitet mit technischer Analyse und Trendfolge im DAX, Nasdaq und Bitcoin. Nicht zu verwechseln ist er mit dem gleichnamigen Berliner Verkehrsökonomen, der die Google-Suche nach dem Namen dominiert.

Welche Performance erzielt Finanzradar im Live-Trading?

Das öffentliche Tracking weist für den 1. Januar 2023 bis zum 6. Mai 2026 rund +33.700 € auf einem 50.000-Euro-Konto aus, bei einer Trefferquote von 49,6 % und einem Profit-Faktor von 1,32. Gezählt werden nur Trades aus dem Livestream, nicht das gesamte Handelskonto. Startseite, Performance-Seite und Premium-Bereich nennen dieselben Werte.

Muss ich selbst traden, um vom Angebot zu profitieren?

Ja. Finanzradar ist weder eine Copy-Trading-Plattform noch ein Signaldienst. Du siehst, wie gehandelt wird, und musst die Entscheidungen selbst treffen. Wer nur fertige Einstiege zum Nachkaufen sucht, ist bei diesem Angebot falsch.

Gibt es Finanzradar kostenlos?

Teilweise. Die Ratgeber auf der Website, über 900 YouTube-Videos und einzelne Kursinhalte sind frei zugänglich. Das tägliche Live-Trading, der Golden-Flow-Indikator und das Archiv gehören zum kostenpflichtigen Bereich, lassen sich aber 14 Tage kostenlos testen.

Über den Autor: Karsten Kagels

Karsten Kagels ist Gründer und Geschäftsführer der Kagels Trading GmbH und handelt seit 1980 diskretionär nach Price Action. Seine Märkte sind Forex, Aktienindizes, Rohstoffe und Zinsmärkte. Entscheidungen fallen bei ihm am Chart, nicht am Nachrichtenticker.

Ende der 1980er-Jahre übersetzte er die Elliott-Wave-Standardwerke von Robert Prechter ins Deutsche. Über 17 Jahre war er Repräsentant von Joe Ross in Deutschland und übersetzte und verlegte dessen zehn Bücher. Bis heute gibt er eigene Gruppenseminare und private Einzelschulungen.

Für die Beurteilung von Live-Trading-Angeboten bringt er eine Erfahrung mit, die sich schwer abkürzen lässt: Er verfolgt den deutschen Ausbildungsmarkt seit den 1980er-Jahren und weiß aus eigener Lehrtätigkeit, welche Kennzahlen ein Handelssystem tatsächlich beschreiben und welche nur gut aussehen. Genau dieser Abgleich liegt diesem Test zugrunde.

Dieser Artikel wurde von Christian Möhrer final geprüft.

Kagels Trading GmbH 267 Bewertungen auf ProvenExpert.com